Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung

Kommunen und Regionen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland sind eingeladen, am regionalen Lernprozess „Planung für urbane Resilienz“ teilzunehmen und gemeinsam Ansätze zum Schutz kritischer Infrastrukturen und zur Stärkung urbaner Resilienz weiterzuentwickeln.

Kommunen stehen zunehmend vor komplexen Risiken: klimabedingte Extremereignisse, technische Störungen, wachsende Abhängigkeiten zwischen Infrastruktursystemen sowie neue sicherheitspolitische Herausforderungen gefährden die Funktionsfähigkeit urbaner Räume. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – Energie, Wasser, Verkehr, Kommunikation und Gesundheit – ist damit zu einer zentralen Aufgabe moderner kommunaler Governance geworden.

Der Lernprozess bringt Kommunen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland zusammen, um praxisnahes Wissen auszutauschen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und lokale Kapazitäten für risikoinformierte Entwicklung zu stärken. Im Fokus stehen integrierte Planung, Multi-Risiko-Governance und die Entwicklung umsetzbarer Projektansätze zum Schutz und zur Stärkung kritischer Infrastrukturen.

An wen richtet sich der Teilnahmeaufruf?

  • Fach- und Führungskräfte aus Kommunalverwaltungen, kommunalen Unternehmen und regionalen Behörden
  • Mitarbeitende aus Planung, Infrastruktur, Katastrophenvorsorge und kommunalem Management
  • Städte, Gemeinden, Landkreise und Regionen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland

 

Zeitplan und Format

  • Virtuelles Kick-off-Meeting: Ende April 2026
  • Erster Präsensworkshop (3 Tage): Anfang Juni
  • Dauer: ca. 1 Jahr
  • Formate: Präsenzworkshops, digitale Austauschmodule und kurze Expert*innenmissionen („Peer Visits“)

 

Der Lernprozess ist in drei Phasen gegliedert:

  1. Risiko- und Vulnerabilitätsanalyse,
  2. integrierte Planung und Lösungsentwicklung sowie
  3. Umsetzungsreife und Finanzierung.

 

Thematische Schwerpunkte liegen u. a. auf urbanen Systemen und Infrastrukturresilienz, integrierter Risikogovernance sowie Daten-, Frühwarn- und Kontinuitätsmanagement. Der strukturierte Prozess fördert kollegiale Beratung und technische Zusammenarbeit zwischen Kommunen in Europa und den Partnerregionen.

Teilnahme und Kontakt

Die Teilnahmekosten (Unterbringung und Verpflegung) werden übernommen. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Interessenbekundung bis: 28. Februar 2026
Zur Bewerbung: https://community.connective-cities.net/en/form/connective-cities-see-learning-p

Weitere Informationen: Teilnahmeaufruf [pdf, 3 Seiten ]

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Paulina Koschmieder – paulina.koschmieder@giz.de
Jimmy Yoedsel – jimmy.yoedsel@giz.de

Natur im Zentrum kommunaler Resilienz

Connective Cities – Internationale Städteplattform für nachhaltige Entwicklung lädt kommunale und regionale Gebietskörperschaften aus Subsahara-Afrika und Deutschland ein, an einem neuen internationalen Lernprozess zum Thema naturbasierte Lösungen (NbS) teilzunehmen.

Lokale und regionale Behörden stehen zunehmend an vorderster Front bei der Bewältigung von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltdegradation. Zunehmende Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen sowie Flächenversiegelung setzen urbane Infrastrukturen und Governance-Systeme unter wachsenden Druck. Vor diesem Hintergrund bieten naturbasierte Lösungen einen kosteneffizienten Ansatz mit vielfältigem Mehrwert, um die Klimaanpassung zu stärken und zugleich Minderungsko-Benefits wie Kohlenstoffbindung, Regenwassermanagement sowie urbane Kühl- und Heizregulierung zu erzielen.

