Das Potenzial der grünen Transformation für die lokale Wirtschaftsentwicklung erschließen

Afrikanische und deutsche Städte treiben eine gemeinsame Vision für eine gerechte, klimafreundliche Wasserstoffzukunft voran.

Städte in Afrika und Europa verstärken ihre Rolle als Vorreiter der globalen grünen Transformation und treiben Innovation, Investitionen und Klimaresilienz von Grund auf voran. Nach dem erfolgreichen Start der Arbeitsgruppe „Hydrogen Cities“ Anfang dieses Jahres in Naivasha, Kenia, wird Connective Cities vom 24. bis 27. November 2025 in Mombasa, Kenia, den zweiten Peer-Learning-Workshop veranstalten.

Diese Leitveranstaltung bringt Stadtverantwortliche, Praktiker*innen, Brancheninnovator*innen, Forscher*innen und Entwicklungspartner zusammen, um kommunale Wasserstoffstrategien auszuweiten und neue Wege für eine grüne Industrialisierung, integratives Wachstum und einen gerechten Übergang auf lokaler Ebene zu erschließen.

Von Naivasha nach Mombasa: Ideen in Wirkung umsetzen

Der erste Workshop in Naivasha brachte über 30 Vertreter*innen von Kommunen und technische Fachleute zusammen, um zu erörtern, wie Städte die aufkommende grüne Wasserstoffwirtschaft in der lokalen Wertschöpfung und der Schaffung von Arbeitsplätzen verankern können. Dabei wurde die Rolle von Wasserstoff nicht nur als Träger sauberer Energie, sondern auch als Katalysator für klimaneutrale industrielle Ökosysteme, die Entwicklung von Kompetenzen und eine innovationsgetriebene städtische Transformation hervorgehoben.

Fallstudien zeigten, wie sich Kommunen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette positionieren – von der Produktion und Speicherung bis hin zu Endanwendungen in den Bereichen Mobilität, Fertigung und Hafenlogistik. Die Beispiele reichten von den sich entwickelnden Wasserstoffzentren in Namibia bis hin zu den Regionen Heilbronn und Karlsruhe in Deutschland, wo lokale Behörden Innovationscluster, F&E-Partnerschaften und Marktverbindungen für den Einsatz von Wasserstoff aufbauen.

Ein Experte steht neben einer Leinwand, auf der eine Powerpoint-Präsentation gezeigt wird.
Fachvortrag im Rahmen des Treffens in Naivasha | Foto: Connective Cities

Die Teilnehmenden betonten auch die Bedeutung einer integrierten Stadtverwaltung – die Raumplanung, transparente Landbewirtschaftung und eine starke Einbindung der Interessengruppen kombiniert –, um sicherzustellen, dass Wasserstoffprojekte greifbare Vorteile für die Gemeinschaft bringen.

Zu den wichtigsten key takeaways aus Naivasha gehörten:

  • Kommunale Führung als treibende Kraft für Innovation, Investitionen und politische Abstimmung.
  • Lokale Wertschöpfung durch die Beteiligung von KMU, Qualifizierungsmaßnahmen und grünes Unternehmertum.
  • Institutionelle Kapazitäten und Humankapital als Voraussetzungen für die Wasserstoffbereitschaft.
  • Peer-to-Peer-Zusammenarbeit als Katalysator für die Skalierung von Lösungen und den Wissenstransfer.

 

Seit Naivasha haben die Städte ihre Projektkonzepte aktiv weiterentwickelt, regionenübergreifende Partnerschaften geschlossen und bankfähige Einstiegspunkte identifiziert, um ihre Agenda für die ökologische Transformation voranzutreiben.

Grüner Wasserstoff: Energie für eine nachhaltige, inklusive urbane Zukunft

Das enorme Solar- und Windpotenzial Afrikas macht seine Städte zu einem Zentrum der globalen Transformation hin zu sauberer Energie. Grüner Wasserstoff – und seine Derivate wie grünes Ammoniak und E-Methanol – bieten eine einmalige Chance für eine kohlenstoffarme Industrialisierung, Klimaresilienz und die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft.

