Kommunale Wirtschaftsförderung durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum

Wie können Kommunalverwaltungen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und der Unterstützung migrantischen Unternehmertums in ihren Kommunen übernehmen?

Die interaktive Online-Veranstaltung von Connective Cities findet am 25. März 2026 von 10:00 -12:30 Uhr MEZ statt. Sie bringt deutsche und internationale kommunale Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aus praktischen Beispielen zu lernen und innovative Ansätze für kommunale Wirtschaftsförderung durch die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantisches Unternehmertum zu diskutieren.

Die Teilnehmenden profitieren von Präsentationen und Diskussionen Guter Praktiken, anhand derer sie:

  • effektive kommunale Strategien zur Förderung einer erfolgreichen und fairen Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantischen Unternehmertums kennenlernen,
  • das Bewusstsein für Problemstellungen und Chancen von Fachkräfteeinwanderung auf lokaler Ebene schärfen,
  • übertragbare Lösungen für unterschiedliche lokale Kontexte erleben und
  • darin gestärkt werden, kommunale Handlungsspielräume zu nutzen, um die lokale Wirtschaft durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum voranzubringen.

 

Die Veranstaltungssprache ist Englisch.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich:

Zur Anmeldung 

Kontakt:

Nikola Krause
+49 228 20 717-2922
nikola.krause@engagement-global.de

KI für Kommunen

Bürgerservice verbessern, Routineaufgaben beschleunigen, Personalressourcen für andere Aufgaben gewinnen – dies erhoffen sich Kommunen von künstlicher Intelligenz in der Verwaltung. Das Thema ist wichtig und das Interesse groß: Über 100 Registrierungen verzeichnete die Veranstaltung und dann knapp 60 Personen online – zugeschaltet aus Städten wie Lusaka (Sambia), Stuttgart, Mombasa (Kenia), Berlin und Iserlohn.

Zunächst erklärte Prof. Dr.-Ing. Mahdi Bohlouli vom KI-Unternehmen Petanux in Bonn die Basics:

Im Kern liege die besondere Fähigkeit von KI darin, Informationen zu analysieren, Muster zu erkennen, auf dieser Grundlage Inhalte zu erstellen, Entscheidungsfindung zu unterstützen oder auch Aufgaben eigenständig auszuführen. In der öffentlichen Verwaltung könne KI damit administrative Prozesse entlasten (z.B. durch das Automatisieren von Routineaufgaben), Stadtplanung erleichtern (z.B. durch KI-unterstützte Datenanalyse), Bürgerdienstleistungen verbessern (z.B. in Form von Chatbots) und Cybersicherheit verbessern (z.B. durch das Erkennen von Anomalien). Unerlässlich sei dabei ein guter Datenschutz und Datensouveränität, gewährleistet durch lokale Datenspeicherung und lokale KI-Anwendungen. Open-Source-Produkte böten Kommunen dabei kostengünstige technische Lösungen.

Grafik, die Praxisbeispiele aus Kommunen visualisiert.
KI in der öffentlichen Verwaltung. Copyright: Petanux GmbH

Prof. Dr.-Ing. Mahdi Bohlouli erläuterte, dass die Kommunen – neben den technischen Voraussetzungen – auch ethische Aspekte wie Transparenz und Verantwortung für KI-Entscheidungen im Blick haben müssen, ebenso wie die Bedenken und Fortbildungsbedarfe von Mitarbeiter*innen. Zielführend für einen organischen und sicheren Einführungsprozess seien klare interne Guidelines, ein partizipatives und transparentes Vorgehen, interkommunale Kooperation sowie kleine Einstiegsprojekte mit sichtbaren Erfolgen. Für Letztere schlug Prof. Dr. Madhi Bohlouli die Bereiche Protokollführung in Sitzungen sowie KI-basiertes Wissensmanagement vor. Mit der Automatisierung solcher und vergleichbarer Aufgaben werden aus seiner Sicht erhebliche Personalressourcen frei, mit denen Personalmangel an anderer Stelle gelindert werden kann.

