Connective Cities unterstützt erneut die Ausschreibung des Kommunalpolitischen Preises 2027 des Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftungsfonds (CAG), der nach dem Übergang in die Leipzigstiftung unter diesem Namen firmiert. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen der kommunalen Verwaltung und Politik ausgezeichnet.
Im Jahr 2027 steht der Preis unter dem Thema „Resiliente Kommunen: Kommunale Partnerschaften für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge“. Gesucht werden innovative und übertragbare Gute Praktiken, die im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit – insbesondere auch international – entwickelt wurden.
Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder einer kommunalen Allianz.
Weltweit stehen Kommunen vor zunehmenden Herausforderungen, etwa durch Naturkatastrophen, technische Störungen, Cyberrisiken oder geopolitische Spannungen. Um ihre Bevölkerung wirksam zu schützen, braucht es nicht nur technische Lösungen, sondern auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, kommunalen Diensten, Zivilgesellschaft und weiteren lokalen Akteuren.
Die Ausschreibung richtet sich daher an grenzüberschreitende kommunale Kooperationen, die praxisnahe und innovative Ansätze in folgenden Bereichen aufzeigen:
Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge
Schutz und Weiterentwicklung kritischer Infrastruktur
digitale Sicherheit
Krisenkommunikation
Besonders berücksichtigt werden inklusive und partizipative Ansätze, die die Bedarfe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen – insbesondere von Frauen, Kindern und weiteren vulnerablen Gruppen – einbeziehen.
Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und umfasst eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung.
Bewerbungsfrist: 31. August 2026
Im Sinne seines Ansatzes zur Förderung des internationalen kommunalen Austauschs ruft Connective Cities Kommunen und kommunale Netzwerke dazu auf, sich zu bewerben und ihre Erfahrungen einzubringen.
Weitere Informationen zur Ausschreibung und zum Bewerbungsverfahren: CAG-Bekanntmachung [pdf, 3 Seiten]
Bewerbungen oder/und Fragen sind per E-Mail zu richten an:
Hitze betrifft uns alle. Sie ist eines der weltweit am schnellsten zunehmenden und tödlichsten Klimarisiken.
Doch wir sind ihr nicht hilflos ausgeliefert. Kommunen auf der ganzen Welt entwickeln umfassende Strategien und und tauschen sich aus. Diese reichen von Hitzeschutzplänen über die Planung grüner und blauer Infrastruktur bis hin zu intelligentem Regenwassermanagement, dem Einsatz von KI und der Erstellung digitaler Zwillinge für ein risikobasiertes Krisenmanagement.
Natürlich haben sich die Kommunen auch im Rahmen von „Connective Cities“ mit diesem entscheidenden Thema auseinandergesetzt. Wir haben für Sie eine Auswahl an Beispielen aus dem „Connective Cities“-Kontext sowie zusätzliche Ressourcen zusammengestellt.
Heat in the City – Der „Connective Cities Deep Dive“-Lernprozess
Von 2023 bis 2025 haben sich sechs Kommunen zusammengeschlossen, um die Auswirkungen von Hitzewellen und Wärmeinseln zu analysieren und auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnittene Lösungen zu entwickeln.
Ausführlicher Zwischenbericht: https://www.connective-cities.net/media-center/heat-in-the-city/
Cities Leading by Example
Dieses Handbuch (in Englisch) zur risiko-informierten Planung und zur Hitzebekämpfung, der im Rahmen des „Deep Dive“-Projekts von Connective Cities entwickelt wurde, dient als praktischer Leitfaden für kommunale Akteure, Stadtplaner*innen, politische Entscheidungsträger*innen und Führungskräfte in den Kommunen, die einen risiko-informierten Ansatz verfolgen und Maßnahmen zur Anpassung an die Hitze in ihre Planungsprozesse integrieren möchten. https://www.connective-cities.net/wp-content/uploads/2025/10/cities-leading_guidebook.pdf
Mehr Klimaschutz und Lebensqualität: Grüne Korridore in der MENA-Region, um die Umgebungstemperaturen in Städten und deren Umgebung zu senken.
