Klimawandelangepasste Stadtentwicklung

Connective Cities Dialogveranstaltung in Dortmund

Übersicht

Knapp 30 kommunale Praktikerinnnen und Praktiker aus 12 Städten, 10 Ländern und vier Kontinenten folgten der Einladung von Connective Cities und von der Stadt Dortmund zur Dialogveranstaltung zum Thema „Klimawandelangepasste Stadtentwicklung“, die vom 3. bis 5. September 2019 in Dortmund stattfand.

Extreme Wetterereignisse als Folgen des Klimawandels wie Starkregen, schwere Gewitter, Stürme, anhaltende Dürren und Hitzewellen stellen Städte auf der ganzen Welt vor große Herausforderungen. Während der Klimawandel eine globale Herausforderung ist, ist die Anpassung an seine Auswirkungen hauptsächlich lokal. Darüber hinaus ist der Klimawandel ein Querschnittsthema, das alle Bereiche und Abteilungen einer Stadtverwaltung beeinflusst und daher einen bereichsübergreifenden Ansatz erfordert.

Beginnend mit einem Erfahrungsaustausch zu Guten Praktiken und Projekten in den Städten, wurden Herausforderungen bei der Umsetzung identifiziert und letztendlich sechs Projektideen für sechs Städte entwickelt, die zu einer Verbesserung der jeweiligen Strategien und Umsetzungspläne führen können.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Exkursion zum Phönixsee – ein Mega-Projekt der Stadt Dortmund zur Umwandlung einer Industriebrache in einen Wohn-, Arbeits- und Erholungsgebiet mit einem künstlichen See.

Programm

Ausgehend von zwei Eröffnungsvorträgen zur klimawandelangepassten Stadtentwicklung auf globaler und aus afrikanischer Perspektive stellten die Teilnehmenden die laufenden oder geplanten Projekte in zehn ihrer Städte vor und konzentrierten sich dabei auf die folgenden Themen:

1. Abteilungsübergreifende Koordination bei der Integration von Klimaanpassung und Stadtentwicklung;

2. Anpassung an den Klimawandel und Stadtentwicklung: Landmanagement, Win-Win- und Konfliktsituationen;

3. Integration von Klimaanpassungsmaßnahmen in die städtische Umwelt (z.B. Projekte zur Vermeidung von Wärmeinseln)

Es wurden eine Reihe zentraler Herausforderungen identifiziert, unter anderem die Herausforderungen der bereichsübergreifenden Koordinierung der Maßnahmen sowie die Sensibilisierung der Bürger.

Der letzte Schritt bestand darin, die Herausforderungen in eine konkrete Aktionsplanung zu transformieren, um Hindernisse zu überwinden, das Risiko negativer Auswirkungen und Rückschläge zu verringern und die Umsetzung zu beschleunigen.

Veranstaltungsprogramm

Weitere Informationen zum Thema:

Anpassung an den Klimawandel in den Städten - Forderungen, Hinweise und Anregungen
Deutscher Städtetag

 

 

Keynotes

Climate is home game, welcome address of the host city of Dortmund
Michael Leischner, City of Dortmund

Climate proofing urban development: a global overview
Prof. Stefan Greiving, TU Dortmund University, Germany

Climate proofing urban development: an African perspective
Justice Paa Kwesi Simmons, Chief Planning Officer
Ejisu Municipal Assembly, Ghana

 

 

Präsentationen

Präsentationen von Connective Cities

Connective Cities - an introduction
Alice Balbo und Alexander Wagner

Networking opportunities for project planning
Alexander Wagner

Projekte / Fallstudien

Working Group I: Cross-departmental coordination to climate proof strategies and masterplans

Masterplan of Integrated Climate Change Adaptation (MiKaDo), City of Dortmund, Germany
Sophie Arens

Multi-Sectoral Cooperation in the "Keep Kumasie Clean & Green" Project, Kumasi Metropolitan Assembly, Ghana
Joshua Nii Noye Tetteh-Nortey

