Kollegiale Beratung und Netzwerkbildung – im Fokus der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit

Der OECD-Bericht „Reshaping Decentralised Development Co-operation in Germany“ wurde beim „6. OECD Roundtable on Cities and Regions for the SDGs“ am 20. April 2023 in Brüssel vorgestellt. Er bewertet die Politiken, Strategien, Programme und die Finanzierung der dezentralen Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) in Deutschland sowie die damit verbundenen Herausforderungen und gibt konkrete Empfehlungen, wie die Effektivität und die Auswirkungen von DEZA-Politiken und -Programmen erhöht werden können.

Er ist das Ergebnis eines 18-monatigen Politikdialogs mit mehr als 100 Stakeholdern aus allen Regierungsebenen in Deutschland. Die OECD hat zwei Umfragen durchgeführt: eine bei den Bundesländern und eine bei den Kommunen. Die OECD-Umfrage bei den Ländern im Zeitraum November 2021 bis Januar 2022 richtete sich an die Anlaufstellen für Entwicklungszusammenarbeit in den 16 deutschen Bundesländern. Beantwortet wurde die Umfrage von den für die Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Abteilungen der Landesministerien von 14 der 16 Länder sowie von Vertretern des Bundes (BMZ) und der Durchführungsorganisationen. Eine ähnliche Befragung wurde auf die deutschen Kommunen ausgedehnt und an die jeweiligen Verantwortlichen für die Entwicklungszusammenarbeit vor Ort gerichtet. Diese zweite Umfrage wurde zwischen April und Juni 2022 durchgeführt.

Seit den 1950er Jahren hat die DEZA innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Vergleich zu anderen Mitgliedern des Entwicklungshilfeausschusses der OECD leisten die deutschen Kommunen und Regionen in absoluten Zahlen mit Abstand die höchste öffentliche Entwicklungshilfe (ODA), insgesamt ca. 1.538 Millionen Euro in 2020 gefolgt von Spanien mit 369 Millionen Euro. Die meisten Länder und Kommunen konzentrieren sich in ihrer Entwicklungszusammenarbeit auf technische Zusammenarbeit, Beratungsdienste und kollegiale Beratung sowie Netzwerkarbeit, vor allem in den Politikbereichen Bildung, Umwelt und Gesundheit.

Ergebnisse auf kommunaler Ebene

Auf kommunaler Ebene sind der Aufbau und die Förderung von Netzwerken und kollegialer Beratung die beiden am häufigsten genutzten Arten der technischen Unterstützung bei kommunalen DEZA-Aktivitäten. Rund 75 % der Kommunen, die auf die OECD-Umfrage geantwortet haben, haben sich 2018, 2020 oder in beiden Jahren mit dem Aufbau und der Förderung von Netzwerken beschäftigt. Kollegiale Beratung ist die zweitwichtigste Art der technischen Unterstützung für DEZA-Projekte von Kommunen. Rund zwei Drittel der Kommunen nutzten kollegiale Beratung in ihren DEZA-Programmen. Runde Tische und Plattformen, die Akteure aus verschiedenen Sektoren zusammenbringen, sind Instrumente, die von den Kommunen genutzt werden und die Kommunikation und den Wissensaustausch verbessern können, insbesondere in Krisen und Notfällen.

In diesem Kontext wurde die Zusammenarbeit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) explizit erwähnt: „Es gibt verschiedene Formen der Zusammenarbeit zwischen Engagement Global und der GIZ in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Dazu gehören SKEW-Projekte mit GIZ-Büros in bestimmten Partnerländern wie in der Maghreb-Region, der Ukraine, im Westjordanland und Gazastreifen sowie Projekte wie das Programm „Connective Cities“, das den weltweiten Austausch von kommunalem Fachwissen fördert und den auf die Bedürfnisse von Kommunen ausgerichteten Lern- und Fachaustausch zwischen deutschen und internationalen städtischen Praktikern unterstützt.“

Der Technologie- und Know-how-Transfer spielte eine ähnlich wichtige Rolle wie die kollegiale Beratung: Rund 60 % der Kommunen nutzten ihn als Teil ihrer DEZA-Aktivitäten im Jahr 2018 und/oder 2020. Andere relevante Arten der technischen Unterstützung, die für die DEZA-Aktivitäten der Kommunen wichtig sind, sind insbesondere die berufliche Bildung, Beratungsdienste, Organisationsentwicklung und Veränderungsmanagement.

Weitere wichtige Politikbereiche für deutsche Kommunen sind Governance und Demokratie. Nahezu 30 % waren in den letzten fünf Jahren in den Bereichen lokale Verwaltung, Demokratie und Dezentralisierung aktiv. Rund 27 % haben sich bei ihren Aktivitäten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sowohl 2018 als auch 2020 auf die soziale Eingliederung konzentriert. Weitere relevante Bereiche der an der Umfrage teilnehmenden Kommunen sind Stadtentwicklung (20 %), Gesundheit seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie (22 % aktive Kommunen im Rahmen der DEZA), sowie wirtschaftliche Entwicklung, Wasser, Gender und Kultur. Generell sei es wichtig, ein gemeinsames Verständnis des Ziels eines DEZA-Projekts zu finden, um eine Diskrepanz bei den Prioritäten zu vermeiden.

