start2grow

Gründerwettbewerb als Antwort auf den Strukturwandel

Übersicht

Infolge des Strukturwandels seit den 1950er Jahren bis in die 1990er Jahre gingen in Dortmund etwa 70.000 Arbeitsplätze verloren. Um mit dieser schwierigen Situation fertig zu werden, wurde neben anderen Maßnahmen ein Gründerwettbewerb gestartet, bei dem über ein Förderkonzept für Existenzgründungen Innovationen und die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt werden. Lange Zeit war die Region auf Bergbau- und Schwerindustrie spezialisiert, der neue Ansatz dagegen legt den Schwerpunkt auf Hochtechnologiebereiche. Seit das Projekt eingeführt wurde, wurde die Verbindung von Start-Ups und Förderinstitutionen ausgebaut, und mehr als 1000 Unternehmen konnten gegründet sowie 5000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Hintergrund

In Dortmund, der größten Stadt im Ruhrgebiet, gingen aufgrund des Zusammenbruchs der Kohle-, Bier- und Stahlindustrieproduktion in den 1980er Jahren etwa 70.000 Arbeitsplätze verloren. Als Teil einer Strategie, auf diese Umstände zu reagieren, wurde 2001 das dortmund-project gegründet, um neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen - im Rahmen dieser Initiative wurde auch der Gründerwettbewerb “start2grow” ins Leben gerufen. Die Öffentlich-Private Partnerschaft (PPP – Public-Private Partnership) wurde von der Stadt Dortmund mit den Partnern Thyssen Krupp, Technologie Zentrum Dortmund (TZDO) und kleinen und mittleren Betrieben gegründet.

Ziele

Das dortmund-project arbeitet nach dem Cluster-Konzept und zielt darauf ab, bereits vorhandene Unternehmen in ihrem Wachstum, im Aufbau sowie bei der Entwicklung der erforderlichen personellen Kompetenzen zu unterstützen, und gleichzeitig junge Start-Ups zu fördern. Das dortmund-project wurde als ein Projektformat für den Zeitraum von 2000 bis 2010 geplant, aufgrund des Erfolges aber bis heute fortgeführt.

Aktivitäten

Die Gründungswettbewerbe start2grow wurden 2001 von der Wirtschaftsförderung Dortmund erstmals initiiert und finden seitdem kontinuierlich statt. Mitmachen können nicht nur Gründerinnen und Gründer aus Dortmund, sondern aus ganz Deutschland. start2grow verleiht besondere Preise für Ideen im Bereich Hochtechnologie. Für die Auszahlung der Preise gibt es zwei Zeitpunkte: Die erste Hälfte wird direkt nach der Preisverleihung ausgezahlt, während die zweite Hälfte nach der Unternehmensgründung ausgezahlt wird, und nur, wenn das Unternehmen sich in Dortmund ansiedelt.

Wirkungen

Seit das Projekt 2001 gegründet wurde, haben 35 Businessplan-Wettbewerbe stattgefunden. Es gab über 10.500 Teilnehmer, über 4.600 Teams nahmen teil, und über 3.500 Businesspläne wurden eingereicht. Daraus ergab sich die Gründung von über 1.000 Unternehmen, und über 5.500 Arbeitsplätze wurden geschaffen. Davon ist gut ein Drittel der Unternehmen und Arbeitsplätze in Dortmund angesiedelt. Mehr als 650 Trainer arbeiten freiwillig für das Projekt, und es konnten direkte Kontakte zu Banken und VC-Partnern geknüpft werden. Das Projekt erhielt außerdem das ISO 9001-Zertifikat. “start2grow” wurde zu einem Marketing-Instrument für die Region.

Fazit

Das “start2grow”-Projekt zeigt, dass die Förderung von Unternehmertum und Innovationen eine wirksame Strategie zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Entwicklung neuer Perspektiven, insbesondere für neue Generationen innerhalb von Regionen, sein kann. Auch wenn die gewünschte Skalierbarkeit nicht immer realisierbar ist, haben viele kleine Unternehmen mit wenigen Beschäftigten positive Auswirkungen auf die Stabilität der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung. Wettbewerb kann ein stimulierender Anreiz sein, Basisbewegungen und individuelle Arbeit sollten jedoch nicht unterschätzt werden. Die Integration der Start-Up-Förderung in die Cluster-Strategie bietet vielversprechende Perspektiven und sollte ausgeweitet werden.

Ein Erfahrungsaustausch zu den Themen Schaffung von Arbeitsplätzen, wirtschaftliche Auswirkungen und sektorbezogene Strategien mit anderen Stellen, die im Bereich Förderung wirtschaftlicher Entwicklung arbeiten, ist ein Ansatz, den die Stadt Dortmund sehr schätzt und zu dem sie sehr gern beitragen möchte.

Im Jahr 2010 wurde das dortmund-project beendet, der Gründerwettbewerb wird jedoch fortgesetzt – daran zeigt sich der Wert des Wettbewerbs und das Engagement der Stadt für innovative Start-Ups. Inzwischen ist “start2grow” eine Initiative der kommunalen Wirtschaftsförderung und sorgt weiterhin dafür, dass sich Start-Ups aus ganz Deutschland angezogen fühlen und nach Dortmund kommen, um sich dort anzusiedeln.

weitere Information

www.start2grow.de

Stand: 20.05.2016

Kontakt

Sylvia Tiews
Wirtschaftsförderung Dortmund

sylvia.tiews(at)stadtdo.de

 

 

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