Große Sportereignisse begeistern Milliarden – und stehen zugleich im Zentrum der globalen Nachhaltigkeitsdebatte. Wie können Kommunen Sportgroßveranstaltungen so gestalten, dass sie ökologische, soziale und wirtschaftliche Mehrwerte schaffen? Welche Lösungen funktionieren bereits in der Praxis – und was lässt sich voneinander lernen?
In Berlin befasst man sich intensiv mit diesen Fragen und nun laden der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport zusammen mit Connective Cities 5 weitere deutsche und 6 internationale Kommunen ein, sich in einer Dialogveranstaltung zu Nachhaltigkeitsstrategien für Sportgroßveranstaltungen – von der politischen Verankerung bis zur praktischen Umsetzung und begleitenden Bildungsarbeit – auszutauschen.
An wen richtet sich der Teilnahmeaufruf?
Wir freuen uns auf die Teilnahme von jeweils 2 Fachleuten aus Ihrer Kommune, insbesondere aus den Bereichen Veranstaltungsmanagement, Sport, Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) oder Ordnungsämtern.
Die Veranstaltungssprache ist Englisch. Reisekosten werden von Connective Cities übernommen.
Wie kann man teilnehmen?
Wenn Sie an der Dialogveranstaltung teilnehmen möchten, senden Sie uns bitte folgende Infos per E-Mail:
Angabe Ihrer Kommune oder Organisation (auch Hochschulen oder NROs) und Ihrer Funktion,
eine kurze Beschreibung eines Projekts Ihrer Kommune, das Sie den anderen Teilnehmenden als gute Praktik vorstellen möchten. Gerne können Sie auch eine lokale Herausforderung ergänzen, vor der Sie zurzeit stehen und zu der Sie sich mit den anderen kommunalen Fachleuten austauschen möchten.
Frist und Kontakt:
Eine Bewerbung ist weiterhin möglich. Bitte wenden Sie sich bei Interesse zeitnah an uns.
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung:
Connective Cities unterstützt erneut die Ausschreibung des Kommunalpolitischen Preises 2027 des Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftungsfonds (CAG), der nach dem Übergang in die Leipzigstiftung unter diesem Namen firmiert. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen der kommunalen Verwaltung und Politik ausgezeichnet.
Im Jahr 2027 steht der Preis unter dem Thema „Resiliente Kommunen: Kommunale Partnerschaften für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge“. Gesucht werden innovative und übertragbare Gute Praktiken, die im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit – insbesondere auch international – entwickelt wurden.
Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder einer kommunalen Allianz.
Weltweit stehen Kommunen vor zunehmenden Herausforderungen, etwa durch Naturkatastrophen, technische Störungen, Cyberrisiken oder geopolitische Spannungen. Um ihre Bevölkerung wirksam zu schützen, braucht es nicht nur technische Lösungen, sondern auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, kommunalen Diensten, Zivilgesellschaft und weiteren lokalen Akteuren.
Die Ausschreibung richtet sich daher an grenzüberschreitende kommunale Kooperationen, die praxisnahe und innovative Ansätze in folgenden Bereichen aufzeigen:
Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge
Schutz und Weiterentwicklung kritischer Infrastruktur
digitale Sicherheit
Krisenkommunikation
Besonders berücksichtigt werden inklusive und partizipative Ansätze, die die Bedarfe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen – insbesondere von Frauen, Kindern und weiteren vulnerablen Gruppen – einbeziehen.
Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und umfasst eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung.
Bewerbungsfrist: 31. August 2026
Im Sinne seines Ansatzes zur Förderung des internationalen kommunalen Austauschs ruft Connective Cities Kommunen und kommunale Netzwerke dazu auf, sich zu bewerben und ihre Erfahrungen einzubringen.
Weitere Informationen zur Ausschreibung und zum Bewerbungsverfahren: CAG-Bekanntmachung [pdf, 3 Seiten]
Bewerbungen oder/und Fragen sind per E-Mail zu richten an:
Hitze betrifft uns alle. Sie ist eines der weltweit am schnellsten zunehmenden und tödlichsten Klimarisiken.
Doch wir sind ihr nicht hilflos ausgeliefert. Kommunen auf der ganzen Welt entwickeln umfassende Strategien und und tauschen sich aus. Diese reichen von Hitzeschutzplänen über die Planung grüner und blauer Infrastruktur bis hin zu intelligentem Regenwassermanagement, dem Einsatz von KI und der Erstellung digitaler Zwillinge für ein risikobasiertes Krisenmanagement.
Natürlich haben sich die Kommunen auch im Rahmen von „Connective Cities“ mit diesem entscheidenden Thema auseinandergesetzt. Wir haben für Sie eine Auswahl an Beispielen aus dem „Connective Cities“-Kontext sowie zusätzliche Ressourcen zusammengestellt.
Heat in the City – Der „Connective Cities Deep Dive“-Lernprozess
Von 2023 bis 2025 haben sich sechs Kommunen zusammengeschlossen, um die Auswirkungen von Hitzewellen und Wärmeinseln zu analysieren und auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnittene Lösungen zu entwickeln.
