Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung

Kommunen und Regionen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland sind eingeladen, am regionalen Lernprozess „Planung für urbane Resilienz“ teilzunehmen und gemeinsam Ansätze zum Schutz kritischer Infrastrukturen und zur Stärkung urbaner Resilienz weiterzuentwickeln.

Kommunen stehen zunehmend vor komplexen Risiken: klimabedingte Extremereignisse, technische Störungen, wachsende Abhängigkeiten zwischen Infrastruktursystemen sowie neue sicherheitspolitische Herausforderungen gefährden die Funktionsfähigkeit urbaner Räume. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – Energie, Wasser, Verkehr, Kommunikation und Gesundheit – ist damit zu einer zentralen Aufgabe moderner kommunaler Governance geworden.

Der Lernprozess bringt Kommunen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland zusammen, um praxisnahes Wissen auszutauschen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und lokale Kapazitäten für risikoinformierte Entwicklung zu stärken. Im Fokus stehen integrierte Planung, Multi-Risiko-Governance und die Entwicklung umsetzbarer Projektansätze zum Schutz und zur Stärkung kritischer Infrastrukturen.

An wen richtet sich der Teilnahmeaufruf?

  • Fach- und Führungskräfte aus Kommunalverwaltungen, kommunalen Unternehmen und regionalen Behörden
  • Mitarbeitende aus Planung, Infrastruktur, Katastrophenvorsorge und kommunalem Management
  • Städte, Gemeinden, Landkreise und Regionen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland

 

Zeitplan und Format

  • Virtuelles Kick-off-Meeting: Ende April 2026
  • Erster Präsensworkshop (3 Tage): Anfang Juni
  • Dauer: ca. 1 Jahr
  • Formate: Präsenzworkshops, digitale Austauschmodule und kurze Expert*innenmissionen („Peer Visits“)

 

Der Lernprozess ist in drei Phasen gegliedert:

  1. Risiko- und Vulnerabilitätsanalyse,
  2. integrierte Planung und Lösungsentwicklung sowie
  3. Umsetzungsreife und Finanzierung.

 

Thematische Schwerpunkte liegen u. a. auf urbanen Systemen und Infrastrukturresilienz, integrierter Risikogovernance sowie Daten-, Frühwarn- und Kontinuitätsmanagement. Der strukturierte Prozess fördert kollegiale Beratung und technische Zusammenarbeit zwischen Kommunen in Europa und den Partnerregionen.

Teilnahme und Kontakt

Die Teilnahmekosten (Unterbringung und Verpflegung) werden übernommen. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Interessenbekundung bis: 13. April 2026
Zur Bewerbung: https://community.connective-cities.net/en/form/connective-cities-see-learning-p

Weitere Informationen: Teilnahmeaufruf [pdf, 3 Seiten ]

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Paulina Koschmieder – paulina.koschmieder@giz.de
Jimmy Yoedsel – jimmy.yoedsel@giz.de

Natur im Zentrum kommunaler Resilienz

Connective Cities – Internationale Städteplattform für nachhaltige Entwicklung lädt kommunale und regionale Gebietskörperschaften aus Subsahara-Afrika und Deutschland ein, an einem neuen internationalen Lernprozess zum Thema naturbasierte Lösungen (NbS) teilzunehmen.

Lokale und regionale Behörden stehen zunehmend an vorderster Front bei der Bewältigung von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltdegradation. Zunehmende Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen sowie Flächenversiegelung setzen urbane Infrastrukturen und Governance-Systeme unter wachsenden Druck. Vor diesem Hintergrund bieten naturbasierte Lösungen einen kosteneffizienten Ansatz mit vielfältigem Mehrwert, um die Klimaanpassung zu stärken und zugleich Minderungsko-Benefits wie Kohlenstoffbindung, Regenwassermanagement sowie urbane Kühl- und Heizregulierung zu erzielen.

 Über den Lernprozess

Der einjährige Lernprozess bringt kommunale Praktikerinnen, technische Expertinnen und politische Entscheidungsträger*innen in drei Präsenzworkshops sowie über eine kontinuierliche virtuelle Zusammenarbeit zusammen. Die Teilnehmenden durchlaufen dabei alle Phasen von der Problemidentifikation über die gemeinsame Entwicklung von Lösungsansätzen bis hin zur Umsetzungs- und Finanzierungsreife. Der Prozess wird durch Peer-Learning, fachlichen Austausch und gezieltes Coaching begleitet.

