Vom 14. bis 16. September 2026 findet in Köln der 19. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik unter dem Motto „Gemeinsam handeln, schneller agieren, weiter denken: Städte für alle gestalten“ statt. Der Kongress bringt Akteurinnen und Akteure aus Kommunen, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um innovative Ansätze für eine nachhaltige, resiliente und zukunftsorientierte Stadtentwicklung zu diskutieren.
Connective Cities ist dieses Jahr erstmals auf einem Stand der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) vertreten. Der Kongress bietet eine hervorragende Gelegenheit, das internationale Städtenetzwerk und die Angebote der Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Kommunen sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit kommunalen Fachleuten aus den Bereichen Stadtentwicklung, Mobilität, Klimaanpassung und nachhaltige Transformation.
Am SKEW-Stand möchten wir insbesondere Fachleute gezielt auf die Angebote von Connective Cities aufmerksam machen und mit ihnen über mögliche Beteiligungs- und Kooperationsmöglichkeiten ins Gespräch kommen. Darüber hinaus werden ausgewählte Gute Praktiken aus den vertretenen Fachbereichen sowie das Connective Cities Media Center als Wissensplattform vorgestellt. Netzwerkmitglieder, die am Bundeskongress teilnehmen, sind herzlich eingeladen, die Gelegenheit zu nutzen und mit dem Team am Stand ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns auf den Austausch, neue Kontakte und Impulse für die kommunale Entwicklungszusammenarbeit.
Internationale Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 96, Juli 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
„Ein Schiff im Hafen ist sicher. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut“, schrieb einmal der amerikanische Autor John A. Shedd. Gemäß diesem Motto zeigen wir in dieser Ausgabe, wie aus Plänen konkrete Handlungen werden, inklusive aller Risiken und Nebenwirkungen. Dabei setzen wir wie immer auf den Dialog zwischen Fachleuten.
Wir geben einen Einblick, wie im Rahmen einer fünftägigen Expertenmission und interkommunaler Zusammenarbeit ein 36-monatiger Fahrplan für die Umsetzung von grünem Wasserstoff und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung in Südafrika entstand. In unserem Lab im Rahmen des UCLG World Congress haben wir uns der Frage gewidmet, wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen transformieren und dabei bewusst die Herausforderungen in den Vordergrund gestellt. Ein offener dreitägiger Austausch zwischen 11 Kommunen aus sieben Ländern über Start-Up-Förderung, Innovation und berufliche Perspektiven für junge Menschen in Bremen bildet nun die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen eines neuen Lernprozesses mit dem Ziel, konkrete und zukunftweisende Maßnahmen zu entwickeln und für die Umsetzung vorzubereiten.
Gute Praktiken können inspirieren. So hat die Gemeinde Bağcılar, ein Stadtteil von Istanbul, einen digitalen Zwilling für den Katastrophenschutz in diesem Erdbebengebiet entwickelt. Inzwischen wird er auch für die Infrastrukturplanung genutzt, insbesondere im Hinblick auf Klimaresilienz, und er stellt digitale Bürgerdienste bereit.
Kommunale partnerschaftliche Zusammenarbeit für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge wird auch durch den Goerdeler Preis 2027 geehrt. Neben dem Preisgeld lockt auch eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung.
Wir wünschen inspirierende Lektüre
Ihr Connective Cities Team
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Treiber Grüner Transformation: Connective Cities Expertenmission in Waterberg
Kommunaler Fachaustausch zu grünem Wasserstoff und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung
Vom 8. bis 12. Juni 2026 veranstaltete Connective Cities in Partnerschaft mit dem südafrikanischen Kommunalverband (SALGA) und der Bezirksverwaltung Waterberg eine internationale Expertenmission. Im Mittelpunkt standen die Unterstützung des wirtschaftlichen Wandels und der grünen Industrieentwicklung auf kommunaler Ebene.
Die Veranstaltung brachte kommunale Vertreter*innen, Wissenschaftler*innen sowie Expert*innen aus Wirtschaft und Praxis aus Südafrika zusammen, um Wissen auszutauschen und wirtschaftliche Potentiale von Grünem Wasserstoff zu ermitteln. Die Mission schloss mit einem Strategieworkshop ab, in dem die Teilnehmenden gemeinsam einen 36-monatigen Fahrplan für die regionale Entwicklung erarbeiteten.
From Challenge to Practice: Wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen umsetzen
Connective Cities Lab auf dem UCLG World Congress 2026
Im Mittelpunkt des Labs stand eine Herausforderung, die Kommunen weltweit teilen: Strategien und Entwicklungspläne liegen vor – doch ihre Umsetzung in wirksame, inklusive und nachhaltige öffentliche Dienstleistungen ist häufig komplex. Die Session setzte daher bewusst auf konkrete Umsetzungserfahrungen, Herausforderungen und gemeinsames Lernen. Diskutiert wurden unter anderem Beispiele aus der Abfallwirtschaft der Stadt Krefeld, die Kiunga Solar-Powered Desalination Initiative in Lamu County in Kenia und die Umsetzung von Infrastrukturprojekten in der Kommune Pékine in Senegal. Das Lab machte deutlich, wie internationaler kommunaler Austausch über klassische Good-Practice-Präsentationen hinausgehen kann, indem Kommunen offen über Herausforderungen sprechen und gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Gründung, Innovation, Perspektiven für junge Menschen
Internationale Kommunen tauschen sich in Bremen aus
Rund 35 Fachleute aus 11 Kommunen und sieben Ländern kamen vom 30. Juni bis 2. Juli 2026 in Bremen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen die Chancen von Start-ups und Unternehmertum für Beschäftigung, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen ähneln sich die Herausforderungen in vielen Kommunen weltweit. Junge Gründer*innen benötigen Zugang zu Beratung, Netzwerken, Finanzierung, geeigneter Infrastruktur und praxisnaher Bildung. Kommunen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Vernetzerinnen, Förderinnen und Wegbereiterinnen funktionierender lokaler Gründungsökosysteme.
Die Veranstaltung bildete den Auftakt eines neuen Connective Cities Lernprozesses.