Ausführlicher Zwischenbericht: https://www.connective-cities.net/media-center/heat-in-the-city/
Cities Leading by Example
Dieses Handbuch (in Englisch) zur risiko-informierten Planung und zur Hitzebekämpfung, der im Rahmen des „Deep Dive“-Projekts von Connective Cities entwickelt wurde, dient als praktischer Leitfaden für kommunale Akteure, Stadtplaner*innen, politische Entscheidungsträger*innen und Führungskräfte in den Kommunen, die einen risiko-informierten Ansatz verfolgen und Maßnahmen zur Anpassung an die Hitze in ihre Planungsprozesse integrieren möchten. https://www.connective-cities.net/wp-content/uploads/2025/10/cities-leading_guidebook.pdf
Mehr Klimaschutz und Lebensqualität: Grüne Korridore in der MENA-Region, um die Umgebungstemperaturen in Städten und deren Umgebung zu senken.
Eine KI-basierte Visualisierung mit Schwerpunkt auf grünen Korridoren und grünen Stadtvierteln, die darauf abzielt, verschiedene Perspektiven zur Stadtplanung aus den Bereichen Verwaltung, Politik und Wissenschaft zusammenzuführen. Hier gibt es Einblicke in den laufenden Lernprozess: https://www.connective-cities.net/en/media-center/greater-climate-protection-and-quality-of-life-green-corridors-in-the-mena-region/
Ibero-American Urban Climate Atlas
Dieses Projekt umfasst 11 Städte in Spanien und Südamerika. Die Forschung zielt darauf ab, den lokalen Kontext jeder Stadt im Hinblick auf die Auswirkungen von Wärmeinseln zu analysieren. Ziel ist es, Veränderungen der Temperaturverläufe und deren räumliche Auswirkungen innerhalb der Städte zu bewerten. (in Englisch)
Union of Ibero-American Capital Cities (UCCI) and ICLEI South America https://e-library.iclei.org/uploads/IBER_ATLAS_EN_2.pdf
Financing heat resilience Wie Regierungen Hitzeresilienz durch risikobewusste Investitionen, innovative Finanzierungsmechanismen und resiliente Infrastruktur finanzieren können. (in Englisch)
United Nations Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR), Centre for Disaster Protection, National Disaster Management Authority (India) https://www.undrr.org/publication/documents-and-publications/financing-heat-resilience
Internationale Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 96, Juli 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
„Ein Schiff im Hafen ist sicher. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut“, schrieb einmal der amerikanische Autor John A. Shedd. Gemäß diesem Motto zeigen wir in dieser Ausgabe, wie aus Plänen konkrete Handlungen werden, inklusive aller Risiken und Nebenwirkungen. Dabei setzen wir wie immer auf den Dialog zwischen Fachleuten.
Wir geben einen Einblick, wie im Rahmen einer fünftägigen Expertenmission und interkommunaler Zusammenarbeit ein 36-monatiger Fahrplan für die Umsetzung von grünem Wasserstoff und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung in Südafrika entstand. In unserem Lab im Rahmen des UCLG World Congress haben wir uns der Frage gewidmet, wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen transformieren und dabei bewusst die Herausforderungen in den Vordergrund gestellt. Ein offener dreitägiger Austausch zwischen 11 Kommunen aus sieben Ländern über Start-Up-Förderung, Innovation und berufliche Perspektiven für junge Menschen in Bremen bildet nun die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen eines neuen Lernprozesses mit dem Ziel, konkrete und zukunftweisende Maßnahmen zu entwickeln und für die Umsetzung vorzubereiten.
Gute Praktiken können inspirieren. So hat die Gemeinde Bağcılar, ein Stadtteil von Istanbul, einen digitalen Zwilling für den Katastrophenschutz in diesem Erdbebengebiet entwickelt. Inzwischen wird er auch für die Infrastrukturplanung genutzt, insbesondere im Hinblick auf Klimaresilienz, und er stellt digitale Bürgerdienste bereit.
Kommunale partnerschaftliche Zusammenarbeit für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge wird auch durch den Goerdeler Preis 2027 geehrt. Neben dem Preisgeld lockt auch eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung.
Wir wünschen inspirierende Lektüre
Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
Treiber Grüner Transformation: Connective Cities Expertenmission in Waterberg
Kommunaler Fachaustausch zu grünem Wasserstoff und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung
Vom 8. bis 12. Juni 2026 veranstaltete Connective Cities in Partnerschaft mit dem südafrikanischen Kommunalverband (SALGA) und der Bezirksverwaltung Waterberg eine internationale Expertenmission. Im Mittelpunkt standen die Unterstützung des wirtschaftlichen Wandels und der grünen Industrieentwicklung auf kommunaler Ebene.
Die Veranstaltung brachte kommunale Vertreter*innen, Wissenschaftler*innen sowie Expert*innen aus Wirtschaft und Praxis aus Südafrika zusammen, um Wissen auszutauschen und wirtschaftliche Potentiale von Grünem Wasserstoff zu ermitteln. Die Mission schloss mit einem Strategieworkshop ab, in dem die Teilnehmenden gemeinsam einen 36-monatigen Fahrplan für die regionale Entwicklung erarbeiteten.
