Innerstädtische Emissionsminderung durch integrierte Mobilitätskonzepte

Connective Cities Projektwerkstatt in Kolumbien

Übersicht

Unter der Fragestellung „Wie können wir die Mobilität und Luftqualität in unseren Städten verbessern“ trafen sich 25 Praktiker der innerstädtischen Mobilität aus 5 Ländern Lateinamerikas und aus Deutschland vom 17.-19. Juni in Bogotá, Kolumbien. Ziel dieser Veranstaltung war es, von den Erfahrungen und Guten Praktiken anderer Städte gegenseitig zu lernen und gemeinsam Projekte der nachhaltigen Mobilität auf den Weg zu bringen.

Keynotes

Präsentationen

Die Erfahrungen der vorgestellten 12 Guten Praktiken reichten von kampagnenartigen oder lokal begrenzten Verkehrsbeschränkungen (z.B. autofreie Tag in Bogota, Kolumbien oder die Umweltzone in Toluca, Mexiko) zu Ansätzen der institutionsübergreifenden spezifischen Kommissionen mit verschiedenen Akteursgruppen (z.B. Initiative für saubere Luft in Lima und Callao; Peru). Auch wurden Beispiele der spezifischen Förderung des Radverkehrs eingebracht. Die deutschen Beispiele aus Leipzig, Stuttgart, Stadt und Region Frankfurt ergänzten die Erfahrungen zu Auswirkungen von Umweltzonen, regionalen Ansätzen der Förderung des Radverkehrs, Aspekten der Organisationsentwicklung bei der Vereinigung von Transportunternehmen und zum Nachfragemanagement der Mobilität.

Im Rahmen einer Exkursion stellte die Gastgeberstadt Bogotá verschiedene Erfahrungen vor: Fahrradförderung (Fahrradrouten), dem Schnellbussystem Transmilenio, der Einsatz von Hybridbussen und Kampagnen der Verkehrsbeschränkung. Ganz praktisch konnten die Teilnehmenden bei dieser Exkursion die Leihfahrräder und Fahrradwege in Bogota testen.

Ergebnisse

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit zum Austausch, zum gegenseitigen Lernen und Beratung dank der partizipativen Methoden wie Galerie der Guten Praktiken, Praktiker-Ecken und kollegiale Beratung intensiv genutzt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden neun Projekte für die weitere länderübergreifende Zusammenarbeit identifiziert, von denen drei im Rahmen der Veranstaltung weiter vorbereitet werden konnten: Projekt „Umweltzone“, Projekt „Ein Tag ohne Auto“ und Projekt „Planung von integrierten nachhaltigen Verkehrssystemen“. Die hochmotivierte Teilnehmergruppe will nun gemeinsam an diesen Projekten arbeiten und sich gegenseitig in der Aufgabe der Förderung der nachhaltigen Mobilität in ihren Städten stärken. Dabei geht es um viele kleine Schritte der Überzeugung der relevanten Akteure und von einer kurzfristigen Planung und Umsetzung von kleinen Maßnahmen zu konjunkturpolitisch übergreifenden Visionen und Planungen und damit nachhaltigen Umstellung des Verkehrssystems zu einem nachhaltigen Gesamtkonzept.

Bericht

Connective Cities Taller de Proyectos
 ¿Cómo Mejorar la Movilidad y la Calidad del Aire en nuestras Ciudades?
Reducción de Emisiones en la Ciudad a través de Conceptos integrales de Movilidad Sostenible

17 al 19 de Junio de 2015 en Bogotá, Colombia
[Spanische Fassung, pdf, 2,9 mb, 24 Seiten]

Galerie

Interviews

Interview mit Herrn Winfried Schmitz, Diplom-Geograph & Raumplaner ETH

Bereichsverantwortlicher Marketing, Kundenkommunikation & Mobilitätsforschung
traffiQ Lokale Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

durchgeführt am 20. Juni 2015 in Bogotá von Ingrid Roesner, Connective Cities


Connective Cities (CC):

Herr Schmitz, Sie haben an unserem Event zum Thema Mobilität und Luftqualität teilgenommen und auch selber einen Beitrag geleistet. Zu welchem Thema war Ihr Beitrag?

Winfried Schmitz (WS):
Das Thema war: „Wie können Organisationsentwicklungen einen Beitrag leisten, Mobilität besser und kundenfreundlicher zu organisieren, um mehr Nahverkehrsleistung nachzufragen und damit auch die Luftqualität dahingehend zu verbessern, dass weniger motorisierter Individualverkehr benötigt wird“.

CC:
Welche Rückfragen gab es zu Ihrem Beitrag und welche Themen waren besonders interessant?

WS:
Besonders interessant waren die Themen: Wie richten wir uns an den Kundenwünschen aus, wie bringen wir Transparenz rein und wie wissenschaftlich fundiert ist das Ganze? Eine wichtige Basis für uns ist, genau zu wissen, was Menschen wollen, wohin sie wollen, wie sie mobil sein wollen, um dann das Nahverkehrsangebot auch dahin auszurichten. Das war das, was am meisten nachgefragt wurde.

