Connective Cities lädt zwei Expert*innen aus Ihrer Kommune ein, sich am internationalen Fachaustausch in Bremen und dem anschließenden Lernprozess zu beteiligen.
Unterstützen Sie die Gründerszene in Ihrer Kommune? Welche Perspektiven bieten Sie jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt? Welchen Herausforderungen begegnen Sie bei Ihrer Arbeit? Die Stadt Bremen ist zu dem Thema bereits sehr gut vernetzt – auch international. Nun lädt die Stadt Sie in Kooperation mit Connective Cities dazu ein, gemeinsam mit fünf weiteren deutschen und sechs internationalen Kommunen in Bremen zusammenzukommen und sich zu Gründungsinitiativen und Gründungszentren sowie kommunalen Anreizen und Unterstützungsangeboten für Gründungen und Start-ups auszutauschen.
Das Eröffnen von Perspektiven und die Förderung von Qualifikation sind für junge Menschen in Deutschland und im Globalen Süden gleichbedeutend wichtig; möglichst allen jungen Menschen muss ein Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. In Bremen und Bremerhaven ist die Zahl der Start-Ups im nationalen Vergleich hoch. Die Gründungsszene ist lebendig, innovativ und gut vernetzt. Auch international hat die Senatskanzlei Bremen bereits wertvolle Kontakte: Ihre Partnerstädte Windhoek (Namibia) und Durban (Südafrika) bringen Erfahrungen mit eigenen Gründungszentren und Instrumenten zur Start-Up-Förderung ein.
Ziele der Dialogveranstaltung sind das gemeinsame Lernen durch das Kennenlernen von kommunalen Guten Praktiken, der Austausch zu Herausforderungen im Rahmen von kollegialen Beratungen und die Entwicklung von Lösungsansätzen zu herausgestellten Herausforderungen, sowie die Vernetzung der Teilnehmenden untereinander.
Wir freuen uns auf die Teilnahme von jeweils zwei Fachleuten aus Ihrer Kommune, insbesondere aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Arbeit und Soziales oder Jugendarbeit.
Internationale Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 93, April 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen“, schrieb Antoine de Saint-Exupéry 1951 in seinem Buch Die Stadt in der Wüste.
Auch 75 Jahre später hat diese Aussage nichts an Aktualität verloren. Zukunftsfähigkeit ist ein zentrales Ziel unserer Lernprozesse und Fachaustausche in den vergangenen Wochen.
So haben wir intensiv diskutiert, wie sich Daten effizient erheben und managen lassen, um die Transformation urbaner Mobilität fundiert zu gestalten.
Angesichts zunehmender Überschwemmungen und Dürren haben wir zudem einen zweijährigen Deep Dive zum Thema „wasserresiliente Kommunen“ gestartet. Parallel dazu setzen wir in der MENA-Region in einem weiteren Lernprozess verstärkt auf urbanen Klimaschutz und mehr Lebensqualität durch die Entwicklung grüner Korridore. Dabei wurden im Auftaktworkshop erste gemeinsame Prioritäten definiert und mithilfe innovativer Methoden – wie KI-gestützter Visualisierung – konkrete Zukunftsszenarien für klimaresiliente und lebenswertere kommunale Räume entwickelt.
Nachhaltige lokale Wirtschaftsförderung rückt die ökonomische Zukunftsfähigkeit von Kommunen in den Fokus. Das Potenzial migrierter Fachkräfte ist dabei groß – dies zeigte sich in der regen Beteiligung und den lebhaften Diskussionen unserer Insight Session. Zugleich wurde deutlich: Dieses Potenzial lässt sich nur erschließen, wenn migrierte Menschen als Ganzes und mit all ihren Bedürfnissen ernst genommen werden.
Die ganzheitliche Wahrnehmung persönlicher Potentiale wird auch ein Aspekt unserer nächsten Dialogveranstaltung vom 30. Juni bis 2. Juli 2026 in Bremen sein. Unter dem Titel „Gründung und Innovation: Arbeitsmarktchancen und Perspektiven für junge Menschen“ sind insbesondere kommunale Fachleute aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Arbeit und Soziales sowie Jugendarbeit herzlich eingeladen.
Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre.
Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
Mobilität fundiert gestalten: Entscheidungen auf Basis valider Informationen
Inspirationen aus dem Fachaustausch zu Mobilitätsdatenmanagement
Was braucht es, um Mobilität in unseren Kommunen nachhaltiger zu gestalten? Neue Technologien? Mehr Mittel? Den Willen der Bürger*innen? Eine Antwort: Es braucht verlässliche Informationen für fundierte Entscheidungen, die gezielte Veränderungen bewirken können. Ende März nutzten Teilnehmende des Lernprozesses “Nachhaltige Mobilität – Zusammenspiel zukunftsfähiger Mobilitätsformen“ die Gelegenheit, sich zu Datenmanagement und -nutzung als einen zentralen Aspekt der Verkehrswende auszutauschen. In dem Online-Austausch stellten 5 Kommunen Aspekte ihres Mobilitätsdatenmanagement als Grundlage für verkehrsplanerische Entscheidungen vor.
Start unseres zweijährigen internationalen Lernprozesses „Deep Dive“
Für Länder des Globalen Südens ist Wasserknappheit längst ein Entwicklungshemmnis – doch künftig müssen sich alle Regionen weltweit an schwankende Verfügbarkeiten und wachsende Nutzungskonflikte anpassen. Wasser wird zur strategischen Ressource des 21. Jahrhunderts. Deshalb bringen wir im Deep Dive zum Thema „Wasserresiliente Kommunen“ Fachleute aus acht ausgewählten Kommunen aus Benin, Deutschland, Kenia, Indien, Serbien und Sri Lanka zusammen, um innovative Ansätze zu diskutieren und über zwei Jahre lokalangepasste Lösungen zu jeweiligen Herausforderungen zu entwickeln und zu implementieren.
Mehr Klimaschutz und Lebensqualität: Grüne Korridore in der MENA-Region
Auftakt des Lernprozesses „Grüne Korridore in der City und auf dem Land“
Der Auftakt diente als technische und methodische Einführung in den Lernprozess. Ziel war es, erste thematische Prioritäten festzulegen, kommunale Herausforderungen sichtbar zu machen und eine gemeinsame Grundlage für weitere Zusammenarbeit zu schaffen.
Ein zentrales Element des Workshops war eine KI-Visualisierungsübung zu grünen Korridoren. Basierend auf Bildern aus urbanen Kontexten der teilnehmenden Städte wurden Zukunftsszenarien für klimaresistente, grünere und nutzbarere urbane Räume entwickelt – auch als methodisches Instrument, um Diskussionen über die Umsetzbarkeit grüner Korridore anzuregen. Angereichert wurde die Diskussionen durch Praxisbeispiele deutscher und ägyptischer Städte.
Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum für kommunale Wirtschaftsentwicklung
Connective Cities Insight Session über die Rolle von Kommunen an der Schnittstelle von Migration und kommunaler Wirtschaftsförderung
Migrationspolitik mag eine nationale Angelegenheit sein – ihr Erfolg und Misserfolg entscheidet sich jedoch auch auf der lokalen Ebene. Aus dieser Überzeugung heraus trafen sich circa 50 kommunale Expertinnen und Experten zu einer virtuellen Insight Session von Connective Cities. Das Potenzial von Fachkräftemigration ist für alle Seiten groß – faire Bedingungen vorausgesetzt. Interessant sind dabei auch Unternehmensgründungen von Migrant*innen, aus denen sich wiederum Arbeitsplätze generieren. Praxisbeispiele und die lebhafte Diskussion der Insight Session zeigten eindrucksvoll, dass Kommunen eine entscheidende Rolle einnehmen können, damit sich das wirtschaftliche Potenzial von Migration auf lokaler Ebene entfalten kann.
Gründung und Innovation: Arbeitsmarktchancen und Perspektive für junge Menschen
Teilnahmeaufruf für kommunale Fachleute zur Dialogveranstaltung vom 30. Juni bis 02. Juli 2026 in Bremen
Unterstützen Sie die Gründerszene in Ihrer Kommune? Welche Perspektiven bieten Sie jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt? Welchen Herausforderungen begegnen Sie bei Ihrer Arbeit? Die Stadt Bremen ist zu dem Thema bereits sehr gut vernetzt und lädt in Kooperation mit Connective Cities dazu ein, gemeinsam mit fünf weiteren deutschen und sechs internationalen Kommunen, sich zu Gründungsinitiativen und Gründungszentren sowie kommunalen Anreizen und Unterstützungsangeboten für Gründungen und Start-ups auszutauschen.
