Insight Session: Natur zurück in Bhutans urbane Zukunft

Mit dem Wachstum der Städte und Gemeinden Bhutans stellt sich zunehmend die Frage, wie urbane Entwicklung mit dem besonderen ökologischen Erbe des Landes verbunden werden kann. Städtische Hitze, Überschwemmungen, der Verlust von Lebensräumen und ein sich wandelndes Verhältnis zwischen Mensch und Natur machen neue Ansätze der Stadtentwicklung immer wichtiger.

In dieser virtuellen Insight Session von Connective Cities zeigt die Bhutan Ecological Society (BES), wie naturbasierte Lösungen (Nature-based Solutions) und öko-regenerative Entwicklung dazu beitragen können, grünere, gesündere und klimaresilientere urbane Räume zu schaffen.

Anhand konkreter und neuer Ansätze aus Bhutan wird die Session zeigen, wie Biodiversitätsschutz, ökologische Wiederherstellung, grün-blaue Infrastruktur, Erholung und lokale Entwicklung miteinander verbunden und in die Stadtentwicklung integriert werden können.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem geplanten Eco-Regenerative Park in Rinchending, Phuentsholing. Dort sollen Biodiversitätsschutz, Grünflächen, Naturvermittlung, nachhaltige Erholungsangebote, Wellness, regenerativer Tourismus und Vorteile für die lokale Bevölkerung miteinander verbunden werden. Weitere Beispiele aus Samdrup Jongkhar und der Gelephu Mindfulness City zeigen, wie ökologische Wiederherstellung und naturbasierte Angebote zu resilienteren und lebenswerteren urbanen Räumen beitragen können.

Mit Beiträgen von

  • Nawang Norbu, Executive Director, Bhutan Ecological Society
    Nature, Climate Resilience and Bhutan’s Urban Future
  • Namgay Dendup, Nature-based Solutions Specialist, Bhutan Ecological Society
    Nature-Based Solutions in Practice

 

Im Anschluss an die Beiträge bietet eine offene Diskussion mit den Teilnehmenden Raum für den internationalen Erfahrungsaustausch. Städte, Kreise und Gemeinden sowie weitere Fachakteure sind eingeladen, die Erfahrungen aus Bhutan gemeinsam zu reflektieren und sich darüber auszutauschen, wie naturbasierte Lösungen in unterschiedlichen lokalen Kontexten praktisch umgesetzt werden können.

Datum: Donnerstag, 22. Oktober 2026
Uhrzeit: 10:00–11:00 Uhr (CEST)
Format: Online
Sprache: Englisch

Weitere Informationen und Anmeldung: https://community.connective-cities.net/en/node/1616

Green Corridors Learning Process: Vom Austausch zur Umsetzung

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Der Green Corridors Learning Process geht in die nächste Phase und stärkt den praxisorientierten Wissensaustausch zwischen Kommunen und Stadtentwicklungsexpert*innen in der MENA-Region.

Grüne Korridore gewinnen heute als integrierter Ansatz zur Bewältigung unterschiedlicher städtischer Herausforderungen zunehmend an Bedeutung. Sie können dazu beitragen, Hitze zu mindern, das Stadtklima und die Biodiversität zu verbessern, Regenwasser besser zu bewirtschaften und die Belastung durch Verkehr und Lärm zu reduzieren. Gleichzeitig schaffen sie attraktive Fuß- und Radverbindungen zwischen Quartieren, öffentlichen Räumen und wichtigen Alltagszielen und fördern damit nachhaltige Mobilität, Erreichbarkeit und Lebensqualität. So verbinden grüne Korridore Klimaresilienz und ökologische Nachhaltigkeit mit gesünderen, besser vernetzten und lebenswerteren Kommunen.

Am 28. und 29. September liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den ägyptischen Kommunen, die in Kairo vor Ort zusammenkommen, während sich Peers und Expert*innen aus der Region online beteiligen. Gemeinsam mit Port Said, Assuan, Alexandria und UDF Egypt baut der Austausch auf lokaler und regionaler Expertise auf und bietet Raum, konkrete kommunale Herausforderungen zu grünen Korridoren, Klimaresilienz, öffentlichen Räumen und integrierter Stadtentwicklung gemeinsam zu bearbeiten.

