Insight Session – Kommunen entwickeln naturbasierte Lösungen

Wir freuen uns, Sie zu unserer bevorstehenden virtuellen Insight Session zum Thema ‚naturbasierte Lösungen für urbane Resilienz‘ einzuladen, die am 15. Juli 2026 von 13:00 bis 14:30 Uhr MEZ stattfinden wird.

Städte in Subsahara-Afrika, Deutschland und anderen Regionen setzen verstärkt auf naturbasierte Lösungen, um Überschwemmungen, Klimarisiken, den Verlust der Artenvielfalt und die damit verbundenen Herausforderungen der Stadtentwicklung zu bewältigen. Die Integration dieser Ansätze in die kommunale Planung, Verwaltung und Umsetzung bleibt jedoch eine komplexe Aufgabe.

Diese Insight Session vereint Forschungs-, Politik- und kommunale Netzwerkperspektiven, um praktische Ansätze für die Planung, Integration und Umsetzung naturbasierter Lösungen vorzustellen.

Dafür laden wir folgende Gesprächspartner*innen ein:

Andreas Wolter, Präsident von Climate Alliance
Präsentation: Von lokalen Maßnahmen zu kollektiver Wirkung: Wie kommunale Netzwerke Klimaresilienz stärken

Andreas Wolter wird das Netzwerk der Climate Alliance vorstellen und dessen Rolle bei der Unterstützung von Kommunen zur Stärkung lokaler Klimaschutzmaßnahmen beleuchten. Sein Vortrag wird wichtige Einblicke darin geben, wie Städtenetzwerke voneinander lernen, Wissensaustausch, Interessenvertretung und Zusammenarbeit fördern und gleichzeitig Kommunen dabei helfen können, Klimaverpflichtungen in praktische Maßnahmen umzusetzen – etwa naturbasierte Lösungen zur Stärkung kommunaler Resilienz.

McKenna Davis, Senior Fellow und Koordinator für naturbasierte Lösungen am Ecologic Institut, Berlin
Präsentation: Integration naturbasierter Lösungen in den Mainstream: Erkenntnisse und praktische Beispiele aus dem Urban Governance Atlas

McKenna Davis wird Einblicke und praktische Beispiele aus dem Urban Governance Atlas und dem Projekt Climate Adaptation Naturally geben und aufzeigen, wie naturbasierte Lösungen in die kommunale Politik und Planung integriert werden können.

Dr. Kirk B. Neu, Forscherin in den Bereichen Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung und städtische Resilienz
Präsentation:Evidenzbasierte Erkenntnisse zur Planung naturbasierter Lösungen für die Hochwasserresilienz in Städten Subsahara-Afrikas

Ausgehend von Forschungsergebnissen aus Ghana und der gesamten Subsahara-Region wird Kirk Enu darlegen, wie Kommunen Forschungsergebnisse nutzen können, um naturbasierte Lösungen für eine inklusive Hochwasserresilienz zu planen und umzusetzen.

 

Die Veranstaltung bietet den Teilnehmern folgende Inhalte:

  • praktische Beispiele für naturbasierte Lösungen zur Stärkung der Resilienz städtischer Hochwassergebiete;
  • Einblicke in die für die Umsetzung erforderlichen Rahmenbedingungen für Governance, Politik und Planung;
  • Erkenntnisse aus der Kompatibilität von Forschungsergebnissen mit kommunalen Entscheidungsprozessen;
  • Perspektiven zur Rolle kommunaler Netzwerke bei der Förderung von Klimaschutzmaßnahmen; und
  • eine Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Praktikern und Experten aus verschiedenen Städten und Regionen.

 

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, eine französische Übersetzung wird angeboten.

Datum: Mittwoch, 15. Juli 2026
Zeit:13:00 – 14:30 Uhr MEZ
Format: Online
Anmeldung: https://community.connective-cities.net/en/node/1607

Wir laden kommunale Praktiker*innen, Stadtplaner*innen, Expert*innen für Klima und Resilienz, Forscher*innen, Entwicklungspartner*innen und andere interessierte Mitglieder des Connective Cities Netzwerks herzlich zur Teilnahme ein.

