08.07.2026, 11:00 - 12:00 (CEST)

Insight Session – Urbane Mikro-Wälder in von Dürre betroffenen Regionen

Online-Austausch zu klimaresilienter Kommunalentwicklung

Datum: Mittwoch, 8. Juli 2026

Uhrzeit: 11:00 – 12:00 Uhr MESZ

Sprache: Englisch – Simultanübersetzung ins Französische

Wie können in urbanen Gebieten mit chronisch geringen Niederschlagsmengen und/oder Hitzewellen nachhaltig Wälder gepflanzt werden?

Die Miyawaki-Methode ist ein Wiederaufforstungsansatz, der in den letzten Jahren aufgrund seiner Effizienz bei der Entwicklung von Vegetation auf kleinen städtischen Flächen und in sehr kurzer Zeit an Beliebtheit gewonnen hat. Um das Wachstum zu beschleunigen, stützt sich die Methode auf drei Schlüsselprinzipien: (1.) die ausschließliche Verwendung einheimischer, an den Boden angepasster Pflanzenarten; die (2.) in extremer Dichte gepflanzt werden und (3.) im Ergebnis ein vielschichtiges Ökosystem bilden, das sich aus Baumkronen, Unterholz, Sträuchern und Bodenvegetation zusammensetzt. Einen videografischen Überblick über die Miyawaki-Methode finden Sie hier.

Mikrowälder können nicht nur als kühlende grüne Korridore in städtischen Gebieten dienen, sondern auch als naturbasierte Lösungen, die für verschiedene Ökosystemleistungen, nicht zuletzt für den Katastrophenschutz, unverzichtbar sind. Laut dem Begründer der Methode, Dr. Akira Miyawaki, sind heimische Wälder im Vergleich zu nicht heimischen Arten fast dreißigmal widerstandsfähiger und bieten Schutz vor Naturkatastrophen.

Die Miyawaki-Methode wurde zwar bereits in den 1970er Jahren in Japan entwickelt, hat sich jedoch erst in jüngster Zeit weltweit verbreitet – mit zahlreichen Anwendungen in Indien, aber auch wachsender Beliebtheit in Europa, Nordamerika und anderen Teilen der Welt. Da Dürren weltweit jedoch immer häufiger auftreten, könnte die bewässerungsintensive Miyawaki-Aufforstung bei der Umsetzung zunehmend auf Schwierigkeiten stoßen. Können städtische Mikro-Wälder daher als geeignete Maßnahme und naturbasierte Lösung in Kommunen angesehen werden, die von häufigen Dürren betroffen sind – beispielsweise in Afrika und im Nahen Osten?

Der Verein MIYA-Forest e.V. aus Eberswalde, Deutschland, ist ein aktuelles Beispiel für zivilgesellschaftlich getragene Initiativen zur Verbreitung von Mikro-Wäldern nach der Miyawaki-Methode, sowohl in Deutschland als auch in der MENA-Region. In dieser ConnectiveCities Insight-Session stellt Vorstand Stefan Scharfe bewährte Praktiken des Vereins vor, die neben der Anpflanzung von mehr als 40 Mikro-wäldern seit 2021, auch pädagogische und wissenschaftliche Arbeit umfassen.

Als unsere zweite Referentin wird Deema Assaf von TAYYŪN, einem in Amman ansässigen Forschungs- und Ökodesign-Studio, über ihre Erfahrungen mit der Anpflanzung von Miyawaki-Wäldern berichten. Die Architektin leistete Pionierarbeit bei der Einführung der Miyawaki-Methode im Nahen Osten: 2018 pflanzte sie in Amman, Jordanien den ersten Wald dieser Art in der Region und leitete anschließend zahlreiche Pflanzaktionen mit einheimischen Baumarten in der ganzen Stadt. Ihre Arbeit umfasst die Gewinnung und Vermehrung einheimischer Samen, Pflanzworkshops für die Bevölkerung sowie regeneratives, auf Permakultur basierendes Design.

Registrieren Sie sich hier für die Veranstaltung: Urban Micro Forests in drought-affected regions

Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf wenden Sie sich gerne an: lennart.kreuzfeld@giz.de

Wir freuen uns darauf, Sie zu unserer Diskussion begrüßen zu dürfen!