Ein zentrales Element sind Peer Consultations zu konkreten kommunalen Fallbeispielen. Die teilnehmenden Kommunen profitieren von Erfahrungen und Expertise aus der Region, entwickeln gemeinsam mögliche Lösungsansätze und identifizieren Ansätze, die an den jeweiligen lokalen Kontext angepasst werden können. KI-gestützte Visualisierungen ergänzen den Peer-Austausch und unterstützen die Kommunen dabei, Ideen in anschauliche räumliche Szenarien zu übersetzen und mögliche Entwicklungspfade sichtbar zu machen.

Das Treffen in Kairo ist Teil des umfassenderen regionalen Learning Process. Weitere regionale Treffen folgen in Kürze und geben weiteren teilnehmenden Kommunen die Möglichkeit, ihre eigenen Fallbeispiele in den Mittelpunkt zu stellen und von grenzüberschreitendem Peer Learning und fachlicher Beratung zu profitieren.

Weitere Informationen zum Treffen am 28. und 29. September sowie zu den kommenden regionalen Aktivitäten werden in Kürze veröffentlicht.

Natur im Zentrum kommunaler Resilienz: Gemeinsam den Weg nach vorne gestalten

Im Lernprozess „Nature at the Heart of Municipal Resilience“ bringt Connective Cities Kommunen aus verschiedenen Ländern Subsahara-Afrikas zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und lokal angepasste Lösungen zu entwickeln. Aufbauend auf den bisherigen gemeinsamen Arbeitsphasen konkretisieren die teilnehmenden Kommunen derzeit ihre Reformmaßnahmen in digitalen Austauschen und mit fachlicher Unterstützung.

Dabei nehmen naturbasierte Lösungen (Nature-based Solutions, NbS) zunehmend konkrete Formen an.

In Bosaso, Somalia, entwickelt die Kommune Leitlinien für die Pflanzung von Straßenbäumen, um den langfristigen Erhalt des städtischen Grüns zu unterstützen. Sinda Town in Sambia hat gemeinschaftlich genutzte Flächen für die Entwicklung eines Stadtparks identifiziert, der neue Erholungsmöglichkeiten schaffen und die lokale Bevölkerung einbeziehen soll.

In Méagui, Côte d’Ivoire, entstehen kleine Parks im Stadtzentrum. Parallel beschäftigt sich die Kommune mit der Auswahl geeigneter Baumarten für die lokalen Bedingungen. Babadjou in Kamerun entwickelt Informations- und Kommunikationsmaßnahmen, um für den Schutz einheimischer Bäume und die Wiederaufforstung entwaldeter Gebiete zu sensibilisieren.

Nanga-Eboko in Kamerun verbindet die Einbindung der lokalen Bevölkerung in den Schutz vor Entwaldung mit Ansätzen für eine naturbasierte lokale Wirtschaftsentwicklung – beispielsweise durch Honigproduktion und den diversifizierten Anbau von Obstbäumen.

Andere Kommunen verbinden die Wiederherstellung von Ökosystemen mit weitergehenden Ansätzen für Resilienz und Finanzierung. In Cape Coast, Ghana, werden öffentlich-private Partnerschaften zur Wiederherstellung von Mangroven geprüft, um Küstenüberschwemmungen entgegenzuwirken und zugleich Möglichkeiten der Kohlenstofffinanzierung zu erschließen. In Nakuru, Kenia, soll eine Pilotmaßnahme zur Baumpflanzung entlang des Flusses Njoro dazu beitragen, die durch Überschwemmungen verursachte Bodenerosion zu reduzieren.

Die Beispiele zeigen, wie sich der Lernprozess zunehmend vom Erfahrungsaustausch hin zu lokal angepassten und umsetzbaren Maßnahmen entwickelt. In den laufenden digitalen Austauschformaten können die Kommunen ihre Ansätze weiter konkretisieren, offene Fragen bearbeiten und vom Feedback anderer Kommunen und Fachleute profitieren.

Der nächste Meilenstein führt die Teilnehmenden nach Kigali. Dort werden die Kommunen ihre bisherigen Fortschritte vorstellen, voneinander lernen und ihre Maßnahmen mit Blick auf die weitere Umsetzung weiterentwickeln.

