Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz bei biologischen Gefahrenlagen auf kommunaler Ebene

Connective Cities Dialogveranstaltung Frankfurt, Deutschland

Übersicht

Welche Maßnahmen sind nötig, um Bürger vor Infektionskrankheiten und Epidemien nachhaltig zu schützen? Wie ist das Vorgehen in deutschen Kommunen und anderen Städten und Regionen der Welt organisiert? Und wie können lokale Gesundheitssysteme gestärkt werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Dialogveranstaltung „Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz bei biologischen Gefahrenlagen auf kommunaler Ebene“.

In Kooperation mit dem Gesundheitsamt Frankfurt hatte die internationale Städteplattform Connective Cities deutsche und internationale Akteure aus Brasilien, Jordanien und Liberia zum Erfahrungsaustausch und zur Präsentation guter Praktiken vom 25. bis 27. November 2015 nach Frankfurt eingeladen. Zu den Teilnehmern zählten unter anderem Mediziner, Mitarbeiter aus Kommunen, Landesregierungen und Ministerien sowie Experten aus dem Bereich Infektionsschutz und Krisenmanagement.

Primäres Ziel der Veranstaltung war es, umsetzungsorientierte Präventionsansätze und kollektive Projektideen zur Bekämpfung und Abwehr biologischer Gefahren zu erarbeiten. Eine verbesserte Kooperation und ein stetiger Wissensaustausch sollen künftig die Ausbreitung von Infektionskrankheiten auf lokaler und überregionaler Ebene verhindern.

Keynotes

Prof. Dr. Dr. René Gottschalk, Leiter Gesundheitsamt Frankfurt am Main, Deutschland 
Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz bei biologischen Gefahrenlagen auf der kommunalen Ebene – aktuelle Herausforderungen

Präsentationen

Siegfried Ippisch, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Deutschland
Schutzkleidung für biologische Gefahrenlagen – aktueller Entwicklungsbedarf

Dr. Klaus Göbels, Stadt Düsseldorf, Gesundheitsamt, Deutschland
Operating procedures for ambulance services for patients with highly contagious diseases

Dr. Jürgen Krahn, Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt-Dieburg, Deutschland
SOP for Infection-reports

Beatriz Monteiro, Sekretariat für Gesundheit, Bundesstaat Paraná, Brasilien
Ebola Virus Disease (EVD) management in the Paraná State

Dr. Thomas Kratz, Robert Koch Institut, Deutschland
Ebola virus disease : Measures undertaken and Lessons Learned in Germany

Dr. Khaled El Jbour, Gesundheitsministerium, Jordanien
Assessment of Preparedness and Readiness Measures for Ebola Virus Disease

Hans Georg Jung, Stadt Frankfurt am Main, Gesundheitsamt, Deutschland
Biologische Gefahrenlagen als Herausforderung für das öffentliche Gesundheitswesen in Frankfurt am Main

Detlef Cwojdzinski, Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Berlin, Deutschland
Generische Einsatzplanung für biologische Gefahrenlagen

Ergebnisse

In vier Arbeitsgruppen tauschten sich die Experten und Praktiker über notwendige Rahmenbedingungen und übertragbare Modelle zur Einsatzplanung bei unterschiedlichen Infektionslagen aus, um den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz nachhaltig zu verbessern – in deutschen Kommunen ebenso wie in Städten in anderen Ländern. Dabei erarbeiteten sie konkrete Vorschläge und multidisziplinäre Ansätze zur Verbesserung des Krisenmanagements.

Die Hürden, die es dabei zu überwinden gilt, reichen von Unterschieden gesetzlicher Regelungen (national und föderal) sowie internationaler (Gesundheits-) Vorschriften über unzureichende finanzielle Möglichkeiten zuständiger Behörden und Institutionen bis hin zu fehlenden gemeinsamen, international geltenden (technischen) Standards und Normen.

Während der kollegialen Beratungen wurde deutlich, dass in Schwellen- und Entwicklungsländern wie beispielsweise Brasilien, Jordanien oder Liberia die lokalen Akteure vor allem Unterstützung beim Aufbau entsprechender Infrastrukturen, bei der Beschaffung notwendiger Schutzausrüstungen sowie bei der Schulung von Mitarbeitern durch Fachexperten benötigen, die von anderen Ländern entsendet werden.

Ausgehend von den gewonnenen Erkenntnissen und Bedürfnissen der einzelnen Kommunen und Akteure beschlossen die Teilnehmer, sich zukünftig weiter zu vernetzen und in Folgeprojekten zusammenzuarbeiten. Unter anderem wurde eine Projektidee zur Zusammenarbeit von Vertretern aus Jordanien und Brasilien angestoßen. Ziel der möglichen Kooperation soll die einheitliche Aus- und Fortbildung von Personal in Krankhäusern und im Zivilschutz auf lokaler Ebene sein. Akteure aus deutschen Städten und aus Monrovia in Liberia skizzierten darüber hinaus eine mögliche  Zusammenarbeit zur Verbesserung des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes sowie zum Aufbau von Kontrollmechanismen und zur Hygieneorganisation. 

Bericht

Connective Cities Dialogveranstaltung
Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz bei biologischen Gefahrenlagen auf kommunaler Ebene
25. – 27. November, 2015 in Frankfurt am Main, Deutschland
[pdf, 20 Seiten, 730 kb, deutsche Version]

Galerie

Video

Connective Cities Dialogue Event Frankfurt, Germany
'Public Health Protection and Epidemic Control at Municipal Level'

https://www.youtube.com/watch?v=ZG1aMkQW9co

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Kategorien:Connective CitiesDokumentationGood Urban Governance
Regionen:EuropaDeutschlandFrankfurt

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