Kommunen und Regionen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland sind eingeladen, am regionalen Lernprozess „Planung für urbane Resilienz“ teilzunehmen und gemeinsam Ansätze zum Schutz kritischer Infrastrukturen und zur Stärkung urbaner Resilienz weiterzuentwickeln.
Kommunen stehen zunehmend vor komplexen Risiken: klimabedingte Extremereignisse, technische Störungen, wachsende Abhängigkeiten zwischen Infrastruktursystemen sowie neue sicherheitspolitische Herausforderungen gefährden die Funktionsfähigkeit urbaner Räume. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – Energie, Wasser, Verkehr, Kommunikation und Gesundheit – ist damit zu einer zentralen Aufgabe moderner kommunaler Governance geworden.
Der Lernprozess bringt Kommunen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland zusammen, um praxisnahes Wissen auszutauschen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und lokale Kapazitäten für risikoinformierte Entwicklung zu stärken. Im Fokus stehen integrierte Planung, Multi-Risiko-Governance und die Entwicklung umsetzbarer Projektansätze zum Schutz und zur Stärkung kritischer Infrastrukturen.
An wen richtet sich der Teilnahmeaufruf?
Fach- und Führungskräfte aus Kommunalverwaltungen, kommunalen Unternehmen und regionalen Behörden
Mitarbeitende aus Planung, Infrastruktur, Katastrophenvorsorge und kommunalem Management
Städte, Gemeinden, Landkreise und Regionen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland
Zeitplan und Format
Virtuelles Kick-off-Meeting: Ende April 2026
Erster Präsensworkshop (3 Tage): Anfang Juni
Dauer: ca. 1 Jahr
Formate: Präsenzworkshops, digitale Austauschmodule und kurze Expert*innenmissionen („Peer Visits“)
Der Lernprozess ist in drei Phasen gegliedert:
Risiko- und Vulnerabilitätsanalyse,
integrierte Planung und Lösungsentwicklung sowie
Umsetzungsreife und Finanzierung.
Thematische Schwerpunkte liegen u. a. auf urbanen Systemen und Infrastrukturresilienz, integrierter Risikogovernance sowie Daten-, Frühwarn- und Kontinuitätsmanagement. Der strukturierte Prozess fördert kollegiale Beratung und technische Zusammenarbeit zwischen Kommunen in Europa und den Partnerregionen.
Teilnahme und Kontakt
Die Teilnahmekosten (Unterbringung und Verpflegung) werden übernommen. Die Konferenzsprache ist Englisch.
Am 24. März 2026 war es soweit! Der vertiefte Lernprozess „Wasserresilienz: Kommunen stärken sich gegen Trockenheit und Starkregenereignisse“ ist kurz nach dem Weltwassertag gestartet. Dürren, Hitzewellen, Starkregen und Überschwemmungen nehmen zu und belasten Infrastruktur, Gesundheit und kommunale Budgets. Gleichzeitig verschärft die Urbanisierung den Wettbewerb um Wasser. Bereits heute stehen viele Großstädte unter hohem Wasserstress, und der weltweite Bedarf könnte bis 2030 die verfügbaren Ressourcen deutlich übersteigen.
Für Länder des Globalen Südens ist Wasserknappheit längst ein Entwicklungshemmnis – doch künftig müssen sich alle Regionen weltweit an schwankende Verfügbarkeiten und wachsende Nutzungskonflikte anpassen. Wasser wird zur strategischen Ressource des 21. Jahrhunderts.
Die entscheidenden Lösungen entstehen lokal. Auch wenn die Rahmenbedingungen sich stark unterscheiden, stehen Kommunen vor ähnlichen strukturellen Herausforderungen, was Austausch und gemeinsames Lernen besonders wertvoll macht.
Deshalb bringen wir im sogenannten Deep Dive zum Thema „Wasserresiliente Kommunen“ Fachleute aus acht ausgewählten Kommunen aus Benin, Deutschland, Kenia, Indien, Serbien und Sri Lanka zusammen, um innovative Ansätze wie Schwammstadt‑Konzepte, blaue Korridore und integrierte blau‑grün‑rote Infrastrukturen gemeinsam zu diskutieren und über zwei Jahre lokalangepasste Lösungen zu jeweiligen Herausforderungen zu entwickeln und zu implementieren.
Im ersten virtuellen Treffen haben die Kommunen ihre lokalen Herausforderungen präsentiert, erste Ähnlichkeiten identifiziert und das erste Arbeitstreffen in Präsenz in Wuppertal Anfang Mai vorbereitet. Weitere Neuigkeiten aus unserem Deep Dive folgen ab Mai 2026.
Die teilnehmenden Städte: Natitingou (Benin), Dresden, Wunstorf, Wuppertal (Deutschland),Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Niš (Serbien), Akkaraipattu (Sri Lanka)
Was braucht es, um Mobilität in unseren Kommunen nachhaltiger zu gestalten? Neue Technologien? Mehr Mittel? Den Willen der Bürger*innen? Eine Antwort: Es braucht verlässliche Informationen für fundierte Entscheidungen, die gezielte Veränderungen bewirken können. Bei der Dialogveranstaltung “Nachhaltige Mobilität- Zusammenspiel Nachhaltiger Mobilitätsformen“ im letzten November identifizierten 38 Teilnehmende aus 11 verschiedenen Ländern Datenmanagement und -nutzung als einen zentralen Aspekt der Verkehrswende. Ca. 20 Teilnehmende des Connective Cities Lernprozesses kamen in einer online Follow-Up Aktivität am 23. März 2026 erneut zusammen, um sich zum Thema „Mobilitätsdatenmanagement“ vertieft auszutauschen.In dem zweieinhalbstündigen Austausch stellten insgesamt 5 Kommunen Aspekte ihres Mobilitätsdatenmanagement als Grundlage für verkehrsplanerische Entscheidungen vor.
