Wasser wird für immer mehr Kommunen weltweit zu einer zentralen Herausforderung. Einerseits sind sie verstärkt Hitzewellen und Trockenheit ausgesetzt, andererseits führen Starkregen und Hochwasser häufiger zu Überschwemmungen. All dies gefährdet weltweit die Gesundheit der Bevölkerung und zerstört oder beschädigt nicht nur privates Eigentum, sondern auch kommunale Infrastrukturen. Der globale Wasserbedarf könnte bis 2030 die verfügbaren Mengen deutlich übersteigen. Wasser wird somit zu einer strategischen Ressource. Es ist also dringend Zeit, dass Kommunen ihre Wasserresilienz stärken.
Die eigenen Herausforderungen zur Wasserresilienz hinterfragen, von den Erfahrungen auf anderen Kontinenten lernen und Mut zur Umsetzung innovativer Ideen entwickeln – all das waren die Zutaten des ersten persönlichen Treffens im Rahmen des Deep Dive von Connective Cities, vom 5. bis 7. Mai 2026 in Wuppertal. Bereits im März 2026 hatte sich die Gruppe zu einem virtuellen Auftakt getroffen. Insgesamt 16 Fachleute aus den deutschen Kommunen Dresden, Wunstorf und Wuppertal sowie aus Akkaraipattu (Sri Lanka), Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Natitingou (Benin) und Niš (Serbien) arbeiten seit Anfang 2026 über etwa zwei Jahre gemeinsam daran, innovative Ansätze wie Schwammstadtkonzepte, blaue Korridore und integrierte blau-grün-rote Infrastrukturen und deren Umsetzungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu analysieren. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren sie lokal angepasste Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen.
Die Dokumentation beschreibt Praxisbeispiele aus Wuppertal und Leipzig, skizziert die anvisierten Pilotprojekte der sechs Kommunen und resümiert die zentralen „Key Take-aways“ des bisherigen Prozesses.
Der Lernprozess zum Thema „Natur im Zentrum urbaner Resilienz“ wurde mit einem dreitägigen Auftaktworkshop vom 21. bis 23. April 2026 in Naivasha, Kenia, offiziell eingeleitet. An dem Workshop nahmen 20 Kommunen und Städte aus ganz Subsahara-Afrika und Deutschland mit über 40 Stadtplanern, Fachleuten und institutionelle Partnern teil.
Der Workshop markierte den Startpunkt eines längerfristigen Engagements, das darauf abzielt, Kommunalverwaltungen durch strukturierten Austausch und technische Hilfe dabei zu unterstützen, konkrete, nachhaltige Lösungen zu ihren kommunalen Herausforderungen zu entwickeln.
Städte an vorderster Front: Klimawandelfolgen und die Notwendigkeit naturbasierter Lösungsansätze
In städtischen Gebieten sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur am deutlichsten sichtbar, sondern oft auch am folgereichsten. In ganz Subsahara-Afrika sehen sich Städte und Gemeinden mit einer Vielzahl von Belastungen konfrontiert: rapide Urbanisierung, Umweltzerstörung und zunehmende Gefährdung durch Klimarisiken wie Überschwemmungen, Dürren und Hitzestress. Diese Belastungen treten nicht isoliert auf; sie wirken auf komplexe Weise zusammen, verstärken die Anfälligkeit und belasten die ohnehin begrenzten infrastrukturellen und institutionellen, kommunalen Kapazitäten.
Gleichzeitig sind Kommunalverwaltungen keine passiven Akteure. Wie zu Beginn des Workshops hervorgehoben wurde, sind diese maßgeblich, wenn es darum geht, in lokalen Kontexten klimatische Herausforderungen anzugehen. Andreas Wolter, Vorsitzender des Klima-Bündnis e.V. und Stadtrat in Köln, betonte, wie entscheidend es sei, sicherzustellen, dass Städte im globalen Klimadiskurs aktiver vertreten sind, und wies darauf hin, dass die Auswirkungen des Klimawandels in den Kommunen am unmittelbarsten zu spüren sind und dass Lösungen letztendlich dort umgesetzt werden müssen.
