Mit einer Dialogveranstaltung in Tirana (16.–18. Juni 2026) startet der neue regionale Lernprozess für Südosteuropa und den Südkaukasus. Im Mittelpunkt steht das Thema: „Planung für kommunale Resilienz – Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung“
Die Veranstaltung bringt Fachleute aus Kommunen sowie aus kommunalen Unternehmen aus neun Ländern zusammen: Albanien, Armenien, Georgien, Deutschland, Kosovo, Montenegro, Serbien, Türkei und Ukraine. Bereits im Vorfeld stieß der Lernprozess auf großes Interesse seitens kommunaler Verwaltungen und Betriebe, was den hohen Handlungsdruck und die Relevanz des Themas in der Region unterstreicht.
Vertreten sind Kommunen unterschiedlicher Größe und Struktur sowie verschiedene Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge. Dazu zählen unter anderem Kommunen wie Gjirokastër, Roskovec und Mat in Albanien, Gavar und Noyemberyan in Armenien, Poti und Gori in Georgien, Drenas im Kosovo, Cetinje in Montenegro, Priboj und Kraljevo in Serbien, İznik in der Türkei sowie Dnipro, Drohobytsch und in der Ukraine. Aus Deutschland beteiligen sich unter anderem kommunale Akteure aus der Stadt Leipzig sowie aus den Stadtentwässerungsbetrieben Köln.
Diese Vielfalt ermöglicht einen besonders praxisnahen Austausch zu unterschiedlichen Rahmenbedingungen, institutionellen Strukturen und Herausforderungen der Kommunalentwicklung.
Ausgangspunkt: Wachsende Risiken für kritische Infrastrukturen
Kommunen stehen zunehmend vor komplexen Herausforderungen: Klimabedingte Extremereignisse, Urbanisierungsdruck sowie technologische und hybride Bedrohungen erhöhen die Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen wie Energie-, Wasser-, Verkehrs- oder IT-Systeme.
Gleichzeitig fehlt es häufig an strukturierten Möglichkeiten, vorhandene Erfahrungen und Lösungsansätze systematisch auszutauschen und weiterzuentwickeln. Der Lernprozess setzt genau hier an und verbindet kommunale Praxis mit einem strukturierten, anwendungsorientierten Austausch.
Dialogveranstaltung in Tirana: Vom Austausch zur gemeinsamen Priorisierung
Die Auftaktveranstaltung bildet den Einstieg in den mehrstufigen Lernprozess und legt die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Ziel ist es, bestehende Analysen zu Risiken und Verwundbarkeiten zu vertiefen und vergleichbar zu machen sowie erste gemeinsame Handlungsschwerpunkte zu definieren.
Im Fokus stehen dabei:
der Austausch zu bestehenden Risiko- und Vulnerabilitätsanalysen in den Kommunen
der Vergleich unterschiedlicher Ansätze im Peer-to-Peer-Format
die Identifikation zentraler Schwachstellen in kritischen Infrastrukturen
die Festlegung prioritärer Handlungsfelder und erster konkreter Schritte
Darüber hinaus werden verbleibende Datenlücken sichtbar gemacht und Ansätze entwickelt, wie diese im weiteren Verlauf des Lernprozesses geschlossen werden können.
Ein strukturierter Lernprozess mit Umsetzungsfokus
Die Dialogveranstaltung ist der erste Baustein eines insgesamt einjährigen Lernprozesses. Dieser kombiniert Präsenzformate mit virtuellen Austauschformaten und verfolgt das Ziel, von der Analyse zur konkreten Umsetzung zu kommen.
Der methodische Rahmen basiert auf einem integrierten Ansatz der risiko-informierten Kommunalentwicklung, bei dem Risikoanalysen systematisch in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Mit Tirana wurde bewusst ein Standort gewählt, der exemplarisch für dynamische Transformationsprozesse in der Region steht. Die Stadt bietet einen geeigneten Rahmen, um Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich Resilienz und kritische Infrastrukturen praxisnah zu diskutieren und voneinander zu lernen.