Wir freuen uns darauf, Sie zu der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf wenden Sie sich gerne an: moses.munuve@giz.de

Urbane Miniwälder in von Dürre betroffenen Regionen

Am 8. Juli 2026 veranstaltete Connective Cities eine Online-Veranstaltung, um Möglichkeiten zum Pflanzen urbaner Wälder unter schwierigen klimatischen Bedingungen zu erörtern. Solche Versuche sind in trockenen Regionen mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen bekanntermaßen schwierig, da die knappen Wasserressourcen zwischen Bevölkerung, lokalen Unternehmen, Landwirtschaft und Industrie aufgeteilt werden müssen. Das Pflanzen und Bewässern von Stadtbäumen wird unter diesen Umständen häufig als zweitrangig betrachtet, was aufgrund fehlender finanzieller Mittel und mangelnder Pflege oft zum Scheitern von Aufforstungsprojekten in Städten führt. An der Veranstaltung nahmen 34 Teilnehmende aus 13 Ländern teil, die ein breites Spektrum an Kommunen aus Afrika und dem Nahen Osten repräsentierten.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Miyawaki-Methode zur Anpflanzung von Miniwäldern weltweit zu einer herausragenden Erfolgsgeschichte entwickelt. Bei dieser vom japanischen Botaniker Akira Miyawaki entwickelten Technik wird ein kleiner, dichter Wald aus einheimischen Bäumen und Pflanzen angelegt. Die besonders dichte Pflanzung einer Vielfalt an heimischen Pflanzen beschleunigt das Wachstum von Flora und Fauna, sodass die Miniwälder bereits nach etwa fünf Jahren vollständig autark sein können. Die Wälder verbessern die Luftqualität, reduzieren die Hitze und tragen zur Wiederherstellung der Artenvielfalt bei. Dadurch stabilisieren sie Ökosysteme und wirken der Umweltzerstörung infolge der Klimakrise entgegen. Eine Videoübersicht zur Miyawaki-Methode finden Sie hier.

Stefan Scharfe, Sprecher von Miya-Forest, einer in Eberswalde ansässigen NGO für Aufforstung, Umweltbildung und Forschung, erläuterte den Erfolg der Miyawaki-Methode unter anderem daran, dass das Pflanzen von Bäumen in der Regel breite Akzeptanz bei verschiedenen Akteuren wie Stadtbevölkerung, Wohnungsbaugesellschaften und Kommunalverwaltungen findet. Der partizipative Ansatz der Anpflanzung urbaner Miniwälder müsse jedoch durch eine kleine Gruppe engagierter Akteure unterstützt werden, die sich mit dem Projekt identifizieren. Insbesondere eine gründliche Bodenanalyse kann die Wahrscheinlichkeit, dass die Miniwälder nach einer anfänglichen, intensiven Phase der Bewässerung und Pflege selbstständig wachsen, deutlich erhöhen.

Aus dem Kontext des stark urbanisierten und biologisch degradierten Amman, der Hauptstadt Jordaniens, kommend, nahm Deema Assaf, vom ökologischen Forschungsstudio TAYYŪN, als zweite Referentin an der Insight Session teil und vermittelte den Teilnehmenden wertvolle praktische Einblicke aus der MENA-Region. Frau Assaf erläuterte die aufwendige Arbeit mit Paläobotanikern zur Sammlung von Belegen für einheimische Arten der Region, die sich als evolutionär widerstandsfähig gegenüber den lokalen Klimabedingungen erwiesen haben. Die Samen dieser mit dem Boden vertrauten Pflanzen bilden die Grundlage für ein vielschichtiges Ökosystem mit Baumkronen, Unterholz, Sträuchern und Bodendeckern. Im Laufe seines Wachstums lockt der Wald Insekten, Pilze und Vögel an. Auch essbare Pflanzen können integriert werden, wodurch Miniwälder zu (urbanen) Gärten werden.

Die Insight Session lieferte den Teilnehmenden neue Inspiration für ihre eigenen Projektentwicklungen im Rahmen der laufenden Lernprozesse von Connective Cities zu den Themen „Natur als zentraler Bestandteil kommunaler Resilienz“ und „Grüne Korridore in der Stadt und ihrer Umgebung“. Das Potenzial der Miyawaki-Methode, durch verschiedene Ökosystemleistungen schnell und nachhaltig positive Effekte zu erzielen und sich an die lokalen Gegebenheiten anzupassen, macht urbane Miniwälder zu einer greifbaren und sinnvollen Maßnahme angesichts der sich verschärfenden Klimakrise. Forstwirtschaftliche Vorbereitungen – wie die Generierung von Bodendaten und Setzlingen – sowie institutionelle Unterstützung, gesicherte Finanzierung und die kontinuierliche Pflege des Pflanzprojekts sind jedoch entscheidend für das Gedeihen der Miniwälder.