Für die Kommunen bedeutet dieser Wandel:

  • Entwicklung von Innovationsclustern und Wasserstoffkorridoren, die private Investitionen anziehen.
  • Ausbau der Infrastruktur für erneuerbare Energien und intelligenter städtischer Netze.
  • Verbesserung der Wasserversorgungssicherheit und ressourceneffizienter Technologien wie Entsalzung und Wiederverwendung von Abwasser.
  • Schaffung grüner Arbeitsplätze in den Bereichen Ingenieurwesen, Bauwesen, Logistik und Forschung.
  • Förderung von Start-ups, Inkubatoren und Technologiepartnerschaften.
  • Aufbau von Qualifikationspipelines, die auf die zukünftigen Wasserstoffmärkte abgestimmt sind.

Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen – von Infrastrukturdefiziten und komplexen Vorschriften bis hin zu Finanzierungsengpässen und lokaler Eigenverantwortung. Die Arbeitsgruppe „Wasserstoffstädte“ bietet eine Kooperationsplattform, auf der Städte gemeinsam Lösungen entwickeln, Investitionsrisiken mindern und sicherstellen können, dass der grüne Wandel inklusiv, gerecht und lokal verankert bleibt.

Was Sie in Mombasa erwartet: Skalierung und Vertiefung

Der bevorstehende Workshop in Mombasa markiert einen entscheidenden Wandel von der strategischen Vision zur Operationalisierung und Projektumsetzung. An drei Tagen werden die Teilnehmenden:

  • Projektfortschritte präsentieren und Konzepte durch strukturierte Peer-Reviews und Coaching verfeinern.
  • an interaktiven Sitzungen zu Landnutzung, Wasser-Energie-Nexus und der Gestaltung von Industrieclustern teilnehmen
  • innovative Finanzierungsinstrumente, darunter Blended Finance und PPP-Modelle, erkunden.
  • an praktischen Peer-Coaching-Seminaren teilnehmen, um die Projektreife voranzutreiben.
  • sich mit internationalen Experten über politische Rahmenbedingungen, Investitionspipelines und Marktintegration austauschen.
  • an einer Besichtigung des Hafens von Mombasa und der Sonderwirtschaftszone teilnehmen, um reale Möglichkeiten für grüne Wasserstoffanwendungen zu identifizieren.

Die Veranstaltung umfasst Keynotes von Führungskräften aus Regierung und Privatwirtschaft, Expertenrunden und Networking-Sessions zur Stärkung der Partnerschaften zwischen afrikanischen und deutschen Kommunen.

Zu den bereits bestätigten Teilnehmenden gehören Städte wie Mombasa, Naivasha, Lüderitz, Arandis, Nouakchott, Waterberg District, Hamburg, Karlsruhe, Heilbronn und Freudenstadt, die eine wachsende Allianz von Kommunen bilden, die sich für dezentrale, klimafreundliche Wasserstoff-Ökosysteme einsetzen.

Ausblick: Städte als Katalysatoren einer gerechten grünen Wirtschaft

Angesichts des globalen Wandels in der Energielandschaft werden Städte, die heute entschlossen handeln, zu den Motoren des grünen Wohlstands von morgen. Der Workshop in Mombasa ist ein weiterer Meilenstein, um Kommunen zu befähigen, die wasserstoffbasierte Transformation der Städte voranzutreiben – und damit Klimaschutz, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und soziale Inklusion gleichermaßen zu fördern.

Durch die Arbeitsgruppe „Hydrogen Cities“ baut Connective Cities weiterhin Brücken zwischen Kontinenten, verbindet Fachwissen und setzt Ambitionen in die Tat um – damit die Wasserstoffrevolution zu einer nachhaltigen, lokal verankerten und zukunftsfähigen städtischen Wirtschaft führt.

Von Naivasha bis Mombasa zeigen Städte, dass der grüne Wandel lokal beginnt – und sich global ausbreitet.