Der Lernprozess zum Thema „Natur im Zentrum urbaner Resilienz“ wurde mit einem dreitägigen Auftaktworkshop vom 21. bis 23. April 2026 in Naivasha, Kenia, offiziell eingeleitet. An dem Workshop nahmen 20 Kommunen und Städte aus ganz Subsahara-Afrika und Deutschland mit über 40 Stadtplanern, Fachleuten und institutionelle Partnern teil.
Der Workshop markierte den Startpunkt eines längerfristigen Engagements, das darauf abzielt, Kommunalverwaltungen durch strukturierten Austausch und technische Hilfe dabei zu unterstützen, konkrete, nachhaltige Lösungen zu ihren kommunalen Herausforderungen zu entwickeln.
Städte an vorderster Front: Klimawandelfolgen und die Notwendigkeit naturbasierter Lösungsansätze
In städtischen Gebieten sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur am deutlichsten sichtbar, sondern oft auch am folgereichsten. In ganz Subsahara-Afrika sehen sich Städte und Gemeinden mit einer Vielzahl von Belastungen konfrontiert: rapide Urbanisierung, Umweltzerstörung und zunehmende Gefährdung durch Klimarisiken wie Überschwemmungen, Dürren und Hitzestress. Diese Belastungen treten nicht isoliert auf; sie wirken auf komplexe Weise zusammen, verstärken die Anfälligkeit und belasten die ohnehin begrenzten infrastrukturellen und institutionellen, kommunalen Kapazitäten.
Gleichzeitig sind Kommunalverwaltungen keine passiven Akteure. Wie zu Beginn des Workshops hervorgehoben wurde, sind diese maßgeblich, wenn es darum geht, in lokalen Kontexten klimatische Herausforderungen anzugehen. Andreas Wolter, Vorsitzender des Klima-Bündnis e.V. und Stadtrat in Köln, betonte, wie entscheidend es sei, sicherzustellen, dass Städte im globalen Klimadiskurs aktiver vertreten sind, und wies darauf hin, dass die Auswirkungen des Klimawandels in den Kommunen am unmittelbarsten zu spüren sind und dass Lösungen letztendlich dort umgesetzt werden müssen.
Ergänzend hob Dr. Nelson Maara, Repräsentant der Region Nakuru, die Bedeutung der Erhaltung von Ökosystemleistungen als Resilienzgrundlage hervor und veranschaulichte anhand lokaler Erfahrungen, wie sich die Degradation natürlicher Systeme direkt in einer erhöhten urbanen Anfälligkeit für Klimarisiken niederschlägt.
Zusammen untermauern diese Perspektiven die wachsende Erkenntnis, dass Kommunen eine stärkere Rolle bei der Gestaltung des Klimaschutzes spielen müssen, da sie dafür verantwortlich sind, politische Verpflichtungen in praktische, lokal verankerte Lösungen zu übersetzen. Hier bieten naturbasierte Lösungen (NbL) entscheidende Ansätze, indem sie Städten ermöglichen, ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen durch die Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung von Ökosystemen umfassend anzugehen.
Obgleich die Relevanz von NbL zunehmend anerkannt wird, bleibt die Fähigkeit, vom Konzept zur Umsetzung zu gelangen, ein komplexes Thema. Hier kommt der Connective Cities Lernprozess ins Spiel, indem er kommunalen Praktikern durch strukturierte Austauschformate die erforderlichen technischen Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt.
Vom Austausch zur Umsetzung: Die Bedeutung des Lernprozesses
Der Lernprozess basiert auf dem Prinzip, dass Städte und Kommunen am effektivsten lernen, wenn sie sich direkt miteinander über reale, gemeinsame Herausforderungen austauschen. Anstatt sich auf den abstrakten Wissenstransfer zu konzentrieren, schafft er einen strukturierten Raum, in dem Praktiker*innen ihre Probleme gemeinsam analysieren, Erfahrungen austauschen und schrittweise Reformmaßnahmen entwickeln können – konkrete Aktionen oder Projektkonzeptionen, die in ihrem lokalen Kontext Anwendung finden.