Ergänzend hob Dr. Nelson Maara, Repräsentant der Region Nakuru, die Bedeutung der Erhaltung von Ökosystemleistungen als Resilienzgrundlage hervor und veranschaulichte anhand lokaler Erfahrungen, wie sich die Degradation natürlicher Systeme direkt in einer erhöhten urbanen Anfälligkeit für Klimarisiken niederschlägt.
Zusammen untermauern diese Perspektiven die wachsende Erkenntnis, dass Kommunen eine stärkere Rolle bei der Gestaltung des Klimaschutzes spielen müssen, da sie dafür verantwortlich sind, politische Verpflichtungen in praktische, lokal verankerte Lösungen zu übersetzen. Hier bieten naturbasierte Lösungen (NbL) entscheidende Ansätze, indem sie Städten ermöglichen, ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen durch die Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung von Ökosystemen umfassend anzugehen.
Obgleich die Relevanz von NbL zunehmend anerkannt wird, bleibt die Fähigkeit, vom Konzept zur Umsetzung zu gelangen, ein komplexes Thema. Hier kommt der Connective Cities Lernprozess ins Spiel, indem er kommunalen Praktikern durch strukturierte Austauschformate die erforderlichen technischen Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt.
Vom Austausch zur Umsetzung: Die Bedeutung des Lernprozesses
Der Lernprozess basiert auf dem Prinzip, dass Städte und Kommunen am effektivsten lernen, wenn sie sich direkt miteinander über reale, gemeinsame Herausforderungen austauschen. Anstatt sich auf den abstrakten Wissenstransfer zu konzentrieren, schafft er einen strukturierten Raum, in dem Praktiker*innen ihre Probleme gemeinsam analysieren, Erfahrungen austauschen und schrittweise Reformmaßnahmen entwickeln können – konkrete Aktionen oder Projektkonzeptionen, die in ihrem lokalen Kontext Anwendung finden.
Ein weiterer zentraler Baustein der Lernprozess-Methodik ist es, die Fähigkeiten kommunaler Praktiker*innen zu stärken, diese Maßnahmen innerhalb ihres institutionellen Umfelds zu entwerfen, zu planen und letztlich umzusetzen. Der Peer-to-Peer-Ansatz ist angesichts der Vielfalt der teilnehmenden Kommunen besonders wichtig, da er unterschiedliche Governance-Strukturen, Kapazitäten und Erfahrungen zusammenbringt und gleichzeitig deutlich macht, dass viele der zugrunde liegenden Herausforderungen im Grunde genommen gemeinsam sind.
Entsprechend geht es beim Lernprozess nicht darum, Lösungsansätze einfach von einem Kontext auf einen anderen zu übertragen, sondern eher, Städte in die Lage zu versetzen, Ideen im Dialog anzupassen und zu verfeinern, um sicherzustellen, dass diese sowohl kontextspezifisch als auch praktisch umsetzbar sind.
Von der Rahmung zur Praxis: Expertenbeiträge und Erkenntnisse aus der Podiumsdiskussion
Aufbauend auf den übergeordneten Zielen und der Struktur des Lernprozesses markierte der Auftakt-Workshop in Naivasha den ersten Schritt zur Umsetzung des Peer-Learning Ansatzes in die Praxis. Im Laufe von drei Tagen nahmen die teilnehmenden Städte und Gemeinden an einem strukturierten Austausch teil, der Expertenbeiträge, Podiumsdiskussionen und Peer-Learning-Sitzungen kombinierte und es ihnen ermöglichte, NbS in den kommunalen Realitäten zu verankern.
Die Fachbeiträge bildeten die theoretische Grundlage für die Teilnehmer um die Bedeutung von NbS für eine nachhaltige kommunale Entwicklung besser einordnen zu können:
Prof. Johanes Belle stellte NbL unter dem Gesichtspunkt der Ökosystemleistungen vor und betonte, wie natürliche Systeme wesentliche Funktionen wie Hochwasserregulierung, Wasserreinigung und Klimamoderation erfüllen. Zusätzlich zu ihren zentralen infrastrukturellen Funktionen schaffen naturbasierte Lösungen auch sekundäre Mehrwerte, darunter Verbesserungen des psychischen Wohlbefindens der lokalen Bevölkerung, steigende Bodenqualität und Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen.
Indem Dr. Belle NbL im Kontext dieser Leistungen darstellte, betonte Dr. Belle, dass Ökosysteme als funktionale Infrastrukturen –und nicht lediglich als ‚Umweltvorteile‘– verstanden werden sollten, die für die städtische Resilienz von zentraler Bedeutung sind.