Connective Cities bietet das Netzwerk für zukünftiges Engagement zu diesem Thema und freut sich darauf, Fachwissen unter Stadtplanern auszutauschen.

Treiber Grüner Transformation: Connective Cities Expertenmission in Waterberg

Vom 8. bis 12. Juni 2026 organisierte Connective Cities gemeinsam mit der South African Local Government Association (SALGA, Verband südafrikanischer Kommunalverwaltungen) und der Bezirksverwaltung Waterberg eine internationale Expertenmission zum wirtschaftlichen Strukturwandel und zur grünen Industrieentwicklung auf kommunaler Ebene. Die Veranstaltung brachte kommunale Vertreter*innen, Wissenschaftler*innen sowie Expert*innen aus Wirtschaft und Praxis aus Südafrika (SALGA, Bezirksverwaltung Waterberg sowie den Lokalverwaltungen Lephalale und Mogalakwena), Deutschland (den Wirtschaftsförderungen der Städte Karlsruhe und Heilbronn sowie der RegioClusterAgentur (Baden-Württemberg), Namibia (dem Stadtrat der Stadt Lüderitz) und Kenia (der Kreisverwaltung des Nakuru County) zusammen. Gemeinsam tauschten sie Erfahrungen aus, diskutierten gemeinsame Herausforderungen und erörterten die Chancen der entstehenden grünen Wasserstoffwirtschaft – also der Erzeugung von Wasserstoff mithilfe erneuerbarer Energien – für die kommunale und regionale Entwicklung.

Besuch bei SALGA | Foto: Grace Karanja

Die Mission war eingebettet in breitere Ziele einer gerechten Energiewende und ergänzte die Arbeit des südafrikanischen Just Energy Transition Municipal Council (JETMC), der die dortigen Kommunen auf den Übergang zu saubereren und nachhaltigeren Energiesystemen vorbereitet. Durch politische Diskussionen, Fachvorträge und Besuche strategischer Infrastrukturen wie dem Eskom-Kraftwerk Matimba und dem Exxaro-Solarkraftwerk gewannen die Teilnehmenden wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, denen Regionen bei der Abkehr von kohleabhängigen Industrien gegenüberstehen.

Zentrale Themen der Mission war die Rolle von grünem Wasserstoff für die lokale Wirtschaftsentwicklung, die Diversifizierung der Industrie und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Bezirksverwaltung von Waterberg betonte, wie wichtig es ist, einen ökologisch nachhaltigen und sozial inklusiven Übergang zu gewährleisten. Die Teilnehmenden erfuhren mehr über die Fortschritte, die die Waterbergs Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Kommunen Lephalale und Mogalakwena erzielt hat. Dazu gehören kommunale Initiativen zur Kompetenzentwicklung, der Aufbau von Verwaltungsstrukturen, Bemühungen zur Mittelbeschaffung und Partnerschaften zum Aufbau von Kapazitäten für grünen Wasserstoff.

Die Waterberg Development Initiative (WDI) präsentierte ihre Vision für ein koordiniertes regionales Entwicklungsmodell, das Kommunen, Industrie und Bevölkerung auf gemeinsame wirtschaftliche und Nachhaltigkeitsziele ausrichtet. Auch Vertreter*innen der nationalen Regierung, Entwicklungspartner und Kommunen, die bereits Wasserstoffprojekte vorantreiben, trugen zu den Diskussionen bei und verdeutlichten die wachsende Dynamik der südafrikanischen Wasserstoffwirtschaft.

Finaler Workshop in Waterberg | Foto: Elwin Gaoseb

Die Mission schloss mit einem Strategieworkshop ab, in dem die Teilnehmenden gemeinsam einen 36-monatigen Fahrplan für die regionale Entwicklung erarbeiteten. Dieser Fahrplan legte Prioritäten für Infrastrukturentwicklung, Qualifizierung von Fachkräften, Investitionsförderung und Partnerschaftsbildung fest, um die Schaffung eines zukünftigen „Wasserstoffkorridors Waterberg“ zu unterstützen. Die Ergebnisse ergänzten die Diskussionen der Arbeitsgruppe „Wasserstoffstädte“ zur Entwicklung kommunaler Kapazitäten, zur Mobilisierung von Finanzmitteln und zum Zugang zu Energie und befassten sich gleichzeitig mit Herausforderungen wie Finanzierungsengpässen und uneinheitlicher kommunaler Vorbereitung.