Kritik und Empfehlungen

Der Bericht sieht aber auch Schwächen im deutschen DEZA-System: Die meisten Länder würden ihre Politik zwar mit der Bundesregierung über das Bund-Länder Programm abstimmen. Es gäbe aber kaum eine Politikkoordinierung zwischen den Ländern und den Kommunen. Dies könne zu verstreuten Kleinprojekten, ungenutztem Synergiepotenzial in den Partnerländern und Doppelarbeit führen. Zudem sei die DEZA insbesondere auf Länderebene noch ausbaufähig.

Weiterhin gäbe es keine einheitliche Definition der dezentralen Entwicklungszusammenarbeit und keine ausreichenden Datenlage für ein Wirkungsmonitoring. Entsprechende Wirkungsnachweise könnten die Attraktivität der DEZA insgesamt erhöhen. Mit bürokratischen Hürden einhergehende, oft auf ein Haushaltsjahr beschränkte, finanzielle Unterstützungsleistungen war ein weiterer Kritikpunkt.

Die daraus resultierenden Politikempfehlungen sind daher kurzgefasst:

  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Bundesländern und Kommunen bei der DEZA.
  • Stärkung der DEZA auf der Ebene der Länder durch Förderung einer direkteren Zusammenarbeit mit den lokalen und regionalen Regierungen in den Partnerländern.
  • Klärung der Definition und der Grenzen von DEZA in Deutschland, um Maßnahmen zu fördern und bestehende DEZA-Leitlinien zu stärken.
  • Verstärkte Förderung des politischen Dialogs über die Ergebnisse und den gegenseitigen Nutzen von grenzüberschreitenden DEZA-Projekten für Länder, Kommunen und Durchführungsorganisationen.
  • Schaffung eines flexibleren Rahmens zur Ausweitung der Kofinanzierung von DEZA-Projekten und zur Bewältigung des Problems der einjährigen Finanzierungsvereinbarungen.
  • Vereinfachung des bürokratischen Aufwands und der Antragsverfahren für Förderprogramme sowie Stärkung der Kapazitäten des Personals zur Steuerung der Entwicklungshilfe auf kommunaler Ebene.
  • Entwicklung eines harmonisierten Konzepts für das Monitoring und die Evaluierung von DEZA-Ergebnissen in allen Ländern und Kommunen.

Trotz aller Kritik im Einzelnen wird die Wirksamkeit der DEZA jedoch nicht in Frage gestellt, sondern im Gegenteil ihr Potential für die Umsetzung der Agenda 2030 hervorgehoben und ein weiterer Ausbau empfohlen.

Zur Studie: OECD: Reshaping Decentralised Development Co-operation in Germany

Kommunalpolitischer Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung 2023

Kommunen leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz – in Deutschland und weltweit. Sie arbeiten nicht nur direkt an der Umsetzung der Agenda 2030, sondern haben sich häufig zusätzlich zu einem weitergehenden Klimaschutz selbstverpflichtet. Kommunen stehen außerdem weltweit vor ähnlichen Herausforderungen und können deshalb von enger Kooperation und regem Austausch profitieren. Das gilt insbesondere bei grenzüberschreitenden Kooperationsprojekten, die während der andauernden Pandemie besonders hohe Motivation, Courage und nicht zuletzt Organisations- und Durchsetzungsfähigkeit erfordern.

Der kommunalpolitische Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung zeichnet 2023 grenzüberschreitende kommunale Kooperationsprojekte zu partizipativem kommunalen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen mit einem Preisgeld von 2.000 Euro aus. Gesucht werden herausragende Kooperationen von Kommunen oder kommunalen Allianzen unter Beteiligung einer deutschen Kommune oder kommunalen Allianz.

Alle wichtigen Informationen zum Preis und zu Ihrer Bewerbung finden Sie in der Ausschreibung zum Wettbewerb: pdf-Download 

Fristverlängerung: Bewerbungsschluss ist Montag, 31. Oktober 2022. 

Der Preis wird in Erinnerung an das kommunalpolitische Wirken von Carl Goerdeler als Oberbürgermeister der Stadt Leipzig sowie an seine Widerstandstätigkeit gegen die NS-Herrschaft vergeben. Die Auszeichnung soll der völkerverbindenden friedlichen Zusammenarbeit von Kommunen und kommunalen Allianzen dienen und ein gegenseitiges Lernen zum Nutzen der Einwohnerinnen und Einwohner fördern.

Kontakt:

Ricarda Meissner
ricarda.meissner@giz.de 
Telefon: +49 (0)228 4460 1138

Klaudia Sonntag
klaudia.Sonntag@giz.de 
Telefon: +49 (0) 228 4460 1587

Green Urban Development: Lernen von inspirierenden Umsetzungsbeispielen

Wie fördern wir eine grüne Stadtentwicklung?

