Erste Schritte für die Nachnutzung öffentlicher Gebäude aus den 1960er- und 1970er Jahren

Im September 2024 begann der Lernprozess „2nd Hands on Public Buildings“ von Connective Cities. Über ein Jahr tauschen sich Vertreter*innen aus Kommunen sowie Fachleute aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur und nachhaltige Stadtentwicklung jetzt darüber aus, wie Gebäude aus den 1960er- und 1970-Jahren sinnvoll nach- oder umgenutzt werden können. Sie kommen aus Deutschland, Kenia, Montenegro und Sambia sowie aus der Ukraine und aus den Palästinensischen Gebieten und sie vereint ein gemeinsames Ziel: öffentliche Gebäude, die heutigen Standards nicht mehr entsprechen, nicht direkt abzureißen und neu zubauen. Stattdessen durch klimafreundliche Sanierungen neue, nachhaltige Nutzungskonzepte zum Wohle der Bürger*innen zu schaffen. Dabei ließen sie sich von vielen guten Praxisbeispielen inspirieren – vom Haus der Statistik in Berlin oder vom Haus der Revolution in Niksic in Montenegro.

Connective Cities auf dem WUF12

Unter dem Motto „Initiate change from home: locally, together, and now“ fand das WUF12 vom 4. bis 8. November 2024 in Kairo, Ägypten, statt. Connective Cities und seine Netzwerkmitglieder haben verschiedene Aktivitäten mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten organisiert und daran teilgenommen.

Als florierendes Netzwerk für den Wissensaustausch wurde Connective Cities während einer Diskussionsrunde vorgestellt, an der Vertreter*innen des Guangzhou Institute for Urban Innovation, VNG International, des Arab Urban Development Institute und von Metropolis teilnahmen. Die Diskussion befasste sich mit Beispielen zur Nutzung digitaler Tools und innovative Ansätze für Wachstum und kollaborativen Wissensaustausch, um eine integrative und resiliente Stadtentwicklung auf globaler Ebene zu fördern.

Urban Thinkers Campus in Amman, Jordanien

Connective Cities war Mitveranstalter des Urban Thinkers Campus (UTC), der zum ersten Mal in Amman/Jordanien stattfand. Ziel war es, Einblicke und Diskussionen zu ermöglichen, die in die Stadtpolitik und -strategien einfließen, um eine nachhaltige und integrative Stadtentwicklung zu fördern. Im Mittelpunkt standen Themen wie erschwinglicher/angemessener Wohnraum, grüne Infrastruktur und nachhaltige Mobilität. Mit Vertreter*innen jordanischer und deutscher Kommunen, des Verkehrsministeriums, von Nichtregierungsorganisationen und aus dem akademischen Bereich diente das UTC als integratives Forum für einen sinnvollen Dialog zwischen Stadtforschern, Praktikern und politischen Entscheidungsträgern mit dem Ziel, einen konstruktiven städtischen Wandel zu fördern.

Kommunalpolitischer Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung 2025

Motivation und Ziel des Preises

Zur Erinnerung an Carl Goerdelers kommunalpolitisches Wirken und Widerstand gegen die NS-Herrschaft vergibt die Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung den Kommunalpolitischen Preis. Dieser zeichnet herausragende Leistungen in der kommunalen Verwaltung und Zusammenarbeit aus, fördert völkerverbindende Kooperationen und gegenseitiges Lernen zum Nutzen der Bürger*innen. Der Ausschreibung des Preises wird auch in diesem Jahr von Connective Cities unterstützt.

Zielgruppe

Ausgezeichnet werden Gute Praktiken der kommunalen Verwaltung oder regionaler Allianzen, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen. Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder kommunalen Allianz.

Inhaltliche Beschreibung

Städte sind multikulturelle Lebensräume, in denen Konflikte entstehen können. Kommunen weltweit stehen vor der Herausforderung, Strategien für friedliches Zusammenleben zu entwickeln. Durch grenzüberschreitende Kooperationen können Kommunen voneinander lernen und zur Völkerverständigung beitragen.