Eine KI-basierte Visualisierung mit Schwerpunkt auf grünen Korridoren und grünen Stadtvierteln, die darauf abzielt, verschiedene Perspektiven zur Stadtplanung aus den Bereichen Verwaltung, Politik und Wissenschaft zusammenzuführen. Hier gibt es Einblicke in den laufenden Lernprozess: https://www.connective-cities.net/en/media-center/greater-climate-protection-and-quality-of-life-green-corridors-in-the-mena-region/
Ibero-American Urban Climate Atlas
Dieses Projekt umfasst 11 Städte in Spanien und Südamerika. Die Forschung zielt darauf ab, den lokalen Kontext jeder Stadt im Hinblick auf die Auswirkungen von Wärmeinseln zu analysieren. Ziel ist es, Veränderungen der Temperaturverläufe und deren räumliche Auswirkungen innerhalb der Städte zu bewerten. (in Englisch)
Union of Ibero-American Capital Cities (UCCI) and ICLEI South America https://e-library.iclei.org/uploads/IBER_ATLAS_EN_2.pdf
Financing heat resilience Wie Regierungen Hitzeresilienz durch risikobewusste Investitionen, innovative Finanzierungsmechanismen und resiliente Infrastruktur finanzieren können. (in Englisch)
United Nations Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR), Centre for Disaster Protection, National Disaster Management Authority (India) https://www.undrr.org/publication/documents-and-publications/financing-heat-resilience
Internationale Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 96, Juli 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
„Ein Schiff im Hafen ist sicher. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut“, schrieb einmal der amerikanische Autor John A. Shedd. Gemäß diesem Motto zeigen wir in dieser Ausgabe, wie aus Plänen konkrete Handlungen werden, inklusive aller Risiken und Nebenwirkungen. Dabei setzen wir wie immer auf den Dialog zwischen Fachleuten.
Wir geben einen Einblick, wie im Rahmen einer fünftägigen Expertenmission und interkommunaler Zusammenarbeit ein 36-monatiger Fahrplan für die Umsetzung von grünem Wasserstoff und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung in Südafrika entstand. In unserem Lab im Rahmen des UCLG World Congress haben wir uns der Frage gewidmet, wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen transformieren und dabei bewusst die Herausforderungen in den Vordergrund gestellt. Ein offener dreitägiger Austausch zwischen 11 Kommunen aus sieben Ländern über Start-Up-Förderung, Innovation und berufliche Perspektiven für junge Menschen in Bremen bildet nun die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen eines neuen Lernprozesses mit dem Ziel, konkrete und zukunftweisende Maßnahmen zu entwickeln und für die Umsetzung vorzubereiten.
Gute Praktiken können inspirieren. So hat die Gemeinde Bağcılar, ein Stadtteil von Istanbul, einen digitalen Zwilling für den Katastrophenschutz in diesem Erdbebengebiet entwickelt. Inzwischen wird er auch für die Infrastrukturplanung genutzt, insbesondere im Hinblick auf Klimaresilienz, und er stellt digitale Bürgerdienste bereit.
Kommunale partnerschaftliche Zusammenarbeit für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge wird auch durch den Goerdeler Preis 2027 geehrt. Neben dem Preisgeld lockt auch eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung.
Wir wünschen inspirierende Lektüre
Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
Treiber Grüner Transformation: Connective Cities Expertenmission in Waterberg
Kommunaler Fachaustausch zu grünem Wasserstoff und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung
Vom 8. bis 12. Juni 2026 veranstaltete Connective Cities in Partnerschaft mit dem südafrikanischen Kommunalverband (SALGA) und der Bezirksverwaltung Waterberg eine internationale Expertenmission. Im Mittelpunkt standen die Unterstützung des wirtschaftlichen Wandels und der grünen Industrieentwicklung auf kommunaler Ebene.
Die Veranstaltung brachte kommunale Vertreter*innen, Wissenschaftler*innen sowie Expert*innen aus Wirtschaft und Praxis aus Südafrika zusammen, um Wissen auszutauschen und wirtschaftliche Potentiale von Grünem Wasserstoff zu ermitteln. Die Mission schloss mit einem Strategieworkshop ab, in dem die Teilnehmenden gemeinsam einen 36-monatigen Fahrplan für die regionale Entwicklung erarbeiteten.
From Challenge to Practice: Wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen umsetzen
Connective Cities Lab auf dem UCLG World Congress 2026
Im Mittelpunkt des Labs stand eine Herausforderung, die Kommunen weltweit teilen: Strategien und Entwicklungspläne liegen vor – doch ihre Umsetzung in wirksame, inklusive und nachhaltige öffentliche Dienstleistungen ist häufig komplex. Die Session setzte daher bewusst auf konkrete Umsetzungserfahrungen, Herausforderungen und gemeinsames Lernen. Diskutiert wurden unter anderem Beispiele aus der Abfallwirtschaft der Stadt Krefeld, die Kiunga Solar-Powered Desalination Initiative in Lamu County in Kenia und die Umsetzung von Infrastrukturprojekten in der Kommune Pékine in Senegal. Das Lab machte deutlich, wie internationaler kommunaler Austausch über klassische Good-Practice-Präsentationen hinausgehen kann, indem Kommunen offen über Herausforderungen sprechen und gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Gründung, Innovation, Perspektiven für junge Menschen
Internationale Kommunen tauschen sich in Bremen aus
Rund 35 Fachleute aus 11 Kommunen und sieben Ländern kamen vom 30. Juni bis 2. Juli 2026 in Bremen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen die Chancen von Start-ups und Unternehmertum für Beschäftigung, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen ähneln sich die Herausforderungen in vielen Kommunen weltweit. Junge Gründer*innen benötigen Zugang zu Beratung, Netzwerken, Finanzierung, geeigneter Infrastruktur und praxisnaher Bildung. Kommunen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Vernetzerinnen, Förderinnen und Wegbereiterinnen funktionierender lokaler Gründungsökosysteme.