Die Welt muss ihre CO2-Emissionen bis 2050 drastisch senken, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden. Weltweit erleben wir in den vergangenen 30 Jahren einen Zuzug in die Städte. Städte sind eine der wesentlichen Räume, in denen der CO2-Ausstoss direkt verursacht wird. Dies geschieht durch Bauvorhaben, durch Verkehrsströme, dem erhöhten Energieverbrauch der Bevölkerung, der Herstellung von Müll und weiteren Faktoren. „Der Stadtraum ist aber auch zugleich der Lösungsraum für die Klimawende“, so einer der Teilnehmenden der Arbeitsgruppen zu Green Urban Development. Und dies wird auch von internationalen Studien bestätigt (z.B. der Studie des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen, „The Transformative Power of Cities“).

Zu städtischen Lösungsansätzen zählt beispielsweise die Nutzung von neuen Mobilitätsformaten wie verkehrsberuhigte Stadträume, die Nutzung von E-Mobility- und Fahrradwege-Lösungen, der Bau von nachhaltigen Gebäuden und Gebäudesanierungen mit zirkulären Produktions- und Produktansätzen, die Entwicklung von Stadträumen zur Förderung lokaler Wirtschaftskreisläufe und Gemeinwohlaktivitäten, dezentrale Energieversorgungs- und Abfallkonzepte.

Ziel der Arbeitsgruppen zu Green Urban Development

Das Programm beinhaltete drei Arbeitsgruppen und jeweils drei bis vier Städte und deren Vertreterinnen und Verteter, meist Fachleute von lokalen Stadtverwaltungen oder Forschungseinrichtungen. Die drei Arbeitsgruppen hatten die folgenden Schwerpunkte:

  • Arbeitsgruppe 1: Mobilitätslösungen in Städten
  • Arbeitsgruppe 2: Die Transformation von Stadträumen und Neunutzung des „Urban Space“ durch neue Gemeinschaftsformate und Mobilitätslösungen
  • Arbeitsgruppe 3: eine gemischte Gruppe, die städtische Energie-, Mobilitäts- und Raumansätze miteinander verknüpft.

Bereits bei der Bildung der Arbeitsgruppen wurde deutlich, dass sich Lösungsansätze häufig überschneiden bzw. verschiedene Lösungsansätze sich miteinander verbinden lassen. Dies ermöglichte auch einen Austausch von Erfahrungen zwischen den Arbeitsgruppen des Clusters.  Die teilnehmenden Städte an dem Programm waren Bhuj/Ahmedabad, Belo Horizonte, Kochi, Lalitpur, Dortmund, Buenos Aires, Quito, Montevideo, Hamburg, Kigali, Kisumu and Bremen.

Erste, zweite und dritte Prozess-Schritte des Clusters: Von Ideen zu konkreten Projektvorschlägen

In einem ersten Schritt wurden in der jeweiligen Arbeitsgruppe Projektideen entwickelt:

  • Erstellung eines Fahrradverkehrskonzepts am Beispiel der Fahrradwege in Lalitpur
  • Die Schaffung einer kinderfreundlichen Umweltzone im Quartier und die Gestaltung von geschwindigkeitsreduzierten Erholungsgebieten
  • Begrünung von Dächern zur Schaffung einer nachhaltigen und grünen städtischen Umwelt und der Kombination mit Lösungen für erneuerbare Energien und städtischen Gartenaktivitäten
  • Kommunale Bioabfallbewirtschaftung auf Stadtteilebene in Zusammenarbeit mit lokalen Bürgern
  • Förderung von verkehrsberuhigten Zonen in Kigali
  • Vergrößerung von Grün-, Retentions- und Versickerungsflächen in Städten
  • Anwendung von Sensortechnologien zur Analyse von Stadtteilen und Orten mit hohem Co2-Ausstoss
  • Planung von Pop-up-Fahrradwegen und den Aufbau von sicheren Fahrradwegen
  • Last-Mile-Connectivity Lösungen und elektrobasierte Logistiklösungen im Zentrum von Städten

In bilateralen Treffen mit den Fokusstädten und weiteren interessierten und erfahrenen Städten wurden die Interessensthemen ausgelotet und Städteerfahrungen miteinander vernetzt.

In einem zweiten Schritt des Vorhabens wurde in jeder Arbeitsgruppe ein größeres Netzwerktreffen organisiert, in denen die Städte in der Arbeitsgruppe ihre Erfahrungen austauschten und inspirierende Umsetzungsansätze vorstellten. Eine Vielzahl von Lösungsansätzen und Erfahrungsberichte wurden hier ausgetauscht, u.a. die Erstellung eines Umweltverschmutzungs-Mapping und das E-Mobilitätskonzept von Kigali, erste Last Mile-Connectivity-Ansätze in Buenos Aires, der Aufbau des E-Mobility Hubs in Quito, Pop-up Lanes in Berlin, Umweltzonen und Fahrradwege-Ansätze in Belo Horizonte, der Aufbau von ersten Fahrradwegen und App-Sharing-Konzepten in Lalitpur, etc.. 

Auf der Basis dieses konkreten Austauschs wurden weitere bilaterale Erfahrungsaustauschtreffen angebahnt, um erste Ideen von Prototypen weiterzuentwickeln. Die Prototypen waren u.a.  

  • Zuliefer-/ und Entladungsflächen und elektronischer Transport über Hubs in der Altstadt von Buenos Aires
  • Kinderfreundliche und verkehrsberuhigte Räume in Bhuj
  • Ausweitung von Fahrradinfrastrukturprojekten und App-Sharing-Lösungen in Lalitpur.