“Data (or the absence) can be a reason to unnecessarily delay important decisions. Also make sure you apply the correct data for the correct application.”
Teilnehmer im Rahmen einer Umfrage während der Online-Veranstaltung
Wer die Kapazitäten und die finanziellen Mittel hat, kann sich dem Prozess eines Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) stellen. Die mehrjährige, teils partizipative Datenerhebung und -aufbereitung beinhaltet einen Katalog aus Sustainable Urban Mobility Indicators (SUMI) und konkrete Handlungsempfehlungen. Dr. Metin Mutlu Aydin, Assoc. Prof. Dr. an der Ondokuz Mayıs University, der die dreijährige Erstellung des SUMP in Trabzon, der östlichsten großen Hafenstadt am Schwarzen Meer der Türkei, akademisch begleitete, stellte den Teilnehmenden in seiner Keynote den Prozess und die erst kürzlich veröffentlichten Ergebnisse vor:
SUMP sind strategische Pläne, mit deren Hilfe Antworten auf die Mobilitätsbedürfnisse von Menschen und Unternehmen partizipativ und konkret formuliert werden. Dafür bedient sich das verantwortliche Expertenteam Primär- und Sekundärdaten und stützt Handlungsempfehlungen auf einen groß angelegten Beteiligungsprozess. Die Stadt Trabzon bediente sich bestehenden Statistiken, investierte aber auch in eine Vielzahl an digitalen Messmethoden, die eine automatisierte und tagesaktuelle Datensammlung ermöglichen und das Monitoring gesetzter Ziele gewährleisten. Die umfangreichsten Daten wurden partizipativ über institutionelle Treffen, Austausche mit Berufs- und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie über die Einbindung der Öffentlichkeit durch Online-Umfragen und soziale Medien erhoben. Im Fall Trabzons wurden insgesamt 95 Institutionen zur Rate gezogen. Integrierte Szenarienanalysen zeigen die Handlungsbedarfe auf: In der am Meer gelegenen Stadt mit hügeliger Topografie führen beispielsweise Tagestrips mit dem Auto schon heute zu einem hohen Verkehrsaufkommen. Bis 2040 soll sich die Zahl fast verdoppeln. Daher muss die Stadt insbesondere auf den herausgestellten Hauptachsen für Alternativen sorgen.
In München werden Daten kontinuierlich erhoben und mit einem multimodalen Verkehrsmodell („M3“) ausgewertet; die Datenstrategie der Metropole München besitzt einen hohen Stellenwert. Dabei ist dem Verantwortlichen Attila Lüttmerding, Abteilungsleiter Grundlagen und Daten im Mobilitätsreferat der Stadt München, besonders wichtig zu betonen, dass Daten nicht der Daten willen erhoben werden sollen, sondern zielorientiert gearbeitet werden muss. Neben Klimaneutralität und Verkehrssicherheit soll sich in München die Nutzung der Mobilitätsformen ÖPNV, Fuß- und Radverkehr sowie Elektroautos deutlich verbessern. Die Daten machen Erfolge deutlich sichtbar: Die „Stauhauptstadt“ verzeichnet seit einigen Jahren einen deutlichen Trend zur „Fußgängermetropole“; die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel steigt trotz steigender Autobesitze. Insbesondere im Stadtkern sind diese für viele heute eine Alternative. Um dies festzustellen, bedient sich die Stadt einiger Technologien und – pragmatisch – auch weiterhin händischen Zählungsmethoden. Die gute Datenlage macht die Münchener*innen auskunftsfähig, auch in Hinblick auf die Mobilitätsindikatoren der EU, die in kommenden Jahren für mehr internationale Vergleichbarkeit sorgen sollen.
Viktor Goebel, Projektleiter im Mobilitätsreferat der Stadt München, stellte heraus, wie Sharing Angebote bürgerfreundlicher werden können, wenn sie sich am Nutzerverhalten orientieren und eng gemonitort werden. Betreiber müssen sich an Regeln halten, die die Stadt ihnen auferlegt: In bestimmten Bereichen dürfen E-Scooter nicht abgestellt werden und es gibt auch Limits für z.B. Scooter pro Zone, damit Fuß- und Radverkehr durch das zusätzliche Mobilitätsangebot nicht gestört werden. Durch Datennutzung werden hier die Bedarfe der einzelnen Gebiete ermittelt und welche nachhaltigen Mobilitätsformen sinnvoll eingesetzt werden können. Das darstellbare hohe Interesse der Bürger*innen Münchens legitimiert so Subventionen von kommunaler Seite.
Kleine Einblicke in die Handhabung von Daten in weiteren Kommunen erlaubten Bremen, Windhoek (Namibia) und La Paz (Bolivien). Während in Bolivien Daten als Open Data gehandhabt werden und öffentliche Portale die Nutzung erleichtern, ist das digitale Ticket-System in Windhoek eine neue Quelle an wichtigen Daten, die es unter anderem ermöglicht zu ermitteln, wo Schwarzfahren ein finanzielles Risiko für Betreiber bedeutet.
In anschließenden Teilgruppen tauschten sich die Teilnehmenden vertieft aus und nahmen weitere Erkenntnisse mit:
“Companies are always asking for money, so you need to do your own research to be able to evaluate their offers”
Stimme im Rahmen einer Umfrage während der Online-Veranstaltung
In den Gruppen wurde jedoch auch sichtbar, wie unterschiedlich die Verfügbarkeit und die Ressourcen zur Datenauswertung sind und dass es wichtig ist, viele Anregungen im jeweiligen individuellen Kontext zu reflektieren.
