Urban Thinkers Campus in Amman, Jordanien

Connective Cities war Mitveranstalter des Urban Thinkers Campus (UTC), der zum ersten Mal in Amman/Jordanien stattfand. Ziel war es, Einblicke und Diskussionen zu ermöglichen, die in die Stadtpolitik und -strategien einfließen, um eine nachhaltige und integrative Stadtentwicklung zu fördern. Im Mittelpunkt standen Themen wie erschwinglicher/angemessener Wohnraum, grüne Infrastruktur und nachhaltige Mobilität. Mit Vertreter*innen jordanischer und deutscher Kommunen, des Verkehrsministeriums, von Nichtregierungsorganisationen und aus dem akademischen Bereich diente das UTC als integratives Forum für einen sinnvollen Dialog zwischen Stadtforschern, Praktikern und politischen Entscheidungsträgern mit dem Ziel, einen konstruktiven städtischen Wandel zu fördern.

Kommunalpolitischer Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung 2025

Motivation und Ziel des Preises

Zur Erinnerung an Carl Goerdelers kommunalpolitisches Wirken und Widerstand gegen die NS-Herrschaft vergibt die Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung den Kommunalpolitischen Preis. Dieser zeichnet herausragende Leistungen in der kommunalen Verwaltung und Zusammenarbeit aus, fördert völkerverbindende Kooperationen und gegenseitiges Lernen zum Nutzen der Bürger*innen. Der Ausschreibung des Preises wird auch in diesem Jahr von Connective Cities unterstützt.

Zielgruppe

Ausgezeichnet werden Gute Praktiken der kommunalen Verwaltung oder regionaler Allianzen, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen. Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder kommunalen Allianz.

Inhaltliche Beschreibung

Städte sind multikulturelle Lebensräume, in denen Konflikte entstehen können. Kommunen weltweit stehen vor der Herausforderung, Strategien für friedliches Zusammenleben zu entwickeln. Durch grenzüberschreitende Kooperationen können Kommunen voneinander lernen und zur Völkerverständigung beitragen.

Weitere Informationen:
Aufruf zum Kommunalpolitischer Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung 2025 [pdf]

Auszeichnung

Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und würdigt innovative Ansätze, die zum Nachhaltigkeitsziel 16 der Agenda 2030 beitragen. Bei mehreren gleichwertigen Bewerbungen kann das Preisgeld geteilt werden. Die Preisverleihung dieser politisch bedeutsamen Auszeichnung erfolgt öffentlichkeitswirksam am 2. Februar, dem Todestag von Carl Goerdeler, im Neuen Rathaus zu Leipzig.

Bewerbung

Bewerben auch Sie sich! Gerade in diesen kriegerischen Zeiten sind Zeichen und Auszeichnungen für ein friedliches Zusammenleben wichitger den je!

  • Bewerbungsfrist: 30. November 2024
  • Bewerbungsunterlagen (max. 10 Seiten):
    • Ansprechpartner*innen/Kontakt
    • Informationen zur einreichenden Kommune oder Region
    • Beschreibung des Lösungsansatzes
    • Beteiligte Akteure
    • Erreichter Nutzen für die Bürger*innen
    • Transferpotenziale

Kontakt

Ricarda Meissner: ricarda.meissner@giz.de

Tel.: 0049 (0) 228 4460 1138, Mobil: 0160 937 75 527

Paulina Koschmieder: paulina.koschmieder@giz.de

Tel.: 0049 (0) 228 4460 1515

Jury

Die Jury besteht aus Vertreter*innen der beteiligten Institutionen und trifft die Entscheidung parteipolitisch neutral. Die Preisverleihung findet jährlich Anfang Februar in Leipzig statt.

Inclusive nature tourism trails for the deaf, disabled and blind

In den letzten Jahren hat die Tourismusbranche ihr Angebot erweitert, indem sie mehr integrative und nachhaltige Optionen anbietet. Der Zugang zu touristischen Attraktionen stellen Gehörlose, Sehbeeinträchtigte und Menschen mit Behinderung immer noch vor große Herausforderungen. Selbst Menschen mit vorübergehenden Verletzungen oder leichten Sinneseinschränkungen haben oft Schwierigkeiten, sich zu entspannen und ihren Urlaub in vollen Zügen zu genießen. Dieser Leitfaden zielt darauf ab, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem er die derzeit verfügbaren Tourismusrichtlinien aktualisiert und zeitgemäße Designstandards für Inklusion einbezieht. Er ist eines der Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Organisation des Reisezielmanagements und Produktgestaltung im Tourismus“.