Auf der Basis erster Prototypen wurden konkrete Projektvorschläge entwickelt, die im Anschluss an das Programm Finanzmittel für die Umsetzung eingeworben werden. In der Arbeitsgruppe “Urbaner Raum“ wird Bhuj das Projekt „Sicherer Zugang zu Schulen für Kinder durch kinderfreundliche und verkehrsberuhigte Zonen“ umsetzen. Aus der Arbeitsgruppe Mobilität-Stadtraum- Energie entwickelte sich das Projekt für Belo Horizonte, der Aufbau eines stadtökologischen Labors. Der Austausch in der Arbeitsgruppe Mobilität führte schließlich zum Projekt „Angewandte Technologie zum Be- und Entladen öffentlicher Zonen in Buenos Aires“.

Umsetzung von Green City Pioneer of Change Events

Neben dem internen Netzwerkaustausch in den Arbeitsgruppen wurden weitere Akteure aus anderen Städten weltweit in den Reflexionsprozess für neue klimaneutrale Städtelösungen eingebunden. Hierzu wurden zwei große „Green City Pioneer of Change-Workshops“ organisiert, an dem jeweils mehr als 50 Teilnehmende gute Praktiken vorgestellt bekamen als aber auch in virtuellen Arbeitsgruppen über wesentliche Erfolgsfaktoren und Herausforderungen reflektierten. 

Detailinformationen

Eine Vielzahl von Input-Reden, Videopräsentationen, Präsentationen, Workshopergebnissen und Guten Praktiken finden sich auf der Connective Cities-Webseite

Connective Cities Lab- Experteninput
vom Clusterexperten Oliver Lah (Wuppertal Institut) am 11. 112021: https://community.connective-cities.net/en/node/968

Teilnahme der Arbeitsgruppen an dem Angebot der Design Thinking Workshops
und dessen Dokumentation (15-17.11 2021)

https://community.connective-cities.net/en/node/959

https://community.connective-cities.net/en/node/960

https://community.connective-cities.net/en/node/961

Netzwerktreffen mit Austausch von guten Praktiken
der AG Mobility (31.11.21)

https://community.connective-cities.net/en/node/1102

Netzwerktreffen mit Austausch von guten Praktiken
der AG Urban Space und der AG urban Space, Mobility, Energy (03.12.21)

https://community.connective-cities.net/en/node/1095

Erster Green City Pioneers of Change Event (19.01.2022)
https://community.connective-cities.net/en/node/1111

Zweiter Green City Pioneers of Change Event (25.02.22)

https://community.connective-cities.net/en/node/1130

Entwicklung von Strategien zur Verringerung des Katastrophenrisikos von der lokalen bis zur nationalen Ebene durch Nutzung der INFORM-Plattform

Am 29. März veranstaltete die Arbeitsgruppe für risikoinformierte Stadtentwicklung ihren ersten „Insight Moment.“ Dieser wurde gemeinsam von Vertretern der Europäischen Kommission, des Büros der Vereinten Nationen für Katastrophenvorsorge und des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten zum Thema „Nutzung der INFORM-Plattform als Instrument für nationale Behörden zur Entwicklung von Katastrophenvorsorge-Strategien auf verschiedenen Ebenen, von der lokalen bis zur nationalen Ebene“ gehalten.

INFORM suite ist ein Multi-Stakeholder-Forum für die Entwicklung gemeinsamer, quantitativer Analysen, die für humanitäre Krisen und Katastrophen relevant sind. Unter der Leitung der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission umfasst INFORM auch Organisationen aus dem humanitären und Entwicklungssektor, Geber und verschiedene technische Partner. Gemeinsam haben diese Akteure eine Reihe von quantitativen und analytischen Produkten entwickelt, die die Entscheidungsfindung bei humanitären Krisen und Katastrophen unterstützen. Diese Produkte zielen darauf ab, die Entscheidungsfindung in den verschiedenen Phasen des Katastrophenmanagements zu unterstützen, insbesondere in der Präventions-, Bereitschafts- und Reaktionsphase. INFORM entwickelt Instrumente und Methoden für den Einsatz auf globaler Ebene und unterstützt die Anwendung ihrer Produkte auf subnationaler Ebene. Der Umfang und die Anwendung der verschiedenen Produkte der INFORM-Suite können die Lücke schließen, die viele Länder und Städte bei der Nutzung von Risikodaten für die Entwicklungsplanung haben.

Die Global Initiative on Disaster Risk Management (GIDRM) und das Connective Cities Projekt sind den Vertretern von INFORM dankbar, dass sie unserer Connective Cities Community einen Einblick in die Nutzung der Plattform und ihrer Anwendungen in einem realen Kontext gegeben haben. Insbesondere Dr. Karmen POLJANSEK (JRC), die eine Einführung in die INFORM Suite und die Kernprinzipien von INFORM gab; Dr. Andrew THOW (OCHA), der das subnationale Programm von INFORM vorstellte und das subnationale INFORM-Modell für die Sahel-Region präsentierte; Mrs. Galiya IBRAGIMOVA (UNDRR), die die Entwicklung und Umsetzung der subnationalen INFORM-Modelle für Zentralasien und den Kaukasus sowie für Südosteuropa vorstellte, und Dr. Luca GALIMBERTI (JRC), der den Prototyp des subnationalen INFORM-Dashboards einschließlich anderer INFORM-Analysen zeigte.

