Wie können Kommunalverwaltungen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und der Unterstützung migrantischen Unternehmertums in ihren Kommunen übernehmen?
Die interaktive Online-Veranstaltung von Connective Cities findet am 25. März 2026 von 10:00 -12:30 Uhr MEZ statt. Sie bringt deutsche und internationale kommunale Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aus praktischen Beispielen zu lernen und innovative Ansätze für kommunale Wirtschaftsförderung durch die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantisches Unternehmertum zu diskutieren.
Die Teilnehmenden profitieren von Präsentationen und Diskussionen Guter Praktiken, anhand derer sie:
effektive kommunale Strategien zur Förderung einer erfolgreichen und fairen Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantischen Unternehmertums kennenlernen,
das Bewusstsein für Problemstellungen und Chancen von Fachkräfteeinwanderung auf lokaler Ebene schärfen,
übertragbare Lösungen für unterschiedliche lokale Kontexte erleben und
darin gestärkt werden, kommunale Handlungsspielräume zu nutzen, um die lokale Wirtschaft durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum voranzubringen.
Die Veranstaltungssprache ist Englisch.
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich:
Bürgerservice verbessern, Routineaufgaben beschleunigen, Personalressourcen für andere Aufgaben gewinnen – dies erhoffen sich Kommunen von künstlicher Intelligenz in der Verwaltung. Das Thema ist wichtig und das Interesse groß: Über 100 Registrierungen verzeichnete die Veranstaltung und dann knapp 60 Personen online – zugeschaltet aus Städten wie Lusaka (Sambia), Stuttgart, Mombasa (Kenia), Berlin und Iserlohn.
Zunächst erklärte Prof. Dr.-Ing. Mahdi Bohlouli vom KI-Unternehmen Petanux in Bonn die Basics:
Im Kern liege die besondere Fähigkeit von KI darin, Informationen zu analysieren, Muster zu erkennen, auf dieser Grundlage Inhalte zu erstellen, Entscheidungsfindung zu unterstützen oder auch Aufgaben eigenständig auszuführen. In der öffentlichen Verwaltung könne KI damit administrative Prozesse entlasten (z.B. durch das Automatisieren von Routineaufgaben), Stadtplanung erleichtern (z.B. durch KI-unterstützte Datenanalyse), Bürgerdienstleistungen verbessern (z.B. in Form von Chatbots) und Cybersicherheit verbessern (z.B. durch das Erkennen von Anomalien). Unerlässlich sei dabei ein guter Datenschutz und Datensouveränität, gewährleistet durch lokale Datenspeicherung und lokale KI-Anwendungen. Open-Source-Produkte böten Kommunen dabei kostengünstige technische Lösungen.
KI in der öffentlichen Verwaltung. Copyright: Petanux GmbH
Prof. Dr.-Ing. Mahdi Bohlouli erläuterte, dass die Kommunen – neben den technischen Voraussetzungen – auch ethische Aspekte wie Transparenz und Verantwortung für KI-Entscheidungen im Blick haben müssen, ebenso wie die Bedenken und Fortbildungsbedarfe von Mitarbeiter*innen. Zielführend für einen organischen und sicheren Einführungsprozess seien klare interne Guidelines, ein partizipatives und transparentes Vorgehen, interkommunale Kooperation sowie kleine Einstiegsprojekte mit sichtbaren Erfolgen. Für Letztere schlug Prof. Dr. Madhi Bohlouli die Bereiche Protokollführung in Sitzungen sowie KI-basiertes Wissensmanagement vor. Mit der Automatisierung solcher und vergleichbarer Aufgaben werden aus seiner Sicht erhebliche Personalressourcen frei, mit denen Personalmangel an anderer Stelle gelindert werden kann.
„Lassen Sie KI die einfachen Aufgaben übernehmen, so dass Sie sich auf komplexe Aufgaben konzentrieren können“, so seine Einladung.
Das Beispiel Jakarta – präsentiert von Andhika Ajie vom Regional Research and Innovation Center in Jakarta – zeigte, wie mithilfe von KI an den Herausforderungen einer Megacity im Wandel gearbeitet wird.
