Quito: Keine Rückkehr zur „alten Normalität“ nach Überwindung der Pandemie

Vorfahrt für Fahrräder und Fussgänger in der ecuadorianischen Hauptstadt

Übersicht

In Quito haben viele Menschen während der Corona-Pandemie das Fahrrad für sich entdeckt. Diese Dynamik muss genutzt werden, um das Mobilitätsverhalten der Menschen auch langfristig zu verändern.

Hintergrund

In Quito nutzen weniger als 30 Prozent der Bevölkerung ein privates Fahrzeug, doch viele wünschen sich ein Auto. Mehr als 80 Prozent des öffentlichen Raums sind für Autos reserviert, und es ist schwierig, diesen Raum für andere Nutzungen umzuwidmen.

Im Zuge der Corona-Pandemie haben die Menschen jedoch erstmals die negativen Auswirkungen des Autoverkehrs wie Luftverschmutzung, Lärm und Verkehrsstaus bewusst wahrgenommen.

In einer Verordnung der Stadt ist eindeutig festgelegt, dass Fahrräder und Fußgänger im Straßenverkehr Vorrang haben.

Ziele

Die Stadt Quito hat sich zum Ziel gesetzt, für eine nachhaltige Infrastruktur zu sorgen und das Radwegenetz auszubauen. Auch der Warentransport soll nachhaltiger werden, und die Paketdienstleister sollen künftig Fahrräder statt motorisierte Lieferfahrzeuge einsetzen.

Aktivitäten

Die Kommune hat die Bevölkerung in alle wichtigen Planungsschritte einbezogen, beispielsweise beim Bau von Radwegen. Darüber hinaus war eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behörden der Kommune erforderlich. Durch ein regelmäßiges Monitoring erhält die Gemeinde Daten über die Luftverschmutzung, die Lärmbelastung, den Linien- und den Lieferverkehr, die Fußgängerfreundlichkeit und das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung im Allgemeinen.

Da der Fahrradverkehr zunimmt, müssen auch andere Infrastrukturelemente wie Abstellanlagen für Fahrräder gebaut werden.

Im Rahmen eines Pilotprojekts soll das Stadtzentrum von Quito für drei Tage zur Fußgängerzone erklärt werden. Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, könnte es dauerhaft etabliert werden, um eine nachhaltige Mobilität zu fördern.

Wirkungen

Mit Beginn der Corona-Pandemie und dem Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist die Zahl der Radfahrenden in Quito, der Hauptstadt von Ecuador, um 600 Prozent gestiegen.

Während der Pandemie wurden ad hoc Radwege ausgewiesen, auf die viele Menschen jetzt nicht mehr verzichten wollen.

Außerdem haben Fahrradhersteller und Fahrradgeschäfte einen Aufschwung erfahren.

Fazit

Es ist wichtig, wenn auch nicht einfach, die Menschen von den Vorteilen der aktiven Mobilität zu überzeugen und sie dazu zu bringen, ihre Gewohnheiten zu ändern. Die Corona-Pandemie hat die Einstellungen bis zu einem gewissen Grad verändert, doch es besteht immer noch die Gefahr, dass die Menschen zum „alten Normalzustand“ zurückkehren wollen.

 

Weitere Informationen

Quito, Ecuador is taking strong actions to improve air quality
UN-Environmental Program
https://www.cleanairblueskies.org/story/quito-ecuador-taking-strong-actions-improve-air-quality

From Pop-Up to Permanent – Hopes and Dreams for Latin American Cycling Infrastructure
Bycs
https://bycs.org/from-pop-up-to-permanent-hopes-and-dreams-for-latin-american-cycling-infrastructure/

Stand: 22.02.2022

Kontakt

Fernando de la Torre

Direktor für nachhaltige Verkehrsmittel

Stadtverwaltung des Großraums Quito

secretaria.movilidad(at)quito.gob.ec

++593-2 3952300 Ext: 14013

Bilder

Kategorien: COVID-19 Klimaneutrale Stadtentwicklung Integrierte Stadtentwicklung Nachhaltige Mobilität Stadt und Klimawandel
Regionen: Lateinamerika Ecuador Quito

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