Der Insight Moment unterstrich die Bedeutung von rigorosen Informationssystemen, die für eine risikoinformierte Stadtentwicklung unerlässlich sind, um qualitativ hochwertige Daten in Echtzeit zu erhalten. Die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit eines so leistungsfähigen Instruments wie der INFORM-Plattform und ihrer verschiedenen Produkte erweisen sich als wirksame Lösungen für besonders tief verwurzelte Probleme, die eine widerstandsfähige und nachhaltige Entwicklung weltweit behindern. Die von der GFS entwickelte INFORM-Suite erweist sich als ein unschätzbares Instrument, das zu RIUD beiträgt. Die INFORMS-Kernprinzipien Global, Open, Reliable und Flexible ermöglichen es den Städten, qualitativ hochwertige und quelloffene Daten über die Risiken, mit denen sie konfrontiert sind, zu nutzen, um sicherzustellen, dass die Entwicklung und die Entwicklungsgewinne sowohl auf lokaler als auch auf nationaler und grenzüberschreitender Ebene gesichert werden können.

Die Aufzeichnung der Sitzung und die Präsentationsdateien der Vertreterinnen und Vertreter können über die folgende Seite abgerufen werden: Insight moment – Harnessing the INFORM platform as a tool for national authorities to design the DRR strategies at different levels, from local to national | Connective Cities Network (connective-cities.net).

Finanzielle Förderung für entwicklungspolitische Vorhaben deutscher Kommunen

Auch im Jahr 2022 können deutsche Kommunen wieder eine Zuwendung zur Durchführung von entwicklungspolitischen Projekten und Vorhaben beantragen.

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global bietet finanzielle Unterstützung durch das Kommunale Corona-Solidarpaket sowie durch den Kleinprojektefonds Kommunale Entwicklungspolitik. 

Kommunales Corona-Solidarpaket: Durch das Angebot zeigen entwicklungspolitisch aktive Kommunen Solidarität mit ihren Partnerkommunen in der Covid-19-Pandemie. Die finanzielle Unterstützung soll pandemiebedingte Notsituationen abmildern und die lokale Selbstverwaltung der Partnerkommunen im Globalen Süden stärken, um die Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen.

Bitte entnehmen Sie alle Informationen der Bekanntmachung und leiten Sie diese an Ihre Partnerinnen und Partner weiter:
Bekanntmachung: pdf-Download
Call for Proposals: pdf-Download

Weitere Infos und Antragsunterlagen: https://skew.engagement-global.de/kommunales-corona-solidarpaket.html

Kleinprojektefonds Kommunale Entwicklungspolitik: Über dieses Förderinstrument erhalten Kommunen Einstiegshilfen in neue Maßnahmen und Partnerschaften der kommunalen Entwicklungspolitik. Die geförderten Projekte sollen die entwicklungspolitische Diskussion beleben, das Engagement stärken und die Vernetzung relevanter Akteurinnen und Akteure unterstützen. Darüber hinaus soll der interkommunale Dialog mit dem Globalen Süden gefördert werden.
Weitere Informationen zur Antragstellung: https://skew.engagement-global.de/kleinprojektefonds.html

Bitte beachten Sie: Diese Unterstützungsangebote richten sich an deutsche Kommunen mit ihren Partnerkommunen im Globalen Süden. Die Antragstellung kann nur durch die deutsche Kommune erfolgen. Das Angebot wird finanziert durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Urbane Sicherheit für Frauen und Mädchen

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2022 stellte Connective Cities die Sicherheit von Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum in den Fokus. In der Insight Session „Urban Safety for Women and Girls – Strategies for safer public spaces in Cities“ teilten zwei Referentinnen und ein Referent ihre Expertise zum Thema partizipative Planung mit Frauen und Mädchen sowie Design- und Handlungsstrategien für sicherere öffentliche Räume.

Die COVID-19-Pandemie hat die Bedeutung öffentlicher Räume als Orte der Erholung und des Gemeinschaftslebens besonders spürbar werden lassen. Die Stimmen von Frauen und Mädchen, die in der Vergangenheit in der Stadtplanung oft ungehört blieben, sind von entscheidender Bedeutung, bei der Entwicklung inklusiver öffentlicher Räume, die sichere Orte zum Spielen, Treffen und Spazierengehen sind. Städtische öffentliche Räume und öffentliche Verkehrsmittel wurden zumeist von Männern und für Männer entworfen. Viele von ihnen sind nicht auf die Bedürfnisse von Frauen abgestimmt oder stellen sogar eine Bedrohung für die Sicherheit von Frauen dar. Die COVID-19-Pandemie hat diese bestehenden geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in verschiedener Hinsicht offengelegt und verschärft. Gleichzeitig kann diese Krise auch eine Chance sein, Stadtplanung gerechter und nachhaltiger zu gestalten. Partizipatorische Ansätze bieten Möglichkeiten, Stimmen und Ideen in die Stadtplanung einzubeziehen, die in der Vergangenheit vielleicht ungehört blieben. Ein funktionierendes Gemeinschaftsleben und demokratische Stadtgesellschaften können nur dann prosperieren, wenn öffentliche Räume sicher und funktional sind und allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, am öffentlichen Leben teilzuhaben.