Resiliente Städte in Zeiten multipler Krisen – Strategien für widerstandsfähige Kommunen

In Zeiten multipler Krisen müssen Städte zunehmend widerstandsfähiger werden. Dies gilt aktuell insbesondere für ukrainische Kommunen: Sie müssen sich gegen Stressoren wie Kriegshandlungen, die Auswirkungen des Klimawandels und wirtschaftliche Entwicklungen wappnen und auf diese reagieren. Mit dem Fachforum „Resiliente Städte in Zeiten multipler Krisen – Strategien für widerstandsfähige Kommunen“ war Connective Cities auf der siebten deutsch-ukrainische Partnerschaftskonferenz in Münster (16. – 18.06.2025) zu Gast. Die Kooperationspartner GIZ und Engagement Global mit ihrer SKEW begrüßten ein Panel besetzt mit zahlreichen guten Praktiken aus ukrainischen und deutschen Kommunen, von denen einige bereits in Projektaktivitäten von Connective Cities zur städtischen Resilienz involviert sind.

Eine resiliente Stadt ist eine Stadt, die mit Risiken umgeht und Vorkehrungen trifft, aber auch eine Stadt, die in der Lage ist zu lernen und sich anzupassen. Resilienz ist heute ein viel genutzter Begriff- Christian Rauch, Leiter der Abteilung „Digitale Stadt, Risikoprävention und Verkehr“ am Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) definierte daher das Konzept der Resilienz in einer Stadt in seiner einführenden Keynote. Eine resiliente Stadt ist robust, aber auch anpassungsfähig. Sie ist in der Lage auf eine Vielzahl von Stressoren, wie z.B. gesellschaftliche Polarisierung, thermische Belastungen, demographischen Entwicklungen oder Energiekrisen zu reagieren. Zu den Handlungsfeldern für mehr städtische Resilienz zählen die integrierte und vorausschauende Stadtentwicklung, die Stärkung und Anpassung kritischer Infrastruktur, Risiko- und Krisenmanagement, Klimaresilienz und nachhaltige Lösungen, gemeinschaftliche Beteiligung und Governance, Monitoring, Überprüfung und Lernprozesse, sowie die Nutzung digitaler Instrumente. Christian Rauch verweis auch auf internationale Strategiedokumente mit Leitlinien zur Stärkung urbaner Resilienz: „The New Leipzig Charter“ und „Sendai Framework for Disaster Risk Reduction 2015-2030“.

Anschaulich wurden individuelle Anstrengungen für mehr urbane Resilienz durch die Beispiele der 7 Panelist*innen, die ihre Strategien einführend mit Bildmaterial zu ihren Projekten darstellten:

  • Aus dem 2021 von der Flutkatastrophe betroffenem Kreis Euskirchen berichtete Projektleiterin des KRITIS-Dialogs Sarah zur Linden von ihren Erfahrungen zur Verbesserung der Kommunikation lokaler- und regionaler Akteure in Krisen.
  • Valeriia Levchyshyna vom Lviv City Institute ist am Aufbau des Lviv Resilience Hubs beteiligt, der die Vernetzung ukrainischer Städte zum Thema Resilienz bündeln soll und die Themen der „Ukrainian Resilience Week“ auf kommunaler Ebene fortführen will.
  • Aus dem Kreis Steinfurt berichtete Projektkoordinatorin Monika Hanemann zum Projekt WiReSt. Im Rahmen des Projekts wurde unter anderem eine open-source App erarbeitet, die klein- und mittelstädtischen Unternehmen der Region über mögliche Engpässe innerhalb relevanter Lieferketten informieren soll.
  • Aus der von russischer Bombardierung betroffenen Kommune Charkiw stellte die Leiterin der Abteilung für internationale Kooperation, Sasha Kirian, ein Beispiel für mehr soziale Resilienz vor: Schulen im Untergrund. Insgesamt 16% der Schülerinnen und Schüler hätten dank ausländischer Investitionen bereits die Chance, eine sichere Einrichtung zu besuchen. Maßnahmen wie diese erlaubten es der Bevölkerung, in der Stadt zu bleiben.
  • Wie wichtig der Wille der Bevölkerung dazu sei, erläuterte der Bürgermeister der Stadt Trosyanets Yuri Bova und zeigte Bilder eines bombardierten und wieder errichteten Krankenhauses. Besonders eindrücklich betonte er immer wieder den ungebrochenen Willen der Bürger – wie u.a. der Krankenhausangestellten – zu bleiben. Dies wirke sich auch auf die wirtschaftliche Resilienz aus: Kein Unternehmen habe seine Stadt verlassen, einige sogar in der Wideraufbau zerstörter Produktionsanlagen investiert.
  • Patrick Dufour, Leiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Heilbronn, sprach ebenfalls von Strategien um Unternehmen zuhalten. Dazu arbeite er bereits intensiv mit ukrainischen Kommunen zusammen.
  • Tetyana Shulichenko, Direktorin der Abteilung für wirtschaftliche Entwicklung der Stadtverwaltung von Mykolaiv, zeigte Bilder vom Wideraufbau z.B. des Hafens. Laut ihr sei das gestiegene internationale Interesse und die Investitionsbereitschaft eine Chance. Im Hafen seien so auch neue Orte für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität entstanden.