CC:
Wie wurde es aufgenommen, dass Sie aus Deutschland Erfahrungen hier in Lateinamerika einbringen?

WS:
Es ist sehr gut aufgenommen worden. Ich bin aber auch der Meinung, dass wir Deutsche auch sehr viel aus Lateinamerika lernen können, weil die in vielen Bereichen sehr viel weiter sind als wir. Wir können auch einbringen, was wir für Fehler gemacht haben, wo wir was Neues entwickeln wollen. Man schaut sehr interessiert darauf, was Deutschland macht.  Ich finde,  Deutschland  würde es gut tun auch zu beobachten, was andere Länder tun.

CC:
Sie sind ja Experte beim Thema Mobilität. Was konnten Sie beobachten, welche Themen haben Relevanz in der Region?

WS:
Das ist sehr unterschiedlich. Die Themen liefen sehr speziell ab: Autofreie Tage oder bestimmte Aktionen. Ich denke die Förderung des Radverkehrs nimmt einen enormen Anteil in der Wahrnehmung und Entwicklungsperspektive in Lateinamerika ein. Die Frage des Nahverkehrs eher weniger, was ich schade finde, weil es da, wie ich glaube, auch noch viel zu tun gibt. Der Radverkehr hat diese Veranstaltung sehr dominiert. Das kann man aber natürlich auch nicht immer steuern.

CC:
Was haben Sie für Beobachtungen zum Verlauf der Veranstaltung gemacht?

WS:
Ich fand die Veranstaltung vom Verlauf her ganz hervorragend,  da hab ich auch sehr viel methodisch gelernt. Wie kann man Gesprächsrunden führen, wie kann man Interaktion, Moderation fahren, um möglichst viel kollegiale Beratung, Input und gemeinsame Ideenentwicklung voranzutreiben. Methodisch fand ich das ganz hervorragend. Auch ansonsten die bunte Mischung verschiedener Partner und das gemeinsame Überlegen, gemeinsame Arbeiten an Themen, hat wie ich finde, sehr gut geklappt - trotz der Sprachbarrieren, die auch durch die Übersetzung eigentlich fast nicht mehr existent waren. Das war schon wirklich ganz prima. Also ich ziehe ganz viel selber daraus. Ich habe nicht nur was mitgebracht, sondern nehme auch ganz viel mit. Das ist sehr schön.

CC:
Bei der Veranstaltung wurden verschiedene Projekte entwickelt. Was haben Sie für Beobachtungen oder Rückmeldungen zu den Projekten?

WS:
Also ich habe in dem Projekt „Entwicklung Integrierter Verkehrssysteme“ gearbeitet. Dabei geht es um eine Organisationsentwicklung für Toluca in Mexiko. Das sind Themen, die mich persönlich auch interessieren und wo wir als Unternehmen einen Beitrag leisten können. Da fand ich es schade, dass da so wenige teilgenommen haben. Man hat dann sehr stark auf sehr konkreten Ebenen gearbeitet, wie der autofreie Tag oder der Ökozone. Es hat auch definitiv seine Berechtigung, über kleinere oder auch sehr konkrete Maßnahmen das große Ganze zu fördern. Das hat sich am Ende der Veranstaltung am Freitagabend ja auch noch herauskristallisiert: Die Stadt Bogota hat nochmal ausdrücklich nachgefragt  und wollte in einer Extrarunde mit den anderen Partnern den autofreien Tag  besprechen. Ich finde, die strategischen Themen hätte man etwas vertiefen können.

CC:
Sie hatten eben schon mal gesagt, dass Sie auch etwas mitnehmen aus dem Event. Was können Sie dazu sagen, was nehmen Sie mit?

WS:
Ich nehme ganz viel Methodik mit. Auch ein großes Kompliment an Sie, Frau Rösner, und an das Team, wie das aufgebaut wurde. Das finde ich ganz prima. Also methodisch, wie kriege ich Ideen entwickelt oder wie komme ich weiter, auch in heterogenen Gruppen. Und ich nehme mit, auf welchem Weg viele Städte in Lateinamerika sind, wie gut die sich entwickeln und wie viel weiter sie teilweise schon sind als in Deutschland. Also ich finde, dass etwa der Transmilenio noch einige Aufgaben zu bewältigen hat. Aber diesen Weg, eine Siebeneinhalb-Millionen-Stadt nur mit Busverkehrsleistungen zu organisieren, find ich ganz enorm. Auch die Diskussion über Mexiko mit 27,3 Millionen, das sprengt jede Vorstellung, selbst von großen Städten in Deutschland. Das ist schon sehr imposant. Man muss da auch in größeren Dimensionen denken. Das finde ich spannend und das macht Freude.

CC:
Was haben Sie noch für Empfehlungen für Connective Cities?