Wir freuen uns auf die Teilnahme von jeweils zwei Fachleuten aus Ihrer Kommune, insbesondere aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Arbeit und Soziales oder Jugendarbeit. Bewerbungsfrist: 10. Mai 2026
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Migrationspolitik mag eine nationale Angelegenheit sein – ob jedoch gerade die wirtschaftliche Teilhabe gelingt, entscheidet sich maßgeblich auf der lokalen Ebene. Aus dieser Überzeugung heraus trafen sich circa 50 kommunale Expertinnen und Experten zu einer virtuellen Insight Session von Connective Cities. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle Kommunen bei der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und der Unterstützung migrantischen Unternehmertums einnehmen können.
In der Verwaltung die Schnittstelle von internationaler Zusammenarbeit und Wirtschaftsförderung erschließen. Abbildung: Slido-Abfrage während der Online-Veranstaltung
Die Situation im Groben: Regionen und Länder mit Fachkräftemangel, zumeist einkommensstarke Länder, stehen Regionen und Ländern mit einem Überschuss an (qualifizierten) Arbeitskräften, zumeist einkommensschwächere Länder, gegenüber. In Deutschland zeichnet sich bis 2028 eine Lücke von 768.000 Fachkräften ab.
Das Potenzial von Fachkräftemigration ist für alle Seiten groß – faire Bedingungen vorausgesetzt. Interessant sind dabei auch Unternehmensgründungen von Migrant*innen, aus denen sich wiederum Arbeitsplätze generieren. In zwei Dritteln der OECD-Länder zeigen Migrant*innen hierfür eine größere Bereitschaft als die nicht migrierte Bevölkerung.
Ermutigend ist eine Online-Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über Rückkehr- und Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten in Deutschland aus dem Jahr 2024, die während der Insight Session vorgestellt wurde. Danach haben rund dreiviertel (73,3 Prozent) der befragten Migrant*innen in den vergangenen 12 Monaten nicht über Abwanderung nachgedacht und auch keine derartigen Pläne für die nächsten 12 Monaten. Wenn Fachkräfte planen abzuwandern, begründen sie dies zuvorderst mit den komplexen bürokratischen Prozessen, der Steuerlast und der allgemeinen ökonomischen Situation in Deutschland. 47 Prozent würden dann in ihr Herkunftsland zurückziehen, 53 Prozent in ein anderes Land weiterwandern, darunter vor allem die Schweiz, andere europäische Länder und die USA.
„Deutschland als Zwischenstation?“ Dr. Lukas Olbrich vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berichtete aus einer Studie über Rückkehr- und Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten. Abbildung: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Die Verantwortung für migrationspolitische Weichenstellungen – auch in Bezug auf Fachkräfteeinwanderung – liegt in erster Linie bei den einzelnen Staaten. Auf internationaler Ebene bildet auch der „Global Compact for Migration“ der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2018 den politischen Rahmen für die Einwanderung von Fachkräften Die Mitgliedstaaten beteuern hier ihr Interesse, Bedingungen für Migrant*innen zu verbessern – wenn auch nicht rechtlich bindend. In Deutschland gilt zudem das 2019 verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das die Einwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten regelt und erleichtern soll. Ganz frisch zum Thema gibt es seit März 2026 die Fachkräfteallianz „WE-Fair – Wirtschaft und Entwicklungspolitik für faire Fachkräftegewinnung“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. In dieser arbeiten Wirtschafts- und entwicklungspolitische Akteure gemeinsam daran, faire Rekrutierung und qualifizierte Einwanderung voranzubringen.
Vier Kommunen präsentierten bei der Insight Session, wie sie Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum bei sich koordinieren.
Annika Abellán aus der KreisverwaltungPinneberg zeigte zunächst die Vielfalt der Akteure auf, die in den Prozess der Fachkräfteeinwanderung eingebunden sind und machte damit die Komplexität deutlich. Im Zentrum stehen immer die einwandernde Fachkraft und das arbeitgebende Unternehmen. Noch im Herkunftsland sind zudem die deutsche Botschaft, die Bundesagentur für Arbeit sowie die örtlichen Ausländerbehörden eingebunden. Für die weitere Vorbereitung (und später auch in Deutschland) kommen Anbieter von Sprachkursen und interkulturellen Trainings sowie Institutionen zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen ins Spiel. Für den Aufbau eines Lebens in Deutschland schließlich sind Akteure wie Wohnungsanbieter, Meldebehörden, Krankenversicherungen, Steuerbehörden sowie – je nach Einzelfall – Bezugseinrichtungen für Familienangehörige wie Kindertagesstätten und Schulen relevant.