 Über den Lernprozess

Der einjährige Lernprozess bringt kommunale Praktikerinnen, technische Expertinnen und politische Entscheidungsträger*innen in drei Präsenzworkshops sowie über eine kontinuierliche virtuelle Zusammenarbeit zusammen. Die Teilnehmenden durchlaufen dabei alle Phasen von der Problemidentifikation über die gemeinsame Entwicklung von Lösungsansätzen bis hin zur Umsetzungs- und Finanzierungsreife. Der Prozess wird durch Peer-Learning, fachlichen Austausch und gezieltes Coaching begleitet.

Ziele des Lernprozesses sind:

  • Stärkung kommunaler und regionaler Kapazitäten zur Planung und Umsetzung naturbasierter Lösungen
  • Förderung strukturierter Peer-to-Peer-Lernprozesse zwischen Kommunen aus Subsahara-Afrika und Deutschland
  • Gemeinsame Entwicklung umsetzungsnaher NbS-Projektkonzepte, die für Pilotierung, Finanzierung oder Integration in Planungsprozesse geeignet sind
  • Erarbeitung und Verbreitung von Wissensprodukten zur Replikation und Skalierung

 

Thematische Schwerpunkte

Die Zusammenarbeit erfolgt in nachfrageorientierten thematischen Arbeitsgruppen, darunter:

  1. Natur & urbane Ökosysteme – Stadtbegrünung, Biodiversität, Entsiegelung, urbane Wälder, Hitzereduktion
  2. Wasser & Schwammstadt-Ansätze – Hochwassermanagement, Fluss- und Feuchtgebietsrenaturierung, Regenwassermanagement
  3. Begrünung kommunaler Infrastruktur – Integration grüner und grauer Infrastruktur, ökologische Korridore, klimaangepasste Mobilitäts- und Energiesysteme

 

 Zeitplan

  • Februar 2026: Virtueller Kick-off und Insight-Session zu naturbasierten Lösungen
  • ziwschen 14. und 23. April 2026 (max. drei Tage): Erster Präsenzworkshop
  • Juni 2026: Zweiter Präsenzworkshop
  • Oktober 2026: Abschließende Veranstaltung und Konsolidierungsphase

 

Teilnahmeberechtigung

Der Aufruf richtet sich an:

  • Kommunale und regionale Gebietskörperschaften aus Subsahara-Afrika
  • Deutsche Kommunen und Landkreise

Es wird empfohlen, mit zwei Fachpersonen pro Kommune teilzunehmen. Eine Einbindung von Partnern aus Ministerien, Zivilgesellschaft oder Privatwirtschaft ist möglich.

 Bewerbung

Interessierte Gebietskörperschaften werden gebeten, eine Interessenbekundung (Expression of Interest) über die Connective Cities Community-Plattform einzureichen:

Zum Bewerbungsformular:
https://community.connective-cities.net/en/form/connective-cities-ssa-learning-p

Bewerbungsfrist: 07. Februar 2026

Kontakt

Grüne Korridore in der City und auf dem Land

Kickoff Event: 7.-9. April 2026  in Ägypten

Kommunen in Deutschland und in Nordafrika und im Nahen Osten stehen vor ähnlichen Herausforderungen angesichts des Klimawandels. Sie sind gefordert allgemeine Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zum Klimaschutz in konkrete lokale Maßnahmen umsetzen. Eine Möglichkeit ist die Entwicklung von grünen Korridoren – z.B. als begrünten Gehwegen in Stadtzentren oder als grüne Korridore im Umland und neuen Quartieren. Diese ermöglichen verbesserte Frischluftzufuhr, Aufenthaltsqualität und ein effizienteres Wassermanagement. Die grünen Korridore können zudem für Naherholung und den Hitzeschutz in Kommunen genutzt werden.

Vor diesem Hintergrund bietet Connective Cities Fachleute aus Kommunalverwaltungen in Deutschland, Nordafrika und dem Nahen Osten die Möglichkeit im Rahmen eines einjährigen Lernprozesses konkrete Lösungsmaßnahmen für den eigenen Kontext zu entwickeln und sich gegenseitig auszutauschen.