WS:
Ich weiß jetzt nicht genau, was in den bisherigen Veranstaltungen konkret besprochen wurde. Also diese strategischen Aspekte, die könnte man noch ein bisschen fördern. Das war auch ein Eingangsstatement am Mittwoch. Ein Kollege aus Bogotá meinte, ja, wir lösen viele Probleme, aber uns fehlen auch mal langfristige Strategien. Ich finde auch, darüber sollte man mal nachdenken und reden. Vielleicht auch, dazu gezielter Leute einzuladen. Sonst ist man immer ein bisschen davon abhängig, wie sich Teilnehmer entscheiden. Aber vielleicht auch mal konkret ein Thema setzen - ich denke schon, dass das wichtig ist.

CC:
Vielen Dank für das Interview!


Interview mit Frau Maria Paula Ávila Gonzales, 
Stadtverwaltung Bogotá, Koordinatorin REDCISUR

durgeführt am 20. Juni 2015 in Bogotá von Ingrid Roesner, Connective Cities

Connective Cities:
Liebe Maria Paula, Du hast an unserer Projektwerkstatt als Vertreterin der Stadt Bogotá teilgenommen. Bei der Veranstaltung ging es um das Thema Mobilität und Luftqualität. Welche Relevanz hat dieses Thema für die Stadt Bogotá und für die Region?

Maria Paula Ávila Gonzalez:
Zunächst einmal vielen Dank für die Einladung! In der Tat nehme ich für die Stadtverwaltung Bogotas teil, außerdem aber auch in meiner Funktion als Koordinatorin des Netzwerkes südamerikanischer Städte REDCISUR, in dem 10 lateinamerikanische Hauptstädte vertreten sind: Mexiko, Bogotá, Lima, Quito, La Paz, Sucre, Santiago de Chile, Buenos Aires, Montevideo und Asunción. Für uns als Netzwerk sind der Klimawandel und die Umwelt sowie die nachhaltige Stadtentwicklung, die städtische Mobilität und die Luftqualität zentrale Arbeitsbereiche. Deshalb ist es für uns sehr bereichernd, uns mit anderen lateinamerikanischen Städten und mit deutschen Städten auszutauschen, die nicht Teil unseres Netzwerks sind – das Teilen von Erfahrungen ist sehr wichtig!

Connective Cities:
Wie bewertest du den Verlauf der Veranstaltung?

Maria Paula Ávila Gonzalez:
Ich habe sehr viel gelernt. Mir gefallen die Methodik sowie die Arbeits- und Lernweise der Projektwerkstatt. Das Konzept ist sehr innovativ und daher sehr interessant – 14 Erfahrungen an drei Tagen kennen zu lernen  ist wirklich bereichernd.

Connective Cities:
Was nimmst du für deine Arbeit mit?

Maria Paula Ávila Gonzalez:
Ich würde gern zwei Projekte mit Connective Cities und den vertretenen Städten mitnehmen: Zum Einen würde ich mich freuen, wenn Connective Cities und die hier vertretenen Städte am Bogotá Climate Summit teilnehmen. Dieser findet vom 20.-22. September 2015 statt. Zum Anderen würde ich gerne den regionalen autofreien Tag vorantreiben und die Zusammenarbeit mit Connective Cities in allen Bereichen ausbauen. 

Connective Cities:
Welchen Beitrag hat die Stadt Bogotá zur Projektwerkstatt geleistet?

Maria Paula Ávila Gonzalez:
Ich denke, dass wir mit dem Thema „autofreier Tag“ in Bogotá über 14 Jahre so gute Erfahrungen gesammelt haben, dass wir gute Argumente haben, um das Modell international zu bewerben und verbreiten. Wenn wir beispielweise erreichten, dass eines Tages Stuttgart als Autostadt, inspiriert von Bogotá im Rahmen dieser Veranstaltung, einen autofreien Tag einführt, so wäre das ein riesiger Erfolg und ein wichtiger Beitrag, den wir zum Thema Mobilität und Klimaschutz geleistet hätten.

Connective Cities:
Vielen Dank für das Interview!


Interview mit Herrn Torben Heinemann

Abteilungsleiter Generelle Planung im Verkehrs- und Tiefbauamt, der Stadt Leipzig
(im Dezernat Stadtentwicklung und Bau)

durchgeführt am 20. Juni 2015 in Bogotá von Ingrid Roesner, Connective Cities


Connective Cities:
Herr Heinemann, Sie waren bei unserem Event von Connective Cities zum Thema Mobilität und Luftqualität in Bogotá beteiligt. Sie haben einen Beitrag zu Erfahrungen von Leipzig eingebracht.  Zu welchem Thema war Ihr Beitrag?