Mit dem Lernprozess unterstützt Connective Cities Städte, Kreise und Gemeinden dabei, naturbasierte Lösungen in konkrete Antworten auf lokale Herausforderungen zu übersetzen – angepasst an die jeweiligen Bedingungen vor Ort, gestärkt durch internationalen Austausch und mit Blick auf die praktische Umsetzung.

Weitere Informationen:
Auftaktworkshop des Connective Cities Lernprozesses in Naivasha, Kenia
Von der Problembeschreibung zur konkreten Umsetzung: Naturbasierte Lösungen in kommunalen Kontexten

Connective Cities beim 19. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik

Vom 14. bis 16. September 2026 findet in Köln der 19. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik unter dem Motto „Gemeinsam handeln, schneller agieren, weiter denken: Städte für alle gestalten“ statt. Der Kongress bringt Akteurinnen und Akteure aus Kommunen, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um innovative Ansätze für eine nachhaltige, resiliente und zukunftsorientierte Stadtentwicklung zu diskutieren.

Connective Cities ist dieses Jahr erstmals auf einem Stand der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) vertreten. Der Kongress bietet eine hervorragende Gelegenheit, das internationale Städtenetzwerk und die Angebote der Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Kommunen sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit kommunalen Fachleuten aus den Bereichen Stadtentwicklung, Mobilität, Klimaanpassung und nachhaltige Transformation.

Am SKEW-Stand möchten wir insbesondere Fachleute gezielt auf die Angebote von Connective Cities aufmerksam machen und mit ihnen über mögliche Beteiligungs- und Kooperationsmöglichkeiten ins Gespräch kommen. Darüber hinaus werden ausgewählte Gute Praktiken aus den vertretenen Fachbereichen sowie das Connective Cities Media Center als Wissensplattform vorgestellt. Netzwerkmitglieder, die am Bundeskongress teilnehmen, sind herzlich eingeladen, die Gelegenheit zu nutzen und mit dem Team am Stand ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns auf den Austausch, neue Kontakte und Impulse für die kommunale Entwicklungszusammenarbeit.

Weitere Informationen: 19. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik

Insight Session – Kommunen entwickeln naturbasierte Lösungen

Wir freuen uns, Sie zu unserer bevorstehenden virtuellen Insight Session zum Thema ‚naturbasierte Lösungen für urbane Resilienz‘ einzuladen, die am 15. Juli 2026 von 13:00 bis 14:30 Uhr MEZ stattfinden wird.

Städte in Subsahara-Afrika, Deutschland und anderen Regionen setzen verstärkt auf naturbasierte Lösungen, um Überschwemmungen, Klimarisiken, den Verlust der Artenvielfalt und die damit verbundenen Herausforderungen der Stadtentwicklung zu bewältigen. Die Integration dieser Ansätze in die kommunale Planung, Verwaltung und Umsetzung bleibt jedoch eine komplexe Aufgabe.

Diese Insight Session vereint Forschungs-, Politik- und kommunale Netzwerkperspektiven, um praktische Ansätze für die Planung, Integration und Umsetzung naturbasierter Lösungen vorzustellen.

Dafür laden wir folgende Gesprächspartner*innen ein:

Andreas Wolter, Präsident von Climate Alliance
Präsentation: Von lokalen Maßnahmen zu kollektiver Wirkung: Wie kommunale Netzwerke Klimaresilienz stärken

Andreas Wolter wird das Netzwerk der Climate Alliance vorstellen und dessen Rolle bei der Unterstützung von Kommunen zur Stärkung lokaler Klimaschutzmaßnahmen beleuchten. Sein Vortrag wird wichtige Einblicke darin geben, wie Städtenetzwerke voneinander lernen, Wissensaustausch, Interessenvertretung und Zusammenarbeit fördern und gleichzeitig Kommunen dabei helfen können, Klimaverpflichtungen in praktische Maßnahmen umzusetzen – etwa naturbasierte Lösungen zur Stärkung kommunaler Resilienz.

McKenna Davis, Senior Fellow und Koordinator für naturbasierte Lösungen am Ecologic Institut, Berlin
Präsentation: Integration naturbasierter Lösungen in den Mainstream: Erkenntnisse und praktische Beispiele aus dem Urban Governance Atlas

McKenna Davis wird Einblicke und praktische Beispiele aus dem Urban Governance Atlas und dem Projekt Climate Adaptation Naturally geben und aufzeigen, wie naturbasierte Lösungen in die kommunale Politik und Planung integriert werden können.