Am 18. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr (MEZ) stellt die Wasserstoffwirtschaftseinheit der Behörde für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg in einer Insight Session die Hamburger Wasserstoffstrategie vor. Im Fokus steht, wie sich die Metropolregion Hamburg als international führender Standort der Wasserstoffwirtschaft positioniert.
Als bedeutender Hafen- und Logistikstandort übernimmt Hamburg eine strategische Rolle bei der Verknüpfung globaler Wasserstoff-Lieferketten mit der nationalen Nachfrage. Die Strategie verfolgt einen integrierten Ansatz zur Skalierung von Produktion, Import, Infrastruktur und industriellen Anwendungen und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Klimaneutralität.
Durch gezielte Investitionen, politische Koordination und internationale Partnerschaften stärkt Hamburg sein Wasserstoff-Ökosystem – von Importkorridoren über wasserstofffähige Infrastruktur bis hin zu Innovationsclustern. Ziel ist es, Hamburg als Tor für Wasserstoff nach Deutschland und Europa sowie als Zentrum für industriellen Wandel und nachhaltiges Wachstum zu etablieren.
Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit, wie internationale Kooperation, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Transformation zusammenwirken können.
Am 26. Februar 2026 von 11:00 – 12:30 Uhr MEZ stellt die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH in einer Insight Session das Heilbronner Wasserstoffmodell vor. Im Fokus steht, wie sich die Region Heilbronn-Franken durch den Aufbau eines koordinierten regionalen Ökosystems strategisch im Bereich grüner Wasserstoff positioniert.
Im Einklang mit der EU-Wasserstoffstrategie und der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands trägt die Initiative zur Klimaneutralität bei – durch den Ausbau von Elektrolysekapazitäten, den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und die Anbindung an das nationale Wasserstoff-Kernnetz.
Im Rahmen des regionalen Transformationsprogramms ANTRIEB HNF geben die Strategien RegioStrat und H2 Transform HNF die langfristige Ausrichtung bis 2040 vor. Mit H2-Impuls werden über 100 Akteurinnen und Akteure aus 60 Institutionen vernetzt, konkrete Teilprojekte initiiert und der Austausch strukturiert begleitet.
Nutzen Sie die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in den Aufbau regionaler Wasserstoffstrukturen zu erhalten und sich mit Expertinnen und Experten auszutauschen.
Internationale Community of Practice für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 92, Februar 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
„Wasserstoff und Sauerstoff werden auf absehbare Zeiten hinaus die Energieversorgung der Erde sichern“, so prophezeite es bereits 1875 Jules Verne in seinem Roman „Die geheimnisvolle Insel“ und nahm damit die Bedeutung der Wasserstoff-Elektrolyse und Brennstoffzellentechnologie vorweg.
Mit Technik lassen sich neue Welten erschließen. In dieser Ausgabe zeigen wir, wie KI-Visualisierungen die Neugestaltung von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum unterstützen können. Außerdem zeigen wir, wie das ländlich gelegene Borgholzhausen ein neuartiges und einzigartiges Linien-E-Carsharing für die letzte Meile vom oder zum Bahnhof entwickelt hat.
Wasserstoff ist auch Thema zweier geplanter Insight Sessions, zu denen wir Sie herzlich einladen. Wir stellen das Heilbronner Wasserstoffmodell und die Hamburger Wasserstoffstrategie vor.
In der letzten Märzwoche widmen wir uns in zwei weiteren virtuellen Veranstaltungen der Frage, wie sich Fachkräfteeinwanderung auf kommunaler Ebene gestalten lässt. Und wie lassen sich im Rahmen der urbanen Mobilitätsplanung Mobilitätsdaten effektiv managen?
Darüber hinaus sind bei zwei unserer neuen, einjährigen regionalen Lernprozesse noch Plätze frei: „Naturbasierte Lösungen zur Stärkung kommunaler Resilienz” und „Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung”. Wir laden insbesondere deutsche Kommunen ein, sich zu bewerben, und haben die Bewerbungsfristen dafür noch etwas verlängert.
Gerne erschließen wir gemeinsam mit Ihnen neue Welten einer nachhaltigen und sozialen Stadtentwicklung
Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
KI-basierte Visualisierung für nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum
Am 22. Januar 2026 brachte Connective Cities Kommunen aus Subsahara-Afrika, Europa und der MENA-Region zusammen. Mithilfe KI-basierter Visualisierungen entwickelten Praktiker*innen aus Städten wie Nairobi, Huye, Hebron, Berlin und Windhoek gemeinsam Zukunftsszenarien für inklusiven Wohnraum, öffentliche Räume und klimaresistente Stadtviertel. Diese basierten auf lokalen Kontexten und waren von den Prinzipien des New European Bauhaus inspiriert. Der Workshop markierte den Beginn einer neuen Phase der Connective Cities-Arbeitsgruppe für nachhaltiges und bezahlbares Wohnen.
Innovatives Mobilitätskonzept für den ländlichen Raum in Borgholzhausen und Halle-Künsebeck, das sich trägt.
Das ländlich gelegene Borgholzhausen hat ein neuartiges Linien-E-Carsharing für die letzte Meile vom oder zum Bahnhof entwickelt. Wer über ein gültiges ÖPNV-Ticket verfügt, kann ein Elektrofahrzeug kostenfrei auf festgelegten Linien zwischen bestimmten Haltepunkten für maximal eine halbe Stunde hinzubuchen. Die Nachbargemeinde Halle-Künsebeck beteiligt sich an diesem innovativen in Deutschland einzigartigen Mobilitätskonzept.