 

Das Publikum konnte aus dem Fachforum zum einen die Grundlagen urbaner Resilienz und die Erkenntnis mitnehmen, dass vielfältige und meist innovative Ansätze und Projekte die Resilienz ihrer Städte stärken können. Die Beispiele der ukrainischen Panelist*innen betreffend den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs zeigten den Zuhörenden eindrücklich, was es für die Bevölkerung einer Stadt bedeutet, sich gegen akute Krisen zu stellen und wie wichtig der Wille der Bürger*innen und Unternehmer*innen dazu ist. Ganz klar zeigte sich an den Beispielen und Wortbeiträgen auch, dass die lebendige Kooperation verschiedenster Akteure, national wie international, für resiliente Städte unerlässlich ist. Unter Umständen ist das gestiegen Investitionsinteresse für ukrainische Kommunen auch eine Möglichkeit, den Wiederaufbau aktiv – und dem Leitbild der resilienten Stadt entsprechend – zu gestalten.

Municipal Response to the Covid-19 Pandemic – MENA region

In the wake of the Pandemic, municipalities in the MENA region in both urban and rural areas need to rethink their modes of operation and accelerate their shift towards building resilience during the recovery process. In an effort to support municipalities that are members of the Connective Cities network in the MENA region, four thematic working groups were established as part of Connective Cities program ‘Municipal Recovery from the Pandemic.’ Objectives of this working group include promoting practice–oriented knowledge exchange between municipal and urban practitioners, facilitating peer learning on sustainable and innovative approaches to build resilience in cities through biodiversity and environmental protection, digitalisation of municipal services, and promoting social entrepreneurship for circularity. The program has resulted in the development of concrete urban solutions. Another outcome was the creation of partnerships between municipalities as well as with private sector actors to articulate the proposed solutions and scale up the impact. This report summarizes the main achievements until February 2022.

Digitalisierung in Madaba, Jordanien

Im Einklang mit den Bemühungen in Jordanien, die wirtschaftliche Transformation und die Anwendung internationaler Qualitätsstandards voranzutreiben, entwickelte die Gemeinde Madaba eine Vision für ein gerechtes Wachstum und Nachhaltigkeit.  Integraler Bestandteil dieser Vision ist die digitale Transformation kommunaler Dienstleistungen.

Building. Forward. Better

Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Hoffnungen, die Corona-Pandemie zügig in den Griff zu bekommen, verpufften. Die Weltklimakonferenz warf ihre Schatten voraus und endete dann doch nur mit einem mäßigen Ergebnis. Trotz oder auch vielleicht wegen dieser Rückschläge intensivierten die Expertinnen und Experten auf kommunaler Ebene ihre Zusammenarbeit, um die Herausforderungen der Pandemie und des Klimawandels besser zu meistern. Unsere Netzwerke expandierten, Projektvorschläge wurden konkreter, Arbeitsgruppen agiler und manche „Champion-Kommunen“ tragen selbst viel dazu bei, die Netzwerke weiter voranzubringen. Zeit, kurz innezuhalten, zurückzublicken und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Unsere Koordinatorinnen und Koordinatoren der regionalen Netzwerke in Südosteuropa, der MENA-Region und Subsahara-Afrika beschreiben diesen hier aus ihrer ganz persönlichen Sicht.