From Challenge to Practice: Wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen umsetzen
Connective Cities Lab auf dem UCLG World Congress 2026
Im Mittelpunkt des Labs stand eine Herausforderung, die Kommunen weltweit teilen: Strategien und Entwicklungspläne liegen vor – doch ihre Umsetzung in wirksame, inklusive und nachhaltige öffentliche Dienstleistungen ist häufig komplex. Die Session setzte daher bewusst auf konkrete Umsetzungserfahrungen, Herausforderungen und gemeinsames Lernen. Diskutiert wurden unter anderem Beispiele aus der Abfallwirtschaft der Stadt Krefeld, die Kiunga Solar-Powered Desalination Initiative in Lamu County in Kenia und die Umsetzung von Infrastrukturprojekten in der Kommune Pékine in Senegal. Das Lab machte deutlich, wie internationaler kommunaler Austausch über klassische Good-Practice-Präsentationen hinausgehen kann, indem Kommunen offen über Herausforderungen sprechen und gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Gründung, Innovation, Perspektiven für junge Menschen
Internationale Kommunen tauschen sich in Bremen aus
Rund 35 Fachleute aus 11 Kommunen und sieben Ländern kamen vom 30. Juni bis 2. Juli 2026 in Bremen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen die Chancen von Start-ups und Unternehmertum für Beschäftigung, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen ähneln sich die Herausforderungen in vielen Kommunen weltweit. Junge Gründer*innen benötigen Zugang zu Beratung, Netzwerken, Finanzierung, geeigneter Infrastruktur und praxisnaher Bildung. Kommunen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Vernetzerinnen, Förderinnen und Wegbereiterinnen funktionierender lokaler Gründungsökosysteme.
Die Veranstaltung bildete den Auftakt eines neuen Connective Cities Lernprozesses.
Die Digitale Zwillingsplattform von Bağcilar, Türkei
Wie eine Gemeinde in Istanbul Bürgerdienste mit datengestütztem urbanen Risikomanagement verbindet
Bağcılar ist einer der am dichtesten besiedelten Stadtbezirke Istanbuls mit rund 710.000 Einwohnern, gelegen an der Küste des Marmara-Meeres auf einer Fläche von rund 22 Quadratkilometern. Als Gemeinde in einer Region mit hohem Erdbebenrisiko steht Bağcılar vor der dringlichen Aufgabe, für den Krisenfall Vorkehrungen zu treffen, die seine Bevölkerung und urbane Systeme schützen. Mithilfe einer ‚Digital Urban Twin Platform‘ zielt die Kommunalverwaltung auf die Befähigung, Lagen in Not- und Katastrophenfällen schneller einzuschätzen und Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes zu verbessern. Darüber hinaus ermöglicht das fortwährende digitale Monitoring des Gebäudezustandes bspw. die Identifizierung von Hitzeinseln und unterstützt die effiziente Planung von Photovoltaikanlagen.
Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen, kommunale Gleichstellungspolitik und der Beginn eines neuen Governance-Zyklus
Vom 22. bis 25. Juni 2026 fand in Tanger (Marokko) der Weltkongress des Weltverbandes der Kommunen „United Cities and Local Governments“ (UCLG) statt. Unter dem Motto „A New Generation of Universal Local Public Services“ trafen sich über 3.000 Delegierte aus der ganzen Welt. Neben den fachlichen Diskussionen in zahlreichen Barcamps und Nebenveranstaltungen sowie den vielen Vernetzungsmöglichkeiten markierte der Kongress auch den Beginn eines neuen Governance-Zyklus der internationalen kommunalen Bewegung. Ein weiterer Meilenstein war die erste UCLG Women’s Assembly, die Bürgermeisterinnen, Gouverneurinnen und weitere kommunale Entscheidungsträgerinnen aus aller Welt zusammenbrachte. Im Mittelpunkt standen der Austausch über kommunale Gleichstellungspolitik, die Stärkung von Frauen in politischen Führungspositionen sowie die Weiterentwicklung der Feminist Municipal Movement innerhalb von UCLG.
Resiliente Kommunen: Kommunale Partnerschaften für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge
Connective Cities unterstützt erneut die Ausschreibung des Kommunalpolitischen Preises 2027 des Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftungsfonds (CAG), der nach dem Übergang in die Leipzigstiftung unter diesem Namen firmiert. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen der kommunalen Verwaltung und Politik ausgezeichnet. Gesucht werden innovative und übertragbare Gute Praktiken zum Therma „Resiliente Kommunen“, die im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit – insbesondere auch international – entwickelt wurden. Die Ausschreibung richtet sich daher an grenzüberschreitende kommunale Kooperationen. Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder einer kommunalen Allianz. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und umfasst eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung. Bewerbungsfrist ist der 31. August 2026.
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Bağcılar ist einer der am dichtesten besiedelten Stadtbezirke Istanbuls mit rund 710.000 Einwohnern, gelegen an der Küste des Marmara-Meeres auf einer Fläche von rund 22 Quadratkilometern. Als Gemeinde in einer Region mit hohem Erdbebenrisiko steht Bağcılar vor der dringlichen Aufgabe, für den Krisenfall Vorkehrungen zu treffen, die seine Bevölkerung und urbane Systeme schützen. Dafür hat die Stadtverwaltung seit den 2000er Jahren die digitale Transformation vorangetrieben und eine umfassende Bestandaufnahme der bestehenden Gebäudestrukturen durchgeführt – Informationen die als Daten in ein digitales 3D Abbild der Gemeinde eingeflossen sind.