Der Langzeitplan „Jakarta Spatial Plan Development Program“ sieht als eine von drei Säulen explizit eine digital ausgerichtete Entwicklung vor. Das entsprechende Rahmenkonzept „Jakarta Smart City“ stellt dabei die Ziele Innovation und Glück der Bürger*innen an oberste Stelle. „Technologie ist ein Werkzeug. Sie sollte das Leben in der Stadt verbessern und auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet sein“, so Andhika Ajie. Jakarta setze daher auf einen kooperativen Prozess, in dem alle Akteur*innen der Stadt (Bürger*innen, Medien, Wissenschaft, Wirtschaft und Behören) zusammenwirken.
Konkret habe die Stadt eine sogenannte Super-App entwickelt – Jakarta Kini, kurz JAKI, berichtete Andhika Ajie. Das digitale Ökosystem integriere verschiedenste Anwendungen und ermögliche Einwohner*innen im Sinne einer One-Stop-Plattform, Dienstleistungen anzufordern (Gesundheits- und Sozialdienste etc.), Informationen abzurufen (offizielle Meldungen, Lebensmittelpreise, öffentlicher Nahverkehr etc.) und Probleme zu melden (Mängel in Infrastruktur etc.).
Ein wichtiger Einsatzbereich für KI sei – angesichts der enormen Bevölkerungsdichte in Jakarta – der Bereich Mobilität & Verkehr. Mithilfe eines CCTV-Überwachungsdienstes werden auf Basis von 1.500 Kameras im Stadtgebiet Personendichte und Fahrzeugaufkommen gemessen und der Straßenverkehr KI-gestützt reguliert. Zudem erprobe die Stadt im Pilotprojekt Passenger Load Intelligence System (PLIS) die KI-gesteuerte Regelung des öffentlichen Nahverkehrs in Echtzeit, so Andhika Ajie.
Eine weitere wichtige Anwendung bezieht sich auf das Hochwassermanagement – dringend erforderlich in Jakarta, das in rapidem Tempo unter den Meeresspiegel absinkt. Ein Machine-Learning-Modell-basiertes System (also eine aus Beispielen lernende KI, die auch Vorhersagen ermöglicht) wertet Mess- und Beobachtungsdaten zu Hochwasserständen und Überflutungsgebieten aus und koordiniert Schutzmaßnahmen und Hilfseinsätze entsprechend.
Mit dem Beispiel Hamburg – präsentiert von Lisa Eglhofer von der Stabsstelle Nachhaltigkeit in Hamburg – tauchte die Veranstaltung schließlich tief in die Details der KI-unterstützten Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie ein.
Für das neue Strategiepapier hat die Stadt den Anspruch, nahtlos an den aktuellen Stand der Implementierung der 17 Nachhaltigkeitsziele in der Kommune anzuschließen. Alle schon bestehenden Konzepte und Aktivitäten sollen berücksichtigt werden. Als Datenbasis stehen stattliche 170.000 Dokumente im Transparenzportal der Stadt zur Verfügung. Ein KI-Analysetool soll nun bei der aufwändigen Sichtung und Aufbereitung der Daten helfen. Technisch basiert dieses auf verschiedenen Large Language Modells (LLM) (z.B. Gemini 1,5 Pro und Flash, GPT-4, GPT-5), für deren Training die Stabstelle Nachhaltigkeit über 80 Dokumente hinsichtlich relevanter Bezüge zu den SDGs manuell gesichtet, geclustert und kodiert hat.
KI bringt Übersicht in große Datenmengen. Copyright: Freie Hansestadt Hamburg.
Das Ergebnis ist nun zweigestuft: Über ein Dashboard ist eine KI-gestützte Mikroanalyse einzelner Dokumente hinsichtlich ihrer SDG-Bezüge möglich. Zudem erstellt das Analysetool Fact-Sheets zum Stand der Umsetzung einzelner SDGs oder ihrer Unterziele. Der dahinter versteckte Prozess gestaltet sich wie folgt: Ein AI Agent Planner koordiniert die Rechercheanfrage. Ein AI Agent Researcher recherchiert in drei Schleifen die entsprechenden Daten. Und ein AI Agent Synthesizer kumuliert die Ergebnisse. Auf Basis dieser Fact-Sheets soll schließlich die Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet werden.
Stufen des Datenanalyseprozesses. Copyright: Freie Hansestadt Hamburg.
Für die technische Seite hat sich Hamburg mit Fördermitteln die Unterstützung einer KI-Agentur eingekauft. So erwies sich das Projekt als gar nicht so schwer. Perspektivisch will die Stadt den Code als Open-Source-Produkt auch anderen Kommunen zur Verfügung stellen. Zudem soll die Datenbasis ausgeweitet, das Tool mit den Daten zur Haushaltsplanung verknüpft und die Anwendung weiter vereinfacht werden.
