28.01.2026

KI-basierte Visualisierung für nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum

Connective Cities virtueller Peer-Learning-Workshop

Städte weltweit stehen vor wachsenden Herausforderungen bei der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, der Sanierung informeller Siedlungen und der Schaffung inklusiver öffentlicher und sozialer Räume. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind partizipative Planung, klare Kommunikation und Instrumente erforderlich, die raumplanerische Optionen für Bürger und Entscheidungsträger greifbar machen.

Die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum” von Connective Cities bietet eine globale Peer-to-Peer-Lernplattform, die kommunale Innovationen durch den Austausch von Projektideen, Planungsansätzen und praktischen Lösungen unterstützt. Aufbauend auf früheren Austauschrunden (2024–2025) ist die Arbeitsgruppe in eine neue Phase (2026–2028) eingetreten, in der der Schwerpunkt auf Visualisierungsmethoden zur Unterstützung umgekehrter Planung (‚Reverse Planning‘) und der umsetzungsorientierten Projektvorbereitung liegt.

Bezahlbarer Wohnraum in verkehrsberuhigtem Viertel | Foto: Connective Cities

Am 22. Januar 2026 veranstaltete Connective Cities einen Online-Peer-Learning-Workshop zum Thema KI-basierte Visualisierung für nachhaltiges und bezahlbares Wohnen. Städte aus Subsahara-Afrika, Europa und der MENA-Region arbeiteten praxisorientiert mit der KI-basierten Visualisierungsplattform CoPlan AI, entwickelten und verfeinerten gemeinsam visuelle Konzepte und erläuterten dabei ihre lokalen Planungskontexte, Einschränkungen und Prioritäten. Die Sitzung folgte einem Peer-Learning-Format und konzentrierte sich auf das Lernen und den Austausch, anstatt auf endgültige Designlösungen.

Teilnehmende Städte

Zu den teilnehmenden Städten gehörten Kisumu, Nairobi, Turkana County, Kitengela, Windhoek, Mariental, Huye, Rwamagana, Lusaka, Mazabuka, Mangaung (Bloemfontein), Hebron, Mwanza und Berlin.
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Ausgewählte Städte-Beispiele

Huye (Ruanda)

Modell für Huye | Foto: Connective Cites

Huye untersuchte die Aufwertung einer dicht besiedelten informellen Siedlung entlang einer Hauptstraße. Die Visualisierungen konzentrierten sich auf die Kombination einer höheren Bebauungsdichte mit Prinzipien auf Nachbarschaftsebene, die Einführung eines zentralen öffentlichen Platzes, die Integration von Solardächern und begrünten Fassaden sowie die Schaffung kleiner sozialer Infrastrukturen wie Spielplätze, Gemeinschaftsräume und lokale Geschäfte.

Weiteres Modell für Huye | Foto: Connective Cites

Berlin (Deutschland)

Berlin testete einen erschwinglichen Wohnkomplex aus Holz in einem neuen Entwicklungsgebiet mit Straßenbahnanbindung. Das Konzept umfasste eine mehrschichtige Blockbebauung, gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss, erschwinglichen Wohnraum für etwa 1.000 Bewohner in den oberen Stockwerken sowie die Integration von Fahrradinfrastruktur, begrünten Fassaden und Solarbeleuchtung.
Der Beitrag der Stadt wurde gemeinsam von Lars Löbner und Larissa Häschel von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bau und Wohnen Berlin entwickelt.

Modell für Berlin | Foto: Connective Cities

Nairobi (Kenia)

Visionen für Nairobi

Nairobi konzentrierte sich auf Flachbauten entlang einer belebten Stadtstraße. Das Szenario kombinierte erschwingliche Backsteinhäuser mit Platz für lokale öffentliche und halböffentliche Verkehrsmittel, darunter Boda-Boda-Stationen. Zur Verbesserung der Qualität des öffentlichen Raums und der lokalen Erreichbarkeit wurden versetzt angeordnete Gebäude, belebte Erdgeschosse, Geschäfte und begrünte Fassaden genutzt.

Fotos: Conective Cities

Hebron (Palästina)

Hebron untersuchte eine parkzentrierte Entwicklung am Stadtrand, in Kombination mit erschwinglichem Wohnraum. Der Park diente als Hauptstrukturierungselement, ergänzt durch Wohnformen, die sich an traditionellen Modellen orientierten, sowie schattige Sitzbereiche, klimagerechte Vegetation und natürliche Wege.

Modell für den Park am Stadtrand | Foto: Connective Cities

Methodisches Beispiel: Santa Cruz de la Sierra (Bolivien)

Santa Cruz de la Sierra wurde von Ruvi Suárez (GIZ Bolivien) als methodisches Beispiel vorgestellt. Basierend auf ihrer Arbeit mit einer Studentengruppe stellte sie Backcasting-Ansätze und ein Modell zur Bewertung der Auswirkungen verschiedener Stadtentwicklungsszenarien vor. Das Beispiel veranschaulichte, wie KI-gestützte Visualisierung mit wirkungsorientierter Planung kombiniert werden kann, um den Übergang von der Vision zur Umsetzung zu unterstützen, insbesondere im Kontext von bezahlbarem Wohnraum sowie öffentlichen und sozialen Räumen.
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Aufnahme des Online-Peer-Learning-Workshop auf der Connective Cities Plattform:

From Vision to Reality: Introducing Visualisation Methods for Affordable & Sustainable Housing

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Nächste Schritte

Der Workshop markierte den Beginn einer Phase intensiver Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe „Nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum“. Auf dieser Erfahrung aufbauend wird Connective Cities die Formate für den Austausch zwischen Fachkollegen weiter stärken und Visualisierungsmethoden enger mit umgekehrten Planungs- und umsetzungsorientierten Prozessen verknüpfen.

Konzept und Moderation: Jelena Karamatijević, GIZ – Connective Cities (Bonn)
Regionale Koordination (SSA): Moses Munuve, GIZ – Connective Cities (Nairobi)

Modell für einen beschatteten Markt | Foto: Connective Cities