Mithilfe dieser ‚Digital Urban Twin Platform‘ zielt die Kommunalverwaltung auf die Befähigung, Lagen in Not- und Katastrophenfällen schneller einzuschätzen. So können über die digitale Simulation von Risikoszenarien – wie etwa Sturmfluten in Folge von Erdbeben – Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes verbessert-, sowie notwendige Anpassungen urbaner Systeme vorgenommen werden. Darüber hinaus ermöglicht das fortwährende digitale Monitoring des Zustands des Gebäudebestands zielgerichtete Vor-Ort-Kontrollen hinsichtlich der Bauvorschriften und steigert so die Verwaltungseffizienz. Bürger*innen können in einer App über die Buchung einer Reihe von Serviceleistungen von der Plattform Gebrauch machen.
Zentrales Kriterium für die Anwendbarkeit der Plattform ist laut Cüneyt Yilmaz, Leiter des IT Departments von Bağcılar, dabei die Schaffung einer nachhaltigen Datengrundlage.
Die Dokumentation beschreibt detailliert den Entstehungsprozess, Aktivitäten und zukünftige Anwendungsfelder der sich fortwährend entwickelnden digitalen Zwillingsplattform.
Vom 22. bis 25. Juni 2026 fand in Tanger (Marokko) der Weltkongress des Weltverbands der Kommunen „United Cities and Local Governments“ (UCLG) statt. Unter dem Motto „A New Generation of Universal Local Public Services“ trafen sich über 3.000 Delegierte aus der ganzen Welt.
Der Verband vereint nationale Kommunalverbände sowie über 1.000 Kommunen als direkte Mitglieder aus sieben Weltregionen: Afrika, der asiatisch-pazifische Raum, Europa, Eurasien, der Nahe Osten und Westasien sowie Lateinamerika und Nordamerika. Damit repräsentiert UCLG etwa fünf Milliarden Menschen oder 70 Prozent der Weltbevölkerung.
Der UCLG Weltkongress wird alle drei Jahre zusammengerufen. Neben den fachlichen Diskussionen in zahlreichen Barcamps und Nebenveranstaltungen sowie den vielen Vernetzungsmöglichkeiten markierte der Kongress auch den Beginn eines neuen Governance-Zyklus der internationalen kommunalen Bewegung. Das Präsidium, das aus einem Präsidenten und sechs Co-Präsidenten besteht, die jeweils eine Region vertreten, wurde neu gewählt. Die Delegierten wählten Uğur İbrahim Altay, den Oberbürgermeister von Konya in der Türkei, zum neuen Präsidenten von UCLG für die Amtszeit 2026–2029.
Andreas Wolter, Stadtrat aus Köln, vertritt die deutsche Seite zu Menschenrechtsfragen | Foto: Connective Cities
Zudem wurden die UCLG-Gremien, darunter der World Council und das Executive Bureau, erneuert. Als deutsche Delegierte für das World Council wurden Dr. Ursula Sautter, Bürgermeisterin aus Bonn, Jörk Cardeneo, Stadtrat aus Düsseldorf und Andreas Wolter, Stadtrat aus Köln benannt. Die Wahlen spiegeln den Anspruch von UCLG wieder, eine ausgewogene regionale Repräsentation und gemeinsame politische Führung der weltweiten kommunalen Bewegung sicherzustellen.
Ein weiterer Meilenstein war die erste UCLG Women’s Assembly, die Bürgermeisterinnen, Gouverneurinnen und weitere kommunale Entscheidungsträgerinnen aus aller Welt zusammenbrachte. Im Mittelpunkt standen der Austausch über kommunale Gleichstellungspolitik, die Stärkung von Frauen in politischen Führungspositionen sowie die Weiterentwicklung der Feminist Municipal Movement innerhalb von UCLG. Damit unterstrich der Kongress die Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit als festen Bestandteil einer zukunftsfähigen kommunalen Governance und der Bereitstellung inklusiver öffentlicher Dienstleistungen. Bürgermeisterin Dr. Ursula Sautter brachte den Vorschlag einer gendergerechten Doppelspitze für die nächste Mandatsperiode ein, der innerhalb der UCLG Women’s Assembly begeistert aufgenommen wurde.
UCLG Women Assembly | Foto: Connective Cities
Mit dem „Tangier Outcome Document – A New Generation of Universal Local Public Services“ bekräftigten die Delegierten außerdem die zentrale Rolle lokaler und regionaler Regierungen bei der Bereitstellung inklusiver, zugänglicher und resilienter öffentlicher Dienstleistungen. Themen wie bezahlbares Wohnen, Klimaresilienz, digitale Transformation, soziale Inklusion und internationale kommunale Zusammenarbeit standen dabei im Fokus.