„Meiner Erfahrung nach ist es oft schwierig, Gelder für das Thema Nachhaltigkeit zu bekommen. Jetzt, wo wir von KI sprechen und digitale Lösungen nutzen, ist es plötzlich viel einfacher, Politiker*innen für unsere Vorhaben zu gewinnen.“ (Lisa Eglhofer)
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) gewinnt zunehmend an Bedeutung für die kommunale Verwaltung. Von effizienteren Verwaltungsabläufen bis hin zu datengestützten Entscheidungen in Stadtentwicklung, Ressourcennutzung oder Bürgerbeteiligung eröffnet KI neue Handlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig stellen sich Fragen zu ethischen Standards, Transparenz und sozialer Inklusion.
Die geplante Fachveranstaltung bringt Kommunen aus Deutschland und dem Globalen Süden zusammen, um internationale Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen im Umgang mit KI in der kommunalen Praxis zu teilen.
Ziel ist es:
konkrete Best Practices aus verschiedenen Kontexten sichtbar zu machen,
einen interregionalen Wissensaustausch zu fördern und
Impulse für die Entwicklung eigener Handlungsansätze zu geben
Zunächst wird das in Bonn ansässige KI-Unternehmen Petanux seine KI-Tools vorstellen und erläutern, wie es mit deutschen Kommunen zusammenarbeitet. Anschließend präsentiert die Stadt Jakarta das KI-Tool, das zur Unterstützung ihrer Stadtentwicklungsstrategie eingesetzt wird. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Präsentation der Stadt Hamburg, die ihre Erfahrungen mit einem auf Large Language Models (LLMs) basierenden Analyse-Tool zur Überwachung der Umsetzung der SDGs in Hamburg vorstellt.
Konferenzsprache ist Englisch.
Ort: Online
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich:
INTERNATIONALE STÄDTE-PLATTFORM FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 89, November 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“, stellte einst Albert Einstein fest. Getreu diesem Prinzip fördern wir den Austausch zu innovativen Lösungsansätzen.
In dieser Ausgabe berichten wir über den erfolgreichen Abschluss unseres Lernprozesses zur Nutzung erneuerbarer Energien in Kommunen der Region Südosteuropa und des Kaukasus. Zudem freuen wir uns über die erneute Zusammenkunft unserer Arbeitsgruppe Hydrogen Cities, die die Potenziale der grünen Transformation für die lokale Wirtschaftsentwicklung – sowohl in deutschen Kommunen als auch in Städten Subsahara-Afrikas – weiter erschließen wird.
Darüber hinaus laden wir Sie herzlich zu unserem virtuellen Fachaustausch am 2. Dezember zum Thema „Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz in der kommunalen Verwaltung“ ein.
Wir wünschen Ihnen eine anregende und inspirierende Lektüre.
Herzlichst Ihr Connective Cities Team
EINBLICK
Städte für eine erneuerbare Zukunft stärken
Dokumentation des Connective Cities Lernprozesses in Südosteuropa
Beim Abschluss des Connective Cities Lernprozesses in Südosteuropa trafen sich Kommunen, Geber und Fachleute in Podgorica, um konkrete Projektvorschläge und Umsetzungskonzepte für erneuerbare Energien zu finalisieren. Nach fast zwei Jahren Zusammenarbeit ebnete der Workshop den Weg für stärkere Partnerschaften und finanzierbare, umsetzbare Energieprojekte in der Region.
Das Potenzial der grünen Transformation für die lokale Wirtschaftsentwicklung erschließen
Weiterer Workshop vom 24. bis 27. November 2025 in Mombasa, Kenia
Städte in Afrika und Europa verstärken ihre Rolle als Vorreiter der globalen grünen Transformation und treiben Innovation, Investitionen und Klimaresilienz von Grund auf voran. Nach dem erfolgreichen Start der Arbeitsgruppe „Hydrogen Cities“ Anfang dieses Jahres in Naivasha, Kenia, wird Connective Cities vom 24. bis 27. November 2025 in Mombasa, Kenia, den zweiten Peer-Learning-Workshop veranstalten.