Die Veranstaltung bildete den Auftakt eines neuen Connective Cities Lernprozesses.
Die Digitale Zwillingsplattform von Bağcilar, Türkei
Wie eine Gemeinde in Istanbul Bürgerdienste mit datengestütztem urbanen Risikomanagement verbindet
Bağcılar ist einer der am dichtesten besiedelten Stadtbezirke Istanbuls mit rund 710.000 Einwohnern, gelegen an der Küste des Marmara-Meeres auf einer Fläche von rund 22 Quadratkilometern. Als Gemeinde in einer Region mit hohem Erdbebenrisiko steht Bağcılar vor der dringlichen Aufgabe, für den Krisenfall Vorkehrungen zu treffen, die seine Bevölkerung und urbane Systeme schützen. Mithilfe einer ‚Digital Urban Twin Platform‘ zielt die Kommunalverwaltung auf die Befähigung, Lagen in Not- und Katastrophenfällen schneller einzuschätzen und Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes zu verbessern. Darüber hinaus ermöglicht das fortwährende digitale Monitoring des Gebäudezustandes bspw. die Identifizierung von Hitzeinseln und unterstützt die effiziente Planung von Photovoltaikanlagen.
Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen, kommunale Gleichstellungspolitik und der Beginn eines neuen Governance-Zyklus
Vom 22. bis 25. Juni 2026 fand in Tanger (Marokko) der Weltkongress des Weltverbandes der Kommunen „United Cities and Local Governments“ (UCLG) statt. Unter dem Motto „A New Generation of Universal Local Public Services“ trafen sich über 3.000 Delegierte aus der ganzen Welt. Neben den fachlichen Diskussionen in zahlreichen Barcamps und Nebenveranstaltungen sowie den vielen Vernetzungsmöglichkeiten markierte der Kongress auch den Beginn eines neuen Governance-Zyklus der internationalen kommunalen Bewegung. Ein weiterer Meilenstein war die erste UCLG Women’s Assembly, die Bürgermeisterinnen, Gouverneurinnen und weitere kommunale Entscheidungsträgerinnen aus aller Welt zusammenbrachte. Im Mittelpunkt standen der Austausch über kommunale Gleichstellungspolitik, die Stärkung von Frauen in politischen Führungspositionen sowie die Weiterentwicklung der Feminist Municipal Movement innerhalb von UCLG.
Resiliente Kommunen: Kommunale Partnerschaften für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge
Connective Cities unterstützt erneut die Ausschreibung des Kommunalpolitischen Preises 2027 des Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftungsfonds (CAG), der nach dem Übergang in die Leipzigstiftung unter diesem Namen firmiert. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen der kommunalen Verwaltung und Politik ausgezeichnet. Gesucht werden innovative und übertragbare Gute Praktiken zum Therma „Resiliente Kommunen“, die im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit – insbesondere auch international – entwickelt wurden. Die Ausschreibung richtet sich daher an grenzüberschreitende kommunale Kooperationen. Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder einer kommunalen Allianz. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und umfasst eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung. Bewerbungsfrist ist der 31. August 2026.
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Bağcılar ist einer der am dichtesten besiedelten Stadtbezirke Istanbuls mit rund 710.000 Einwohnern, gelegen an der Küste des Marmara-Meeres auf einer Fläche von rund 22 Quadratkilometern. Als Gemeinde in einer Region mit hohem Erdbebenrisiko steht Bağcılar vor der dringlichen Aufgabe, für den Krisenfall Vorkehrungen zu treffen, die seine Bevölkerung und urbane Systeme schützen. Dafür hat die Stadtverwaltung seit den 2000er Jahren die digitale Transformation vorangetrieben und eine umfassende Bestandaufnahme der bestehenden Gebäudestrukturen durchgeführt – Informationen die als Daten in ein digitales 3D Abbild der Gemeinde eingeflossen sind.
