Beschäftigungsförderung für Frauen: Dienstleistungen im Wassersektor in Jordanien

Einblicke aus der Stadt Mafraq

Übersicht

Trotz gesellschaftlicher und struktureller Herausforderungen, welche die Teilhabe von Frauen am jordanischen Arbeitsmarkt behindern, hat ein Pionierprogramm in Jordanien dazu geführt, dass die Beschäftigung von Frauen im Wassersektor in Flüchtlinge-aufnehmenden Städten gefördert wurde.

Hintergrund

Wie im Fall vieler Städte in Jordanien stellt auch in der Grenzstadt Mafraq die Wasserknappheit eine sich ständig verschärfende Herausforderung dar. Mehrere Faktoren tragen zu dieser herausfordernden Realität bei, darunter die Ausweitung der Bewässerungslandwirtschaft, die zunehmende Industrialisierung und das hohe Bevölkerungswachstum, insbesondere aufgrund der Ansiedlung einer großen Zahl syrischer Flüchtlinge, die aus ihrem vom Krieg zerrütteten Land geflohen sind. Trotz lokaler Bemühungen, die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit einer effizienten Nutzung der Wasserressourcen zu sensibilisieren, sind immer noch keine greifbaren Ergebnisse zu verzeichnen, was zum Teil auf den Mangel an ausgebildeten Sanitärfachleuten zurückzuführen ist, die Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen auf Haushaltsebene anbieten können. In Partnerschaft mit der GIZ und unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Wasser und Bewässerung hat sich die Stadt Mafraq an der Umsetzung des Programms "Technische und berufliche Bildung für Jordanier und syrische Flüchtlinge im Wassersektor" beteiligt, um diese Herausforderung anzugehen. Im Rahmen des Programms wurden Ausbildungskurse über berufliche Fertigkeiten im Sanitärbereich angeboten. Dieses Programm hat einen dreifachen Nutzen, da es dazu beiträgt, das Bewusstsein für die effiziente Nutzung von Wasserressourcen auf lokaler Ebene zu schärfen und gleichzeitig die Beschäftigung im Wassersektor bei der lokalen Bevölkerung, die unter hohen Arbeitslosenquoten leidet, zu fördern. Darüber hinaus fördert das Programm die Beschäftigung von Frauen, indem es sicherstellt, dass 50% der Teilnehmenden Frauen sind. Die Stadtverwaltung von Mafraq hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um die ausgebildeten weiblichen Sanitärfachkräfte zu unterstützen, darunter ihre Beschäftigung in kommunalen Infrastrukturprojekten und die Einrichtung der Abteilung zur Unterstützung der Beschäftigung von Frauen in der Stadtverwaltung.

Ziele

Ausbildung von Männern und Frauen aus den syrischen Flüchtlings- und jordanischen Gastgemeinden zu angelernten oder qualifizierten Sanitärfachleuten mit dem übergeordneten Ziel, Wasserverluste zu reduzieren und die effiziente Nutzung von Wasser auf Haushalts- und Versorgungsebene zu erhöhen.

Aktivitäten

  1. Durchführung von Schulungen für weibliche und männliche angelernte und qualifizierte Fachkräfte, von denen 70 % aus Jordanien und 30 % aus der syrischen Flüchtlingsgemeinschaft stammen.
  2. Durchführung von Ausbildungen für weibliche Ausbilder und Instruktoren.
  3. Durchführung von Schulungen in Geschäftsführung und Kapazitätsentwicklung zur Unterstützung von Klempnerinnen.
  4. Gründung der "Wise Women Plumber Cooperative" zur Bewältigung der Herausforderungen der Geschäftsführung für Klempnerinnen.

 

Wirkungen

  1. Mehr als 500 jordanische und syrische Flüchtlinge wurden in den Jahren 2015-2019 in den Flüchtlingsstädten in angelernten Klempnerarbeiten geschult, darunter 50% Frauen.

  2. Die geschulten Sanitärfachkräfte haben eine Schlüsselrolle bei der Verringerung von Wasserverlusten und der effizienteren Nutzung von Wasser auf Haushalts- und Versorgungsebene in ihren Gemeinden gespielt.

Fazit

Die weiblichen Sanitärfachkräfte, die von dem Ausbildungsprogramm profitierten, berichteten von inspirierenden Erfolgsgeschichten und spielten damit eine Schlüsselrolle bei der Entmystifizierung der weit verbreiteten Vorstellung, dass Frauen nicht in der Lage sind, eine Karriere in diesem Sektor aufzubauen. Angesichts der Möglichkeit und der Unterstützung durch ihre lokalen Gemeinden schaffen diese Pionierinnen neue gesellschaftliche Normen, die für mehr Toleranz und Unterstützung für die Beschäftigung von Frauen im Handwerksbereich sorgen.

weitere Information

GIZ-Projektkurzbeschreibung:
Qualifizierung von Arbeitskräften in technischen Berufen

Website der Berufsschule (in Arabisch): https://www.benaa.org.jo/

Artikel: By Katharina Lenner, CBRL Pilot Study grant holder and Prize Fellow at the University of Bath.
Waste pickers, women plumbers, and the German project of keeping Syrian refugees in Jordan

Stand: 27.05.2020

Kontakt

Dr. Yousef Al Shreda
Direktor der Berufsschule
Tel. +962 (0)799029356

Hind Al Shdaifat
Ansprechpartner im GIZ-Vorhaben
Tel.:+962 (0)772349791
Email: Hind.alshdaifat(at)giz.de.

Bilder

Kategorien:Integrierte StadtentwicklungGender-sensitive StädteKommunale DienstleistungenWasserversorgung / AbwasserentsorgungLokale Wirtschaftsentwicklung
Regionen:Naher OstenJordanienMafrag

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