Insight Session zum Aufbau eines regionalen Ökosystems am 26. Februar 2026 von 11:00 – 12:30 Uhr MEZ
Im Fokus steht, wie sich die Region Heilbronn-Franken durch den Aufbau eines koordinierten regionalen Ökosystems strategisch im Bereich grüner Wasserstoff positioniert.
Im Einklang mit der EU-Wasserstoffstrategie und der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands trägt die Initiative zur Klimaneutralität bei – durch den Ausbau von Elektrolysekapazitäten, den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und die Anbindung an das nationale Wasserstoff-Kernnetz. Nutzen Sie die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in den Aufbau regionaler Wasserstoffstrukturen zu erhalten.
Insight Session über den Internationalen Hub für die Wasserstoffwirtschaft am 18. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr (MEZ)
In einer weiteren Insight-Session zum Thema Wasserstoff wird die Metropolregion Hamburg vorgestellt, welche sich als international führender Standort der Wasserstoffwirtschaft positioniert. Als bedeutender Hafen- und Logistikstandort übernimmt Hamburg eine strategische Rolle bei der Verknüpfung globaler Wasserstoff-Lieferketten mit der nationalen Nachfrage. Die Strategie verfolgt einen integrierten Ansatz zur Skalierung von Produktion, Import, Infrastruktur und industriellen Anwendungen. Ziel ist es, Hamburg als Tor für Wasserstoff nach Deutschland und Europa sowie als Zentrum für industriellen Wandel und nachhaltiges Wachstum zu etablieren. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit!
Kommunale Wirtschaftsförderung durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum
Insight Session über Praxisansätze aus Kommunen
am 25. März 2026 von 10:00 -12:30 Uhr MEZ (tbc)
Wie können Kommunalverwaltungen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte in ihren Kommunen übernehmen?
Diese interaktive Online-Veranstaltung bringt deutsche und internationale kommunale Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aus praktischen Beispielen zu lernen und innovative Ansätze für die Steuerung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte auf lokaler Ebene zu diskutieren. Weitere Informationen zu den vorgestellten Guten Praktiken folgen in Kürze. Merken Sie sich den Termin vor!
Einladung zum Lernprozess zu naturbasierten Lösungen
Zunehmende Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen, Biodiversitätsverlust und Flächenversiegelung setzen urbane Infrastrukturen und Governance-Systeme zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund stellen naturbasierte Lösungen einen kosteneffizienten Ansatz mit vielfältigem Mehrwert dar, um die Klimaanpassung zu stärken und zugleich Vorteile wie Kohlenstoffbindung, Regenwassermanagement sowie Regulierung des urbanen Binnenklimas zu erzielen. Der einjährige Lernprozess bringt kommunale Praktiker*innen, Fachleute und politische Entscheidungsträger*innen in drei Präsenzworkshops sowie über eine kontinuierliche virtuelle Zusammenarbeit zusammen.
Verlängerung der Bewerbungsfrist: 08. März 2026. Werden Sie Teil des Prozesses!
Folgeaktivität im Rahmen des Lernprozesses „Nachhaltige Mobilität. Zusammenspiel zukünftiger Mobilitätsformen“
Die 2,5-stündige Online-Veranstaltung „Mobility Data Management“ ist sowohl an den Teilnehmendenkreis des Lernprozesses adressiert, als auch an alle interessierte Kommunalexpert*innen aus Deutschland und dem Globalen Süden, die sich in ihrer Kommune mit Datenmanagement für eine nachhaltige Mobilitätsplanung befassen. Die Veranstaltung ist für die letzte Märzwoche angesetzt. Das Veranstaltungsprogramm folgt in Kürze. Interessierte können sich gerne an die Projektkoordinatorin Marcella Sobisch wenden: marcella.sobisch@engagement-global.de.
Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung
Teilnahmeaufruf zum Lernprozess zur Planung für urbane Resilienz in Südosteuropa / Südkaukasus
Klimabedingte Extremereignisse, technische Störungen, wachsende Abhängigkeiten zwischen Infrastruktursystemen sowie neue sicherheitspolitische Herausforderungen gefährden die Funktionsfähigkeit urbaner Räume. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – Energie, Wasser, Verkehr, Kommunikation und Gesundheit – ist damit zu einer zentralen Aufgabe moderner kommunaler Governance geworden. Im Fokus des einjährigen Lernprozesses stehen integrierte Planung, Multi-Risiko-Governance und die Entwicklung umsetzbarer Projektansätze zum Schutz und zur Stärkung kritischer Infrastrukturen.
Verlängerung der Bewerbungsfrist: 15. März 2026. Werden Sie Teil des Prozesses!
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Die rund 9.300 Einwohner*innen von Borgholzhausen verteilen sich auf einer Fläche von 56 km². Ein Drittel der Bevölkerung wohnt in der Kernstadt, die anderen zwei Drittel leben in elf Siedlungen mit jeweils einigen hundert Einwohner*innen. Vom Bahnhof in Borgholzhausen gelangt man mit der NordWest-Bahn zu den benachbarten Städten Osnabrück im Nordwesten und Bielefeld im Südosten. Es gibt jedoch keinen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der die Siedlungen mit dem Bahnhof verbindet.
Vor diesem Hintergrund hat Borgholzhausen ein neuartiges Linien-E-Carsharing entwickelt, das es den Bewohner*innen der Gemeinde ermöglicht, die letzte Meile vom Bahnhof nach Hause bequem und ohne Mehrkosten zum Preis des Zugtickets zu buchen. Die Nachbargemeinde Halle-Künsebeck beteiligt sich an diesem innovativen Mobilitätskonzept.