Der strukturierte Lernprozess wird sich mit drei Schwerpunkten beschäftigen:

  1. Grüne Korridore als Frischluftschneisen zwischen Stadt und Umland
  2. Grüne Wege in Städten und alten Stadtzentren
  3. Grüne Neubau- und Bestands-Quartiere

 

Die Methodik

Der Lernprozess verfolgt einen modularen Ansatz mit folgenden Zielen:

  1. Unterstützung der teilnehmenden Kommunen bei der Ausarbeitung von Lösungsmaßnahmen durch Peer-Learning und maßgeschneiderte technische Beratung, um Lösungen zu grünen Korridoren voranzubringen.
  2. Kompetenzentwicklung der Teilnehmer, um organisatorische Veränderungen, Verbesserung von Verfahren und Methoden besser in der eigenen Kommune umsetzten zu können.
  3. Unterstützung der teilnehmenden Kommunen bei der methodischen Vorgehensweise und der Entwicklung von finanzierbaren Lösungsmaßnahmen.

Im Rahmen des Lernprozesses werden bewährte Verfahren für grüne Korridore und klimafreundliche Stadtplanung vorgestellt. Die teilnehmenden Kommunen werden sich im Peer-Learning-Prozess mit anderen austauschen, um konkrete Lösungen für ihre individuellen Kontexte zu entwickeln. Diese Lösungen können organisatorische Veränderungen zur Verbesserung von Verfahren, Methoden und Datenverfügbarkeit bewirken als auch konkrete Umsetzung von Pilotmaßnahmen.

Unter Anwendung eines ko-kreativen Ansatzes werden die Teilnehmer in einen strukturierten kreativen Problemlösungsprozess eingebunden. Dazu gehören

  1. die Beobachtung und das Verständnis der laufenden kommunalen Praktiken, um Herausforderungen und Lücken zu identifizieren;
  2. die Ideenfindung und Ausarbeitung von konkreten Lösungsansätzen und
  3. die Erprobung der Lösungen mit einer Gruppe von Interessierten, darunter Bürger und Experten, um Feedback zu erhalten.

 

Dauer

Der Lernprozess erstreckt sich über einen Zeitraum von einem Jahr und beginnt mit einem Auftakt-Workshop im April 2026 in Ägypten. Insgesamt werden zwei deutsche und ca. 10 Kommunen aus der MENA-Region an dem Lernprozess teilnehmen.

Teilnahme und Kontakt

Gesucht werden Fachleute aus Kommunalverwaltungen in Deutschland, Nordafrika und dem Nahen Osten (Landkreisämtern, Stadtverwaltungen, kommunalen Unternehmen etc.), die ein Projekt oder eine Idee für einen Lösungsansatz für grüne Korridore in den Lernprozess einbringen können. Idealweise bewerben sich zwei Fachleute aus einer Kommune und den Veränderungsprozess nachhaltig in der Verwaltung verankern zu können. Die Teilnahmekosten (Unterbringung und Verpflegung) werden übernommen. Die Konferenzsprache ist Englisch und Französisch.

Wenn Sie Interesse am Lernprozess haben, bewerben Sie sich bitte unter Angabe Ihrer Kommune, Position und dem Projekt/der Herausforderung im Bereich grüne Korridore über diesen Link: Lernprozess MENA Grüne Korridore 2026/2027 | Connective Cities Network bis zum 1. Februar 2026.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an jelena.karamatijevic@giz.de

Weitere Infos über Connective Cities Lernprozesse

Wasserresilienz – Kommunen stärken sich gegen Trockenheit und Starkregen

Kommunen stehen wegen des Klimawandels und Bodenversiegelung vor Herausforderungen durch häufigere Dürre, starke Regenfälle und Überschwemmungen. Die Wasserversorgung, der Erhalt von Grünflächen und der Schutz vor Schäden können durch naturbasierte und bauliche Maßnahmen sichergestellt werden. Beispiele dafür sind etwa das „Schwammstadt“-Prinzip und Retentionsbecken. In Deutschland und im Globalen Süden werden aktuell innovative Lösungen gefördert und schnell erprobt. Daher bietet Connective Cities zu diesem aktuellen und hochrelevanten Thema einen vertieften Lernprozess an.