Die Digitale Zwillingsplattform von Bağcilar, Türkei
Wie eine Gemeinde in Istanbul Bürgerdienste mit datengestütztem urbanen Risikomanagement verbindet
Bağcılar ist einer der am dichtesten besiedelten Stadtbezirke Istanbuls mit rund 710.000 Einwohnern, gelegen an der Küste des Marmara-Meeres auf einer Fläche von rund 22 Quadratkilometern. Als Gemeinde in einer Region mit hohem Erdbebenrisiko steht Bağcılar vor der dringlichen Aufgabe, für den Krisenfall Vorkehrungen zu treffen, die seine Bevölkerung und urbane Systeme schützen. Mithilfe einer ‚Digital Urban Twin Platform‘ zielt die Kommunalverwaltung auf die Befähigung, Lagen in Not- und Katastrophenfällen schneller einzuschätzen und Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes zu verbessern. Darüber hinaus ermöglicht das fortwährende digitale Monitoring des Gebäudezustandes bspw. die Identifizierung von Hitzeinseln und unterstützt die effiziente Planung von Photovoltaikanlagen.
Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen, kommunale Gleichstellungspolitik und der Beginn eines neuen Governance-Zyklus
Vom 22. bis 25. Juni 2026 fand in Tanger (Marokko) der Weltkongress des Weltverbandes der Kommunen „United Cities and Local Governments“ (UCLG) statt. Unter dem Motto „A New Generation of Universal Local Public Services“ trafen sich über 3.000 Delegierte aus der ganzen Welt. Neben den fachlichen Diskussionen in zahlreichen Barcamps und Nebenveranstaltungen sowie den vielen Vernetzungsmöglichkeiten markierte der Kongress auch den Beginn eines neuen Governance-Zyklus der internationalen kommunalen Bewegung. Ein weiterer Meilenstein war die erste UCLG Women’s Assembly, die Bürgermeisterinnen, Gouverneurinnen und weitere kommunale Entscheidungsträgerinnen aus aller Welt zusammenbrachte. Im Mittelpunkt standen der Austausch über kommunale Gleichstellungspolitik, die Stärkung von Frauen in politischen Führungspositionen sowie die Weiterentwicklung der Feminist Municipal Movement innerhalb von UCLG.
Resiliente Kommunen: Kommunale Partnerschaften für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge
Connective Cities unterstützt erneut die Ausschreibung des Kommunalpolitischen Preises 2027 des Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftungsfonds (CAG), der nach dem Übergang in die Leipzigstiftung unter diesem Namen firmiert. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen der kommunalen Verwaltung und Politik ausgezeichnet. Gesucht werden innovative und übertragbare Gute Praktiken zum Therma „Resiliente Kommunen“, die im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit – insbesondere auch international – entwickelt wurden. Die Ausschreibung richtet sich daher an grenzüberschreitende kommunale Kooperationen. Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder einer kommunalen Allianz. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und umfasst eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung. Bewerbungsfrist ist der 31. August 2026.
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Vom 8. bis 12. Juni 2026 organisierte Connective Cities gemeinsam mit der South African Local Government Association (SALGA, Verband südafrikanischer Kommunalverwaltungen) und der Bezirksverwaltung Waterberg eine internationale Expertenmission zum wirtschaftlichen Strukturwandel und zur grünen Industrieentwicklung auf kommunaler Ebene. Die Veranstaltung brachte kommunale Vertreter*innen, Wissenschaftler*innen sowie Expert*innen aus Wirtschaft und Praxis aus Südafrika (SALGA, Bezirksverwaltung Waterberg sowie den Lokalverwaltungen Lephalale und Mogalakwena), Deutschland (den Wirtschaftsförderungen der Städte Karlsruhe und Heilbronn sowie der RegioClusterAgentur (Baden-Württemberg), Namibia (dem Stadtrat der Stadt Lüderitz) und Kenia (der Kreisverwaltung des Nakuru County) zusammen. Gemeinsam tauschten sie Erfahrungen aus, diskutierten gemeinsame Herausforderungen und erörterten die Chancen der entstehenden grünen Wasserstoffwirtschaft – also der Erzeugung von Wasserstoff mithilfe erneuerbarer Energien – für die kommunale und regionale Entwicklung.
Besuch bei SALGA | Foto: Grace Karanja
Die Mission war eingebettet in breitere Ziele einer gerechten Energiewende und ergänzte die Arbeit des südafrikanischen Just Energy Transition Municipal Council (JETMC), der die dortigen Kommunen auf den Übergang zu saubereren und nachhaltigeren Energiesystemen vorbereitet. Durch politische Diskussionen, Fachvorträge und Besuche strategischer Infrastrukturen wie dem Eskom-Kraftwerk Matimba und dem Exxaro-Solarkraftwerk gewannen die Teilnehmenden wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, denen Regionen bei der Abkehr von kohleabhängigen Industrien gegenüberstehen.
Zentrale Themen der Mission war die Rolle von grünem Wasserstoff für die lokale Wirtschaftsentwicklung, die Diversifizierung der Industrie und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Bezirksverwaltung von Waterberg betonte, wie wichtig es ist, einen ökologisch nachhaltigen und sozial inklusiven Übergang zu gewährleisten. Die Teilnehmenden erfuhren mehr über die Fortschritte, die die Waterbergs Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Kommunen Lephalale und Mogalakwena erzielt hat. Dazu gehören kommunale Initiativen zur Kompetenzentwicklung, der Aufbau von Verwaltungsstrukturen, Bemühungen zur Mittelbeschaffung und Partnerschaften zum Aufbau von Kapazitäten für grünen Wasserstoff.
Die Waterberg Development Initiative (WDI) präsentierte ihre Vision für ein koordiniertes regionales Entwicklungsmodell, das Kommunen, Industrie und Bevölkerung auf gemeinsame wirtschaftliche und Nachhaltigkeitsziele ausrichtet. Auch Vertreter*innen der nationalen Regierung, Entwicklungspartner und Kommunen, die bereits Wasserstoffprojekte vorantreiben, trugen zu den Diskussionen bei und verdeutlichten die wachsende Dynamik der südafrikanischen Wasserstoffwirtschaft.
