Good Urban Governance
Alles über: Demokratie und Bürgerbeteiligung, Management von Stadt und Verwaltung sowie kommunale und regionale Netzwerke
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Alles über: Demokratie und Bürgerbeteiligung, Management von Stadt und Verwaltung sowie kom-munale und regionale Netzwerke
Makati, auf den Philippinen, hat ein System von Notunterkünften entwickelt, das im Katastrophenfall schnell aktiviert wird. Multifunktionale Gebäude, die als Schulen oder Gemeindezentren dienen, können bei Bedarf zügig umfunktioniert werden. Das Projekt betont die Bedeutung von Prävention und Resilienz in der Katastrophenbewältigung.
Übersicht
In Makati auf den Philippinen sind im Falle einer Katastrophe Notunterkünfte schnell einsatzbereit und erfüllen die zentralen Bedürfnisse der Menschen, die dort unterkommen. Das umfassende Katastrophenmanagement der Kommune setzt zudem auf eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall und eine intensive Kommunikation mit der Bevölkerung.
Die philippinische Stadt Makati ist großen Katastrophenrisiken ausgesetzt. Bei einem 200-jährigen Hochwasser gehen Fachleute davon aus, dass der Wohnraum von 90.000 Menschen überflutet sein könnte. Ein schweres Erdbeben könnte bis zu 11.500 Schwerverletzte und 3.600 Tote pro Quadratkilometer zur Folge haben. Die Kommune muss in ihrer Planung berücksichtigen, dass die Stadt nur etwa 500.000 Einwohnerinnen und Einwohner hat, sich aber tagsüber bis zu fünf Millionen Menschen dort aufhalten.
Auf den Philippinen müssen Kommunen fünf Prozent ihres Haushalts in ihr Katstrophenmanagement investieren, dazu gehört auch die Bereitstellung von Notunterkünften.
Makati muss für die Menschen in der Stadt, die im Katastrophenfall ihre Häuser, Wohnungen oder zum Teil ihre Arbeitsstätten verlassen müssen, kurz- und mittelfristige Notunterkünfte bereitstellen. Dies ist eine komplexe Aufgabe, die guter Planung und Vorbereitung bedarf.
Die Stadt Makati verfügt über eine Organisationseinheit für die Koordination und das Management von Notunterkünften. Sie hat Pläne erstellt, anhand derer im Katastrophenfall schnell Evakuierungszentren errichtet werden können, in denen neben Schlafplätzen auch Gemeinschaftsküchen, Kinderbetreuungs- und Sanitäreinrichtungen, Registrierungsstellen und medizinische Versorgungszentren verfügbar sind. Im Katastrophenfall ermittelt die Kommune mithilfe von Fragebögen die Bedarfe der Evakuierten, zum Beispiel fragt sie die Hilfsbedürftigkeit der Menschen ab und inwiefern ihre Wohnungen beschädigt sind. Die Stadt hat eine intensive, moderne und attraktive Kommunikation mit der Bevölkerung etabliert, die die Bespielung von Social-Media-Kanälen, Gamification-Projekte, öffentliche Veranstaltungen und Katastrophenschutzübungen beinhaltet.
Regelmäßige Übungen gewährleisten, dass das zuständige Personal im Ernstfall die Massennotunterkünfte gut koordinieren und managen können. Zudem existieren Handbücher für deren reibungslosen Betrieb. Mit ihrer umfassenden Risiko-Kommunikation schafft die Kommune langfristig Vertrauen, das im Katastrophenfall viel wert ist, weil die Menschen dann eher den Anweisungen der Behörden folgen.
Ein erfolgreiches Katastrophenmanagement benötigt ein kontinuierliches Engagement in Form von Übungen, Kommunikation sowie der Überprüfung und Verbesserung von Plänen. Makati arbeitet darauf hin, dass die Bevölkerung grundsätzlich in der Lage ist, sich selbst und anderen zu helfen. Wo dies nicht der Fall ist, sorgt eine umfassende Planung – die sich immer an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert – dafür, dass schnell und professionell unter anderem Notunterkünfte bereitgestellt werden können.



