10 Jahre Connective Cities

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ ließe sich die Atmosphäre mit Hermann Hesses Worten beschreiben, als sich knapp 70 Fachleute aus der Kommunalpolitik, Kommunalverwaltung und Wissenschaft zu einem ersten Austausch vor genau zehn Jahren im ehemaligen nun stilvoll sanierten Stadtbad von Leipzig zusammengefunden hatten. (Einige Impressionen: https://youtu.be/CA7naV3BFco )

Die Auftaktveranstaltung stand unter dem Motto „Nachhaltige Stadtentwicklung zwischen Ressourceneffizienz und Suffizienz“. Die Leitbegriffe „Effizienz“ und „Suffizienz“ wurden als zwei sich ergänzende Strategien einer nachhaltigen Stadtentwicklung vorgestellt. Der Spannungsbogen in der Diskussion reichte von technologischen Innovationen für ressourcenschonende Entwicklungspfade hin zu sozialen Innovationen, die sich auf die Transformation der gesellschaftlichen und individuellen Lebensstile richteten. Viele der diskutierten Ansätze und Themen haben bis heute nichts an ihrer Bedeutung für die nachhaltige Stadtentwicklung verloren, wie „Hochwassermanagement“, „Energetische Stadtsanierung und energieeffizientes Bauen“, „Revitalisierung kontaminierter innerstädtischer Flächen“, „Bürgerbeteiligung“, „Partizipative, integrierte Stadterneuerung“, „Quartiersentwicklung“ oder „Urban Gardening und urbane Landwirtschaft“. Schon die erste Auftaktveranstaltung erfolgte unter großer internationaler Beteiligung mit Fachleuten aus Südafrika, Kenia, Marokko, Indonesien, China, Kolumbien, Ungarn und Serbien.

Vorstellung des Amman Urban Observatory

Die Insight Session zur „Vorstellung des Amman Urban Observatory“ fand am 24. April 2024 statt und wurde von Herrn Akram Khreisat von der Stadtverwaltung der Stadt Amman durchgeführt. Die Sitzung wurde von Connective Cities organisiert und der globalen Gemeinschaft von Stadtpraktiker*innen im Rahmen des Connective Cities Netzwerks präsentiert. Zu den Teilnehmenden gehörten Stadtpraktiker*innen, Akteur*innen aus lokalen und nationalen Regierungen, akademische Forscher*innen, Nichtregierungsorganisationen und Mitglieder*innen der lokalen Gemeinschaft.

Herr Akram Khreisat, Direktor des Amman Urban Observatory, führte die Teilnehmenden in die Arbeitsmechanismen und die Aktionsfelder des Amman Urban Observatory ein und erläuterte seine Rolle bei der Bewältigung von Planungsherausforderungen in der jordanischen Hauptstadt.

Das Amman Urban Observatory generiert „Stadtindikatoren“, um verschiedene Aspekte der Stadt zu überwachen, die für die Stadtentwicklung wichtig sind. Durch die Echtzeitüberwachung dieser Stadtindikatoren werden Planungsprozesse in der Stadtentwicklung verbessert, da Planer*innen und Entwickler*innen in die Lage versetzt werden, fundierte Entscheidungen zu treffen. Dabei arbeitet das Observatorium mit Ministerien, Regierungsabteilungen, nationalen Organisationen, NGOs und Unternehmen aus dem privaten Sektor zusammen. Das Observatorium kooperiert mit über 40 Partner*innen und Interessengruppen.

Die Stadtindikatoren umfassen wesentliche Merkmale zur Messung einer nachhaltigen Stadtentwicklung, wie die Arbeitslosenquote, die Bodenbedeckung oder den Prozentsatz der Menschen, die in Armut leben. Das Amman Urban Observatory hat sich als effektives Instrument für strategische und städtische Planung erwiesen. Herr Akram Khreisat beschrieb das Observatorium nicht als Werkzeug, sondern als „Prozess zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung“. Im Fall des Amman Urban Observatory liegt der Schwerpunkt der geschaffenen Indikatoren in den thematischen Bereichen der folgenden SDGs: Gesundheit und Wohlergehen (3); Bezahlbare und saubere Energie (7); Industrie, Innovation und Infrastruktur (9); Nachhaltige Städte und Gemeinden (11); Maßnahmen zum Klimaschutz (13) und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (17).