Ein weiterer zentraler Baustein der Lernprozess-Methodik ist es, die Fähigkeiten kommunaler Praktiker*innen zu stärken, diese Maßnahmen innerhalb ihres institutionellen Umfelds zu entwerfen, zu planen und letztlich umzusetzen. Der Peer-to-Peer-Ansatz ist angesichts der Vielfalt der teilnehmenden Kommunen besonders wichtig, da er unterschiedliche Governance-Strukturen, Kapazitäten und Erfahrungen zusammenbringt und gleichzeitig deutlich macht, dass viele der zugrunde liegenden Herausforderungen im Grunde genommen gemeinsam sind.
Entsprechend geht es beim Lernprozess nicht darum, Lösungsansätze einfach von einem Kontext auf einen anderen zu übertragen, sondern eher, Städte in die Lage zu versetzen, Ideen im Dialog anzupassen und zu verfeinern, um sicherzustellen, dass diese sowohl kontextspezifisch als auch praktisch umsetzbar sind.
Von der Rahmung zur Praxis: Expertenbeiträge und Erkenntnisse aus der Podiumsdiskussion
Aufbauend auf den übergeordneten Zielen und der Struktur des Lernprozesses markierte der Auftakt-Workshop in Naivasha den ersten Schritt zur Umsetzung des Peer-Learning Ansatzes in die Praxis. Im Laufe von drei Tagen nahmen die teilnehmenden Städte und Gemeinden an einem strukturierten Austausch teil, der Expertenbeiträge, Podiumsdiskussionen und Peer-Learning-Sitzungen kombinierte und es ihnen ermöglichte, NbS in den kommunalen Realitäten zu verankern.
Die Fachbeiträge bildeten die theoretische Grundlage für die Teilnehmer um die Bedeutung von NbS für eine nachhaltige kommunale Entwicklung besser einordnen zu können:
Prof. Johanes Belle stellte NbL unter dem Gesichtspunkt der Ökosystemleistungen vor und betonte, wie natürliche Systeme wesentliche Funktionen wie Hochwasserregulierung, Wasserreinigung und Klimamoderation erfüllen. Zusätzlich zu ihren zentralen infrastrukturellen Funktionen schaffen naturbasierte Lösungen auch sekundäre Mehrwerte, darunter Verbesserungen des psychischen Wohlbefindens der lokalen Bevölkerung, steigende Bodenqualität und Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen.
Indem Dr. Belle NbL im Kontext dieser Leistungen darstellte, betonte Dr. Belle, dass Ökosysteme als funktionale Infrastrukturen –und nicht lediglich als ‚Umweltvorteile‘– verstanden werden sollten, die für die städtische Resilienz von zentraler Bedeutung sind.
So können etwa Feuchtgebiete und städtische Grünflächen überschüssiges Regenwasser aufnehmen, wodurch das Hochwasserrisiko verringert und gleichzeitig die Wasserqualität in schnell wachsenden städtischen Gebieten verbessert wird.
Diese Perspektive war für die teilnehmenden Städte besonders relevant, von denen viele die direkten Folgen der Ökosystemdegradation in Form von erhöhtem Hochwasserrisiko, sinkender Wasserqualität und gesteigerter Klimavulnerabilität selbst erleben.
Der Beitrag des stellvertretenden Bürgermeisters William Wolfgramm vom Klimareferat der Stadt Köln zeigte anhand des kommunalen „Masterplans für städtische Grünflächen“, wie NbL-Konzepte innerhalb eines strukturierten, umfassenden Planungsrahmens umgesetzt werden können. Anhand konkreter Beispiele verdeutlichte die Präsentation, wie NbL in langfristige Planungsinstrumente eingebettet und durch institutionelle Koordination, Datenanalysen sowie zugeschnittene Finanzierungsmechanismen gestützt werden.
Maßnahmen wie die Entsiegelung städtischer Flächen, der Ausbau von grünen Korridoren sowie die Förderung von Gründächern und Regenwasserauffangsystemen veranschaulichten, wie NbL systematisch und in großem Maßstab umgesetzt werden können, wenn sie in Governance-Strukturen verankert, durch langfristige Planungsprozesse gesteuert und unter Einbeziehung der gesamten Bevölkerung gestaltet werden.