Finaler Workshop in Waterberg | Foto: Elwin Gaoseb
Die Mission schloss mit einem Strategieworkshop ab, in dem die Teilnehmenden gemeinsam einen 36-monatigen Fahrplan für die regionale Entwicklung erarbeiteten. Dieser Fahrplan legte Prioritäten für Infrastrukturentwicklung, Qualifizierung von Fachkräften, Investitionsförderung und Partnerschaftsbildung fest, um die Schaffung eines zukünftigen „Wasserstoffkorridors Waterberg“ zu unterstützen. Die Ergebnisse ergänzten die Diskussionen der Arbeitsgruppe „Wasserstoffstädte“ zur Entwicklung kommunaler Kapazitäten, zur Mobilisierung von Finanzmitteln und zum Zugang zu Energie und befassten sich gleichzeitig mit Herausforderungen wie Finanzierungsengpässen und uneinheitlicher kommunaler Vorbereitung.
Die Expertenmission unterstrich die entscheidende Rolle der Kommunen im südafrikanischen Energiewandel. Durch internationale Zusammenarbeit, Wissensaustausch und praxisorientierte Planung demonstrierte die Initiative, wie grüne Industrialisierung nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern und gleichzeitig sicherstellen kann, dass die Gemeinden im Zentrum des Übergangs zu einer nachhaltigeren und resilienteren Zukunft stehen.
Besuch bei der Gemeinde Lephalale | Foto: Elwin Gaoseb
Am 18. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr (MEZ) stellt die Wasserstoffwirtschaftseinheit der Behörde für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg in einer Insight Session die Hamburger Wasserstoffstrategie vor. Im Fokus steht, wie sich die Metropolregion Hamburg als international führender Standort der Wasserstoffwirtschaft positioniert.
Als bedeutender Hafen- und Logistikstandort übernimmt Hamburg eine strategische Rolle bei der Verknüpfung globaler Wasserstoff-Lieferketten mit der nationalen Nachfrage. Die Strategie verfolgt einen integrierten Ansatz zur Skalierung von Produktion, Import, Infrastruktur und industriellen Anwendungen und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Klimaneutralität.
Durch gezielte Investitionen, politische Koordination und internationale Partnerschaften stärkt Hamburg sein Wasserstoff-Ökosystem – von Importkorridoren über wasserstofffähige Infrastruktur bis hin zu Innovationsclustern. Ziel ist es, Hamburg als Tor für Wasserstoff nach Deutschland und Europa sowie als Zentrum für industriellen Wandel und nachhaltiges Wachstum zu etablieren.
Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit, wie internationale Kooperation, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Transformation zusammenwirken können.
Am 26. Februar 2026 von 11:00 – 12:30 Uhr MEZ stellt die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH in einer Insight Session das Heilbronner Wasserstoffmodell vor. Im Fokus steht, wie sich die Region Heilbronn-Franken durch den Aufbau eines koordinierten regionalen Ökosystems strategisch im Bereich grüner Wasserstoff positioniert.
Im Einklang mit der EU-Wasserstoffstrategie und der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands trägt die Initiative zur Klimaneutralität bei – durch den Ausbau von Elektrolysekapazitäten, den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und die Anbindung an das nationale Wasserstoff-Kernnetz.
Im Rahmen des regionalen Transformationsprogramms ANTRIEB HNF geben die Strategien RegioStrat und H2 Transform HNF die langfristige Ausrichtung bis 2040 vor. Mit H2-Impuls werden über 100 Akteurinnen und Akteure aus 60 Institutionen vernetzt, konkrete Teilprojekte initiiert und der Austausch strukturiert begleitet.
Nutzen Sie die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in den Aufbau regionaler Wasserstoffstrukturen zu erhalten und sich mit Expertinnen und Experten auszutauschen.
Internationale Community of Practice für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 92, Februar 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
„Wasserstoff und Sauerstoff werden auf absehbare Zeiten hinaus die Energieversorgung der Erde sichern“, so prophezeite es bereits 1875 Jules Verne in seinem Roman „Die geheimnisvolle Insel“ und nahm damit die Bedeutung der Wasserstoff-Elektrolyse und Brennstoffzellentechnologie vorweg.
Mit Technik lassen sich neue Welten erschließen. In dieser Ausgabe zeigen wir, wie KI-Visualisierungen die Neugestaltung von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum unterstützen können. Außerdem zeigen wir, wie das ländlich gelegene Borgholzhausen ein neuartiges und einzigartiges Linien-E-Carsharing für die letzte Meile vom oder zum Bahnhof entwickelt hat.
Wasserstoff ist auch Thema zweier geplanter Insight Sessions, zu denen wir Sie herzlich einladen. Wir stellen das Heilbronner Wasserstoffmodell und die Hamburger Wasserstoffstrategie vor.
In der letzten Märzwoche widmen wir uns in zwei weiteren virtuellen Veranstaltungen der Frage, wie sich Fachkräfteeinwanderung auf kommunaler Ebene gestalten lässt. Und wie lassen sich im Rahmen der urbanen Mobilitätsplanung Mobilitätsdaten effektiv managen?
Darüber hinaus sind bei zwei unserer neuen, einjährigen regionalen Lernprozesse noch Plätze frei: „Naturbasierte Lösungen zur Stärkung kommunaler Resilienz” und „Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung”. Wir laden insbesondere deutsche Kommunen ein, sich zu bewerben, und haben die Bewerbungsfristen dafür noch etwas verlängert.
Gerne erschließen wir gemeinsam mit Ihnen neue Welten einer nachhaltigen und sozialen Stadtentwicklung
Ihr Connective Cities Team
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KI-basierte Visualisierung für nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum
Am 22. Januar 2026 brachte Connective Cities Kommunen aus Subsahara-Afrika, Europa und der MENA-Region zusammen. Mithilfe KI-basierter Visualisierungen entwickelten Praktiker*innen aus Städten wie Nairobi, Huye, Hebron, Berlin und Windhoek gemeinsam Zukunftsszenarien für inklusiven Wohnraum, öffentliche Räume und klimaresistente Stadtviertel. Diese basierten auf lokalen Kontexten und waren von den Prinzipien des New European Bauhaus inspiriert. Der Workshop markierte den Beginn einer neuen Phase der Connective Cities-Arbeitsgruppe für nachhaltiges und bezahlbares Wohnen.
