Große Sportereignisse begeistern Milliarden – und stehen zugleich im Zentrum der globalen Nachhaltigkeitsdebatte. Wie können Kommunen Sportgroßveranstaltungen so gestalten, dass sie ökologische, soziale und wirtschaftliche Mehrwerte schaffen? Welche Lösungen funktionieren bereits in der Praxis – und was lässt sich voneinander lernen?
In Berlin befasst man sich intensiv mit diesen Fragen und nun laden der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport zusammen mit Connective Cities 5 weitere deutsche und 6 internationale Kommunen ein, sich in einer Dialogveranstaltung zu Nachhaltigkeitsstrategien für Sportgroßveranstaltungen – von der politischen Verankerung bis zur praktischen Umsetzung und begleitenden Bildungsarbeit – auszutauschen.
An wen richtet sich der Teilnahmeaufruf?
Wir freuen uns auf die Teilnahme von jeweils 2 Fachleuten aus Ihrer Kommune, insbesondere aus den Bereichen Veranstaltungsmanagement, Sport, Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) oder Ordnungsämtern.
Die Veranstaltungssprache ist Englisch. Reisekosten werden von Connective Cities übernommen.
Wie kann man teilnehmen?
Wenn Sie an der Dialogveranstaltung teilnehmen möchten, senden Sie uns bitte folgende Infos per E-Mail:
Angabe Ihrer Kommune oder Organisation (auch Hochschulen oder NROs) und Ihrer Funktion,
eine kurze Beschreibung eines Projekts Ihrer Kommune, das Sie den anderen Teilnehmenden als gute Praktik vorstellen möchten. Gerne können Sie auch eine lokale Herausforderung ergänzen, vor der Sie zurzeit stehen und zu der Sie sich mit den anderen kommunalen Fachleuten austauschen möchten.
Frist und Kontakt:
Bitte melden Sie sich für eine Teilnahme bei uns bis zum 05.07.2026.
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung:
Connective Cities unterstützt erneut die Ausschreibung des Kommunalpolitischen Preises 2027 des Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftungsfonds (CAG), der nach dem Übergang in die Leipzigstiftung unter diesem Namen firmiert. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen der kommunalen Verwaltung und Politik ausgezeichnet.
Im Jahr 2027 steht der Preis unter dem Thema „Resiliente Kommunen: Kommunale Partnerschaften für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge“. Gesucht werden innovative und übertragbare Gute Praktiken, die im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit – insbesondere auch international – entwickelt wurden.
Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder einer kommunalen Allianz.
Weltweit stehen Kommunen vor zunehmenden Herausforderungen, etwa durch Naturkatastrophen, technische Störungen, Cyberrisiken oder geopolitische Spannungen. Um ihre Bevölkerung wirksam zu schützen, braucht es nicht nur technische Lösungen, sondern auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, kommunalen Diensten, Zivilgesellschaft und weiteren lokalen Akteuren.
Die Ausschreibung richtet sich daher an grenzüberschreitende kommunale Kooperationen, die praxisnahe und innovative Ansätze in folgenden Bereichen aufzeigen:
Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge
Schutz und Weiterentwicklung kritischer Infrastruktur
digitale Sicherheit
Krisenkommunikation
Besonders berücksichtigt werden inklusive und partizipative Ansätze, die die Bedarfe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen – insbesondere von Frauen, Kindern und weiteren vulnerablen Gruppen – einbeziehen.
Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und umfasst eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung.
Bewerbungsfrist: 31. August 2026
Im Sinne seines Ansatzes zur Förderung des internationalen kommunalen Austauschs ruft Connective Cities Kommunen und kommunale Netzwerke dazu auf, sich zu bewerben und ihre Erfahrungen einzubringen.
Weitere Informationen zur Ausschreibung und zum Bewerbungsverfahren: CAG-Bekanntmachung [pdf, 3 Seiten]
Bewerbungen oder/und Fragen sind per E-Mail zu richten an:
Connective Cities lädt zwei Expert*innen aus Ihrer Kommune ein, sich am internationalen Fachaustausch in Bremen und dem anschließenden Lernprozess zu beteiligen.
Unterstützen Sie die Gründerszene in Ihrer Kommune? Welche Perspektiven bieten Sie jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt? Welchen Herausforderungen begegnen Sie bei Ihrer Arbeit? Die Stadt Bremen ist zu dem Thema bereits sehr gut vernetzt – auch international. Nun lädt die Stadt Sie in Kooperation mit Connective Cities dazu ein, gemeinsam mit fünf weiteren deutschen und sechs internationalen Kommunen in Bremen zusammenzukommen und sich zu Gründungsinitiativen und Gründungszentren sowie kommunalen Anreizen und Unterstützungsangeboten für Gründungen und Start-ups auszutauschen.
Das Eröffnen von Perspektiven und die Förderung von Qualifikation sind für junge Menschen in Deutschland und im Globalen Süden gleichbedeutend wichtig; möglichst allen jungen Menschen muss ein Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. In Bremen und Bremerhaven ist die Zahl der Start-Ups im nationalen Vergleich hoch. Die Gründungsszene ist lebendig, innovativ und gut vernetzt. Auch international hat die Senatskanzlei Bremen bereits wertvolle Kontakte: Ihre Partnerstädte Windhoek (Namibia) und Durban (Südafrika) bringen Erfahrungen mit eigenen Gründungszentren und Instrumenten zur Start-Up-Förderung ein.
Ziele der Dialogveranstaltung sind das gemeinsame Lernen durch das Kennenlernen von kommunalen Guten Praktiken, der Austausch zu Herausforderungen im Rahmen von kollegialen Beratungen und die Entwicklung von Lösungsansätzen zu herausgestellten Herausforderungen, sowie die Vernetzung der Teilnehmenden untereinander.
Wir freuen uns auf die Teilnahme von jeweils zwei Fachleuten aus Ihrer Kommune, insbesondere aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Arbeit und Soziales oder Jugendarbeit.
Wie gelingt es Kommunen, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen? Dieser Frage widmet sich das Connective Cities Lab „From Challenge to Practice: How Municipalities Turn Local Plans into Public Services“, das gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag organisiert wird.
Kommunen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Umsetzung lokaler Entwicklungspläne. Im Lab teilen internationale Kommunen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Welche Hürden mussten überwunden werden? Welche Lösungsansätze haben sich bewährt? Und was lässt sich auf andere Kontexte übertragen?
Im Anschluss an kurze Praxisinputs diskutieren die Teilnehmenden in einem moderierten Peer-to-Peer-Austausch gemeinsam Lösungsansätze für eine wirksame kommunale Leistungserbringung.
Ziele des Labs
Erfahrungsaustausch zu Herausforderungen der kommunalen Leistungserbringung
Austausch von praxisnahen Lösungsansätzen
Förderung internationaler Vernetzung und Peer-Learning
Wir freuen uns auf den Austausch mit kommunalen Praktiker*innen, Fachleuten und Partnerorganisationen aus aller Welt.
Teilnahme: Das Lab findet ausschließlich in Präsenz im Rahmen des UCLG World Congress 2026 statt. Die Teilnahme ist für alle Interessierten möglich; Voraussetzung ist eine Registrierung über das offizielle Anmeldesystem des Kongresses: https://registration.uclgcongresstangier2026.com/
Extreme Wetterereignisse, insbesondere Starkregen, nehmen zu und stellen unsere Städte vor nie dagewesene Herausforderungen. Starkregenereignisse – extreme Niederschläge innerhalb kürzester Zeit – können überall auftreten, selbst fernab von Gewässern. Sie können lokale Hochwasser oder gar Sturzfluten auslösen. Die Folgen sind gravierend: Gefahren für Menschen, Schäden an Infrastruktur und Vegetation sowie langfristige Belastungen für das städtische Leben.
Dieses Diskussionspapier des Deutschen Städtetages möchte Impulse geben und die Debatte darüber anregen, wie Städte ihre klima- und risikobezogene Resilienz weiter stärken können. Im Fokus steht ein ganzheitliches Starkregenmanagement, das über technische Lösungen und Einzelprojekte hinausgeht. Es verbindet Vorsorge, Schutz, Anpassung und Krisenbewältigung zu einem integrierten Ansatz.
Das Papier formuliert klare Erwartungen der Städte an Bund und Länder, um das Starkregenmanagement als gesamtstaatliche Aufgabe auf eine solide Basis zu stellen. Praxisbeispiele verdeutlichen, was Städte bereits heute leisten und zeigen: Starkregenmanagement ist längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern ein zentraler Baustein klimaresilienter Stadtentwicklung. Mit diesem Diskussionspapier möchte der Deutsche Städtetag den Austausch von Perspektiven und Erfahrungen fördern. Es gilt, gemeinsam Wege zu erkunden, wie urbane Räume sicherer, anpassungsfähiger und lebenswerter gestaltet werden können.
Internationale Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 95, Juni 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
Wasser ist nicht nur eine Quelle von Entwicklung, sondern wird auch zunehmend zur strategischen Ressource. Sinkende Grundwasserspiegel, häufigere und länger anhaltende Hitzeperioden und Dürren sowie Starkregenereignisse stellen Kommunen vor große Herausforderungen. Dabei können vergleichsweise moderate Investitionen in naturbasierte und technologische Lösungen helfen, den lokalen Wasserhaushalt auszugleichen, Menschenleben zu schonen und weit teurere potenzielle Schäden an der urbanen Infrastruktur zu verhindern.
16 Fachleute aus sechs Ländern haben sich daher in unserem zweijährigen Deep Dive zu Wasserresilienz auf den Weg gemacht, lokal angepasste innovative Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen zu entwickeln und umzusetzen. Wir ziehen eine erste Zwischenbilanz nach einem dreitägigen Präsenztreffen in Wuppertal.
Können KI-Visualisierungen helfen, Wohnraumprojekte transparent für alle Beteiligten zu gestalten oder bergen sie eher die Gefahr, komplexe Planungsrealitäten zu stark zu vereinfachen? In diesem Spannungsfeld ergab sich eine aufschlussreiche Diskussion während einer von Connective Cities und dem Deutschen Städtetag organisierten Fachkonferenz während des World Urban Forum 13 in Baku, Aserbaidschan, dokumentiert in unserem Rückblick.
Die kenianische Stadt Kisumu zeigt konkret, wie sich öffentlicher Raum lebenswerter gestalten lässt: fußgängerfreundlich, natur-basiert und durch die Förderung von E-Mobilität auch klimaschützend – ein inspirierendes Praxisbeispiel, dass auch in Kisumu als Pilotprojekt für weitere Stadtraumverbesserung gilt.
Und natürlich möchten wir sie auch zu unseren kommenden Veranstaltungen einladen: Auf dem UCLG World Congress 2026 am 25. Juni in Tanger, Marokko, diskutieren wir anhand konkreter Beispiele, wie es Kommunen gelingt, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen.
Nachhaltigkeitsstrategien stehen auch im Fokus unserer nächsten Dialogveranstaltung vom 20. bis 22. Oktober 2026 in Berlin – hier im Kontext der Umsetzung von Sportgroßveranstaltungen. Herzlich eingeladen sind kommunale Fachleute, insbesondere aus den Bereichen Veranstaltungsmanagement, Sport und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).
Wir wünschen inspirierende Lektüre und freuen uns auf Ihre Teilnahme! Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
Connective Cities beim World Urban Forum 13 in Baku
KI-gestützte Visualisierung für bezahlbaren Wohnraum und informelle Siedlungsentwicklung
Auf dem 13. World Urban Forum (WUF) in Baku veranstaltete der Deutsche Städtetag gemeinsam mit Connective Cities eine interaktive Akademie-Session zu der Frage, wie KI-gestützte Visualisierungstool Stadtplanner*innen helfen können, Herausforderungen im Wohnungswesen, die Aufwertung informeller Siedlungen und die Quartiersentwicklung konkreter und zugänglicher zu diskutieren. Die KI-Visualisierungen erwiesen sich zum einen als sehr nützlich, um unter anderem im Dialog mit der Bevölkerung Entscheidungsfindungen transparent zu gestalten. Sie bergen aber auch zugleich die Gefahr, komplexe Planungsrealitäten zu vereinfachen oder Lösungen zu suggerieren, bevor zentrale Fragen geklärt sind. In diesem Spannungsfeld ergab sich eine aufschlussreiche Diskussion, die auch über die WUF13 hinaus weiter fortgeführt werden könnte.
Die fußgängerfreundliche Umgestaltung eines Geschäftsviertels
Kisumu lebenswerter gestalten: Im Stadtzentrum bilden die drei Hauptstraßen – Oginga Odinga, Ang’awa Avenue und Jomo Kenyatta Avenue – ein Dreieck um einen Sport- und Parkbereich. Diese Straßen werden täglich von über 2.200 Fußgängern genutzt. Die Neugestaltung des sogenannten „Walkable Triangle“ zu einem fußgängerfreundlicheren Raum hat ihn sicherer, angenehmer und zugänglicher gemacht, während der bestehende Baumbestand erhalten und integriert wurde. Darüber hinaus fördert die Stadt die E-Mobilität im öffentlichen Nahverkehr durch die Einführung eines Batteriewechselsystems für Motorradtaxis, sogenannte „Boda-Bodas“, und dreirädrige Taxis, sogenannte „Tuk-Tuks“.
Wasserresilienz – Kommunen wappnen sich gegen Trockenheit und Starkregen
Einblicke und Zwischenfazit der Connective Cities Deep Dive Veranstaltung
Die eigenen Herausforderungen zur Wasserresilienz hinterfragen, von den Erfahrungen auf anderen Kontinenten lernen und Mut zur Umsetzung innovativer Ideen entwickeln – all das waren die Zutaten des ersten persönlichen Treffens im Rahmen des Deep Dive von Connective Cities, vom 5. bis 7. Mai 2026 in Wuppertal. Insgesamt 16 Fachleute aus den deutschen Kommunen Dresden, Wunstorf und Wuppertal sowie aus Akkaraipattu (Sri Lanka), Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Natitingou (Benin) und Niš (Serbien) arbeiten seit Anfang 2026 über etwa zwei Jahre gemeinsam daran, innovative Ansätze und deren Umsetzungsmöglichkeiten zu analysieren. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren sie lokal angepasste Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen. Das Treffen in Wuppertal ist ein erster Zwischenschritt.
Von der Herausforderung zur Praxis – Wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen umsetzen
Local4Action Track – Lab im Rahmen des UCLG World Congress 2026 in Tanger, Marokko,am 25. Juni 2026 von 12:00 bis 13:30 Uhr Ortszeit (UTC+1)
Wie gelingt es Kommunen, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen? Dieser Frage widmet sich das Connective Cities Lab im Rahmen des UCLG World Congress 2026, das gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag organisiert wird. Kommunen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Umsetzung lokaler Entwicklungspläne. Im Lab teilen internationale Kommunen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Welche Hürden mussten überwunden werden? Welche Lösungsansätze haben sich bewährt? Und was lässt sich auf andere Kontexte übertragen?
Teilnahmeaufruf – Global Green Sports: Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien für Sportgroßveranstaltungen
Einladung für kommunale Fachleute zur Dialogveranstaltung vom 20. bis 22. Oktober 2026 in Berlin
Wie lassen sich Nachhaltigkeitsstrategien für große Sportveranstaltungen politisch verankern? Wie werden diese Strategien in Stadtverwaltungen und im Veranstaltungsmanagement umgesetzt? Wie kann die Öffentlichkeit eingebunden und über nachhaltige Entwicklung während großer Sportveranstaltungen infomiert werden? Die von Connective Cities gemeinsam mit der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Senatsverwaltung für Inneres und Sport (SIUS) Berlin organisierte Veranstaltung lädt Städte aus aller Welt ein, Erfahrungen auszutauschen, gute Praktiken vorzustellen und gemeinsam innovative Lösungen für nachhaltige Sportveranstaltungen zu entwickeln.
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Beim 13. World Urban Forum in Baku veranstalteten der Deutsche Städtetag und Connective Cities eine interaktive Academy Session zum Thema „AI-supported Visualisation for Affordable Housing and Informal Settlement Upgrading“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI-gestützte Visualisierungen Kommunen dabei unterstützen können, Herausforderungen im Bereich bezahlbarer Wohnraum, Quartiersentwicklung und informelle Siedlungsentwicklung konkreter und anschaulicher zu diskutieren.
Die Session knüpfte an die Arbeit der Connective Cities Working Group on Sustainable and Affordable Housing an. Sie war bewusst nicht als reine Technologiedemonstration angelegt, sondern als praxisorientiertes Lernformat mit kommunalen Fallbeispielen. Ziel war es, gemeinsam zu erproben, wie Visualisierungen komplexe Planungsfragen verständlicher machen und neue Gesprächsräume zwischen Kommunen, Fachabteilungen, Entscheidungsträgern und lokalen Akteuren eröffnen können.
Ausgangspunkt waren reale Bilder aus kommunalen Kontexten. Mit Unterstützung von CoPlan AI wurden daraus mögliche Entwicklungsszenarien visualisiert. Die KI-generierten Bilder waren ausdrücklich keine finalen Planungen, sondern dienten als Diskussionsgrundlage. Die Teilnehmenden konnten dadurch sehr konkret über Wohnqualität, Dichte, öffentlichen Raum, Begrünung, Klimaanpassung, Mobilität, soziale Infrastruktur und mögliche Umsetzungsschritte sprechen.
Ein zentraler Mehrwert des Formats lag in der gemeinsamen Arbeit an den Bildern. Die Visualisierungen machten abstrakte Planungsfragen sichtbar und ermöglichten eine kreative, aber zugleich kritische Diskussion: Welche Zukunftsbilder entstehen? Welche Annahmen stehen dahinter? Welche Chancen und Risiken werden sichtbar? Welche sozialen, räumlichen, ökologischen, institutionellen und finanziellen Voraussetzungen müssten geprüft werden, damit aus einem Bild ein realistischer Planungsschritt werden kann?
Die Session wurde von Prof. Hilmar von Lojewski, Deutscher Städtetag, moderiert. Jelena Karamatijevic, Connective Cities / GIZ, führte in den fachlichen Rahmen ein und stellte den Bezug zur kommunalen Praxis sowie zum Peer-Learning-Ansatz von Connective Cities her. CoPlan AI, vertreten durch Damiano Cerrone und Sampo Ruoppila, begleitete den partizipativen KI-basierten Visualisierungsprozess.
Kommunale Fallbeiträge und Reflexionen kamen unter anderem aus Nairobi, Huye, Mariental, Hebron, Berlin sowie vom Urban Development Fund in Ägypten. Beteiligt waren Godfrey Ngugi, Richard Ndicunguye, Sunday Haimbodi, Husam Shweiki, Lars Loebner und Dr. Marwa Ahmed. Sie brachten ihre jeweiligen lokalen Perspektiven ein und diskutierten, welche planerischen, sozialen, institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen hinter den Visualisierungen geprüft werden müssten.
Aus Berlin brachte Lars Loebner von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen eine wichtige Perspektive ein: Bilder können öffentliche Debatten über Wohnungsbau und Quartiersentwicklung stark prägen. Verantwortungsvolle Visualisierung kann daher helfen, nicht nur abstrakte Pläne zu vermitteln, sondern positive und realistische Zukunftsbilder für lebendige, sozial gemischte und grüne Quartiere sichtbar zu machen.
Ein methodischer Impuls kam zudem von Ruvi Y. Suárez Subirana, GIZ / ProUrbano, Santa Cruz, Bolivien. Unter dem Titel „From AI Visualisation to Scenario Assessment“ zeigte sie, wie KI-gestützte Visualisierung mit Szenariodenken und Wirkungsreflexion verbunden werden kann. Ihre Botschaft ergänzte die Diskussion: KI-Bilder sind keine Pläne. Ihr Wert entsteht vor allem dann, wenn sie genutzt werden, um Auswirkungen, Zielkonflikte und mögliche Umsetzungspfade gemeinsam zu reflektieren.
Die Diskussion zeigte, dass KI-gestützte Visualisierung ein hilfreiches Instrument sein kann, um Planungsoptionen anschaulicher darzustellen und gemeinsames Lernen zu unterstützen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass solche Bilder verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen. Sie können Erwartungen wecken und dürfen daher Planung, Beteiligung, Machbarkeitsprüfungen, Kostenabschätzungen und politische Entscheidungen nicht ersetzen.
Aus Sicht von Connective Cities bietet die Academy Session einen wichtigen Ausgangspunkt für eine vertiefte Beschäftigung mit bezahlbarem Wohnen, informeller Siedlungsentwicklung und umsetzungsorientierten kommunalen Projektansätzen. Der Mehrwert liegt nicht in der Technologie selbst, sondern darin, kommunale Lernprozesse zu stärken und den Schritt von Visualisierung und Kartierung hin zu realistischen, inklusiven und finanzierbaren Umsetzungspfaden vorzubereiten.
Bilddokumentation: Ist-Zustand / nach der KI-gestützten Visualisierung
Die folgenden Visualisierungen wurden im Rahmen der WUF13 Academy Session als Diskussionsgrundlage entwickelt. Ausgangspunkt waren reale kommunale Bilder; die KI-generierten Szenarien dienten dazu, Fragen zu bezahlbarem Wohnen, informellem Siedlungs-Upgrading, öffentlichem Raum, Klimaresilienz und Umsetzungsschritten besser diskutierbar zu machen. Die Bilder sind keine finalen Planungen. Quelle: Connective Cities, generiert mit CoPlan AI.
Ruanda, Huye — suburbanes Gebiet für bezahlbaren Wohnraum
Vom erschlossenen Grundstück zu einem lebenswerten Quartier für bezahlbaren Wohnraum mit öffentlichem Raum, Schatten und gemeinschaftlichen Einrichtungen.
Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)
Kenia, Nairobi County — Mji wa Huruma
Von einer informellen Siedlung zu einem sichereren öffentlichen Raum und klimasensible Wohnentwicklung
Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)
Wasser wird für immer mehr Kommunen weltweit zu einer zentralen Herausforderung. Einerseits sind sie verstärkt Hitzewellen und Trockenheit ausgesetzt, andererseits führen Starkregen und Hochwasser häufiger zu Überschwemmungen. All dies gefährdet weltweit die Gesundheit der Bevölkerung und zerstört oder beschädigt nicht nur privates Eigentum, sondern auch kommunale Infrastrukturen. Der globale Wasserbedarf könnte bis 2030 die verfügbaren Mengen deutlich übersteigen. Wasser wird somit zu einer strategischen Ressource. Es ist also dringend Zeit, dass Kommunen ihre Wasserresilienz stärken.
Die eigenen Herausforderungen zur Wasserresilienz hinterfragen, von den Erfahrungen auf anderen Kontinenten lernen und Mut zur Umsetzung innovativer Ideen entwickeln – all das waren die Zutaten des ersten persönlichen Treffens im Rahmen des Deep Dive von Connective Cities, vom 5. bis 7. Mai 2026 in Wuppertal. Bereits im März 2026 hatte sich die Gruppe zu einem virtuellen Auftakt getroffen. Insgesamt 16 Fachleute aus den deutschen Kommunen Dresden, Wunstorf und Wuppertal sowie aus Akkaraipattu (Sri Lanka), Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Natitingou (Benin) und Niš (Serbien) arbeiten seit Anfang 2026 über etwa zwei Jahre gemeinsam daran, innovative Ansätze wie Schwammstadtkonzepte, blaue Korridore und integrierte blau-grün-rote Infrastrukturen und deren Umsetzungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu analysieren. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren sie lokal angepasste Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen.
Die Dokumentation beschreibt Praxisbeispiele aus Wuppertal und Leipzig, skizziert die anvisierten Pilotprojekte der sechs Kommunen und resümiert die zentralen „Key Take-aways“ des bisherigen Prozesses.
Wie können digitale und KI-basierte Anwendungen Kommunen dabei unterstützen, resilienter zu werden und sich besser auf zukünftige Risiken vorzubereiten?
Angesichts zunehmender klima- und infrastrukturbezogener Herausforderungen benötigen Kommunen digitale Werkzeuge, die sowohl schnelle Reaktionen in Krisensituationen als auch langfristige, risikoinformierte Planung und resiliente Governance ermöglichen. In dieser Insight Session wird das Konzept der „Digitalen Zwillinge für risikoinformierte Stadtentwicklung“ anhand praktischer Anwendungen und internationaler Good Practices vorgestellt.
Urban Digital Twinning (UDT) bezeichnet digitale Abbildungen urbaner Systeme, die mit Echtzeitdaten und prädiktiven Modellen verknüpft sind. Diese Anwendungen werden zunehmend in Bereichen wie Mobilitätsmanagement, Energiemonitoring, Katastrophenvorsorge, Infrastrukturplanung und Bürgerbeteiligung eingesetzt. Erfolgreiche Beispiele finden sich bereits u. a. in Japan, Singapur, den Niederlanden, der Türkei und Deutschland.
Als Praxisbeispiel wird die Arbeit der IT-Abteilung der Gemeinde Bağcılar (Türkei) vorgestellt, die derzeit eine KI-gestützte Plattform für einen digitalen urbanen Zwilling entwickelt. Der Fokus liegt auf Katastrophenresilienz und datenbasierter Entscheidungsfindung auf kommunaler Ebene. Das Projekt integriert u. a. LiDAR-basierte 3D-Stadtmodelle, IoT-Sensorik, GIS-/MIS-Systeme, panoramische Stadtaufnahmen sowie KI-gestützte Analysen in ein integriertes kommunales Datensystem.
Im Anschluss an die Präsentationen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich dazu auszutauschen, wie digitale Zwillinge in kommunale Planungsprozesse integriert und KI-Anwendungen für eine nachhaltige und risikoinformierte Entwicklung weiter genutzt werden können.
Kisumu, eine Hafenstadt am Ufer des Viktoriasees und eine der größten Städte Kenias, gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Waren- und Handelsverkehr zwischen Kenia und seinen Nachbarländern Tansania und Uganda. Mit einem jährlichen Bevölkerungswachstum von knapp 4 Prozent hat sich die Einwohner*innenzahl von etwa 205.000 in 2001 auf mindestens 422.000 in 2025 in 15 Jahren mehr als verdoppelt. Dies führte zu einer Reihe großer Infrastrukturprojekte, die allerdings primär auf den motorisierten Verkehr fokussiert waren, obwohl 53 Prozent der täglichen Wege der Einwohner*innen zu Fuß zurückgelegt werden.
Ein Projekt im Rahmen des „Kisumu Sustainable Mobility Plan“ ist das „Walkable Triangle“: die fußgängerfreundliche Umgestaltung der drei Hauptstraßen Oginga Odinga, Ang’awa Ave und Jomo Kenyatta Ave. in einem Geschäftsviertel im Zentrum der Stadt. Diese umschließen in Form eines Dreiecks eine Sport- und Parkanlage und werden täglich von über 2.200 Fußgänger*innen genutzt. Ziel ist es, den nicht-motorisierten Transport auf den insgesamt 1,5 Kilometern zu fördern, sicherer, angenehmer und barrierefrei zu gestalten sowie den bereits bestehenden Baumbestand zu erhalten und zu integrieren.
Zudem fördert die Stadt E-Mobilität beim öffentlichen Transport durch ein Batterietauschsystem für Motorradtaxis, sogenannten „Boda-Bodas“, und Dreiradtaxis, sogenannten „Tuk-Tuks“.
Die Dokumentation beschreibt die Herangehensweise wie auch die erzielten Wirkungen dieser Guten Praktik.