Connective Cities startet einen Teilnahmeaufruf für seinen neuen Deep Dive. Er beginnt Anfang 2026 und läuft bis 2027, unter Vorbehalt der weiteren Finanzierung der Maßnahme. Der Deep Dive ist ein neues Format von Connective Cities, der internationalen Städteplattform für nachhaltige Stadtentwicklung. Bis zu fünf Kommunen aus dem Globalen Süden und drei deutsche Kommunen werden zusammengebracht, um gemeinsam lokal angepasste Lösungen für eine aktuelle Herausforderung zu entwickeln.

Um am Deep Dive teilzunehmen, senden Sie uns bitte Ihre ausgefüllte Interessenbekundung bis zum 5. Januar 2026 zu.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Weitere Informationen:

Teilnahmeaufruf [pdf, 242 kb]

Expression of Interest [doc, 476 kb]

Konferenzsprache ist Englisch.

Kontakt

Wenn Sie Fragen zum Connective Cities Deep Dive und Ihrer Teilnahme haben, können Sie sich gerne an uns wenden:

Sibylle Loyeau
E-Mail: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Telefon: +49 (0)228-20717-2587

Verbesserung der lokalen Regierungsführung für Klimaschutzmaßnahmen in der MENA-Region

Die lokale Verwaltung spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Klimaschutzmaßnahmen in der MENA-Region. Städte und Gemeinden stehen dort zunehmend an vorderster Front, wenn es darum geht, auf klimabedingte Herausforderungen wie Wasserknappheit, extreme Hitze und die Anfälligkeit von Städten zu reagieren. Trotz nationaler Klimastrategien verfügen lokale Behörden oft nur über begrenzte finanzielle und technische Kapazitäten, um nachhaltige Lösungen umzusetzen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Dezentralisierung der Klimapolitik wächst jedoch, indem den Gemeinden die Instrumente, das Wissen und die Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um lokal zugeschnittene Klimainitiativen zu planen und umzusetzen. Kooperative Bemühungen, wie regionale Netzwerke, Peer-Learning-Plattformen und Partnerschaften mit der Zivilgesellschaft und dem privaten Sektor, tragen dazu bei, die lokalen Kapazitäten zu stärken und integrativere, partizipative Ansätze für die Klimaresilienz in städtischen und ländlichen Gebieten zu fördern. Vor diesem Hintergrund hat Connective Cities für den 13. Oktober 2025 eine Informationsveranstaltung organisiert, um bewährte Praktiken und Erfolge von Kommunen in der MENA-Region in diesem Bereich vorzustellen.

Planungsrahmen für die kommunale Hitzeanpassung in Assuan
Planungsrahmen für die kommunale Hitzeanpassung in Assuan | Foto: Connective Cities

Dr. Marwa Ahmed, die Generaldirektorin für internationale Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligung beim Stadtentwicklungsfonds in Ägypten, stellte die Gute Praktik „Entwicklung eines integrierten Maßnahmenrahmens gegen Hitze in Assuan, Ägypten” vor. Bei diesem Projekt arbeitete der Stadtentwicklungsfonds mit der Provinz Assuan zusammen, um sein institutionelles Wissen einzubringen und gleichzeitig fragmentierte Teile zusammenzufügen. Diese bilden nun die Grundlage für einen integrierten Maßnahmenrahmen gegen Hitze in Assuan. Das Ziel bestand darin, 1) eine zentrale Arbeitsgruppe mit den wichtigsten Abteilungen, die an der Entwicklung eines Hitzeschutzplans beteiligt sind, zu bilden und 2) einen allgemeinen Rahmen zu entwickeln sowie einen Bereich für die Pilotphase auszuwählen. Die im Rahmen der Vertiefung vorgestellten und diskutierten internationalen Erfahrungen wurden an den lokalen Kontext angepasst. Unter Nutzung des lokalen Fachwissens in Assuan über klimaresistente Planungs- und Bauweisen werden die lokalen Bauvorschriften überprüft und angepasst. Der allgemeine Rahmen umfasst Maßnahmen für die Planung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen, Vorsorge, Kommunikation und Arbeitssicherheit, die bebaute Umwelt, Infrastruktur und verwaltete Räume sowie ökosystembasierte Anpassungsmaßnahmen.