Mithilfe dieser ‚Digital Urban Twin Platform‘ zielt die Kommunalverwaltung auf die Befähigung, Lagen in Not- und Katastrophenfällen schneller einzuschätzen. So können über die digitale Simulation von Risikoszenarien – wie etwa Sturmfluten in Folge von Erdbeben – Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes verbessert-, sowie notwendige Anpassungen urbaner Systeme vorgenommen werden. Darüber hinaus ermöglicht das fortwährende digitale Monitoring des Zustands des Gebäudebestands zielgerichtete Vor-Ort-Kontrollen hinsichtlich der Bauvorschriften und steigert so die Verwaltungseffizienz. Bürger*innen können in einer App über die Buchung einer Reihe von Serviceleistungen von der Plattform Gebrauch machen.
Zentrales Kriterium für die Anwendbarkeit der Plattform ist laut Cüneyt Yilmaz, Leiter des IT Departments von Bağcılar, dabei die Schaffung einer nachhaltigen Datengrundlage.
Die Dokumentation beschreibt detailliert den Entstehungsprozess, Aktivitäten und zukünftige Anwendungsfelder der sich fortwährend entwickelnden digitalen Zwillingsplattform.
Connective Cities nahm an der Generalversammlung des Weltverbandes United Cities and Local Governments (UCLG) vom 22. bis 25. Juni in Tanger Marokko teil. Der UCLG World Congress 2026 stand unter dem Leitthema „A New Generation of Universal Local Public Services“ und brachte über 3000 lokale und regionale Entscheidungsträger*innen, kommunale Praktiker*innen, Städtenetzwerke und Entwicklungspartner aus aller Welt zusammen.
„From Challenge to Practice: How Municipalities Turn Local Plans into Public Services“ lautete der Titel der eineinhalbstündigen Session, die von Connective Cities gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag im Rahmen des Local4Action Tracks organisierte.
Von der Planung zur Umsetzung
Im Mittelpunkt des Labs stand eine Herausforderung, die Kommunen weltweit teilen: Strategien und Entwicklungspläne liegen vor – doch ihre Umsetzung in wirksame, inklusive und nachhaltige öffentliche Dienstleistungen ist häufig komplex. Die Session setzte daher bewusst nicht nur auf Erfolgsgeschichten, sondern auf konkrete Umsetzungserfahrungen, Herausforderungen und gemeinsames Lernen.
Gabi Schock von der Stadt Krefeld eröffnete den fachlichen Austausch mit einem Einblick in die kommunale Abfallwirtschaft und zeigte, wie Bürgerbeteiligung zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor bei der Planung und Umsetzung kommunaler Dienstleistungen werden kann. Am Beispiel des Krefelder Abfallwirtschaftskonzepts erläuterte sie, wie Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft bereits frühzeitig in strategische Entscheidungsprozesse eingebunden wurden. Dabei wurde deutlich, dass Partizipation nicht nur die Akzeptanz neuer Maßnahmen erhöht, sondern auch dazu beiträgt, lokales Wissen systematisch in Planungsprozesse einzubringen, Zielkonflikte frühzeitig sichtbar zu machen und langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Erfahrungen aus Krefeld verdeutlichten, dass erfolgreiche kommunale Dienstleistungen auf transparenten Entscheidungsprozessen, kontinuierlicher Kommunikation und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern aufbauen.
Anschließend stellte H.E. Governor Issa Timamy aus Lamu County (Kenia) die Kiunga Solar-Powered Desalination Initiative vor. Ausgangspunkt war die Herausforderung, die Bevölkerung einer abgelegenen Grenzregion dauerhaft mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Durch den Einsatz solarbetriebener Meerwasserentsalzung konnte nicht nur der Zugang zu einer verlässlichen Wasserversorgung geschaffen werden, sondern gleichzeitig auch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert und die Resilienz gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels gestärkt werden. Der Governor machte deutlich, dass der Erfolg des Projekts auf einer engen Zusammenarbeit zwischen County Government, lokalen Gemeinden und Entwicklungspartnern beruhte. Das Beispiel zeigte eindrucksvoll, wie integrierte kommunale Planung mehrere Entwicklungsziele gleichzeitig adressieren kann – von der Verbesserung grundlegender öffentlicher Dienstleistungen über Gesundheitsvorsorge bis hin zur Förderung des sozialen Friedens und wirtschaftlicher Entwicklung. Für dieses Projekt hat Lamu County außerdem den UCLG- Friedenspreis in Höhe von 20.000 € gewonnen.
