Neue Akzente in der öffentlichen Versorgung

Erste Dialogveranstaltung von Connective Cities in Afrika

Übersicht

Zum ersten Dialog der Internationalen Städte-Plattform Connective Cities vom 14.-16. Oktober in Johannesburg trafen sich Vertreter von Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft aus sechs afrikanischen sowie europäischen Ländern. 
Nach Schätzungen von UN Habitat wird bis 2050 ein Anstieg von derzeit 375 Millionen auf 1.2 Milliarden Stadtbewohnern im südlichen Afrika zu verzeichnen sein. 
Dieser Trend der stark zunehmenden Urbanisierung und die daraus resultierenden Anforderungen an die Versorgung vor allem der armen Bevölkerung mit öffentlichen Dienstleistungen stellten den Hintergrund der Veranstaltung dar. Die 25 Fachleute aus Ghana, Lesotho, Sambia, Südafrika, Tansania, Zimbabwe sowie Deutschland und den Niederlanden diskutierten Herausforderungen und Lösungsansätze der kommunalen Dienstleistungserbringung. Im Rahmen eines praktischen Erfahrungsaustausches stellten sie gute Praxisbeispiele vor, welche von partizipativen Ansätzen im Management kommunaler Dienstleistungen über Möglichkeiten zur Finanzierung kommunaler Infrastruktur bis hin zu innovativen Lösungen, wie dem Franchising von Leistungen der Abwasserentsorgung in städtischen Randgebieten, reichten. Diese Praxisbeispiele wurden auf die Erfolgsfaktoren und ihre Übertragbarkeit hin untersucht.

Keynotes

Präsentationen

Management of public services

Daniel Chirundu, Health and Environmental Services Department, Kadoma, Zimbabwe
Resident Engagement for Better Service Delivery – A Case of Rimuka in Kadoma Zimbabwe

Joseph Alex Mlinzi, Mass Communications and Public Relations, Municipal Council Mwanza, Tanzania
Service Delivery: Engaging Poor Communities in Service Delivery as Part of Poverty Eradication Program and City Cleansing

Jan van der Meer, Former Alderman, City of Nijmegen, the Netherlands
Nijmegen: the Netherlands. Energy neutral City in 2045

Helen Davies, Environmental Resource Management Department, Cape Town, South Africa
Urban Nature Conservation through Social and Economic Integration of Communities. Village Heights Community Garden

Stephano John Komba, Rural District Water Authority/HTMWSSA, Korogwe, Tanzania
Business Opportunities for the Private Sector in Rural and Urban Water Supply Schemes

Financing public service investment and operations

Jürgen Becker, Stadtentwässerungsbetriebe Köln (Urban Drainage and Sewerage), Cologne, Germany
Funding Stability of Public Services

Edgar Nyamwanda Jeremani, Kinondoni Municipal Council, ICT, Tanzania
Use of GIS in Revenue Enhancement

Jackson Kiema Kising´o, Kinondoni Municipal Council, ICT, Tanzania
Digital Revenue Mobilization

Kwadwo Yeboah, Accra Metropolitan Assembly, Ghana
Strategic Partnership in Financing Public Infrastructure and Services. The Case of the “Conti and Millennium Schools Infrastructure Projects in the City of Accra”

Joseph Antwi, Ghana Ministry of Finance, Fiscal Decentralization Unit, Accra, Ghana
Improving Internally Generated Funds Collection and Management for Service Delivery

Innovative schemes and technologies for public service provision

Gurunathan Gounden, eThekwini Municipality, Water and Sanitation, South Africa
Provision of Community Ablution Blocks for Informal Settlements

Gerhard Lauth, Former Mayor, Municipality of Mosbach, Germany
Innovations in Civic Engagement for Local Economic Development

Saratiere Chitenhe, Municipal Financial Services, Kariba, Zimbabwe
Rehabilitation of Infrastructure - Mahombekombe Residents Engagement and Construction of Ablution Blocks in the Municipality of Kariba