Es wurde über die Priorisierung und Auswahl der Gebiete abgestimmt, woraufhin „Elsail Elgadida” als Pilotgebiet ausgewählt wurde. Erste Bedarfsanalysen mit Anwohner*innen ergaben eine Vielzahl städtischer Herausforderungen, darunter der Mangel an sicheren öffentlichen Räumen. Dementsprechend wurde vorgeschlagen, eine der zahlreichen breiten Straßen des Stadtteils für diesen Zweck auszuweisen, indem sie in eine Fußgängerzone umgewandelt und mit Baumpflanzungen, Schattenspender und Stadtmobiliar aufgewertet wird. Die Anwohner erklärten sich bereit, bei der Bewässerung der gepflanzten Bäume mitzuhelfen.

Sechs Straßenbilder zur Einschätzung der Fussgängerfreundlickeit in Constantine
Einschätzung der Fussgängerfreundlickeit in Constantine | Foto: Connective Cities

Herr Al-Hani Maghzi (Vertreter der Gemeinde Constantine, Algerien) stellte die ersten Ergebnisse und den Fahrplan für die Verbesserung der Fußgängerfreundlichkeit und den Übergang zu einer transitorientierten Entwicklung in Constantine vor. Er stellte den mehrstufigen Fahrplan vor, der eine Vielzahl von Maßnahmen umfasst, die in strukturelle (z. B. Überprüfung des Mobilitätsplans), umfassende (z. B. Reduzierung des Autoverkehrs, Verbreiterung der Gehwege, Neugestaltung der Parkplätze) und vorrangige Maßnahmen (Umwandlung des Stadtzentrums in eine fußgängerfreundliche Zone) unterteilt sind. Er schloss seine Präsentation mit der Feststellung, dass grüne und lebenswerte Städte Fußgängern Vorrang vor Fahrzeugen einräumen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Beispiele gezeigt haben, wie dezentrale Zusammenarbeit den Wissensaustausch fördert, globale Partnerschaften stärkt und Innovationen bei lokalen Klimaanpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen vorantreibt. In der anschließenden lebhaften Diskussion erhielten die Teilnehmenden umsetzbare Erkenntnisse und Instrumente, mit denen sie Klimaresilienz in die lokale Planung, Infrastruktur und Dienstleistungserbringung integrieren können, während sie gleichzeitig soziale Gerechtigkeit und langfristige ökologische Nachhaltigkeit gewährleisten.

Die Aufzeichnung und die Präsentationen stehen in der Connective Cities platform zur Verfügung.

Autorin: Shalan Muna, Connective Cities

Cities Leading by Example

Städte spielen beim Klimawandel eine doppelte Rolle: Einerseits tragen sie maßgeblich zu ihm bei, andererseits sind sie besonders anfällig für seine Auswirkungen. Diese Dynamik führt zu einer Rückkopplungsschleife, die die Herausforderungen für Städte weiter verschärft: Der Beitrag der Städte zum Klimawandel verschlimmert nämlich genau die Risiken, denen städtische Zentren ausgesetzt sind. Da Städte weltweit bereits jetzt die Auswirkungen des Klimawandels, wie steigende Temperaturen und häufigere Hitzewellen, zu spüren bekommen, ist proaktive, risikobewusste Planung dringender denn je.

Der Leitfaden „Cities Leading by Example: A Guidebook on Risk-Informed Planning and Heat Mitigation” (Städte gehen mit gutem Beispiel voran: Ein Leitfaden für risikobewusste Planung und Hitzeminderung) richtet sich an kommunale Akteure, Stadtplaner, politische Entscheidungsträger und Gemeindevorsteher, die einen risikobewussten Ansatz verfolgen und die Anpassung an Hitze in ihre Planungsprozesse integrieren möchten. Anhand praxisorientierter Beispiele befasst sich dieser Leitfaden mit den Erfahrungen von Städten bei der Ausarbeitung von Strategien und Maßnahmen, der Optimierung der institutionellen Rahmenbedingungen und Steuerungsstrukturen, der Förderung einer effektiven Kommunikation und Bürgerbeteiligung sowie der Nutzung evidenzbasierter Planung unter Verwendung von Klimadaten.

