Skopje Velo-City

Steigerung des Radverkehrs in der mazedonischen Hauptstadt

Lokaler Projektworkshop, 13. bis 15. Dezember in Skopje, Mazedonien

In der Hauptstadt Skopje lebt rund ein Viertel der mazedonischen Bevölkerung. Das Stadtbild ist geprägt durch ein hohes Aufkommen an motorisiertem Verkehr und häufigen Staus, etwa 90% der Bevölkerung besitzen ein Auto.

Trotz Investitionen im Bereich Radverkehr, wie der Aufbau eines Radwegenetzes, ist der Anteil der fahrradfahrenden Verkehrsteilnehmenden sehr gering. Das Fahrrad wird von vielen Bürgern nicht als sicheres und zuverlässiges Verkehrsmittel angesehen, und viele Autofahrer nehmen nicht genug Rücksicht auf Fahrradfahrer.

 

Um die Verkehrssituation in Skopje zu verbessern und die Stadt lebenswerter und nachhaltiger zu gestalten, soll ein neues Fahrradkonzept für Skopje entwickelt werden. Ziel der Stadt ist es, den Anteil der Radfahrer von derzeit 2% auf 5% bis zum Jahr 2020 zu erhöhen. Die Infrastruktur für Fahrräder ist größtenteils schon vorhanden. In den letzten 5 Jahren wurde das Radwegenetz um 60 km erweitert. Darüber hinaus bietet die Stadt Zuschüsse für Fahrradfahrer an.

Die internationale Stdäteplattform Connective Cities und ihre Initiatoren, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, der Deutsche Städtetag und Engagement Global / Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, organisierten daher ein lokalen Projektworkshop „Skopje Velo -City: increasing the number of cyclists in the Macedonian capital city“ vom 13 bis15 Dezember 2017 in Skopje, Mazedonien, um gute Praktiken, Herausforderungen und Lösungen zu diesem Thema zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Skopje und dem GIZ-Projekt Open Regional Fund for South East Europe - Energy Efficiency organisiert.

 

Die Stadt Skopje nahm im Juni 2017 an einer Connective Cities-Veranstaltung zum Thema nachhaltiger Mobilität in Bremen teil und stellte dort ihr Fahrradkonzept vor. Die Ziele des Workshops in Skopje waren, Ideen und Empfehlungen zu erarbeiten, wie die Anzahl der Radfahrer in Skopje erhöht und die Zusammenarbeit zwischen den relevanten Akteuren verbessert werden kann. Der Workshop brachte Vertreter verschiedener Abteilungen der Stadt, der Zivilgesellschaft, kommunaler Unternehmen und des öffentlichen Sektors zusammen. Aus Deutschland, nahmen Radverkehrsexperten aus den Städten Mainz und Witten sowie vom GIZ - Sektorvorhaben Nachhaltigen Mobilität und von team red Deutschland GmbH teil und präsentierten ihre guten Praktiken.

Der Workshop lieferte, auch durch die Vorträgen der Stadt Skopje, ein besseres Verständnis des Velo- City-Konzepts und den Herausforderungen vor denen die Stadt in Bezug auf den Radverkehr steht und was bisher erreicht wurde. Des Weiteren trug der Workshop dazu bei, die Arbeitsbeziehung zwischen und unter den verschiedenen Akteuren zu verbessern, was zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen kann.

Im Rahmen des Workshops wurden Empfehlungen und Vorschläge für Maßnahmen zur Steigerung des Radverkehrs in Skopje formuliert. Als prioritäre Bereiche wurden in Arbeitsgruppen die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur, Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und die Anpassung der gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen identifiziert.

 

 

In Bezug auf die Transformation im Bereich Infrastruktur wurde vorgeschlagen, das Radwegenetz auf die Gemeinden auszuweiten, eine neue Kreuzung als Pilotprojekt zu entwerfen, Fahrradunfälle zu überwachen um künftige Maßnahmen zu priorisieren, eine Konferenz für Fahrradinfrastruktur zu organisieren und die Gesetzgebung für die Radverkehrsinfrastruktur zu überarbeiten (Designrichtlinien). Um die Denkweise der Menschen (soziale Transformation) zu verändern, wurden verschiedene Ideen für Kampagnen entwickelt, z.B. ein Fahrrad-Filmfestival, Celebrity Zone Bikes, Radfahrtrainings für Erwachsene, Fahrrad-Tourismus oder Fahrrad-Radio. Um im Bereich der gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen aktiv zu werden, wurden die folgenden Schlüsselbereiche identifiziert: Koordinierung der Gemeinden, Gestaltungsrichtlinien, Finanzierung und Durchsetzung von Gesetzen.

Um die Empfehlungen und Ideen weiter gemeinsam zu bearbeiten, beschlossen die Teilnehmer, einen runden Tisch einzurichten, an dem alle relevanten Interessengruppen teilnehmen. Dort sollen die Details der identifizierten Bereiche im Detail weiter bearbeitet werden und ein regelmäßiger Austausch zur Umsetzung, Förderung und Kooperationen zur Steigerung des Radverkehrs in Skopje stattfinden.

Bericht

Skopje Velo-City: Increasing the number of cyclists in the Macedonian capital

 

 

Agenda & Präsentationen

WORKSHOP PROGRAM 

Skopje Velo-City: increasing the number of cyclists in the Macedonian capital city
[pdf, 773 kb]

Introduction

Connective Cities - INTERNATIONAL COMMUNITY OF PRACTICE FOR SUSTAINABLE URBAN DEVELOPMENT
[pdf, 1,5 mb]

Municipal Input

PROJECT “SKOPJE CYCLING-CITY”
Vladimir Strezovski, City of Skopje, Macedonia
[pdf, 4,3 mb]

Policies for Sustainable Urban Mobility in the city of Skopje
Mile Biljanovski, City of Skopje, Macedonia
[pdf, 3,9 mb]

Sustainable Urban Mobility in the city of Skopje
Vladimir Strezovski, City of Skopje, Macedonia
[pdf, 5,1 mb]

GOOD PRACTICES PRESENTATIONS

Strategic Development of Cycling and Cycling infrastructure
Andreas Müller, City of Witten, Germany
[pdf, 9,8 mb]

Systematic bicycle promotion and evaluation
Thomas Böhmer, team red Deutschland GmbH, Germany
[pdf, 4,0 mb]

Municipal framwork for cycling development
Jan Rickmeyer, GIZ Sector project Sustainable Mobility, Germany
[pdf, 3,7 mb]

Public Relations for a Functioning Cycling city 
Franziska Voigt, City of Mainz, Germany
[pdf, 1,1 mb]

 

 

Workshop Impressionen

Related Events

Wie ist nach der Planung von Projekten der nachhaltigen Mobilität die Finanzierung zu erreichen?

18.10.2017 bis 20.10.2017
Cali, Kolumbien

Vom 18. bis 20. Oktober 2017 fand in Cali, Kolumbien im Rahmen des Vorhabens C40 Cities Finance Facility ein...

 


Mit Wassertanks zu mehr Disziplin im Straßenverkehr

20.02.2018 bis 22.02.2018
Tiflis, Georgien

Die internationale Städteplattform Connective Cities in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Tiflis sowie...

 


Related Good Practices

Vernetzung zum Energiesparen

28.11.2018

Fünf südosteuropäische Hauptstädte - Zagreb, Sarajevo, Podgorica, Skopje und Tirana - haben sich mit Freiburg im...

 

Top