Innovatives Mobilitätskonzept für den ländlichen Raum in Borgholzhausen und Halle-Künsebeck, das sich trägt.
Das ländlich gelegene Borgholzhausen hat ein neuartiges Linien-E-Carsharing für die letzte Meile vom oder zum Bahnhof entwickelt. Wer über ein gültiges ÖPNV-Ticket verfügt, kann ein Elektrofahrzeug kostenfrei auf festgelegten Linien zwischen bestimmten Haltepunkten für maximal eine halbe Stunde hinzubuchen. Die Nachbargemeinde Halle-Künsebeck beteiligt sich an diesem innovativen in Deutschland einzigartigen Mobilitätskonzept.
Insight Session zum Aufbau eines regionalen Ökosystems am 26. Februar 2026 von 11:00 – 12:30 Uhr MEZ
Im Fokus steht, wie sich die Region Heilbronn-Franken durch den Aufbau eines koordinierten regionalen Ökosystems strategisch im Bereich grüner Wasserstoff positioniert.
Im Einklang mit der EU-Wasserstoffstrategie und der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands trägt die Initiative zur Klimaneutralität bei – durch den Ausbau von Elektrolysekapazitäten, den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und die Anbindung an das nationale Wasserstoff-Kernnetz. Nutzen Sie die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in den Aufbau regionaler Wasserstoffstrukturen zu erhalten.
Insight Session über den Internationalen Hub für die Wasserstoffwirtschaft am 18. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr (MEZ)
In einer weiteren Insight-Session zum Thema Wasserstoff wird die Metropolregion Hamburg vorgestellt, welche sich als international führender Standort der Wasserstoffwirtschaft positioniert. Als bedeutender Hafen- und Logistikstandort übernimmt Hamburg eine strategische Rolle bei der Verknüpfung globaler Wasserstoff-Lieferketten mit der nationalen Nachfrage. Die Strategie verfolgt einen integrierten Ansatz zur Skalierung von Produktion, Import, Infrastruktur und industriellen Anwendungen. Ziel ist es, Hamburg als Tor für Wasserstoff nach Deutschland und Europa sowie als Zentrum für industriellen Wandel und nachhaltiges Wachstum zu etablieren. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit!
Kommunale Wirtschaftsförderung durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum
Insight Session über Praxisansätze aus Kommunen
am 25. März 2026 von 10:00 -12:30 Uhr MEZ (tbc)
Wie können Kommunalverwaltungen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte in ihren Kommunen übernehmen?
Diese interaktive Online-Veranstaltung bringt deutsche und internationale kommunale Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aus praktischen Beispielen zu lernen und innovative Ansätze für die Steuerung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte auf lokaler Ebene zu diskutieren. Weitere Informationen zu den vorgestellten Guten Praktiken folgen in Kürze. Merken Sie sich den Termin vor!
Einladung zum Lernprozess zu naturbasierten Lösungen
Zunehmende Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen, Biodiversitätsverlust und Flächenversiegelung setzen urbane Infrastrukturen und Governance-Systeme zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund stellen naturbasierte Lösungen einen kosteneffizienten Ansatz mit vielfältigem Mehrwert dar, um die Klimaanpassung zu stärken und zugleich Vorteile wie Kohlenstoffbindung, Regenwassermanagement sowie Regulierung des urbanen Binnenklimas zu erzielen. Der einjährige Lernprozess bringt kommunale Praktiker*innen, Fachleute und politische Entscheidungsträger*innen in drei Präsenzworkshops sowie über eine kontinuierliche virtuelle Zusammenarbeit zusammen.
Verlängerung der Bewerbungsfrist: 08. März 2026. Werden Sie Teil des Prozesses!
Folgeaktivität im Rahmen des Lernprozesses „Nachhaltige Mobilität. Zusammenspiel zukünftiger Mobilitätsformen“
Die 2,5-stündige Online-Veranstaltung „Mobility Data Management“ ist sowohl an den Teilnehmendenkreis des Lernprozesses adressiert, als auch an alle interessierte Kommunalexpert*innen aus Deutschland und dem Globalen Süden, die sich in ihrer Kommune mit Datenmanagement für eine nachhaltige Mobilitätsplanung befassen. Die Veranstaltung ist für die letzte Märzwoche angesetzt. Das Veranstaltungsprogramm folgt in Kürze. Interessierte können sich gerne an die Projektkoordinatorin Marcella Sobisch wenden: marcella.sobisch@engagement-global.de.
Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung
Teilnahmeaufruf zum Lernprozess zur Planung für urbane Resilienz in Südosteuropa / Südkaukasus
Klimabedingte Extremereignisse, technische Störungen, wachsende Abhängigkeiten zwischen Infrastruktursystemen sowie neue sicherheitspolitische Herausforderungen gefährden die Funktionsfähigkeit urbaner Räume. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – Energie, Wasser, Verkehr, Kommunikation und Gesundheit – ist damit zu einer zentralen Aufgabe moderner kommunaler Governance geworden. Im Fokus des einjährigen Lernprozesses stehen integrierte Planung, Multi-Risiko-Governance und die Entwicklung umsetzbarer Projektansätze zum Schutz und zur Stärkung kritischer Infrastrukturen.
Verlängerung der Bewerbungsfrist: 15. März 2026. Werden Sie Teil des Prozesses!
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Internationale Community of Practice für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 90, Dezember 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
„Nur die Natur kann uns Schöpfung, kann uns Kreativität lehren. Unser wahres Analphabetentum ist die Unfähigkeit, schöpferisch tätig zu sein“, schrieb der Künstler, Maler und Architekt Friedensreich Hundertwasser im Jahr 1983 in seinem Manuskript „Konkrete Utopien für die grüne Stadt“.
In dieser Ausgabe schauen wir, inspiriert von diesem Zitat, zurück auf eine Dialogveranstaltung in Bonn, bei der sich kreative Köpfe zusammengetan haben, um verschiedene CO₂-freie Mobilitätsformen innovativ miteinander zu verknüpfen. Sie ist zudem der Start eines neuen Lernprozesses zum Thema, den wir in 2026 fortsetzen werden.