Oliver Ive, Managing Director, Amanz` Abantu Services East London, South Africa
Social Franchising for Water and Sanitation Service Delivery

Myo Naing, PhD student, School of Public and Development Management, University of the Witwatersrand, South Africa
Early Warning Systems for Municipal Service Problems

Ergebnisse

Spannende Gespräche ergaben sich auch bei den darauf folgenden kollegialen Beratungen, bei denen einzelne Fachleute ihre konkreten Herausforderungen vortrugen und von anderen Kollegen bei der praktischen Problemlösung fachlich beraten wurden. Die anschließende Exkursion zu einer Recyclinganlage im Township Soweto vermittelte den Teilnehmenden einen anschaulichen Einblick in die Arbeit eines Projektes, welches Abfallentsorgung und Beschäftigungsmöglichkeiten der lokalen Bevölkerung verbessert. Zum Abschluss der Dialogveranstaltung wurden in Projektwerkstätten innovative Projektideen entwickelt, z.B. zur Entwicklung von Abfallverwertungsverfahren, die von den beteiligten Praktikern künftig gemeinsam bearbeitet werden. 
Connective Cities wird die kommunalen Fachleute in der weiteren Vernetzung unterstützen und die Zusammenarbeit durch Lernangebote, virtuelle Projektwerkstätten und gegenseitige Projektberatung fördern.

Bericht

1st Connective Cities African Dialogue Event
Rethinking Public Service Delivery: Innovative Solutions for Managing and Financing Public Services in Sub-Saharan African Cities
14 – 16 October 2014 in Johannesburg, South Africa
[pdf, 12 Seiten, 12,6 mb, Englische Version]

Galerie

Interviews

Interview mit Annemarie Fish

Frau Annemarie Fish ist GIS (Geoinformationssysteme) Expertin und arbeitet in der Stadtverwaltung von Buffalo City (East London, Südafrika). Dort ist sie verantwortlich für die Qualitätssicherung von Ausgaben aus Zuschussfinanzierungen sowie für die technische Unterstützung anderer Abteilungen der Stadtverwaltung. Darüber hinaus ist Frau Fish auch an der Erarbeitung räumlicher Lösungen für städtische Aufgaben beteiligt.

QWarum haben Sie sich dazu entschieden an der Dialogveranstaltung von Connective Cities teilzunehmen? Was waren Ihre Erwartungen?

A. “Ich wurde über unsere Verbindung zum Südafrikanischen Finanzministerium und dem GIZ Programm eingeladen, welche unsere Gemeinde unterstützen. Ursprünglich erwartete ich nur, herauszufinden, was das Format Dialogveranstaltung ist sowie neue Kontakte zu anderen Teilnehmern zu knüpfen.“

“Die Dialogveranstaltung hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen; insbesondere aufgrund des Veranstaltungsaufbaus. Es wurde eine offene Plattform geboten wo jeder seine Ideen frei äußern konnte. Ich fühlte mich als Teil des Prozesses und verbunden mit der gesamten Gruppe.“

Q. Was haben Sie gelernt?

A. “Ich fand es sehr hilfreich zu sehen, wie andere Länder mit Situationen umgehen, die Ihre Städte betreffen. Viele Teilnehmer kamen aus Kontexten, wo Ihnen weitaus weniger Ressourcen zur Verfügung stehen als hier in Südafrika. So konnten wir erfahren, wie sie trotz erschwerter Umstände kreative Lösungsvorschläge erarbeiten.“

Q. Was war Ihr Highlight?

A. “Als eine begeisterte GIS Praktikerin, war ich sehr glücklich darüber, dass GIS ein zentrales Thema war. Die Möglichkeit, sich mit anderen Praktikern auszutauschen war toll und alle Aspekte, die angesprochen wurden, sind im Umgang mit GIS sehr relevant.“