Connective Cities nahm an der Generalversammlung des Weltverbandes United Cities and Local Governments (UCLG) vom 22. bis 25. Juni in Tanger Marokko teil. Der UCLG World Congress 2026 stand unter dem Leitthema „A New Generation of Universal Local Public Services“ und brachte über 3000 lokale und regionale Entscheidungsträger*innen, kommunale Praktiker*innen, Städtenetzwerke und Entwicklungspartner aus aller Welt zusammen.
„From Challenge to Practice: How Municipalities Turn Local Plans into Public Services“ lautete der Titel der eineinhalbstündigen Session, die von Connective Cities gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag im Rahmen des Local4Action Tracks organisierte.
Von der Planung zur Umsetzung
Im Mittelpunkt des Labs stand eine Herausforderung, die Kommunen weltweit teilen: Strategien und Entwicklungspläne liegen vor – doch ihre Umsetzung in wirksame, inklusive und nachhaltige öffentliche Dienstleistungen ist häufig komplex. Die Session setzte daher bewusst nicht nur auf Erfolgsgeschichten, sondern auf konkrete Umsetzungserfahrungen, Herausforderungen und gemeinsames Lernen.
Gabi Schock von der Stadt Krefeld eröffnete den fachlichen Austausch mit einem Einblick in die kommunale Abfallwirtschaft und zeigte, wie Bürgerbeteiligung zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor bei der Planung und Umsetzung kommunaler Dienstleistungen werden kann. Am Beispiel des Krefelder Abfallwirtschaftskonzepts erläuterte sie, wie Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft bereits frühzeitig in strategische Entscheidungsprozesse eingebunden wurden. Dabei wurde deutlich, dass Partizipation nicht nur die Akzeptanz neuer Maßnahmen erhöht, sondern auch dazu beiträgt, lokales Wissen systematisch in Planungsprozesse einzubringen, Zielkonflikte frühzeitig sichtbar zu machen und langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Erfahrungen aus Krefeld verdeutlichten, dass erfolgreiche kommunale Dienstleistungen auf transparenten Entscheidungsprozessen, kontinuierlicher Kommunikation und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern aufbauen.
Anschließend stellte H.E. Governor Issa Timamy aus Lamu County (Kenia) die Kiunga Solar-Powered Desalination Initiative vor. Ausgangspunkt war die Herausforderung, die Bevölkerung einer abgelegenen Grenzregion dauerhaft mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Durch den Einsatz solarbetriebener Meerwasserentsalzung konnte nicht nur der Zugang zu einer verlässlichen Wasserversorgung geschaffen werden, sondern gleichzeitig auch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert und die Resilienz gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels gestärkt werden. Der Governor machte deutlich, dass der Erfolg des Projekts auf einer engen Zusammenarbeit zwischen County Government, lokalen Gemeinden und Entwicklungspartnern beruhte. Das Beispiel zeigte eindrucksvoll, wie integrierte kommunale Planung mehrere Entwicklungsziele gleichzeitig adressieren kann – von der Verbesserung grundlegender öffentlicher Dienstleistungen über Gesundheitsvorsorge bis hin zur Förderung des sozialen Friedens und wirtschaftlicher Entwicklung. Für dieses Projekt hat Lamu County außerdem den UCLG- Friedenspreis in Höhe von 20.000 € gewonnen.
Das Fazit lautete: Erfolgreiche kommunale Dienstleistungserbringung entsteht dort, wo technische Lösungen mit guter Governance, aktiver Beteiligung und starken lokalen Partnerschaften verbunden werden.
Peer-to-Peer Consultation: Gemeinsam Lösungen entwickeln
Im zweiten Teil des Labs wechselte der Fokus von Inputs zu aktiver Beratung.
Einführung in die Methodik der Peer-to-Peer Consultation | Foto: Connective Cities
Ein Vertreter der Kommune Pékine in Senegal brachte eine konkrete Herausforderung aus der kommunalen Praxis ein: Komplexe Beschaffungsverfahren, lange administrative Prozesse und Personalwechsel erschweren die Umsetzung von Infrastrukturprojekten und verzögern die Bereitstellung kommunaler Dienstleistungen.
Die Teilnehmenden analysierten die Herausforderung gemeinsam im Rahmen einer moderierten Peer-to-Peer Consultation (kollegiale Beratung) und entwickelten praxisnahe Lösungsvorschläge. Diskutiert wurden unter anderem:
besseres Wissensmanagement zur Sicherung institutioneller Erfahrung,
klarere Beschaffungsfahrpläne und Prozessübersichten,
stärkere Koordination zwischen kommunalen Abteilungen,
eindeutige Zuständigkeiten und Verantwortungsmechanismen,
Mindeststandards für Auftragnehmer und Dienstleister,
sowie eine frühzeitige Analyse politischer und institutioneller Rahmenbedingungen.
Die Diskussion zeigte, dass Kommunen trotz unterschiedlicher regionaler Kontexte häufig vor ähnlichen Umsetzungsproblemen stehen. Genau hier setzt der Connective Cities Ansatz an: Durch strukturierten kommunalen Austausch entstehen praktische Ideen, die an lokale Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt werden können.
Das Lab machte deutlich, wie internationaler kommunaler Austausch über klassische Good-Practice-Präsentationen hinausgehen kann. Indem Kommunen offen über Herausforderungen sprechen und gemeinsam an Lösungen arbeiten, wird Peer Learning zu einem konkreten Instrument für bessere lokale öffentliche Dienstleistungen.
