Trainings- und Entwicklungszentrum für Frauen in der Gemeinde Hay Al-Andalus in Libyen

Ein geschlechtersensibler Ansatz zur Förderung der Frauenbeschäftigung

Übersicht

Das Zentrum für die Entwicklung und Ausbildung von Frauen wurde als sozioökonomisches Projekt geplant, das auf die wirtschaftliche Befähigung von Frauen und die Förderung des weiblichen Unternehmertums abzielt. Das Zentrum bietet Arbeitsvermittlungsdienste und Kurse zur Kapazitätsentwicklung an. Sie umfassen verschiedene wissenschaftliche und soziale Themen sowie Freizeitaktivitäten, die auf das menschliche Wohlbefinden der Geförderten abzielen.

Das Projekt ist Teil des von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierten Programms "Unterstützung von Kommunen" in Libyen, das von der GIZ in Zusammenarbeit mit dem libyschen Ministerium für lokale Verwaltung und der Stadtverwaltung von Hay Al-Andalus durchgeführt wird. Weitere wichtige Akteure waren die lokale Zivilgesellschaft, das Büro für Frauenförderung im Präsidialrat, das Arbeitsministerium und Geschäftsleute in der Gemeinde.

Hintergrund

Die Gemeinde Hay Al-Andalus befindet sich im Nordwesten der Hauptstadt Tripolis. Mit 340.000 Einwohnern ist sie die drittgrößte Gemeinde Libyens, gemessen an der Einwohnerzahl.

Der Bürgerkrieg hat katastrophale Auswirkungen auf die Infrastruktur und das Leben der lokalen Bevölkerung. Viele Frauen haben sich als Alleinverdienerinnen in ihren Haushalten etabliert, finden aber keine geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten in einem sicheren Umfeld.

Um diesen Mangel zu beheben und die dringende Notwendigkeit, weibliche Existenzmöglichkeiten zu fördern, wurde das Hay Al-Andalus Women's Training and Development Centre als ein Ort gegründet, der die Bedürfnisse der Frauen in dieser Stadt erfüllt.

Ziele

Die Einrichtung eines Trainings- und Entwicklungszentrums zur Stärkung der sozialen und wirtschaftlichen Fähigkeiten von Frauen in der lokalen Gemeinde Hay Al-Andalus, um ihre Grundbedürfnisse nachhaltig zu erfüllen. Zu den anvisierten Frauen gehören Frauen mit Behinderungen, Witwen und solche, die aufgrund des Bürgerkriegs intern vertrieben wurden.

Aktivitäten

  1. Ermittlung der Bedürfnisse von Frauen in der lokalen Gemeinschaft in enger Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft
  2. Renovierung der Räumlichkeiten des Zentrums und Ausstattung mit allen notwendigen Maschinen und Geräten
  3. Durchführung von Studienreisen zu ähnlichen Zentren in Tunesien, um von deren guter Praxis im Management eines solchen Projekts zu lernen. Diese Peer-to-Peer-Beratung führte zur Auswahl von hochkompetenten Ausbilderinnen, die im Zentrum in Hay Al-Andalus das Textiltraining durchführen. Darüber hinaus wurde eine Schulung von 40 Ausbilderinnen im SARTEX-Zentrum in Monastir, Tunesien, durchgeführt.
  4. Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zwischen der GIZ und der Stadtverwaltung zur Klärung der Rollen- und Aufgabenteilung.
  5. Vorbereitung eines umfassenden Trainingscurriculums zur Genehmigung durch das Arbeitsministerium
  6. Start der Produktionseinheit im Zentrum, um die laufenden Kosten zu decken und finanzielle Nachhaltigkeit zu erreichen.
  7. Durchführung von Kursen zu verschiedenen Themen wie menschliche Entwicklung, Computerkenntnisse und Kosmetik.

Wirkungen

  • Mehr als 40 Frauen haben grundlegende Fähigkeiten in der Textilproduktion erworben.
  • Nach dem Absolvieren  des Abschlusses im Zentrum haben vier Frauen ihr eigenes Unternehmen gegründet und einige andere haben eine Anstellung gefunden.
  • Produktion und Verkauf von 200 Textilartikeln
  • Unterstützung der Gemeinde bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie durch die Produktion von medizinischem Schutzmaterial
  • Das Vorhandensein eines Frauenzentrums hat das Wohlbefinden der Frauen in der Gemeinde und ihre Beteiligung an der Gemeinschaft verbessert.
  • Bei der Renovierung der Räumlichkeiten des Zentrums wurden Grünflächen erhalten, und es wird ein Kinderspielplatz gebaut, um den Zugang der Geförderten zu den benötigten Kinderbetreuungsdiensten während ihrer Ausbildung zu gewährleisten.
  • Der Start der Produktionseinheit im Zentrum wurde in kurzer Zeit erreicht, was eine Schlüsselrolle bei der Erzielung von Einnahmen und der Sicherstellung der finanziellen Nachhaltigkeit des Zentrums spielte.

Fazit

Das hohe Engagement und die volle Kooperation der Stadtverwaltung und aller relevanten Akteure waren der Schlüssel zum Erfolg dieses Good-Practice-Beispiels. Nichtsdestotrotz besteht weiterhin die Notwendigkeit eines unterstützenden Umfelds, um die Förderung von Frauenbeschäftigung und Unternehmertum für Frauen sicherzustellen. Dies kann durch die Verabschiedung eines Ministergesetzes erreicht werden, das die führende Rolle und die Rechte von Frauen in der Leitung des Zentrums garantiert.

Kontakt

Ms. Souad Bin Khalifa

Lead trainer and Strategic Council member

Souadkhalifa332(at)gmail.com

 

Eng.Suheir Al-Madani

Urban planning and development advisor

suheir.almadani(at)giz.de

Bilder

Kategorien:Integrierte StadtentwicklungGender-sensitive StädteSoziale StadtLokale WirtschaftsentwicklungCorporate Social Responsibility / CSRExistenzgründungsförderung
Regionen:AfrikaLibyenHay Al-AndalusNaher Osten

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