Nach der Präsentation von Dr. Akram Khreisat stellten die Teilnehmenden Fragen zum Amman Urban Observatory. Auf die Frage nach den Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen das Observatorium gegenübersteht, erläuterte er den großen Zustrom von Geflüchteten, den Amman erhält, und die damit verbundenen Herausforderungen für die Messung von Stadtindikatoren. Da die Stadt kürzlich viele Geflüchtete aufgenommen hat, müssen die Indikatoren eine gewisse Flexibilität aufweisen, um die unbeständige Veränderung der Einwohnerzahl zu berücksichtigen. Außerdem wurde Herr Khreisat gefragt, ob das Observatorium die gesammelten Daten für räumliche Analysen oder 3D-Katasterzwecke nutzt. In seiner Antwort erläuterte er, dass sie mit der GIS-Abteilung der Stadt zusammenarbeiten, um Szenarienpläne für das räumliche Wachstum zu erstellen.

Das Connective Cities Netzwerk beabsichtigt, eine Arbeitsgruppe zu schaffen, um verschiedene Best Practices für die Beobachtung städtischer Parameter zu identifizieren. Darüber hinaus sollen interessierte Städte durch die Entwicklung von Vorlagen unterstützt werden, die in einem ähnlichen Prozess wie in Amman implementiert werden können. Stadtvertreter, die an der Arbeitsgruppe teilnehmen möchten, sind herzlich eingeladen, Dr. Muna Shalan (muna.shalan@giz.de) und Herrn Jimmy Yoedsel (jimmy.yoedsel@giz.de) für weitere Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme zu kontaktieren.

Connective Cities dankt Dr. Akram Khreisat und allen Teilnehmern für die Präsentation des Amman Urban Observatory, den fruchtbaren Austausch und die thematische Diskussion.

Resilienz in Zeiten des Krieges – Kommunaler Austausch zwischen der Ukraine und Deutschland

Entdecken Sie innovative Strategien für den Wiederaufbau der Infrastruktur und die Förderung der Resilienz in ukrainischen Kommunen inmitten der Folgen des russischen Angriffskrieges. Erkunden Sie mit uns die Ergebnisse des Connective Cities Projektplanungsworkshops „Resilienz in Zeiten des Krieges – kommunaler Austausch zwischen der Ukraine und Deutschland“. Dieser Workshop, der vom 28. bis 29. November 2023 in München stattfand, brachte über 35 Teilnehmende zusammen, darunter Vertretende von 12 ukrainischen Kommunen. Im Rahmen des Dialogs und des Erfahrungsaustauschs befassten sich die Teilnehmenden mit Schwerpunktthemen wie nachhaltige Energieentwicklung, lokales und regionales Wirtschaftswachstum und strategische/städtische Planung. Erfahren Sie von den Erkenntnissen geschätzter Gastredner*innen und Delegierten aus Kosovo-Gemeinden, die ihre Perspektiven auf deutsche und internationale kommunale Erfahrungen darlegen und so den Weg für gemeinsame Anstrengungen zum Wiederaufbau und zur Stärkung ukrainischer Kommunen ebnen.  

Alle Präsentationen können hier abgerufen werden: https://community.connective-cities.net/en/group/215/topics

Die Herausforderungen der kommunalen Abfallwirtschaft meistern

Padang ist eine Stadt mit über einer Million Einwohner*innen auf der Insel Sumatra, Indonesien. Der Fluss Arau, der durch das Stadtzentrum von Padang fließt, ist durch große Mengen an Haushaltsabfällen verschmutzt. Zudem werden Abwässer ungeklärt in den Arau geleitet. Um Padang für Tourist*innen attraktiver und für seine Einwohner*innen lebenswerter zu machen, hat sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, den Fluss Arau mithilfe einer Fachkraft für Wasserwirtschaft zu regenerieren.

Optionen für erneuerbare Energien auf kommunaler Ebene

Entdecken Sie die Höhepunkte der Dialogveranstaltung Connective Cities, die vom 10. bis 12. Oktober 2023 stattfand und sich mit dem Thema „Optionen für erneuerbare Energien auf kommunaler Ebene“ befasste. Bei diesem aufschlussreichen Treffen in Tiflis, Georgien, trafen sich 35 städtische Praktiker aus 19 Kommunen aus 8 Ländern zum Erfahrungsaustausch. Vertreter aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Deutschland, Moldawien, Montenegro, Serbien und der Ukraine arbeiteten zusammen, tauschten wertvolle Erkenntnisse aus und erarbeiteten gemeinsam innovative Lösungen für nachhaltige Energiepraktiken auf kommunaler Ebene. Tauchen Sie ein in die dynamischen Diskussionen und gemeinsamen Bemühungen, die während dieser Veranstaltung stattfanden und die positive Veränderungen im Bereich der erneuerbaren Energien in verschiedenen städtischen Umgebungen vorantreiben.

Video auf YouTube ansehen:

https://youtu.be/uc1SMXGdHvs

[Videosprache ist Englisch]

Erneuerbare Energien für die lokale Wirtschaftsentwicklung in Afrika

Ziel des Workshops ist die Entwicklung von Projekten für erneuerbare Energien in afrikanischen Städten. Am Workshop nahmen 30 Praktiker*innen aus den Stadtverwaltungen, Verbänden und der Privatwirtschaft teil, die 7 Länder und 20 Städte aus Afrika vertraten.