Weitere Informationen:
Aufruf zum Kommunalpolitischer Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung 2025 [pdf]

Auszeichnung

Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und würdigt innovative Ansätze, die zum Nachhaltigkeitsziel 16 der Agenda 2030 beitragen. Bei mehreren gleichwertigen Bewerbungen kann das Preisgeld geteilt werden. Die Preisverleihung dieser politisch bedeutsamen Auszeichnung erfolgt öffentlichkeitswirksam am 2. Februar, dem Todestag von Carl Goerdeler, im Neuen Rathaus zu Leipzig.

Bewerbung

Bewerben auch Sie sich! Gerade in diesen kriegerischen Zeiten sind Zeichen und Auszeichnungen für ein friedliches Zusammenleben wichitger den je!

  • Bewerbungsfrist: 30. November 2024
  • Bewerbungsunterlagen (max. 10 Seiten):
    • Ansprechpartner*innen/Kontakt
    • Informationen zur einreichenden Kommune oder Region
    • Beschreibung des Lösungsansatzes
    • Beteiligte Akteure
    • Erreichter Nutzen für die Bürger*innen
    • Transferpotenziale

Kontakt

Ricarda Meissner: ricarda.meissner@giz.de

Tel.: 0049 (0) 228 4460 1138, Mobil: 0160 937 75 527

Paulina Koschmieder: paulina.koschmieder@giz.de

Tel.: 0049 (0) 228 4460 1515

Jury

Die Jury besteht aus Vertreter*innen der beteiligten Institutionen und trifft die Entscheidung parteipolitisch neutral. Die Preisverleihung findet jährlich Anfang Februar in Leipzig statt.

Inclusive nature tourism trails for the deaf, disabled and blind

In den letzten Jahren hat die Tourismusbranche ihr Angebot erweitert, indem sie mehr integrative und nachhaltige Optionen anbietet. Der Zugang zu touristischen Attraktionen stellen Gehörlose, Sehbeeinträchtigte und Menschen mit Behinderung immer noch vor große Herausforderungen. Selbst Menschen mit vorübergehenden Verletzungen oder leichten Sinneseinschränkungen haben oft Schwierigkeiten, sich zu entspannen und ihren Urlaub in vollen Zügen zu genießen. Dieser Leitfaden zielt darauf ab, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem er die derzeit verfügbaren Tourismusrichtlinien aktualisiert und zeitgemäße Designstandards für Inklusion einbezieht. Er ist eines der Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Organisation des Reisezielmanagements und Produktgestaltung im Tourismus“.

Arabische Fassung:

مسارات سياحية طبيعية شاملة للصم والمعاقين والمكفوفين

Nachhaltiger und erschwinglicher Wohnraum in Subsahara-Afrika

Die Arbeitsgruppe für nachhaltigen und erschwinglichen Wohnraum in Subsahara-Afrika veranstaltete vom 4. bis 6. Juni einen erfolgreichen Auftaktworkshop in Windhoek, Namibia. Diese wegweisende Veranstaltung brachte wichtige Akteur*innen aus der gesamten Region zusammen, um drängende Herausforderungen im Bereich nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraums anzugehen.

Der Workshop, der von Namibias Minister für Stadt- und Landentwicklung, Hon. Erastus Uutoni, und anderen bemerkenswerten Teilnehmenden eröffnet wurde, ermöglichte dynamische Peer-Learning-Sitzungen unter den teilnehmenden Städten aus Namibia, Kenia, Sambia, Südafrika, Ruanda und Tansania. Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Aufwertung von Slums, Finanzierungsmöglichkeiten und nachhaltige Bautechnologien, wobei die Teilnehmenden innovative Lösungen und bewährte Verfahren austauschten.

Ein zentraler thematischer Fokus des Workshops wurde auf die Bedeutung von integrierter Planung und nachhaltiger Entwicklung, die Notwendigkeit verbesserter Finanzierungsmodelle, die Forschung zu erschwinglichen Baumaterialien und die Ausweitung sozialer Wohnungsbauinitiativen gelegt. Die Zusammenarbeit zwischen Städten, internationalen Organisationen und lokalen Institutionen war ein Grundpfeiler der Veranstaltung und gewährleistete einen ganzheitlichen Ansatz zur Bewältigung der Wohnraumkrise.