Die Expertenmission unterstrich die entscheidende Rolle der Kommunen im südafrikanischen Energiewandel. Durch internationale Zusammenarbeit, Wissensaustausch und praxisorientierte Planung demonstrierte die Initiative, wie grüne Industrialisierung nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern und gleichzeitig sicherstellen kann, dass die Gemeinden im Zentrum des Übergangs zu einer nachhaltigeren und resilienteren Zukunft stehen.

Besuch bei der Gemeinde Lephalale | Foto: Elwin Gaoseb

Insight Session – Urbane Mikro-Wälder in von Dürre betroffenen Regionen

Datum: Mittwoch, 8. Juli 2026

Uhrzeit: 11:00 – 12:00 Uhr MESZ

Sprache: Englisch – Simultanübersetzung ins Französische

Wie können in urbanen Gebieten mit chronisch geringen Niederschlagsmengen und/oder Hitzewellen nachhaltig Wälder gepflanzt werden?

Die Miyawaki-Methode ist ein Wiederaufforstungsansatz, der in den letzten Jahren aufgrund seiner Effizienz bei der Entwicklung von Vegetation auf kleinen städtischen Flächen und in sehr kurzer Zeit an Beliebtheit gewonnen hat. Um das Wachstum zu beschleunigen, stützt sich die Methode auf drei Schlüsselprinzipien: (1.) die ausschließliche Verwendung einheimischer, an den Boden angepasster Pflanzenarten; die (2.) in extremer Dichte gepflanzt werden und (3.) im Ergebnis ein vielschichtiges Ökosystem bilden, das sich aus Baumkronen, Unterholz, Sträuchern und Bodenvegetation zusammensetzt. Einen videografischen Überblick über die Miyawaki-Methode finden Sie hier.

Mikrowälder können nicht nur als kühlende grüne Korridore in städtischen Gebieten dienen, sondern auch als naturbasierte Lösungen, die für verschiedene Ökosystemleistungen, nicht zuletzt für den Katastrophenschutz, unverzichtbar sind. Laut dem Begründer der Methode, Dr. Akira Miyawaki, sind heimische Wälder im Vergleich zu nicht heimischen Arten fast dreißigmal widerstandsfähiger und bieten Schutz vor Naturkatastrophen.

Die Miyawaki-Methode wurde zwar bereits in den 1970er Jahren in Japan entwickelt, hat sich jedoch erst in jüngster Zeit weltweit verbreitet – mit zahlreichen Anwendungen in Indien, aber auch wachsender Beliebtheit in Europa, Nordamerika und anderen Teilen der Welt. Da Dürren weltweit jedoch immer häufiger auftreten, könnte die bewässerungsintensive Miyawaki-Aufforstung bei der Umsetzung zunehmend auf Schwierigkeiten stoßen. Können städtische Mikro-Wälder daher als geeignete Maßnahme und naturbasierte Lösung in Kommunen angesehen werden, die von häufigen Dürren betroffen sind – beispielsweise in Afrika und im Nahen Osten?

Der Verein MIYA-Forest e.V. aus Eberswalde, Deutschland, ist ein aktuelles Beispiel für zivilgesellschaftlich getragene Initiativen zur Verbreitung von Mikro-Wäldern nach der Miyawaki-Methode, sowohl in Deutschland als auch in der MENA-Region. In dieser ConnectiveCities Insight-Session stellt Vorstand Stefan Scharfe bewährte Praktiken des Vereins vor, die neben der Anpflanzung von mehr als 40 Mikro-wäldern seit 2021, auch pädagogische und wissenschaftliche Arbeit umfassen.

Als unsere zweite Referentin wird Deema Assaf von TAYYŪN, einem in Amman ansässigen Forschungs- und Ökodesign-Studio, über ihre Erfahrungen mit der Anpflanzung von Miyawaki-Wäldern berichten. Die Architektin leistete Pionierarbeit bei der Einführung der Miyawaki-Methode im Nahen Osten: 2018 pflanzte sie in Amman, Jordanien den ersten Wald dieser Art in der Region und leitete anschließend zahlreiche Pflanzaktionen mit einheimischen Baumarten in der ganzen Stadt. Ihre Arbeit umfasst die Gewinnung und Vermehrung einheimischer Samen, Pflanzworkshops für die Bevölkerung sowie regeneratives, auf Permakultur basierendes Design.