Mit jeder dieser Stellen geht eine Fülle an Informationsbedarf einher, weswegen der Kreis Pinneberg als zentrale Dienstleistung Orientierung anbietet. „Unser Ziel ist einfach, aber ehrgeizig: Informationen dort zu teilen, wo sie gebraucht werden und die richtigen Leute zusammenzubringen“, erläuterte Annika Abellán. Wichtiges Instrument ist die auch für andere Kommunen verfügbare App „Integreat“, in der das fünfköpfige Team – zusammengesetzt aus verschiedenen Abteilungen der Kreisverwaltung – alle Informationen für Fachkräfte gebündelt zugänglich macht. Zudem werden Informationen über einen speziellen Newsletter, gezielte Mailings, das Online-Portal des Kreises sowie Social Media und die lokale Presse geteilt. Darüber hinaus leistet der Kreis regionale und überregionale Netzwerkarbeit und bringt die Akteure auch zu verschiedenen Fokusthemen zusammen, so etwa zum Thema Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Um Fachkräfteeinwanderung zu stimulieren, werden außerdem gezielte Projekte umgesetzt: Die „Fachkräfteallianz Pflege“ bezieht sich auf Fachkräfte im Gesundheitsbereich. Als Teil des bundesweiten Projekts „THAMM Plus“ könnte der Kreis zudem künftig die Zuwanderung von Fachkräften aus Nordafrika für die Arbeit in lokalen Kindergärten fördern.
„Es geht nicht nur um Arbeit, sondern auch darum, sich in Deutschland zuhause zu fühlen.“ (Annika Abellán, Kreisverwaltung Pinneberg)
Ähnlich geht die Stadt München die Herausforderung an: Auch sie adressiert alle Phasen von Fachkräfteeinwanderung und bündelt dies in der Fachkräftestrategie des „Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms (MBQ)“. „Was wir anbieten möchten, ist eine ganzheitliche Betreuung: Von der Vorbereitungsphase im Ausland über die Ankunft in München bis hin zu einer hoffentlich langfristigen Perspektive“, so Dr. Magdalena Ziolek-Skrzypczak aus dem Referat für Arbeit und Wirtschaft. Die Website „Make it in Munich“ macht Fachkräften bereits im Ausland Informationen und Beratung sowie – in Kooperation mit Partnern wie dem Goethe Institut – kostenlose Sprachkurse und IT-Fortbildungen zugänglich. Neu ist dabei die Stellenplattform „Münchner Jobbörse“, die die Sichtbarkeit von Münchner Unternehmen auf dem internationalen Arbeitsmarkt erhöht. In München angekommene Fachkräfte finden im „MBQ Munich Onboarding Hub“ einen zentralen One-Stop-Service zu allen arbeits- und lebensbezogenen Fragen. Angeboten wird unter anderem ein wöchentliches After-Work Open House, ein Unterstützungsprogramm für die Jobsuche und Bewerbungsphase und spezifische Unterstützung für migrantische Communities durch das Munich Global Village. Um Unternehmertum von Migrant*innen in München auch nachhaltig zu stärken, lobt die Stadt seit 2024 zudem den sogenannten „PhönixPreis“ aus. Dieser zeichnet erfolgreiche Unternehmensentwicklung, die Einrichtung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie Vielfalt in von Migrant*innen geführten Unternehmen aus.
Lokale Wirtschaftsentwicklung im Zusammenhang mit Migration ist auch ein Thema in kommunalen Partnerschaften. Beispielhaft stellten die Partnerstädte Mersin im Süden der Türkei und Oberhausen im Ruhrgebiet eine gemeinsam umgesetzte Studie aus dem Jahr 2024 vor. In beiden Kommunen bzw. ihren Ländern tragen Unternehmen von Menschen mit Migrationsgeschichte erheblich zum Bruttoinlandsprodukt bei. Besonders in der Türkei habe sich diese Entwicklung mit den Fluchtbewegungen der jüngeren Vergangenheit weiter verstärkt, so Elif Tanburoğlu aus Mersin. Ziel der Studie war es nun, die spezifischen Herausforderungen und Bedarfe migrantischer Unternehmer*innen genau zu skizzieren – gefolgt der Beobachtung, dass diese besonders in der Gründungsphase zu kämpfen haben und über schlechtere Zugänge zu Angeboten der Wirtschaftsförderung und Netzwerken verfügen.
