Von der Problembeschreibung zur konkreten Umsetzung: Naturbasierte Lösungen in kommunalen Kontexten

Der Lernprozess zum Thema „Natur im Zentrum urbaner Resilienz“ wurde mit einem dreitägigen Auftaktworkshop vom 21. bis 23. April 2026 in Naivasha, Kenia, offiziell eingeleitet. An dem Workshop nahmen 20 Kommunen und Städte aus ganz Subsahara-Afrika und Deutschland mit über 40 Stadtplanern, Fachleuten und institutionelle Partnern teil.

Der Workshop markierte den Startpunkt eines längerfristigen Engagements, das darauf abzielt, Kommunalverwaltungen durch strukturierten Austausch und technische Hilfe dabei zu unterstützen, konkrete, nachhaltige Lösungen zu ihren kommunalen Herausforderungen zu entwickeln.

die Teilnhmenden des Lernprozesses | © Connective Cities

Städte an vorderster Front: Klimawandelfolgen und die Notwendigkeit naturbasierter Lösungsansätze

In städtischen Gebieten sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur am deutlichsten sichtbar, sondern oft auch am folgereichsten. In ganz Subsahara-Afrika sehen sich Städte und Gemeinden mit einer Vielzahl von Belastungen konfrontiert: rapide Urbanisierung, Umweltzerstörung und zunehmende Gefährdung durch Klimarisiken wie Überschwemmungen, Dürren und Hitzestress. Diese Belastungen treten nicht isoliert auf; sie wirken auf komplexe Weise zusammen, verstärken die Anfälligkeit und belasten die ohnehin begrenzten infrastrukturellen und institutionellen, kommunalen Kapazitäten.

Gleichzeitig sind Kommunalverwaltungen keine passiven Akteure. Wie zu Beginn des Workshops hervorgehoben wurde, sind diese maßgeblich, wenn es darum geht, in lokalen Kontexten klimatische Herausforderungen anzugehen. Andreas Wolter, Vorsitzender des Klima-Bündnis e.V. und Stadtrat in Köln, betonte, wie entscheidend es sei, sicherzustellen, dass Städte im globalen Klimadiskurs aktiver vertreten sind, und wies darauf hin, dass die Auswirkungen des Klimawandels in den Kommunen am unmittelbarsten zu spüren sind und dass Lösungen letztendlich dort umgesetzt werden müssen.

Vortrag von Andreas Wolter | © Connective Cities

Ergänzend  hob Dr. Nelson Maara, Repräsentant der Region Nakuru, die Bedeutung der Erhaltung von Ökosystemleistungen als Resilienzgrundlage hervor und veranschaulichte anhand lokaler Erfahrungen, wie sich die Degradation natürlicher Systeme direkt in einer erhöhten urbanen Anfälligkeit für Klimarisiken niederschlägt.

Zusammen untermauern diese Perspektiven die wachsende Erkenntnis, dass Kommunen eine stärkere Rolle bei der Gestaltung des Klimaschutzes spielen müssen, da sie dafür verantwortlich sind, politische Verpflichtungen in praktische, lokal verankerte Lösungen zu übersetzen. Hier bieten naturbasierte Lösungen (NbL) entscheidende Ansätze, indem sie Städten ermöglichen, ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen durch die Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung von Ökosystemen umfassend anzugehen.

Obgleich die Relevanz von NbL zunehmend anerkannt wird, bleibt die Fähigkeit, vom Konzept zur Umsetzung zu gelangen, ein komplexes Thema. Hier kommt der Connective Cities Lernprozess ins Spiel, indem er kommunalen Praktikern durch strukturierte Austauschformate die erforderlichen technischen Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt.