Wer über ein gültiges ÖPNV-Ticket verfügt, kann ein Elektrofahrzeug kostenfrei auf festgelegten Linien zwischen bestimmten Haltepunkten für maximal eine halbe Stunde hinzubuchen. Zudem besteht jetzt die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu moderaten Kosten im klassischen freien Carsharing zu mieten. Die Einnahmen hieraus senken die Betriebskosten.
Diese gute Praktik beschreibt, wie dieses in Deutschland bisher einzigartige Modell entwickelt wurde, wie es sich trägt, welche Vorteile es bietet und welche Lernerfahrungen bisher gemacht wurden.
Sich updaten, aus der kommunalen Praxis berichten, Austausch pflegen – darum geht es beim jährlichen Netzwerktreffen von Connective Cities für die aktiven deutschen Akteur*innen. Auch in diesem Jahr fanden rund 30 Teilnehmer*innen den Weg nach Bonn und tauschten sich über Geschafftes, Geplantes und auch ein wenig über Visionäres aus.
Die Gruppe der Teilnehmer*innen war bunt gemischt. Mit dabei waren Connective-Cities-Erfahrene wie etwa Lidia Perico, Leiterin der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, die mit einer ganz konkreten Idee für einen thematischen Schwerpunkt anreiste. Oder auch Michael Leischner aus Dortmund, der als Mitglied des Steuerungskreises mit Blick auf das gesamte Programm teilnahm. „Ich bin schon gefühlte 100 Jahre bei Connective Cities und jetzt im Steuerungskreis. Für mich ist es wichtig zu sehen, was sich in den Kommunen tut und wie die Situation bezüglich internationaler Zusammenarbeit ist“ – so seine Motivation, kurz vor Jahresende zwei Tage zu investieren. Wiederum andere kamen zum Netzwerktreffen, um sich mit dem Angebot von Connective Cities grundsätzlich vertraut zu machen.
Foto: Connective Cities
Für diese vielfältigen Erwartungen gab es ein breites Programm:
Zunächst einmal standen das Sondieren und Einbringen von Themen im Mittelpunkt und damit die Gelegenheit für die Teilnehmer*innen, Themen aufzuzeigen, die in ihrer kommunalen Praxis relevant sind.
Hierzu stellte das Team der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und der GIZ zunächst die schon gereiften Pläne für das kommende Jahr vor: Seitens der GIZ werden in den Partnerregionen unter anderem die Renaturierung urbaner Räume sowie die Stärkung der lokalen Wirtschaftsentwicklung als wichtige thematische Schwerpunkte verfolgt, neben weiteren inhaltlichen Feldern. Für die Fokusregion Subsahara-Afrika stehen naturbasierte Lösungen und das wirtschaftliche Potenzial von grünem Wasserstoff im Mittelpunkt. Mit den Kommunen der Region Südosteuropa und Südkaukasus wird an urbaner Resilienz und der Sicherung kritischer Infrastruktur sowie an wirtschaftsfreundlicher Regionalentwicklung gearbeitet. In der Fokusregion Nahost und Nordafrika stehen Grüne Korridore zwischen Stadt und Umland, und das Thema Building Back Better – vor allem mit Blick auf Syrien und Gaza – auf dem Plan. Darüber hinaus werden die Themen aus vergangenen Lernprozessen in Alumni-Gruppen weitergeführt, um das generierte Wissen im Netzwerk zu verankern und den fachlichen Austausch nachhaltig aufrechtzuerhalten. Die Alumni-Gruppen arbeiten unter anderem zu den Themen Hitze in der Stadt, risiko-informierte Stadtentwicklung sowie Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Die SKEW ihrerseits wird für Lernprozesse in Deutschland die Schwerpunkte unter anderem auf Nachhaltige Mobilität und Wasserresilienz legen. Themenvorschläge für zwei weitere Lernprozesse in Deutschland können noch bis zum 8. Februar 2026 eingereicht werden.
Die entsprechenden Teilnahmeaufrufe wurden zum Teil bereits veröffentlicht oder werden Anfang 2026 im Newsletter, auf der Website und bei LinkedIn und Facebook erscheinen. Die Lernformate bleiben die bewährten: länger angelegte Lernprozesse über ein Jahr mit Auftakttreffen, Fachaustauschreisen und digitalem Austausch, Deep Dives in kleinen Gruppen über zwei Jahre hinweg sowie verschiedene agile Formate – offen für alle und auf akute Bedarfe zugeschnitten (Ad-hoc-Sessions, Insight-Sessions).
Themenschwerpunkte von Connective Cities
Im zweiten Schritt wurden Themen, zu denen sich die Kommunen und kommunalen Unternehmen weiteren Austausch wünschen, gesammelt und dabei auch die Themen aus dem aktuellen Themenspeicher von Connective Cities gewichtet. Die entstandene Pinnwand liest sich spannend und vielfältig: Katastrophenvorsorge, (Cyber-)Sicherheit und Resilienz, (legale) Migration und Integration, Stadtentwicklung und neue Stadtquartiere, Energieparks, Energie aus Biomasse, Entwässerung, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Nachhaltigkeitskonzepte bei Großveranstaltungen, Start-ups und lokale Wirtschaftsförderung, Bildung und Bildungsmaterialien zu nachhaltiger Entwicklung, demografischer Wandel, inklusive Stadt, Umweltschutz in der Stadt, digitale Daseinsvorsorge, attraktive Innenstädte und noch weitere Themen sammelten sich dort. Auch Lidia Pericos Idee ist dort zu lesen. Ob dies ein Thema für Connective Cities werden wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht klar. Aber: „Wir wollten die Chance kurz vor Jahresende nutzen, um unsere Planung für 2026 in die Spur zu bringen, egal ob es jetzt im Format von Connective Cities klappt oder nicht. Wenn man von eigenen Ideen berichtet, entwickelt man diese ja im Kopf weiter und das ist immer ein Mehrwert“, so Pericos Bilanz.
