Abfalltrennung in privaten Haushalten in der Hansestadt Rostock

Übersicht

Mit einem guten Abfallmanagement können städtische Verwaltungen zu einer besseren Nutzung von Ressourcen durch Weiterverwertung und Recycling sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen. Die Hansestadt Rostock ist ein positives Beispiel für die gelungene Abfalltrennung und Abfallverwertung.

Unterflursammelbehälter für Papier

Hintergrund

Rostock liegt an der deutschen Ostseeküste im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und hat zurzeit ca. 207.800 Einwohnerinnen und Einwohner. Diese produzieren jährlich ungefähr 100.000 Tonnen Haushaltsabfälle. Die Einsammlung und der Transport von Abfällen aus privaten Haushaltungen wie zum Beispiel Hausmüll, Sperrmüll, Elektro-und Elektronikschrott und Bioabfall liegen in der Hand der „Stadtentsorgung Rostock GmbH“. Beinahe der gesamte in Rostock anfallende Siedlungsabfall wird stofflich oder energetisch verwertet. Mit Hilfe unterschiedlicher technischer Verfahren werden Abfälle recycelt und Wertstoffe wiedergewonnen.

Ziele

Die Hansestadt Rostock setzt auf Grundlage des ökologisch orientierten Abfallwirtschaftskonzeptes auf ein ökologisch und ökonomisch sinnvolles Abfallmanagement. Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und soziale Aspekte haben eine hohe Bedeutung. Ziel ist es, die Abfallverwertung und Abfallentsorgung wirtschaftlich stabil zu organisieren und dabei die bestmöglichen Leistungen zu einem möglichst geringen Preis für die privaten Haushalte der Hansestadt anzubieten. Kurzen Entsorgungs- und Verwertungswegen wird zur Vermeidung zusätzlicher Transporte eine hohe Bedeutung beigemessen. Durch Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sollen Verhaltensänderungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern erreicht werden, um Abfälle zu vermeiden. Positive Umwelteffekte werden auch dadurch erzeugt, dass Abfall ressourcenschonend behandelt wird, z.B. durch die Erzeugung von Energie bei der Abfallverwertung und Verfahren zur Abfalltrennung und Wiederverwendung von Wertstoffen.

Aktivitäten

Die Abfalltrennung beginnt in der Hansestadt Rostock, wie in vielen deutschen Städten, schon bei der Getrenntsammlung des Abfalls in privaten Haushalten.

Den Privathaushalten stehen separate Abfalltonnen für Papier und Pappe, Leichtverpackungen, organische Abfälle und Restmüll zur Verfügung. Sie werden in regelmäßigen Abständen entleert. Je nach Bedarf gibt es die Mülltonnen in verschiedenen Größen. Jede schwarze, braune und blaue Mülltonne ist mit einem Chip ausgestattet, der automatisch anzeigt, zu welchem Grundstück welche Mülltonne gehört.

Zusätzlich können größere Mengen Papier und Pappe sowie Glas in Containern, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind, entsorgt werden. Insgesamt gibt es ca. 300 Glassammelcontainer, in denen Flaschen und Glas nach Farben getrennt eingeworfen werden können. An ca. 100 Stellplätzen sind zusätzlich Papiersammelcontainer aufgestellt. Zudem hat die Stadt acht Stellplätze, an denen Unterflur-Container zur Sammlung von Glas und Altpapier installiert wurden. Diese befinden sich beispielsweise in der Altstadt, wo es wenig Stellfläche gibt und das Stadtbild nicht durch Sammelcontainer verunstaltet werden soll. Sie werden mit einem speziellen Müllwagen geleert.

Die Stadtentsorgung Rostock betreibt im Auftrag der Hansestadt Rostock vier Recyclinghöfe. Hier werden von Rostocker Einwohnerinnen und Einwohnern folgende Abfälle ohne zusätzliche Kosten angenommen: Alttextilien, Batterien, Elektro- und Elektronikschrott, Garten- und Parkabfälle, Schrott, Problemabfälle aus Haushaltungen, Sperrmüll, Wertstoffe. Die Kosten, die der Betrieb der Recyclinghöfe verursacht, werden über die von allen Rostockern gezahlten Abfallgebühren finanziert.

