Herausgeber: Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Sprache: Englisch
Frauen und geschlechtliche Minderheiten stellen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, doch Verkehrssysteme wurden in der Vergangenheit stets für einen männlichen Standardnutzer konzipiert. Untersuchungen zeigen, dass Frauen und geschlechtliche Minderheiten Mobilitätsnetze anders nutzen. Ihre Mobilitätsmuster und Bedürfnisse werden von herkömmlichen Planungsmodellen jedoch nach wie vor vernachlässigt. Wenn Planer*innen den Bedürfnissen von Frauen und geschlechtlichen Minderheiten Vorrang einräumen, können sie sicherere und barrierefreiere Verkehrssysteme entwerfen, von denen alle Nutzer*innen profitieren. Dieses Toolkit bietet Designer*innen, Verkehrsplaner*innen und politischen Entscheidungsträger*innen praktische Ressourcen und Anleitungen, um geschlechtergerechte Praktiken in die Mobilitäts- und Verkehrsplanung zu integrieren. In Anlehnung an die wichtigsten Phasen des Stadtplanungsprozesses enthält das Toolkit Kapitel zu Themen wie Datenerhebung und Bürgerbeteiligung, die jeweils anhand einer Fallstudie aus Projekten lokaler Behörden veranschaulicht werden. Zusätzlich umfasst das Toolkit einen Leitfaden für Praktiker:innen, der wichtige Punkte und Empfehlungen hervorhebt. Leser*innen können so die wesentlichen Leitlinien schnell erfassen und anwenden, ohne das gesamte Toolkit lesen zu müssen. Das Toolkit ist zwar nicht umfassend, bietet jedoch einen Ausgangspunkt für die Überprüfung und Verbesserung von Verkehrs- und Mobilitätssystemen auf lokaler Ebene.
Was braucht es, um Mobilität in unseren Kommunen nachhaltiger zu gestalten? Neue Technologien? Mehr Mittel? Den Willen der Bürger*innen? Eine Antwort: Es braucht verlässliche Informationen für fundierte Entscheidungen, die gezielte Veränderungen bewirken können. Bei der Dialogveranstaltung “Nachhaltige Mobilität- Zusammenspiel Nachhaltiger Mobilitätsformen“ im letzten November identifizierten 38 Teilnehmende aus 11 verschiedenen Ländern Datenmanagement und -nutzung als einen zentralen Aspekt der Verkehrswende. Ca. 20 Teilnehmende des Connective Cities Lernprozesses kamen in einer online Follow-Up Aktivität am 23. März 2026 erneut zusammen, um sich zum Thema „Mobilitätsdatenmanagement“ vertieft auszutauschen.In dem zweieinhalbstündigen Austausch stellten insgesamt 5 Kommunen Aspekte ihres Mobilitätsdatenmanagement als Grundlage für verkehrsplanerische Entscheidungen vor.
“Data (or the absence) can be a reason to unnecessarily delay important decisions. Also make sure you apply the correct data for the correct application.”
Teilnehmer im Rahmen einer Umfrage während der Online-Veranstaltung
Wer die Kapazitäten und die finanziellen Mittel hat, kann sich dem Prozess eines Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) stellen. Die mehrjährige, teils partizipative Datenerhebung und -aufbereitung beinhaltet einen Katalog aus Sustainable Urban Mobility Indicators (SUMI) und konkrete Handlungsempfehlungen. Dr. Metin Mutlu Aydin, Assoc. Prof. Dr. an der Ondokuz Mayıs University, der die dreijährige Erstellung des SUMP in Trabzon, der östlichsten großen Hafenstadt am Schwarzen Meer der Türkei, akademisch begleitete, stellte den Teilnehmenden in seiner Keynote den Prozess und die erst kürzlich veröffentlichten Ergebnisse vor:
SUMP sind strategische Pläne, mit deren Hilfe Antworten auf die Mobilitätsbedürfnisse von Menschen und Unternehmen partizipativ und konkret formuliert werden. Dafür bedient sich das verantwortliche Expertenteam Primär- und Sekundärdaten und stützt Handlungsempfehlungen auf einen groß angelegten Beteiligungsprozess. Die Stadt Trabzon bediente sich bestehenden Statistiken, investierte aber auch in eine Vielzahl an digitalen Messmethoden, die eine automatisierte und tagesaktuelle Datensammlung ermöglichen und das Monitoring gesetzter Ziele gewährleisten. Die umfangreichsten Daten wurden partizipativ über institutionelle Treffen, Austausche mit Berufs- und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie über die Einbindung der Öffentlichkeit durch Online-Umfragen und soziale Medien erhoben. Im Fall Trabzons wurden insgesamt 95 Institutionen zur Rate gezogen. Integrierte Szenarienanalysen zeigen die Handlungsbedarfe auf: In der am Meer gelegenen Stadt mit hügeliger Topografie führen beispielsweise Tagestrips mit dem Auto schon heute zu einem hohen Verkehrsaufkommen. Bis 2040 soll sich die Zahl fast verdoppeln. Daher muss die Stadt insbesondere auf den herausgestellten Hauptachsen für Alternativen sorgen.