Wie Lernprozesse im Rahmen von Connective Cities konkret aussehen können, zeigten zwei Beispiele aus vergangenen Lernzyklen.
Angelika Schweimnitz vom Institut für Schutz und Rettung der Kölner Feuerwehr stellte den Lernzyklus von Feuerwehren zu den Themen „Unterkünfte für Evakuierte und der Einsatz von Ehrenamtlichen“ vor. Für die Kölner Feuerwehr mündete dieser in einen intensiveren Austausch mit den Feuerwehren aus Makati und Quezon City auf den Philippinen, die laut Schweimnitz aufgrund der Vielzahl der dortigen Klimaereignisse eine weit höhere Einsatzdichte haben. Schweimnitzs Bilanz war dabei durchweg positiv: Beeindruckend sei die Nähe zwischen Rathaus und Bevölkerung gewesen sowie die Übersicht über die Stadt durch Kameraüberwachung. Die philippinischen Partner seien vor allem am Modell der freiwilligen Feuerwehr interessiert gewesen, die in Deutschland einen bedeutenden Anteil der Einsatzkräfte ausmacht. Der Austausch habe außerdem eine Vielzahl konkreter Ideen für die qualitätsvolle Unterbringung von Evakuierten hervorgebracht – vom Pop-up Zelt bis zum Intimitätsraum. „Es wurde einfach die Sprache der Instrumente gesprochen“, so ihre Beschreibung. Und: „Wir haben das Internationale und vernetztes Denken in der Katastrophenvorsorge in unsere Feuerwehr getragen.“
Ein ähnlich positives Bild eines Connective Cities-Austauschs zeichnete Sven Robert Ganschow von der Stadtreinigung Hamburg. Trotz Hürden wie der Corona-Pandemie, Personalwechseln und grundsätzlich veränderten Rahmenbedingungen wie dem Kriegsbeginn in der Ukraine sei der internationale Austausch zu den Themen Integrierte Abfallwirtschaft und Kunststoffrecycling von hohem Nutzen und wertgeschätzt gewesen. Er habe dabei auch stets die politische Rückendeckung aus der eigenen Stadt gemerkt: „Ich spürte immer Verständnis dafür, dass die Probleme nicht im eigenen Land enden, sondern dass es wichtig ist, dass wir unser Wissen weitergeben“, so seine Erfahrung.
Teilnehmende des Netzwerktreffens | Foto: Connective Cities
Ein dritter Schwerpunkt des Netzwerktreffens war die kollegiale Beratung – zum einen, um diese als Kernmethode von Connective Cities vorzustellen, zum anderen, um den Luxus der versammelten Expertise zu nutzen. Einige Teilnehmer*innen brainstormten dabei zu der Frage, wie sich Kolleg*innen in der eigenen Kommune oder im eigenen kommunalen Unternehmen für die Teilnahme an einem Connective-Cities-Austausch gewinnen lassen. Eine zweite Gruppe beschäftigte sich damit, wie die Umsetzung eines Projekts gelingen kann, auch wenn sich die Rahmenbedingungen seit Bewilligung diametral verändert haben. Und auch das Team von Connective Cities selbst nutzte die Chance und fragte nach Strategien für eine erfolgreiche Ansprache kommunaler Expert*innen für die Aktivitäten des Vorhabens. Alle Gruppen erwiesen sich als äußerst produktiv und machten die Idee von Connective Cities greifbar: Expertise zusammenbringen – die Vielfalt der Perspektiven nutzen – gemeinsam Lösungen generieren. Oder mit den Worten einer Teilnehmerin: „Es tut gut zu sehen, dass andere Kommunen ähnliche Herausforderungen haben und es oft schon Lösungen gibt. Man muss nicht alles neu anfangen.“
Und schließlich ging es beim Netzwerktreffen darum, was schon der Titel verrät: Kontakte knüpfen, sich zusammenschließen – Netzwerken eben. Die lebhaften Gespräche von der ersten Kaffeepause an ließen erahnen, dass dieses Ziel zufriedenstellend erreicht wurde. „Mein Impuls für den Heimweg ist auf jeden Fall, 2026 häufiger an solchen Netzwerktreffen teilzunehmen. Raus aus Berlin und in den Austausch gehen“, so noch einmal Lidia Perico aus Berlin.
„Ich bin wirklich begeistert vom Netzwerktreffen, weil ich das ganze System hinter Connective Cities noch einmal tiefer verstanden habe, obwohl wir schon zusammengearbeitet haben. Und dass man sich so stark mit eigenen Themen in das Programm einbringen kann, finde ich klasse.“
(Daniela Wiedenhaupt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin)
Connective Cities hat vom 25. bis 27. November zu einer Dialogveranstaltung in Bonn eingeladen. 38 Expert*innen aus 20 Kommunen in 11 Ländern waren diesem Aufruf gefolgt, um ihre innovativen Projektansätze mit ihren Kolleg*innen zu diskutieren und gemeinsam an neuen Umsetzungsideen zu arbeiten.