Ausgewählte Ergebnisse der Studie sind: Die Präsenz anderer migrantischer Communities und die Haltung der Aufnahmegesellschaft nehmen starken Einfluss auf die Entwicklung migrantischer Unternehmen. Migrantische Unternehmen in Oberhausen haben über die Jahrzehnte an Stabilität gewonnen. In Mersin beschleunigen vergleichsweise liberale Rahmenbedingungen die Gründung von Unternehmen.
Ein zweites Beispiel ist die Projektpartnerschaft zwischen Gharb Irbid in Jordanien und München. Gemeinsam arbeiten sie daran, kommunale Kapazitäten zur Stärkung von Frauen, jungen Menschen und Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt aufzubauen. Hierzu wurde in Gharb Irbid ein kommunales Unternehmen für die Produktion von Müllcontainern gegründet. Ein kommunales Existenzgründungszentrum für Frauen bietet Fortbildungen und Vermarktungsmöglichkeiten für handwerkliche Produkte an und bezieht dabei auch Migrantinnen ein. Besonders günstig erweist sich in München dabei die Tatsache, dass sowohl das Internationale Büro als auch der Bereich Kommunale Beschäftigungspolitik und Qualifizierung im Referat für Arbeit und Wirtschaft angesiedelt sind und damit grenzübergreifendes Denken und Wirtschaftsförderung leicht ineinanderfließen.
Abschließenden Arbeitsgruppen brachten die zentralen Erkenntnisse der Veranstaltung noch einmal auf den Punkt:
Kommunen, die sich neu des Themas Fachkräftemigration widmen, sollten klein anfangen: „Think big – start small!“, so die Empfehlung aus der Insight Session. Netzwerkarbeit ist ein Schlüssel. Ebenso durchdachte Informationsarbeit in Form von One-Stop-Lösungen. Angebote zur sozialen Integration sind essenziell: „Menschen bleiben nur, wenn sie mit ihrem gesamten Leben ankommen“, so eine Stimme aus der Veranstaltung. Zielführend ist eine enge Zusammenarbeit zwischen internationalen Büros und den Abteilungen für Wirtschaft. Und: internationaler Vergleich stimuliert. In Mersin etwa brauchen Migrant*innen nur rund drei Jahre, um ein Unternehmen aufzubauen, in Oberhausen sind es sieben.
Unternehmen sollten proaktiv auf die Anwerbung von ausländischen Fachkräften angesprochen und im Prozess begleitet werden, um Sorge vor bürokratischen Hürden zu nehmen.
Migrantisches Unternehmertum braucht Unterstützung. Die größten Herausforderungen liegen in Bürokratie, aufenthaltsrechtlichen Fragen und darin, langfristig zu bestehen. Migrantische Communities sind eine wichtige Ressource und sollten in die Angebote von Kommunalverwaltungen einbezogen werden. Dabei gilt: Integration in den Arbeitsmarkt ist ein wesentlicher Faktor für gesamtgesellschaftliche Integration – und auch umgekehrt.
Die Praxisbeispiele und die lebhafte Diskussion der Insight Session haben eindrucksvoll gezeigt, dass Kommunen eine entscheidende Rolle einnehmen können, damit sich das wirtschaftliche Potenzial von Migration auf lokaler Ebene entfalten kann.
Studie über Rückkehr- und Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14840245 Das „International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa)“ ist eine neue längsschnittliche Online-Befragung, die ab 2024 belastbare Erkenntnisse zu Ursachen, Mustern und Auswirkungen der Mobilität von Migrant*innen erheben soll. In der ersten Befragung 2024 wurden ca. 50.000 Migrant*innen befragt.