Torben Heinemann:
Aus Leipzig habe ich vorgestellt, wie wir mit dem Thema Umweltzone und deren Einführung umgegangen sind. Auch welche Effekte die Umweltzone und die Diskussion während der Einführung und danach über die Jahre in der Stadtplanung hatten. Wir haben nach der Wiedervereinigung in den 1990er Jahren angefangen uns damit zu beschäftigen, wie wir die mit dem Anstieg der Motorisierung zu erwartenden Verkehrsprobleme in Leipzig lösen können und haben beispielsweise 1993 für das Stadtzentrum ein Verkehrskonzept „Autoarme Innenstadt“  entwickelt und waren damit letztlich über die Jahre auch erfolgreich. Insbesondere seit 2003 konnten wir erreichen, dass wieder mehr Verkehrsanteile vom Autoverkehr auf den Umweltverbund verlagert wurden, also die Leipziger für mehr Wege anstatt des Autos wieder vermehrt die Verkehrsmittel des Umweltverbundes nutzen, zu Fuß gehen, Rad fahren und den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Die Umweltzone war dann 2011 noch so ein i-Tüpfelchen, durch das wir erreichen konnten, dass aller Fahrzeugverkehr, der in die Stadt muss, saubere Fahrzeuge nutzt und wir hierdurch Luftschadstoffbelastungen besser senken konnten, als wenn wir das nicht so geregelt hätten.

Connective Cities:
Welche Themen Ihres Beitrages waren besonders nachgefragt von Ihren südamerikanischen Kollegen?

Torben Heinemann:
Das war zu beiden Punkten: Zum einen was bedeutet eine Umweltzone, was kann sie leisten, welche Wirkung kann sie entfachen und zum anderen das Thema wie kann eine Innenstadt, wie beispielsweise in Leipzig, mit einer Verkehrskonzeption „Autoarme Innenstadt“ funktionieren. Wie kann man den Verkehr so organisieren, dass weniger Parksuchverkehr entsteht, dass es keinen Durchgangsverkehr in der Innenstadt gibt, dass die Innenstadt aber sehr wohl als Geschäftszentrum für die gesamte Stadt und als Zentrum in der Region gut zu erreichen ist? In Leipzig haben wir eine ausreichende Zahl von Tiefgaragen und Parkhäusern und auf den Straßen in der Innenstadt muss nicht mehr geparkt werden. Diese Flächen sind jetzt frei für Behindertenstellplätze, für das Laden und Liefern oder auch für das Abstellen von Fahrrädern.

Connective Cities:
Wie wurde es von den Teilnehmern aufgenommen, dass bei diesem Event auch deutsche Erfahrungen eingebracht wurden?

Torben Heinemann:
Zunächst einmal mit großer Neugierde. Auch mit der Frage, können wir das auch? Kann man das, was vielleicht in Deutschland klappt, auch bei uns so umsetzen? Ist das vergleichbar? Ich denke es wird sehr spannend sein, wenn sich die Kolleginnen und Kollegen in ihren einzelnen Städten mit den Themen nochmal beschäftigen, was tatsächlich umzusetzen ist. Gibt es vergleichbare Situationen, gibt es beispielsweise einen Bereich im Stadtzentrum, der besonderen Schutz braucht? Gibt es dafür eine Regelung, die akzeptiert wird? Ich denke da sind noch Potentiale, die vielleicht einfacher zu erschließen sind und für eine langfristige Perspektive besser geeignet sind, als wenn man nur mit Großaktionen für einen einzelnen Tag versucht Effekte zu erzielen. Die Aktionstage sind immer eine besondere Situation und eben nicht der normale Alltag und können deswegen vielleicht auch nicht kurzfristig wirken. Trotzdem sind Aktionstage sehr wertvoll, weil sie dazu beitragen eine positive Grundstimmung für ein alternatives Verkehrsverhalten zu erreichen und sind von daher eigentlich unverzichtbar.

Connective Cities:
Sie sind Experte im Thema Mobilität. Was haben Sie beobachtet, welche Themen haben Relevanz in der Region?

Torben Heinemann:
Ganz konkret ist mir die Dieselproblematik im Stadtverkehr aufgefallen. Hier gibt es gerade auch im ÖPNV noch Verbesserungsbedarf. Die heutigen Fahrzeuge, die in großer Anzahl auf den Haupttrassen fahren, schneiden noch schlecht ab und stoßen ohne Partikelfilter große Rußemissionen aus. Dies ist ein zweischneidiges Schwert, weil diese Busse einerseits das Rückgrat für den ÖPNV sind und hier Lateinamerika heute noch sehr stark auf Busse gesetzt wird, und weil andererseits damit auch große Dieselemissionen im ÖPNV verursacht werden. Der Begriff Umweltverbund kann hier für den Bus noch nicht vollumfänglich gelten. Wie jetzt hier eine Wende zu erreichen ist, zum Beispiel durch alternative Antriebstechnik, kann ich noch nicht erkennen. Der Dieselmotor ist eine traditionelle Technik, mit der man vor Ort Erfahrung hat, aber er bedeutet eben auch riesige Belastungen, die sich in den Innenstädten konzentrieren, so dass man nicht unbedingt sagen kann, es ist das sauberste Verkehrsmittel. Das BusRapidTransit-System ist aktuell sicherlich die einzige Chance, bei der Dichte der Städte Mittel- und Südamerikas und bei den Personenzahlen, die befördert werden müssen, überhaupt den Verkehr im Stadtzentrum in den Griff zu kriegen.