Die drei Referentinnen und Referenten der Veranstaltung stellten geschlechtersensible Stadtplanungsinstrumente vor und berichteten über ihre praktische Erfahrungen aus Lateinamerika, Europa und der MENA-Region.

Sara Ortiz Escalante, Barcelona, ist Soziologin und Stadtplanerin. Als Mitglied des feministischen Planungskollektivs Col-lectiu Punt 6 in Barcelona, verfügt sie über ein breites Spektrum an Erfahrungen mit geschlechtersensiblen Methoden und Instrumenten der Stadtplanung. In ihrer Keynote führte sie das Publikum in eine feministische Perspektive der städtischen Sicherheit ein. Sie stellte die 6 Prinzipien der Sicherheit von Frauen vor, die in den 1980er Jahren von Anne Michaud in Montreal entwickelt wurden und bis heute nicht an Bedeutung verloren haben. Der Schlüssel zur Schaffung sicherer öffentlicher Räume ist die partizipative Planung. Ortiz Escalante stellte die Tools der explanatory walks und safety audits vor. Ihre Präsentation zeigt beispielhaft Projekte in Cali, Kolumbien und Tétouan, Marokko. 

Die Her City Toolbox wurde von Tove Andréasson Derner, Stockholm, vorgestellt. Her City ist eine gemeinsame Initiative des schwedischen Think Tanks Global Utmaning, und UN Habitat. Das programm gibt Kommunen sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren eine Toolbox für die partizipative Planung mit Frauen und Mädchen an die Hand. Diese besteht aus 9 Blöcken, die Benutzerinnen und Benutzer von der Einbeziehung der Interessengruppen bis zur Umsetzung spezifischer Projekte Schritt für Schritt begleitet. In der Entwurfsphase der Toolbox wird das Minecraft-Tool verwendet, das einen spielerischen Zugang zur Platzgestaltung sowohl für Kinder als auch für Erwachsene bietet. Die Plattform Her Cities – #HerCity (unhabitat.org) ist für die Öffentlichkeit zugänglich und kostenlos. Bislang nehmen 315 Städte an dem Prozess teil. 

Das Minecraft-Tool wurde auch für den Entwurf des Al-Gwheirieh Neighbourhood Park in Zarqa, Jordanien, verwendet. Wie viele andere Gemeinden in Jordanien beherbergt auch Zarqa eine große Anzahl syrischer Geflüchteter. Die Stadt ist daher mittlerweile eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt. Die Einrichtung von Parks ist demnach eine enorme Herausforderung, die angesichts der Pandemie COVID 19 jedoch immer dringender wurde. Mohammad Zawahreh, ehemaliger Leiter der städtischen Entwicklungsabteilung der Stadt Zarqa, berichtete über seine Erfahrungen mit der Einrichtung von Nachbarschaftsparks im Rahmen integrativer Planungsprozesse in der Stadt. Frauen und Männer mit unterschiedlichem Hintergrund arbeiteten hier zusammen und gestalteten funktionale, sichere und grüne öffentliche Räume.

Im Anschluss an die Präsentationen fand eine Fragerunde statt, in der gemeinsame Herausforderungen und Lösungen für die Stadtplanung mit Frauen und Mädchen weltweit erörtert wurden. Die Referentinnen und Referenten stellten fest, dass Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt nicht nur Wert auf sichere, sondern auch auf grüne öffentliche Räume legen. Daher führt eine geschlechtersensible Stadtplanung häufig zur Schaffung nachhaltiger Grünflächen. Ein weiterer Diskussionspunkt war die Einbeziehung von Männern in die feministische Stadtplanung. Je nach kulturellem Kontext haben sich unterschiedliche Ansätze hier als besonders wirksam erwiesen. Während sich die Einrichtung von exklusiven Frauengruppen als wichtiger Faktor bei der Gestaltung geschlechtersensibler städtischer Räume erwiesen hat, ist es wichtig, auch die männliche Bevölkerung zu ermutigen, die Rolle von Frauen und Mädchen in der Stadtgestaltung zu unterstützen. Denn sichere öffentliche Plätze für Frauen und Mädchen sind sichere öffentliche Plätze für alle.