Das Fazit lautete: Erfolgreiche kommunale Dienstleistungserbringung entsteht dort, wo technische Lösungen mit guter Governance, aktiver Beteiligung und starken lokalen Partnerschaften verbunden werden.
Peer-to-Peer Consultation: Gemeinsam Lösungen entwickeln
Im zweiten Teil des Labs wechselte der Fokus von Inputs zu aktiver Beratung.
Einführung in die Methodik der Peer-to-Peer Consultation | Foto: Connective Cities
Ein Vertreter der Kommune Pékine in Senegal brachte eine konkrete Herausforderung aus der kommunalen Praxis ein: Komplexe Beschaffungsverfahren, lange administrative Prozesse und Personalwechsel erschweren die Umsetzung von Infrastrukturprojekten und verzögern die Bereitstellung kommunaler Dienstleistungen.
Die Teilnehmenden analysierten die Herausforderung gemeinsam im Rahmen einer moderierten Peer-to-Peer Consultation (kollegiale Beratung) und entwickelten praxisnahe Lösungsvorschläge. Diskutiert wurden unter anderem:
besseres Wissensmanagement zur Sicherung institutioneller Erfahrung,
klarere Beschaffungsfahrpläne und Prozessübersichten,
stärkere Koordination zwischen kommunalen Abteilungen,
eindeutige Zuständigkeiten und Verantwortungsmechanismen,
Mindeststandards für Auftragnehmer und Dienstleister,
sowie eine frühzeitige Analyse politischer und institutioneller Rahmenbedingungen.
Die Diskussion zeigte, dass Kommunen trotz unterschiedlicher regionaler Kontexte häufig vor ähnlichen Umsetzungsproblemen stehen. Genau hier setzt der Connective Cities Ansatz an: Durch strukturierten kommunalen Austausch entstehen praktische Ideen, die an lokale Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt werden können.
Das Lab machte deutlich, wie internationaler kommunaler Austausch über klassische Good-Practice-Präsentationen hinausgehen kann. Indem Kommunen offen über Herausforderungen sprechen und gemeinsam an Lösungen arbeiten, wird Peer Learning zu einem konkreten Instrument für bessere lokale öffentliche Dienstleistungen.
Das Team von Connective Cities und Beteiligte des Lab | Foto: Connective Cities
Wie gelingt es Kommunen, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen? Dieser Frage widmet sich das Connective Cities Lab „From Challenge to Practice: How Municipalities Turn Local Plans into Public Services“, das gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag organisiert wird.
Kommunen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Umsetzung lokaler Entwicklungspläne. Im Lab teilen internationale Kommunen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Welche Hürden mussten überwunden werden? Welche Lösungsansätze haben sich bewährt? Und was lässt sich auf andere Kontexte übertragen?
Im Anschluss an kurze Praxisinputs diskutieren die Teilnehmenden in einem moderierten Peer-to-Peer-Austausch gemeinsam Lösungsansätze für eine wirksame kommunale Leistungserbringung.
Ziele des Labs
Erfahrungsaustausch zu Herausforderungen der kommunalen Leistungserbringung
Austausch von praxisnahen Lösungsansätzen
Förderung internationaler Vernetzung und Peer-Learning
Wir freuen uns auf den Austausch mit kommunalen Praktiker*innen, Fachleuten und Partnerorganisationen aus aller Welt.
Teilnahme: Das Lab findet ausschließlich in Präsenz im Rahmen des UCLG World Congress 2026 statt. Die Teilnahme ist für alle Interessierten möglich; Voraussetzung ist eine Registrierung über das offizielle Anmeldesystem des Kongresses: https://registration.uclgcongresstangier2026.com/
Extreme Wetterereignisse, insbesondere Starkregen, nehmen zu und stellen unsere Städte vor nie dagewesene Herausforderungen. Starkregenereignisse – extreme Niederschläge innerhalb kürzester Zeit – können überall auftreten, selbst fernab von Gewässern. Sie können lokale Hochwasser oder gar Sturzfluten auslösen. Die Folgen sind gravierend: Gefahren für Menschen, Schäden an Infrastruktur und Vegetation sowie langfristige Belastungen für das städtische Leben.
Dieses Diskussionspapier des Deutschen Städtetages möchte Impulse geben und die Debatte darüber anregen, wie Städte ihre klima- und risikobezogene Resilienz weiter stärken können. Im Fokus steht ein ganzheitliches Starkregenmanagement, das über technische Lösungen und Einzelprojekte hinausgeht. Es verbindet Vorsorge, Schutz, Anpassung und Krisenbewältigung zu einem integrierten Ansatz.
