Voluntary Local Reviews als Steuerungsinstrument für nachhaltige Kommunen
Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und Südafrika
Wie können Kommunen ihre Fortschritte bei der nachhaltigen Entwicklung systematisch erfassen und gleichzeitig voneinander lernen? Dieser Frage gingen 23 südafrikanische und deutsche Kommunen bei zwei einwöchigen Workshops im Juni 2026 in Frankfurt und im September 2026 in Durban, Südafrika, im Rahmen des Projekts „VLR Knowledge Transfer South Africa – Germany“ gemeinsam nach.
Auf südafrikanischer Seite waren Bergrivier Local Municipality, Buffalo City Metropolitan, City of Cape Town Metropolitan, City of Tshwane Metropolitan, eThekwini Metropolitan (Durban), Lephalale Local Municipality, Matzikama Local Municipality, Moses Kotane Local Municipality, Mossel Bay Local Municipality und Waterberg District Municipality verteten; auf deutscher Seite die Freie und Hansestadt Hamburg, Gemeinde Spiesen-Elversberg, Hansestadt Bremen, Hansestadt Buxtehude, Hansestadt Lüneburg, Landkreis Böblingen, Stadt Aschaffenburg, Stadt Bonn, Stadt Geestland, Stadt Neustadt in Holstein, Stadt Köln und die Stadt Pirmasens.
Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Um Fortschritte messbar zu machen und transparent zu kommunizieren, nutzen immer mehr Städte und Gemeinden Voluntary Local Reviews (VLRs) oder in Deutschland auch den Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune (BNK) – freiwillige, von Kommunen selbst erstellte Berichte über den Stand der SDG-Umsetzung vor Ort.
In der Praxis stehen Kommunen dabei häufig vor ähnlichen Herausforderungen: Es fehlen verlässliche Daten und geeignete Indikatoren, Monitoringsysteme befinden sich noch im Aufbau und die Erstellung eines VLR erfordert eine gute ämterübergreifende Zusammenarbeit sowie einen klaren methodischen Ansatz.
Genau hier setzt das Projekt an. In den beiden Workshops tauschten die teilnehmenden Kommunen Erfahrungen und Lösungsansätze aus und entwickelten gemeinsam Ideen, wie Nachhaltigkeitsberichterstattung als kommunales Steuerungsinstrument genutzt werden kann. Das Projekt wird von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) gemeinsam mit der South African Local Government Association (SALGA) umgesetzt. Der im Jahr 2025 durchgeführte Connective Cities Lernprozess „Nachhaltige Berichterstattung und Voluntary Local Reviews“ legte den Grundstein für diese Zusammenarbeit. Unterstützt wird das Projekt weiterhin durch die Agentur Creative Climate Cities. Finanziert wird es vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Für die Teilnahme wurden Anfang 2026 Kommunen angesprochen, die sich bereits mit den SDGs und der kommunalen Nachhaltigkeitsberichterstattung beschäftigen. Darüber hinaus nahmen auch Kommunen teil, die eher am Anfang stehen und von den Erfahrungen in der Gruppe profitieren. Vorbehaltlich einer Mittelzusage ist für 2027 ein weiterer Teilnahmeaufruf geplant.
Ein zentrales Ergebnis des Projekts wird ein praxisorientiertes Handbuch sein, das schrittweise durch den Prozess führt. Die Publikation soll Kommunen dabei unterstützen, einen eigenen Voluntary Local Review strukturiert zu planen und umzusetzen. Die Veröffentlichung ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Impressionen
alle Bilder: Connective Cities