Ziele des Lernprozesses sind:

  • Stärkung kommunaler und regionaler Kapazitäten zur Planung und Umsetzung naturbasierter Lösungen
  • Förderung strukturierter Peer-to-Peer-Lernprozesse zwischen Kommunen aus Subsahara-Afrika und Deutschland
  • Gemeinsame Entwicklung umsetzungsnaher NbS-Projektkonzepte, die für Pilotierung, Finanzierung oder Integration in Planungsprozesse geeignet sind
  • Erarbeitung und Verbreitung von Wissensprodukten zur Replikation und Skalierung

 

Thematische Schwerpunkte

Die Zusammenarbeit erfolgt in nachfrageorientierten thematischen Arbeitsgruppen, darunter:

  1. Natur & urbane Ökosysteme – Stadtbegrünung, Biodiversität, Entsiegelung, urbane Wälder, Hitzereduktion
  2. Wasser & Schwammstadt-Ansätze – Hochwassermanagement, Fluss- und Feuchtgebietsrenaturierung, Regenwassermanagement
  3. Begrünung kommunaler Infrastruktur – Integration grüner und grauer Infrastruktur, ökologische Korridore, klimaangepasste Mobilitäts- und Energiesysteme

 

 Zeitplan

  • März 2026: Virtueller Kick-off und Insight-Session zu naturbasierten Lösungen
  • vom 21. bis 23. April 2026: Erster Präsenzworkshop
  • Oktober 2026: Zweiter Präsenzworkshop
  • Januar 2027: Abschließender Präsenzworkshop

 

Teilnahmeberechtigung

Der Aufruf richtet sich an:

  • Kommunale und regionale Gebietskörperschaften aus Subsahara-Afrika
  • Deutsche Kommunen und Landkreise

Es wird empfohlen, mit zwei Fachpersonen pro Kommune teilzunehmen. Eine Einbindung von Partnern aus Ministerien, Zivilgesellschaft oder Privatwirtschaft ist möglich.

 Bewerbung

Interessierte Gebietskörperschaften werden gebeten, eine Interessenbekundung (Expression of Interest) über die Connective Cities Community-Plattform einzureichen:

Zum Bewerbungsformular:
https://community.connective-cities.net/en/form/connective-cities-ssa-learning-p

Bewerbungsfrist: 30. März 2026

Kontakt

Grüne Korridore in der City und auf dem Land

Kickoff Event: 7.-9. April 2026  in Ägypten

Kommunen in Deutschland und in Nordafrika und im Nahen Osten stehen vor ähnlichen Herausforderungen angesichts des Klimawandels. Sie sind gefordert allgemeine Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zum Klimaschutz in konkrete lokale Maßnahmen umsetzen. Eine Möglichkeit ist die Entwicklung von grünen Korridoren – z.B. als begrünten Gehwegen in Stadtzentren oder als grüne Korridore im Umland und neuen Quartieren. Diese ermöglichen verbesserte Frischluftzufuhr, Aufenthaltsqualität und ein effizienteres Wassermanagement. Die grünen Korridore können zudem für Naherholung und den Hitzeschutz in Kommunen genutzt werden.

Vor diesem Hintergrund bietet Connective Cities Fachleute aus Kommunalverwaltungen in Deutschland, Nordafrika und dem Nahen Osten die Möglichkeit im Rahmen eines einjährigen Lernprozesses konkrete Lösungsmaßnahmen für den eigenen Kontext zu entwickeln und sich gegenseitig auszutauschen.

Der strukturierte Lernprozess wird sich mit drei Schwerpunkten beschäftigen:

  1. Grüne Korridore als Frischluftschneisen zwischen Stadt und Umland
  2. Grüne Wege in Städten und alten Stadtzentren
  3. Grüne Neubau- und Bestands-Quartiere

 

Die Methodik

Der Lernprozess verfolgt einen modularen Ansatz mit folgenden Zielen:

  1. Unterstützung der teilnehmenden Kommunen bei der Ausarbeitung von Lösungsmaßnahmen durch Peer-Learning und maßgeschneiderte technische Beratung, um Lösungen zu grünen Korridoren voranzubringen.
  2. Kompetenzentwicklung der Teilnehmer, um organisatorische Veränderungen, Verbesserung von Verfahren und Methoden besser in der eigenen Kommune umsetzten zu können.
  3. Unterstützung der teilnehmenden Kommunen bei der methodischen Vorgehensweise und der Entwicklung von finanzierbaren Lösungsmaßnahmen.

Im Rahmen des Lernprozesses werden bewährte Verfahren für grüne Korridore und klimafreundliche Stadtplanung vorgestellt. Die teilnehmenden Kommunen werden sich im Peer-Learning-Prozess mit anderen austauschen, um konkrete Lösungen für ihre individuellen Kontexte zu entwickeln. Diese Lösungen können organisatorische Veränderungen zur Verbesserung von Verfahren, Methoden und Datenverfügbarkeit bewirken als auch konkrete Umsetzung von Pilotmaßnahmen.