So können etwa Feuchtgebiete und städtische Grünflächen überschüssiges Regenwasser aufnehmen, wodurch das Hochwasserrisiko verringert und gleichzeitig die Wasserqualität in schnell wachsenden städtischen Gebieten verbessert wird.
Diese Perspektive war für die teilnehmenden Städte besonders relevant, von denen viele die direkten Folgen der Ökosystemdegradation in Form von erhöhtem Hochwasserrisiko, sinkender Wasserqualität und gesteigerter Klimavulnerabilität selbst erleben.
Der Beitrag des stellvertretenden Bürgermeisters William Wolfgramm vom Klimareferat der Stadt Köln zeigte anhand des kommunalen „Masterplans für städtische Grünflächen“, wie NbL-Konzepte innerhalb eines strukturierten, umfassenden Planungsrahmens umgesetzt werden können. Anhand konkreter Beispiele verdeutlichte die Präsentation, wie NbL in langfristige Planungsinstrumente eingebettet und durch institutionelle Koordination, Datenanalysen sowie zugeschnittene Finanzierungsmechanismen gestützt werden.
Maßnahmen wie die Entsiegelung städtischer Flächen, der Ausbau von grünen Korridoren sowie die Förderung von Gründächern und Regenwasserauffangsystemen veranschaulichten, wie NbL systematisch und in großem Maßstab umgesetzt werden können, wenn sie in Governance-Strukturen verankert, durch langfristige Planungsprozesse gesteuert und unter Einbeziehung der gesamten Bevölkerung gestaltet werden.
Die Podiumsdiskussion untermauerte diesen Wandel vom Konzept zur Anwendung weiter. Ausgehend von Städten, die bereits über entsprechendes Erfahrungswissen verfügen, zeigten die Podiumsteilnehmer*innen anhand früherer Connective Cities Lernprozesse, wie sich erste Ideen, die durch den Austausch unter Gleichgesinnten entstanden sind, zu greifbaren Ergebnissen entwickeln können – sei es durch Machbarkeitsstudien, Planungsinstrumente oder Pilotmaßnahmen.
Die Diskussion hob verschiedene konkrete Erkenntnisse hervor:
eThekwini (Südafrika): Betonte die Bedeutung eines gesamtgesellschaftlichen Ansatzes für das Katastrophenrisikomanagement, bei dem lokale Regierungsstellen, technische Experten und Gemeinden zusammengebracht werden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Stärkung der Kommunikationskanäle mit der lokalen Bevölkerung gelegt und darauf, sicherzustellen, dass NbL in langfristige, stadtweite Programme und institutionelle Rahmenbedingungen eingebettet werden.
Abelkuma, Accra (Ghana): Es wurde herausgestellt, wie wichtig es sei, institutionelle ‚Silos‘ aufzubrechen und die abteilungsübergreifende Koordination bei der Entwicklung grundlegender Instrumente wie Richtlinien zur Stadtbegrünung und Umsetzungspläne sicherzustellen. In dem Beitrag wurde zudem die Notwendigkeit unterstrichen, die technische Ausarbeitung, die lokale Eigenverantwortung und die Finanzierungswege zu stärken, um den Übergang vom Konzept zur Umsetzung zu vollziehen.
Berlin (Deutschland): Ein Vertreter des Berliner Senats betonte, wie wichtig es sei, technische Herausforderungen klar abzugrenzen, sie in geeigneten institutionellen Rahmenbedingungen zu verankern und klare Verantwortlichkeiten festzulegen. Weiterhin wurde hervorgehoben, wie inklusive, partizipative Prozesse –die verschiedene Interessengruppen, einschließlich lokaler Gemeinschaften, zusammenbringen– die Umsetzung stärken können, unterstützt durch robuste Kontrollmechanismen wie Datensysteme, kontinuierliche Überwachung und regulatorische Rahmenbedingungen.
Lusaka (Sambia): Unterstrichen wurde die entscheidende Rolle von Datenerhebung und Machbarkeitsstudien bei der Weiterentwicklung von Projekten vom Konzept zur Umsetzung. Es wurde die Bedeutung von internationaler Vernetzung bei der Mobilisierung von Finanzmitteln hervorgehoben und der Wert von Städtenetzwerken bei der Bereitstellung technischer Unterstützung und der Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungsmöglichkeiten angemerkt.