Registrieren Sie sich hier für die Veranstaltung: Urban Micro Forests in drought-affected regions

Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf wenden Sie sich gerne an: lennart.kreuzfeld@giz.de

Wir freuen uns darauf, Sie zu unserer Diskussion begrüßen zu dürfen!

Gründung und Innovation: Arbeitsmarktchancen und Perspektive für junge Menschen

Connective Cities lädt zwei Expert*innen aus Ihrer Kommune ein, sich am internationalen Fachaustausch in Bremen und dem anschließenden Lernprozess zu beteiligen.

 

Unterstützen Sie die Gründerszene in Ihrer Kommune? Welche Perspektiven bieten Sie jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt? Welchen Herausforderungen begegnen Sie bei Ihrer Arbeit?  Die Stadt Bremen ist zu dem Thema bereits sehr gut vernetzt – auch international. Nun lädt die Stadt Sie in Kooperation mit Connective Cities dazu ein, gemeinsam mit fünf weiteren deutschen und sechs internationalen Kommunen in Bremen zusammenzukommen und sich zu Gründungsinitiativen und Gründungszentren sowie kommunalen Anreizen und Unterstützungsangeboten für Gründungen und Start-ups auszutauschen.

Das Eröffnen von Perspektiven und die Förderung von Qualifikation sind für junge Menschen in Deutschland und im Globalen Süden gleichbedeutend wichtig; möglichst allen jungen Menschen muss ein Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. In Bremen und Bremerhaven ist die Zahl der Start-Ups im nationalen Vergleich hoch. Die Gründungsszene ist lebendig, innovativ und gut vernetzt. Auch international hat die Senatskanzlei Bremen bereits wertvolle Kontakte: Ihre Partnerstädte Windhoek (Namibia) und Durban (Südafrika) bringen Erfahrungen mit eigenen Gründungszentren und Instrumenten zur Start-Up-Förderung ein.

Ziele der Dialogveranstaltung sind das gemeinsame Lernen durch das Kennenlernen von kommunalen Guten Praktiken, der Austausch zu Herausforderungen im Rahmen von kollegialen Beratungen und die Entwicklung von Lösungsansätzen zu herausgestellten Herausforderungen, sowie die Vernetzung der Teilnehmenden untereinander.

Wir freuen uns auf die Teilnahme von jeweils zwei Fachleuten aus Ihrer Kommune, insbesondere aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Arbeit und Soziales oder Jugendarbeit.

Weitere Informationen: Teilnahmeaufruf [pdf, 2 Seiten]

Bewerbungsfrist: 24. Mai 2026

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung:
Marcella Sobisch, Projektkoordinatorin Connective Cities,  marcella.sobisch@engagement-global.de, +49 (0)228 20717 2658
und connective-cities@engagement-global.de

Von der Herausforderung zur Praxis – Wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen umsetzen

Wie gelingt es Kommunen, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen? Dieser Frage widmet sich das Connective Cities Lab „From Challenge to Practice: How Municipalities Turn Local Plans into Public Services“, das gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag organisiert wird.

Kommunen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Umsetzung lokaler Entwicklungspläne. Im Lab teilen internationale Kommunen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Welche Hürden mussten überwunden werden? Welche Lösungsansätze haben sich bewährt? Und was lässt sich auf andere Kontexte übertragen?

Im Anschluss an kurze Praxisinputs diskutieren die Teilnehmenden in einem moderierten Peer-to-Peer-Austausch gemeinsam Lösungsansätze für eine wirksame kommunale Leistungserbringung.

Ziele des Labs

  • Erfahrungsaustausch zu Herausforderungen der kommunalen Leistungserbringung
  • Austausch von praxisnahen Lösungsansätzen
  • Förderung internationaler Vernetzung und Peer-Learning

 

Wir freuen uns auf den Austausch mit kommunalen Praktiker*innen, Fachleuten und Partnerorganisationen aus aller Welt.

Teilnahme: Das Lab findet ausschließlich in Präsenz im Rahmen des UCLG World Congress 2026 statt. Die Teilnahme ist für alle Interessierten möglich; Voraussetzung ist eine Registrierung über das offizielle Anmeldesystem des Kongresses: https://registration.uclgcongresstangier2026.com/

Smarte Schwammstadt und modernes Starkregenmanagement: wie Städte klimaresilienter werden

Extreme Wetterereignisse, insbesondere Starkregen, nehmen zu und stellen unsere Städte vor nie dagewesene Herausforderungen. Starkregenereignisse – extreme Niederschläge innerhalb kürzester Zeit – können überall auftreten, selbst fernab von Gewässern. Sie können lokale Hochwasser oder gar Sturzfluten auslösen. Die Folgen sind gravierend: Gefahren für Menschen, Schäden an Infrastruktur und Vegetation sowie langfristige Belastungen für das städtische Leben.