Das Team von Connective Cities und Beteiligte des Lab | Foto: Connective Cities
Wie können Kommunen junge Menschen dabei unterstützen, erfolgreich Unternehmen zu gründen und damit zugleich lokale Entwicklung voranbringen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die internationale Connective Cities Dialogveranstaltung „Gründung und Innovation: Arbeitsmarktchancen und Perspektiven für junge Menschen“, die vom 30. Juni bis 2. Juli 2026 in Bremen stattfand. Rund 35 Fachleute aus 11 Kommunen und sieben Ländern kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln.
Im Mittelpunkt standen die Chancen von Start-ups und Unternehmertum für Beschäftigung, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Deutlich wurde dabei: Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen ähneln sich die Herausforderungen in vielen Kommunen weltweit. Junge Gründerinnen und Gründer benötigen Zugang zu Beratung, Netzwerken, Finanzierung, geeigneter Infrastruktur und praxisnaher Bildung. Kommunen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Vernetzerinnen, Förderinnen und Wegbereiterinnen funktionierender lokaler Gründungsökosysteme.
Empfang der Teilnehmenden im Bremer Rathaus | Foto: Connective Cities
Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in erfolgreiche kommunale Ansätze aus Deutschland, Namibia, Nordmazedonien, Ruanda, Sambia, Serbien und Südafrika. Vorgestellt wurden unter anderem Gründerzentren, One-Stop-Shops für Beratungsleistungen, digitale Plattformen, Mentoring-Angebote sowie Programme zur Förderung von Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte und jungen Menschen in ländlichen Regionen. Besonders beeindruckend war die Vielfalt der Lösungen, die jeweils auf die lokalen Herausforderungen zugeschnitten sind.
„Wir nutzen Storytelling und erzählen die Geschichten der Start-ups, so dass andere sehen: Das könnten auch meine Geschichte sein.“ (Oliver Götz, Gründungswerft e.V.)
Ein Beispiel aus dem Globalen Süden kam aus Windhoek in Namibia. Dort unterstützt das Bokamoso Entrepreneurial Centre junge Unternehmen mit günstiger Infrastruktur und Trainingsangeboten beim Eintritt in nationale und internationale Märkte. Inzwischen begleitet das Zentrum erfolgreich Unternehmen aus Bereichen wie Handwerk, Kreativwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Es fördert zudem gezielt Unternehmenskonzepte für Ressourceneffizienz und Recycling, die die Kreislaufwirtschaft in Windhoek stärken.
Aus Deutschland stellte Bremen sein eng vernetztes Start-up-Ökosystem vor, das Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammenführt. Mit dem Starthaus Bremen & Bremerhaven verfügt die Stadt über eine zentrale Anlaufstelle, die Gründungsinteressierte bei Beratung, Vernetzung, Finanzierung und Förderung unterstützt. Zudem setzt Bremen auf eine frühe Sensibilisierung junger Menschen für Unternehmertum durch Kooperationen mit Schulen und Hochschulen.
Projektvorstellung aus Choma, Sambia | Foto: Connective Cities
Die Verbindung von Bildung und Unternehmertum war ein zentrales Thema der Veranstaltung. Professor Dr. Jörg Freiling von der Universität Bremen betonte, dass junge Menschen heute Kompetenzen wie Kreativität, Eigeninitiative, Problemlösungskompetenz und unternehmerisches Denken benötigen, um in einer zunehmend komplexen Welt erfolgreich zu sein. Universitäten, Schulen und Unternehmen müssten deshalb enger zusammenarbeiten und junge Menschen frühzeitig mit realen Herausforderungen und Innovationsprozessen in Kontakt bringen.
„Ich sage oft zu den Studierenden: Ihr seid die Innovator*innen in unserer Gesellschaft.“ Professor Dr. Jörg Freiling, Universität Bremen
In den Arbeitsgruppen und Peer-to-Peer-Beratungen wurden während der Dialogveranstaltung zahlreiche konkrete Lösungsansätze entwickelt. Diskutiert wurden unter anderem die stärkere Verzahnung von Bildung und Wirtschaft, neue Trainings- und Mentoringformate, mobile Beratungsangebote für abgelegene Regionen sowie Möglichkeiten, bürokratische Hürden für Gründerinnen und Gründer zu reduzieren.
Vorstellung der Gruppenarbeit | Foto: Connective Cities
Die Vertreterinnen und Vertreter aus München brachten etwa Ideen ein, wie Gründer*innen mit Migrationsgeschichte besser unterstützt werden können. Dazu gehören mehrsprachige Informationen, Mentoring-Angebote zur Unterstützung im „Bürokratiedschungel“ sowie eine engere Zusammenarbeit mit Welcome Centern und anderen Beratungsstellen.
Aus eThekwini, Südafrika kam eine weitere viel beachtete Lösungsidee für abgelegene und ländliche Regionen. Die Teilnehmenden diskutierten sogenannte mobile Hubs – Fahrzeuge, die regelmäßig Beratung, Trainings, digitale Infrastruktur und Informationen zu Förderangeboten direkt in schwer erreichbare Gemeinden bringen. So können auch junge Menschen außerhalb größerer Städte Zugang zu wichtigen Unterstützungsangeboten erhalten.
