Schwäbisch Gmünd hilft seiner Wirtschaft – schnell und flexibel

Notkredite gegen Liquiditätsengpässe für kleinere Betriebe

Übersicht

Besonders kleinere Betriebe sind in Schwäbisch Gmünd von der COVID-19-Pandemie hart getroffen. Die Stadt will hier unterstützen und hat dafür das Projekt „Gmünd hilft seiner Wirtschaft“ ins Leben gerufen. Damit soll vor allem sehr schnell und unkompliziert bei Liquiditätsengpässe geholfen werden.

Hintergrund

Schwäbisch Gmünd ist geprägt von der Automobilindustrie; neben einigen großen Konzernen sind über 2.000 kleine und mittelständische Betriebe in der Stadt angesiedelt. Als die deutsche Bundesregierung im März 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie einen Teil-Lockdown beschloss, wendeten sich viele Unternehmen an die Stadtverwaltung – als ihre unmittelbare Anlaufstelle am Ort – und baten um Hilfe. Sie waren verunsichert, wie der Teil-Lockdown genau geregelt werden sollte, welche Auswirkungen dies auf ihre Geschäftstätigkeit hat und welche Unterstützungsleistungen sie wo und wie beantragen können. Schließlich sahen sie extreme Gewinneinbußen auf sich zukommen.

Auch für die Finanzlage einer Kommune ist es wichtig, die lokale Wirtschaft am Laufen zu halten. Erwirtschaften die Unternehmen weniger Gewinn, fallen entsprechend auch die kommunalen Steuereinnahmen niedriger aus.

Ziele

Die Stadt Schwäbisch Gmünd wollte die lokalen Unternehmen schnell unterstützen, indem sie diese umfassend zur aktuellen Situation und zu Fördermitteln der Landes- und Bundesebene beriet. Zudem half sie den Unternehmen in der akuten Krise auch selbst mit einem Notfonds. Ihre lokale Marktmacht wollte die Kommune nutzen und durch gezielte Investitionen den sinkenden Einnahmen der Unternehmen entgegenwirken.

Die Kommune will die aktuelle Situation außerdem zum Anlass nehmen, ihre Vision eines CO2-neutralen Industrieparks in der Stadt weiter voranzutreiben.

Aktivitäten

Schnell entwickelte das Amt für Wirtschaftsförderung ein Maßnahmenpaket zur Förderung lokaler Unternehmen und nannte das Projekt „Gmünd hilft seiner Wirtschaft“. Es beinhaltet zinsfreie Darlehen in Höhe von 2.500 Euro für Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitenden. Bevor das Geld ausbezahlt wird, müssen sich die Unternehmen bei der Projekt-Hotline melden und werden dort eingehend beraten. Dann wird das Geld innerhalb von nur zwei Tagen überwiesen. Die Rückzahlung kann flexibel gestaltet werden und die Frist wurde kürzlich von November 2020 auf November 2021 verschoben.

Eine in der Stadtverwaltung eingerichtete Task Force berät Unternehmen über eine eigens dafür eingerichtete Hotline. Allein zur Beratung von Gastronominnen und Gastronomen rund um Hygienemaßnahmen und finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten hat die Stadt extra eine neue Mitarbeiterin eingestellt.

Von lokalen Nähbetrieben kaufte die Kommune 4.000 Mund- und Nasenschutz-Masken und verhalf diesen Unternehmen damit zu deutlich mehr Umsatz.

Wirkungen

Es hat sich in Schwäbisch Gmünd ausgezahlt, dass die Hilfe für die lokale Wirtschaft nicht als abgeschlossenes Projekt angelegt wurde, sondern als Teil der kommunalen Struktur. So waren alle Unterstützungsangebote noch abrufbar, als Ende 2020 ein zweiter Lockdown in Kraft trat.

Ein zinsloser Kredit von 2.500 Euro, wie ihn die Verwaltung von Schwäbisch Gmünd vergibt, ist nicht groß genug und stellt keine langfristige Unterstützung dar. Trotzdem trägt er dazu bei, die Liquidität vorerst zu erhalten und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sehr schnell und mit wenig Bürokratie ausbezahlt wird.

Die Pläne für einen Grünen Campus treibt die Stadt während der Pandemie weiter voran; sie sucht Investoren und will in dem (geplanten) Industriepark primär grüne Wasserstofftechnologie nutzen.

Fazit

Für Kommunen ist es während der Pandemie unerlässlich, einen engen Kontakt zur Bevölkerung zu halten und ihr so das Gefühl zu vermitteln, mit den durch die Pandemie hervorgerufenen Sorgen und Nöten nicht allein gelassen zu werden. Das erhöht die Akzeptanz von Einschränkungen und gilt besonders auch für Unternehmen. Kommunen müssen in Krisenzeiten flexibel reagieren – frei nach dem Motto „Tempo schlägt Bürokratie“. Schließlich sollten sie die Pandemie als Anlass nutzen, um mit innovativen Ideen die Zukunft ihres Wirtschaftsstandorts nachhaltig zu gestalten.

weitere Information

Schwäbisch Gmünd hilft seiner Wirtschaft

 

Stand: 05.03.2021

Kontakt

Mario Beck
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
mario.beck(at)schwaebisch-gmuend.de
 

Inga Adam
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
inga.adam(at)schwaebisch-gmuend.de

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Kategorien:COVID-19Lokale WirtschaftsentwicklungKMU-Förderung
Regionen:EuropaDeutschlandSchwäbisch Gmünd

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