Die unterschiedlichen Wertstoffe werden im Rahmen verschiedener Recycling-Prozesse verwertet. Altpapier und Pappe werden zur Recyclingpapierherstellung genutzt. Aus Leichtverpackungen werden, soweit möglich, Rohstoffe zur Herstellung neuer Produkte gewonnen. Laub, Grünschnitt und Gartenabfälle werden kompostiert und u.a. als Kompost auf den Recyclinghöfen verkauft.

Der Hausmüll wird in der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) Rostock aufbereitet. Die Anlage dient im Wesentlichen zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen und ablagerungsfähigem Material. Das Ziel dabei ist es, stofflich nicht nutzbaren Abfall umweltschonend zu verwerten und den Anteil an Müll, der einer Verbrennungsanlage zugeführt wird, möglichst klein zu halten. In der Anlage werden zunächst Metall, Glas und Steine aus dem Müll gefiltert. Dann wird der verbleibende Müll zerkleinert und weiter in anorganische und organische Bestandteile unterteilt. Der anorganische Müll wird als Brennstoff in einer nahegelegenen Abfallverbrennungsanlage thermisch verwertet und zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Aus der Fermentierung der organischen Anteile wird dagegen seit 2010 Biorohgas gewonnen. Davon wird ein Teil für die Erzeugung von Strom und Wärme genutzt, mit der die Anlage betrieben wird. Der Überschuss wird weiter verarbeitet zu Bioerdgas. Alles in allem produziert die Anlage die doppelte Energiemenge, die zu ihrem Betrieb notwendig ist. Zudem wurden durch den Neubau der Biogasaufbereitungsanlage die CO2 Emissionen reduziert.

Einen wichtigen Stellenwert hat die Öffentlichkeitsarbeit, mit der die Bevölkerung regelmäßig über umweltfreundliche Formen der Abfallvermeidung-, reduzierung-, trennung und Abfallsammlung informiert wird. So gibt es Informationskampagnen, Batteriesammelaktionen oder themenspezifische Plakat-Kampagnen. Außerdem können u.a. Fälle illegaler Abfallentsorgung über einen Mängelmelder im Internet unter www.klarschiff-hro.de an die Stadtverwaltung gemeldet werden.

Finanzierung

Abfallentsorgung und –verwertung sind gebührenfinanziert. Jeder Haushalt ist gebührenpflichtig. Die Höhe der Gebühren ist u.a. abhängig von der Zahl der Bewohner und Bewohnerinnen, vom Behältervolumen und der Entsorgungshäufigkeit. Die Gebühren decken auch die Nutzung der Recyclinghöfe, die Entsorgung von haushaltstypischen Abfällen wie zum Beispiel Sperrmüll, Grünschnitt, Elektro-und Elektronikschrott, Problemstoffe und weiteren besonderen Abfallarten ab. Ausgenommen hiervon sind beispielsweise Bauabfälle und Reifen.

Wirkungen

Das Abfallmanagement der Hansestadt Rostock ist finanziell nachhaltig organisiert und kann daher der Bevölkerung einen qualitativ hochwertigen Service bieten. Gleichzeitig werden die Gebühren so niedrig wie möglich gehalten.

Die Abfalltrennung und -verwertung zeichnen sich durch einen hohen Grad der Wiederverwertung unterschiedlicher Wertstoffe und den Einsatz ressourcenschonender Techniken aus. Durch die Biogasaufbereitungsanlage konnten Treibhausgas-Emissionen bei der Müllverwertung reduziert werden.

Restmüllbehälter mit Chip

Fazit

Die Hansestadt Rostock setzt im Rahmen ihres Abfallmanagements innovative Verfahren und Ansätze um, die gut aufeinander abgestimmt sind. Dadurch gelingt es, unterschiedliche Ziele zu verwirklichen und das Abfallmanagement umweltschonend und gleichzeitig bürgerorientiert, nämlich sozial und effizient, zu organisieren.

Kontakt

Sylke Schütt

Ronald Lange

Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Der Oberbürgermeister

Amt für Umweltschutz / Abt. Abfallwirtschaft

Holbeinplatz 14, 18069 Rostock

Tel: 0381 381-7347/7314

Fax: 0381 381-7373

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