Wir geben Einblicke wie Städte in Deutschland und Subsahara Afrika dabei sind, ihre Infrastruktur für grünen Wasserstoff um- und auszubauen und dadurch die lokale Wirtschaft voranzubringen.
Mit der Natur als Vorbild können Sie sich mit Ihrer Kommune an unserem zweijährigen Lernprozess beteiligen, in dem wir die kreativsten Optionen zum Schutz vor Trockenheit und Starkregen ausloten. Und herzlich möchten wir Sie auch zu unserem Lernprozess über „Grüne Korridore in Deutschland und der MENA-Region“ einladen.
Zudem startet Connective Cities mit drei weiteren starken Partnern ins neue Jahr. Wir stellen sie kurz vor und skizzieren die Themen, die wir dann gemeinsam mit Ihnen vertiefen möchten.
Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Start ins neue Jahr.
Herzlichst Ihr Connective Cities Team
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Zusammenspiel nachhaltiger Mobilitätsformen
Auftakt des neuen Lernprozesses zu nachhaltiger Mobilität in Bonn
Connective Cities hat vom 25. bis 27. November zu einer Dialogveranstaltung in Bonn eingeladen. 38 Expert*innen aus 20 Kommunen in 11 Ländern waren diesem Aufruf gefolgt, um ihre innovativen Projektansätze mit ihren Kolleg*innen zu diskutieren und gemeinsam an neuen Umsetzungsideen zu arbeiten. Vertreten waren kleine Gemeinden wie Schlangen im Teutoburger Wald mit gut 9.000 Einwohner*innen bis hin zu Millionenmetropolen wie Rio de Janeiro oder München. Ebenso vielfältig waren die innovativen Ansätze.
Grüner Wasserstoff für die lokale Wirtschaftsentwicklung
Das Potenzial neuer Technologien auf lokaler Ebene erschließen
Grüner Wasserstoff gewinnt weltweit rasch an Bedeutung als wichtiger Energieträger der Zukunft. Für viele afrikanische Länder bieten die reichlich vorhandenen Solar- und Windressourcen den Städten einen einzigartigen Vorteil, da sie sie nicht nur zu Innovationszentren, sondern auch zu Zentren für Technologietransfer, Arbeitskräfteausbildung und industrielle Diversifizierung machen. Durch die Integration der nachhaltigen Nutzung von grünem Wasserstoff in die Stadtplanung können Kommunen die Energiesicherheit verbessern, langfristige Investitionen anziehen und widerstandsfähigere, klimafreundlichere lokale Wirtschaftssysteme aufbauen.
Wasserresilienz – Kommunen stärken sich gegen Trockenheit und Starkregen
Teilnahmeaufruf: Connective Cities Deep Dive: Ein vertiefter Lernprozess mit Auftaktveranstaltung in Deutschland im März 2026
Kommunen stehen wegen des Klimawandels und Bodenversiegelung vor Herausforderungen durch häufigere Dürre, starke Regenfälle und Überschwemmungen. In Deutschland und im Globalen Süden werden aktuell innovative Lösungen gefördert und schnell erprobt. Daher bietet Connective Cities zu diesem aktuellen und hochrelevanten Thema einen vertieften Lernprozess an, zudem wir interessierte Kommunen herzlich einladen.
Einladung zum Kickoff-Workshop vom 7.–9. April 2026 (TBC) in Ägypten
Grüne Korridore verbessern das Mikroklima, steigern die Aufenthaltsqualität und unterstützen Kommunen dabei, sich an den Klimawandel anzupassen. Im neuen einjährigen Connective Cities Lernprozess MENA entwickeln Fachleute aus Deutschland und der MENA-Region gemeinsam konkrete Lösungen für grüne Korridore in ihren Städten – praxisnah, ko-kreativ und umsetzungsorientiert. Wir laden Sie herzlich ein, am Kickoff-Workshop teilzunehmen und Ihre Projektidee oder Herausforderung in den Lernprozess einzubringen.
Gemeinsam stärker: Die neuen Partner von Connective Cities
Der Deutsche Landkreistag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Verband kommunaler Unternehmen sind jetzt Teil des Steuerungskreises
Mehr kommunale Stimmen, mehr Austausch, mehr gemeinsame Gestaltungskraft – Connective Cities geht mit einem erweiterten Partnerkreis in die nächste Phase. Wir stellen unsere Partner vor und skizzieren die thematischen Schwerpunkte für das kommende Jahr. Schauen Sie mal rein!
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Grüner Wasserstoff gewinnt weltweit rasch an Bedeutung als wichtiger Energieträger der Zukunft. Obwohl sich die aktuelle Diskussion vor allem auf die Wasserstoffproduktion und ihr Exportpotenzial konzentriert, bietet der inländische Verbrauch von grünem Wasserstoff ebenso bedeutende Chancen für die lokale Wirtschaftsentwicklung – durch die Stärkung der kommunalen Infrastruktur, die Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze und die Förderung neuer wirtschaftlicher Aktivitäten entlang verschiedener Wertschöpfungsketten. Für viele afrikanische Länder bieten die reichlich vorhandenen Solar- und Windressourcen den Städten einen einzigartigen Vorteil, da sie sie nicht nur zu Innovationszentren, sondern auch zu Zentren für Technologietransfer, Arbeitskräfteausbildung und industrielle Diversifizierung machen. Durch die Integration der nachhaltigen Nutzung von grünem Wasserstoff in die Stadtplanung können Kommunen die Energiesicherheit verbessern, langfristige Investitionen anziehen und widerstandsfähigere, klimafreundlichere lokale Wirtschaftssysteme aufbauen – und so letztlich zu wichtigen Triebkräften für den globalen Übergang zu sauberer Energie werden.