In München werden Daten kontinuierlich erhoben und mit einem multimodalen Verkehrsmodell („M3“) ausgewertet; die Datenstrategie der Metropole München besitzt einen hohen Stellenwert. Dabei ist dem Verantwortlichen Attila Lüttmerding, Abteilungsleiter Grundlagen und Daten im Mobilitätsreferat der Stadt München, besonders wichtig zu betonen, dass Daten nicht der Daten willen erhoben werden sollen, sondern zielorientiert gearbeitet werden muss. Neben Klimaneutralität und Verkehrssicherheit soll sich in München die Nutzung der Mobilitätsformen ÖPNV, Fuß- und Radverkehr sowie Elektroautos deutlich verbessern. Die Daten machen Erfolge deutlich sichtbar: Die „Stauhauptstadt“ verzeichnet seit einigen Jahren einen deutlichen Trend zur „Fußgängermetropole“; die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel steigt trotz steigender Autobesitze. Insbesondere im Stadtkern sind diese für viele heute eine Alternative. Um dies festzustellen, bedient sich die Stadt einiger Technologien und – pragmatisch – auch weiterhin händischen Zählungsmethoden. Die gute Datenlage macht die Münchener*innen auskunftsfähig, auch in Hinblick auf die Mobilitätsindikatoren der EU, die in kommenden Jahren für mehr internationale Vergleichbarkeit sorgen sollen.
Viktor Goebel, Projektleiter im Mobilitätsreferat der Stadt München, stellte heraus, wie Sharing Angebote bürgerfreundlicher werden können, wenn sie sich am Nutzerverhalten orientieren und eng gemonitort werden. Betreiber müssen sich an Regeln halten, die die Stadt ihnen auferlegt: In bestimmten Bereichen dürfen E-Scooter nicht abgestellt werden und es gibt auch Limits für z.B. Scooter pro Zone, damit Fuß- und Radverkehr durch das zusätzliche Mobilitätsangebot nicht gestört werden. Durch Datennutzung werden hier die Bedarfe der einzelnen Gebiete ermittelt und welche nachhaltigen Mobilitätsformen sinnvoll eingesetzt werden können. Das darstellbare hohe Interesse der Bürger*innen Münchens legitimiert so Subventionen von kommunaler Seite.
Kleine Einblicke in die Handhabung von Daten in weiteren Kommunen erlaubten Bremen, Windhoek (Namibia) und La Paz (Bolivien). Während in Bolivien Daten als Open Data gehandhabt werden und öffentliche Portale die Nutzung erleichtern, ist das digitale Ticket-System in Windhoek eine neue Quelle an wichtigen Daten, die es unter anderem ermöglicht zu ermitteln, wo Schwarzfahren ein finanzielles Risiko für Betreiber bedeutet.
In anschließenden Teilgruppen tauschten sich die Teilnehmenden vertieft aus und nahmen weitere Erkenntnisse mit:
“Companies are always asking for money, so you need to do your own research to be able to evaluate their offers”
Stimme im Rahmen einer Umfrage während der Online-Veranstaltung
In den Gruppen wurde jedoch auch sichtbar, wie unterschiedlich die Verfügbarkeit und die Ressourcen zur Datenauswertung sind und dass es wichtig ist, viele Anregungen im jeweiligen individuellen Kontext zu reflektieren.