Dieses Diskussionspapier des Deutschen Städtetages möchte Impulse geben und die Debatte darüber anregen, wie Städte ihre klima- und risikobezogene Resilienz weiter stärken können. Im Fokus steht ein ganzheitliches Starkregenmanagement, das über technische Lösungen und Einzelprojekte hinausgeht. Es verbindet Vorsorge, Schutz, Anpassung und Krisenbewältigung zu einem integrierten Ansatz.

Das Papier formuliert klare Erwartungen der Städte an Bund und Länder, um das Starkregenmanagement als gesamtstaatliche Aufgabe auf eine solide Basis zu stellen. Praxisbeispiele verdeutlichen, was Städte bereits heute leisten und zeigen: Starkregenmanagement ist längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern ein zentraler Baustein klimaresilienter Stadtentwicklung. Mit diesem Diskussionspapier möchte der Deutsche Städtetag den Austausch von Perspektiven und Erfahrungen fördern. Es gilt, gemeinsam Wege zu erkunden, wie urbane Räume sicherer, anpassungsfähiger und lebenswerter gestaltet werden können.

Autor: Tim Bagner

Herausgeber: Deutscher Städtetag

Berlin und Köln, Januar 2026

Quelle: https://www.staedtetag.de/files/dst/docs/Publikationen/Positionspapiere/2026/diskussionspapier-starkregenmanagement-schwammstadt-2026.pdf

pdf, 26 Seiten, 2 mb

Auftakt in Tirana: Kommunale Resilienz gemeinsam stärken

Mit einer Dialogveranstaltung in Tirana (16.–18. Juni 2026) startet der neue regionale Lernprozess für Südosteuropa und den Südkaukasus. Im Mittelpunkt steht das Thema: „Planung für kommunale Resilienz – Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung“

Die Veranstaltung bringt Fachleute aus Kommunen sowie aus kommunalen Unternehmen aus neun Ländern zusammen: Albanien, Armenien, Georgien, Deutschland, Kosovo, Montenegro, Serbien, Türkei und Ukraine. Bereits im Vorfeld stieß der Lernprozess auf großes Interesse seitens kommunaler Verwaltungen und Betriebe, was den hohen Handlungsdruck und die Relevanz des Themas in der Region unterstreicht.

Vertreten sind Kommunen unterschiedlicher Größe und Struktur sowie verschiedene Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge. Dazu zählen unter anderem Kommunen wie Gjirokastër, Roskovec und Mat in Albanien, Gavar und Noyemberyan in Armenien, Poti und Gori in Georgien, Drenas im Kosovo, Cetinje in Montenegro, Priboj und Kraljevo in Serbien, İznik in der Türkei sowie Dnipro, Drohobytsch und in der Ukraine. Aus Deutschland beteiligen sich unter anderem kommunale Akteure aus der Stadt Leipzig sowie aus den Stadtentwässerungsbetrieben Köln.

Diese Vielfalt ermöglicht einen besonders praxisnahen Austausch zu unterschiedlichen Rahmenbedingungen, institutionellen Strukturen und Herausforderungen der Kommunalentwicklung.

Ausgangspunkt: Wachsende Risiken für kritische Infrastrukturen

Kommunen stehen zunehmend vor komplexen Herausforderungen: Klimabedingte Extremereignisse, Urbanisierungsdruck sowie technologische und hybride Bedrohungen erhöhen die Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen wie Energie-, Wasser-, Verkehrs- oder IT-Systeme.

Gleichzeitig fehlt es häufig an strukturierten Möglichkeiten, vorhandene Erfahrungen und Lösungsansätze systematisch auszutauschen und weiterzuentwickeln. Der Lernprozess setzt genau hier an und verbindet kommunale Praxis mit einem strukturierten, anwendungsorientierten Austausch.

Dialogveranstaltung in Tirana: Vom Austausch zur gemeinsamen Priorisierung

Die Auftaktveranstaltung bildet den Einstieg in den mehrstufigen Lernprozess und legt die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Ziel ist es, bestehende Analysen zu Risiken und Verwundbarkeiten zu vertiefen und vergleichbar zu machen sowie erste gemeinsame Handlungsschwerpunkte zu definieren.