Vom Risiko zur Resilienz: Aufbau einer inklusiven urbanen Zukunft in Westafrika

Dies war die zentrale Frage, die Expert*innen für städtische Risiken, lokale Führungskräfte und Vertreter*innen von Gemeinden aus Benin, Burkina Faso, Ghana, Mali, Niger, Senegal, Sierra Leone und Togo zusammenbrachte, um die Workshop-Reihe zum Thema „Risikobewusste Stadtentwicklung in Westafrika und der ECOWAS-Region” fortzusetzen.

Der zweite Workshop fand vom 2. bis 4. Juli in Accra, Ghana, statt. Dieser Workshop wurde gemeinsam von der German Projects Resilience Initiative Africa (RIA), Connective Cities und CIVIC in Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union und der ECOWAS-Kommission organisiert.

Die Workshop-Reihe

Westafrika steht aufgrund des Klimawandels und der raschen Urbanisierung vor wachsenden Herausforderungen. Der Weltklimarat (IPCC) prognostiziert einen Temperaturanstieg von 1,5 bis 2 Grad Celsius bis 2050, was bereits zu einem Anstieg klimabedingter Extremereignisse um 25 % zwischen 2011 und 2021 geführt hat. Diese Veränderungen bedrohen die Wasserressourcen, die biologische Vielfalt, die Ernährungssicherheit und die öffentliche Gesundheit. Darüber hinaus wird sich die städtische Bevölkerung in Afrika bis 2050 voraussichtlich verdoppeln, was die mit der raschen Urbanisierung verbundenen Risiken, insbesondere in informellen Siedlungen, noch verschärft. Klimabedingte Katastrophen könnten die Region bis 2030 jährlich zwischen 1,5 % und 3 % des BIP kosten, weshalb Investitionen in die Widerstandsfähigkeit der Städte für den Schutz der Infrastruktur, der Lebensgrundlagen und die Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums von entscheidender Bedeutung sind.

Die Panelist*innen sitzen im offenen Halbkreis auf der Bühne
Podiumsteilnehmer*innen von links nach rechts – Isabel Njihia (UNDRR), Cédric Dzelu, Technischer Berater des Ministers, Ministerium für Klimawandel und Nachhaltigkeit, Ghana, Dr. Emmanuel Osuteye, AUC, Beatrice Owusu-Appiah, Planerin, Stadt Accra, Assouhan Jonas Atchade, ECOWAS-Sekretariat | Foto: GIZ – Resilience Initiative Africa

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben RIA und Connective Cities die Workshop-Reihe „Risikobewusste Stadtentwicklung in Westafrika und der ECOWAS-Region” ins Leben gerufen. Ziel der Workshop-Reihe ist es, den städtischen Akteuren in der Region die Instrumente und Kenntnisse zur Verfügung zu stellen, die sie für das Management städtischer Risiken benötigen, und gleichzeitig die Zusammenarbeit durch gegenseitiges Lernen und Austausch zu fördern. Die Workshop-Reihe unterstützt 12 Städte aus Westafrika bei der Ausarbeitung bankfähiger Projektideen zur Bewältigung der Risiken in ihren Städten und stärkt die Kapazitäten der teilnehmenden städtischen Akteure zur Verbesserung der städtischen Resilienz.

Workshop 2 – Inklusivität und partizipative Risikobewertungen

Vortrag von Dr. Benjamin Creutzfeldt, Stadt Berlin, zum Thema „Neue Impulse für das kommunale Regenwasserrisikomanagement: Kartierung der Auswirkungen von Starkregen auf verschiedene gefährdete Elemente“ | Foto: GIZ – Resilience Initiative Africa

Nach dem Auftakt-Workshop in Lomé, Togo, fand der zweite Workshop vom 2. bis 4. Juli in Accra, Ghana, statt. Drei Tage lang erhielten die Teilnehmenden Einblicke in partizipative Risikobewertungen und Konzepte der Inklusivität. Sie erhielten konkrete Instrumente und Ansätze, wie sie diese Konzepte in ihre Stadtplanungsarbeit integrieren können, um eine risikobewusste Stadtentwicklung zu erreichen. Expert*innen für Stadtplanung sowie Vertreter*innen der Afrikanischen Union, der ECOWAS und der Zivilgesellschaft teilten ihre Erfahrungen und lieferten eine Reihe von Perspektiven, von kontinentalen bis hin zu lokalen Ansätzen.