Am 26. Februar 2026 von 11:00 – 12:30 Uhr MEZ stellt die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH in einer Insight Session das Heilbronner Wasserstoffmodell vor. Im Fokus steht, wie sich die Region Heilbronn-Franken durch den Aufbau eines koordinierten regionalen Ökosystems strategisch im Bereich grüner Wasserstoff positioniert.
Im Einklang mit der EU-Wasserstoffstrategie und der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands trägt die Initiative zur Klimaneutralität bei – durch den Ausbau von Elektrolysekapazitäten, den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und die Anbindung an das nationale Wasserstoff-Kernnetz.
Im Rahmen des regionalen Transformationsprogramms ANTRIEB HNF geben die Strategien RegioStrat und H2 Transform HNF die langfristige Ausrichtung bis 2040 vor. Mit H2-Impuls werden über 100 Akteurinnen und Akteure aus 60 Institutionen vernetzt, konkrete Teilprojekte initiiert und der Austausch strukturiert begleitet.
Nutzen Sie die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in den Aufbau regionaler Wasserstoffstrukturen zu erhalten und sich mit Expertinnen und Experten auszutauschen.
Die rund 9.300 Einwohner*innen von Borgholzhausen verteilen sich auf einer Fläche von 56 km². Ein Drittel der Bevölkerung wohnt in der Kernstadt, die anderen zwei Drittel leben in elf Siedlungen mit jeweils einigen hundert Einwohner*innen. Vom Bahnhof in Borgholzhausen gelangt man mit der NordWest-Bahn zu den benachbarten Städten Osnabrück im Nordwesten und Bielefeld im Südosten. Es gibt jedoch keinen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der die Siedlungen mit dem Bahnhof verbindet.
Vor diesem Hintergrund hat Borgholzhausen ein neuartiges Linien-E-Carsharing entwickelt, das es den Bewohner*innen der Gemeinde ermöglicht, die letzte Meile vom Bahnhof nach Hause bequem und ohne Mehrkosten zum Preis des Zugtickets zu buchen. Die Nachbargemeinde Halle-Künsebeck beteiligt sich an diesem innovativen Mobilitätskonzept.
Wer über ein gültiges ÖPNV-Ticket verfügt, kann ein Elektrofahrzeug kostenfrei auf festgelegten Linien zwischen bestimmten Haltepunkten für maximal eine halbe Stunde hinzubuchen. Zudem besteht jetzt die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu moderaten Kosten im klassischen freien Carsharing zu mieten. Die Einnahmen hieraus senken die Betriebskosten.
Diese gute Praktik beschreibt, wie dieses in Deutschland bisher einzigartige Modell entwickelt wurde, wie es sich trägt, welche Vorteile es bietet und welche Lernerfahrungen bisher gemacht wurden.
Connective Cities hat vom 25. bis 27. November zu einer Dialogveranstaltung in Bonn eingeladen. 38 Expert*innen aus 20 Kommunen in 11 Ländern waren diesem Aufruf gefolgt, um ihre innovativen Projektansätze mit ihren Kolleg*innen zu diskutieren und gemeinsam an neuen Umsetzungsideen zu arbeiten.
Stefan Wagner, Leiter des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn begrüßte die Gäste ganz herzlich, insbesondere die Kolleg*innen aus Bonns Partnerstadt La Paz. Beide Städte arbeiten bereits in vielen Nachhaltigkeitsprojekten zusammen. Bonn selbst hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden und im Bereich Mobilität bis dahin 75% CO2-freie Mobilitätsformen zu realisieren.
Jan Strehmann über die Komplexität regionaler Mobilitätsplanung in Deutschland | Foto: Aschoffotografie, Engagement Global
Jan Strehmann, Referatsleiter im Bereich Mobilität beim Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) zeigte in seinem Eingangsvortrag die Komplexität regionaler Mobilitätsplanung in Deutschland auf. Nicht selten spielen da die verschiedenen Ebenen von Bund, Land, Landkreis und einzelner Kommune hinein, teils als Geldgeber, teils als Planungseinheit. Für die Bereitstellung öffentlichen inter-urbanen Nahverkehrs schließen sich zudem nicht selten kommunale wie private Verkehrsanbieter zu Verkehrsverbünden zusammen. Dabei spiele nicht Wettbewerb, sondern eine passgenaue Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle, um einen reibungslosen Personentransport zu gewährleisten.