Das Papier formuliert klare Erwartungen der Städte an Bund und Länder, um das Starkregenmanagement als gesamtstaatliche Aufgabe auf eine solide Basis zu stellen. Praxisbeispiele verdeutlichen, was Städte bereits heute leisten und zeigen: Starkregenmanagement ist längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern ein zentraler Baustein klimaresilienter Stadtentwicklung. Mit diesem Diskussionspapier möchte der Deutsche Städtetag den Austausch von Perspektiven und Erfahrungen fördern. Es gilt, gemeinsam Wege zu erkunden, wie urbane Räume sicherer, anpassungsfähiger und lebenswerter gestaltet werden können.
Internationale Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 95, Juni 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
Wasser ist nicht nur eine Quelle von Entwicklung, sondern wird auch zunehmend zur strategischen Ressource. Sinkende Grundwasserspiegel, häufigere und länger anhaltende Hitzeperioden und Dürren sowie Starkregenereignisse stellen Kommunen vor große Herausforderungen. Dabei können vergleichsweise moderate Investitionen in naturbasierte und technologische Lösungen helfen, den lokalen Wasserhaushalt auszugleichen, Menschenleben zu schonen und weit teurere potenzielle Schäden an der urbanen Infrastruktur zu verhindern.
16 Fachleute aus sechs Ländern haben sich daher in unserem zweijährigen Deep Dive zu Wasserresilienz auf den Weg gemacht, lokal angepasste innovative Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen zu entwickeln und umzusetzen. Wir ziehen eine erste Zwischenbilanz nach einem dreitägigen Präsenztreffen in Wuppertal.
Können KI-Visualisierungen helfen, Wohnraumprojekte transparent für alle Beteiligten zu gestalten oder bergen sie eher die Gefahr, komplexe Planungsrealitäten zu stark zu vereinfachen? In diesem Spannungsfeld ergab sich eine aufschlussreiche Diskussion während einer von Connective Cities und dem Deutschen Städtetag organisierten Fachkonferenz während des World Urban Forum 13 in Baku, Aserbaidschan, dokumentiert in unserem Rückblick.
Die kenianische Stadt Kisumu zeigt konkret, wie sich öffentlicher Raum lebenswerter gestalten lässt: fußgängerfreundlich, natur-basiert und durch die Förderung von E-Mobilität auch klimaschützend – ein inspirierendes Praxisbeispiel, dass auch in Kisumu als Pilotprojekt für weitere Stadtraumverbesserung gilt.
Und natürlich möchten wir sie auch zu unseren kommenden Veranstaltungen einladen: Auf dem UCLG World Congress 2026 am 25. Juni in Tanger, Marokko, diskutieren wir anhand konkreter Beispiele, wie es Kommunen gelingt, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen.
Nachhaltigkeitsstrategien stehen auch im Fokus unserer nächsten Dialogveranstaltung vom 20. bis 22. Oktober 2026 in Berlin – hier im Kontext der Umsetzung von Sportgroßveranstaltungen. Herzlich eingeladen sind kommunale Fachleute, insbesondere aus den Bereichen Veranstaltungsmanagement, Sport und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).
Wir wünschen inspirierende Lektüre und freuen uns auf Ihre Teilnahme! Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
Connective Cities beim World Urban Forum 13 in Baku
KI-gestützte Visualisierung für bezahlbaren Wohnraum und informelle Siedlungsentwicklung
Auf dem 13. World Urban Forum (WUF) in Baku veranstaltete der Deutsche Städtetag gemeinsam mit Connective Cities eine interaktive Akademie-Session zu der Frage, wie KI-gestützte Visualisierungstool Stadtplanner*innen helfen können, Herausforderungen im Wohnungswesen, die Aufwertung informeller Siedlungen und die Quartiersentwicklung konkreter und zugänglicher zu diskutieren. Die KI-Visualisierungen erwiesen sich zum einen als sehr nützlich, um unter anderem im Dialog mit der Bevölkerung Entscheidungsfindungen transparent zu gestalten. Sie bergen aber auch zugleich die Gefahr, komplexe Planungsrealitäten zu vereinfachen oder Lösungen zu suggerieren, bevor zentrale Fragen geklärt sind. In diesem Spannungsfeld ergab sich eine aufschlussreiche Diskussion, die auch über die WUF13 hinaus weiter fortgeführt werden könnte.