„Lassen Sie KI die einfachen Aufgaben übernehmen, so dass Sie sich auf komplexe Aufgaben konzentrieren können“, so seine Einladung.

Das Beispiel Jakarta – präsentiert von Andhika Ajie vom Regional Research and Innovation Center in Jakarta – zeigte, wie mithilfe von KI an den Herausforderungen einer Megacity im Wandel gearbeitet wird.

Der Langzeitplan „Jakarta Spatial Plan Development Program“ sieht als eine von drei Säulen explizit eine digital ausgerichtete Entwicklung vor. Das entsprechende Rahmenkonzept „Jakarta Smart City“ stellt dabei die Ziele Innovation und Glück der Bürger*innen an oberste Stelle. „Technologie ist ein Werkzeug. Sie sollte das Leben in der Stadt verbessern und auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet sein“, so Andhika Ajie. Jakarta setze daher auf einen kooperativen Prozess, in dem alle Akteur*innen der Stadt (Bürger*innen, Medien, Wissenschaft, Wirtschaft und Behören) zusammenwirken.

Konkret habe die Stadt eine sogenannte Super-App entwickelt – Jakarta Kini, kurz JAKI, berichtete Andhika Ajie. Das digitale Ökosystem integriere verschiedenste Anwendungen und ermögliche Einwohner*innen im Sinne einer One-Stop-Plattform, Dienstleistungen anzufordern (Gesundheits- und Sozialdienste etc.), Informationen abzurufen (offizielle Meldungen, Lebensmittelpreise, öffentlicher Nahverkehr etc.) und Probleme zu melden (Mängel in Infrastruktur etc.).

Grafik visualisiert die Integration von einem guten Dutzend Apps in die Meta-App JAKI
Vom Impftermin bis zum öffentlichen Nahverkehr – die App JAKI bündelt vielfältigste Services. © Bappeda Provinsi DKI Jakarta | 2025

Ein wichtiger Einsatzbereich für KI sei – angesichts der enormen Bevölkerungsdichte in Jakarta – der Bereich Mobilität & Verkehr. Mithilfe eines CCTV-Überwachungsdienstes werden auf Basis von 1.500 Kameras im Stadtgebiet Personendichte und Fahrzeugaufkommen gemessen und der Straßenverkehr KI-gestützt reguliert. Zudem erprobe die Stadt im Pilotprojekt Passenger Load Intelligence System (PLIS) die KI-gesteuerte Regelung des öffentlichen Nahverkehrs in Echtzeit, so Andhika Ajie.

Eine weitere wichtige Anwendung bezieht sich auf das Hochwassermanagement – dringend erforderlich in Jakarta, das in rapidem Tempo unter den Meeresspiegel absinkt. Ein Machine-Learning-Modell-basiertes System (also eine aus Beispielen lernende KI, die auch Vorhersagen ermöglicht) wertet Mess- und Beobachtungsdaten zu Hochwasserständen und Überflutungsgebieten aus und koordiniert Schutzmaßnahmen und Hilfseinsätze entsprechend.

Mit dem Beispiel Hamburg – präsentiert von Lisa Eglhofer von der Stabsstelle Nachhaltigkeit in Hamburg – tauchte die Veranstaltung schließlich tief in die Details der KI-unterstützten Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie ein.

Für das neue Strategiepapier hat die Stadt den Anspruch, nahtlos an den aktuellen Stand der Implementierung der 17 Nachhaltigkeitsziele in der Kommune anzuschließen. Alle schon bestehenden Konzepte und Aktivitäten sollen berücksichtigt werden. Als Datenbasis stehen stattliche 170.000 Dokumente im Transparenzportal der Stadt zur Verfügung. Ein KI-Analysetool soll nun bei der aufwändigen Sichtung und Aufbereitung der Daten helfen. Technisch basiert dieses auf verschiedenen Large Language Modells (LLM) (z.B. Gemini 1,5 Pro und Flash, GPT-4, GPT-5), für deren Training die Stabstelle Nachhaltigkeit über 80 Dokumente hinsichtlich relevanter Bezüge zu den SDGs manuell gesichtet, geclustert und kodiert hat.