„Wir müssen junge Menschen dazu ermutigen, nicht nur ihren eigenen Lebensunterhalt zu sichern, sondern auch Arbeitsplätze für ihre lokalen Gemeinschaften zu schaffen.“ Dumisani Nhlengethwa, eThekwini Municipality, Südafrika
Ergänzt wurde das Fachprogramm der Dialogveranstaltung durch Exkursionen in die Bremer und Bremerhavener Start-up-Landschaft. Besuche beim Starthaus Bremen & Bremerhaven, der hoi startup factory sowie weiteren lokalen Initiativen zeigten anschaulich, wie ein eng vernetztes Innovationsökosystem Gründerinnen und Gründer auf ihrem Weg unterstützen kann.
Die Veranstaltung bildete den Auftakt eines neuen Connective Cities Lernprozesses. Weitere Online-Formate, Fachaustausche und eine Online-Abschlussveranstaltung werden die Zusammenarbeit der Kommunen in den kommenden Monaten fortsetzen. Das große Interesse und die intensive Diskussion machten deutlich, dass die Förderung von Unternehmertum junger Menschen weltweit als wichtiger Schlüssel für nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung verstanden wird.
„Diese Veranstaltung hat mich in die Vogelperspektive gebracht. Es ist oft schwer, das Wichtige zu sehen, wenn man zu sehr in die Projekte involviert ist.“ Era Bektashi, Neumarkt i. d. Oberpfalz
Wir freuen uns, Sie zu unserer bevorstehenden virtuellen Insight Session zum Thema ‚naturbasierte Lösungen für urbane Resilienz‘ einzuladen, die am 15. Juli 2026 von 13:00 bis 14:30 Uhr MEZ stattfinden wird.
Städte in Subsahara-Afrika, Deutschland und anderen Regionen setzen verstärkt auf naturbasierte Lösungen, um Überschwemmungen, Klimarisiken, den Verlust der Artenvielfalt und die damit verbundenen Herausforderungen der Stadtentwicklung zu bewältigen. Die Integration dieser Ansätze in die kommunale Planung, Verwaltung und Umsetzung bleibt jedoch eine komplexe Aufgabe.
Diese Insight Session vereint Forschungs-, Politik- und kommunale Netzwerkperspektiven, um praktische Ansätze für die Planung, Integration und Umsetzung naturbasierter Lösungen vorzustellen.
Dafür laden wir folgende Gesprächspartner*innen ein:
Andreas Wolter, Präsident von Climate Alliance Präsentation: Von lokalen Maßnahmen zu kollektiver Wirkung: Wie kommunale Netzwerke Klimaresilienz stärken
Andreas Wolter wird das Netzwerk der Climate Alliance vorstellen und dessen Rolle bei der Unterstützung von Kommunen zur Stärkung lokaler Klimaschutzmaßnahmen beleuchten. Sein Vortrag wird wichtige Einblicke darin geben, wie Städtenetzwerke voneinander lernen, Wissensaustausch, Interessenvertretung und Zusammenarbeit fördern und gleichzeitig Kommunen dabei helfen können, Klimaverpflichtungen in praktische Maßnahmen umzusetzen – etwa naturbasierte Lösungen zur Stärkung kommunaler Resilienz.
McKenna Davis, Senior Fellow und Koordinator für naturbasierte Lösungen am Ecologic Institut, Berlin Präsentation: Integration naturbasierter Lösungen in den Mainstream: Erkenntnisse und praktische Beispiele aus dem Urban Governance Atlas
McKenna Davis wird Einblicke und praktische Beispiele aus dem Urban Governance Atlas und dem Projekt Climate Adaptation Naturally geben und aufzeigen, wie naturbasierte Lösungen in die kommunale Politik und Planung integriert werden können.
Dr. Kirk B. Neu, Forscherin in den Bereichen Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung und städtische Resilienz Präsentation:Evidenzbasierte Erkenntnisse zur Planung naturbasierter Lösungen für die Hochwasserresilienz in Städten Subsahara-Afrikas
Ausgehend von Forschungsergebnissen aus Ghana und der gesamten Subsahara-Region wird Kirk Enu darlegen, wie Kommunen Forschungsergebnisse nutzen können, um naturbasierte Lösungen für eine inklusive Hochwasserresilienz zu planen und umzusetzen.
Die Veranstaltung bietet den Teilnehmern folgende Inhalte:
praktische Beispiele für naturbasierte Lösungen zur Stärkung der Resilienz städtischer Hochwassergebiete;
Einblicke in die für die Umsetzung erforderlichen Rahmenbedingungen für Governance, Politik und Planung;
Erkenntnisse aus der Kompatibilität von Forschungsergebnissen mit kommunalen Entscheidungsprozessen;
Perspektiven zur Rolle kommunaler Netzwerke bei der Förderung von Klimaschutzmaßnahmen; und
eine Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Praktikern und Experten aus verschiedenen Städten und Regionen.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, eine französische Übersetzung wird angeboten.