Videos

Her City Toolbox – From Botkyrka to Johannesburg – YouTube

Rehabilitation of Jana Park : Zarqa/Jordan with AVSI Jordan – YouTube

Präsentationen

Städtische Sicherheit aus feministischer Sicht, Sara Ortiz Escalante, Collectiu Punt 6, Barcelona

Her City Toolbox, Tove Andréasson Derner, Her City, Stockholm

Al-Ghweirieh-Nationalpark – Gestaltung eines inklusiven öffentlichen Raums mit Hilfe des Minecraft-Tools, Mohammad Zawahreh, Zarqa

Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier: Insight Session: Urban Safety for Women and Girls – Strategies for safer public spaces in Cities | Connective Cities Network (connective-cities.net)

Planning by doing – Tactical Urbanism during the COVID-19 pandemic

Am 16. Februar 2022 lud Connective Cities zwei Expertinnen und einen Experten für taktischen Urbanismus ein, um ihre Erkenntnisse mit über 55 Teilnehmenden aus Jordanien, der Ukraine, Nepal, Deutschland, Namibia, Burkina-Faso, der Demokratischen Republik Kongo und Spanien zu teilen. In der eineinhalbstündigen Sitzung wurden die Vorteile des taktischen Urbanismus als neuer Ansatz zur Gestaltung des städtischen Raums anhand von Beispielen aus Barcelona, Neu-Delhi, Chennai, Kochi und Coimbatore vorgestellt. Besonders bemerkenswert war das große Interesse von Fachleuten aus der Stadtverwaltung, vor allem aus deutschen Kommunen, die erstaunt waren, dass sich radikale Planungsansätze in Großstädten ohne größere juristische Auseinandersetzungen umsetzen lassen. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Insight Sessions: (Post-)COVID Urban Futures“, die einen wiederkehrenden Austausch zu verschiedenen Themen der nachhaltigen Stadtentwicklung in der (Post-)COVID-19-Ära ermöglicht. Das kurze und prägnante Format des Austauschs soll zum Nachdenken anregen und innovative Lösungen für lokale Herausforderungen präsentieren.

Teilnahmeaufruf: Insight Session – Urbane Sicherheit für Frauen und Mädchen

Sichere öffentliche Räume für Frauen und Mädchen bedeuten sichere öffentliche Räume für alle. Am 8. März 2022 feiern wir den Internationalen Frauentag und Connective Cities möchte diese Gelegenheit nutzen, städtische Praktiker weltweit zu inspirieren, einen geschlechtersensiblen Ansatz in ihrer Stadtplanung zu stärken. 

Städtische öffentliche Räume und öffentliche Verkehrsmittel wurden zumeist von Männern und für Männer entworfen. Viele von ihnen sind nicht auf die Bedürfnisse von Frauen abgestimmt oder stellen sogar eine Bedrohung für die Sicherheit von Frauen dar, ihre Gestaltung erschwert den Alltag und schränkt Chancen ein, sich am Gemeinschaftsleben zu beteiligen.

Die COVID-19-Pandemie hat diese bestehenden geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in verschiedener Hinsicht offengelegt und verschärft. Gleichzeitig kann diese Krise aber auch eine Chance sein, Stadtplanung gerechter und nachhaltiger zu gestalten. Partizipatorische Ansätze bieten Möglichkeiten, Stimmen und Ideen in die Stadtplanung einzubeziehen, die in der Vergangenheit vielleicht ungehört blieben. Ein funktionierendes Gemeinschaftsleben und demokratische Stadtgesellschaften können nur dann prosperieren, wenn öffentliche Räume sicher und funktional sind und allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, am öffentlichen Leben teilzuhaben.

Ziele

Als Teil unserer virtuellen globalen Reihe „Insight Sessions: (Post)-COVID Urban Futures“ zielt die Insight Session zum Thema „Urbane Sicherheit für Frauen und Mädchen – Strategien für sicherere öffentliche Räume in Städten“ darauf ab, die Gestaltung und politische Strategien für sicherere öffentliche Räume für Frauen und Mädchen zu diskutieren. Ziel ist es, die teilnehmenden städtischen Praktikerinnen und Praktiker zu inspirieren, Frauen und Mädchen in ihrer Stadtplanung zu berücksichtigen.

Teilnahme und Kontakt

Wir laden Sie hiermit herzlich zur Teilnahme an der kommenden Insight Session ein, die am Mittwoch, den 9. März 2022, 15:00 – 16:30 Uhr MEZ stattfindet. Die Veranstaltung richtet sich an städtische Fachleute aus Kommunalverwaltungen sowie aus der Wissenschaft, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Weitere Informationen und Registrierung:  https://community.connective-cities.net/de/node/1141

Bei weitere Fragen zum Programm oder zu Ihrer Teilnahme, kontaktieren Sie uns:
lina.kratz@giz.de / paulina.koschmieder@giz.de

Datum:   Mittwoch, 9. März 2022 | 15:00 – 16:30 MEZ
Ort:    Virtuelle Veranstaltung in der Connective Cities Community
https://community.connective-cities.net/de/node/1141
Konferenz-Tool:        Big Blue Button
Konferenzsprache:    Englisch

Teilnahmeaufruf: Lokale Wissensnetzwerke für Lösungen zur klimaneutralen Stadtentwicklung

„Wie kann ein lokaler und wissensnetzwerkorientierter Ansatz zur klimaneutralen Stadtentwicklung sichergestellt werden?“ ist eine der Schlüsselfragen, auf die der 2. Green City Pioneers of Change Workshop Antworten geben wird. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Im Rahmen des Programms „Kommunale Antwort auf COVID-19“ des Programms Connective Cities arbeitet das Themencluster „Grüne Stadtentwicklung“ derzeit an Synergien zwischen Mobilität und städtischen Raumlösungen, an denen Städte wie Kigali, Kisumu, Hamburg, Hanoi, Dortmund, Belo Horizonte, Kochi, Lalitpur, Quito und Buenos Aires beteiligt sind. The cluster wants to encourage an exchange between Green City Pioneers of Change which involves, apart from peer-learning between the above-mentioned cities, two public events.