App INTEGREAT INTEGREAT ist eine digitale Lösung für Kommunen und Bundesländer, um Migrant*innen und Geflüchteten Informationen niedrigschwellig und in mehreren Sprachen zugänglich zu machen. Für Nutzer*innen ist sie als mobile App verfügbar. Das Einpflegen von Informationen von Seiten der Kommunen ist ohne IT-Abteilung unkompliziert möglich. https://integreat.app/landing/de
Global Compact for Migration (GCM) / Globaler Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration Mit dem GCM hat sich die internationale Staatengemeinschaft 2018 erstmals auf einen umfassenden Rahmen für eine verbesserte internationale Zusammenarbeit im Bereich der grenzüberschreitenden Migration verständigt. https://www.iom.int/global-compact-migration
Deutsches Fachkräfteeinwanderungsgesetz Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz – in Kraft getreten am 1. März 2020 – schafft den Rahmen für eine gezielte und gesteigerte Zuwanderung qualifizierter oder auszubildender Fachkräfte oder Hochschulabsolvent*innen aus Drittstaaten (Nicht-EU-Länder). Es definiert den Fachkräftebegriff, soll formale und bürokratische Hürden reduzieren und Fachkräftemobilität insgesamt erleichtern. https://www.make-it-in-germany.com/de/visum-aufenthalt/fachkraefteeinwanderungsgesetz
David Kipp (2026): Zum Arbeiten nach Deutschland. Faire Anwerbung gestalten – Ausbeutung verhindern. Die Publikation der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt auf, wie faire Rekrutierung von Fachkräften aus Drittstaaten auf nationaler, bilateraler und internationaler Ebene gestärkt werden kann. https://collections.fes.de/publikationen/download/pdf/1970256
Projekt THAMM Plus Das Projekt „Unterstützung regulärer Arbeitsmigration und -mobilität zwischen Nordafrika und Europa“ (THAMM Plus) fördert Fachkräftemigration aus den Ländern Ägypten, Marokko und Tunesien. Es wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Bundesagentur für Arbeit in enger Kooperation mit den zuständigen staatlichen Institutionen in den Herkunftsländern umgesetzt. https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/projects-programs/crafts-technology-construction/thamm-plus/technik
Wie können Kommunalverwaltungen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und der Unterstützung migrantischen Unternehmertums in ihren Kommunen übernehmen?
Die interaktive Online-Veranstaltung von Connective Cities findet am 25. März 2026 von 10:00 -12:30 Uhr MEZ statt. Sie bringt deutsche und internationale kommunale Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aus praktischen Beispielen zu lernen und innovative Ansätze für kommunale Wirtschaftsförderung durch die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantisches Unternehmertum zu diskutieren.
Die Teilnehmenden profitieren von Präsentationen und Diskussionen Guter Praktiken, anhand derer sie:
effektive kommunale Strategien zur Förderung einer erfolgreichen und fairen Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantischen Unternehmertums kennenlernen,
das Bewusstsein für Problemstellungen und Chancen von Fachkräfteeinwanderung auf lokaler Ebene schärfen,
übertragbare Lösungen für unterschiedliche lokale Kontexte erleben und
darin gestärkt werden, kommunale Handlungsspielräume zu nutzen, um die lokale Wirtschaft durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum voranzubringen.
Die Veranstaltungssprache ist Englisch.
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich:
Weltweit gibt es immer mehr soziale Unternehmer*innen, die ihre Geschäftstätigkeit mit einem am Gemeinwohl orientierten Engagement verbinden – sei es zum Klima- oder Umweltschutz, zur gesellschaftlichen Teilhabe oder zur Reduzierung von Armut.
Für Kommunen hat diese recht neue Zielgruppe der lokalen Wirtschaftsförderung viel Potenzial, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Doch viele Städte, Gemeinden und Landkreise stehen bei der Förderung von sozialem Unternehmertum noch ganz am Anfang. Kampala in Uganda, Karlsruhe im Südwesten Deutschlands und das französische Straßburg haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam das soziale Unternehmertum in ihren Städten voranzubringen und die Unternehmer*innen miteinander zu vernetzen.