Im Fokus stehen dabei:

  • der Austausch zu bestehenden Risiko- und Vulnerabilitätsanalysen in den Kommunen
  • der Vergleich unterschiedlicher Ansätze im Peer-to-Peer-Format
  • die Identifikation zentraler Schwachstellen in kritischen Infrastrukturen
  • die Festlegung prioritärer Handlungsfelder und erster konkreter Schritte

 

Darüber hinaus werden verbleibende Datenlücken sichtbar gemacht und Ansätze entwickelt, wie diese im weiteren Verlauf des Lernprozesses geschlossen werden können.

Ein strukturierter Lernprozess mit Umsetzungsfokus

Die Dialogveranstaltung ist der erste Baustein eines insgesamt einjährigen Lernprozesses. Dieser kombiniert Präsenzformate mit virtuellen Austauschformaten und verfolgt das Ziel, von der Analyse zur konkreten Umsetzung zu kommen.

Der methodische Rahmen basiert auf einem integrierten Ansatz der risiko-informierten Kommunalentwicklung, bei dem Risikoanalysen systematisch in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Mit Tirana wurde bewusst ein Standort gewählt, der exemplarisch für dynamische Transformationsprozesse in der Region steht. Die Stadt bietet einen geeigneten Rahmen, um Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich Resilienz und kritische Infrastrukturen praxisnah zu diskutieren und voneinander zu lernen.

Bei Fragen oder Interesse an einer Mitwirkung im Lernprozess wenden Sie sich bitte an Paulina Koschmieder paulina.koschmieder@giz.de oder Jimmy Yoedsel jimmy.yoedsel@giz.de

 

Connective Cities beim World Urban Forum 13 in Baku

Beim 13. World Urban Forum in Baku veranstalteten der Deutsche Städtetag und Connective Cities eine interaktive Academy Session zum Thema „AI-supported Visualisation for Affordable Housing and Informal Settlement Upgrading“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI-gestützte Visualisierungen Kommunen dabei unterstützen können, Herausforderungen im Bereich bezahlbarer Wohnraum, Quartiersentwicklung und informelle Siedlungsentwicklung konkreter und anschaulicher zu diskutieren.

Die Session knüpfte an die Arbeit der Connective Cities Working Group on Sustainable and Affordable Housing an. Sie war bewusst nicht als reine Technologiedemonstration angelegt, sondern als praxisorientiertes Lernformat mit kommunalen Fallbeispielen. Ziel war es, gemeinsam zu erproben, wie Visualisierungen komplexe Planungsfragen verständlicher machen und neue Gesprächsräume zwischen Kommunen, Fachabteilungen, Entscheidungsträgern und lokalen Akteuren eröffnen können.

Ausgangspunkt waren reale Bilder aus kommunalen Kontexten. Mit Unterstützung von CoPlan AI wurden daraus mögliche Entwicklungsszenarien visualisiert. Die KI-generierten Bilder waren ausdrücklich keine finalen Planungen, sondern dienten als Diskussionsgrundlage. Die Teilnehmenden konnten dadurch sehr konkret über Wohnqualität, Dichte, öffentlichen Raum, Begrünung, Klimaanpassung, Mobilität, soziale Infrastruktur und mögliche Umsetzungsschritte sprechen.

Ein zentraler Mehrwert des Formats lag in der gemeinsamen Arbeit an den Bildern. Die Visualisierungen machten abstrakte Planungsfragen sichtbar und ermöglichten eine kreative, aber zugleich kritische Diskussion: Welche Zukunftsbilder entstehen? Welche Annahmen stehen dahinter? Welche Chancen und Risiken werden sichtbar? Welche sozialen, räumlichen, ökologischen, institutionellen und finanziellen Voraussetzungen müssten geprüft werden, damit aus einem Bild ein realistischer Planungsschritt werden kann?

Die Session wurde von Prof. Hilmar von Lojewski, Deutscher Städtetag, moderiert. Jelena Karamatijevic, Connective Cities / GIZ, führte in den fachlichen Rahmen ein und stellte den Bezug zur kommunalen Praxis sowie zum Peer-Learning-Ansatz von Connective Cities her. CoPlan AI, vertreten durch Damiano Cerrone und Sampo Ruoppila, begleitete den partizipativen KI-basierten Visualisierungsprozess.