Die fußgängerfreundliche Umgestaltung eines Geschäftsviertels
Kisumu lebenswerter gestalten: Im Stadtzentrum bilden die drei Hauptstraßen – Oginga Odinga, Ang’awa Avenue und Jomo Kenyatta Avenue – ein Dreieck um einen Sport- und Parkbereich. Diese Straßen werden täglich von über 2.200 Fußgängern genutzt. Die Neugestaltung des sogenannten „Walkable Triangle“ zu einem fußgängerfreundlicheren Raum hat ihn sicherer, angenehmer und zugänglicher gemacht, während der bestehende Baumbestand erhalten und integriert wurde. Darüber hinaus fördert die Stadt die E-Mobilität im öffentlichen Nahverkehr durch die Einführung eines Batteriewechselsystems für Motorradtaxis, sogenannte „Boda-Bodas“, und dreirädrige Taxis, sogenannte „Tuk-Tuks“.
Wasserresilienz – Kommunen wappnen sich gegen Trockenheit und Starkregen
Einblicke und Zwischenfazit der Connective Cities Deep Dive Veranstaltung
Die eigenen Herausforderungen zur Wasserresilienz hinterfragen, von den Erfahrungen auf anderen Kontinenten lernen und Mut zur Umsetzung innovativer Ideen entwickeln – all das waren die Zutaten des ersten persönlichen Treffens im Rahmen des Deep Dive von Connective Cities, vom 5. bis 7. Mai 2026 in Wuppertal. Insgesamt 16 Fachleute aus den deutschen Kommunen Dresden, Wunstorf und Wuppertal sowie aus Akkaraipattu (Sri Lanka), Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Natitingou (Benin) und Niš (Serbien) arbeiten seit Anfang 2026 über etwa zwei Jahre gemeinsam daran, innovative Ansätze und deren Umsetzungsmöglichkeiten zu analysieren. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren sie lokal angepasste Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen. Das Treffen in Wuppertal ist ein erster Zwischenschritt.
Von der Herausforderung zur Praxis – Wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen umsetzen
Local4Action Track – Lab im Rahmen des UCLG World Congress 2026 in Tanger, Marokko,am 25. Juni 2026 von 12:00 bis 13:30 Uhr Ortszeit (UTC+1)
Wie gelingt es Kommunen, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen? Dieser Frage widmet sich das Connective Cities Lab im Rahmen des UCLG World Congress 2026, das gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag organisiert wird. Kommunen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Umsetzung lokaler Entwicklungspläne. Im Lab teilen internationale Kommunen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Welche Hürden mussten überwunden werden? Welche Lösungsansätze haben sich bewährt? Und was lässt sich auf andere Kontexte übertragen?
Teilnahmeaufruf – Global Green Sports: Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien für Sportgroßveranstaltungen
Einladung für kommunale Fachleute zur Dialogveranstaltung vom 20. bis 22. Oktober 2026 in Berlin
Wie lassen sich Nachhaltigkeitsstrategien für große Sportveranstaltungen politisch verankern? Wie werden diese Strategien in Stadtverwaltungen und im Veranstaltungsmanagement umgesetzt? Wie kann die Öffentlichkeit eingebunden und über nachhaltige Entwicklung während großer Sportveranstaltungen infomiert werden? Die von Connective Cities gemeinsam mit der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Senatsverwaltung für Inneres und Sport (SIUS) Berlin organisierte Veranstaltung lädt Städte aus aller Welt ein, Erfahrungen auszutauschen, gute Praktiken vorzustellen und gemeinsam innovative Lösungen für nachhaltige Sportveranstaltungen zu entwickeln.
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Mit einer Dialogveranstaltung in Tirana (16.–18. Juni 2026) startet der neue regionale Lernprozess für Südosteuropa und den Südkaukasus. Im Mittelpunkt steht das Thema: „Planung für kommunale Resilienz – Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung“
Die Veranstaltung bringt Fachleute aus Kommunen sowie aus kommunalen Unternehmen aus neun Ländern zusammen: Albanien, Armenien, Georgien, Deutschland, Kosovo, Montenegro, Serbien, Türkei und Ukraine. Bereits im Vorfeld stieß der Lernprozess auf großes Interesse seitens kommunaler Verwaltungen und Betriebe, was den hohen Handlungsdruck und die Relevanz des Themas in der Region unterstreicht.
Vertreten sind Kommunen unterschiedlicher Größe und Struktur sowie verschiedene Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge. Dazu zählen unter anderem Kommunen wie Gjirokastër, Roskovec und Mat in Albanien, Gavar und Noyemberyan in Armenien, Poti und Gori in Georgien, Drenas im Kosovo, Cetinje in Montenegro, Priboj und Kraljevo in Serbien, İznik in der Türkei sowie Dnipro, Drohobytsch und in der Ukraine. Aus Deutschland beteiligen sich unter anderem kommunale Akteure aus der Stadt Leipzig sowie aus den Stadtentwässerungsbetrieben Köln.
