Kommunale Antworten auf die COVID-19-Pandemie II

Virtuelle Veranstaltung II: Dienstleistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge

Übersicht

Mehr als 30 kommunale Vertreter aus rund 20 Städten in MENA und Subsahara-Afrika nahmen an der zweiten virtuellen Veranstaltung der Wissensaustauschreihe über die kommunale Reaktion auf die COVID-19-Pandemie teil.
Kommunale Vertreter sowohl auf politischer als auch auf technischer Ebene waren eingeladen und tauschten ihr Wissen aus, um praktische Beispiele für kommunale Maßnahmen im Zusammenhang mit  Dienstleistunger der öffentlichen Daseinsvorsorge wie Wasser- und Abfallwirtschaft zu analysieren und zu diskutieren.

Programm

Bei dieser virtuellen Veranstaltung wurden vier bewährte Praktiken aus Irbid, Greater Amman, Zletin (Libyen) und ein nationaler Überblick aus Südafrika vorgestellt. Die moderierte Plenarsitzung bot Gelegenheit zur Diskussion zwischen den Vortragenden und den Teilnehmenden, aber auch Gelegenheit, Herausforderungen und Initiativen aus anderen Kommunen kennenzulernen. Die Teilnehmenden wurden dann ermutigt, den Austausch auf der virtuellen Plattform fortzusetzen, auf der neben den Workshopergebnissen auch andere Ressourcen gemeinsam genutzt werden sollen.

Herr Mohamad Alawneh von der Stadtverwaltung Irbid stellte die Herausforderungen und Lehren, die während der Pandemie im Hinblick auf die Bereitstellung von Dienstleistungen in den Bereichen Abfallmanagement und Abwasserentsorgung gezogen wurden, vor. Obwohl der Distrikt 96% der Wasserversorgung abdeckt, gibt es kein konventionelles Kanalisationsnetz. Stattdessen haben die meisten der Distriklte Klärgruben gebaut. Mit dem Lockdown hat der Distrikt eine Zunahme überlaufender Klärgruben erlebt, was eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt. Die Veränderungen in der täglichen Routine verändern die Menge und die Art des Abfalls, der aus Haushalten und an öffentlichen Plätzen anfällt und eine potentielle Bedrohung durch Krankheitserreger und andere infektiöse Abfälle für die Arbeiter darstellt. Die begrenzte Budgetzuweisung hat auch die Verbesserung der Sanitärkette behindert.

Herr Meqdad Rabab'a, Vertreter der Stadtverwaltung von Groß-Amman, stellte den städtischen Plan zur Digitalisierung des Abfall- und Abwassrmanagementsystems und zur Optimierung des Systems mit intelligenten Lösungen vor. Von den implementierten intelligenten Lösungen wird erwartet, dass sie die Effizienz der Abfallsammelflotte erhöhen, indem sie die Wege verkürzen und letztlich die THG-Emissionen reduzieren. Dieses Projekt ist Teil eines übergreifenden Projekts des Stadtlabors von Amman, das die Entwicklung eines nationalen GIS und die Zusammenstellung großer Datenmengen für die Stadtplanung zum Ziel hat.

Dr. Taha Wali und Belkacem Al Awaj, Vertreter der Stadtverwaltung von Zletin in Libyen, haben die von der Stadtverwaltung umgesetzten Gegenmaßnahmen vorgestellt, darunter den Notfallplan und die Verwaltung des Feststoffabfallmanagements und der Abwasserbehandlung während der Pandemie.

Frau Nomkita Fani gab einen Überblick über die Auswirkungen von Covid-19 in Südafrika und betonte, dass die Pandemie selbst bei einer Abdeckung von über 60% der kommunalen Dienstleistungen (Wasser, sanitäre Einrichtungen, Festmüllentsorgung und Elektrizität) die Ungleichheit bei der Bereitstellung von Dienstleistungen in einigen Gebieten noch verstärkt hat. Sie räumte ein, dass nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen, um während einer solchen Pandemie Abhilfe zu schaffen. Betriebs- und Wartungsmängel verschärften auch die unzulängliche Bereitstellung von Dienstleistungen. Die Pandemie hat jedoch die Gelegenheit geboten, den Betrieb der Kommunen zu evaluieren, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die informellen Siedlungen, in denen sie derzeit zeitweilige Dienstleistungen erbringen. Sie müssen auch die Zuschüsse für die Infrastruktur neu priorisieren, um den unmittelbaren Bedarf an Dienstleistungen zu decken und bei der Planung flexibel zu sein.

Keynotes

Präsentationen

Sanitation and Solid Waste Management in Al Taibah Al Jadidah Municipality
Mr. Mohamad Alawneh; Irbid Municipality

Amman: Sustainable Urbanization and Resource Efficiency
Mr. Meqdad Rabab’a; Greater Amman Municipality

A guide to the emergency plan for managing the Corona crisis in the municipality of Zliten (in Arabic)
Dr. Taha Wali and Mr. Belkacem Al Awaj; Zletin Municipality in Libya


Ms. Nomkita Fani; Director for the Intermediate Cities and Spatial Planning, Department of Cooperative Governance

Ergebnisse

Die Beiträge und die anschließenden Diskussionen bestätigten, dass die städtische Grundversorgung, ihre Bereitstellung oder ihr Fehlen einen enormen Einfluss auf die Bekämpfung von Covid-19 hat. Sie betonten auch, dass viele Kommunen noch immer nicht ausreichend versorgt sind, weshalb es notwendig ist, die Art und Weise neu zu strukturieren und sogar zu erneuern, um allen einen Zugang zu den Dinestleistungen zu gewähren. Die Abriegelung und die knappen Ressourcen haben die effektive Erbringung von Dienstleistungen behindert. Die zunehmende Nutzung medizinischer Geräte, insbesondere durch die Öffentlichkeit, hat eine neue Herausforderung für das Abfallmanagement mit sich gebracht, da dies potenzielle Infektionen durch gebrauchte Masken und Gewebe mit sich bringt.

Um die Initiativen in den Kommunen weiterzuführen, organisiert Connective Cities eine virtuelle Veranstaltungenreihe zum Wissensaustausch für Kommunen, damit diese ihre Herausforderungen und Interventionen bei der Bereitstellung dieser grundlegenden Dienstleistungen miteinander teilen können.

Bericht

Galerie

Kategorien:COVID-19Connective CitiesGood Urban GovernanceManagement von Stadt und VerwaltungKommunale DienstleistungenAbfall- und KreislaufwirtschaftEnergieversorgungWasserversorgung / Abwasserentsorgung
Regionen:AfrikaLibyenZletinSüdafrikaNaher OstenJordanienAmmanIrbid

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