Künstliche Intelligenz in der kommunalen Verwaltung: Chancen und Herausforderungen im internationalen Vergleich
Virtueller Fachaustausch am 02. Dezember 2025 von 10:00 bis 12:30 Uhr
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) gewinnt zunehmend an Bedeutung für die kommunale Verwaltung. Von effizienteren Verwaltungsabläufen bis hin zu datengestützten Entscheidungen in Stadtentwicklung, Ressourcennutzung oder Bürgerbeteiligung eröffnet KI neue Handlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig stellen sich Fragen zu ethischen Standards, Transparenz und sozialer Inklusion. Diskutieren Sie mit in unserem internationalen Erfahrungsaustausch anhand konkreter Praxisbeispiele!
Connective Cities ist ein gemeinsames Projekt von:
Deutscher Städtetag: Gereonstraße 18 – 32, 50670 Köln | Deutschland Kontakt: Sabine Drees Email: sabine.drees@staedtetag.de
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Auf freiwilliger Basis berichten immer mehr Kommunen über den Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda 2030 auf lokaler Ebene in sogenannten Voluntary Local Reviews (VLR) beziehungsweise Voluntary Sub-National Reviews (VSR) auf regionaler Ebene. Diese ergänzen die nationalen Berichte (VNR) der Regierungen und werden jedes Jahr beim sogenannten High Level Political Forum (HLPF) der Vereinten Nationen in New York präsentiert. Dadurch wird die lokale Ebene auf der internationalen Ebene sichtbarer. Allerdings wird in vielen Ländern auf nationaler Ebene mehr über als mit den lokalen Regierungen gesprochen, wenn es um die Erstellung von nationalen Nachhaltigkeitsstrategien geht. Dabei ist es die lokale Ebene, auf der über 65% der SDGs umgesetzt werden (müssen).
Anfang Dezember 2024 hat Connective Cities daher einen Lernprozess zur nachhaltigen Berichterstattung auf lokaler und regionaler Ebene gestartet. Ziel war es, durch einen internationalen Erfahrungsaustausch die Erstellung von VLRs und VSRs zu verbessern, die Umsetzung der SDGs zu beschleunigen und letztendlich den Dialog zwischen lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu fördern. Zum ersten Mal berieten sich in einem Lernprozess von Connective Cites Vertreter*innen kommunaler Verbände mit ihren Kolleg*innen aus den Stadtverwaltungen. Die regionale Vielfalt mit Perspektiven und Praxisbeispielen aus Südamerika, Subsahara Afrika, Deutschland, Südosteuropa und Asien belebte die Diskussion und trug zum Erfolg des Prozesses bei.
Städte spielen beim Klimawandel eine doppelte Rolle: Einerseits tragen sie maßgeblich zu ihm bei, andererseits sind sie besonders anfällig für seine Auswirkungen. Diese Dynamik führt zu einer Rückkopplungsschleife, die die Herausforderungen für Städte weiter verschärft: Der Beitrag der Städte zum Klimawandel verschlimmert nämlich genau die Risiken, denen städtische Zentren ausgesetzt sind. Da Städte weltweit bereits jetzt die Auswirkungen des Klimawandels, wie steigende Temperaturen und häufigere Hitzewellen, zu spüren bekommen, ist proaktive, risikobewusste Planung dringender denn je.
Der Leitfaden „Cities Leading by Example: A Guidebook on Risk-Informed Planning and Heat Mitigation” (Städte gehen mit gutem Beispiel voran: Ein Leitfaden für risikobewusste Planung und Hitzeminderung) richtet sich an kommunale Akteure, Stadtplaner, politische Entscheidungsträger und Gemeindevorsteher, die einen risikobewussten Ansatz verfolgen und die Anpassung an Hitze in ihre Planungsprozesse integrieren möchten. Anhand praxisorientierter Beispiele befasst sich dieser Leitfaden mit den Erfahrungen von Städten bei der Ausarbeitung von Strategien und Maßnahmen, der Optimierung der institutionellen Rahmenbedingungen und Steuerungsstrukturen, der Förderung einer effektiven Kommunikation und Bürgerbeteiligung sowie der Nutzung evidenzbasierter Planung unter Verwendung von Klimadaten.