“Auch die informellen Bestandteile der Dialogveranstaltung, wie das abendliche Zusammenkommen und die Exkursion nach Soweto waren sehr informativ.“

Q. Haben Sie weitere Lernerfahrungen gemacht, die nützlich für Ihre Kommune sein könnten?

A. “Definitiv. Natürlich hat Südafrika in vielerlei Hinsicht etwas erreicht, aber wir müssen uns noch stärker bemühen, um die neuen Herausforderungen zu überwinden. Insbesondere die Beträge zu kommunalen Einnahmequellen waren sehr hilfreich und machten deutlich, dass wir vorhandene Stärken aktiv nutzen müssen und folglich der Erhaltung dieser Stärken eine besondere Bedeutung zukommt. Das ist etwas, womit wir alle zu kämpfen haben und meine Kollegen zu Hause können von den Diskussionen über die Erhaltung innerhalb der Stadt profitieren. Auch die Debatte über die Frage, wie man Lösungen für informelle Straßenverkäufer entwickeln kann, ist etwas das ich innerhalb der Stadtverwaltung teilen werde.“

Q. Wie könnte von Ihrer Seite aus eine zukünftige Zusammenarbeit mit Connective Cities aussehen?

A. “Ich bin sehr daran interessiert, mich künftig als Teil des Forums zu engagieren. Über die Plattform können wir sehr viel lernen, insbesondere für den persönlichen Erfahrungsaustausch ist sie sehr nützlich.“


Interview mit Oliver Ive

Oliver Ive,  the Managing Director of  Amanz’ abantu Services based in East London, South Africa shared some of his thoughts on the Cities Dialogue event.

Oliver presented the work done by Amanz’ abantu services on “Social Franchising for Water and Sanitation Service Delivery” as a good practice at the dialogue event.

Q. Why did you choose to participate in this dialogue event? What were your expectations?

A. “I stepped in for another manager in our organisation, who had been invited by GIZ. I felt it would be worthwhile when I looked at the programme and realized we need to get a sense of what others are doing and to test our ideas.“

“The event was quite radical in its conception and I felt it had a genuine sense of having an open agenda and did meet my expectations of sharing ideas with no feeling of anyone selling anything or expecting financial or contractual benefit from the event.”

Q. You presented a good practice on Social Franchising. How did participants receive this?

A. “My topic was very positively received and the fact that participants came from different backgrounds made the discussion of our model and its application very interesting because others could reflect on how this may play itself out in their context or sector.“

Q. What was the highlight for you?

A. “The contrast of having people from the private sector and the public sector discussing the range of issues which came up was very stimulating. I also found it useful to see how similar challenges in Europe or Tanzania were handled and important lessons could be drawn from this.”

Q. How did you experience the format of the event?

A. “This was really the strength of the event, that the process was actually the most important aspect and it did manage to give people a comfortable ambiance in which to think, engage and share, without being judged. So the participatory part of the dialogue was definitely achieved also through the manner in which the moderation team handled the process. It was refreshing.”

Q. How did this event relate to the work your organisation does?

A. “We attempt to make new approaches work and constantly want to test ideas for empowering and developing small businesses and how to create a home for those businesses as conveyed in our social franchising model. The dialogue event mirrored that approach in how it found a way to get people to feel empowered to share their work and to assist others with solutions to challenges.”

Q. Any final thoughts?

A. “It would be interesting to see where the process goes from here, but I would be keen to participate in future events or engagement that comes out from this start. I must say well done to the organisers, it was very worthwhile being part of this event.“


Kategorien:Good Urban GovernanceManagement von Stadt und VerwaltungStädtischer Haushalt und kommunale FinanzenDokumentationConnective CitiesKommunale DienstleistungenAbfall- und Kreislaufwirtschaft
Regionen:AfrikaSüdafrikaJohannesburg

Ort

Ähnliche Veranstaltungen

Verwandte gute Praktiken

Top