E-Governance in der kommunalen Verwaltung

Dienstleistungen näher zu den Bürgern bringen

Übersicht

Die Regierung von Bangladesh hat sich das Ziel gesetzt, kommunale Dienstleistungen bürgernäher zu gestalten, die Rechte der Einwohnerinnen und Einwohner zu stärken und die Korruption in der Verwaltung zu bekämpfen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat diesen Prozess über ein GIZ-Vorhaben unterstützt. Die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung wurde verbessert und Verwaltungsabläufe über moderne IT-Anwendungen transparenter gemacht.

Hintergrund

Die Zukunftsvision Bangladeshs lautet: „Vision 2021: Digital Bangladesh“. Unter diesem Motto setzt die Regierung verstärkt auf moderne Informations- und Kommunikationstechnologie, um kommunale Dienstleistungen bürgernäher und effektiver zu gestalten und die Korruption einzudämmen. Viele Munizipalitäten haben damit begonnen, ihre Verwaltungsabläufe zu digitalisieren. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist Unterstützerin der ersten Stunde und hat in den Städten Narayanganj und Jamalpur zwei E-Governance Pilotprojekte begleitet.

Ziele

Von 2011 bis 2013 unterstützte das GIZ-Vorhaben „E-Governance in der Lokalen Verwaltung“ beispielhaft die Kommunen Narayanganj und Jamalpur bei der Verbesserung der kommunalen Dienstleistungen für ihre Bürger. Dabei sollten die Rechte der Bevölkerung gestärkt und die Korruption bei Verwaltungsabläufen vermindert werden. Ziel war es, eine auf die Bedürfnisse der Einwohner abgestimmte Form von Bürgerdienstleistungen zu entwickeln.

Aktivitäten

In beiden Städten wurden die Bewohner zunächst zu Diskussionsrunden eingeladen, um Klarheit über ihre Wünsche und Vorstellungen bezüglich des Bürgerservices zu gewinnen. Drei wesentliche Neuerungen waren das Ergebnis:

  • Die Einrichtung von One-Stop Service Centers (OSCC), Bürgerservicebüros, in denen die Bewohner für Behördengänge nur noch eine Anlaufstation aufsuchen müssen statt viele verschiedene Stellen.
  • Die Entwicklung eines kommunalen Informationsmanagement-Systems, um administrative Vorgänge transparenter, schneller und effizienter zu bearbeiten.
  • Die Einrichtung einer öffentlichen Website mit Einbindung von Social Media-Elementen, um die Einwohner zu informieren und mit ihnen in Dialog zu treten.

Wirkungen

Die eingeführten Prozesse und Neuerungen werden von allen Beteiligten – Bürgerinnen und Bürgern sowie den Verwaltungsangestellten und Bürgermeistern – sehr positiv gesehen. Bürgerdienste können weitaus schneller und effektiver ausgeführt werden. Befragungen ergaben, dass die Bevölkerung sowohl mit der Verbesserung des Services durch die OSCCEs als auch mit der Kompetenz der Verwaltungsmitarbeiterinnen und –mitarbeiter hochgradig zufrieden ist.

Ein positiver Nebeneffekt der Digitalisierung ist, dass interne Abläufe nun nachverfolgt und die Daten gesichert werden können. Die Verwaltungsangestellten wurden über IT-Schulungen weitergebildet und konnten Berührungsängste gegenüber modernen Medien abbauen. Mittlerweile ist die Kommunikation über E-mail und soziale Medien für viele, auch ältere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, selbstverständlich geworden.

Fazit

Die Investitionen in die Verbesserung der Verwaltungsabläufe haben sich für beide Pilotstädte ausgezahlt. Die OSCCs arbeiten profitabel und konnten darüber hinaus die nicht steuerbasierten Einnahmen der Kommunen steigern. Gleichzeitig wurden keine Fälle von Korruption mehr bekannt. Die One-Stop Service Centers sind ein großer Erfolg und finden mittlerweile landesweit Nachahmer. Ein in der Stadt Jamalpur produzierter Film für interessierte andere Kommunen zeigt anschaulich die Verbesserungen, die erreicht wurden.

Kontakt

Anne Doose

Good Governance in Urban Areas
GIZ Bangladesh

anne.doose(at)giz.de

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