Publikationen - Details

Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte?

2018 - Trends und Analysen der Segregation in 74 deutschen Städten

Autor:

Marcel Helbig, Stefanie Jähn

Herausgeber:

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Beschreibung:

Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte?

Die Langzeitstudie zeigt auf, dass die soziale Spaltung in den deutschen Städten wächst und dadurch die Vielfalt abnimmt. Gleichzeitig zeigt sie die Ursachen für die unterschiedlichen Entwicklungen zwischen den jeweiligen Städten auf.

Daten für 74 deutsche Städte, die mehrheitlich aus der Innerstädtischen Raumbeobachtung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung stammen, wurden ausgewertet. Die Studie ist damit die umfangreichste, die die soziale Segregation mit amtlichen Daten untersucht. Dabei zeichnet sich eine soziale sowie eine demografische Spaltung ab.

Seit Mitte der 1990er Jahre bis 2014 ballen sich Personen mit Bezug von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II zunehmend in bestimmten Stadtteilen. Besonders hat sich die Situation in den meisten ostdeutschen Städten verschärft,  wobei die Spaltung insbesondere bei Familien mit Kindern noch stärker ausgeprägtist.

"In 36 der untersuchten Städte existieren Quartiere, in denen mehr als 50 Prozent aller Kinder von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II leben. Folgt man der Literatur zu Nachbarschaftseffekten, dann hat diese Konzentration sozial benachteiligter Kinder das Potenzial, sich negativ auf die Lebenschancen der jungen Bewohner in diesen Quartieren auszuwirken.”

Auch hinsichtlich der Demografie existieren weitere Polarisierungen. So zeige es sich, dass sich die 15- bis 29-Jährigen sowie die Generation 65+ in bestimmten Stadtteilen ballen. Wohingegen hinsichtlich der ethnischen Spaltung eine Besserung eingetreten sei, sodass mehr Personen ohne deutschen Pass sich in unterschiedlichen Stadtteilen wiederfinden und keine Ballungsräume mehr bilden.

“Zusammenfassend beobachten wir, dass sowohl soziale Gruppen – und hier besonders jene mit Kindern – sowie bestimmte Altersgruppen zunehmend seltener Tür an Tür miteinander wohnen. Inwieweit diese wachsende Spaltung deutscher Städte die Lebenschancen insbesondere der jungen Generation und den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt beeinträchtigt, muss weitere Forschung zeigen."

Sprache:

Deutsch

Seitenzahl:

207

Copyright:

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

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