Die Zukunft der Region Südosteuropa – von Irakli Samkharadze und Elene Samukashvili

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und Connective Cities Südosteuropa feiert die Errungenschaften der verschiedenen Lern- und Austauschprozesse, die mit der Unterstützung von städtischen Praktikern, Experten, Beratungsfirmen und technischem Personal aus der ganzen Welt durchgeführt wurden.

Die Aktivitäten im Rahmen der Lernprozesse zu klimaresistenter Stadtentwicklung und nachhaltiger städtischer Energieplanung, die in der Region Südosteuropa laufen, werden im kommenden Jahr mit einem aktualisierten Fahrplan fortgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit den Finanzinstituten werden wir mit Expertenmissionen, Finanzberatung und der Ausarbeitung von Projektvorschlägen fortfahren. Diese Unterstützung wird für Projekte bereitgestellt, die in den Dialogveranstaltungen und Planungsworkshops der vergangenen zwei Jahre ermittelt wurden.

Im Rahmen des Programms Connective Cities COVID-19 versammelte die Region Südosteuropa (SEE) im Jahr 2021 erstaunliche und motivierte Fachleute aus der ganzen Region, die in den beiden Bereichen Krisenmanagement und Digitalisierung arbeiteten. Ab dem neuen Jahr wollen die Programmteams den engen Kontakt mit den Gruppen über das Netzwerk aufrechterhalten und sie mit weiteren Neuigkeiten, Updates und Anleitungen versorgen.

Da sich das Netzwerk in der Region ständig erweitert, werden auch die geplanten Aktivitäten in ihrer Ausrichtung und Häufigkeit zunehmen. Das Jahr 2022 verspricht, eine sehr aktive und engagierte Zeit für das Netzwerk zu werden. Unsere Themen umfassen u.a. nachhaltige Stadtentwicklung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Stadtplanung, grüne Technologien, Infrastruktur und Wiederaufbau, Krisenmanagement und Digitalisierung, wobei wir auch ständig nach neuen Wegen suchen, die den Wünschen der Netzwerkmitglieder und den politischen Entwicklungen in der Region entsprechen.

Kontakt: Irakli Samkharadze (irakli.samkharadze@giz.de)

Subsahara Afrika – ein Ausblick auf 2022 – von Sophia Kamau

Wir haben ein weiteres Jahr des virtuellen Lernens, der Vernetzung und der Suche nach Lösungen für unsere städtischen Herausforderungen hinter uns gebracht. Vielen Dank, dass Sie Teil dieser Reise waren, indem Sie bewährte Verfahren, Herausforderungen, Kontakte und Fachwissen geteilt haben.

Wir blicken in die unendlichen Möglichkeiten, die die Zeit bietet, und stellen uns das Jahr 2022 vor. Auf der Grundlage der aufgebauten Netzwerke, der geknüpften Beziehungen und der ausgetauschten Ideen möchten wir unsere Gedanken mit Ihnen teilen, während wir uns auf eine besinnliche Zeit einstimmen.

Im Jahr 2022 werden wir die Lernprozesse in den Bereichen kommunale Basisdienstleistungen und Sektor-Governance sowie Landmanagement und Flächennutzungsplanung abschließen. Dies wird durch die Unterstützung von Kommunen geschehen, die an ihren Vorschlägen arbeiten, und von solchen, die Unterstützung durch Experten suchen. Durch Partnerschaften mit gleichgesinnten Institutionen werden wir in den thematischen Arbeitsgruppen – Abfallwirtschaft, städtische Grünflächen, Klimawandel und urbane Mobilität – mehr Möglichkeiten zum Lernen und Austausch haben.

Wir heißen Sie herzlich willkommen, sich dieser Gemeinschaft von Transformern in der Region anzuschließen.

Das Netzwerk Subsahara-Afrika dankt Ihnen für Ihre Mitarbeit und wünscht Ihnen schöne Feiertage!