Trotz der unterschiedlichen Hintergründe und Rahmenbedingungen der teilnehmenden Städte kristallisierten sich in der Podiumsdiskussion gemeinsame Themen heraus: Während Ideen oft aus dem Austausch entstehen, hängt ihr Erfolg von einer starken Eigenverantwortung ab – sowohl im Hinblick auf die institutionelle Verankerung als auch auf die Einbindung aller relevanten Akteure –, gepaart mit technischer Ausgereiftheit und der Fähigkeit, Konzepte in strukturierte, finanzierbare Maßnahmen umzusetzen.
Städte im Dialog: Von individuellen Herausforderungen zu gemeinsamen Mustern
Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse ging der Workshop in die Phase des Peer-Learning über, in der die teilnehmenden Städte und Gemeinden begannen, ihre eigenen Herausforderungen detaillierter zu erörtern. Um einen gezielten Austausch zu ermöglichen, wurden die Teilnehmer in fünf moderierte Arbeitsgruppen eingeteilt:
Gruppe 1: Babadjou (Kamerun), Méagui (Elfenbeinküste), Natitingou (Benin), Commune de Nanga-Eboko (Kamerun)
Innerhalb dieser Gruppen stellten die Städte ihre Herausforderungen vor, erhielten Feedback von den anderen Teilnehmenden und begannen, mögliche Handlungsansätze zu konkretisieren. Während die Diskussionen zunächst die unterschiedlichen lokalen Kontexte widerspiegelten, zeichnete sich schnell ein klares Muster gemeinsamer Herausforderungen ab.
In allen Gruppen hoben die Städte wiederholt Probleme im Zusammenhang mit der Verschlechterung der Ökosysteme, der Wasserwirtschaft, den Abfallsystemen und der raschen Urbanisierung hervor. Diese Herausforderungen waren oft eng miteinander verknüpft. So wurde beispielsweise eine unzureichende Abfallwirtschaft als wesentlicher Faktor für Überschwemmungen identifiziert, da verstopfte Entwässerungssysteme die Wasseransammlung bei starken Regenfällen verschlimmern. Ebenso wurde festgestellt, dass eine ungeplante Stadterweiterung in Feuchtgebiete und Flussufer die Gefährdung durch Klimarisiken erhöht. Dies bestärkte die Erkenntnis, dass städtische Herausforderungen nicht isoliert, sondern systemischer Natur sind und integrierte Antworten erfordern, die ökologische, institutionelle und soziale Dimensionen gleichzeitig berücksichtigen.
Von Herausforderungen zu Maßnahmen: Empfehlungen und Fachaustausch
Über den strukturierten Austausch in den Kleingruppen arbeiteten die Teilnehmenden daran, potenzielle Lösungen zu verfeinern und zu priorisieren. Anstatt gänzlich neue Ideen einzubringen, half dieser Prozess den Städten, ihre Überlegungen zu klären und weit gefasste Konzepte in konkretere Richtungen zu leiten.
Zu den wichtigsten Empfehlungen, die sich aus den Diskussionen ergaben, gehörte die Notwendigkeit, die Faktengrundlage für die Planung durch Basisstudien, Risikobewertungen und Machbarkeitsanalysen zu stärken. Die Städte wurden zudem dazu ermutigt, naturbasierte Lösungen (NbS) in die Stadtplanungs- und Verwaltungsrahmen zu integrieren, um sicherzustellen, dass Maßnahmen in langfristige Strategien eingebettet sind und nicht als isolierte Projekte umgesetzt werden.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Bedeutung der Einbindung der Bevölkerung und die Veränderung individueller und kollektiver Verhaltensweisen, insbesondere in den Bereichen Abfallwirtschaft und Umweltschutz. Viele Städte erkannten, dass technische Lösungen allein ohne lokale Eigenverantwortung und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung nicht ausreichen würden.
Schließlich wurde deutlich, dass ein Übergang zu einer strukturierten Projektentwicklung erforderlich ist, einschließlich Kosten-Nutzen-Analysen, einer klareren Projektdefinition und der Vorbereitung der Finanzierung.
Von der Idee zur Umsetzung: Wie geht es weiter?