Connective Cities:
Ist nach Ihrer Meinung diese Problematik ausreichend diskutiert worden?

Torben Heinemann:
Ich denke es ist überall ein Grundwissen bei den Teilnehmern vorhanden und es konnte ausreichend diskutiert werden. Sicherlich kann man die Themen weiter vertiefen, aber da ist es vielleicht dann auch eine Frage, ob es dazu diesen Teilnehmerkreis hier braucht oder ob wir dann die jeweiligen Spezialisten in den Städten ansprechen müssen. Hier im Workshop das sind die Interessierten, die auch schon über ein entsprechendes übergreifendes Wissen verfügen. Um die Themen jetzt weiter zu vertiefen müsste vor Ort mit jeweils für das Thema zuständigen und verantwortlichen Personen gearbeitet werden. Das ist dann ein anderer, erweiterter Personenkreis, der angesprochen werden müsste und dafür auch ansprechbar sein müsste. Gegenfalls muss hier vor Ort auch erst noch die nötige Überzeugungsarbeit geleistet werden, wenn das eben noch nicht so gesehen wird.

Connective Cities:
Sie haben den Verlauf der Veranstaltung miterlebt.  Was meinen Sie zum Verlauf unserer Veranstaltung?

Torben Heinemann:
Die Methodik der Veranstaltung hat mir sehr gut gefallen. Sie war sehr gut geeignet, dass man vermeintliche kulturelle oder auch von den jeweiligen Hierarchien her kommende Hürden abbauen konnte. Mit dem gewählten Einstieg hat man sofort die Chance gehabt, sich auf gleicher Ebene zu bewegen und alle sonstigen Schranken, die noch irgendwie bestanden hätten, waren weg.  Die Sprachbarrieren, die es natürlich gibt, waren durch das direkte Dolmetschen und Übersetzen überwindbar. Ich kann mir vorstellen, dass man unsere Fahrrad-Tour am zweiten Tag, als weitere Variante an einem anderen Tag zum Beispiel als geführte Fuß-Tour, als Rundgang, anbieten sollte. Die Fahrrad-Tour hätte gerne auch noch etwas länger ausfallen können, weil diese Touren immer gut geeignet sind, das Gemeinschaftsgefühl und den fachlichen Austausch, zum Beispiel bei kurzen Pausen, zu fördern. Wenn solche Touren zusätzlich durch die Medien begleitet werden, können Eindrücke der Tagung auch nach draußen vermittelt werden, so dass der Workshop dann nochmal einen größerem Stellenwert bekommt.

Connective Cities:
Bei der Veranstaltung sind von den Teilnehmern verschiedene Projekte entwickelt worden.  Was  sagen Sie zu den Projekten, die entwickelt worden sind? 

Torben Heinemann:
Große Hoffnung habe ich, dass die Projekte jetzt nicht nur in der Euphorie des Workshops entstanden sind, sondern dass sie auch weitergeführt werden können. Dass aus dem kleinen Samenkorn, das hier entdeckt wurde, auch eine Pflanze entstehen kann. Ein bisschen war es meine Angst gewesen und ich hoffe, dass die unberechtigt war, dass es mit der euphorischen Stimmung, wenn man dann erstmal nach Hause kommt vorbei sein könnte, wenn die Themen des Arbeitsalltags einen wieder voll im Griff haben.  Was ist dann mit der Projektidee, was sind die richtigen Partner vor Ort, kenne ich schon alle, die für das Projekt gebraucht werden? Habe ich schon die Möglichkeit was erforderlich ist abzustimmen, das Projekt voranzubringen, die Politiker vor Ort anzusprechen, die mich unterstützen sollen? Ich habe die Hoffnung, dass wir es schaffen können auch ein Netzwerk im Internet auf den Weg zu bringen. Das soll auch Mut machen, dass man nicht alleine mit dem Problem vor Ort ist, sondern man sich über das Netzwerk austauschen und Rückhalt finden kann, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Connective Cities:
Unsere Idee ist ja auch das gegenseitige Lernen oder der Austausch in beide Richtungen. Was nehmen Sie von dem Event mit?

Torben Heinemann:
Nach Bogotá bin ich mit dem Wissen gekommen, dass es hier die Ciclovía gibt, also den Aktionstag am Sonntag, an dem von 7-14 Uhr Fahrrad auf dafür extra gesperrten Straßen gefahren werden kann. Das wollte ich gerne erleben oder zumindest die Akteure kennen lernen, die das dann hier vor Ort organisieren. Das hat geklappt und die Aufgabe wird jetzt sein einen Weg zu finden, wie man solche guten Ideen mit nach Europa nehmen kann, wie man mit unseren Städtenetzwerken und unseren jeweiligen Städtepartnerschaften sowas dann auch mal auf die Straße bringen kann. Die Aktionstage sind eben auch eine gute Gelegenheit, für den Radverkehr als attraktives Verkehrsmittel in den Innenstädten zu werben.

Connective Cities:
Haben Sie noch Empfehlungen für uns von Connective Cities?