Der Bausektor ist für etwa 60 % der CO2-Emissionen und für mehr als 30 % der Abfallerzeugung verantwortlich. Die Nach- und Umnutzung von Gebäuden ist eine wesentliche Strategie für einen nachhaltigeren Bausektor. Außerdem kann die Entscheidung, ein bestehendes Gebäude nachzunutzen, Kommunen bis zu 15 % der Bau- und Abbruchkosten einsparen. Wir möchten Sie daher herzlich zu unserer 2,5-stündigen Online-Veranstaltung am 22. September (10:00 – 12:30 Uhr) einladen, bei der Sie mehr über die erfolgreiche Nachnutzung öffentlicher Gebäude erfahren können – vielleicht sind diese Erkenntnisse auch für Ihre Arbeit oder Ihr Arbeitsumfeld von Nutzen?
Im vergangenen September widmete sich eine Dialogveranstaltung von Connective Cities in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bau und Wohnen in Berlin dem Paradigmenwechsel Nachnutzung statt Abriss und Neubau. Rund 30 kommunale Experten aus Deutschland, Kenia, Montenegro, den Palästinensischen Gebieten, Sambia und der Ukraine tauschten sich über Lösungen und Herausforderungen für die nachhaltige Wiederverwendung modernistischer Gebäude aus und arbeiteten gemeinsam an individuellen Projektideen.
Am 22. September 2025 bietet diese Connectve Cities Bilanzveranstaltung den Teilnehmern und weiteren kommunalen Experten aus Deutschland und international die Möglichkeit:
auf den einjährigen Lernprozess und die Fortschritte der Projekte zurückzublicken
Beispiele für die Revitalisierung öffentlicher Gebäude aus Sicht eines Geldgebers zu sehen
Informationen über die Bedeutung von Nachnutzungsprojekten für die globalen SDGs zu erhalten
einen Vortrag der Firma Concular zum zirkulären Bauen zu hören
sich über ihre Möglichkeiten zur Beteiligung in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu informieren.
Die Arbeitssprache der Veranstaltung ist Englisch. Die Agenda finden Sie im Anhang. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an uns: connective-cities@engagement-global.de.
Der Workshop trug zur Stärkung des Austauschs kommunaler Erfahrungen bei und ebnete den Weg für die Integration der syrischen Städte in das Netzwerk und ihre aktive Mitgliedschaft. Vertreter der Provinzen Damaskus und Rif Damaskus berichteten über den aktuellen Stand der umfassenden Planung und hoben dabei die Herausforderungen hervor, die mit der Verfolgung einer langfristigen Vision für nachhaltige Entwicklung verbunden sind.
Die Teilnehmenden während des Vortrags über die Planung in Damaskus | Foto: Muna Shalan, Connective CitiesPräsentation des Digitalisierungsprozesses in Amman | Foto: Muna Shalan, Connective Cities
Zudem diskutierten sie ihre Bestrebungen hinsichtlich der digitalen Transformation in ihrer Stadtverwaltung. Ihre Kollegen aus der Gemeinde Greater Amman vertieften sich in praktische Erfahrungen zu diesen Themenbereichen und teilten einen reichen Schatz an Wissen und Erfahrungen, die auf dem lokalen Kontext der Umsetzung basieren.
Im Rahmen interaktiver Peer-Learning-Aktivitäten stellten die Teilnehmer Beispiele für bewährte Praktiken vor und erörterten Erfolgsfaktoren und Hindernisse, mit denen kommunale Mitarbeiter bei der Stadtplanung, der Erbringung kommunaler Dienstleistungen und der digitalen Transformation konfrontiert sind. Die Diskussionen führten zu einem offenen und ehrlichen Austausch, bei dem beide Seiten von den Erfolgen und Hindernissen der anderen Seite lernen konnten.
Feldbesuch zum Al-Zuhour Green Triangle – einem Modell für grüne Infrastruktur | Foto: Muna Shalan, Connective Cities
Im Rahmen des Workshops wurde auch die Besichtigung eines Beispiels für bewährte Praktiken organisiert: des Al-Zuhour Green Triangle, einem Modell für grüne Infrastruktur. Auf einer Fläche von 2.300 m² demonstriert dieses von der Gemeinde Greater Amman und UN-Habitat Jordanien umgesetzte Pilotprojekt zwei Konzepte des grünen Regenwassermanagements: Regenwasser-Bioretention und Regenwasserrückhaltung.
