Digitalisierung der Verwaltung von Nablus

Expertenmission vom 27. bis 30. Dezember 2019 in die Palästinensischen Gebiete

In Anknüpfung an die in Nürnberg 2018 durchgeführte Connective Cities Dialogveranstaltung „Strategies for a Digital City“ entstand ein reger Austausch zwischen den Städten Nürnberg und Nablus. Zur Vertiefung der Kooperation reisten nun zwei deutsche kommunale Experten in die Palästinensischen Gebiete, um die lokalen Akteure in Fragen der kommunalen Digitalisierung zu beraten.

Digitalisierung und neue Technologien bieten vielfältige Möglichkeiten zur Verbesserung der von den Kommunen angebotenen öffentlichen Dienstleistungen. Sie können dazu beitragen, eine direkte Interaktion zwischen der Kommune und den Bewohnerinnen und Bewohnern zu schaffen und somit ihre Dienstleistungen für die Bürger besser zugänglich zu machen. Dies zeigten vielfältige gute Praktiken beispielsweise aus der Ukraine oder Ruanda auf der Connective Cities Dialogveranstaltung in Nürnberg im Oktober 2018.

Diese Praxisbeispiele zeigten auch, dass Kommunen auf ihrem Weg zur digitalen Stadt eine eigene Strategie entwickeln müssen, die sicherstellt, dass die Digitalisierung neben einem kommerziellen Gewinn einen Mehrwert für das Gemeinwohl mit sich bringt.

Um Nablus auf diesem Weg zu unterstützen, reisten Prof. Dr. Stefan Bege und Frank Belzer aus dem Stab Stadtentwicklung im Bürgermeisteramt beziehungsweise dem Hochbauamt der Stadt Nürnberg Ende 2019 in die Palästinensischen Gebiete. In einem ersten Schritt stellten die beiden Experten die strategischen Rahmenbedingungen in Nürnberg vor, um den Kolleginnen und Kollegen der Partnerverwaltung die Möglichkeiten zu geben, Technologieanpassungen auf die Situation von Nablus zu diskutieren.

Bereits im Vorfeld der Entsendung wurde deutlich, dass der von Nablus kommunizierte Beratungsbedarf ein weites Spektrum kommunaler Digitalisierung abdeckt. Ziel der Mission war es daher auch, durch den Austausch mit den zahlreichen Fachleuten aus unterschiedlichen Abteilungen der Kommune Nablus, Bereiche für eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit zu identifizieren: diese bilden die Grundlage für eine mögliche Expertenentsendung auf operativer Ebene.

Demnach besteht unter den Fachleuten Konsens, dass zur Lösung der heterogenen Problemstruktur in Nablus beispielsweise ein Experteneinsatz zu folgenden Themen sinnvoll erscheint: Datennetz (Struktur, Entwicklung, Umsetzung, Monitoring), Energieversorgung öffentlicher Gebäude, E-Rechnung und Kapazitätsberechnungen für Hochbaumaßnahmen und Controlling.

Darüber hinaus machten die Akteure aber ebenfalls deutlich, dass neben der operativen Unterstützung durch Experten vor Ort weiterer Beratungsbedarf in den strategischen Handlungsfeldern besteht. Um letztlich die Vorteile einer Digitalisierung der Verwaltung bestmöglich umzusetzen und zu nutzen, fassten die Teilnehmenden – in Abhängigkeit der verfügbaren Kapazitäten auf beiden Seiten - auch eine mögliche Expertenhospitation von Kolleginnen und Kollegen aus Nablus in Nürnberg ins Auge.

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