KI bringt Übersicht in große Datenmengen. Copyright: Freie Hansestadt Hamburg.

Das Ergebnis ist nun zweigestuft: Über ein Dashboard ist eine KI-gestützte Mikroanalyse einzelner Dokumente hinsichtlich ihrer SDG-Bezüge möglich. Zudem erstellt das Analysetool Fact-Sheets zum Stand der Umsetzung einzelner SDGs oder ihrer Unterziele. Der dahinter versteckte Prozess gestaltet sich wie folgt: Ein AI Agent Planner koordiniert die Rechercheanfrage. Ein AI Agent Researcher recherchiert in drei Schleifen die entsprechenden Daten. Und ein AI Agent Synthesizer kumuliert die Ergebnisse. Auf Basis dieser Fact-Sheets soll schließlich die Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet werden.

Stufen des Datenanalyseprozesses. Copyright: Freie Hansestadt Hamburg.

Für die technische Seite hat sich Hamburg mit Fördermitteln die Unterstützung einer KI-Agentur eingekauft. So erwies sich das Projekt als gar nicht so schwer. Perspektivisch will die Stadt den Code als Open-Source-Produkt auch anderen Kommunen zur Verfügung stellen. Zudem soll die Datenbasis ausgeweitet, das Tool mit den Daten zur Haushaltsplanung verknüpft und die Anwendung weiter vereinfacht werden.

„Meiner Erfahrung nach ist es oft schwierig, Gelder für das Thema Nachhaltigkeit zu bekommen. Jetzt, wo wir von KI sprechen und digitale Lösungen nutzen, ist es plötzlich viel einfacher, Politiker*innen für unsere Vorhaben zu gewinnen.“ (Lisa Eglhofer)

Künstliche Intelligenz in der kommunalen Verwaltung : Chancen und Herausforderungen im internationalen Vergleich

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) gewinnt zunehmend an Bedeutung für die kommunale Verwaltung. Von effizienteren Verwaltungsabläufen bis hin zu datengestützten Entscheidungen in Stadtentwicklung, Ressourcennutzung oder Bürgerbeteiligung eröffnet KI neue Handlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig stellen sich Fragen zu ethischen Standards, Transparenz und sozialer Inklusion.
Die geplante Fachveranstaltung bringt Kommunen aus Deutschland und dem Globalen Süden zusammen, um internationale Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen im Umgang mit KI in der kommunalen Praxis zu teilen.

Ziel ist es:

  • konkrete Best Practices aus verschiedenen Kontexten sichtbar zu machen,
  • einen interregionalen Wissensaustausch zu fördern und
  • Impulse für die Entwicklung eigener Handlungsansätze zu geben

 

Zunächst wird das in Bonn ansässige KI-Unternehmen Petanux seine KI-Tools vorstellen und erläutern, wie es mit deutschen Kommunen zusammenarbeitet. Anschließend präsentiert die Stadt Jakarta das KI-Tool, das zur Unterstützung ihrer Stadtentwicklungsstrategie eingesetzt wird. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Präsentation der Stadt Hamburg, die ihre Erfahrungen mit einem auf Large Language Models (LLMs) basierenden Analyse-Tool zur Überwachung der Umsetzung der SDGs in Hamburg vorstellt.

Konferenzsprache ist Englisch.