The Resilient Skopje Strategy, City of Skopje, North Macedonia
Ratko Dimovski

Planning for a Resilient Niteroi, City of Niteroi, Brazil
Axel Schmidt Grael
 

Working group II: Mapping climate risks and resources for an informed urban planning

Urban Climate Management System (UCMS) Gelsenkirchen, City of Gelsenkirchen, Germany
Ulrich Axt-Kittner

Urban Green Infrastructure (UGI) for Climate Change Adaptation in Informal Settlements, City of Buenos Aires, Argentina
Patricia Himschoot

Implementing Keny Climate Change Adaptation Plan, Nairobi City County, Kenya
Christine Mwende Kivuva
 

Working group III: Integrating climate adaptation measures in the urban built environment

Reconstruction and Greening of Kosmonautiv Avenue in Vinnytsia, Vinnytsia Institute for Urban Development, Ukraine
Yanna Chaikovska and Mariia Druzhynina

Green Roofs: Facing Global Warming in Arabian Gulfs Regions, University of Bahrain, Bahrain
Prof. Islam El Ghonaimy

How does green roofing get into town, City of Dortmund, Germany
Michael Leischner

Climate Proffing the Empangeni Revitalization Plan in uMhlathuze, City of uMhlathuze, South Africa
Sharin Govender and Nikosinath Mthethwa

Ergebnisse

Die Expertise der Teilnehmenden war so vielfältig, wie die Städte, die sie vertraten: Buenos Aires (Argentinien), Bahrain, Niteroi (Brasilien), Dortmund, Gelsenkirchen, Lüdenscheid, Kumasi and Ejisu(Ghana), Nairobi (Kenia), Skopje (Nordmazedonien), Ajja (Palästinensische Gebiete), uMhlathuze (Südafrika), Vinnytsia (Ukraine).

Auch wenn die spezifischen Situationen in den jeweiligen Städten sehr unterschiedlich waren, gab es doch große Ähnlichkeiten bei den strukturellen Umsetzungsproblemen - doch dabei bemerkenswerte Unterschiede in den Lösungsstrategien. So profitierten beispielsweise die Experten aus Dortmund u. a. von den Erfahrungen ihrer Kolleg*innen aus Niteroi, Brasilien und uMhlathuze, Südafrika. Der Erfahrungsaustausch funktionierte in alle Himmelsrichtungen.

Am Ende der Tagung wurden sechs konkrete Projektideen entwickelt, die ein ernsthaftes Potenzial haben, in der Praxis umgesetzt zu werden. Das Spektrum reichte vom Schutz von Schulbäumen in Kumasi, Ghana und grüner Infrastruktur in informellen Siedlungen zur Reduzierung von Wärmeinseln in Buenos Aires, Argentinien, über die Revitalisierung kleiner Flüsse in der Stadt Vinnytsia, Ukraine und die Klimasicherung des Empangeni Central Business District in der Stadt uMhlathuze, Südafrika, bis hin zur Klimaschutzplanung für die Stadt Niteroi in Brasilien und der Entwicklung einer Klimaschutzstrategie für Nairobi, Kenia.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Exkursion zum Phönixsee – ein Mega-Projekt der Stadt Dortmund zur Umwandlung einer ehemaligen Stahlverhüttung in einen künstlichen See. Mit dem neugeschaffenen See und dem renaturierten Fluss Emscher wurden neue Grünflächen, Naturschutzflächen und eine Gewässerlandschaft geschaffen, die einen attraktiven Natur- und Naherholungsraum für die Bewohner der angrenzenden Stadtteile bilden. Gleichzeitig wurden durch das Projekt Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels umgesetzt, wie Schutz vor Überflutung bei Starkregen und die Verbesserung des Binnenklimas.

Bericht

Eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung ist hier voraussichtlich Ende Oktober als Download verfügbar.

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Ort

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