Torben Heinemann:
Auf jeden Fall weitermachen. Das Modell, die Akteure, die selber vor Ort arbeiten miteinander bekannt zu machen, daraus Netzwerke zu entwickeln ist für mich im Augenblick das non plus ultra. Das eigentlich wichtige, was man nicht nur jetzt hier in Südamerika, sondern auch insbesondere mit nach Europa importieren sollte sind aus meiner Sicht die Partnerschaften auf Augenhöhe. Hiervon kann man auch in  Deutschland und im Erfahrungsaustausch mit den Nachbarländern noch viel lernen.

Connective Cities:
Vielen Dank für das Interview!


Interview mit Frau Jenny Samanez,
Stellvertretende Abteilungsleiterin für nicht-motorisierten Verkehr, Stadtverwaltung Metropolregion Lima

durchgeführt am 20. Juni 2015 in Bogotá von Ingrid Roesner, Connective Cities

Connective Cities:
Jenny Samanez, Sie haben an unserer Projektwerkstatt in Bogotá zum Thema Mobilität und Luftqualität teilgenommen. Woher kommen Sie, welche Funktion haben Sie und welche Relevanz hat diese Veranstaltung für Sie?

Jenny Samanez:
Zunächst einmal vielen Dank im Namen der Abteilung nicht-motorisierter Verkehr der Stadtverwaltung Lima, wo ich arbeite, an Connective Cities für die Einladung. Meine Teilnahme an dieser Veranstaltung war sehr anregend. Es war eine gute Lernerfahrung mit einer Methodik, die ich nicht kannte. Dadurch wurden wir im Verlauf der gesamten Veranstaltung zur aktiven Teilnahme angeregt.  Die Lernerfahrungen, die ich mit nach Lima nehme, umfassen nicht nur die Methodik, sondern auch die Guten Praktiken, die wir hoffentlich in unseren Städten anwenden können.

Ich habe mit einer sehr interessanten Gruppe am Thema „autofreier Tag“ gearbeitet. Wir möchten so einen Tag noch in diesem Jahr in Lima auf den Weg bringen. Als rechtlichen Rahmen haben wir bereits ein Gesetz, das diesen Tag jedes Jahr für den 22. September vorsieht. Das Gesetz wurde bereits im Jahr 2010 erlassen, konnte aber noch nicht umgesetzt werden. Für mich ist es ein großes Glück, dass in meiner Arbeitsgruppe auch die Städte Trujillo, Toluca, Mexiko-Stadt sowie Experten aus Bogotá vertreten sind. Die Kolumbianer, die bereits eine fünfzehnjährige Erfahrung mit der Aktion haben, werden uns mit ihrem Know-How bei der Umsetzung am diesjährigen 22. September helfen. Falls die Durchführung nicht in der gesamten Metropolregion Lima möglich sein sollte, einer Stadt mit 10 Millionen Einwohnern und einem defizitären öffentlichen Personenverkehr, möchten wir zumindest eine Pilot-Aktion in einem wichtigen Teil der Stadt durchführen.

Connective Cities:
Dieses und auch andere Themen wurden während der Veranstaltung ausführlich behandelt. Welche Relevanz haben diese Themen für Lima und die Region?

Jenny Samanez:
Das Thema „Umweltzone“ ist jedenfalls sehr interessant. In Lima und in Peru im Allgemeinen gibt es derzeit keine solche Umweltzone. Der Vertreter des Ministeriums für Wohnungsbau, der ebenfalls teilgenommen hat, nimmt solche Ideen mit und wird diese dann der Zentralregierung vorstellen. Ein anderes Thema, das mich sehr interessiert hat, ist der Erfahrungsaustausch. In dieser Arbeitsgruppe hatten wir verschiedene Akteure aus ähnlichen Kontexten, mit Ausnahme der deutschen Akteure. Was die Themen Umwelt und nachhaltige Mobilität angeht, so denke ich, dass die deutschen Teilnehmer dennoch erfolgreiche Erfahrungen aus Bogotá und Lima als Beispiele mitnehmen werden. So zum Beispiel die Sperrung öffentlicher Straßen zur Nutzung für  sportliche Aktivitäten und die daraus resultierenden Vorteile für die Lebensqualität, die Bevölkerung, die Gesundheit, die Umwelt und die Luftqualität.

Connective Cities:
Welche Erfahrung nehmen Sie von der Veranstaltung mit?

Jenny Samanez:
Zunächst einmal die Freude, eine Gruppe von Menschen kennen gelernt und mit ihnen zusammen mehr gelernt zu haben, als ich gedacht hätte. Das Thema „saubere Luft“ beispielsweise interessiert mich sehr, auch wenn ich nicht direkt dazu arbeite. Alles, was ich hier über die drei Tage gehört habe sowie die Erfahrungen werden von großem Nutzen sein und ich werde es hoffentlich auch in  meiner Arbeit nutzen können. Ich denke, wir gehen alle hier mit der Verbindlichkeit weg, dass das, was wir hier geplant haben, auch durchgeführt werden soll.