Ort: Online

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich:

Zur Anmeldung 

Wenn Sie Fragen zu der Veranstaltung haben, kontaktieren Sie uns gerne:

Sibylle Loyeau

sibylle.loyeau@engagement-global.de und Connective-cities@engagement-global.de

Tel.: +49 (0)228-20717-2587

Die Stimme der Städte stärken und die Umsetzung der SDGs beschleunigen

Auf freiwilliger Basis berichten immer mehr Kommunen über den Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda 2030 auf lokaler Ebene in sogenannten Voluntary Local Reviews (VLR) beziehungsweise Voluntary Sub-National Reviews (VSR) auf regionaler Ebene. Diese ergänzen die nationalen Berichte (VNR) der Regierungen und werden jedes Jahr beim sogenannten High Level Political Forum (HLPF) der Vereinten Nationen in New York präsentiert. Dadurch wird die lokale Ebene auf der internationalen Ebene sichtbarer. Allerdings wird in vielen Ländern auf nationaler Ebene mehr über als mit den lokalen Regierungen gesprochen, wenn es um die Erstellung von nationalen Nachhaltigkeitsstrategien geht. Dabei ist es die lokale Ebene, auf der über 65% der SDGs umgesetzt werden (müssen).

Anfang Dezember 2024 hat Connective Cities daher einen Lernprozess zur nachhaltigen Berichterstattung auf lokaler und regionaler Ebene gestartet. Ziel war es, durch einen internationalen Erfahrungsaustausch die Erstellung von VLRs und VSRs zu  verbessern, die Umsetzung der SDGs zu beschleunigen und letztendlich den Dialog zwischen lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu fördern. Zum ersten Mal berieten sich in einem Lernprozess von Connective Cites Vertreter*innen kommunaler Verbände mit ihren Kolleg*innen aus den Stadtverwaltungen. Die regionale Vielfalt mit Perspektiven und Praxisbeispielen aus Südamerika, Subsahara Afrika, Deutschland, Südosteuropa und Asien belebte die Diskussion und trug zum Erfolg des  Prozesses bei.

Autor: Burkhard Vielhaber

Cities Leading by Example

Städte spielen beim Klimawandel eine doppelte Rolle: Einerseits tragen sie maßgeblich zu ihm bei, andererseits sind sie besonders anfällig für seine Auswirkungen. Diese Dynamik führt zu einer Rückkopplungsschleife, die die Herausforderungen für Städte weiter verschärft: Der Beitrag der Städte zum Klimawandel verschlimmert nämlich genau die Risiken, denen städtische Zentren ausgesetzt sind. Da Städte weltweit bereits jetzt die Auswirkungen des Klimawandels, wie steigende Temperaturen und häufigere Hitzewellen, zu spüren bekommen, ist proaktive, risikobewusste Planung dringender denn je.

Der Leitfaden „Cities Leading by Example: A Guidebook on Risk-Informed Planning and Heat Mitigation” (Städte gehen mit gutem Beispiel voran: Ein Leitfaden für risikobewusste Planung und Hitzeminderung) richtet sich an kommunale Akteure, Stadtplaner, politische Entscheidungsträger und Gemeindevorsteher, die einen risikobewussten Ansatz verfolgen und die Anpassung an Hitze in ihre Planungsprozesse integrieren möchten. Anhand praxisorientierter Beispiele befasst sich dieser Leitfaden mit den Erfahrungen von Städten bei der Ausarbeitung von Strategien und Maßnahmen, der Optimierung der institutionellen Rahmenbedingungen und Steuerungsstrukturen, der Förderung einer effektiven Kommunikation und Bürgerbeteiligung sowie der Nutzung evidenzbasierter Planung unter Verwendung von Klimadaten.

Bilanzveranstaltung über die Nachnutzung von öffentlichen Gebäuden der Moderne der 60er und 70er-Jahre

Der Bausektor ist für etwa 60 % der CO2-Emissionen und für mehr als 30 % der Abfallerzeugung verantwortlich. Die Nach- und Umnutzung von Gebäuden ist eine wesentliche Strategie für einen nachhaltigeren Bausektor. Außerdem kann die Entscheidung, ein bestehendes Gebäude nachzunutzen, Kommunen bis zu 15 % der Bau- und Abbruchkosten einsparen. Wir möchten Sie daher herzlich zu unserer 2,5-stündigen Online-Veranstaltung am 22. September (10:00 – 12:30 Uhr) einladen, bei der Sie mehr über die erfolgreiche Nachnutzung öffentlicher Gebäude erfahren können – vielleicht sind diese Erkenntnisse auch für Ihre Arbeit oder Ihr Arbeitsumfeld von Nutzen?

