Hochwasserschutz

Stadt Dortmund, Deutschland

Übersicht

In Dortmund war die Feuerwehr im Juli 2008 mit einer ungewöhnlichen Überschwemmung konfrontiert – mit lokal begrenzten, jedoch äußerst starken Regenfällen, die das Abwassersystem überlasteten und Schäden anrichteten. Die Reaktion darauf war aufgrund der ungewöhnlichen Intensität und der Besonderheiten des Ereignisses nicht angemessen und dauerte zu lange.

Hintergrund

Dortmund ist eine Stadt mit einer halben Million Einwohner und liegt im Einzugsgebiet dreier Flüsse. Von diesen Flüssen geht keine besondere Überflutungsgefahr aus. Jedoch führte 2008 ein dreistündiger, lokal begrenzter Starkregen zu Überflutungen und hohen Schäden an Eigentum. Die Niederschlagsmenge erreichte einen Pegel von 200 mm. Das ist mehr als das Doppelte des Durchschnitts im Monat Juli 2008. Der Grund dafür war eine „stationäre“ Gewitterzelle, die mit Hagel und Sturmböen einherging.

Die Tatsache, dass von dem Regen nur ein sehr begrenztes Gebiet betroffen war, stellte eine besondere Herausforderung dar. Nur wenige Kilometer weiter beim Zentrum der Feuerwehr gab es keine ungewöhnlichen Regenfälle, was dazu führte, dass die Feuerwehrleute die Lage falsch einschätzten.

Ziele

Nach diesem Ereignis wurde eine Studie in Auftrag gegeben, um den Einsatz auszuwerten und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Starkregen um ein Jahrhundertereignis handelte, das alle anderen Regenfälle seit dem Beginn der Aufzeichnungen von Starkregenereignissen im Jahr 1937 bei weitem übertraf. In der Studie wurde desweiteren festgestellt, dass das städtische Kanalisationssystem normal funktionierte, jedoch für ein solches Ereignis nicht ausgelegt war. Außerdem wies die Studie darauf hin, dass der Plan der EU für das Hochwasserrisikomanagement berücksichtigt und ein kommunaler Beauftragter für den Hochwasserschutz eingesetzt werden sollte.

Aktivitäten

Die Umsetzung der Empfehlungen aus der Studie führte zu folgenden Aktivitäten:

  • Einrichtung einer Arbeitsgruppe zum Hochwasserschutz
  • Ausarbeitung eines Notfallplans in Zusammenarbeit mit der Leitstelle der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk
  • Erarbeitung eines Informations-Flyers zu Hochwasserschutz-Maßnahmen
  • Durchführung einer hydrodynamischen Kanalnetzberechnung, um das Überflutungsrisiko des städtischen Abwassersystems zu bewerten
  • Einsetzung eines kommunalen Beauftragten für den Hochwasserschutz
  • Erarbeitung eines allgemeinen Hochwasserschutzplans (im Hinblick auf das Wasser- und Abwassersystem) für Dortmund
  • Verbesserung der technischen Einrichtungen, Kauf von mobilen Hochleistungspumpen für Überschwemmungen

Wirkungen

Die Umsetzung der administrativen Erfordernisse führte dazu, dass für Flächennutzungspläne eine Hochwasser-Checkliste eingeführt und die Reaktionsfähigkeit verbessert wurde.

Hochwasser-Checkliste für Flächennutzungspläne:

Gewässer - Liegt das Gebiet des Flächennutzungsplans im Überschwemmungsgebiet eines Gewässers? Wenn dies so ist (unabhängig von der Baugenehmigung):

  • Ist gewährleistet, dass die vorhandene Retentionsfläche erhalten bleibt?
  • Ist gewährleistet, dass im Rahmen des Flächennutzungsplans keine Lagerung von wassergefährdenden Substanzen vorgesehen ist?
  • Ist gewährleistet, dass keine Ölheizung vorgesehen ist?
  • Liegt das Gebiet des Flächennutzungsplans in einem hochwassergefährdeten Gebiet? Wenn ja, wurde eine geeignete Risikobewertung/-analyse durchgeführt?

Abwassersystem - Wie wird der Abfluss des Regenwassers geregelt?

Eine Verbesserung der Reaktionsfähigkeit erreichte die Feuerwehr durch die Anschaffung zusätzlicher Geländefahrzeuge und Pumpen.

Fazit

Die Feuerwehr in Dortmund kann jetzt auf das nächste ungewöhnliche Überflutungsereignis wirksam reagieren. Es war wichtig, die speziellen, exakten Defizite zu verstehen, um gezielte, wirksame Reaktionen zu entwickeln.

weitere Information

www.dortmund.de/...

Stand: 04.05.2015

Kontakt

Detlev Harries

Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Dortmund

dharries(at)stadtdo.de

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