Während sich die ersten Phasen des Workshops auf das Verständnis der Herausforderungen und die Identifizierung potenzieller Lösungen konzentrierten, wurde auch Zeit darauf verwendet, in Voraussicht des einjährigen Lernprozesses einen Blick in die Zukunft zu werfen. Der Schwerpunkt lag dabei darauf, wie Ideen zu umsetzbaren und finanzierbaren Maßnahmen weiterentwickelt werden können.
Dafür wurden Beiträge vom City Climate Finance Gap Fund und dem Covenant of Mayors in Subsahara-Afrika (CoM SSA) in den Workshop integriert. Beide Initiativen stellten ihre Ansätze zur Unterstützung von Städten bei der Entwicklung von Klimaprojekten vor, einschließlich ihrer Auswahlkriterien, Unterstützungsmechanismen und Antragsverfahren. Der Schwerpunkt lag auf der Bedeutung einer soliden technischen Vorbereitung, eines klaren Projektumfangs und der Ausrichtung auf Klima- und Entwicklungsprioritäten.
Diese Beiträge gingen direkt auf die von den Städten geäußerten Bedürfnisse ein, insbesondere im Hinblick darauf, über Ideen im Frühstadium hinauszukommen und Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten. Darauf aufbauend endete der Workshop mit einer zukunftsorientierten Übung, in der die Städte erste Konzepte für Reformmaßnahmen vorstellten und begannen, konkretere Projektideen und mögliche Wege zur Umsetzung zu formulieren.
Der Workshop hat gezeigt, dass es den Kommunen nicht an Lösungen mangelt. Über verschiedene Kontexte hinweg gibt es bereits eine solide Grundlage aus Ideen, Erfahrungen und sich entwickelnden Praktiken. Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese Ideen zu strukturieren, das förderliche Umfeld zu stärken und sie in Richtung Umsetzung voranzubringen.
Der Lernprozess von „Connective Cities“ bietet eine Plattform, um genau das zu tun –den Austausch in Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.
Kommunen und Regionen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland sind eingeladen, am regionalen Lernprozess „Planung für kommunale Resilienz“ teilzunehmen und gemeinsam Ansätze zum Schutz kritischer Infrastrukturen weiterzuentwickeln.
Kommunen stehen zunehmend vor komplexen Risiken: klimabedingte Extremereignisse, technische Störungen, wachsende Abhängigkeiten zwischen Infrastruktursystemen sowie neue sicherheitspolitische Herausforderungen gefährden die Funktionsfähigkeit urbaner Räume. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – Energie, Wasser, Verkehr, Kommunikation und Gesundheit – ist damit zu einer zentralen Aufgabe moderner kommunaler Governance geworden.
Der Lernprozess bringt Kommunen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland zusammen, um praxisnahes Wissen auszutauschen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und lokale Kapazitäten für risikoinformierte Entwicklung zu stärken. Im Fokus stehen integrierte Planung, Multi-Risiko-Governance und die Entwicklung umsetzbarer Projektansätze zum Schutz und zur Stärkung kritischer Infrastrukturen.
An wen richtet sich der Teilnahmeaufruf?
Fach- und Führungskräfte aus Kommunalverwaltungen, kommunalen Unternehmen und regionalen Behörden
Mitarbeitende aus Planung, Infrastruktur, Katastrophenvorsorge und kommunalem Management
Städte, Gemeinden, Landkreise und Regionen aus Südosteuropa, dem Südkaukasus und Deutschland
Zeitplan und Format
Virtuelles Kick-off-Meeting: Ende April 2026
Erster Präsensworkshop (3 Tage): Anfang Juni
Dauer: ca. 1 Jahr
Formate: Präsenzworkshops, digitale Austauschmodule und kurze Expert*innenmissionen („Peer Visits“)
Der Lernprozess ist in drei Phasen gegliedert:
Risiko- und Vulnerabilitätsanalyse,
integrierte Planung und Lösungsentwicklung sowie
Umsetzungsreife und Finanzierung.
Thematische Schwerpunkte liegen u. a. auf urbanen Systemen und Infrastrukturresilienz, integrierter Risikogovernance sowie Daten-, Frühwarn- und Kontinuitätsmanagement. Der strukturierte Prozess fördert kollegiale Beratung und technische Zusammenarbeit zwischen Kommunen in Europa und den Partnerregionen.