Melanie Schade, Projektleiterin im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) stellte in ihrer Präsentation Mobilikon vor. Das Online-Nachschlagewerk bündelt Mobilitätswissen im ländlichen Raum und erleichtert so Kommunen die Vorbereitung und Umsetzung von Mobilitätsmaßnahmen. Die Datenbank enthält 104 Maßnahmen, 110 Instrumente für deren Umsetzung, 79 Umsetzungshilfen, z.B. für die externe Kommunikation oder Datenerhebungen, sowie 206 konkrete Praxisbeispiele. Verschiedene Filter, z.B. zur Raumstruktur, Kosten und Umsetzungsdauer erleichtern dabei die Suche passender Maßnahmen.
Der neue Referent im Referat Länder und Kommunen des Bundesentwicklungsministerium, Jürgen Kretz, zeigte sich in seiner Begrüßungsrede erfreut, dass Connective Cities im Oktober 2025 nicht nur in eine neue Phase gestartet ist, sondern mit drei neuen weiteren Partnern: dem DStGB, dem deutschen Landkreistag (DLT) und dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) jetzt auch innerhalb Deutschlands breiter aufgestellt sei.
Das Connective Cities Team leitet in den fachlichen Teil der Veranstaltung bzw. die Projektpräsentation über.
Die Teilnehmenden vor dem alten Bonner Rathaus | Foto: Aschoffotografie, Engagement Global
Vertreten waren kleine Gemeinden wie Schlangen im Teutoburger Wald mit gut 9.000 Einwohner*innen bis hin zu Millionenmetropolen wie Rio de Janeiro oder München. Ebenso vielfältig waren die innovativen Ansätze: Das in Deutschland einmalige kostenlose Linien-E-Carsharing in Borgholzhausen verbindet Kommunen im ländlichen Raum mit nächstgelegenen Bahnhöfen. Kisumu in Kenia entwickelte u.a. ein Batterietauschmodell für E-Motoradtaxis, Boliviens Hauptstadt La Paz plant, sein weltweit größtes Seilbahnnetz mit seinen 36 Stationen enger an das Busnetz anzubinden und Rio de Janeiro entwickelt ein multi-modales Netz aus Schnellbussen, Bussen, Radnetzausbau, Fahrradparkplätzen und E-Fahrradverleih. Das ukrainische Vinnytsa baut trotz oder wegen des Krieges sukzessive seine öffentliche Infrastruktur barrierefrei um. Die Stadt Monheim setzt auf autonom fahrende Shuttle Busse und Windhoek in Namibia stellt Studierenden leihweise E-Fahrräder zur Verfügung. Poti in Georgien wie auch Strumica in Nordmazedonien erweitern ihre Radwegenetze, und Dortmund baut systematisch seine Ladeinfrastruktur für Autos und E-Bikes aus. München verfolgt eine umfassende Strategie, um die verschiedenen CO2-freien Mobilitätsformen, u.a. mittels einer App und Mobility Hubs, möglichst eng miteinander zu verknüpfen. Und dies sind nur einige der Projektbeispiele.
Trotz allen strukturellen, geographischen und kulturellen Unterschieden wurde während der verschiedenen Runden des Erfahrungsaustausches doch schnell klar, dass es hauptsächlich ähnliche Herausforderungen gibt. Diese sind unter anderem:
komplexe institutionelle Rahmenbedingungen;
Konflikte über die Nutzungsart des begrenzten öffentlichen Raumes;
fehlende Standards in der Datenerhebung und Datenverarbeitung;
Infrastrukturschäden durch Vandalismus und Diebstahl;
unterschiedliche und hohe Erwartungen der Stakeholder;
die gewohnten Verhaltensmuster in Punkto Mobilität in der Bürgerschaft zu ändern;
eine unzureichende finanzielle Ausstattung für die Projektumsetzung;
und letztendlich: an Knowhow über ähnliche Projekte zu gelangen.
