Innovative Finanzierungsinstrumente

Innovative Finanzierungsinstrumente im Bereich Stadtentwicklung und Wohnungswesen. Revolvierende Fonds, kommunale Entwicklung und Instandhaltung von Wohnungsbauprojekten

ExpertInnen-Austausch vom 10. - 13. August 2015 in Dar es Salaam, Tansania

Connective Cities organisierte im August 2015 einen Expertenaustausch als Folgeaktivität auf eine Dialogveranstaltung im November 2014 in Leipzig, Deutschland zu ‚Innovativen Finanzierungsinstrumenten im Bereich Stadtentwicklung und Wohnungswesen‘. Zu dieser Dialogveranstaltung waren Städtevertreter aus verschiedenen Ländern eingeladen. Sie kamen zusammen, um Erfahrungen im Hinblick auf die Herausforderungen innovativer Finanzierungsinstrumente in der Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik zu diskutieren und auszutauschen. Auf Grundlage der wichtigsten Ergebnisse dieser Veranstaltung wurde, im Einklang mit den Interessen der Teilnehmer, die wichtige Rolle des innovativen Potenzials neuer Finanzierungsinstrumente – revolvierende Fonds, Mikrokredite und andere innovative Finanzierungsinstrumente – näher ausgeführt. Während der Veranstaltung in Leipzig stieß das Thema ‚Aufbau eines lokalen revolvierenden Fonds‘ auf großes Interesse bei den Teilnehmern, insbesondere bei den Städten Leipzig (Deutschland), Lwiw (Ukraine) und Dar es Salaam (Tansania). Es zeichnete sich ab, dass ein Austausch zwischen den drei Städten sehr interessant und wichtig sein könnte.

Als Folgeaktivität dieser ersten Veranstaltung wurde von den drei Städten ein selbst moderierter Expertenaustausch durchgeführt, der von Connective Cities organisiert und finanziert wurde. Insgesamt nahmen 14 Praktiker an diesem Austausch teil – zwei vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung der Stadt Leipzig, zwei vom städtischen Institut der Stadt Lwiw, zwei tansanische NRO-Vertreter und zwei Teilnehmer aus jeder Kommune Dar es Salaams. Alle Teilnehmer brachten im Rahmen der diskutierten Herausforderungen und des Erfahrungsaustauschs ihre eigenen Sichtweisen, Ideen und möglichen Lösungen ein. Außerdem wurden zwei Projekte in Dar es Salaam besucht, um die Durchführung gemeinschaftsbasierter Ansätze, die über revolvierende Fonds realisiert wurden, zu demonstrieren: ein Wohnbauprojekt in Chamazi und ein sanitäres Projekt in Keko Machungwa, beide im Stadtbezirk Temeke, in Dar es Salaam.

Das Ziel dieses Expertenaustauschs war, allen Teilnehmern einen guten Einblick in bewährte Praktiken in diesem Bereich in Dar es Salaam zu ermöglichen und sie andererseits zu animieren, zu den Herausforderungen mit ihren eigenen persönlichen Erfahrungen beizutragen, im Rahmen einer Beratung unter gleichberechtigten Partnern.

Alle teilnehmenden Praktiker konnten wichtige Anregungen mit nach Hause nehmen:

Stadt Leipzig – Für die Teilnehmer aus Leipzig waren die wichtigsten Lernerfahrungen, wie sie revolvierende Fonds in ihrer eigenen Stadt einrichten und umsetzen könnten, und dass der Fonds tatsächlich wächst, je mehr er genutzt wird. Außerdem nahmen die Fachleute aus Leipzig ein besseres Verständnis darüber mit nach Hause, wie Bottom-Up-Prozesse gestärkt und gestaltet werden können.

City Institute Lwiw – Für die Vertreter aus Lwiw war besonders interessant, mehr über die Rolle aktiver Bürger zu erfahren, und wie Anwohner in die Stadtentwicklung einbezogen werden können. Außerdem nahmen sie ein besseres Verständnis mit nach Hause, wie sie revolvierende Fonds in ihren eigenen Projekten realisieren können.

Stadtrat von Dar es Salaam – Der Stadtrat entwickelte ein besseres Verständnis von seiner Rolle im Gesamtkonzept aller Stadtgebiete in Dar es Salaam. Außerdem lernten die Vertreter, dass es wichtig ist, einen kohärenten Rahmen für Veränderungen zu schaffen, bei dem die Zivilgesellschaft (insbesondere NRO) stärker einbezogen wird und eine stärkere Kommunikation mit den anderen Stadtgebieten stattfindet, um ein Höchstmaß an Synergie zu erreichen.

Kommune Kinondoni – Die Vertreter waren besonders an der wichtigen Frage der Instandhaltung des Ausbaus der Infrastruktur interessiert. Sie nahmen mit nach Hause, dass eine bessere Planung erforderlich ist, die gleichzeitig der Schlüssel für eine anschließende erfolgreiche Instandhaltung ist. Es ist besser, weniger Projekte durchzuführen und stattdessen ein Budget für die künftige Instandhaltung mit einzubeziehen. Gleichzeitig müssen Bildungsprogramme hinzukommen, um das Bewusstsein für eine angemessene Nutzung zu schaffen.

Die Vertreter aller drei Städte unterstrichen ihr Interesse an einer künftigen Zusammenarbeit. Ein erster Schritt wird ein virtuelles Treffen sein, um zu sehen, ob neue Ideen umgesetzt werden konnten und um die gegenseitige Konsultation in offenen Fragen zu erleichtern.

Bald soll ein Bericht über den Expertenaustausch und über seine Ergebnisse veröffentlicht werden, um mehr Informationen über den Expertenaustausch zu bieten. Der Bericht wird von den Teilnehmern aus den verschiedenen Städten verfasst. Des Weiteren werden Interviews mit ausgewählten Praktikern auf unserer Webseite veröffentlicht.

Impressionen

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