Bonn profitiert langfristig vom Fachaustausch zum SDG-Monitoring

Die Stadt Bonn gilt als Vorreiterin in Sachen Berichterstattung zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie hat 2022 bereits ihren zweiten freiwilligen Umsetzungsbericht – einen Voluntary Local Review (VLR) – bei den Vereinten Nationen präsentiert. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg war eine Dialogveranstaltung, die die Stadt im April 2021 gemeinsam mit Connective Cities veranstaltet hatte.

Wachsende Aufmerksamkeit für Voluntary Local Reviews

Die Stadt Bonn hatte sich schon früh auf den Weg gemacht, die 2015 von den Vereinten Nationen beschlossenen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) umzusetzen. Sie war unter den ersten rund 40 Städten weltweit, die einen VLR vorlegten. Nach der Publikation ihres ersten VLR im Jahr 2020 gab es allerdings den Wunsch, die eigene Arbeit durch einen internationalen Austausch weiter voranzubringen und andere an den eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Vorstellung des Amman Urban Observatory

Die Insight Session zur „Vorstellung des Amman Urban Observatory“ fand am 24. April 2024 statt und wurde von Herrn Akram Khreisat von der Stadtverwaltung der Stadt Amman durchgeführt. Die Sitzung wurde von Connective Cities organisiert und der globalen Gemeinschaft von Stadtpraktiker*innen im Rahmen des Connective Cities Netzwerks präsentiert. Zu den Teilnehmenden gehörten Stadtpraktiker*innen, Akteur*innen aus lokalen und nationalen Regierungen, akademische Forscher*innen, Nichtregierungsorganisationen und Mitglieder*innen der lokalen Gemeinschaft.

Herr Akram Khreisat, Direktor des Amman Urban Observatory, führte die Teilnehmenden in die Arbeitsmechanismen und die Aktionsfelder des Amman Urban Observatory ein und erläuterte seine Rolle bei der Bewältigung von Planungsherausforderungen in der jordanischen Hauptstadt.

Das Amman Urban Observatory generiert „Stadtindikatoren“, um verschiedene Aspekte der Stadt zu überwachen, die für die Stadtentwicklung wichtig sind. Durch die Echtzeitüberwachung dieser Stadtindikatoren werden Planungsprozesse in der Stadtentwicklung verbessert, da Planer*innen und Entwickler*innen in die Lage versetzt werden, fundierte Entscheidungen zu treffen. Dabei arbeitet das Observatorium mit Ministerien, Regierungsabteilungen, nationalen Organisationen, NGOs und Unternehmen aus dem privaten Sektor zusammen. Das Observatorium kooperiert mit über 40 Partner*innen und Interessengruppen.

Die Stadtindikatoren umfassen wesentliche Merkmale zur Messung einer nachhaltigen Stadtentwicklung, wie die Arbeitslosenquote, die Bodenbedeckung oder den Prozentsatz der Menschen, die in Armut leben. Das Amman Urban Observatory hat sich als effektives Instrument für strategische und städtische Planung erwiesen. Herr Akram Khreisat beschrieb das Observatorium nicht als Werkzeug, sondern als „Prozess zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung“. Im Fall des Amman Urban Observatory liegt der Schwerpunkt der geschaffenen Indikatoren in den thematischen Bereichen der folgenden SDGs: Gesundheit und Wohlergehen (3); Bezahlbare und saubere Energie (7); Industrie, Innovation und Infrastruktur (9); Nachhaltige Städte und Gemeinden (11); Maßnahmen zum Klimaschutz (13) und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (17).