Beim letzten Punkt konnte während der Tagung Abhilfe geschaffen werden. Intensiv wurden in kollegialer Beratung Umsetzungsherausforderungen in Bergholzhauen, Kisumu, La Paz, München, Poti, Trapzon (Türkei), Strumica und Windhoek diskutiert.
Weitere Projektideen wurden im Action Planning aufgegriffen:
„Pedestrian Angles“ – Öffentlichkeitsarbeit für das Zufußgehen in Kisumu
Integrierte Mobilitätsplanung mit politischer Rückendeckung in Windhoek
Verbessertes Datenmanagement in Vinnytsa
Entwicklung einer sicheren Fahrradinfrastruktur in Poti
Den Abschluss der Dialogveranstaltung bildete eine Exkursion zu einem Busdepot der Stadtwerke Bonn (SWB) mit Auflade-Infrastruktur für elektrische Linienbusse, zur Radstation am Bonner Hauptbahnhof und zu Mobilitätsstationen mit Angeboten wie z.B. (Lasten-)Fahrradverleih, sicheren Fahrradparkboxen , Car-Sharing Parkplätzen und auch städtischen Ladevorrichtungen für E-Fahrzeugen in der Bonner Südstadt.
Projektkoordinatorin Marcella Sobisch wird den Lernprozess im folgenden Jahr weiter betreuen und ist Ansprechpartner*in für die Gruppe und weitere Interessierte: marcella.sobisch@engagement-global.de.
Um die Städte der Zukunft zu bauen, die eine gute Lebensqualität, eine verbesserte wirtschaftliche Robustheit und Harmonie mit der Natur bieten, braucht Indien einzigartige Lösungen, die nicht nur effizient sind, sondern auch Dienstleistungen und Vorteile für alle Teile der Gesellschaft bieten. Indien hat sich dafür entschieden, bei der Entwicklung dieser Lösungen Daten zu nutzen, indem es den Echtzeit-Austausch von Daten zwischen den Beteiligten über eine offene, neutrale und sichere Plattform, den India Urban Data Exchange (IUDX), erleichtert. Bei IUDX geht es um die Nutzung von Daten zum Wohle der Allgemeinheit und darum, Datenanbieter in die Lage zu versetzen, innovative Dienste zu entwickeln und Mehrwert zu schaffen.
Mit Corona kriselte es auch im Berliner öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV): Fahrgastzahlen gingen um 70% zurück – die BVG stellte sich der kommunikativen Herausforderung mit Humor. Passagiere und Beschäftigte sollten überzeugt werden, dass sicheres Bus- und Bahnfahren unter Berücksichtigung der Corona-Regeln möglich ist.
Da das Radfahren in der Freizeit und als Alternative zum Auto immer beliebter wird, müssen die Kommunen ihre Radverkehrsinfrastruktur anpassen. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess eingebunden werden.
Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) in Eriwan, Armenien, wurde durch die Pandemie hart getroffen. Strenge Hygienemaßnahmen wurden unerlässlich, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und Infektionen zu verhindern.
Der Erfolg von nachhaltigen Mobilitätsplänen und -projekten hängt oft vom Engagement und der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger ab. Daher erweist sich Beteiligung der Bürgerschaft bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Mobilität in Kommunen als zentraler Erfolgsfaktor nicht nur für die wirkungsvolle Umsetzung neuer Konzepte, sondern auch für die Mitgestaltung smarter nachhaltiger Mobilitätsmaßnahmen. Dies geschieht, wenn Lösungen gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt werden.
Aufgrund der Folgen der Pandemie ist das Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger begrenzt oder unmöglich. Dies kann den Erfolg gefährden und/oder notwendige nachhaltige Mobilitätsprojekte ausbremsen. Aus diesem Grund hat die Connective Cities Arbeitsgruppe „Nachhaltige Mobilität nach COVID-19“ einen Prototyp einer „Toolbox Bürgerbeteiligung für die Planung und Umsetzung nachhaltiger Mobilität“ entwickelt.
Die Toolbox deckt verschiedene Ebenen und Grade der Beteiligung ab. Es handelt sich um eine Sammlung erfolgreicher Instrumente und Leitfäden, die in verschiedenen Phasen der Planung und Umsetzung nachhaltiger Mobilität während und nach der Pandemie eingesetzt werden können.