Diese Vielfalt ermöglicht einen besonders praxisnahen Austausch zu unterschiedlichen Rahmenbedingungen, institutionellen Strukturen und Herausforderungen der Kommunalentwicklung.
Ausgangspunkt: Wachsende Risiken für kritische Infrastrukturen
Kommunen stehen zunehmend vor komplexen Herausforderungen: Klimabedingte Extremereignisse, Urbanisierungsdruck sowie technologische und hybride Bedrohungen erhöhen die Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen wie Energie-, Wasser-, Verkehrs- oder IT-Systeme.
Gleichzeitig fehlt es häufig an strukturierten Möglichkeiten, vorhandene Erfahrungen und Lösungsansätze systematisch auszutauschen und weiterzuentwickeln. Der Lernprozess setzt genau hier an und verbindet kommunale Praxis mit einem strukturierten, anwendungsorientierten Austausch.
Dialogveranstaltung in Tirana: Vom Austausch zur gemeinsamen Priorisierung
Die Auftaktveranstaltung bildet den Einstieg in den mehrstufigen Lernprozess und legt die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Ziel ist es, bestehende Analysen zu Risiken und Verwundbarkeiten zu vertiefen und vergleichbar zu machen sowie erste gemeinsame Handlungsschwerpunkte zu definieren.
Im Fokus stehen dabei:
der Austausch zu bestehenden Risiko- und Vulnerabilitätsanalysen in den Kommunen
der Vergleich unterschiedlicher Ansätze im Peer-to-Peer-Format
die Identifikation zentraler Schwachstellen in kritischen Infrastrukturen
die Festlegung prioritärer Handlungsfelder und erster konkreter Schritte
Darüber hinaus werden verbleibende Datenlücken sichtbar gemacht und Ansätze entwickelt, wie diese im weiteren Verlauf des Lernprozesses geschlossen werden können.
Ein strukturierter Lernprozess mit Umsetzungsfokus
Die Dialogveranstaltung ist der erste Baustein eines insgesamt einjährigen Lernprozesses. Dieser kombiniert Präsenzformate mit virtuellen Austauschformaten und verfolgt das Ziel, von der Analyse zur konkreten Umsetzung zu kommen.
Der methodische Rahmen basiert auf einem integrierten Ansatz der risiko-informierten Kommunalentwicklung, bei dem Risikoanalysen systematisch in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Mit Tirana wurde bewusst ein Standort gewählt, der exemplarisch für dynamische Transformationsprozesse in der Region steht. Die Stadt bietet einen geeigneten Rahmen, um Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich Resilienz und kritische Infrastrukturen praxisnah zu diskutieren und voneinander zu lernen.
Wasser wird für immer mehr Kommunen weltweit zu einer zentralen Herausforderung. Einerseits sind sie verstärkt Hitzewellen und Trockenheit ausgesetzt, andererseits führen Starkregen und Hochwasser häufiger zu Überschwemmungen. All dies gefährdet weltweit die Gesundheit der Bevölkerung und zerstört oder beschädigt nicht nur privates Eigentum, sondern auch kommunale Infrastrukturen. Der globale Wasserbedarf könnte bis 2030 die verfügbaren Mengen deutlich übersteigen. Wasser wird somit zu einer strategischen Ressource. Es ist also dringend Zeit, dass Kommunen ihre Wasserresilienz stärken.
Die eigenen Herausforderungen zur Wasserresilienz hinterfragen, von den Erfahrungen auf anderen Kontinenten lernen und Mut zur Umsetzung innovativer Ideen entwickeln – all das waren die Zutaten des ersten persönlichen Treffens im Rahmen des Deep Dive von Connective Cities, vom 5. bis 7. Mai 2026 in Wuppertal. Bereits im März 2026 hatte sich die Gruppe zu einem virtuellen Auftakt getroffen. Insgesamt 16 Fachleute aus den deutschen Kommunen Dresden, Wunstorf und Wuppertal sowie aus Akkaraipattu (Sri Lanka), Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Natitingou (Benin) und Niš (Serbien) arbeiten seit Anfang 2026 über etwa zwei Jahre gemeinsam daran, innovative Ansätze wie Schwammstadtkonzepte, blaue Korridore und integrierte blau-grün-rote Infrastrukturen und deren Umsetzungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu analysieren. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren sie lokal angepasste Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen.
Die Dokumentation beschreibt Praxisbeispiele aus Wuppertal und Leipzig, skizziert die anvisierten Pilotprojekte der sechs Kommunen und resümiert die zentralen „Key Take-aways“ des bisherigen Prozesses.