Kontakt: Sophia Kamau (sophia.kamau@giz.de)

Connective Cities in der MENA-Region: Champion-Städte übernehmen 2022 die Verantwortung für das Netzwerk – von Muna Shalan

Im vergangenen Jahr ist das lebendige Netzwerk der Connective Cities in der MENA-Region gewachsen und hat seine Aktivitäten intensiviert: Wir haben jetzt 235 registrierte Mitglieder! Um die Dynamik aufrechtzuerhalten und die Nachhaltigkeit des Netzwerks zu gewährleisten, werden Champion-Städte ab dem nächsten Jahr die Führung bei der Steuerung der Aktivitäten der verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen übernehmen. Dazu gehören kollegiale Beratung, die Präsentation bewährter Verfahren und die gemeinsame Entwicklung von Projektvorschlägen. Nach der Präsentation der Ergebnisse der Aktivitäten auf der geplanten regionalen Veranstaltung im Januar 2022 werden die Mitglieder des Netzwerks die Möglichkeit haben, sich selbst zu nominieren oder für den Lenkungsausschuss der regionalen Arbeitsgruppen zu stimmen, die sich mit der lokalen Wirtschaftsentwicklung und der Schaffung von Arbeitsplätzen, kommunalen Energieeffizienzprojekten, Biodiversität und Umweltschutz, der Digitalisierung kommunaler Dienstleistungen, sozialem Unternehmertum und Kreislaufwirtschaft befassen.

Wir freuen uns auch auf neue Partnerschaften mit regionalen Stadtverbänden im Jahr 2022. Dazu gehört unsere kürzlich unterzeichnete Absichtserklärung mit UCLG MEWA zur Stärkung der dezentralen regionalen Zusammenarbeit.

Kontakt: Muna Shalan (muna.shalan@giz.de )

Das Connective Cities Lab 2021 – Daten und Fakten

Kommunen auf der ganzen Welt sind von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen. Daher organisierte Connective Cities eine Reihe virtueller Formate, um Maßnahmen, Herausforderungen und Lösungen zur Bewältigung der Pandemie und zur Unterstützung der kommunalen Erholung zu diskutieren und zu entwickeln.

Das Connective Cities Lab – ein Online-Programm für städtische Fachleute und kommunale Expertinnen und Experten – hat einen internationalen Austausch zwischen 85 Kommunen aus 57 verschiedenen Ländern weltweit geschaffen, um die Entwicklung von Lösungen und Prototypen für lokale Herausforderungen zu unterstützen. 

Mit insgesamt 72 Programmstunden wurden im Rahmen des Connective Cities Lab die folgenden Komponenten umgesetzt und Ergebnisse erzielt.

Krisenmanagement in palästinensischen Kommunen in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit und Bildung

Die COVID-19-Pandemie hat den öffentlichen Sektor weltweit vor einzigartige Herausforderungen gestellt. Insbesondere die Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie. Zunehmend entwickeln die Kommunen auch lokale Strategien für den Wiederaufbau und konzipieren Maßnahmen für die Zeit nach der Pandemie. 

Aufgrund der ständigen Notsituation in den Palästinensischen Gebieten und der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie wird der Krisenmanagementplanung insbesondere auf kommunaler Ebene hohe Priorität eingeräumt. Aus diesem Grund haben sich im Rahmen des Programms „Connective Cities“ 10 Palästinensische Gemeinden:

  • Tullkaram, 
  • Salfit,
  • Toubas,
  • Al Beera, 
  • Beitunia,
  • Jericho  
  • Halhoul,
  • Beit Jala, 
  • Bani Naim,
  • und Dura

in drei Arbeitsgruppen zusammengefunden, um Lösungen für ihre gemeinsamen Herausforderungen beim Krisenmanagement zu erarbeiten: 