Wir laden kommunale Praktiker*innen, Stadtplaner*innen, Expert*innen für Klima und Resilienz, Forscher*innen, Entwicklungspartner*innen und andere interessierte Mitglieder des Connective Cities Netzwerks herzlich zur Teilnahme ein.
Wir freuen uns darauf, Sie zu der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf wenden Sie sich gerne an: moses.munuve@giz.de
Am 8. Juli 2026 veranstaltete Connective Cities eine Online-Veranstaltung, um Möglichkeiten zum Pflanzen urbaner Wälder unter schwierigen klimatischen Bedingungen zu erörtern. Solche Versuche sind in trockenen Regionen mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen bekanntermaßen schwierig, da die knappen Wasserressourcen zwischen Bevölkerung, lokalen Unternehmen, Landwirtschaft und Industrie aufgeteilt werden müssen. Das Pflanzen und Bewässern von Stadtbäumen wird unter diesen Umständen häufig als zweitrangig betrachtet, was aufgrund fehlender finanzieller Mittel und mangelnder Pflege oft zum Scheitern von Aufforstungsprojekten in Städten führt. An der Veranstaltung nahmen 34 Teilnehmende aus 13 Ländern teil, die ein breites Spektrum an Kommunen aus Afrika und dem Nahen Osten repräsentierten.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Miyawaki-Methode zur Anpflanzung von Miniwäldern weltweit zu einer herausragenden Erfolgsgeschichte entwickelt. Bei dieser vom japanischen Botaniker Akira Miyawaki entwickelten Technik wird ein kleiner, dichter Wald aus einheimischen Bäumen und Pflanzen angelegt. Die besonders dichte Pflanzung einer Vielfalt an heimischen Pflanzen beschleunigt das Wachstum von Flora und Fauna, sodass die Miniwälder bereits nach etwa fünf Jahren vollständig autark sein können. Die Wälder verbessern die Luftqualität, reduzieren die Hitze und tragen zur Wiederherstellung der Artenvielfalt bei. Dadurch stabilisieren sie Ökosysteme und wirken der Umweltzerstörung infolge der Klimakrise entgegen. Eine Videoübersicht zur Miyawaki-Methode finden Sie hier.
Stefan Scharfe, Sprecher von Miya-Forest, einer in Eberswalde ansässigen NGO für Aufforstung, Umweltbildung und Forschung, erläuterte den Erfolg der Miyawaki-Methode unter anderem daran, dass das Pflanzen von Bäumen in der Regel breite Akzeptanz bei verschiedenen Akteuren wie Stadtbevölkerung, Wohnungsbaugesellschaften und Kommunalverwaltungen findet. Der partizipative Ansatz der Anpflanzung urbaner Miniwälder müsse jedoch durch eine kleine Gruppe engagierter Akteure unterstützt werden, die sich mit dem Projekt identifizieren. Insbesondere eine gründliche Bodenanalyse kann die Wahrscheinlichkeit, dass die Miniwälder nach einer anfänglichen, intensiven Phase der Bewässerung und Pflege selbstständig wachsen, deutlich erhöhen.
Aus dem Kontext des stark urbanisierten und biologisch degradierten Amman, der Hauptstadt Jordaniens, kommend, nahm Deema Assaf, vom ökologischen Forschungsstudio TAYYŪN, als zweite Referentin an der Insight Session teil und vermittelte den Teilnehmenden wertvolle praktische Einblicke aus der MENA-Region. Frau Assaf erläuterte die aufwendige Arbeit mit Paläobotanikern zur Sammlung von Belegen für einheimische Arten der Region, die sich als evolutionär widerstandsfähig gegenüber den lokalen Klimabedingungen erwiesen haben. Die Samen dieser mit dem Boden vertrauten Pflanzen bilden die Grundlage für ein vielschichtiges Ökosystem mit Baumkronen, Unterholz, Sträuchern und Bodendeckern. Im Laufe seines Wachstums lockt der Wald Insekten, Pilze und Vögel an. Auch essbare Pflanzen können integriert werden, wodurch Miniwälder zu (urbanen) Gärten werden.
Die Insight Session lieferte den Teilnehmenden neue Inspiration für ihre eigenen Projektentwicklungen im Rahmen der laufenden Lernprozesse von Connective Cities zu den Themen „Natur als zentraler Bestandteil kommunaler Resilienz“ und „Grüne Korridore in der Stadt und ihrer Umgebung“. Das Potenzial der Miyawaki-Methode, durch verschiedene Ökosystemleistungen schnell und nachhaltig positive Effekte zu erzielen und sich an die lokalen Gegebenheiten anzupassen, macht urbane Miniwälder zu einer greifbaren und sinnvollen Maßnahme angesichts der sich verschärfenden Klimakrise. Forstwirtschaftliche Vorbereitungen – wie die Generierung von Bodendaten und Setzlingen – sowie institutionelle Unterstützung, gesicherte Finanzierung und die kontinuierliche Pflege des Pflanzprojekts sind jedoch entscheidend für das Gedeihen der Miniwälder.
Connective Cities bietet das Netzwerk für zukünftiges Engagement zu diesem Thema und freut sich darauf, Fachwissen unter Stadtplanern auszutauschen.