Kooperation im Dreieck Kampala – Karlsruhe – Straßburg
„Ich sehe viel Potenzial zur Zusammenarbeit“, sagt Khasalamwa Lucia von der Kampala Capital City Authority (KCCA). Die Vertreter*innen aus den drei Städten haben erkannt, dass die Herausforderungen für Sozialunternehmen in Kampala, Karlsruhe und Straßburg – trotz aller sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede – sehr ähnlich sind: Es fehlen für die (potenziellen) Unternehmer*innen bedarfsgerechte Schulungen, Mentoring-Programme, Möglichkeiten zum Austausch sowie Startfinanzierungen. Auch die politischen Rahmenbedingungen wie Steuererleichterungen und geeignete Rechtsformen für die Unternehmen sind noch nicht ausgereift.
In the wake of the Pandemic, municipalities in the MENA region in both urban and rural areas need to rethink their modes of operation and accelerate their shift towards building resilience during the recovery process. In an effort to support municipalities that are members of the Connective Cities network in the MENA region, four thematic working groups were established as part of Connective Cities program ‘Municipal Recovery from the Pandemic.’ Objectives of this working group include promoting practice–oriented knowledge exchange between municipal and urban practitioners, facilitating peer learning on sustainable and innovative approaches to build resilience in cities through biodiversity and environmental protection, digitalisation of municipal services, and promoting social entrepreneurship for circularity. The program has resulted in the development of concrete urban solutions. Another outcome was the creation of partnerships between municipalities as well as with private sector actors to articulate the proposed solutions and scale up the impact. This report summarizes the main achievements until February 2022.
Gründerinnen und Gründer von sozialunternehmerischen Projekten – sogenannte Social Entrepreneurs – haben in Schleswig-Holstein mit dem Programm yooweedoo eine zentrale Anlaufstelle. An der Universität Kiel angesiedelt, fördert yooweedoo soziales Unternehmertum mit Workshops, Projektberatung, einem Ideenwettbewerb und einem aktiven Netzwerk zum Erfahrungsaustausch.
Über 45 Teilnehmende aus 10 Ländern nahmen bei der virtuellen Dialogveranstaltung am 20., 21. und 23. September 2021 soziales Unternehmertum aus unterschiedlichen kommunalen Perspektiven in den Blick. Sie stellten fest, dass diese recht neue Zielgruppe der lokalen Wirtschaftsförderung für Kommunen viel Potenzial hat. Innovative Beispiele aus Kiel, der virtuellen Gastgeberkommune, aber auch aus Großbritannien oder aus Uganda zeigten die vielfältigen Fördermöglichkeiten und den großen Nutzen auf, der entstehen kann, wenn Kommunen und soziale Unternehmerinnen und Unternehmer zusammenarbeiten.
Viele Kommunen haben sich bislang kaum mit sozialem Unternehmertum befasst. Die Dialogveranstaltung gab ihnen einen guten ersten Eindruck und der internationale Austausch und die Beispiele aus aller Welt inspirierten viele Teilnehmende zu konkreten Aktivitäten, um soziales Unternehmertum zu fördern.
Die Landeshauptstadt Kiel hat sich der Agenda 2030 mit ihren 17 SDGs verpflichtet. Der Nachhaltigkeitspreis 2021 hat den Weg geebnet. Kiel ist eine wahre Meisterin der Förderung des sozialen Unternehmertums. Viele Nachhaltigkeitsprojekte sind mit der Unterstützung der Stadt und ihrer Bürger entstanden. Das Video stellt vier herausragende Beispiele aus der lokalen Unternehmerszene vor.
Six municipalities from the MENA region have participated in the Local Projects Workshop, which was a 2-days virtual workshop held on the 19th-20th January 2021. The workshop consisted of a series of virtual discussions among the participating municipal representatives and technical and financial experts. The workshop was followed by two virtual sessions on proposal writing for funding and financing of municipal projects held on the 21st and 25th of January 2021 respectively.
The Local Projects Workshop was designed such that the activities are following a normal growth curve of what has been established during the LED Virtual Dialogue event that took place in 2020. The harmony established among participants and the understanding of the rationale of the Connective Cities methodology was expanded on to foster peer-to-peer learning with more attention given this time to individual municipalities needs and visions. The Local Projects Workshop approach leveraged the progress made to date by the 6 participating municipalities while addressing further actions including:
The interlinkages between LED projects and other areas like education, health, gender, environment, etc.
Adapting the LED projects to national and global objectives and priorities
Adapting the LED projects to available resources and existing expertise
Establishing Strategic and impactful partnerships for the projects
Risk forecasting and mitigation measures planning
Best approaches to fund projects with different financing mechanisms and tools.