Die Teilnehmenden der Konferenz | Foto: Connective Cities
Um den Austausch bewährter Verfahren zu fördern und die Strategieentwicklung zwischen afrikanischen und deutschen Städten zu beschleunigen, veranstaltete Connective Cities vom 25. bis 27. November 2025 in Mombasa seinen zweiten Workshop zum Thema „Erforschung des Potenzials der grünen Wende für die lokale Wirtschaftsentwicklung”. Vertreterinnen und Vertreter aus Mauretanien, Kenia, Südafrika und Deutschland nahmen daran teil. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung standen unter anderem die Verbesserung der technologischen Voraussetzung für die Produktion von grünem Wasserstoff, die Bewältigung lokaler Herausforderungen bei der Umsetzung und die Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit. In den Diskussionen wurde außerdem betont, wie wichtig es ist, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Start-ups als wichtige Triebkräfte für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Innovation einzubeziehen und zu integrieren.
Die Stadt Nakuru in Kenia stellte ihre Benchmark-Strategie vor, mit der sie sich als vorbildliche grüne Stadt und führender Standort für die Produktion von grünem Dünger im Blumenzuchtsektor positionieren will, um die Importabhängigkeit zu verringern und die Entstehung neuer grüner Industrien zu fördern. Dank ihrer Nähe zu den geothermischen Quellen des Rift Valley ist Nakuru gut positioniert für die kostengünstige Produktion von grünem Wasserstoff. Die Stadt möchte Pilotprojekte, angewandte Forschungsinitiativen sowie lokale und internationale Start-ups anziehen, die entlang der Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff tätig sind, und damit ihre langfristige Vision als regionales Zentrum für saubere Energie und Innovation stärken.
Feldbesuch im Hafen von Mobasa | Foto: Connective Cities
Kenia hat eine nationale Strategie für grünen Wasserstoff verabschiedet und beteiligt sich an regionalen afrikanischen Wasserstoffinitiativen. Mombasa hat als wichtige Hafenstadt strategische Bedeutung für die Exportlogistik und die Ansiedlung von Küstenprojekten. Während sich die frühen nationalen Aktivitäten auf Potenzialanalysen und Pilotstandorte konzentrierten, werden Küstenstandorte wie Mombasa zunehmend als Drehscheiben für Logistik, exportorientierte Wasserstoffproduktion und Küstenprojekte im Bereich erneuerbare Energien angesehen. Die Stadt möchte nun ihre strategische Lage nutzen, um sich als globaler Akteur in der wasserstoffbetriebenen Logistik zu etablieren und den Hafen zu einem Logistikcluster zu entwickeln, der innovative lokale und internationale Investitionen anzieht und von qualifizierten Arbeitskräften unterstützt wird.
In Südafrika ist die Region Waterberg in Limpopo Teil des nationalen „Hydrogen Valley“, das sich über Limpopo, Gauteng und KwaZulu-Natal erstreckt. Der Bergbau und die Industrie im Korridor Waterberg–Mokopane werden in die Wertschöpfungsketten für Wasserstoff und Platinmetalle integriert. Jüngste Machbarkeitsstudien und nationale Planungen für grünen Wasserstoff haben die Region für Investoren zunehmend attraktiv gemacht. Die lokale Entwicklungsvision sieht vor, die Erzeugung erneuerbarer Energien mit dem Bergbau und nachgelagerten Anwendungen für grünen Wasserstoff und grünes Ammoniak zu verbinden. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Dekarbonisierung der Industrie und neue Exportmöglichkeiten mit der Schaffung lokaler Arbeitsplätze und Investitionen zu verknüpfen. Waterberg strebt außerdem eine verstärkte Zusammenarbeit mit Universitäten an, indem lokale und internationale Forschungspartnerschaften gefördert werden, um Pilotprojekte anzustoßen und grüne Start-ups in aufstrebenden Wertschöpfungsketten zu fördern.
Aufgrund seiner außergewöhnlichen Wind- und Solarressourcen sowie seiner günstigen Exportlage gegenüber Europa hat sich Mauretanien zu einem Land mit hohem Potenzial für grünen Wasserstoff entwickelt. Es wurden bereits mehrere groß angelegte, exportorientierte Wasserstoff- und Ammoniakprojekte angekündigt oder befinden sich in der Entwicklung. Die nationale Strategie legt zwar den Schwerpunkt auf die exportorientierte Produktion von grünem Wasserstoff, betont aber auch die Nutzung erneuerbarer Energien zur Unterstützung der heimischen Stromnetze und Industrie. Während die nationalen Projekte voranschreiten, sehen sich die Gemeinden innerhalb von Nouakchott, insbesondere Sebkha und Ksar, jedoch weiterhin mit hohen Stromkosten, Umweltverschmutzung, begrenzter Infrastruktur und dem Fehlen klarer kommunaler Wasserstoffstrategien konfrontiert. Sie wollen nicht nur Wasserstoffprojekte beherbergen, sondern sich auch sinnvoll an der Gestaltung einer gerechten, gemeinschaftsorientierten Wertschöpfung innerhalb der aufstrebenden grünen Wasserstoffwirtschaft Mauretaniens beteiligen. Die Stadt Nouakchott möchte sich durch ihre Partnerschaften mit dem privaten Sektor und internationalen Partnern nun als aktiver Akteur in diesem Wandel positionieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Modernisierung der städtischen Dienstleistungen, der Stärkung der Regierungsführung und dem Aufbau lokaler Kapazitäten im privaten Sektor, um letztendlich zu einem regionalen Zentrum für grüne Stadtentwicklung, Logistik und Industrieunternehmen im Zusammenhang mit der Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff zu werden.
Die teilnehmenden deutschen Städte tauschten sich auch über wichtige Erkenntnisse und Neuigkeiten zu ihren aktuellen Initiativen aus. Karlsruhe stellte seinen Wasserstoff-Hub rund um die Rheinhäfen (H2iPortKA) und sein starkes Forschungsökosystem in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie und den Fraunhofer-Instituten vor. Besonders hervorzuheben ist das dynamische Umfeld für Start-ups und Spin-offs, das zeigt, wie die grüne Wende neue Arbeitsplätze und Investitionen für eine ganze Region schaffen kann.