Leute kennengelernt zu haben, die sehr gut vorbereitet, sehr professionell und allesamt Experten auf ihrem Gebiet waren, war sehr bereichernd. Auch der Besuch beim Transmilenio hat mir sehr gut gefallen. Es war das erste Mal, dass ich in einem Hybridbus gefahren bin. Ich glaube, das könnte die Zukunft für Lima sein. Lima hat veraltete Verkehrsmittel, im Durchschnitt sind diese mehr als 25 Jahre alt.  Daher denke ich, dass dies der Weg ist, den wir gehen sollten. Der Besuch bei der Leitstelle des Transmilenio war sehr interessant, denn in Lima haben wir ein äquivalentes Transportsystem, den Metropolitano.

Ich nehme also nur positive Eindrücke mit nach Hause, sowohl von der Methodik als auch von den Menschen. Die Rolle des Moderators war auch wichtig.  Er hat viel  Charisma und hat uns auf eine koordinierte und dennoch humorhafte Weise zum Arbeiten animiert.  Außerdem hat er dafür gesorgt, dass alle stets pünktlich waren und uns dabei geholfen, eine „Fahrplan“ für unsere Vorgehensweise zu entwerfen. In jeglicher Hinsicht war die Veranstaltung also sehr nützlich für uns.

Connective Cities:
Was konnten Sie als Vertreterin der Stadt Lima in die Projektwerkstatt einbringen?

Jenny Samanez:
Wir vom Bereich nicht-motorisierter Verkehr konnten unsere Programme vorstellen und deren Funktionsweise erläutern, z.B: „Zur Schule mit dem Fahrrad“, „Zur Uni mit dem Fahrrad“ und „Touristentouren mit dem Fahrrad“, die wöchentlich stattfinden. Außerdem haben wir Sensibilisierungskampagnen einmal pro Woche zum Thema „Rücksichtnahme auf Radfahrer und Fußgänger“ und zeitweise werden einige Hauptstraßen teilweise für Autos gesperrt. Darüber hinaus konnten wir von dem bereits erwähnten Gesetz und von unserem Handbuch zu technischen Vorschriften berichten. Auch  haben wir einen Fahrradwegführer. Es war wirklich ein Erfahrungsaustausch.

Connective Cities:
Was denken Sie über die während der Veranstaltung entstandenen Projekte?

Jenny Samanez:
Die drei Projekte sind sehr interessant. Ich bin Mitglied in der Projektgruppe zum „autofreien Tag“. Eine andere Gruppe arbeitet zum Thema Umweltzone und die dritte zum Thema „Implementierung der Methodiken“, dem Gesamtsystem. Gerade auch das Thema Umweltzone erscheint mir sehr interessant, auch in Hinblick auf eine mögliche Anwendung in Lima.

Das große Problem in Lima und in der Stadtverwaltung sind die finanziellen Beschränkungen. Wir haben hier einen Vertreter des Wohnungsbauministeriums, der unser Projekt des autofreien Tages unterstützen will. Hier werden wir also zusammen arbeiten, um zu erörtern, welche Maßnahmen ergriffen werden können: Zum Beispiel eine Erhöhung der Tarife für Parkplätze oder die Umwandlung  von Parkplätzen in  Fahrradwege. Lima soll so zu einer freundlicheren, lebenswerteren, gesünderen und ökologischeren Stadt werden. 

Connective Cities:
Welche Empfehlungen haben Sie für Connective Cities?

Jenny Samanez:
Zunächst einmal meinen herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen Veranstaltung. Die Veranstaltungen sollten fortgesetzt werden  und am besten zwei Mal im Jahr durchgeführt werden, am besten in verschiedenen teilnehmenden Städten. Das wäre ideal, damit die Erfahrungen und der Wissensaustausch in den konkreten Projekten genutzt  werden und diese umgesetzt werden können. Das Wichtigste ist, dass wir vernetzt bleiben und uns bei einer weiteren Gelegenheit austauschen können – nach dem Motto: Du hast dich zu jenem verpflichtet, was hast du bisher unternommen? Hast du dein Projekt weitergeführt? Hast du dich bereits um die Finanzierung bemüht? Welche Empfehlungen hast du?

Connective Cities:
Vielen Dank für das Interview!

 


Interview mit Sandra Saldaña,
Direktion für Umwelt und öffentliche Dienstleistungen, Toluca, Mexiko

durchgeführt am 20. Juni 2015 in Bogotá von Ingrid Roesner, Connective Cities

Connective Cities:
Sie haben an unserer Projektwerkstatt zum Thema Mobilität und Luftqualität teilgenommen. Welche Relevanz hat das Thema der Veranstaltung für Sie?

Sandra Saldaña:
Eine sehr hohe Relevanz, da die Stadtverwaltung Toluca ebenfalls zu diesen Themen arbeitet. Für uns war die Veranstaltung eine sehr bereichernde Erfahrung. Für die Einrichtung unserer Umweltzone nehmen wir neue Konzepte mit, die wir hier anwenden können. Wir haben sehr viel Beachtung und fachliche Unterstützung erhalten und hoffen, die Gelegenheit zu haben, das zurückgeben zu können.