Der erste der beiden geplanten Green City Pioneers of Change Workshops wurde am 19. Januar 2022 statt. Er konzentrierte sich auf die Präsentation inspirierender internationaler Praktiken und regte die Pioniere der Stadt zum Nachdenken darüber an, wie erste grüne Initiativen gefördert werden können und welche Rolle die Pioniere dabei spielen (siehe Video und Dokumentation hier).

Dieser 2. Green City Pioneers of Change Workshop am 25. Februar wird sich auf die Reflexion kritischer Erfolgskriterien für die Förderung von Bottom-up-Ansätzen zur klimaneutralen Stadtentwicklung konzentrieren. Die Städte, die in dem Cluster zusammenarbeiten, und die Experten, die das Cluster unterstützen, werden ihre Bemühungen und ihre Lernmethoden in folgenden Bereichen vorstellen:  

  1. Schaffung lokaler Wissensnetzwerke, die junge Forscher und lokale Universitäten, Entscheidungsträger in der lokalen Verwaltung, bestehende Unternehmen und Start-ups mit neuen Geschäftsmodellen integrieren.
  2. Förderung mehrerer kleinerer „Learning by doing“- und umsetzungsorientierter Initiativen, die zu Bausteinen für einen systematischeren Transformationsansatz in den jeweiligen Städten werden.

Auf der Grundlage der Präsentation dieser konkreten Erfahrungen werden wir mit den Teilnehmern auf interaktive Weise über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten zur Förderung eines lokal und nicht hauptsächlich von außen gesteuerten Ansatzes zur klimaneutralen Stadtentwicklung nachdenken.

Nehmen Sie an dieser 2. Veranstaltung von City Pioneer of Change teil! Zur Anmeldung.

Konferenzsprache ist Englisch.

Einblicke in die Arbeitsgruppe „Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen in MENA“

Die Digitalisierung ist der Weg zur Verbesserung der Dienstleistungen für die Bürger und der Schlüssel zur Erholung der Kommunen von den Auswirkungen der Pandemie. Das Connective Cities Programm zur kommunalen Erholung von der Pandemie hat daher die Einrichtung der Arbeitsgruppe „Digitalisierung öffentlicher Einrichtungen in der MENA-Region“ unterstützt. Die Arbeitsgruppe war sehr aktiv und hat Vertreter von mehr als 21 Kommunen in der MENA-Region einbezogen. Im Rahmen der Aktivitäten wurde Folgendes erreicht:

  1. Der erste virtuelle Workshop für die Arbeitsgruppe fand am 26. Oktober 2021 statt. Der Workshop beinhaltete eine Komponente zum Kapazitätsaufbau, die sich auf die Nutzung von GIS für die Sammlung, Kartierung und Überwachung von Geodaten konzentrierte.  Die Mitglieder der Arbeitsgruppe erhielten eine Einführung in das Geografische Informationssystem (GIS) und seine verschiedenen Anwendungen in kommunalen Aufgaben und Dienstleistungen.
  2. Es wurden Beispiele guter Praxis aus der Gemeinde Hazmieh im Libanon, der Gemeinde Hebron in Palästina und Madaba in Jordanien vorgestellt. Die Präsentationen zeigten, wie der Einsatz von GIS zur Verbesserung des kommunalen Dienstleistungsangebots, der strategischen Planung, der Steuerverwaltung und der Entscheidungsfindung auf kommunaler Ebene beiträgt. Darüber hinaus wurde im Rahmen des Workshops am 23. November 2021 eine vollständige End-to-End-Lösung für die digitale Transformation vorgestellt, die von der Gemeinde Zgharta im Libanon (AKA Al-FULK) genutzt wird. Diese digitale Plattform nutzt kommunale Best Practices, Tools und Technologien und hat dazu geführt, dass die Effizienz und Effektivität der Abläufe und der Dienstleistungserbringung in der Gemeinde erhöht und die Koordination zwischen den Abteilungen sowie die Einhaltung von Vorschriften verbessert wurden.
  3. Die Projektideen von sechs Kommunen wurden zu Prototypen von GIS-Apps entwickelt. Connective Cities führte eine intensive Fortbildungsrunde durch, um die zuständigen Mitarbeiter der Kommunen in der Nutzung der Apps zu schulen. Die Gemeinden Bizerte (Tunesien), Abasan (Palästina), Menjez, Qaraoun, Matan al-Alaa (Libanon), Jerash und Madaba (Jordanien) haben von dem Capacity Building profitiert und sind bei der Umsetzung ihrer Projekte zur GIS-Anwendung in der Kommunalverwaltung vorangekommen. 

Klicken Sie hier, um die Aufzeichnung des Workshops vom 26. Oktober 2021 zu sehen
 
Klicken Sie hier, um sich die Aufzeichnung des Workshops vom 23. November 2021 anzusehen