Heilbronn, bekannt als Zentrum für Technologie und Wasserstoffinnovation innerhalb der deutschen Automobil- und Maschinenbaucluster, will mit grünem Wasserstoff seine industrielle Basis diversifizieren, die Qualifikationen der Arbeitskräfte verbessern und forschungsorientierte Unternehmen in der Region ansiedeln. Die Universität Heilbronn und nahegelegene Fraunhofer-Initiativen bauen Zentren für angewandte Forschung und Innovation aus – darunter auch solche, die sich auf Wasserstofftechnologien konzentrieren – und nutzen dabei ihre starken Verbindungen zur Industrie für Pilotprojekte und die Entwicklung von Kompetenzen.
Feldbesuch im Hafen von Mombasa | Foto: Connective Cities
Der Workshop unterstrich die enormen Chancen, die sich rund um die Produktion von grünem Wasserstoff in Regionen mit reichlich vorhandenen erneuerbaren Energiequellen ergeben. Allerdings werden Städte und Regionen, in denen diese neuen Industrien angesiedelt sind, in nationalen Strategien, die hochkarätige Investitionen und Exportambitionen in den Vordergrund stellen, oft übersehen. Viele Kommunen sind sich nach wie vor unsicher, wie sie und ihre Bevölkerung direkt an diesen Entwicklungen teilhaben können. Es bestehen weiterhin erhebliche technologische und institutionelle Lücken und es ergeben sich nicht automatisch Synergien zwischen internationalen Hightech-Initiativen und lokalen Gegebenheiten. Infolgedessen suchen Kommunen zunehmend nach Modellen, internationalen Erfahrungen, Fachwissen und Partnerschaften, um ihre Kapazitäten zu stärken und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Diese Bedingungen ermöglichen eine prosperierende, innovative und gerechte lokale Wirtschaft, von der Nationen, Investoren und Gemeinden gleichermaßen profitieren, während gleichzeitig der technologische Fortschritt vorangetrieben wird.
Die globale Verkehrswende ist für eine nachhaltige Zukunft unerlässlich. Expert*innen sind sich einig: Es gibt keine Einheitslösung für nachhaltige Mobilität. Stattdessen müssen wir Angebote für den öffentlichen Personenverkehr schaffen, die eine Reihe an Mobilitätslösungen beinhalten und bestmöglich miteinander vereinen – in einer smarten, zugänglichen und zeit- und ressourceneffizienten Weise. Zusätzlich müssen Maßnahmen sehr individuell auf die Bedürfnisse der Bürger*innen einzelner Regionen, Städte, Landkreise oder Gemeinden zugeschnitten sein. Zur strategischen Planung erarbeiten deutsche Kommunen oft gebietsübergreifend gemeinsam mit Verkehrs- und Zweckverbänden Konzepte. Insbesondere innovative Lösungen und Überlegungen zum Anschlussverkehr sind in Konzepten zu Mobilität, Tourismus oder Strategischer Regionalentwicklung abgebildet. Im Globalen Süden sind Kommunen durch Urbanisierung und steigendes Verkehrsaufkommen besonders gefor-dert, Lösungen zu formulieren, um ihre Kommunen zu entwickeln und setzen dabei zunehmend auch auf digitale Lösungen und private Anbieter.
Die Dialogveranstaltung bildet den Auftakt zu einem einjährigen Lernprozess, bei dem die teilnehmenden Kommunen auch eingeladen sind, sich an weiteren optionalen Aktivitäten zu beteiligen.
Ziele der Veranstaltung
Die Veranstaltung bringt Expert*innen aus Städten, Landkreisen und Gemeinden zusammen und unterstützt beim internationalen Fachaustausch zum Zusammenspiel zukunftsfähiger Mobilitätsformen.
Ziele für Teilnehmende
Kennenlernen innovativer Mobilitätslösungen und deren smarter Kombination,
Vergleich der strategischen Herangehensweise und Instrumente für eine nachhaltige Mobilität in Stadt und Umland,
Kompetenzerwerb zur Lösung von Herausforderungen in der Umsetzung von geplanten Maßnahmen unter Einbezug eines erweiterten Netzwerks und der Methode der kollegialen Beratung,
darüber hinaus: Kennenlernen als Grundlage für einen erweiterten Fachaustausch im Rahmen von z.B. Fachaustauschreisen.
Teilnahme und Kontakt
Wenn Sie am Lernprozess teilnehmen möchten, senden Sie uns bitte bis zum 20.10.2025 eine E-Mail mit Angaben zu Ihrer Kommune oder Organisation, Ihrer Funktion und einer kurzen Beschreibung des Projekts oder der Herausforderung, die Sie den anderen Teilnehmenden vorstellen möchten. Weiter Informationen entnehmen Sie bitte dem Teilnahmeaufruf [pdf, 2 Seiten].
Wenn Sie Fragen zum Lernprozess, der Veranstaltung und Ihrer Teilnahme haben, kontaktieren Sie uns gerne:
Afrikanische und deutsche Städte treiben eine gemeinsame Vision für eine gerechte, klimafreundliche Wasserstoffzukunft voran.
Städte in Afrika und Europa verstärken ihre Rolle als Vorreiter der globalen grünen Transformation und treiben Innovation, Investitionen und Klimaresilienz von Grund auf voran. Nach dem erfolgreichen Start der Arbeitsgruppe „Hydrogen Cities“ Anfang dieses Jahres in Naivasha, Kenia, wird Connective Cities vom 24. bis 27. November 2025 in Mombasa, Kenia, den zweiten Peer-Learning-Workshop veranstalten.
Diese Leitveranstaltung bringt Stadtverantwortliche, Praktiker*innen, Brancheninnovator*innen, Forscher*innen und Entwicklungspartner zusammen, um kommunale Wasserstoffstrategien auszuweiten und neue Wege für eine grüne Industrialisierung, integratives Wachstum und einen gerechten Übergang auf lokaler Ebene zu erschließen.
Von Naivasha nach Mombasa: Ideen in Wirkung umsetzen
Der erste Workshop in Naivasha brachte über 30 Vertreter*innen von Kommunen und technische Fachleute zusammen, um zu erörtern, wie Städte die aufkommende grüne Wasserstoffwirtschaft in der lokalen Wertschöpfung und der Schaffung von Arbeitsplätzen verankern können. Dabei wurde die Rolle von Wasserstoff nicht nur als Träger sauberer Energie, sondern auch als Katalysator für klimaneutrale industrielle Ökosysteme, die Entwicklung von Kompetenzen und eine innovationsgetriebene städtische Transformation hervorgehoben.