Stefan Wagner, Leiter des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn begrüßte die Gäste ganz herzlich, insbesondere die Kolleg*innen aus Bonns Partnerstadt La Paz. Beide Städte arbeiten bereits in vielen Nachhaltigkeitsprojekten zusammen. Bonn selbst hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden und im Bereich Mobilität bis dahin 75% CO2-freie Mobilitätsformen zu realisieren.
Jan Strehmann über die Komplexität regionaler Mobilitätsplanung in Deutschland | Foto: Aschoffotografie, Engagement Global
Jan Strehmann, Referatsleiter im Bereich Mobilität beim Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) zeigte in seinem Eingangsvortrag die Komplexität regionaler Mobilitätsplanung in Deutschland auf. Nicht selten spielen da die verschiedenen Ebenen von Bund, Land, Landkreis und einzelner Kommune hinein, teils als Geldgeber, teils als Planungseinheit. Für die Bereitstellung öffentlichen inter-urbanen Nahverkehrs schließen sich zudem nicht selten kommunale wie private Verkehrsanbieter zu Verkehrsverbünden zusammen. Dabei spiele nicht Wettbewerb, sondern eine passgenaue Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle, um einen reibungslosen Personentransport zu gewährleisten.
Melanie Schade, Projektleiterin im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) stellte in ihrer Präsentation Mobilikon vor. Das Online-Nachschlagewerk bündelt Mobilitätswissen im ländlichen Raum und erleichtert so Kommunen die Vorbereitung und Umsetzung von Mobilitätsmaßnahmen. Die Datenbank enthält 104 Maßnahmen, 110 Instrumente für deren Umsetzung, 79 Umsetzungshilfen, z.B. für die externe Kommunikation oder Datenerhebungen, sowie 206 konkrete Praxisbeispiele. Verschiedene Filter, z.B. zur Raumstruktur, Kosten und Umsetzungsdauer erleichtern dabei die Suche passender Maßnahmen.
Der neue Referent im Referat Länder und Kommunen des Bundesentwicklungsministerium, Jürgen Kretz, zeigte sich in seiner Begrüßungsrede erfreut, dass Connective Cities im Oktober 2025 nicht nur in eine neue Phase gestartet ist, sondern mit drei neuen weiteren Partnern: dem DStGB, dem deutschen Landkreistag (DLT) und dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) jetzt auch innerhalb Deutschlands breiter aufgestellt sei.
Das Connective Cities Team leitet in den fachlichen Teil der Veranstaltung bzw. die Projektpräsentation über.
Die Teilnehmenden vor dem alten Bonner Rathaus | Foto: Aschoffotografie, Engagement Global
Vertreten waren kleine Gemeinden wie Schlangen im Teutoburger Wald mit gut 9.000 Einwohner*innen bis hin zu Millionenmetropolen wie Rio de Janeiro oder München. Ebenso vielfältig waren die innovativen Ansätze: Das in Deutschland einmalige kostenlose Linien-E-Carsharing in Borgholzhausen verbindet Kommunen im ländlichen Raum mit nächstgelegenen Bahnhöfen. Kisumu in Kenia entwickelte u.a. ein Batterietauschmodell für E-Motoradtaxis, Boliviens Hauptstadt La Paz plant, sein weltweit größtes Seilbahnnetz mit seinen 36 Stationen enger an das Busnetz anzubinden und Rio de Janeiro entwickelt ein multi-modales Netz aus Schnellbussen, Bussen, Radnetzausbau, Fahrradparkplätzen und E-Fahrradverleih. Das ukrainische Vinnytsa baut trotz oder wegen des Krieges sukzessive seine öffentliche Infrastruktur barrierefrei um. Die Stadt Monheim setzt auf autonom fahrende Shuttle Busse und Windhoek in Namibia stellt Studierenden leihweise E-Fahrräder zur Verfügung. Poti in Georgien wie auch Strumica in Nordmazedonien erweitern ihre Radwegenetze, und Dortmund baut systematisch seine Ladeinfrastruktur für Autos und E-Bikes aus. München verfolgt eine umfassende Strategie, um die verschiedenen CO2-freien Mobilitätsformen, u.a. mittels einer App und Mobility Hubs, möglichst eng miteinander zu verknüpfen. Und dies sind nur einige der Projektbeispiele.
Trotz allen strukturellen, geographischen und kulturellen Unterschieden wurde während der verschiedenen Runden des Erfahrungsaustausches doch schnell klar, dass es hauptsächlich ähnliche Herausforderungen gibt. Diese sind unter anderem:
komplexe institutionelle Rahmenbedingungen;
Konflikte über die Nutzungsart des begrenzten öffentlichen Raumes;
fehlende Standards in der Datenerhebung und Datenverarbeitung;
Infrastrukturschäden durch Vandalismus und Diebstahl;
unterschiedliche und hohe Erwartungen der Stakeholder;
die gewohnten Verhaltensmuster in Punkto Mobilität in der Bürgerschaft zu ändern;
eine unzureichende finanzielle Ausstattung für die Projektumsetzung;
und letztendlich: an Knowhow über ähnliche Projekte zu gelangen.
Beim letzten Punkt konnte während der Tagung Abhilfe geschaffen werden. Intensiv wurden in kollegialer Beratung Umsetzungsherausforderungen in Bergholzhauen, Kisumu, La Paz, München, Poti, Trapzon (Türkei), Strumica und Windhoek diskutiert.