Der Workshop mündete in einen Fahrplan für die künftige Zusammenarbeit und die Institutionalisierung des Wissensaustauschs. In diesem Fahrplan wurden vorrangige Handlungsbereiche skizziert. Zu den wichtigsten Schwerpunkten zählen Gesetzgebung und Regierungsführung. Dabei liegt der Fokus auf der raschen Verabschiedung eines fairen Wiederaufbaugesetzes in Syrien, der Einführung standardisierter Ausschreibungs- und Vergabeverfahren sowie der Aktivierung von Rahmenwerken für öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP), wo dies angemessen ist. Hinsichtlich der Dezentralisierung waren sich die Teilnehmer einig, dass ausgewählte Befugnisse, insbesondere im Bereich Verkehr und Verkehrsmanagement, an die Kommunen delegiert werden müssen. Dies soll durch technische Ausschüsse unterstützt werden, um sicherzustellen, dass die Masterpläne mit den sektoralen Strategien in Einklang stehen. Als entscheidend wurde auch die Stärkung der Ressourcen und Kapazitäten angesehen, einschließlich der Bereitstellung ausreichender personeller und finanzieller Ressourcen sowie der Investition in internes Fachwissen und kontinuierliche Weiterbildung. Ein weiteres wichtiges Prinzip war die Einbeziehung der Gemeinschaft in die Stadtplanung.
Gruppenbild der Teilnehmenden | Foto: Muna Shalan, Connective Cities
Die Teilnehmenden sprachen sich dafür aus, die Beteiligung der Öffentlichkeit durch Bürgerzentren und Feedback-Mechanismen aufrechtzuerhalten, die sowohl die sozialen als auch die wirtschaftlichen Dimensionen des städtischen Lebens widerspiegeln. Unter dem Motto „Build Back Better“ forderten die Teilnehmenden schließlich, Datenlücken zu schließen, die sektorübergreifende Koordination zu verbessern und den Wiederaufbau als Plattform für eine langfristige, nachhaltige Entwicklung zu nutzen.
INTERNATIONALE STÄDTE-PLATTFORM FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 86, AUGUST 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
„Du hast vielleicht nicht die Kontrolle über alles, was dir widerfährt, aber du kannst entscheiden, dich davon nicht unterkriegen zu lassen“, schrieb einmal die US-amerikanische Schriftstellerin, Professorin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou an ihre Tochter. Wenn sich Menschen mit dieser Grundhaltung zusammenschließen, ihre Energien und Expertisen bündeln und sich gemeinsam Krisen stellen, kann daraus eine große Resilienz erwachsen – in Gruppen wie auch in ganzen Kommunen.
Dies wurde sowohl im Connective Cities‘ Fachforum auf der siebten deutsch-ukrainischen Partnerschaftskonferenz in Münster deutlich wie auch in unserem Lernprozess zur Inklusivität und partizipativen Risikobewertungen in westafrikanischen Städten. Bürgernähe und eine partizipative Verwaltung sind dabei ein wichtiges Element, das durch digitale Werkzeuge effizienter gestaltet werden kann, wie Beispiele aus Abu Dhabi und Ras el-Matn im Rahmen unserer Veranstaltung „Von der Offenen Kommune zur Smart City“ zeigten.
Wir berichten auch, wie sich lokale Verwaltungen und Städteverbände zusammengeschlossen haben und auf dem High Level Political Forum on Sustainable Development Committee in New York dafür stark gemacht, dass ihr Knowhow stärker in die Erstellung nationaler Nachhaltigkeitspläne einbezogen werden.
Und natürlich möchten wir Sie zu unseren beiden nächsten Online-Veranstaltungen herzlich einladen. Dort ziehen wir Bilanz zum einen über Strategien zur „Nachnutzung von öffentlichen Gebäuden der 60er und 70er-Jahre“ und über die bisherigen Erfahrungen mit der lokalen Nachhaltigkeitsberichterstattung und dem „Voluntary Local Review“.
Wir wünschen inspiriende Lektüre Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
Von der Offenen Kommune zur Smart City
Lokalisierung guter Regierungsführung und Nutzung von GIS für Lebensqualität und Infrastrukturplanung
Durch Transparenz, Bürgerbeteiligung und datengestützter Entscheidungsfindung können Städte die Lebensqualität und Infrastrukturplanung verbessern. Während Technologie Effizienz ermöglicht, bleibt die Grundlage eine gute Regierungsführung: Zusammenarbeit, Rechenschaftspflicht und bürgernahe Politik. Anhand zweier Guter Praktiken – eine Geodatenlösungen in Abu Dhabi und eine partizipative Verwaltung in Ras el-Matn – wurden die Wege dorthin intensiv diskutiert.