Arabische Fassung:

مسارات سياحية طبيعية شاملة للصم والمعاقين والمكفوفين

Kragujevac – renewable energy in district heating

Die „ENERGETIKA“ Kragujevac, ein staatliches Unternehmen, das auf Dampferzeugung und Klimatisierung spezialisiert ist, hat einen wichtigen Schritt in Richtung Umweltschutz gemacht. Im Jahr 2021 wurden die alten Kohlekessel durch moderne Gaskessel ersetzt, die seit der Heizsaison 2022/2023 in Betrieb sind. Dieser Umbau hat die Umweltbelastung der Anlage erheblich verringert.

In einem weiteren Projekt für die kommenden drei Jahre ist nun geplant, die Abwärme eines Rechenzentrums, dass sich in der Nähe des Heizkraftwerks Kesselhaus „Aerodrom“ befindet, zu nutzen und mittels einer Wärmepumpe in das Fernwärmenetz einzuleiten. Das Rechenzentrum ist für 2 Ausbaustufen geplant und die erste ist seit weniger als zwei Jahren in Betrieb. Die derzeit installierte Kühlleistung der 2 Module beträgt 4,4 MW. Durch die Erweiterung des Rechenzentrums auf 4 Module wird sich die Kühlleistung voraussichtlich verdoppeln, was für die kommenden Jahre geplant ist. Das Kühlsystem ist für einen redundanten Betrieb ausgelegt.

Durch die Nutzung der Abwärme des Datenzentrums in Kragujevac und weitere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Warmwassersystem wird eine deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen erreicht werden.

Das Projekt unterstreicht die Bedeutung kontinuierlicher Verbesserung durch den Austausch von Fachwissen und Erfahrungen, um mittel- bis langfristige Erfolge zu erzielen.

Strategien zur Tourismusförderung in Kommunen

Die Einführung innovativer Tourismusstrategien kann Gemeinden helfen, ihre Wirtschaft anzukurbeln und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Diese Strategien konzentrieren sich häufig auf die Nutzung der lokalen Kultur, Geschichte, natürlichen Ressourcen und neuen Technologien. Gemeinden in der MENA-Region nutzen ihre einzigartigen kulturellen, historischen und natürlichen Vorzüge und integrieren gleichzeitig moderne Technologien und Nachhaltigkeitspraktiken, um ein breites Spektrum von Tourist*innen anzuziehen. Während einer Informationsveranstaltung am 9. September 2024 haben Vertreter*innen von Gemeinden aus Jordanien, Palästina, Tunesien und dem Libanon effektive Strategien zur Tourismusförderung kennengelernt und diskutiert. Die Sitzung konzentrierte sich auf zwei Schlüsselbereiche, nämlich innovative Strategien zur Tourismusförderung, die Verbesserung bestehender Tourismusaktivitäten und nachhaltige Tourismuspraktiken, um den Niedergang von Urlaubszielen zu verhindern. Die Teilnehmer*innen lernten digitale Marketingtechniken, Methoden zur Identifizierung und Präsentation von Alleinstellungsmerkmalen und Strategien zur Schaffung überzeugender touristischer Erzählungen, die bei potenziellen Besuchern Anklang finden. Die Sitzung befasste sich mit Strategien zur effektiven Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und Reiseveranstaltern, um ein kohärentes touristisches Ökosystem zu schaffen.

Ein Beispiel für bewährte Verfahren wurde vom Generalsekretär der Gemeinde Sidi Jedidi in Tunesien vorgestellt, der Einblicke in die lokalen touristischen Attraktionen und die Werbestrategien gab, die sie unter Einbeziehung der Bevölkerung umgesetzt haben. Vertreter*innen der Stadtverwaltung von Nablus entführten die Teilnehmenden durch das Erzählen von Geschichten in einen fesselnden virtuellen Besuch ihrer Stadt in Palästina. Diese Präsentationen lösten eine lebhafte Diskussion zwischen den Teilnehmenden aus, die mehrere Elemente des Peer-Learnings beinhaltete, insbesondere zu den Lösungen, die im Rahmen der Arbeitsgruppe entwickelt wurden, darunter:

  1. Lokale Politik zum Schutz und zur Förderung des Handwerks – Gemeinde Al Aizariya, Palästina
  2. Gestaltung von Touristenpfaden und Planung eines ökotouristischen Dorfes – Gemeinde Kufranja, Jordanien
  3. Unterstützung und Anleitung der Gemeinde Kfarmatta (Libanon) bei der Festlegung der Verfahrensregeln für die Zone Al Hima und der Einrichtung eines Büros für lokale Entwicklung.
  4. Strategie zur Förderung des Tourismus in der Gemeinde Nablus, Palästina.

Aufzeichnung der Informationsveranstaltung auf der Connective-Cities-Plattform (auf Arabisch).

Kampala, Karlsruhe und Straßburg stärken gemeinsam soziales Unternehmertum

Weltweit gibt es immer mehr soziale Unternehmer*innen, die ihre Geschäftstätigkeit mit einem am Gemeinwohl orientierten Engagement verbinden – sei es zum Klima- oder Umweltschutz, zur gesellschaftlichen Teilhabe oder zur Reduzierung von Armut.

Für Kommunen hat diese recht neue Zielgruppe der lokalen Wirtschaftsförderung viel Potenzial, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Doch viele Städte, Gemeinden und Landkreise stehen bei der Förderung von sozialem Unternehmertum noch ganz am Anfang. Kampala in Uganda, Karlsruhe im Südwesten Deutschlands und das französische Straßburg haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam das soziale Unternehmertum in ihren Städten voranzubringen und die Unternehmer*innen miteinander zu vernetzen.

Kooperation im Dreieck Kampala – Karlsruhe – Straßburg

„Ich sehe viel Potenzial zur Zusammenarbeit“, sagt Khasalamwa Lucia von der Kampala Capital City Authority (KCCA). Die Vertreter*innen aus den drei Städten haben erkannt, dass die Herausforderungen für Sozialunternehmen in Kampala, Karlsruhe und Straßburg – trotz aller sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede – sehr ähnlich sind: Es fehlen für die (potenziellen) Unternehmer*innen bedarfsgerechte Schulungen, Mentoring-Programme, Möglichkeiten zum Austausch sowie Startfinanzierungen. Auch die politischen Rahmenbedingungen wie Steuererleichterungen und geeignete Rechtsformen für die Unternehmen sind noch nicht ausgereift.

Local Development Strategy Guidebook

Dieses Handbuch ist ein Ergebnis der Arbeitsgruppe „Lokale Entwicklungsstrategien für Kommunen in MENA“. Es entwirft eine umfassende Methodik für Kommunen zur Entwicklung einer strategischen nachhaltigen Planung mit einer mittel- und langfristigen Vision.

Zu den Zielen gehören:

  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit und der Kapazitäten
  • Verbesserung der partizipativen strategischen Planung
  • Langfristige Entwicklungsstrategien definieren
  • Verbesserung der lokalen Dienstleistungen
  • Entwicklung von Projektkartenvorlagen

Das Handbuch geht auch auf die Bedeutung der Verfügbarkeit aktueller Daten ein, um die Genauigkeit der Analyse und der Entscheidungsprozesse zu verbessern. Das beinhaltet auch die Weiterbildung der Mitarbeitenden über Methodiken der Datenerhebung und Dateninterpretation.

Renewable Energy Options on the Municipal Level

Die Fortsetzung des Lernprozesses zum Thema „Erneuerbare Energieoptionen auf kommunaler Ebene“ brachte Teilnehmende aus sechs verschiedenen Ländern in Sarajevo in Bosnien und Herzegowina zusammen. Kommunale Fachleute arbeiteten in verschiedenen Lerneinheiten an Projektideen und konnten durch die kollegiale Beratung ihre Fähigkeiten erweitern und die Planung von Projekten für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu verbessern.

Die folgenden Projektideen wurden von den Gemeindevertretern vorgestellt und im Laufe des Workshops weiterentwickelt:
 

  • Mostar und Sokolac: Entwicklung von nachhaltigen Finanzierungskonzepten für den Aufbau und Betrieb von Energiegemeinschaftsprojekten
  • Ceadir Lunga: Verbesserung der Energieeffizienz von öffentlichen Gebäuden
  • Senaki: Implementierung von energieeffizienten Technologien in kommunalen Gebäuden
  • Priboj: Entwicklung der Nutzung von Solarenergie in öffentlichen Gebäuden

Die Dokumentation fast die wesentlichen Ergebnisse zusammen.

Nachhaltiger und erschwinglicher Wohnraum in Subsahara-Afrika

Die Arbeitsgruppe für nachhaltigen und erschwinglichen Wohnraum in Subsahara-Afrika veranstaltete vom 4. bis 6. Juni einen erfolgreichen Auftaktworkshop in Windhoek, Namibia. Diese wegweisende Veranstaltung brachte wichtige Akteur*innen aus der gesamten Region zusammen, um drängende Herausforderungen im Bereich nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraums anzugehen.

Der Workshop, der von Namibias Minister für Stadt- und Landentwicklung, Hon. Erastus Uutoni, und anderen bemerkenswerten Teilnehmenden eröffnet wurde, ermöglichte dynamische Peer-Learning-Sitzungen unter den teilnehmenden Städten aus Namibia, Kenia, Sambia, Südafrika, Ruanda und Tansania. Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Aufwertung von Slums, Finanzierungsmöglichkeiten und nachhaltige Bautechnologien, wobei die Teilnehmenden innovative Lösungen und bewährte Verfahren austauschten.

Ein zentraler thematischer Fokus des Workshops wurde auf die Bedeutung von integrierter Planung und nachhaltiger Entwicklung, die Notwendigkeit verbesserter Finanzierungsmodelle, die Forschung zu erschwinglichen Baumaterialien und die Ausweitung sozialer Wohnungsbauinitiativen gelegt. Die Zusammenarbeit zwischen Städten, internationalen Organisationen und lokalen Institutionen war ein Grundpfeiler der Veranstaltung und gewährleistete einen ganzheitlichen Ansatz zur Bewältigung der Wohnraumkrise.

La Union in Costa Rica: wertvolle Inspirationen zur Reduzierung von Plastikmüll

La Union ist bekannt dafür, sich für eine grünere Zukunft einzusetzen. Mit ihrem Engagement gegen die Nutzung von Einwegplastik bietet die Stadt ein inspirierendes Beispiel für andere Kommunen.

Plastikmüll verschmutzt die Umwelt fast überall auf der Welt – im süddeutschen Augsburg, in Irbid in Jordanien ähnlich wie im äthiopischen Hawassa oder in Kandy in Sri Lanka. Auch die Strategien zur Reduzierung der Plastikflut ähneln sich weltweit. Die Stadtverwaltung von La Union in Costa Rica fand, dass es sich daher lohnt, sich mit anderen Kommunen international zu diesem Thema auszutauschen. Nachdem sie 2018 ein Projekt zur Reduzierung von Plastikmüll gestartet hatte, kam 2019 die Einladung zur Dialogveranstaltung von Connective Cities „Plastikabfälle – der Beitrag kommunaler Abfallwirtschaft zur Lösung des Problems“ in Hamburg gerade recht: Die Stadt teilte ihren erfolgreichen Ansatz zur Sensibilisierung der Bevölkerung und des Einzelhandels mit anderen Kommunen und profitierte im Gegenzug von deren Wissen und Erkenntnissen – selbst in unerwarteten Bereichen wie dem Management organischer Abfälle.

Der Ansatz von La Union: Menschen sensibilisieren

Will man Plastikmüll reduzieren, kann man an vielen Stellen ansetzen, wie bei der Dialogveranstaltung deutlich wurde: die Müllsammlung und -trennung auf Haushaltsebene verbessern, Recycling-Zentren bauen, Sortieranlagen optimieren oder die Bevölkerung und Wirtschaft zur Reduzierung von Plastikmüll sensibilisieren. Auf Letzteres setzt die Kommune La Union schon seit 2018 mit ihrem „Plan zur Reduzierung von Einweg-Plastik“. Dieser sieht vor, das Plastik durch Mehrweg-Verpackungen oder kompostierbare Lösungen zu ersetzen. Der Fokus der Kommune liegt auf dem Einzelhandel, der Gastronomie und den Konsument*innen.