Weitere Projektideen wurden im Action Planning aufgegriffen:
„Pedestrian Angles“ – Öffentlichkeitsarbeit für das Zufußgehen in Kisumu
Integrierte Mobilitätsplanung mit politischer Rückendeckung in Windhoek
Verbessertes Datenmanagement in Vinnytsa
Entwicklung einer sicheren Fahrradinfrastruktur in Poti
Den Abschluss der Dialogveranstaltung bildete eine Exkursion zu einem Busdepot der Stadtwerke Bonn (SWB) mit Auflade-Infrastruktur für elektrische Linienbusse, zur Radstation am Bonner Hauptbahnhof und zu Mobilitätsstationen mit Angeboten wie z.B. (Lasten-)Fahrradverleih, sicheren Fahrradparkboxen , Car-Sharing Parkplätzen und auch städtischen Ladevorrichtungen für E-Fahrzeugen in der Bonner Südstadt.
Projektkoordinatorin Marcella Sobisch wird den Lernprozess im folgenden Jahr weiter betreuen und ist Ansprechpartner*in für die Gruppe und weitere Interessierte: marcella.sobisch@engagement-global.de.
Am 28. Mai 2025 veranstaltete das Team von Connective Cities die Online-Ad-hoc-Veranstaltung „Abfallwirtschaft und Digitalisierung”. Die Ad-hoc-Veranstaltungen sind Online-Treffen, bei denen Expertinnen und Experten aus Deutschland und dem Globalen Süden zusammenkommen, um sich über spezifische, gemeinsame Themen auszutauschen. Beim letzten Event ging es um den Digitalisierungsstand im Abfallwirtschaftssektor und die Voraussetzungen für die Entwicklung einer kommunalen Abfallwirtschaft zu diskutieren.
Während der Veranstaltung stellten zwei Experten ihre Erfahrungen zum Thema Digitalisierung der Abfallwirtschaft in Deutschland und im Libanon vor. Besonders interessant war, dass im Libanon das private Sozialunternehmen Nadeera als vorbildliches Beispiel dient, während in Deutschland die Abfallwirtschaft in einem klaren rechtlichen Rahmen verankert ist, der die Zusammenarbeit zwischen den relevanten Akteuren – Ministerien, Kommunen, privaten Unternehmen und der Öffentlichkeit – streng regelt.
Herr Michel Mokbel erklärte, wie Nadeera mit Hilfe digitaler Tools Kunststoffabfälle im Libanon, in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten recycelt. Über ihre Smartphone haben die Bürger*innen Zugang zu einer App, mit der sie die verschiedenen recycelbaren Kunststoffabfälle kennenlernen und sich über die richtige Entsorgung in intelligenten Behältern, Rücknahmeautomaten oder Sammelstellen informieren können. Die Container erkennen beispielsweise Flaschen mithilfe künstlicher Intelligenz. Für korrekt recycelte Abfälle erhalten die Bürger*innen Belohnungen. Die spielerische Interaktion mit den Bürger*innen fördert deren Engagement und Loyalität und steigert gleichzeitig die Recyclingquoten. Mehr als 100 Gemeinden in der MENA-Region nutzen bereits die Plattform.
Im Gegensatz dazu betonte PD Dr.-Ing. habil. Abdallah Nassour, der seit über dreißig Jahren den Abfallwirtschaftssektor in Deutschland und der MENA-Region erforscht, dass eine nachhaltige Abfallwirtschaft eher durch Politik, Verantwortung und Organisation als durch technische Lösungen vorangetrieben wird. Seiner Meinung nach hat Deutschland ein erfolgreiches Modell, in dem die Kommunen eine zentrale Rolle spielen, unterstützt durch einen klaren rechtlichen Rahmen und ein gut strukturiertes Finanzierungssystem. Abfallgebühren, erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) und die Einbeziehung des privaten Sektors gewährleisten die Kostendeckung und die operative Nachhaltigkeit. Das Land betreibt Tausende von Behandlungsanlagen und hat eine starke Arbeitskraft und Bildungsgrundlage für Kreislaufwirtschaftspraktiken aufgebaut. Die MENA-Region steht vor Herausforderungen wie schwachen Vorschriften, unzureichender Finanzierung und begrenztem technischem Fachwissen. Deponierung ist nach wie vor die billigste Option, und nachhaltige Abfallstrategien fehlen oft. Allerdings besteht ein erhebliches Potenzial für Kompostierung, Energiegewinnung und Ersatzbrennstoffe (eine Art Brennstoff, der aus nicht recycelbaren Abfallstoffen hergestellt wird), insbesondere in Zusammenarbeit mit der Zementindustrie. Die Einführung von EPR-Systemen und eine optimierte Abfallsammlung sind wesentliche nächste Schritte. Die Gemeinden sollten den Übergang mit Unterstützung des Privatsektors und internationaler Partnerinnen und Partner vorantreiben. Letztendlich sind Bildung, Finanzierung und Zusammenarbeit das Rückgrat einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.
Die anschließenden Fragen und Diskussionen zeigten großes Interesse an dem innovativen Ansatz von Nadeera. Auch viele Aspekte des Vortrags von Professor Nassour wurden kommentiert und weiter vertieft. Es zeigte sich ein Interesse am Austausch über Lösungen für organische Abfälle und Kompostierung. Im Anschluss an die Vorträge bot das Team von Connective Cities zwei Kollegiale Beratungen an, in denen die teilnehmenden Expertinnen und Experten individuelle Herausforderungen in laufenden Digitalisierungsprojekten diskutierten. Die Kollegiale Beratungen zeigten zwei zentrale Herausforderungen der Digitalisierung in der Abfallwirtschaft auf: In Kommunen, in denen Entscheidungen zentral beim Bürgermeister getroffen werden, spielt die Interessenvertretung für die digitale Transformation eine zunehmende Rolle; wenn die digitale Transformation bereits läuft, werden neue Herausforderungen meistens mit mit der Beteiligung aller Teammitglieder*innen bewältigt.