Dr. Kirk B. Neu, Forscherin in den Bereichen Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung und städtische Resilienz
Präsentation:Evidenzbasierte Erkenntnisse zur Planung naturbasierter Lösungen für die Hochwasserresilienz in Städten Subsahara-Afrikas

Ausgehend von Forschungsergebnissen aus Ghana und der gesamten Subsahara-Region wird Kirk Enu darlegen, wie Kommunen Forschungsergebnisse nutzen können, um naturbasierte Lösungen für eine inklusive Hochwasserresilienz zu planen und umzusetzen.

 

Die Veranstaltung bietet den Teilnehmern folgende Inhalte:

  • praktische Beispiele für naturbasierte Lösungen zur Stärkung der Resilienz städtischer Hochwassergebiete;
  • Einblicke in die für die Umsetzung erforderlichen Rahmenbedingungen für Governance, Politik und Planung;
  • Erkenntnisse aus der Kompatibilität von Forschungsergebnissen mit kommunalen Entscheidungsprozessen;
  • Perspektiven zur Rolle kommunaler Netzwerke bei der Förderung von Klimaschutzmaßnahmen; und
  • eine Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Praktikern und Experten aus verschiedenen Städten und Regionen.

 

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, eine französische Übersetzung wird angeboten.

Datum: Mittwoch, 15. Juli 2026
Zeit:13:00 – 14:30 Uhr MEZ
Format: Online
Anmeldung: https://community.connective-cities.net/en/node/1607

Wir laden kommunale Praktiker*innen, Stadtplaner*innen, Expert*innen für Klima und Resilienz, Forscher*innen, Entwicklungspartner*innen und andere interessierte Mitglieder des Connective Cities Netzwerks herzlich zur Teilnahme ein.

Wir freuen uns darauf, Sie zu der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf wenden Sie sich gerne an: moses.munuve@giz.de

Urbane Miniwälder in von Dürre betroffenen Regionen

Am 8. Juli 2026 veranstaltete Connective Cities eine Online-Veranstaltung, um Möglichkeiten zum Pflanzen urbaner Wälder unter schwierigen klimatischen Bedingungen zu erörtern. Solche Versuche sind in trockenen Regionen mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen bekanntermaßen schwierig, da die knappen Wasserressourcen zwischen Bevölkerung, lokalen Unternehmen, Landwirtschaft und Industrie aufgeteilt werden müssen. Das Pflanzen und Bewässern von Stadtbäumen wird unter diesen Umständen häufig als zweitrangig betrachtet, was aufgrund fehlender finanzieller Mittel und mangelnder Pflege oft zum Scheitern von Aufforstungsprojekten in Städten führt. An der Veranstaltung nahmen 34 Teilnehmende aus 13 Ländern teil, die ein breites Spektrum an Kommunen aus Afrika und dem Nahen Osten repräsentierten.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Miyawaki-Methode zur Anpflanzung von Miniwäldern weltweit zu einer herausragenden Erfolgsgeschichte entwickelt. Bei dieser vom japanischen Botaniker Akira Miyawaki entwickelten Technik wird ein kleiner, dichter Wald aus einheimischen Bäumen und Pflanzen angelegt. Die besonders dichte Pflanzung einer Vielfalt an heimischen Pflanzen beschleunigt das Wachstum von Flora und Fauna, sodass die Miniwälder bereits nach etwa fünf Jahren vollständig autark sein können. Die Wälder verbessern die Luftqualität, reduzieren die Hitze und tragen zur Wiederherstellung der Artenvielfalt bei. Dadurch stabilisieren sie Ökosysteme und wirken der Umweltzerstörung infolge der Klimakrise entgegen. Eine Videoübersicht zur Miyawaki-Methode finden Sie hier.

Stefan Scharfe, Sprecher von Miya-Forest, einer in Eberswalde ansässigen NGO für Aufforstung, Umweltbildung und Forschung, erläuterte den Erfolg der Miyawaki-Methode unter anderem daran, dass das Pflanzen von Bäumen in der Regel breite Akzeptanz bei verschiedenen Akteuren wie Stadtbevölkerung, Wohnungsbaugesellschaften und Kommunalverwaltungen findet. Der partizipative Ansatz der Anpflanzung urbaner Miniwälder müsse jedoch durch eine kleine Gruppe engagierter Akteure unterstützt werden, die sich mit dem Projekt identifizieren. Insbesondere eine gründliche Bodenanalyse kann die Wahrscheinlichkeit, dass die Miniwälder nach einer anfänglichen, intensiven Phase der Bewässerung und Pflege selbstständig wachsen, deutlich erhöhen.