Vom Austausch zur Umsetzung: Die Bedeutung des Lernprozesses

Der Lernprozess basiert auf dem Prinzip, dass Städte und Kommunen am effektivsten lernen, wenn sie sich direkt miteinander über reale, gemeinsame Herausforderungen austauschen. Anstatt sich auf den abstrakten Wissenstransfer zu konzentrieren, schafft er einen strukturierten Raum, in dem Praktiker*innen ihre Probleme gemeinsam analysieren, Erfahrungen austauschen und schrittweise Reformmaßnahmen entwickeln können – konkrete Aktionen oder Projektkonzeptionen, die in ihrem lokalen Kontext Anwendung finden.

Ein weiterer zentraler Baustein der Lernprozess-Methodik ist es, die Fähigkeiten kommunaler Praktiker*innen zu stärken, diese Maßnahmen innerhalb ihres institutionellen Umfelds zu entwerfen, zu planen und letztlich umzusetzen. Der Peer-to-Peer-Ansatz ist angesichts der Vielfalt der teilnehmenden Kommunen besonders wichtig, da er unterschiedliche Governance-Strukturen, Kapazitäten und Erfahrungen zusammenbringt und gleichzeitig deutlich macht, dass viele der zugrunde liegenden Herausforderungen im Grunde genommen gemeinsam sind.

Entsprechend geht es beim Lernprozess nicht darum, Lösungsansätze einfach von einem Kontext auf einen anderen zu übertragen, sondern eher, Städte in die Lage zu versetzen, Ideen im Dialog anzupassen und zu verfeinern, um sicherzustellen, dass diese sowohl kontextspezifisch als auch praktisch umsetzbar sind.

Von der Rahmung zur Praxis: Expertenbeiträge und Erkenntnisse aus der Podiumsdiskussion

Aufbauend auf den übergeordneten Zielen und der Struktur des Lernprozesses markierte der Auftakt-Workshop in Naivasha den ersten Schritt zur Umsetzung des Peer-Learning Ansatzes in die Praxis. Im Laufe von drei Tagen nahmen die teilnehmenden Städte und Gemeinden an einem strukturierten Austausch teil, der Expertenbeiträge, Podiumsdiskussionen und Peer-Learning-Sitzungen kombinierte und es ihnen ermöglichte, NbS in den kommunalen Realitäten zu verankern.
Die Fachbeiträge bildeten die theoretische Grundlage für die Teilnehmer um die Bedeutung von NbS für eine nachhaltige kommunale Entwicklung besser einordnen zu können:

Prof. Johanes Belle stellte NbL unter dem Gesichtspunkt der Ökosystemleistungen vor und betonte, wie natürliche Systeme wesentliche Funktionen wie Hochwasserregulierung, Wasserreinigung und Klimamoderation erfüllen. Zusätzlich zu ihren zentralen infrastrukturellen Funktionen schaffen naturbasierte Lösungen auch sekundäre Mehrwerte, darunter Verbesserungen des psychischen Wohlbefindens der lokalen Bevölkerung, steigende Bodenqualität und Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

Prof. Johanes Belle | © Connective Cities

Indem Dr. Belle NbL im Kontext dieser Leistungen darstellte, betonte Dr. Belle, dass Ökosysteme als funktionale Infrastrukturen –und nicht lediglich als ‚Umweltvorteile‘– verstanden werden sollten, die für die städtische Resilienz von zentraler Bedeutung sind.

So können etwa Feuchtgebiete und städtische Grünflächen überschüssiges Regenwasser aufnehmen, wodurch das Hochwasserrisiko verringert und gleichzeitig die Wasserqualität in schnell wachsenden städtischen Gebieten verbessert wird.

Diese Perspektive war für die teilnehmenden Städte besonders relevant, von denen viele die direkten Folgen der Ökosystemdegradation in Form von erhöhtem Hochwasserrisiko, sinkender Wasserqualität und gesteigerter Klimavulnerabilität selbst erleben.

Der Beitrag des stellvertretenden Bürgermeisters William Wolfgramm vom Klimareferat der Stadt Köln zeigte anhand des kommunalen „Masterplans für städtische Grünflächen“, wie NbL-Konzepte innerhalb eines strukturierten, umfassenden Planungsrahmens umgesetzt werden können. Anhand konkreter Beispiele verdeutlichte die Präsentation, wie NbL in langfristige Planungsinstrumente eingebettet und durch institutionelle Koordination, Datenanalysen sowie zugeschnittene Finanzierungsmechanismen gestützt werden.

Bürgermeister William Wolfgramm © Connective Cities

Maßnahmen wie die Entsiegelung städtischer Flächen, der Ausbau von grünen Korridoren sowie die Förderung von Gründächern und Regenwasserauffangsystemen veranschaulichten, wie NbL systematisch und in großem Maßstab umgesetzt werden können, wenn sie in Governance-Strukturen verankert, durch langfristige Planungsprozesse gesteuert und unter Einbeziehung der gesamten Bevölkerung gestaltet werden.

Die Podiumsdiskussion untermauerte diesen Wandel vom Konzept zur Anwendung weiter. Ausgehend von Städten, die bereits über entsprechendes Erfahrungswissen verfügen, zeigten die Podiumsteilnehmer*innen anhand früherer Connective Cities Lernprozesse, wie sich erste Ideen, die durch den Austausch unter Gleichgesinnten entstanden sind, zu greifbaren Ergebnissen entwickeln können – sei es durch Machbarkeitsstudien, Planungsinstrumente oder Pilotmaßnahmen.

Die Diskussion hob verschiedene konkrete Erkenntnisse hervor:

  • eThekwini (Südafrika): Betonte die Bedeutung eines gesamtgesellschaftlichen Ansatzes für das Katastrophenrisikomanagement, bei dem lokale Regierungsstellen, technische Experten und Gemeinden zusammengebracht werden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Stärkung der Kommunikationskanäle mit der lokalen Bevölkerung gelegt und darauf, sicherzustellen, dass NbL in langfristige, stadtweite Programme und institutionelle Rahmenbedingungen eingebettet werden.
  • Abelkuma, Accra (Ghana): Es wurde herausgestellt, wie wichtig es sei, institutionelle ‚Silos‘ aufzubrechen und die abteilungsübergreifende Koordination bei der Entwicklung grundlegender Instrumente wie Richtlinien zur Stadtbegrünung und Umsetzungspläne sicherzustellen. In dem Beitrag wurde zudem die Notwendigkeit unterstrichen, die technische Ausarbeitung, die lokale Eigenverantwortung und die Finanzierungswege zu stärken, um den Übergang vom Konzept zur Umsetzung zu vollziehen.
  • Berlin (Deutschland): Ein Vertreter des Berliner Senats betonte, wie wichtig es sei, technische Herausforderungen klar abzugrenzen, sie in geeigneten institutionellen Rahmenbedingungen zu verankern und klare Verantwortlichkeiten festzulegen. Weiterhin wurde hervorgehoben, wie inklusive, partizipative Prozesse –die verschiedene Interessengruppen, einschließlich lokaler Gemeinschaften, zusammenbringen– die Umsetzung stärken können, unterstützt durch robuste Kontrollmechanismen wie Datensysteme, kontinuierliche Überwachung und regulatorische Rahmenbedingungen.
  • Lusaka (Sambia): Unterstrichen wurde die entscheidende Rolle von Datenerhebung und Machbarkeitsstudien bei der Weiterentwicklung von Projekten vom Konzept zur Umsetzung. Es wurde die Bedeutung von internationaler Vernetzung bei der Mobilisierung von Finanzmitteln hervorgehoben und der Wert von Städtenetzwerken bei der Bereitstellung technischer Unterstützung und der Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungsmöglichkeiten angemerkt.

 

Die Panelisten während der Diskussion | © Connective Cities

Trotz der unterschiedlichen Hintergründe und Rahmenbedingungen der teilnehmenden Städte kristallisierten sich in der Podiumsdiskussion gemeinsame Themen heraus: Während Ideen oft aus dem Austausch entstehen, hängt ihr Erfolg von einer starken Eigenverantwortung ab – sowohl im Hinblick auf die institutionelle Verankerung als auch auf die Einbindung aller relevanten Akteure –, gepaart mit technischer Ausgereiftheit und der Fähigkeit, Konzepte in strukturierte, finanzierbare Maßnahmen umzusetzen.

Städte im Dialog: Von individuellen Herausforderungen zu gemeinsamen Mustern

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse ging der Workshop in die Phase des Peer-Learning über, in der die teilnehmenden Städte und Gemeinden begannen, ihre eigenen Herausforderungen detaillierter zu erörtern. Um einen gezielten Austausch zu ermöglichen, wurden die Teilnehmer in fünf moderierte Arbeitsgruppen eingeteilt:

  • Gruppe 1: Babadjou (Kamerun), Méagui (Elfenbeinküste), Natitingou (Benin), Commune de Nanga-Eboko (Kamerun)
  • Gruppe 2: Douala (Kamerun), Maputo (Mosambik), Huye (Ruanda), Cape Coast (Ghana)
  • Gruppe 3: Tanga City (Tansania), Köln (Deutschland), Mazabuka (Sambia), Ilemela (Tansania)
  • Gruppe 4: Embu (Kenia), Nakuru (Kenia), Mwanza (Tansania), Tarkwa-Nsuaem (Ghana)
  • Gruppe 5: Bosaso (Somalia), Sinda Town Council (Sambia), Kimberley (Südafrika), Berlin (Deutschland)

 

Gruppenarbeit © Connective Cities
© Connective Cities

Innerhalb dieser Gruppen stellten die Städte ihre Herausforderungen vor, erhielten Feedback von den anderen Teilnehmenden und begannen, mögliche Handlungsansätze zu konkretisieren. Während die Diskussionen zunächst die unterschiedlichen lokalen Kontexte widerspiegelten, zeichnete sich schnell ein klares Muster gemeinsamer Herausforderungen ab.

In allen Gruppen hoben die Städte wiederholt Probleme im Zusammenhang mit der Verschlechterung der Ökosysteme, der Wasserwirtschaft, den Abfallsystemen und der raschen Urbanisierung hervor. Diese Herausforderungen waren oft eng miteinander verknüpft. So wurde beispielsweise eine unzureichende Abfallwirtschaft als wesentlicher Faktor für Überschwemmungen identifiziert, da verstopfte Entwässerungssysteme die Wasseransammlung bei starken Regenfällen verschlimmern. Ebenso wurde festgestellt, dass eine ungeplante Stadterweiterung in Feuchtgebiete und Flussufer die Gefährdung durch Klimarisiken erhöht. Dies bestärkte die Erkenntnis, dass städtische Herausforderungen nicht isoliert, sondern systemischer Natur sind und integrierte Antworten erfordern, die ökologische, institutionelle und soziale Dimensionen gleichzeitig berücksichtigen.

Von Herausforderungen zu Maßnahmen: Empfehlungen und Fachaustausch

Über den strukturierten Austausch in den Kleingruppen arbeiteten die Teilnehmenden daran, potenzielle Lösungen zu verfeinern und zu priorisieren. Anstatt gänzlich neue Ideen einzubringen, half dieser Prozess den Städten, ihre Überlegungen zu klären und weit gefasste Konzepte in konkretere Richtungen zu leiten.

Zu den wichtigsten Empfehlungen, die sich aus den Diskussionen ergaben, gehörte die Notwendigkeit, die Faktengrundlage für die Planung durch Basisstudien, Risikobewertungen und Machbarkeitsanalysen zu stärken. Die Städte wurden zudem dazu ermutigt, naturbasierte Lösungen (NbS) in die Stadtplanungs- und Verwaltungsrahmen zu integrieren, um sicherzustellen, dass Maßnahmen in langfristige Strategien eingebettet sind und nicht als isolierte Projekte umgesetzt werden.

© Connective Cities

Ein weiteres wichtiges Thema war die Bedeutung der Einbindung der Bevölkerung und die Veränderung individueller und kollektiver Verhaltensweisen, insbesondere in den Bereichen Abfallwirtschaft und Umweltschutz. Viele Städte erkannten, dass technische Lösungen allein ohne lokale Eigenverantwortung und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung nicht ausreichen würden.

Schließlich wurde deutlich, dass ein Übergang zu einer strukturierten Projektentwicklung erforderlich ist, einschließlich Kosten-Nutzen-Analysen, einer klareren Projektdefinition und der Vorbereitung der Finanzierung.

Von der Idee zur Umsetzung: Wie geht es weiter?

Während sich die ersten Phasen des Workshops auf das Verständnis der Herausforderungen und die Identifizierung potenzieller Lösungen konzentrierten, wurde auch Zeit darauf verwendet, in Voraussicht des einjährigen Lernprozesses einen Blick in die Zukunft zu werfen. Der Schwerpunkt lag dabei darauf, wie Ideen zu umsetzbaren und finanzierbaren Maßnahmen weiterentwickelt werden können.

Dafür wurden Beiträge vom City Climate Finance Gap Fund und dem Covenant of Mayors in Subsahara-Afrika (CoM SSA) in den Workshop integriert. Beide Initiativen stellten ihre Ansätze zur Unterstützung von Städten bei der Entwicklung von Klimaprojekten vor, einschließlich ihrer Auswahlkriterien, Unterstützungsmechanismen und Antragsverfahren. Der Schwerpunkt lag auf der Bedeutung einer soliden technischen Vorbereitung, eines klaren Projektumfangs und der Ausrichtung auf Klima- und Entwicklungsprioritäten.

Diese Beiträge gingen direkt auf die von den Städten geäußerten Bedürfnisse ein, insbesondere im Hinblick darauf, über Ideen im Frühstadium hinauszukommen und Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten. Darauf aufbauend endete der Workshop mit einer zukunftsorientierten Übung, in der die Städte erste Konzepte für Reformmaßnahmen vorstellten und begannen, konkretere Projektideen und mögliche Wege zur Umsetzung zu formulieren.

© Connective Cities

Abschließende Reflexion

Der Workshop hat gezeigt, dass es den Kommunen nicht an Lösungen mangelt. Über verschiedene Kontexte hinweg gibt es bereits eine solide Grundlage aus Ideen, Erfahrungen und sich entwickelnden Praktiken. Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese Ideen zu strukturieren, das förderliche Umfeld zu stärken und sie in Richtung Umsetzung voranzubringen.

Der Lernprozess von „Connective Cities“ bietet eine Plattform, um genau das zu tun –den Austausch in Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.

Connective Cities Netzwerktreffen

Als engagierte Fachleute oder kommunale Ansprechpersonen für internationale Zusammenarbeit in Ihrer Kommune (Stadt, Landkreis oder Gemeinde) haben Sie schon an einer oder mehreren Veranstaltungen der internationalen Plattform für Kommunen von Connective Cities teilgenommen oder haben Interesse daran, unserem Netzwerk beizutreten? Dann melden Sie sich gerne für unser nächstes Netzwerktreffen an:

Connective Cities lädt deutsche Expertinnen und Experten zu einem Netzwerktreffen von Dienstag, 09. Dezember (13:00-17:00 Uhr) bis Mittwoch, 10. Dezember (9:00 – 14:00 Uhr) 2025 bei Engagement Global in Bonn ein.

Was Sie erwartet: Sie haben die Möglichkeit, Teil eines dynamischen und fachlichen Netzwerks zu sein, die neuen Themen und Formate von Connective Cities zu entdecken, sich für diese zu engagieren und neue thematische Impulse zu setzen. Wir freuen uns auf den regen Austausch mit Ihnen!

Wenn Sie am Netzwerktreffen teilnehmen möchten, senden Sie uns bitte bis zum 10.11.2025 eine E-Mail mit Angaben zu Ihrer Kommune oder Organisation und Ihrer Funktion.

Die Teilnahme ist kostenlos, Reise- und Aufenthaltskosten werden übernommen. Die Arbeitssprache ist Deutsch.

Zur Anmeldung

Wenn Sie Fragen zu der Veranstaltung und Ihrer Teilnahme haben, kontaktieren Sie uns gerne:

Sibylle Loyeau

sibylle.loyeau@engagement-global.de und Connective-cities@engagement-global.de

Tel.: +49 (0)228-20717-2587

Städte als Vorreiter für eine nachhaltige, inklusive und resiliente Zukunft

Vom 12. bis 14. September 2025 fand im Rahmen der G20-Präsidentschaft Südafrikas in Johannesburg der Urban 20 (U20) Mayor Summit statt. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der C40-Städte kamen zusammen, um die Stimme der Städte auf globaler Ebene zu stärken. Die U20 ist eine diplomatische Initiative, die gemeinsam von C40 Cities und United Cities and Local Governments (UCLG) getragen wird. Den Vorsitz übernahmen in diesem Jahr die Städte Johannesburg und Tshwane.

Connective Cities und die Stadt Bonn nahmen an der von SALGA (South African Local Government Association) organisierten Paneldiskussion zum Thema „From Goals to Impact: Advancing Urban Sustainability and Resilience through the SDGs“ teil. In der Diskussion wurde die zentrale Rolle lokaler Regierungen bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) hervorgehoben: Mehr als 65 % der SDG-Ziele sind direkt mit kommunalen und regionalen Zuständigkeiten verbunden, wie SALGAs Vizepräsidentin Flora Mabea-Baltman betonte.

Die Panelteilnehmenden lieferten vielfältige Einblicke: Aaron Maluleka von der Stadt Tshwane stellte Energieprogramme und Partnerschaften im Bereich nachhaltige Energie vor, während Dr. Angela aus São Paulo auf die Bedeutung philanthropischer Initiativen und die Sicherung der SDG-Ziele einging. Verena Schwarte von der Stadt Bonn unterstrich die Relevanz von Daten und internationalen Kooperationen und Sibylle Loyeau von Connective Cities betonte die Bedeutung von Partnerschaften, dem fachlichen Austausch und Peer-Learning.

Im Communiqué, dem gemeinsamen Ergebnisdokument des Gipfels, wird die lokale Perspektive als wichtiger Bestandteil der G20-Agenda anerkannt. Es werden vier prioritäre Handlungsfelder definiert: wirtschaftliche Chancen und Finanzierung, Klimaschutz und urbane Resilienz, soziale Inklusion und Gerechtigkeit sowie digitale Transformation und Innovation.

Der Urban 20 Summit 2025 hat eindrucksvoll bestätigt, dass Städte an vorderster Front stehen, wenn es darum geht, globale Herausforderungen lokal zu lösen – für eine nachhaltige, inklusive und resiliente Zukunft.

Finanzielle Förderung für entwicklungspolitische Vorhaben deutscher Kommunen

Auch im Jahr 2022 können deutsche Kommunen wieder eine Zuwendung zur Durchführung von entwicklungspolitischen Projekten und Vorhaben beantragen.

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global bietet finanzielle Unterstützung durch das Kommunale Corona-Solidarpaket sowie durch den Kleinprojektefonds Kommunale Entwicklungspolitik. 

Kommunales Corona-Solidarpaket: Durch das Angebot zeigen entwicklungspolitisch aktive Kommunen Solidarität mit ihren Partnerkommunen in der Covid-19-Pandemie. Die finanzielle Unterstützung soll pandemiebedingte Notsituationen abmildern und die lokale Selbstverwaltung der Partnerkommunen im Globalen Süden stärken, um die Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen.

Bitte entnehmen Sie alle Informationen der Bekanntmachung und leiten Sie diese an Ihre Partnerinnen und Partner weiter:
Bekanntmachung: pdf-Download
Call for Proposals: pdf-Download

Weitere Infos und Antragsunterlagen: https://skew.engagement-global.de/kommunales-corona-solidarpaket.html

Kleinprojektefonds Kommunale Entwicklungspolitik: Über dieses Förderinstrument erhalten Kommunen Einstiegshilfen in neue Maßnahmen und Partnerschaften der kommunalen Entwicklungspolitik. Die geförderten Projekte sollen die entwicklungspolitische Diskussion beleben, das Engagement stärken und die Vernetzung relevanter Akteurinnen und Akteure unterstützen. Darüber hinaus soll der interkommunale Dialog mit dem Globalen Süden gefördert werden.
Weitere Informationen zur Antragstellung: https://skew.engagement-global.de/kleinprojektefonds.html

Bitte beachten Sie: Diese Unterstützungsangebote richten sich an deutsche Kommunen mit ihren Partnerkommunen im Globalen Süden. Die Antragstellung kann nur durch die deutsche Kommune erfolgen. Das Angebot wird finanziert durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Crisis Management – Cross Border Solidarity in time of crisis

Die Veranstaltungsreihe „Insight Sessions: Post-COVID Urban Futures“ ist Teil des diesjährigen Connective Cities Corona-Programms und ermöglicht einen regelmäßigen, offenen Austausch zu relevanten Themen der Post-COVID-19-Ära für kommunale Fachleute weltweit. In kurzen und prägnanten virtuellen Austauschformaten sollen verschiedene Themen der nachhaltigen Stadtentwicklung während und nach der COVID-19 Pandemie diskutiert und diesbezüglich innovative Ansätze geteilt werden. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, Impulse zu geben, die die Teilnehmenden zur Reflektion und zum innovativen Denken und Handeln anregen. Die offenen Gesprächsrunden finden alle drei Wochen, immer mittwochs, statt.

Wir laden Sie herzlich zu einer weiteren Veranstaltung der Reihe zum Thema „Crisis Management – Cross Border Solidarity in time of crisis “ am Mittwoch, den 29.09, 2021 von 10:00 – 11:30 Uhr CEST ein.

Die Covid-19-Pandemie stellt eine Herausforderung für die internationale Zusammenarbeit dar. Vor allem die anfängliche Schließung von Grenzen, unterschiedliche nationale Vorschriften und das Fehlen geeigneter Kommunikationsmittel erschwerten die Zusammenarbeit. Darüber hinaus stellt nicht nur die Pandemie, sondern auch Konflikte und politische Dynamiken eine Herausforderung für die Zusammenarbeit zwischen Städten, Ländern und Nachbarregionen weltweit dar. Die Zusammenarbeit von Städten kann während der Pandemie eine wichtige Rolle spielen und hat dies mit Sicherheit auch getan. Die Zusammenarbeit von Städten kann Multilateralismus stärken, da Kommunen im Vergleich zu nationalen Verwaltungen oft eine engere Partnerschaft mit anderen Städten haben und schneller auf Krisen reagieren können. Zu Beginn der Pandemie unterstützten sich Städte gegenseitig, z. B. durch die Aufnahme von Patienten und Spenden.

Die Veranstaltung thematisiert die internationale grenzüberschreitende Solidarität zwischen Städten in Krisenzeiten und darüber hinaus. Herausforderungen und Chancen von städtischer Kooperation werden erörtert und gute Praxisbeispiele aus verschiedenen Weltregionen vorgestellt werden.

Eine detaillierte Agenda wird in Kürze bereitgestellt. Die Veranstaltung findet virtuell in der Connective Cities Community statt.

Datum: Mittwoch, den 29.09.2021

Zeit: 10:00-11:30 Uhr CEST

Veranstaltungssprache: Englisch, German

Falls Sie noch weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne.

Kontakt: paulina.koschmieder@giz.de