Highlights des UCLG World Congress 2026
Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen, kommunale Gleichstellungspolitik und der Beginn eines neuen Governance-Zyklus
Vom 22. bis 25. Juni 2026 fand in Tanger (Marokko) der Weltkongress des Weltverbands der Kommunen „United Cities and Local Governments“ (UCLG) statt. Unter dem Motto „A New Generation of Universal Local Public Services“ trafen sich über 3.000 Delegierte aus der ganzen Welt.
Der Verband vereint nationale Kommunalverbände sowie über 1.000 Kommunen als direkte Mitglieder aus sieben Weltregionen: Afrika, der asiatisch-pazifische Raum, Europa, Eurasien, der Nahe Osten und Westasien sowie Lateinamerika und Nordamerika. Damit repräsentiert UCLG etwa fünf Milliarden Menschen oder 70 Prozent der Weltbevölkerung.
Der UCLG Weltkongress wird alle drei Jahre zusammengerufen. Neben den fachlichen Diskussionen in zahlreichen Barcamps und Nebenveranstaltungen sowie den vielen Vernetzungsmöglichkeiten markierte der Kongress auch den Beginn eines neuen Governance-Zyklus der internationalen kommunalen Bewegung. Das Präsidium, das aus einem Präsidenten und sechs Co-Präsidenten besteht, die jeweils eine Region vertreten, wurde neu gewählt. Die Delegierten wählten Uğur İbrahim Altay, den Oberbürgermeister von Konya in der Türkei, zum neuen Präsidenten von UCLG für die Amtszeit 2026–2029.

Zudem wurden die UCLG-Gremien, darunter der World Council und das Executive Bureau, erneuert. Als deutsche Delegierte für das World Council wurden Dr. Ursula Sautter, Bürgermeisterin aus Bonn, Jörk Cardeneo, Stadtrat aus Düsseldorf und Andreas Wolter, Stadtrat aus Köln benannt. Die Wahlen spiegeln den Anspruch von UCLG wieder, eine ausgewogene regionale Repräsentation und gemeinsame politische Führung der weltweiten kommunalen Bewegung sicherzustellen.
Ein weiterer Meilenstein war die erste UCLG Women’s Assembly, die Bürgermeisterinnen, Gouverneurinnen und weitere kommunale Entscheidungsträgerinnen aus aller Welt zusammenbrachte. Im Mittelpunkt standen der Austausch über kommunale Gleichstellungspolitik, die Stärkung von Frauen in politischen Führungspositionen sowie die Weiterentwicklung der Feminist Municipal Movement innerhalb von UCLG. Damit unterstrich der Kongress die Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit als festen Bestandteil einer zukunftsfähigen kommunalen Governance und der Bereitstellung inklusiver öffentlicher Dienstleistungen. Bürgermeisterin Dr. Ursula Sautter brachte den Vorschlag einer gendergerechten Doppelspitze für die nächste Mandatsperiode ein, der innerhalb der UCLG Women’s Assembly begeistert aufgenommen wurde.

Mit dem „Tangier Outcome Document – A New Generation of Universal Local Public Services“ bekräftigten die Delegierten außerdem die zentrale Rolle lokaler und regionaler Regierungen bei der Bereitstellung inklusiver, zugänglicher und resilienter öffentlicher Dienstleistungen. Themen wie bezahlbares Wohnen, Klimaresilienz, digitale Transformation, soziale Inklusion und internationale kommunale Zusammenarbeit standen dabei im Fokus.
Das Connective Cities Lab „From Challenge to Practice: How Municipalities Turn Local Plans into Public Services“ zeigte in diesem Kontext, wie kollegiale Beratung (Peer Learning) ganz praktisch dazu beitragen kann, Kommunen von der Planung in die Umsetzung zu begleiten