Connective Cities:
Wie hat Ihnen der Verlauf der Veranstaltung gefallen?

Sandra Saldaña:
Der Verlauf war außerordentlich gut. Es waren sehr dynamische Sitzungsrunden, bei denen die Zusammenarbeit spürbar war.  Die Veranstaltung war sehr praxisorientiert und interaktiv, was sehr bereichernd war.

Connective Cities:
Was nehmen Sie von der Veranstaltung mit?

Sandra Saldaña:
Gemeinsame Projekte, an denen wir verbindlich weiterarbeiten möchten. So möchten wir gerne unsere Umweltzone, die öffentlichen Fahrräder und die Planung von nicht-motorisiertem Verkehr voranbringen, wobei wir freundlicherweise von Ihnen unterstützt werden.

Connective Cities:
Was konnten Sie, die Teilnehmer aus Toluca, in die Veranstaltung einbringen?

Sandra Saldaña:
Wir konnten vor allem unser Know-How und unsere Praxiserfahrung aus der Vorbereitung unserer Umweltzone einbringen; ein Thema, das andernorts auch als Low-Emission-Zone bezeichnet wird. Wir wollten dieses Projekt aus der Sicht der Realität in Toluca erläutern und haben den anderen Stadtverwaltungen die Erfahrung aus dem Integrationsprozess des Projektes vermittelt.

Connective Cities:
An der Veranstaltung haben sowohl Vertreter lateinamerikanischer Städte als auch Vertreter deutscher Städte teilgenommen. Wie haben Sie die Teilnahme der deutschen Vertreter wahrgenommen?

Sandra Saldaña:
Die Vision und die Einstellungen der deutschen Teilnehmer haben mich überrascht. Sie waren sehr verständnisvoll gegenüber den Realitäten, die wir in unseren lateinamerikanischen Städten erleben und haben uns auch Verbesserungsvorschläge für bestimmte Problematiken gemacht, die sie hier beobachtet haben. Vor allem aber waren sie sehr offen für die Projekte, die wir aus unseren Städten vorgestellt haben, auch in Hinblick auf eine Übertragung auf den Kontext in ihren Städten. Besonders aufgefallen ist mir das Interesse an den Aktionstagen, an denen wir zum Beispiel in Toluca und Bogotá zentrale Verkehrsstraßen schließen, damit diese von Radfahrern, Skatern oder Joggern genutzt werden können. Die deutschen Praktiker nehmen diese Idee mit und überlegen sich, wie man das Konzept in Deutschland anwenden kann. Diese zurückhaltende und offene Einstellung der deutschen Teilnehmer hat mir sehr gut gefallen.

Connective Cities:
Was ist Ihre Meinung zu den Projektideen, die während der Veranstaltung entwickelt wurden?

Sandra Saldaña:
Ich denke, es sind Projekte, die in lateinamerikanischen Städten sehr gut umgesetzt werden können. Gestern haben wir darüber gesprochen, wie die Lokalregierungen in Lateinamerika ständig nur planen, planen, planen, sich aber nie entscheiden können, den entscheidenden Schritt nach vorn zu machen. Ich denke, es ist immer mit Ängsten verbunden, diesen Schritt zur Umsetzung wichtiger Projekte wie autofreier Tage oder einer Umweltzone zu machen. Das liegt daran, dass wir uns ein wenig allein mit dem Projekt fühlen. Doch jetzt nach der Veranstaltung fühle ich mich sehr unterstützt und bestärkt, dass unsere Umweltzone nicht nur eine persönliche Vision oder Idee ist. Es ist ein richtiges Projekt, ein richtiges Stück Arbeit, das von so wichtigen Organisationen wie der GIZ bzw. Connective Cities sowie von Experten aus anderen Städten unterstützt wird.

Connective Cities:
Haben Sie Empfehlungen für Connective Cities?

Sandra Saldaña:
Ich denke, wir müssen kreativ bleiben und regelmäßig Treffen organisieren – etwa monatlich oder zweimonatlich über das Internet. Hier könnte Connective Cities eine Plattform bereitstellen, die als Treffpunkt für die auf den Präsenzveranstaltungen vernetzten Praktiker dient. Zu reisen und neue Städte kennenzulernen ist natürlich auch sehr bereichernd. Wir sollten auf jeden Fall dran bleiben und versuchen, den Austausch mit einer gewissen Regelmäßigkeit und Kontinuität zu organisieren  Austausch zu kriegen, um die Arbeit an den Projekten nicht aus den Augen zu verlieren. Hier wäre es gut, wenn Connective so eine Onlineplattform erstellen und verwalten könnte.

Connective Cities:
Vielen Dank für das Interview!


Kategorien:Connective CitiesDokumentationIntegrierte StadtentwicklungNachhaltige MobilitätStadt und Klimawandel
Regionen:LateinamerikaKolumbienBogotá

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