Resiliente Städte in Zeiten multipler Krisen Strategien für widerstandsfähige Kommunen
Connective Cities Fachforum auf der siebten deutsch-ukrainischen Partnerschaftskonferenz in Münster
Die Beispiele der ukrainischen Panelist*innen über die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs zeigten den Zuhörenden eindrücklich, was es für die Bevölkerung einer Stadt bedeutet, sich gegen akute Krisen zu stellen und wie wichtig der Wille der Bürger*innen und Unternehmer*innen dazu ist. Deutlich wurde auch, dass die lebendige Kooperation verschiedenster Akteure, national wie international, für resiliente Städte unerlässlich ist.
Vom Risiko zur Resilienz: Aufbau einer inklusiven urbanen Zukunft in Westafrika
Wie gehen westafrikanische Städte mit Inklusivität und partizipativen Risikobewertungen im Kontext wachsender Herausforderungen bei der Katastrophenvorsorge und der raschen Urbanisierung um?
Dies war die zentrale Frage, die Expert*innen für städtische Risiken und lokale Führungskräfte von Gemeinden aus Benin, Burkina Faso, Ghana, Mali, Niger, Senegal, Sierra Leone und Togo zusammenbrachte. Die Workshop-Reihe unterstützt 12 Städte bei der Ausarbeitung bankfähiger Projektideen zur Bewältigung der Risiken in ihren Städten und stärkt die Kapazitäten der Teilnehmenden zur Verbesserung der städtischen Resilienz.
Lokale und regionale Verwaltungen beim High Level Political Forum 2025
Arbeitsgruppentreffen zieht Fazit aus dem High Level Political Forum on Sustainable Development Committee in New York City 2025
Lokale Verwaltungen werden als Bündnispartner bei der Erstellung nationaler Nachhaltigkeitsberichte noch zu wenig einbezogen, was ein Grund für die anhaltenden Herausforderungen im Rahmen der Implementierung von SDGs sein dürfte. Dies war ein wichtiges von mehreren Fazits aus dem Arbeitsgruppentreffen von 19 kommunalen Praktiker*innen weltweit.
Nachnutzung von öffentlichen Gebäuden der 60er und 70er-Jahre
Einladung zur Bilanzveranstaltung am 22.09.2025, 10:00 – 12:30 Uhr (MESZ), online
Der Bausektor ist für etwa 60 % der CO2-Emissionen und für mehr als 30 % der Abfallerzeugung verantwortlich. Die Nach- und Umnutzung von Gebäuden ist eine wesentliche Strategie für einen nachhaltigeren Bausektor mit Kostenersparnissen für die Kommunen. Wir möchten Sie daher herzlich zu unserer 2,5-stündigen Online-Veranstaltung einladen.
Nachhaltigkeitsberichterstattung und Voluntary Local Review
Einladung zur Bilanzveranstaltung am 25.09.2025, 15:00 – 17:00 Uhr (MESZ)
Die Voluntary Local Review (VLR) ist ein weltweit anerkanntes, flexibles Berichterstattungsinstrument, das Städten dabei hilft, ihre Beiträge zur Agenda 2030 zu verfolgen und zu präsentieren. Auf der Online-Veranstaltungen werden Vertreter*innen von Kommunalverbänden und Kommunen zusammenkommen, um Erfolgsgeschichten aus Lusaka, Niš und darüber hinaus zu präsentieren und zu diskutieren.
Connective Cities ist ein gemeinsames Projekt von:
Deutscher Städtetag: Gereonstraße 18 – 32, 50670 Köln | Deutschland Kontakt: Sabine Drees Email: sabine.drees@staedtetag.de
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Das Connective Cities Regionalnetzwerk im Nahen Osten und Nordafrika organisierte eine virtuelle Informationsveranstaltung zu der Frage, wie Kommunen offene Verwaltungsmodelle einsetzen und die Möglichkeiten der Digitalisierung für eine bessere Stadtplanung und Dienstleistungserbringung nutzen können. Das große Potenzial dieses Ansatzes liegt in verbesserten Strategien für ein dynamisches städtisches Ressourcenmanagement, in der Entwicklung von Strategien für städtisches Engagement und Bürgerbeteiligung sowie in Innovationen im Stadtmanagement und in der politischen Analyse.