Arbeitsgruppe 1: Krisenmanagement im Bildungssektor 

                Gemeinden: Tullkaram, Salfit, Toubas, Beit Jala

Arbeitsgruppe 2: Krisenmanagement im Gesundheitssektor

                Gemeinden: Bani Naim, Halhul, AlDura

Arbeitsgruppe 3: Krisenmanagement im Bereich der lokalen Wirtschaft

                Gemeinden: ElBeera, Bitunia, Jericho

Die Arbeitsgruppen arbeiteten in den vergangenen drei Monaten mit Unterstützung nationaler Expertinnen und Experten an der Entwicklung verschiedener Prototypen und Projektideen sowie am Austausch bewährter Praktiken im Bereich des Krisenmanagements in den verschiedenen Sektoren. Die Bemühungen der Arbeitsgruppen führten zu den folgenden Produkten:

Die Arbeitsgruppe, die sich auf den Bildungssektor konzentrierte, entwickelte einen Prototyp, der ein Modell für die Organisationsstruktur einer Notfallmanagement-Zelle auf kommunaler Ebene mit klaren Mandaten und Rollen für die verschiedenen beteiligten Einheiten in den Kommunen bietet. Der Prototyp enthält praktische Leitlinien für die Strukturierung einer Notfallmanagementzelle in Krisenzeiten mit den bestehenden Einheiten der Gemeinden und für die Einbeziehung verschiedener Akteure in die Zelle. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe eine Projektidee entworfen, die auf die Entwicklung eines Notfallfonds abzielt. Der Fonds soll als Teil der von der Gemeinde erhobenen Bildungssteuer institutionalisiert werden und Bildungsmaßnahmen und Unterstützung für Schulen abdecken. Die Mitglieder des Fonds sollen sich aus verschiedenen Gemeindevertretern zusammensetzen. Die Gemeinden der Arbeitsgruppe haben diese Idee gemeinsam entwickelt und ausgearbeitet.

Die zweite Arbeitsgruppe, die sich auf den Gesundheitssektor konzentrierte, erarbeitete einen Entwurf für die Einbeziehung des Krisenmanagements in die strategische Planung der Gemeinden. Die Arbeitsgruppe entwickelt derzeit ein zusätzliches Kapitel für ein Handbuch zur kommunalen Strategieplanung, das sich auf praktische Leitlinien für das Krisenmanagement konzentriert. Darüber hinaus entwarfen die Gemeinden gemeinsam eine Projektidee, die auf die Einrichtung eines Krisenmanagementfonds abzielt, der den Gemeinden zur Unterstützung des Systems in Krisensituationen zur Verfügung gestellt wird.

Das Krisenmanagement im Bereich der lokalen Wirtschaft wurde von der dritten Arbeitsgruppe behandelt. Diese Gruppe hat ebenfalls an einem Prototyp gearbeitet, der in einer Organisationsmatrix für die Krisenmanagementplanung in den verschiedenen Einheiten der Kommunalverwaltungen mündete. Die Matrix schlägt spezifische Maßnahmen vor, die von jeder Einheit in der Kommune während der drei Phasen des Krisenmanagements – vor, während und nach der Krise – zu ergreifen sind. Als Projektidee konzentrierte sich die Gruppe auf die Stärkung der Rolle und der Fähigkeiten der lokalen Wirtschaftsentwicklungseinheit (LED) im kommunalen Krisenmanagement, um in der Krise zu helfen. Der Prozess umfasst die Durchführung einer Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Schäden und die Sammlung und Analyse von wirtschaftlichen Schlüsseldaten während einer Krise.

Die Connective Cities Arbeitsgruppen wurden in Zusammenarbeit mit der Regierung der Palästinensischen Gebiete und dem Verband der palästinensischen Kommunalbehörden APLA durchgeführt und von diesen gebilligt. Die Gemeinden und APLA sind daran interessiert, innovative Ansätze in Zusammenarbeit mit Connective Cities weiter auszubauen.

Alle Daten (Aufzeichnungen von Workshops) der verschiedenen Arbeitsgruppen wurden auf unserer Connective Cities Community veröffentlicht und können von registrierten Mitgliedern eingesehen werden. Für weitere Einblicke in die Entwicklungen der Arbeitsgruppen schauen Sie unseren YouTube-Film an und besuchen Sie bitte unseren YouTube Kanal!