Bitte registrieren Sie sich hier und bestätigen Sie Ihre Anmeldung. Sie erhalten den Link zur Veranstaltung per E-Mail.

Im vergangenen September widmete sich eine Dialogveranstaltung von Connective Cities in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bau und Wohnen in Berlin dem Paradigmenwechsel Nachnutzung statt Abriss und Neubau. Rund 30 kommunale Experten aus Deutschland, Kenia, Montenegro, den Palästinensischen Gebieten, Sambia und der Ukraine tauschten sich über Lösungen und Herausforderungen für die nachhaltige Wiederverwendung modernistischer Gebäude aus und arbeiteten gemeinsam an individuellen Projektideen.

Am 22. September 2025 bietet diese Connectve Cities Bilanzveranstaltung den Teilnehmern und weiteren kommunalen Experten aus Deutschland und international die Möglichkeit:

  • auf den einjährigen Lernprozess und die Fortschritte der Projekte zurückzublicken
  • Beispiele für die Revitalisierung öffentlicher Gebäude aus Sicht eines Geldgebers zu sehen
  • Informationen über die Bedeutung von Nachnutzungsprojekten für die globalen SDGs zu erhalten
  • einen Vortrag der Firma Concular zum zirkulären Bauen zu hören
  • sich über ihre Möglichkeiten zur Beteiligung in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu informieren.

Die Arbeitssprache der Veranstaltung ist Englisch. Die Agenda finden Sie im Anhang. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an uns: connective-cities@engagement-global.de.

Neue Brücken bauen: Integration syrischer Städte in das regionale Netzwerk „Connective Cities“

Der Workshop trug zur Stärkung des Austauschs kommunaler Erfahrungen bei und ebnete den Weg für die Integration der syrischen Städte in das Netzwerk und ihre aktive Mitgliedschaft. Vertreter der Provinzen Damaskus und Rif Damaskus berichteten über den aktuellen Stand der umfassenden Planung und hoben dabei die Herausforderungen hervor, die mit der Verfolgung einer langfristigen Vision für nachhaltige Entwicklung verbunden sind.

An zwei runden Tischen sitzen die Teilnehmenden und hören dem Vortrag über Damaskus zu.
Die Teilnehmenden während des Vortrags über die Planung in Damaskus | Foto: Muna Shalan, Connective Cities
Ein Kollege aus Amman bei der Powerpointpräsentation über den Digitalisierungsprozess in seiner Stadt.
Präsentation des Digitalisierungsprozesses in Amman | Foto: Muna Shalan, Connective Cities

Zudem diskutierten sie ihre Bestrebungen hinsichtlich der digitalen Transformation in ihrer Stadtverwaltung. Ihre Kollegen aus der Gemeinde Greater Amman vertieften sich in praktische Erfahrungen zu diesen Themenbereichen und teilten einen reichen Schatz an Wissen und Erfahrungen, die auf dem lokalen Kontext der Umsetzung basieren.

Kollage von drei Fotos auf denen Teinlehmende in kleinen Gruppen diskutieren.
Kollegiale Beratung und Vorstellung guter Praktiken | Foto: Muna Shalan, Connective Cities

Im Rahmen interaktiver Peer-Learning-Aktivitäten stellten die Teilnehmer Beispiele für bewährte Praktiken vor und erörterten Erfolgsfaktoren und Hindernisse, mit denen kommunale Mitarbeiter bei der Stadtplanung, der Erbringung kommunaler Dienstleistungen und der digitalen Transformation konfrontiert sind. Die Diskussionen führten zu einem offenen und ehrlichen Austausch, bei dem beide Seiten von den Erfolgen und Hindernissen der anderen Seite lernen konnten.