In der Sitzung wurden kommunale Erfahrungen vorgestellt, wie die Grundsätze der offenen Verwaltung lokalisiert werden können, um die Transparenz und das Engagement der Bürger zu verbessern und letztlich eine gute Regierungsführung zu fördern. Die Rolle der digitalen Transformation bei der Verbesserung von Transparenz und öffentlicher Beteiligung wurde hervorgehoben. Darüber hinaus befasste sich die Veranstaltung mit der Anwendung digitaler Tools, insbesondere KI-gestützter geografischer Informationssysteme (GIS), zur Unterstützung datengestützter Entscheidungsfindung für die Entwicklung der Infrastruktur und die Verbesserung der Lebensqualität. Anhand von Good-Practice-Beispielen aus Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) und Ras el-Matn (Libanon) erfuhren die Teilnehmenden von erfolgreichen Ansätzen zur Integration von Open-Government-Prinzipien und städtischer Informatik für ein nachhaltiges Stadtwachstum und eine integrativere, effizientere und widerstandsfähigere Stadtverwaltung.
Über die Bedeutung Lebensqualität richtig einzuschätzen | Foto: Connective Cities
GIS-gestützte Planung zur Verbesserung der Lebensqualität | Foto: Connective Cities
In der ersten Präsentation bewährter Verfahren wurden Geospatial-Lösungen erörtert, die Regierungen und Kommunen mit KI-gestützten, benutzerfreundlichen GIS-Plattformen durch Automatisierung, intelligente Analysen und nahtlose Entscheidungshilfen unterstützen. Beispiele für diese Tools, die von der Stadt Abu Dhabi eingesetzt werden, um höhere Lebensstandards zu erreichen, sind maßgeschneiderte GIS-Anwendungen, Smart-City-Dashboards, Geodaten-Infrastruktursysteme, Echtzeit-Überwachungslösungen und raumbezogene Entscheidungshilfen. Diese Tools sind anpassbar und skalierbar und können an die Bedürfnisse der Stadtverwaltung angepasst werden, z. B. in den Bereichen Raumanalyse, Infrastrukturplanung, Datenintegration für technische Projekte und Visualisierung von Stadtplanung.
Grundsätze der offenen Verwaltung Foto: Connective Cities
In der Gemeinde Ras el-Matn wurden kürzlich Grundsätze einer offenen Verwaltung verabschiedet, um Transparenz und Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und ihren Bürgern zu fördern. Diese Grundsätze wurden auf lokaler Ebene angepasst, um einen Rahmen für Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgerbeteiligung in der lokalen Verwaltung zu schaffen. Konkret bedeutet dies eine erhöhte Transparenz und Rechenschaftspflicht, eine verstärkte Bürgerbeteiligung und kollaborative Verwaltung, den Einsatz von Technologie, Innovation und offenen Daten, einen verbesserten Zugang zu Informationen, eine durchgängige Berücksichtigung der Rechtsstaatlichkeit, eine Gewährleistung der steuerlichen Transparenz und der öffentlichen Integrität sowie eine Optimierung der Reaktionsfähigkeit durch das Einholen von Feedback aus der Öffentlichkeit und entsprechende Anpassungen der Politik. Es wurde betont, dass die intelligente Kommune die offene Verwaltung ergänzt, aber nicht ersetzt. Technologie ist ein Instrument zur Unterstützung von Transparenz und Beteiligung, aber keine ultimative Lösung zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten.
Schritte zum Aufbau einer kommunalen Datenbank Foto: Connective Cities
Durch die Lokalisierung von Transparenz, Bürgerbeteiligung und datengestützter Entscheidungsfindung – wie in Abu Dhabi mit seinen Geodatenlösungen und in Ras el-Matn mit seiner partizipativen Verwaltung demonstriert – können Städte die Lebensqualität und Infrastrukturplanung verbessern. Während Technologie Effizienz ermöglicht, bleibt die Grundlage eine gute Regierungsführung: Zusammenarbeit, Rechenschaftspflicht und bürgernahe Politik. Das Wichtigste zum Schluss: Bei einer „intelligenten Stadt“ geht es nicht nur um Technologie, sondern darum, sie zur Stärkung einer offenen, gerechten und nachhaltigen Stadtentwicklung einzusetzen.
Aufzeichnung der Sitzung über die Plattform Connective Cities (auf Arabisch).