Fallstudien zeigten, wie sich Kommunen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette positionieren – von der Produktion und Speicherung bis hin zu Endanwendungen in den Bereichen Mobilität, Fertigung und Hafenlogistik. Die Beispiele reichten von den sich entwickelnden Wasserstoffzentren in Namibia bis hin zu den Regionen Heilbronn und Karlsruhe in Deutschland, wo lokale Behörden Innovationscluster, F&E-Partnerschaften und Marktverbindungen für den Einsatz von Wasserstoff aufbauen.
Fachvortrag im Rahmen des Treffens in Naivasha | Foto: Connective Cities
Die Teilnehmenden betonten auch die Bedeutung einer integrierten Stadtverwaltung – die Raumplanung, transparente Landbewirtschaftung und eine starke Einbindung der Interessengruppen kombiniert –, um sicherzustellen, dass Wasserstoffprojekte greifbare Vorteile für die Gemeinschaft bringen.
Zu den wichtigsten key takeaways aus Naivasha gehörten:
Kommunale Führung als treibende Kraft für Innovation, Investitionen und politische Abstimmung.
Lokale Wertschöpfung durch die Beteiligung von KMU, Qualifizierungsmaßnahmen und grünes Unternehmertum.
Institutionelle Kapazitäten und Humankapital als Voraussetzungen für die Wasserstoffbereitschaft.
Peer-to-Peer-Zusammenarbeit als Katalysator für die Skalierung von Lösungen und den Wissenstransfer.
Seit Naivasha haben die Städte ihre Projektkonzepte aktiv weiterentwickelt, regionenübergreifende Partnerschaften geschlossen und bankfähige Einstiegspunkte identifiziert, um ihre Agenda für die ökologische Transformation voranzutreiben.
Grüner Wasserstoff: Energie für eine nachhaltige, inklusive urbane Zukunft
Das enorme Solar- und Windpotenzial Afrikas macht seine Städte zu einem Zentrum der globalen Transformation hin zu sauberer Energie. Grüner Wasserstoff – und seine Derivate wie grünes Ammoniak und E-Methanol – bieten eine einmalige Chance für eine kohlenstoffarme Industrialisierung, Klimaresilienz und die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft.
Für die Kommunen bedeutet dieser Wandel:
Entwicklung von Innovationsclustern und Wasserstoffkorridoren, die private Investitionen anziehen.
Ausbau der Infrastruktur für erneuerbare Energien und intelligenter städtischer Netze.
Verbesserung der Wasserversorgungssicherheit und ressourceneffizienter Technologien wie Entsalzung und Wiederverwendung von Abwasser.
Schaffung grüner Arbeitsplätze in den Bereichen Ingenieurwesen, Bauwesen, Logistik und Forschung.
Förderung von Start-ups, Inkubatoren und Technologiepartnerschaften.
Aufbau von Qualifikationspipelines, die auf die zukünftigen Wasserstoffmärkte abgestimmt sind.
Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen – von Infrastrukturdefiziten und komplexen Vorschriften bis hin zu Finanzierungsengpässen und lokaler Eigenverantwortung. Die Arbeitsgruppe „Wasserstoffstädte“ bietet eine Kooperationsplattform, auf der Städte gemeinsam Lösungen entwickeln, Investitionsrisiken mindern und sicherstellen können, dass der grüne Wandel inklusiv, gerecht und lokal verankert bleibt.
Was Sie in Mombasa erwartet: Skalierung und Vertiefung
Der bevorstehende Workshop in Mombasa markiert einen entscheidenden Wandel von der strategischen Vision zur Operationalisierung und Projektumsetzung. An drei Tagen werden die Teilnehmenden:
Projektfortschritte präsentieren und Konzepte durch strukturierte Peer-Reviews und Coaching verfeinern.
an interaktiven Sitzungen zu Landnutzung, Wasser-Energie-Nexus und der Gestaltung von Industrieclustern teilnehmen
innovative Finanzierungsinstrumente, darunter Blended Finance und PPP-Modelle, erkunden.
an praktischen Peer-Coaching-Seminaren teilnehmen, um die Projektreife voranzutreiben.
sich mit internationalen Experten über politische Rahmenbedingungen, Investitionspipelines und Marktintegration austauschen.
an einer Besichtigung des Hafens von Mombasa und der Sonderwirtschaftszone teilnehmen, um reale Möglichkeiten für grüne Wasserstoffanwendungen zu identifizieren.
Die Veranstaltung umfasst Keynotes von Führungskräften aus Regierung und Privatwirtschaft, Expertenrunden und Networking-Sessions zur Stärkung der Partnerschaften zwischen afrikanischen und deutschen Kommunen.
Zu den bereits bestätigten Teilnehmenden gehören Städte wie Mombasa, Naivasha, Lüderitz, Arandis, Nouakchott, Waterberg District, Hamburg, Karlsruhe, Heilbronn und Freudenstadt, die eine wachsende Allianz von Kommunen bilden, die sich für dezentrale, klimafreundliche Wasserstoff-Ökosysteme einsetzen.
Ausblick: Städte als Katalysatoren einer gerechten grünen Wirtschaft
Angesichts des globalen Wandels in der Energielandschaft werden Städte, die heute entschlossen handeln, zu den Motoren des grünen Wohlstands von morgen. Der Workshop in Mombasa ist ein weiterer Meilenstein, um Kommunen zu befähigen, die wasserstoffbasierte Transformation der Städte voranzutreiben – und damit Klimaschutz, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und soziale Inklusion gleichermaßen zu fördern.
Durch die Arbeitsgruppe „Hydrogen Cities“ baut Connective Cities weiterhin Brücken zwischen Kontinenten, verbindet Fachwissen und setzt Ambitionen in die Tat um – damit die Wasserstoffrevolution zu einer nachhaltigen, lokal verankerten und zukunftsfähigen städtischen Wirtschaft führt.
Von Naivasha bis Mombasa zeigen Städte, dass der grüne Wandel lokal beginnt – und sich global ausbreitet.