An dem Workshop nahmen hochrangige Gäste teil, darunter der Landesdirektor der GIZ, das kenianische Energieministerium, die Leiterin der rumänischen Entwicklungsagentur (RoAid), die Stadt Gersthofen aus Deutschland sowie Beamt*innen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB). Vertreter*innen aus verschiedenen Städten in Ghana, Kenia, Malawi, Nigeria, Senegal, Tansania, Tunesien und Senegal trugen mit ihren Präsentationen der Rahmenbedingungen und Projektbeispiele ebenfalls zum Erfolg der Konferenz bei.

Water Sensitive Urban Planning in times of Climate Change

Heavy rain and storm water events such as those in the Ahr Valley in Germany in 2021, or in Pakistan, Australia and South Africa in 2022, cause streams to swell to raging torrents, flood roads, destroy houses and bridges and lead to loss of life as well as damage worth billions. They occur suddenly and can only be predicted in the short term. According to a study supported by the World Bank, flood risk already affects 1.81 billion people, more than 20% of the global population, most of them in poor and middle income countries.

In consequence, local governments and municipal leaders, planners and service providers look for more integrated and inclusive solutions to avoid human, environmental and financial losses related to flood.

This Peer Learning Note (PLN) documents the practices and discussions shared between cities and partners during the Connective Cities Dialogue Event “The Role of Rain and Storm Water Management in Water Sensitive Urban Planning”, which took place from December 6-8, 2022 in Cologne, Germany.

Wassersensitive Stadtplanung: Wie lässt sich Starkregen und Sturmwasser besser managen?

Starkregen- und Sturmwasserereignisse wie beispielsweise im deutschen Ahrtal im Jahr 2021 oder im Jahr 2022 in Pakistan, Australien oder Südafrika lassen Bäche zu reißenden Strömen anschwellen, fluten Straßen, zerstören Häuser und Brücken und wichtige Infrastrukturen und führen neben milliardenschweren Schäden zu Verlust von Menschenleben. Sie treten plötzlich auf und lassen sich nur kurzfristig vorhersagen. Aufgrund des Klimawandels werden diese Ereignisse an Häufigkeit und Schwere weltweit weiter zunehmen.

Connective Cities organisiert für kommunale Fachleute in Deutschland und weltweit Austauschmöglichkeiten zu relevanten und aktuellen Themen mit dem Ziel, Entwicklungszusammenarbeit zu vertiefen. 41 Fachleute aus 16 Städten und acht Ländern waren der gemeinsamen Einladung von Conective Cities mit den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB Köln) und United Cities and Local Governments (UCLG) zu dieser Dialogveranstaltung gefolgt.

Zwölf Praxisbeispiele aus fünf Ländern bildeten den Ausgangspunkt für eine intensive kollegiale Beratung darüber, mit welchen Ansätzen sich die Risiken von Starkregen- und Sturmwasserereignissen für Menschen und die kommunale Infrastruktur minimieren lassen. Bestehende Projekte wurden bereichert und neue Projektideen entstanden. Die Dokumentation gibt Einblicke in diesen Beratungsprozess.

Lernerfahrungen mit der Bauabfallentsorgung in Krisengebieten

In der virtuellen Veranstaltung „Lernerfahrungen mit der Bauabfallentsorgung in Krisengebieten“ am 10. November fand ein intensiver Austausch zwischen 30 Fachleuten aus 12 Kommunen (vor allem aus der Ukraine und Deutschland) statt. Der Anlass für die Veranstaltung war die hohe Nachfrage und Relevanz des Themas auf Grund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Damit die Kommunen die Grundversorgung vor Ort sicherstellen können, müssen sie die Trümmer, die durch den Beschuss an der Infrastruktur und Gebäuden entstehen, wegräumen. Jedoch sind diese Arbeiten sehr ressourcenintensiv, die in den Krisengebieten nicht immer vorhanden sind. Ziel der Veranstaltung war somit, von den Erfahrungen aus vorherigen Krisengebieten zu lernen, wie die Bauabfallentsorgung möglichst effektiv gemanagt werden kann und zudem mit Blick auf den zukünftigen Wiederaufbau wiederverwendet werden können.

Eine Dachorganisation für informelle Müllsammlerinnen und Müllsammler in Mitrovica

Die Stadtverwaltung von Mitrovica in Kosovo nutzte einen Lernprozess von Connective Cities, um einen Fahrplan für die Etablierung einer Dachorganisation für die etwa 300 informellen Müllsammler in der Stadt zu erstellen. Diese sollen so ihre sozio-ökonomische Situation und ihren Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessern.