Urbane Miniwälder in von Dürre betroffenen Regionen

Am 8. Juli 2026 veranstaltete Connective Cities eine Online-Veranstaltung, um Möglichkeiten zum Pflanzen urbaner Wälder unter schwierigen klimatischen Bedingungen zu erörtern. Solche Versuche sind in trockenen Regionen mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen bekanntermaßen schwierig, da die knappen Wasserressourcen zwischen Bevölkerung, lokalen Unternehmen, Landwirtschaft und Industrie aufgeteilt werden müssen. Das Pflanzen und Bewässern von Stadtbäumen wird unter diesen Umständen häufig als zweitrangig betrachtet, was aufgrund fehlender finanzieller Mittel und mangelnder Pflege oft zum Scheitern von Aufforstungsprojekten in Städten führt. An der Veranstaltung nahmen 34 Teilnehmende aus 13 Ländern teil, die ein breites Spektrum an Kommunen aus Afrika und dem Nahen Osten repräsentierten.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Miyawaki-Methode zur Anpflanzung von Miniwäldern weltweit zu einer herausragenden Erfolgsgeschichte entwickelt. Bei dieser vom japanischen Botaniker Akira Miyawaki entwickelten Technik wird ein kleiner, dichter Wald aus einheimischen Bäumen und Pflanzen angelegt. Die besonders dichte Pflanzung einer Vielfalt an heimischen Pflanzen beschleunigt das Wachstum von Flora und Fauna, sodass die Miniwälder bereits nach etwa fünf Jahren vollständig autark sein können. Die Wälder verbessern die Luftqualität, reduzieren die Hitze und tragen zur Wiederherstellung der Artenvielfalt bei. Dadurch stabilisieren sie Ökosysteme und wirken der Umweltzerstörung infolge der Klimakrise entgegen. Eine Videoübersicht zur Miyawaki-Methode finden Sie hier.

Stefan Scharfe, Sprecher von Miya-Forest, einer in Eberswalde ansässigen NGO für Aufforstung, Umweltbildung und Forschung, erläuterte den Erfolg der Miyawaki-Methode unter anderem daran, dass das Pflanzen von Bäumen in der Regel breite Akzeptanz bei verschiedenen Akteuren wie Stadtbevölkerung, Wohnungsbaugesellschaften und Kommunalverwaltungen findet. Der partizipative Ansatz der Anpflanzung urbaner Miniwälder müsse jedoch durch eine kleine Gruppe engagierter Akteure unterstützt werden, die sich mit dem Projekt identifizieren. Insbesondere eine gründliche Bodenanalyse kann die Wahrscheinlichkeit, dass die Miniwälder nach einer anfänglichen, intensiven Phase der Bewässerung und Pflege selbstständig wachsen, deutlich erhöhen.

Aus dem Kontext des stark urbanisierten und biologisch degradierten Amman, der Hauptstadt Jordaniens, kommend, nahm Deema Assaf, vom ökologischen Forschungsstudio TAYYŪN, als zweite Referentin an der Insight Session teil und vermittelte den Teilnehmenden wertvolle praktische Einblicke aus der MENA-Region. Frau Assaf erläuterte die aufwendige Arbeit mit Paläobotanikern zur Sammlung von Belegen für einheimische Arten der Region, die sich als evolutionär widerstandsfähig gegenüber den lokalen Klimabedingungen erwiesen haben. Die Samen dieser mit dem Boden vertrauten Pflanzen bilden die Grundlage für ein vielschichtiges Ökosystem mit Baumkronen, Unterholz, Sträuchern und Bodendeckern. Im Laufe seines Wachstums lockt der Wald Insekten, Pilze und Vögel an. Auch essbare Pflanzen können integriert werden, wodurch Miniwälder zu (urbanen) Gärten werden.

Die Insight Session lieferte den Teilnehmenden neue Inspiration für ihre eigenen Projektentwicklungen im Rahmen der laufenden Lernprozesse von Connective Cities zu den Themen „Natur als zentraler Bestandteil kommunaler Resilienz“ und „Grüne Korridore in der Stadt und ihrer Umgebung“. Das Potenzial der Miyawaki-Methode, durch verschiedene Ökosystemleistungen schnell und nachhaltig positive Effekte zu erzielen und sich an die lokalen Gegebenheiten anzupassen, macht urbane Miniwälder zu einer greifbaren und sinnvollen Maßnahme angesichts der sich verschärfenden Klimakrise. Forstwirtschaftliche Vorbereitungen – wie die Generierung von Bodendaten und Setzlingen – sowie institutionelle Unterstützung, gesicherte Finanzierung und die kontinuierliche Pflege des Pflanzprojekts sind jedoch entscheidend für das Gedeihen der Miniwälder.

Connective Cities bietet das Netzwerk für zukünftiges Engagement zu diesem Thema und freut sich darauf, Fachwissen unter Stadtplanern auszutauschen.

Gründung und Innovation: Arbeitsmarktchancen und Perspektive für junge Menschen

Connective Cities lädt zwei Expert*innen aus Ihrer Kommune ein, sich am internationalen Fachaustausch in Bremen und dem anschließenden Lernprozess zu beteiligen.

 

Unterstützen Sie die Gründerszene in Ihrer Kommune? Welche Perspektiven bieten Sie jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt? Welchen Herausforderungen begegnen Sie bei Ihrer Arbeit?  Die Stadt Bremen ist zu dem Thema bereits sehr gut vernetzt – auch international. Nun lädt die Stadt Sie in Kooperation mit Connective Cities dazu ein, gemeinsam mit fünf weiteren deutschen und sechs internationalen Kommunen in Bremen zusammenzukommen und sich zu Gründungsinitiativen und Gründungszentren sowie kommunalen Anreizen und Unterstützungsangeboten für Gründungen und Start-ups auszutauschen.

Das Eröffnen von Perspektiven und die Förderung von Qualifikation sind für junge Menschen in Deutschland und im Globalen Süden gleichbedeutend wichtig; möglichst allen jungen Menschen muss ein Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. In Bremen und Bremerhaven ist die Zahl der Start-Ups im nationalen Vergleich hoch. Die Gründungsszene ist lebendig, innovativ und gut vernetzt. Auch international hat die Senatskanzlei Bremen bereits wertvolle Kontakte: Ihre Partnerstädte Windhoek (Namibia) und Durban (Südafrika) bringen Erfahrungen mit eigenen Gründungszentren und Instrumenten zur Start-Up-Förderung ein.

Ziele der Dialogveranstaltung sind das gemeinsame Lernen durch das Kennenlernen von kommunalen Guten Praktiken, der Austausch zu Herausforderungen im Rahmen von kollegialen Beratungen und die Entwicklung von Lösungsansätzen zu herausgestellten Herausforderungen, sowie die Vernetzung der Teilnehmenden untereinander.

Wir freuen uns auf die Teilnahme von jeweils zwei Fachleuten aus Ihrer Kommune, insbesondere aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Arbeit und Soziales oder Jugendarbeit.

Weitere Informationen: Teilnahmeaufruf [pdf, 2 Seiten]

Bewerbungsfrist: 24. Mai 2026

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung:
Marcella Sobisch, Projektkoordinatorin Connective Cities,  marcella.sobisch@engagement-global.de, +49 (0)228 20717 2658
und connective-cities@engagement-global.de

Von der Herausforderung zur Praxis – Wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen umsetzen

Wie gelingt es Kommunen, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen? Dieser Frage widmet sich das Connective Cities Lab „From Challenge to Practice: How Municipalities Turn Local Plans into Public Services“, das gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag organisiert wird.

Kommunen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Umsetzung lokaler Entwicklungspläne. Im Lab teilen internationale Kommunen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Welche Hürden mussten überwunden werden? Welche Lösungsansätze haben sich bewährt? Und was lässt sich auf andere Kontexte übertragen?

Im Anschluss an kurze Praxisinputs diskutieren die Teilnehmenden in einem moderierten Peer-to-Peer-Austausch gemeinsam Lösungsansätze für eine wirksame kommunale Leistungserbringung.

Ziele des Labs

  • Erfahrungsaustausch zu Herausforderungen der kommunalen Leistungserbringung
  • Austausch von praxisnahen Lösungsansätzen
  • Förderung internationaler Vernetzung und Peer-Learning

 

Wir freuen uns auf den Austausch mit kommunalen Praktiker*innen, Fachleuten und Partnerorganisationen aus aller Welt.

Teilnahme: Das Lab findet ausschließlich in Präsenz im Rahmen des UCLG World Congress 2026 statt. Die Teilnahme ist für alle Interessierten möglich; Voraussetzung ist eine Registrierung über das offizielle Anmeldesystem des Kongresses: https://registration.uclgcongresstangier2026.com/

Smarte Schwammstadt und modernes Starkregenmanagement: wie Städte klimaresilienter werden

Extreme Wetterereignisse, insbesondere Starkregen, nehmen zu und stellen unsere Städte vor nie dagewesene Herausforderungen. Starkregenereignisse – extreme Niederschläge innerhalb kürzester Zeit – können überall auftreten, selbst fernab von Gewässern. Sie können lokale Hochwasser oder gar Sturzfluten auslösen. Die Folgen sind gravierend: Gefahren für Menschen, Schäden an Infrastruktur und Vegetation sowie langfristige Belastungen für das städtische Leben.

Dieses Diskussionspapier des Deutschen Städtetages möchte Impulse geben und die Debatte darüber anregen, wie Städte ihre klima- und risikobezogene Resilienz weiter stärken können. Im Fokus steht ein ganzheitliches Starkregenmanagement, das über technische Lösungen und Einzelprojekte hinausgeht. Es verbindet Vorsorge, Schutz, Anpassung und Krisenbewältigung zu einem integrierten Ansatz.

Das Papier formuliert klare Erwartungen der Städte an Bund und Länder, um das Starkregenmanagement als gesamtstaatliche Aufgabe auf eine solide Basis zu stellen. Praxisbeispiele verdeutlichen, was Städte bereits heute leisten und zeigen: Starkregenmanagement ist längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern ein zentraler Baustein klimaresilienter Stadtentwicklung. Mit diesem Diskussionspapier möchte der Deutsche Städtetag den Austausch von Perspektiven und Erfahrungen fördern. Es gilt, gemeinsam Wege zu erkunden, wie urbane Räume sicherer, anpassungsfähiger und lebenswerter gestaltet werden können.

Autor: Tim Bagner

Herausgeber: Deutscher Städtetag

Berlin und Köln, Januar 2026

Quelle: https://www.staedtetag.de/files/dst/docs/Publikationen/Positionspapiere/2026/diskussionspapier-starkregenmanagement-schwammstadt-2026.pdf

pdf, 26 Seiten, 2 mb

Connective Cities beim World Urban Forum 13 in Baku

Beim 13. World Urban Forum in Baku veranstalteten der Deutsche Städtetag und Connective Cities eine interaktive Academy Session zum Thema „AI-supported Visualisation for Affordable Housing and Informal Settlement Upgrading“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI-gestützte Visualisierungen Kommunen dabei unterstützen können, Herausforderungen im Bereich bezahlbarer Wohnraum, Quartiersentwicklung und informelle Siedlungsentwicklung konkreter und anschaulicher zu diskutieren.

Die Session knüpfte an die Arbeit der Connective Cities Working Group on Sustainable and Affordable Housing an. Sie war bewusst nicht als reine Technologiedemonstration angelegt, sondern als praxisorientiertes Lernformat mit kommunalen Fallbeispielen. Ziel war es, gemeinsam zu erproben, wie Visualisierungen komplexe Planungsfragen verständlicher machen und neue Gesprächsräume zwischen Kommunen, Fachabteilungen, Entscheidungsträgern und lokalen Akteuren eröffnen können.

Ausgangspunkt waren reale Bilder aus kommunalen Kontexten. Mit Unterstützung von CoPlan AI wurden daraus mögliche Entwicklungsszenarien visualisiert. Die KI-generierten Bilder waren ausdrücklich keine finalen Planungen, sondern dienten als Diskussionsgrundlage. Die Teilnehmenden konnten dadurch sehr konkret über Wohnqualität, Dichte, öffentlichen Raum, Begrünung, Klimaanpassung, Mobilität, soziale Infrastruktur und mögliche Umsetzungsschritte sprechen.

Ein zentraler Mehrwert des Formats lag in der gemeinsamen Arbeit an den Bildern. Die Visualisierungen machten abstrakte Planungsfragen sichtbar und ermöglichten eine kreative, aber zugleich kritische Diskussion: Welche Zukunftsbilder entstehen? Welche Annahmen stehen dahinter? Welche Chancen und Risiken werden sichtbar? Welche sozialen, räumlichen, ökologischen, institutionellen und finanziellen Voraussetzungen müssten geprüft werden, damit aus einem Bild ein realistischer Planungsschritt werden kann?

Die Session wurde von Prof. Hilmar von Lojewski, Deutscher Städtetag, moderiert. Jelena Karamatijevic, Connective Cities / GIZ, führte in den fachlichen Rahmen ein und stellte den Bezug zur kommunalen Praxis sowie zum Peer-Learning-Ansatz von Connective Cities her. CoPlan AI, vertreten durch Damiano Cerrone und Sampo Ruoppila, begleitete den partizipativen KI-basierten Visualisierungsprozess.

Kommunale Fallbeiträge und Reflexionen kamen unter anderem aus Nairobi, Huye, Mariental, Hebron, Berlin sowie vom Urban Development Fund in Ägypten. Beteiligt waren Godfrey Ngugi, Richard Ndicunguye, Sunday Haimbodi, Husam Shweiki, Lars Loebner und Dr. Marwa Ahmed. Sie brachten ihre jeweiligen lokalen Perspektiven ein und diskutierten, welche planerischen, sozialen, institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen hinter den Visualisierungen geprüft werden müssten.

Aus Berlin brachte Lars Loebner von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen eine wichtige Perspektive ein: Bilder können öffentliche Debatten über Wohnungsbau und Quartiersentwicklung stark prägen. Verantwortungsvolle Visualisierung kann daher helfen, nicht nur abstrakte Pläne zu vermitteln, sondern positive und realistische Zukunftsbilder für lebendige, sozial gemischte und grüne Quartiere sichtbar zu machen.

Ein methodischer Impuls kam zudem von Ruvi Y. Suárez Subirana, GIZ / ProUrbano, Santa Cruz, Bolivien. Unter dem Titel „From AI Visualisation to Scenario Assessment“ zeigte sie, wie KI-gestützte Visualisierung mit Szenariodenken und Wirkungsreflexion verbunden werden kann. Ihre Botschaft ergänzte die Diskussion: KI-Bilder sind keine Pläne. Ihr Wert entsteht vor allem dann, wenn sie genutzt werden, um Auswirkungen, Zielkonflikte und mögliche Umsetzungspfade gemeinsam zu reflektieren.

Die Diskussion zeigte, dass KI-gestützte Visualisierung ein hilfreiches Instrument sein kann, um Planungsoptionen anschaulicher darzustellen und gemeinsames Lernen zu unterstützen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass solche Bilder verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen. Sie können Erwartungen wecken und dürfen daher Planung, Beteiligung, Machbarkeitsprüfungen, Kostenabschätzungen und politische Entscheidungen nicht ersetzen.

Aus Sicht von Connective Cities bietet die Academy Session einen wichtigen Ausgangspunkt für eine vertiefte Beschäftigung mit bezahlbarem Wohnen, informeller Siedlungsentwicklung und umsetzungsorientierten kommunalen Projektansätzen. Der Mehrwert liegt nicht in der Technologie selbst, sondern darin, kommunale Lernprozesse zu stärken und den Schritt von Visualisierung und Kartierung hin zu realistischen, inklusiven und finanzierbaren Umsetzungspfaden vorzubereiten.

Bilddokumentation: Ist-Zustand / nach der KI-gestützten Visualisierung

Die folgenden Visualisierungen wurden im Rahmen der WUF13 Academy Session als Diskussionsgrundlage entwickelt. Ausgangspunkt waren reale kommunale Bilder; die KI-generierten Szenarien dienten dazu, Fragen zu bezahlbarem Wohnen, informellem Siedlungs-Upgrading, öffentlichem Raum, Klimaresilienz und Umsetzungsschritten besser diskutierbar zu machen. Die Bilder sind keine finalen Planungen.
Quelle: Connective Cities, generiert mit CoPlan AI.

Ruanda, Huye — suburbanes Gebiet für bezahlbaren Wohnraum

Vom erschlossenen Grundstück zu einem lebenswerten Quartier für bezahlbaren Wohnraum mit öffentlichem Raum, Schatten und gemeinschaftlichen Einrichtungen.

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Kenia, Nairobi County — Mji wa Huruma

Von einer informellen Siedlung zu einem  sichereren öffentlichen Raum und klimasensible Wohnentwicklung

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Namibia, Mariental — inkrementeller Wohnungsbauansatz

Von inkrementellen Wohnbedingungen zu einem sichereren Straßenraum mit Basisinfrastruktur, Schatten und besserer fußläufiger Erreichbarkeit.

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Palästina, Hebron — bezahlbarer Wohnraum im städtischen Kontext

Von einem bestehenden Straßenabschnitt zu einem Szenario mit Mischnutzung, Begrünung und fußgängerorientiertem Wohnumfeld

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Deutschland, Berlin — neue Quartiersentwicklung

Von einer offenen Fläche entlang von einer Straße zu einem dichten, grünen und gemischt genutzten Wohnquartier-Szenario

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Ägypten, Sharqia — Nachverdichtung und bezahlbarer Wohnraum

Von untergenutzter innerstädtischer Fläche zu einem kompakten Wohnszenario mit verschatteten Höfen und öffentlichem Raum.

Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)

Wasserresilienz – Kommunen wappnen sich gegen Trockenheit und Starkregen

Wasser wird für immer mehr Kommunen weltweit zu einer zentralen Herausforderung. Einerseits sind sie verstärkt Hitzewellen und Trockenheit ausgesetzt, andererseits führen Starkregen und Hochwasser häufiger zu Überschwemmungen. All dies gefährdet weltweit die Gesundheit der Bevölkerung und zerstört oder beschädigt nicht nur privates Eigentum, sondern auch kommunale Infrastrukturen. Der globale Wasserbedarf könnte bis 2030 die verfügbaren Mengen deutlich übersteigen. Wasser wird somit zu einer strategischen Ressource. Es ist also dringend Zeit, dass Kommunen ihre Wasserresilienz stärken.

Die eigenen Herausforderungen zur Wasserresilienz hinterfragen, von den Erfahrungen auf anderen Kontinenten lernen und Mut zur Umsetzung innovativer Ideen entwickeln – all das waren die Zutaten des ersten persönlichen Treffens im Rahmen des Deep Dive von Connective Cities, vom 5. bis 7. Mai 2026 in Wuppertal. Bereits im März 2026 hatte sich die Gruppe zu einem virtuellen Auftakt getroffen. Insgesamt 16 Fachleute aus den deutschen Kommunen Dresden, Wunstorf und Wuppertal sowie aus Akkaraipattu (Sri Lanka), Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Natitingou (Benin) und Niš (Serbien) arbeiten seit Anfang 2026 über etwa zwei Jahre gemeinsam daran, innovative Ansätze wie Schwammstadtkonzepte, blaue Korridore und integrierte blau-grün-rote Infrastrukturen und deren Umsetzungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu analysieren. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren sie lokal angepasste Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen.

Die Dokumentation beschreibt Praxisbeispiele aus Wuppertal und Leipzig, skizziert die anvisierten Pilotprojekte der sechs Kommunen und resümiert die zentralen „Key Take-aways“ des bisherigen Prozesses.

Insight Session – Digitale Zwillinge für risikoinformierte kommunale Entwicklung

Datum: Dienstag, 9. Juni 2026
Uhrzeit: 14:00 – 15:00 Uhr (MESZ)
Sprache: Englisch (mit türkischer Simultanübersetzung)

Wie können digitale und KI-basierte Anwendungen Kommunen dabei unterstützen, resilienter zu werden und sich besser auf zukünftige Risiken vorzubereiten?

Angesichts zunehmender klima- und infrastrukturbezogener Herausforderungen benötigen Kommunen digitale Werkzeuge, die sowohl schnelle Reaktionen in Krisensituationen als auch langfristige, risikoinformierte Planung und resiliente Governance ermöglichen. In dieser Insight Session wird das Konzept der „Digitalen Zwillinge für risikoinformierte Stadtentwicklung“ anhand praktischer Anwendungen und internationaler Good Practices vorgestellt.

Urban Digital Twinning (UDT) bezeichnet digitale Abbildungen urbaner Systeme, die mit Echtzeitdaten und prädiktiven Modellen verknüpft sind. Diese Anwendungen werden zunehmend in Bereichen wie Mobilitätsmanagement, Energiemonitoring, Katastrophenvorsorge, Infrastrukturplanung und Bürgerbeteiligung eingesetzt. Erfolgreiche Beispiele finden sich bereits u. a. in Japan, Singapur, den Niederlanden, der Türkei und Deutschland.

Als Praxisbeispiel wird die Arbeit der IT-Abteilung der Gemeinde Bağcılar (Türkei) vorgestellt, die derzeit eine KI-gestützte Plattform für einen digitalen urbanen Zwilling entwickelt. Der Fokus liegt auf Katastrophenresilienz und datenbasierter Entscheidungsfindung auf kommunaler Ebene. Das Projekt integriert u. a. LiDAR-basierte 3D-Stadtmodelle, IoT-Sensorik, GIS-/MIS-Systeme, panoramische Stadtaufnahmen sowie KI-gestützte Analysen in ein integriertes kommunales Datensystem.

Im Anschluss an die Präsentationen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich dazu auszutauschen, wie digitale Zwillinge in kommunale Planungsprozesse integriert und KI-Anwendungen für eine nachhaltige und risikoinformierte Entwicklung weiter genutzt werden können.

Registrieren Sie sich hier für die Veranstaltung: Insight Session – Digital Twins for Risk-Informed Municipal Development | Connective Cities Network

Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf wenden Sie sich gerne an:
lennart.kreuzfeld@giz.de oder paulina.koschmieder@giz.de

Wir freuen uns auf den Austausch!

Das „Walkable Triangle“ in Kisumu, Kenia

Kisumu, eine Hafenstadt am Ufer des Viktoriasees und eine der größten Städte Kenias, gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Waren- und Handelsverkehr zwischen Kenia und seinen Nachbarländern Tansania und Uganda. Mit einem jährlichen Bevölkerungswachstum von knapp 4 Prozent hat sich die Einwohner*innenzahl von etwa 205.000 in 2001 auf mindestens 422.000 in 2025 in 15 Jahren mehr als verdoppelt. Dies führte zu einer Reihe großer Infrastrukturprojekte, die allerdings primär auf den motorisierten Verkehr fokussiert waren, obwohl 53 Prozent der täglichen Wege der Einwohner*innen zu Fuß zurückgelegt werden.

Ein Projekt im Rahmen des „Kisumu Sustainable Mobility Plan“ ist das „Walkable Triangle“: die fußgängerfreundliche Umgestaltung der drei Hauptstraßen Oginga Odinga, Ang’awa Ave und Jomo Kenyatta Ave. in einem Geschäftsviertel im Zentrum der Stadt. Diese umschließen in Form eines Dreiecks eine Sport- und Parkanlage und werden täglich von über 2.200 Fußgänger*innen genutzt. Ziel ist es, den nicht-motorisierten Transport auf den insgesamt 1,5 Kilometern zu fördern, sicherer, angenehmer und barrierefrei zu gestalten sowie den bereits bestehenden Baumbestand zu erhalten und zu integrieren.

Zudem fördert die Stadt E-Mobilität beim öffentlichen Transport durch ein Batterietauschsystem für Motorradtaxis, sogenannten „Boda-Bodas“, und Dreiradtaxis, sogenannten „Tuk-Tuks“.

Die Dokumentation beschreibt die Herangehensweise wie auch die erzielten Wirkungen dieser Guten Praktik.

Autor: Burkhard Vielhaber

Copyright: Connective Cities