Zwei Fotos, auf denen die Teilnehmenden im Halbkreis auf dem Gelände des Al-Zuhour Green Triangle stehen und sich das Projekt erklären lassen.
Feldbesuch zum Al-Zuhour Green Triangle – einem Modell für grüne Infrastruktur | Foto: Muna Shalan, Connective Cities

Im Rahmen des Workshops wurde auch die Besichtigung eines Beispiels für bewährte Praktiken organisiert: des Al-Zuhour Green Triangle, einem Modell für grüne Infrastruktur. Auf einer Fläche von 2.300 m² demonstriert dieses von der Gemeinde Greater Amman und UN-Habitat Jordanien umgesetzte Pilotprojekt zwei Konzepte des grünen Regenwassermanagements: Regenwasser-Bioretention und Regenwasserrückhaltung.

Der Workshop mündete in einen Fahrplan für die künftige Zusammenarbeit und die Institutionalisierung des Wissensaustauschs. In diesem Fahrplan wurden vorrangige Handlungsbereiche skizziert. Zu den wichtigsten Schwerpunkten zählen Gesetzgebung und Regierungsführung. Dabei liegt der Fokus auf der raschen Verabschiedung eines fairen Wiederaufbaugesetzes in Syrien, der Einführung standardisierter Ausschreibungs- und Vergabeverfahren sowie der Aktivierung von Rahmenwerken für öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP), wo dies angemessen ist. Hinsichtlich der Dezentralisierung waren sich die Teilnehmer einig, dass ausgewählte Befugnisse, insbesondere im Bereich Verkehr und Verkehrsmanagement, an die Kommunen delegiert werden müssen. Dies soll durch technische Ausschüsse unterstützt werden, um sicherzustellen, dass die Masterpläne mit den sektoralen Strategien in Einklang stehen. Als entscheidend wurde auch die Stärkung der Ressourcen und Kapazitäten angesehen, einschließlich der Bereitstellung ausreichender personeller und finanzieller Ressourcen sowie der Investition in internes Fachwissen und kontinuierliche Weiterbildung. Ein weiteres wichtiges Prinzip war die Einbeziehung der Gemeinschaft in die Stadtplanung.

Die Teilnehemnden, teils stehend teils sitzend im Tagungsraum, im Hintzergrund ein bildschirm mit dem Logo von Connective Cities
Gruppenbild der Teilnehmenden | Foto: Muna Shalan, Connective Cities

Die Teilnehmenden sprachen sich dafür aus, die Beteiligung der Öffentlichkeit durch Bürgerzentren und Feedback-Mechanismen aufrechtzuerhalten, die sowohl die sozialen als auch die wirtschaftlichen Dimensionen des städtischen Lebens widerspiegeln. Unter dem Motto „Build Back Better“ forderten die Teilnehmenden schließlich, Datenlücken zu schließen, die sektorübergreifende Koordination zu verbessern und den Wiederaufbau als Plattform für eine langfristige, nachhaltige Entwicklung zu nutzen.

Weitere Informationen zu den Präsentationen finden Sie auf der  Connective Cities Plattform.

Von der Offenen Kommune zur Smart City

Das Connective Cities Regionalnetzwerk im Nahen Osten und Nordafrika organisierte eine virtuelle Informationsveranstaltung zu der Frage, wie Kommunen offene Verwaltungsmodelle einsetzen und die Möglichkeiten der Digitalisierung für eine bessere Stadtplanung und Dienstleistungserbringung nutzen können. Das große Potenzial dieses Ansatzes liegt in verbesserten Strategien für ein dynamisches städtisches Ressourcenmanagement, in der Entwicklung von Strategien für städtisches Engagement und Bürgerbeteiligung sowie in Innovationen im Stadtmanagement und in der politischen Analyse.