Teilnahme und Kontakt
Die Teilnahmekosten (Unterbringung und Verpflegung) werden übernommen. Die Konferenzsprache ist Englisch.
Am 24. März 2026 war es soweit! Der vertiefte Lernprozess „Wasserresilienz: Kommunen stärken sich gegen Trockenheit und Starkregenereignisse“ ist kurz nach dem Weltwassertag gestartet. Dürren, Hitzewellen, Starkregen und Überschwemmungen nehmen zu und belasten Infrastruktur, Gesundheit und kommunale Budgets. Gleichzeitig verschärft die Urbanisierung den Wettbewerb um Wasser. Bereits heute stehen viele Großstädte unter hohem Wasserstress, und der weltweite Bedarf könnte bis 2030 die verfügbaren Ressourcen deutlich übersteigen.
Für Länder des Globalen Südens ist Wasserknappheit längst ein Entwicklungshemmnis – doch künftig müssen sich alle Regionen weltweit an schwankende Verfügbarkeiten und wachsende Nutzungskonflikte anpassen. Wasser wird zur strategischen Ressource des 21. Jahrhunderts.
Die entscheidenden Lösungen entstehen lokal. Auch wenn die Rahmenbedingungen sich stark unterscheiden, stehen Kommunen vor ähnlichen strukturellen Herausforderungen, was Austausch und gemeinsames Lernen besonders wertvoll macht.
Deshalb bringen wir im sogenannten Deep Dive zum Thema „Wasserresiliente Kommunen“ Fachleute aus acht ausgewählten Kommunen aus Benin, Deutschland, Kenia, Indien, Serbien und Sri Lanka zusammen, um innovative Ansätze wie Schwammstadt‑Konzepte, blaue Korridore und integrierte blau‑grün‑rote Infrastrukturen gemeinsam zu diskutieren und über zwei Jahre lokalangepasste Lösungen zu jeweiligen Herausforderungen zu entwickeln und zu implementieren.
Im ersten virtuellen Treffen haben die Kommunen ihre lokalen Herausforderungen präsentiert, erste Ähnlichkeiten identifiziert und das erste Arbeitstreffen in Präsenz in Wuppertal Anfang Mai vorbereitet. Weitere Neuigkeiten aus unserem Deep Dive folgen ab Mai 2026.
Die teilnehmenden Städte: Natitingou (Benin), Dresden, Wunstorf, Wuppertal (Deutschland),Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Niš (Serbien), Akkaraipattu (Sri Lanka)
Am 25. September 2024 erhielt die Stadtverwaltung von Garowe, Puntland, Somalia, offiziell die Klimasensitive Stadtentwicklungsstrategie (CSCD), die in Zusammenarbeit mit der GIZ und der RACCA-Arbeitsgruppe entwickelt wurde. Diese Strategie bietet praxisnahe Lösungen für drängende klimatische Herausforderungen in den Bereichen Mobilität, Abfallwirtschaft, Wassermanagement und Grünflächen.
Highlights der Veranstaltung:
Vorstellung der Schlüsselsektoren für die klimafreundliche Stadtentwicklung in Garowe
Diskussion über nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur
Übergabe des Strategieplans an die Stadtverwaltung, der die Umsetzung klimafreundlicher Projekte in Garowe fördert
Fachaustausch und gemeinsame Überlegungen zur Sicherstellung einer resilienten Zukunft für die Stadt
Die Veranstaltung markierte den Übergang von der Planung zur Umsetzung und stärkt Garowe in seinen Bestrebungen, eine nachhaltige und klimaresiliente Stadt zu werden.
Wir laden Sie ein, die vollständige Publikation und Dokumentation der Veranstaltung zu lesen, um die diskutierten Erkenntnisse und Strategien im Detail zu erkunden.
Padang ist eine Stadt mit über einer Million Einwohner*innen auf der Insel Sumatra, Indonesien. Der Fluss Arau, der durch das Stadtzentrum von Padang fließt, ist durch große Mengen an Haushaltsabfällen verschmutzt. Zudem werden Abwässer ungeklärt in den Arau geleitet. Um Padang für Tourist*innen attraktiver und für seine Einwohner*innen lebenswerter zu machen, hat sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, den Fluss Arau mithilfe einer Fachkraft für Wasserwirtschaft zu regenerieren.
