Vertretung lokaler und regionaler Verwaltungen beim High Level Political Forum 2025
Arbeitsgruppentreffen zieht Fazit aus dem High Level Political Forum on Sustainable Development Gremium in New York City 2025
Im Rahmen des Connective Cities Lernprozesses „Sustainability Reporting and Voluntary Local Review” fand am 07.08. online ein Arbeitstreffen mit dem Titel „Representation of local and regional governments at the High-Level Political Forum on Sustainable Development 2025 (HLPF 2025)” statt. Teilgenommen haben 19 Personen, die sich über die Ereignisse beim HLPF Forum, das vom 14.07.-23.07.2025 in New York City stattgefunden hat, und der abgeleiteten Learnings austauschen wollten.
Vertreten waren aus Deutschland die Stadt Bonn, Stuttgart, Mannheim, Enzkreis und der Kreis Oldenburg, sowie der Rat für Nachhaltige Entwicklung. Aus dem Globalen Süden waren Vertreter*innen aus Lusaka, LGA Zambia, SALGA, Cuenca und La Paz anwesend. Anna Calvete Moreno (Head of Research) und Matteo Fabris (Research Officer) von United Cities and Local Governments (UCLG) haben in einem einführenden Input ihre Arbeit als internationale Interessenvertretung präsentiert und erste Einblicke über die Abläufe des Forums vorgestellt.
Positiv hervorgehoben wurden von Matteo Fabris (UCLG) vier Benefits, die eine Teilnahme am Forum mit sich brachte: Die Sichtbarkeit und Möglichkeit der eigenen Darstellung im Austausch mit anderen Teilnehmenden, das Forum als Plattform für Interessensvertretung, der Aufbau von (langfristigen) Partnerschaften und die Nutzung als Lernplattform zur Verankerung der Agenda 2030.
Das HLPF 2025 befasste sich mit den SDGs 3, 5, 8, 14 und 17, wobei 36 Länder ihre Voluntary National Reviews vorstellten. Dennoch wurden in weniger als der Hälfte dieser nationalen Nachhaltigkeitsberichte lokale Behörden als Bündnispartner einbezogen, was die anhaltende Herausforderung um wirklich integrative Ansätze im Rahmen der Implementierung von SDGs unterstreicht. Zudem wurden durch Kürzungen im UN-Budget die Möglichkeiten für Nebenveranstaltungen stark eingeschränkt, was einen niedrigschwelligen Zugang zur Zusammenarbeit außerhalb des offiziellen Rahmens erschwerte. Inhaltlich konnte beobachtet werden, dass das Wort „localization“ nun in den allgemeinen Sprachgebrauch von einflussreichen Persönlichkeiten und relevanten Entscheidungsträgern aufgenommen sei und dies das wachsende, sensibilisierte Bewusstsein für die Thematik verdeutliche. Die local governments seien das „beating heart“ hinter dem Gelingen dieses Ansatzes, so Anna Calvete Moreno von UCLG. Es bräuchte jedoch eine stärkere Einheit mit den nationalen Regierungen, die zu oft die lokalen Regierungen und ihre Perspektiven von wichtigen Prozessen ausschließen würden.
Im Anschluss haben die Teilnehmenden über Erfolge, Herausforderungen und Ideen diskutiert, vor allem wie lokale Realitäten effektiver mit internationalen Entscheidungsprozessen verknüpft werden können.
Gerade in Hinblick auf das nächste Jahr, wo das SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ als ein Fokusthema behandelt wird, sollte ein Anreiz geschaffen werden, die lokalen Stimmen noch präsenter und öffentlichkeitswirksamer in die Agenden zu integrieren. Stefan Wagner von der Stadt Bonn betonte hierbei die Rolle der jeweiligen nationalen Delegation und die Notwendigkeit klarer Orientierungshilfen und Leitlinien für Repräsentanten kleinerer Städte und Kommunen. Es sei wichtig, so Dr. Bettina Bunk, dass eine gemeinsame Stimme trotz unterschiedlicher Interessen gefunden werde, etwa in Form von koordinierten Stellungnahmen und das im besten Fall in Form einer frühen strategischen Planung.
Starke Zustimmung unter den Teilnehmenden fand die Aussage von Martin Tebogo Matlou von der South Africa Local Government Association (SALGA), es würde mehr über die lokalen Regierungen gesprochen als mit ihnen. Vertreter*innen von nationalen Regierungen würden den Dialog beherrschen, anstatt die lokalen Vertreter*innen in den Fokus zu rücken, die meist unmittelbarer von Herausforderungen betroffen seien. Lokale Regierungen und Communities würden zurzeit eher wie Stakeholder behandelt werden, obwohl sie die eigentlichen Shareholder seien, da 65-70 % der SDG-Maßnahmen auf einem lokalen Level implementiert würden.
Zudem würden es viele begrüßen, wenn die Nachhaltigkeitsberichterstattungen in Form von Voluntary Local und Voluntary National Reviews nicht nur auf einer freiwilligen Basis angefertigt, sondern in einem nächsten Schritt, eine größere Verbindlichkeit erfahren und strategisch in die Agenden der lokalen sowie nationalen Regierungen eingebettet würden. Martin Tebogo Matlou bekräftigte hierzu: „Poverty is not voluntary, climate shocks are not voluntary“, also sollten es die Nachhaltigkeitsberichte perspektivisch auch nicht sein.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Francesco Schapira unter francesco.schapira@engagment-global.de.