Aus dem Kontext des stark urbanisierten und biologisch degradierten Amman, der Hauptstadt Jordaniens, kommend, nahm Deema Assaf, vom ökologischen Forschungsstudio TAYYŪN, als zweite Referentin an der Insight Session teil und vermittelte den Teilnehmenden wertvolle praktische Einblicke aus der MENA-Region. Frau Assaf erläuterte die aufwendige Arbeit mit Paläobotanikern zur Sammlung von Belegen für einheimische Arten der Region, die sich als evolutionär widerstandsfähig gegenüber den lokalen Klimabedingungen erwiesen haben. Die Samen dieser mit dem Boden vertrauten Pflanzen bilden die Grundlage für ein vielschichtiges Ökosystem mit Baumkronen, Unterholz, Sträuchern und Bodendeckern. Im Laufe seines Wachstums lockt der Wald Insekten, Pilze und Vögel an. Auch essbare Pflanzen können integriert werden, wodurch Miniwälder zu (urbanen) Gärten werden.

Die Insight Session lieferte den Teilnehmenden neue Inspiration für ihre eigenen Projektentwicklungen im Rahmen der laufenden Lernprozesse von Connective Cities zu den Themen „Natur als zentraler Bestandteil kommunaler Resilienz“ und „Grüne Korridore in der Stadt und ihrer Umgebung“. Das Potenzial der Miyawaki-Methode, durch verschiedene Ökosystemleistungen schnell und nachhaltig positive Effekte zu erzielen und sich an die lokalen Gegebenheiten anzupassen, macht urbane Miniwälder zu einer greifbaren und sinnvollen Maßnahme angesichts der sich verschärfenden Klimakrise. Forstwirtschaftliche Vorbereitungen – wie die Generierung von Bodendaten und Setzlingen – sowie institutionelle Unterstützung, gesicherte Finanzierung und die kontinuierliche Pflege des Pflanzprojekts sind jedoch entscheidend für das Gedeihen der Miniwälder.

Connective Cities bietet das Netzwerk für zukünftiges Engagement zu diesem Thema und freut sich darauf, Fachwissen unter Stadtplanern auszutauschen.

Insight Session – Urbane Mikro-Wälder in von Dürre betroffenen Regionen

Datum: Mittwoch, 8. Juli 2026

Uhrzeit: 11:00 – 12:00 Uhr MESZ

Sprache: Englisch – Simultanübersetzung ins Französische

Wie können in urbanen Gebieten mit chronisch geringen Niederschlagsmengen und/oder Hitzewellen nachhaltig Wälder gepflanzt werden?

Die Miyawaki-Methode ist ein Wiederaufforstungsansatz, der in den letzten Jahren aufgrund seiner Effizienz bei der Entwicklung von Vegetation auf kleinen städtischen Flächen und in sehr kurzer Zeit an Beliebtheit gewonnen hat. Um das Wachstum zu beschleunigen, stützt sich die Methode auf drei Schlüsselprinzipien: (1.) die ausschließliche Verwendung einheimischer, an den Boden angepasster Pflanzenarten; die (2.) in extremer Dichte gepflanzt werden und (3.) im Ergebnis ein vielschichtiges Ökosystem bilden, das sich aus Baumkronen, Unterholz, Sträuchern und Bodenvegetation zusammensetzt. Einen videografischen Überblick über die Miyawaki-Methode finden Sie hier.

Mikrowälder können nicht nur als kühlende grüne Korridore in städtischen Gebieten dienen, sondern auch als naturbasierte Lösungen, die für verschiedene Ökosystemleistungen, nicht zuletzt für den Katastrophenschutz, unverzichtbar sind. Laut dem Begründer der Methode, Dr. Akira Miyawaki, sind heimische Wälder im Vergleich zu nicht heimischen Arten fast dreißigmal widerstandsfähiger und bieten Schutz vor Naturkatastrophen.