Heavy rain and storm water events such as those in the Ahr Valley in Germany in 2021, or in Pakistan, Australia and South Africa in 2022, cause streams to swell to raging torrents, flood roads, destroy houses and bridges and lead to loss of life as well as damage worth billions. They occur suddenly and can only be predicted in the short term. According to a study supported by the World Bank, flood risk already affects 1.81 billion people, more than 20% of the global population, most of them in poor and middle income countries.
In consequence, local governments and municipal leaders, planners and service providers look for more integrated and inclusive solutions to avoid human, environmental and financial losses related to flood.
This Peer Learning Note (PLN) documents the practices and discussions shared between cities and partners during the Connective Cities Dialogue Event “The Role of Rain and Storm Water Management in Water Sensitive Urban Planning”, which took place from December 6-8, 2022 in Cologne, Germany.
Starkregen- und Sturmwasserereignisse wie beispielsweise im deutschen Ahrtal im Jahr 2021 oder im Jahr 2022 in Pakistan, Australien oder Südafrika lassen Bäche zu reißenden Strömen anschwellen, fluten Straßen, zerstören Häuser und Brücken und wichtige Infrastrukturen und führen neben milliardenschweren Schäden zu Verlust von Menschenleben. Sie treten plötzlich auf und lassen sich nur kurzfristig vorhersagen. Aufgrund des Klimawandels werden diese Ereignisse an Häufigkeit und Schwere weltweit weiter zunehmen.
Connective Cities organisiert für kommunale Fachleute in Deutschland und weltweit Austauschmöglichkeiten zu relevanten und aktuellen Themen mit dem Ziel, Entwicklungszusammenarbeit zu vertiefen. 41 Fachleute aus 16 Städten und acht Ländern waren der gemeinsamen Einladung von Conective Cities mit den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB Köln) und United Cities and Local Governments (UCLG) zu dieser Dialogveranstaltung gefolgt.
Zwölf Praxisbeispiele aus fünf Ländern bildeten den Ausgangspunkt für eine intensive kollegiale Beratung darüber, mit welchen Ansätzen sich die Risiken von Starkregen- und Sturmwasserereignissen für Menschen und die kommunale Infrastruktur minimieren lassen. Bestehende Projekte wurden bereichert und neue Projektideen entstanden. Die Dokumentation gibt Einblicke in diesen Beratungsprozess.
Starkregen- und Sturmwasserereignisse wie beispielsweise im deutschen Ahrtal im Jahr 2021 oder im Jahr 2022 in Pakistan, Australien oder Südafrika lassen Bäche zu reißenden Strömen anschwellen, fluten Straßen, zerstören Häuser und Brücken und wichtige Infrastrukturen und führen neben milliardenschweren Schäden zu Verlust von Menschenleben. Sie treten plötzlich auf und lassen sich nur kurzfristig vorhersagen. Aufgrund des Klimawandels werden diese Ereignisse an Häufigkeit und Schwere weltweit weiter zunehmen.
41 Fachleute aus 16 Städten und acht Ländern waren der gemeinsamen Einladung von Connective Cities mit den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB Köln) und United Cities and Local Governments (UCLG) zu dieser Dialogveranstaltung im Dezember 2022 gefolgt.
Zwölf Praxisbeispiele aus fünf Ländern bildeten den Ausgangspunkt für eine intensive kollegiale Beratung darüber, mit welchen Ansätzen sich die Risiken von Starkregen- und Sturmwasserereignissen für Menschen und die kommunale Infrastruktur minimieren lassen. Bestehende Projekte wurden bereichert und neue Projektideen entstanden.
Inmitten der Energiekrise, mit der der Libanon konfrontiert ist, ist es der Gemeinde Qaraoun gelungen, große Hindernisse bei der Versorgung ihrer Einwohner mit erneuerbaren Energien zu überwinden. Das Projekt „PV SOLAR SYSTEM- OUR FUTURE HOPE“ (PV-SOLAR-SYSTEM – UNSERE ZUKUNFTSHOFFNUNG) deckt den lokalen Bedarf an erneuerbaren Energien, einschließlich der technischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung und sensibilisierte die Gemeinde. Das Projekt verfolgte einen integrativen gender-sensitiven Ansatz in all seinen Komponenten.