Der Workshop wurde durch fortlaufende Peer-to-Peer-Beratungssitzungen ergänzt, in denen die Städte ihre seit Workshop 1 entwickelten Projektideen präsentierten, konkrete Herausforderungen schilderten und praxisnahe Ratschläge von den anderen teilnehmenden Städten erhielten.

Ga Mashie-Projekt zur partizipativen Slumsanierung | Foto: GIZ – Resilience Initaitive Africa
Recyclingzentrum bei Bubuashie Cable and Wireless | Foto: GIZ – Resilience Initiative Africa

Am dritten Tag des Workshops besuchten die Teilnehmenden zwei Standorte in Accra, die mit dem Thema partizipative Risikobewertung und Inklusivität in Verbindung stehen: das Ga Mashie Participatory Slum Upgrading Project und das Recyclingzentrum bei Bubuashie Cable and Wireless. Die Besichtigungen vor Ort wurden gemeinsam von der Stadt Accra und Slum Dwellers International organisiert.

Nächste Schritte

Die Workshop-Reihe wird auch weiterhin Kommunalverwaltungen, Stadtplaner*innen und Gemeinden das Wissen und die Instrumente vermitteln, die sie benötigen, um risikobewusste Entscheidungen in der Stadtplanung und -verwaltung zu treffen. Der nächste Workshop ist für Oktober 2025 geplant und wird sich auf den Zugang zu Finanzmitteln und die Entwicklung von Aktionsplänen konzentrieren.

Die Teilnehmenden stehen zusammen vor dem Konferenzgebäude
Gruppenfoto der Teilnehmenden | Foto: GIZ – Resilience Initiative Africa

Autorin: Franziska Loibl, GIZ

 

 

Risikoinformierten Stadtentwicklung in Westafrika und der ECOWAS-Region

Die Resilience Initiative Africa (RIA) führt in Partnerschaft mit Connective Cities eine Workshop-Reihe durch, die darauf abzielt, die urbane Resilienz zu stärken.

Zeitplan der Workshops:

  1. Workshop 1: Einführung in die risikoinformierte Stadtentwicklung (Februar 2025, Togo)
  2. Workshop 2: Partizipative Risikoanalyse und Finanzierung von Vorsorgemaßnahmen (April/Mai 2025)
  3. Workshop 3: Entwicklung eines Aktionsplans für ein inklusives Katastrophenrisikomanagement (September/Oktober 2025)

Aufbauend auf dem Erfolg und den Ergebnissen des ersten Workshops zur Stärkung der risikoinformierten Stadtentwicklung in Westafrika und der ECOWAS-Region – der vom 18. bis 20. März 2025 in Lomé, Togo, stattfand – wird der zweite Workshop vom 2. bis 4. Juli 2025 in Accra, Ghana, stattfinden.

Der Workshop in Lomé konzentrierte sich auf den Aufbau eines Austausch-Netzwerks, indem er Fachleute aus 12 Städten der Region sowie Vertreter*innen des ECOWAS-Sekretariats und der Afrikanischen Union zusammenbrachte. Ziel war es, technische Fachgespräche zur risikoinformierten Stadtentwicklung zu führen und Projektideen zur Bewältigung von Resilienzherausforderungen zu identifizieren.

Aufbauend auf dem in Lomé geschaffenen Fundament für den Austausch unter Gleichgesinnten wird der bevorstehende Workshop in Accra die technischen Diskussionen zur Entwicklung von Projektideen fortsetzen – mit einem besonderen Fokus auf Inklusion und partizipative Risikoanalyse, um einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz sicherzustellen, bei dem niemand zurückgelassen wird.

Wir freuen uns auf einen erfolgreichen Workshop in Ghana und werden aktuelle Informationen auf unserer Connective Cities Plattform bereitstellen.