Die Miyawaki-Methode wurde zwar bereits in den 1970er Jahren in Japan entwickelt, hat sich jedoch erst in jüngster Zeit weltweit verbreitet – mit zahlreichen Anwendungen in Indien, aber auch wachsender Beliebtheit in Europa, Nordamerika und anderen Teilen der Welt. Da Dürren weltweit jedoch immer häufiger auftreten, könnte die bewässerungsintensive Miyawaki-Aufforstung bei der Umsetzung zunehmend auf Schwierigkeiten stoßen. Können städtische Mikro-Wälder daher als geeignete Maßnahme und naturbasierte Lösung in Kommunen angesehen werden, die von häufigen Dürren betroffen sind – beispielsweise in Afrika und im Nahen Osten?

Der Verein MIYA-Forest e.V. aus Eberswalde, Deutschland, ist ein aktuelles Beispiel für zivilgesellschaftlich getragene Initiativen zur Verbreitung von Mikro-Wäldern nach der Miyawaki-Methode, sowohl in Deutschland als auch in der MENA-Region. In dieser ConnectiveCities Insight-Session stellt Vorstand Stefan Scharfe bewährte Praktiken des Vereins vor, die neben der Anpflanzung von mehr als 40 Mikro-wäldern seit 2021, auch pädagogische und wissenschaftliche Arbeit umfassen.

Als unsere zweite Referentin wird Deema Assaf von TAYYŪN, einem in Amman ansässigen Forschungs- und Ökodesign-Studio, über ihre Erfahrungen mit der Anpflanzung von Miyawaki-Wäldern berichten. Die Architektin leistete Pionierarbeit bei der Einführung der Miyawaki-Methode im Nahen Osten: 2018 pflanzte sie in Amman, Jordanien den ersten Wald dieser Art in der Region und leitete anschließend zahlreiche Pflanzaktionen mit einheimischen Baumarten in der ganzen Stadt. Ihre Arbeit umfasst die Gewinnung und Vermehrung einheimischer Samen, Pflanzworkshops für die Bevölkerung sowie regeneratives, auf Permakultur basierendes Design.

Registrieren Sie sich hier für die Veranstaltung: Urban Micro Forests in drought-affected regions

Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf wenden Sie sich gerne an: lennart.kreuzfeld@giz.de

Wir freuen uns darauf, Sie zu unserer Diskussion begrüßen zu dürfen!

Das „Walkable Triangle“ in Kisumu, Kenia

Kisumu, eine Hafenstadt am Ufer des Viktoriasees und eine der größten Städte Kenias, gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Waren- und Handelsverkehr zwischen Kenia und seinen Nachbarländern Tansania und Uganda. Mit einem jährlichen Bevölkerungswachstum von knapp 4 Prozent hat sich die Einwohner*innenzahl von etwa 205.000 in 2001 auf mindestens 422.000 in 2025 in 15 Jahren mehr als verdoppelt. Dies führte zu einer Reihe großer Infrastrukturprojekte, die allerdings primär auf den motorisierten Verkehr fokussiert waren, obwohl 53 Prozent der täglichen Wege der Einwohner*innen zu Fuß zurückgelegt werden.

Ein Projekt im Rahmen des „Kisumu Sustainable Mobility Plan“ ist das „Walkable Triangle“: die fußgängerfreundliche Umgestaltung der drei Hauptstraßen Oginga Odinga, Ang’awa Ave und Jomo Kenyatta Ave. in einem Geschäftsviertel im Zentrum der Stadt. Diese umschließen in Form eines Dreiecks eine Sport- und Parkanlage und werden täglich von über 2.200 Fußgänger*innen genutzt. Ziel ist es, den nicht-motorisierten Transport auf den insgesamt 1,5 Kilometern zu fördern, sicherer, angenehmer und barrierefrei zu gestalten sowie den bereits bestehenden Baumbestand zu erhalten und zu integrieren.

Zudem fördert die Stadt E-Mobilität beim öffentlichen Transport durch ein Batterietauschsystem für Motorradtaxis, sogenannten „Boda-Bodas“, und Dreiradtaxis, sogenannten „Tuk-Tuks“.

Die Dokumentation beschreibt die Herangehensweise wie auch die erzielten Wirkungen dieser Guten Praktik.

Autor: Burkhard Vielhaber

Copyright: Connective Cities