Unter Anwendung eines ko-kreativen Ansatzes werden die Teilnehmer in einen strukturierten kreativen Problemlösungsprozess eingebunden. Dazu gehören

  1. die Beobachtung und das Verständnis der laufenden kommunalen Praktiken, um Herausforderungen und Lücken zu identifizieren;
  2. die Ideenfindung und Ausarbeitung von konkreten Lösungsansätzen und
  3. die Erprobung der Lösungen mit einer Gruppe von Interessierten, darunter Bürger und Experten, um Feedback zu erhalten.

 

Dauer

Der Lernprozess erstreckt sich über einen Zeitraum von einem Jahr und beginnt mit einem Auftakt-Workshop im April 2026 in Ägypten. Insgesamt werden zwei deutsche und ca. 10 Kommunen aus der MENA-Region an dem Lernprozess teilnehmen.

Teilnahme und Kontakt

Gesucht werden Fachleute aus Kommunalverwaltungen in Deutschland, Nordafrika und dem Nahen Osten (Landkreisämtern, Stadtverwaltungen, kommunalen Unternehmen etc.), die ein Projekt oder eine Idee für einen Lösungsansatz für grüne Korridore in den Lernprozess einbringen können. Idealweise bewerben sich zwei Fachleute aus einer Kommune und den Veränderungsprozess nachhaltig in der Verwaltung verankern zu können. Die Teilnahmekosten (Unterbringung und Verpflegung) werden übernommen. Die Konferenzsprache ist Englisch und Französisch.

Wenn Sie Interesse am Lernprozess haben, bewerben Sie sich bitte unter Angabe Ihrer Kommune, Position und dem Projekt/der Herausforderung im Bereich grüne Korridore über diesen Link: Lernprozess MENA Grüne Korridore 2026/2027 | Connective Cities Network bis zum 20. Februar 2026.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an jelena.karamatijevic@giz.de

Weitere Infos über Connective Cities Lernprozesse

Kommunale Wirtschaftsförderung durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum

Wie können Kommunalverwaltungen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und der Unterstützung migrantischen Unternehmertums in ihren Kommunen übernehmen?

Die interaktive Online-Veranstaltung von Connective Cities findet am 25. März 2026 von 10:00 -12:30 Uhr MEZ statt. Sie bringt deutsche und internationale kommunale Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aus praktischen Beispielen zu lernen und innovative Ansätze für kommunale Wirtschaftsförderung durch die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantisches Unternehmertum zu diskutieren.

Die Teilnehmenden profitieren von Präsentationen und Diskussionen Guter Praktiken, anhand derer sie:

  • effektive kommunale Strategien zur Förderung einer erfolgreichen und fairen Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantischen Unternehmertums kennenlernen,
  • das Bewusstsein für Problemstellungen und Chancen von Fachkräfteeinwanderung auf lokaler Ebene schärfen,
  • übertragbare Lösungen für unterschiedliche lokale Kontexte erleben und
  • darin gestärkt werden, kommunale Handlungsspielräume zu nutzen, um die lokale Wirtschaft durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum voranzubringen.

 

Die Veranstaltungssprache ist Englisch.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich:

Zur Anmeldung 

Kontakt:

Nikola Krause
+49 228 20 717-2922
nikola.krause@engagement-global.de

Die Hamburger Wasserstoffstrategie

Am 18. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr (MEZ) stellt die Wasserstoffwirtschaftseinheit der Behörde für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg in einer Insight Session die Hamburger Wasserstoffstrategie vor. Im Fokus steht, wie sich die Metropolregion Hamburg als international führender Standort der Wasserstoffwirtschaft positioniert.

Als bedeutender Hafen- und Logistikstandort übernimmt Hamburg eine strategische Rolle bei der Verknüpfung globaler Wasserstoff-Lieferketten mit der nationalen Nachfrage. Die Strategie verfolgt einen integrierten Ansatz zur Skalierung von Produktion, Import, Infrastruktur und industriellen Anwendungen und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Klimaneutralität.

Durch gezielte Investitionen, politische Koordination und internationale Partnerschaften stärkt Hamburg sein Wasserstoff-Ökosystem – von Importkorridoren über wasserstofffähige Infrastruktur bis hin zu Innovationsclustern. Ziel ist es, Hamburg als Tor für Wasserstoff nach Deutschland und Europa sowie als Zentrum für industriellen Wandel und nachhaltiges Wachstum zu etablieren.

Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit, wie internationale Kooperation, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Transformation zusammenwirken können.

Weitere Informationen und Anmeldung: Hamburg Green Hydrogen Strategy: Catalysing Private Sector Involvement | Connective Cities Platform

Das Heilbronner Wasserstoffmodell

Am 26. Februar 2026 von 11:00 – 12:30 Uhr MEZ stellt die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH in einer Insight Session das Heilbronner Wasserstoffmodell vor. Im Fokus steht, wie sich die Region Heilbronn-Franken durch den Aufbau eines koordinierten regionalen Ökosystems strategisch im Bereich grüner Wasserstoff positioniert.

Im Einklang mit der EU-Wasserstoffstrategie und der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands trägt die Initiative zur Klimaneutralität bei – durch den Ausbau von Elektrolysekapazitäten, den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und die Anbindung an das nationale Wasserstoff-Kernnetz.

Im Rahmen des regionalen Transformationsprogramms ANTRIEB HNF geben die Strategien RegioStrat und H2 Transform HNF die langfristige Ausrichtung bis 2040 vor. Mit H2-Impuls werden über 100 Akteurinnen und Akteure aus 60 Institutionen vernetzt, konkrete Teilprojekte initiiert und der Austausch strukturiert begleitet.

Nutzen Sie die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in den Aufbau regionaler Wasserstoffstrukturen zu erhalten und sich mit Expertinnen und Experten auszutauschen.

Weitere informationen und Registrierung: The Heilbronn Hydrogen Model Building a Regional Ecosystem | Connective Cities Network

Kostenloses E-Carsharing für den Weg zum Bahnhof

Die rund 9.300 Einwohner*innen von Borgholzhausen verteilen sich auf einer Fläche von 56 km². Ein Drittel der Bevölkerung wohnt in der Kernstadt, die anderen zwei Drittel leben in elf Siedlungen mit jeweils einigen hundert Einwohner*innen. Vom Bahnhof in Borgholzhausen gelangt man mit der NordWest-Bahn zu den benachbarten Städten Osnabrück im Nordwesten und Bielefeld im Südosten. Es gibt jedoch keinen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der die Siedlungen mit dem Bahnhof verbindet.

Vor diesem Hintergrund hat Borgholzhausen ein neuartiges Linien-E-Carsharing entwickelt, das es den Bewohner*innen der Gemeinde ermöglicht, die letzte Meile vom Bahnhof nach Hause bequem und ohne Mehrkosten zum Preis des Zugtickets zu buchen. Die Nachbargemeinde Halle-Künsebeck beteiligt sich an diesem innovativen Mobilitätskonzept.

Wer über ein gültiges ÖPNV-Ticket verfügt, kann ein Elektrofahrzeug kostenfrei auf festgelegten Linien zwischen bestimmten Haltepunkten für maximal eine halbe Stunde hinzubuchen. Zudem besteht jetzt die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu moderaten Kosten im klassischen freien Carsharing zu mieten. Die Einnahmen hieraus senken die Betriebskosten.

Diese gute Praktik beschreibt, wie dieses in Deutschland bisher einzigartige Modell entwickelt wurde, wie es sich trägt, welche Vorteile es bietet und welche Lernerfahrungen bisher gemacht wurden.

KI-basierte Visualisierung für nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum

Städte weltweit stehen vor wachsenden Herausforderungen bei der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, der Sanierung informeller Siedlungen und der Schaffung inklusiver öffentlicher und sozialer Räume. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind partizipative Planung, klare Kommunikation und Instrumente erforderlich, die raumplanerische Optionen für Bürger und Entscheidungsträger greifbar machen.

Die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum” von Connective Cities bietet eine globale Peer-to-Peer-Lernplattform, die kommunale Innovationen durch den Austausch von Projektideen, Planungsansätzen und praktischen Lösungen unterstützt. Aufbauend auf früheren Austauschrunden (2024–2025) ist die Arbeitsgruppe in eine neue Phase (2026–2028) eingetreten, in der der Schwerpunkt auf Visualisierungsmethoden zur Unterstützung umgekehrter Planung (‚Reverse Planning‘) und der umsetzungsorientierten Projektvorbereitung liegt.

Bezahlbarer Wohnraum in verkehrsberuhigtem Viertel | Foto: Connective Cities

Am 22. Januar 2026 veranstaltete Connective Cities einen Online-Peer-Learning-Workshop zum Thema KI-basierte Visualisierung für nachhaltiges und bezahlbares Wohnen. Städte aus Subsahara-Afrika, Europa und der MENA-Region arbeiteten praxisorientiert mit der KI-basierten Visualisierungsplattform CoPlan AI, entwickelten und verfeinerten gemeinsam visuelle Konzepte und erläuterten dabei ihre lokalen Planungskontexte, Einschränkungen und Prioritäten. Die Sitzung folgte einem Peer-Learning-Format und konzentrierte sich auf das Lernen und den Austausch, anstatt auf endgültige Designlösungen.