In der Sitzung wurden kommunale Erfahrungen vorgestellt, wie die Grundsätze der offenen Verwaltung lokalisiert werden können, um die Transparenz und das Engagement der Bürger zu verbessern und letztlich eine gute Regierungsführung zu fördern. Die Rolle der digitalen Transformation bei der Verbesserung von Transparenz und öffentlicher Beteiligung wurde hervorgehoben. Darüber hinaus befasste sich die Veranstaltung mit der Anwendung digitaler Tools, insbesondere KI-gestützter geografischer Informationssysteme (GIS), zur Unterstützung datengestützter Entscheidungsfindung für die Entwicklung der Infrastruktur und die Verbesserung der Lebensqualität. Anhand von Good-Practice-Beispielen aus Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) und Ras el-Matn (Libanon) erfuhren die Teilnehmenden von erfolgreichen Ansätzen zur Integration von Open-Government-Prinzipien und städtischer Informatik für ein nachhaltiges Stadtwachstum und eine integrativere, effizientere und widerstandsfähigere Stadtverwaltung.

Bildersammlung von öffentlichen Plätzen vor und nach der Sanierung
Über die Bedeutung Lebensqualität richtig einzuschätzen | Foto: Connective Cities

 

GIS-gestützte Planung zur Verbesserung der Lebensqualität | Foto: Connective Cities

In der ersten Präsentation bewährter Verfahren wurden Geospatial-Lösungen erörtert, die Regierungen und Kommunen mit KI-gestützten, benutzerfreundlichen GIS-Plattformen durch Automatisierung, intelligente Analysen und nahtlose Entscheidungshilfen unterstützen. Beispiele für diese Tools, die von der Stadt Abu Dhabi eingesetzt werden, um höhere Lebensstandards zu erreichen, sind maßgeschneiderte GIS-Anwendungen, Smart-City-Dashboards, Geodaten-Infrastruktursysteme, Echtzeit-Überwachungslösungen und raumbezogene Entscheidungshilfen. Diese Tools sind anpassbar und skalierbar und können an die Bedürfnisse der Stadtverwaltung angepasst werden, z. B. in den Bereichen Raumanalyse, Infrastrukturplanung, Datenintegration für technische Projekte und Visualisierung von Stadtplanung.

Grundsätze der offenen Verwaltung Foto: Connective Cities

In der Gemeinde Ras el-Matn wurden kürzlich Grundsätze einer offenen Verwaltung verabschiedet, um Transparenz und Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und ihren Bürgern zu fördern. Diese Grundsätze wurden auf lokaler Ebene angepasst, um einen Rahmen für Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgerbeteiligung in der lokalen Verwaltung zu schaffen. Konkret bedeutet dies eine erhöhte Transparenz und Rechenschaftspflicht, eine verstärkte Bürgerbeteiligung und kollaborative Verwaltung, den Einsatz von Technologie, Innovation und offenen Daten, einen verbesserten Zugang zu Informationen, eine durchgängige Berücksichtigung der Rechtsstaatlichkeit, eine Gewährleistung der steuerlichen Transparenz und der öffentlichen Integrität sowie eine Optimierung der Reaktionsfähigkeit durch das Einholen von Feedback aus der Öffentlichkeit und entsprechende Anpassungen der Politik. Es wurde betont, dass die intelligente Kommune die offene Verwaltung ergänzt, aber nicht ersetzt. Technologie ist ein Instrument zur Unterstützung von Transparenz und Beteiligung, aber keine ultimative Lösung zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten.

Schritte zum Aufbau einer kommunalen Datenbank Foto: Connective Cities

Durch die Lokalisierung von Transparenz, Bürgerbeteiligung und datengestützter Entscheidungsfindung – wie in Abu Dhabi mit seinen Geodatenlösungen und in Ras el-Matn mit seiner partizipativen Verwaltung demonstriert – können Städte die Lebensqualität und Infrastrukturplanung verbessern. Während Technologie Effizienz ermöglicht, bleibt die Grundlage eine gute Regierungsführung: Zusammenarbeit, Rechenschaftspflicht und bürgernahe Politik. Das Wichtigste zum Schluss: Bei einer „intelligenten Stadt“ geht es nicht nur um Technologie, sondern darum, sie zur Stärkung einer offenen, gerechten und nachhaltigen Stadtentwicklung einzusetzen.

 

Aufzeichnung der Sitzung über die Plattform Connective Cities (auf Arabisch).