Call for Participation: Join the Connective CitiesCity Lab

A open and flexible online program for local municipal employees and urban practitioners around the world.

Municipalities around the world are affected by the impact of the COVID-19 pandemic. Therefore, Connective Cities is organising a series of virtual formats to discuss and develop measures, challenges, and solutions to overcome the pandemic and support the municipal recovery.

By joining the Connective Cities Lab, you get full access to international experts and urban practitioners from other cities, who will support you to develop solutions and prototypes to the challenges you are working on in your local community.

Stärkung der Partnerschaft zwischen lokalen Städten und der Tourismusindustrie

Der Tourismus ist einer der am stärksten von COVID-19 betroffenen Wirtschaftssektoren weltweit, wobei die rückläufigen Besucherzahlen die lokale Wirtschaft stark beeinträchtigen. Es kam zu Geschäftsschließungen, Arbeitsplatzverlusten, einem Anstieg nicht nachhaltiger alternativer Einkommensquellen und dem Verlust von Staatseinnahmen aus dem Tourismus. Die katastrophale Lage hat viele vom Tourismus abhängige Länder jedoch auch dazu veranlasst, im Rahmen der COVID-19-Erholungsstrategie neue Möglichkeiten zu erkunden. Dazu gehören neue Produkte wie Ökotourismus, technologiebasierter/ digitaler Tourismus, innovatives Marketing und Inlandstourismus. Inmitten dieser herausfordernden Situation und der potenziellen Chancen muss nach einer Strategie und Projekten zur Unterstützung der Tourismusindustrie gesucht werden.

Hiermit laden wir Sie zum ersten Workshop der virtuellen Reihe zum Thema COVID-19 und die Erholung des kommunalen Tourismus: Stärkung der Partnerschaft zwischen lokalen Städten und der Tourismusindustrie am 15. September 2021 von 16:00 – 18:00 Uhr MESZ ein.

Die Veranstaltung richtet sich an internationale städtische Akteure aus Kommunalverwaltungen, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Wissenschaft, die sich mit den Auswirkungen von COVID-19 auf den Tourismussektor befassen und nach innovativen Strategien für eine Zukunft nach der Pandemie suchen.

Connective Cities‘ COVID-19 and Municipal Tourism Recovery wird städtische Akteure dabei unterstützen, Wege zum Überleben der Tourismusindustrie zu finden. Es wird eine breite Plattform für den Wissensaustausch und das Peer-Learning mit gleichgesinnten kommunalen Akteuren und politischen Entscheidungsträgerinnen und  Entscheidungsträger bieten, die an der Planung der Erholung des Tourismussektors arbeiten. Darüber hinaus bietet die Connective Cities Community Zugang zu relevantem globalem Fachwissen über Tourismus, um den Planungs- und Erholungsprozess zu unterstützen.

Die Auftaktveranstaltung am 15. September bietet mehreren städtischen Akteuren und der Tourismusbranche die Möglichkeit, durch Peer-Learning an der Erholung des Tourismussektors von COVID-19 zu arbeiten und potenzielle Vorschläge für die Einwerbung von Finanzmitteln vorzubereiten. Als Ausgangspunkt werden verschiedene Szenarien von Kommunen aus fünf Ländern – Nepal, Botswana, Kap Verde, Rumänien, Uganda und Kambodscha – vorgestellt.

Weitere Workshops der Reihe sind für den 20. Oktober und den 16. November 2021 (noch zu bestätigen) geplant.

Um sich für den Workshop anzumelden und über die Tagesordnung, die Ankündigung der Referenten und weitere Details auf dem Laufenden zu bleiben, besuchen Sie bitte unsere Connective Cities Community.

COVID-19 und die Erholung des kommunalen Tourismus Auftaktveranstaltung:

Datum: 15. September 2021

Zeit: 16:00 – 18:00 MESZ (Berliner Zeit)

Veranstaltungsort: Connective Cities Community (online)

Sprache der Veranstaltung: Englisch, Simultanübersetzung: Arabisch, Portugiesisch (Rumänisch, tbc.)

Kontakt: Paulina Koschmieder           paulina.koschmieder@giz.de