Teilnehmende Städte

Zu den teilnehmenden Städten gehörten Kisumu, Nairobi, Turkana County, Kitengela, Windhoek, Mariental, Huye, Rwamagana, Lusaka, Mazabuka, Mangaung (Bloemfontein), Hebron, Mwanza und Berlin.
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Ausgewählte Städte-Beispiele

Huye (Ruanda)

Modell für Huye | Foto: Connective Cites

Huye untersuchte die Aufwertung einer dicht besiedelten informellen Siedlung entlang einer Hauptstraße. Die Visualisierungen konzentrierten sich auf die Kombination einer höheren Bebauungsdichte mit Prinzipien auf Nachbarschaftsebene, die Einführung eines zentralen öffentlichen Platzes, die Integration von Solardächern und begrünten Fassaden sowie die Schaffung kleiner sozialer Infrastrukturen wie Spielplätze, Gemeinschaftsräume und lokale Geschäfte.

Weiteres Modell für Huye | Foto: Connective Cites

Berlin (Deutschland)

Berlin testete einen erschwinglichen Wohnkomplex aus Holz in einem neuen Entwicklungsgebiet mit Straßenbahnanbindung. Das Konzept umfasste eine mehrschichtige Blockbebauung, gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss, erschwinglichen Wohnraum für etwa 1.000 Bewohner in den oberen Stockwerken sowie die Integration von Fahrradinfrastruktur, begrünten Fassaden und Solarbeleuchtung.
Der Beitrag der Stadt wurde gemeinsam von Lars Löbner und Larissa Häschel von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bau und Wohnen Berlin entwickelt.

Modell für Berlin | Foto: Connective Cities

Nairobi (Kenia)

Visionen für Nairobi

Nairobi konzentrierte sich auf Flachbauten entlang einer belebten Stadtstraße. Das Szenario kombinierte erschwingliche Backsteinhäuser mit Platz für lokale öffentliche und halböffentliche Verkehrsmittel, darunter Boda-Boda-Stationen. Zur Verbesserung der Qualität des öffentlichen Raums und der lokalen Erreichbarkeit wurden versetzt angeordnete Gebäude, belebte Erdgeschosse, Geschäfte und begrünte Fassaden genutzt.

Fotos: Conective Cities

Hebron (Palästina)

Hebron untersuchte eine parkzentrierte Entwicklung am Stadtrand, in Kombination mit erschwinglichem Wohnraum. Der Park diente als Hauptstrukturierungselement, ergänzt durch Wohnformen, die sich an traditionellen Modellen orientierten, sowie schattige Sitzbereiche, klimagerechte Vegetation und natürliche Wege.

Modell für den Park am Stadtrand | Foto: Connective Cities

Methodisches Beispiel: Santa Cruz de la Sierra (Bolivien)

Santa Cruz de la Sierra wurde von Ruvi Suárez (GIZ Bolivien) als methodisches Beispiel vorgestellt. Basierend auf ihrer Arbeit mit einer Studentengruppe stellte sie Backcasting-Ansätze und ein Modell zur Bewertung der Auswirkungen verschiedener Stadtentwicklungsszenarien vor. Das Beispiel veranschaulichte, wie KI-gestützte Visualisierung mit wirkungsorientierter Planung kombiniert werden kann, um den Übergang von der Vision zur Umsetzung zu unterstützen, insbesondere im Kontext von bezahlbarem Wohnraum sowie öffentlichen und sozialen Räumen.
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Aufnahme des Online-Peer-Learning-Workshop auf der Connective Cities Plattform:

From Vision to Reality: Introducing Visualisation Methods for Affordable & Sustainable Housing

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Nächste Schritte

Der Workshop markierte den Beginn einer Phase intensiver Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe „Nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum“. Auf dieser Erfahrung aufbauend wird Connective Cities die Formate für den Austausch zwischen Fachkollegen weiter stärken und Visualisierungsmethoden enger mit umgekehrten Planungs- und umsetzungsorientierten Prozessen verknüpfen.

Konzept und Moderation: Jelena Karamatijević, GIZ – Connective Cities (Bonn)
Regionale Koordination (SSA): Moses Munuve, GIZ – Connective Cities (Nairobi)

Modell für einen beschatteten Markt | Foto: Connective Cities