Corporate Social Responsibility / CSR

Sozial verantwortliches Handeln zum Vorteil für Unternehmen, Städte und Menschen

Der Fairnessgedanke steht im Mittelpunkt einer verantwortungsvollen Unternehmensführung oder Corporate Social Responsibility (CSR). CSR bezieht sich sowohl auf gute Arbeitsbedingungen, faire Handelsbeziehungen, eine umweltverträgliche Produktionsweise als auch auf Verzicht bzw. Bekämpfung von Korruption. Städte haben viele Möglichkeiten, CSR-Initiativen zu fördern sowie Anreize und Standards für verantwortungsvolles Handeln  zu setzen und dabei das eigene Image zu verbessern.  

Die Handlungsfelder für Städte zur Unterstützung von CSR-Initiativen reichen vom klassischen fairen Handel, der fairen und transparenten Beschaffung, der Internationalen Zusammenarbeit über Nachhaltiges Finanzwesen und Nachhaltigen Stadttourismus bis hin zur Unterstützung von Unternehmen, die sich im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility in Entwicklungs- und Schwellenländern engagieren.

Städte, die auf diesen Feldern aktiv geworden sind, haben eine breite Palette von Instrumenten wie zum Beispiel Informationsveranstaltungen, Messen, Auslobung von Unternehmerpreisen oder die Steuerung von Gemeinschaftsinitiativen verschiedener Unternehmen entwickelt.

Sozial beschaffen in Bonn ist eine Intiative der Bundeshauptstadt, die neben der Korruptionsbekämpfung und der Wahrung der Menschenrechte auch Umweltstandards und die Einhaltung der Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) der Vereinten Nationen zum wesentliche Anliegen bei Auftragsvergaben sowie begleitender Öffentlichkeitsarbeit macht.

Über 1.400 „Fair-Trade-Towns“ in 24 Ländern, darunter Hamburg, London, Brüssel, Rom, San Francisco und Kopenhagen haben eine Idee zu einer weltweiten Bewegung werden lassen. Allein in Deutschland gibt es inzwischen 225 als „Fair-Trade-Towns“ zertifizierte Städte und Landkreise. Diese verpflichten sich, in der Stadtverwaltung und öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Vereinen fair gehandelte Produkte zu verwenden, das Angebot fairer Produkte in Geschäften, Cafés und Restaurants zu erhöhen und Bildungsaktivitäten zum Thema durchzuführen.

Unternehmen in Industrieländern versuchen darüber hinaus, durch gezielte Investitionen in Entwicklungsländern, faire Handels- oder Produktionsbeziehungen aufzubauen – auch um eine wachsende Nachfrage nach diesen Produkten in den Industrieländern zu bedienen. Hierbei können Städtepartnerschaften und internationale Beziehungen von Städten Impulsgeber sein, was jedoch auch interkulturelle Kompetenzen sowohl bei den in diesen Bereichen tätigen städtischen Mitarbeitern als auch bei den Unternehmen selbst voraussetzt. 

Auch international tätige Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländer starten CSR-Initiativen, um sich auf gemeinsame Arbeits-, Umwelt- und Sozialstandards zu verständigen und Umsetzungserfahrungen auszutauschen − auch um international anschlussfähig zu bleiben.

In einigen dieser Länder ist die Korruption so ausgeprägt, dass sie für Unternehmen zu einem schwerwiegenden Standortnachteil geworden ist. Unterstützt vom GIZ-geförderten Centre for Cooperation with the Private Sector haben sich daher in Nairobi (Kenia), Dar es Salaam (Tansania) und Monrovia (Liberia) Unternehmensnetzwerke gebildet und einem „Code of Ethics“ verschrieben, um diese Korruption einzudämmen.

Vorbildlich sind auch die Beispiele Singapur und der Stadt Sragen auf Zentraljava in Indonesien. Durch den Einsatz EDV-gestützter Systeme konnten sie entscheidend zur Transparenz und Effizienz von Verwaltungshandeln beitragen. Einen ähnlichen Weg geht mit GIZ-Unterstützung Bangladesh mit seinem One-Stop Service Center in Jamalpur Pourashava, Bangladesh in Jamalpur Pourashava.

Wie an den Beispielen deutlich wird, bildet CSR im Idealfall einen integralen Bestandteil der Geschäftsphilosophie und -strategie eines Unternehmens bzw. des Entwicklungskonzeptes einer Verwaltung. Verantwortliches Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette schafft Vorteile für Unternehmen und Städte und trägt zum Wohl der Gesellschaft und der Umwelt bei. 

Praxisbeispiel

E-Governance in der kommunalen Verwaltung

04.06.2014

Die Regierung von Bangladesh hat sich das Ziel gesetzt, kommunale Dienstleistungen bürgernäher zu gestalten, die Rechte...

 

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