Nach der Präsentation von Dr. Akram Khreisat stellten die Teilnehmenden Fragen zum Amman Urban Observatory. Auf die Frage nach den Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen das Observatorium gegenübersteht, erläuterte er den großen Zustrom von Geflüchteten, den Amman erhält, und die damit verbundenen Herausforderungen für die Messung von Stadtindikatoren. Da die Stadt kürzlich viele Geflüchtete aufgenommen hat, müssen die Indikatoren eine gewisse Flexibilität aufweisen, um die unbeständige Veränderung der Einwohnerzahl zu berücksichtigen. Außerdem wurde Herr Khreisat gefragt, ob das Observatorium die gesammelten Daten für räumliche Analysen oder 3D-Katasterzwecke nutzt. In seiner Antwort erläuterte er, dass sie mit der GIS-Abteilung der Stadt zusammenarbeiten, um Szenarienpläne für das räumliche Wachstum zu erstellen.

Das Connective Cities Netzwerk beabsichtigt, eine Arbeitsgruppe zu schaffen, um verschiedene Best Practices für die Beobachtung städtischer Parameter zu identifizieren. Darüber hinaus sollen interessierte Städte durch die Entwicklung von Vorlagen unterstützt werden, die in einem ähnlichen Prozess wie in Amman implementiert werden können. Stadtvertreter, die an der Arbeitsgruppe teilnehmen möchten, sind herzlich eingeladen, Dr. Muna Shalan (muna.shalan@giz.de) und Herrn Jimmy Yoedsel (jimmy.yoedsel@giz.de) für weitere Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme zu kontaktieren.

Connective Cities dankt Dr. Akram Khreisat und allen Teilnehmern für die Präsentation des Amman Urban Observatory, den fruchtbaren Austausch und die thematische Diskussion.

Förderung nachhaltiger Bergbauindustrien

Die Online-Veranstaltung fand am 23. April statt und erforschte die Herausforderungen und Chancen bei der Förderung nachhaltiger Bergbauindustrien und die entscheidende Rolle von Städten bei der Förderung positiver Veränderungen in diesem Sektor. Zu den wichtigsten Diskussionspunkten gehörten:

  • Die Rolle von Städten bei der Förderung nachhaltiger Bergbauindustrien: Wie können Städte aktiv zur Förderung nachhaltiger Bergbaupraktiken beitragen und dabei Umwelt- und soziale Auswirkungen berücksichtigen?
  • Maximierung der Vorteile für lokale Gemeinschaften: Welche Strategien gibt es, damit Bergbauaktivitäten den lokalen Gemeinschaften sowohl wirtschaftlich als auch sozial bestmöglich zugutekommen?
  • Umnutzung geschlossener Bergbaustandorte: Welche innovativen Ansätze gibt es, um sie in neue Vermögenswerte für Gemeinschaften zu verwandeln und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern?

Die Veranstaltung umfasste fundierte Beiträge aus verschiedenen Quellen:

Eine Strategie für klimasensitive Stadtentwicklung in Garowe, Somalia

Connective Cities hat die Entwicklung einer Bottom-up-Strategie für eine klimagerechte Stadtentwicklung (Climate-Sensitive City Development Strategy, CSCD) unterstützt. Dies umfasste eine partizipative Methodik zur Identifizierung und Analyse der wichtigsten Ansatzpunkte für kommunale Maßnahmen. Garowe war das erste Pilotprojekt, in dem diese Methodik und der Entwurf der CSCD-Strategie erprobt wurden. Wir freuen uns, Ihnen diese Strategie hier vorstellen zu können.

Connective Cities wurde durch das GIZ-Projekt „Promotion of social and economic inclusion of extreme poor IDPs and residents of host communities in Puntland, Somalia“ (SEIPP) beauftragt, die Entwicklung eines integrierten Klimaschutzkonzepts (Anpassung und teilweise Minderung) für die Stadt Garowe, Puntland, Somalia, zu unterstützen. SEIPP engagiert sich für die Förderung der sozioökonomischen Integration extrem armer Binnenvertriebener und Bewohner*innen der Gastgemeinden in Puntland, Somalia.

Sollten Sie Fragen zu der Methodik haben oder Interesse an einem Austausch hierzu, wenden Sie sich bitte an: Paulina Koschmieder paulina.koschmieder@giz.de