Kommunale Fallbeiträge und Reflexionen kamen unter anderem aus Nairobi, Huye, Mariental, Hebron, Berlin sowie vom Urban Development Fund in Ägypten. Beteiligt waren Godfrey Ngugi, Richard Ndicunguye, Sunday Haimbodi, Husam Shweiki, Lars Loebner und Dr. Marwa Ahmed. Sie brachten ihre jeweiligen lokalen Perspektiven ein und diskutierten, welche planerischen, sozialen, institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen hinter den Visualisierungen geprüft werden müssten.

Aus Berlin brachte Lars Loebner von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen eine wichtige Perspektive ein: Bilder können öffentliche Debatten über Wohnungsbau und Quartiersentwicklung stark prägen. Verantwortungsvolle Visualisierung kann daher helfen, nicht nur abstrakte Pläne zu vermitteln, sondern positive und realistische Zukunftsbilder für lebendige, sozial gemischte und grüne Quartiere sichtbar zu machen.

Ein methodischer Impuls kam zudem von Ruvi Y. Suárez Subirana, GIZ / ProUrbano, Santa Cruz, Bolivien. Unter dem Titel „From AI Visualisation to Scenario Assessment“ zeigte sie, wie KI-gestützte Visualisierung mit Szenariodenken und Wirkungsreflexion verbunden werden kann. Ihre Botschaft ergänzte die Diskussion: KI-Bilder sind keine Pläne. Ihr Wert entsteht vor allem dann, wenn sie genutzt werden, um Auswirkungen, Zielkonflikte und mögliche Umsetzungspfade gemeinsam zu reflektieren.

Die Diskussion zeigte, dass KI-gestützte Visualisierung ein hilfreiches Instrument sein kann, um Planungsoptionen anschaulicher darzustellen und gemeinsames Lernen zu unterstützen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass solche Bilder verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen. Sie können Erwartungen wecken und dürfen daher Planung, Beteiligung, Machbarkeitsprüfungen, Kostenabschätzungen und politische Entscheidungen nicht ersetzen.

Aus Sicht von Connective Cities bietet die Academy Session einen wichtigen Ausgangspunkt für eine vertiefte Beschäftigung mit bezahlbarem Wohnen, informeller Siedlungsentwicklung und umsetzungsorientierten kommunalen Projektansätzen. Der Mehrwert liegt nicht in der Technologie selbst, sondern darin, kommunale Lernprozesse zu stärken und den Schritt von Visualisierung und Kartierung hin zu realistischen, inklusiven und finanzierbaren Umsetzungspfaden vorzubereiten.

Bilddokumentation: Ist-Zustand / nach der KI-gestützten Visualisierung

Die folgenden Visualisierungen wurden im Rahmen der WUF13 Academy Session als Diskussionsgrundlage entwickelt. Ausgangspunkt waren reale kommunale Bilder; die KI-generierten Szenarien dienten dazu, Fragen zu bezahlbarem Wohnen, informellem Siedlungs-Upgrading, öffentlichem Raum, Klimaresilienz und Umsetzungsschritten besser diskutierbar zu machen. Die Bilder sind keine finalen Planungen.
Quelle: Connective Cities, generiert mit CoPlan AI.

Ruanda, Huye — suburbanes Gebiet für bezahlbaren Wohnraum

Vom erschlossenen Grundstück zu einem lebenswerten Quartier für bezahlbaren Wohnraum mit öffentlichem Raum, Schatten und gemeinschaftlichen Einrichtungen.

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Kenia, Nairobi County — Mji wa Huruma

Von einer informellen Siedlung zu einem  sichereren öffentlichen Raum und klimasensible Wohnentwicklung

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Namibia, Mariental — inkrementeller Wohnungsbauansatz

Von inkrementellen Wohnbedingungen zu einem sichereren Straßenraum mit Basisinfrastruktur, Schatten und besserer fußläufiger Erreichbarkeit.

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Palästina, Hebron — bezahlbarer Wohnraum im städtischen Kontext

Von einem bestehenden Straßenabschnitt zu einem Szenario mit Mischnutzung, Begrünung und fußgängerorientiertem Wohnumfeld

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Deutschland, Berlin — neue Quartiersentwicklung

Von einer offenen Fläche entlang von einer Straße zu einem dichten, grünen und gemischt genutzten Wohnquartier-Szenario

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Ägypten, Sharqia — Nachverdichtung und bezahlbarer Wohnraum

Von untergenutzter innerstädtischer Fläche zu einem kompakten Wohnszenario mit verschatteten Höfen und öffentlichem Raum.

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)