Die Podiumsdiskussion untermauerte diesen Wandel vom Konzept zur Anwendung weiter. Ausgehend von Städten, die bereits über entsprechendes Erfahrungswissen verfügen, zeigten die Podiumsteilnehmer*innen anhand früherer Connective Cities Lernprozesse, wie sich erste Ideen, die durch den Austausch unter Gleichgesinnten entstanden sind, zu greifbaren Ergebnissen entwickeln können – sei es durch Machbarkeitsstudien, Planungsinstrumente oder Pilotmaßnahmen.
Die Diskussion hob verschiedene konkrete Erkenntnisse hervor:
eThekwini (Südafrika): Betonte die Bedeutung eines gesamtgesellschaftlichen Ansatzes für das Katastrophenrisikomanagement, bei dem lokale Regierungsstellen, technische Experten und Gemeinden zusammengebracht werden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Stärkung der Kommunikationskanäle mit der lokalen Bevölkerung gelegt und darauf, sicherzustellen, dass NbL in langfristige, stadtweite Programme und institutionelle Rahmenbedingungen eingebettet werden.
Abelkuma, Accra (Ghana): Es wurde herausgestellt, wie wichtig es sei, institutionelle ‚Silos‘ aufzubrechen und die abteilungsübergreifende Koordination bei der Entwicklung grundlegender Instrumente wie Richtlinien zur Stadtbegrünung und Umsetzungspläne sicherzustellen. In dem Beitrag wurde zudem die Notwendigkeit unterstrichen, die technische Ausarbeitung, die lokale Eigenverantwortung und die Finanzierungswege zu stärken, um den Übergang vom Konzept zur Umsetzung zu vollziehen.
Berlin (Deutschland): Ein Vertreter des Berliner Senats betonte, wie wichtig es sei, technische Herausforderungen klar abzugrenzen, sie in geeigneten institutionellen Rahmenbedingungen zu verankern und klare Verantwortlichkeiten festzulegen. Weiterhin wurde hervorgehoben, wie inklusive, partizipative Prozesse –die verschiedene Interessengruppen, einschließlich lokaler Gemeinschaften, zusammenbringen– die Umsetzung stärken können, unterstützt durch robuste Kontrollmechanismen wie Datensysteme, kontinuierliche Überwachung und regulatorische Rahmenbedingungen.
Lusaka (Sambia): Unterstrichen wurde die entscheidende Rolle von Datenerhebung und Machbarkeitsstudien bei der Weiterentwicklung von Projekten vom Konzept zur Umsetzung. Es wurde die Bedeutung von internationaler Vernetzung bei der Mobilisierung von Finanzmitteln hervorgehoben und der Wert von Städtenetzwerken bei der Bereitstellung technischer Unterstützung und der Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungsmöglichkeiten angemerkt.
Trotz der unterschiedlichen Hintergründe und Rahmenbedingungen der teilnehmenden Städte kristallisierten sich in der Podiumsdiskussion gemeinsame Themen heraus: Während Ideen oft aus dem Austausch entstehen, hängt ihr Erfolg von einer starken Eigenverantwortung ab – sowohl im Hinblick auf die institutionelle Verankerung als auch auf die Einbindung aller relevanten Akteure –, gepaart mit technischer Ausgereiftheit und der Fähigkeit, Konzepte in strukturierte, finanzierbare Maßnahmen umzusetzen.
Städte im Dialog: Von individuellen Herausforderungen zu gemeinsamen Mustern
Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse ging der Workshop in die Phase des Peer-Learning über, in der die teilnehmenden Städte und Gemeinden begannen, ihre eigenen Herausforderungen detaillierter zu erörtern. Um einen gezielten Austausch zu ermöglichen, wurden die Teilnehmer in fünf moderierte Arbeitsgruppen eingeteilt:
Gruppe 1: Babadjou (Kamerun), Méagui (Elfenbeinküste), Natitingou (Benin), Commune de Nanga-Eboko (Kamerun)
Innerhalb dieser Gruppen stellten die Städte ihre Herausforderungen vor, erhielten Feedback von den anderen Teilnehmenden und begannen, mögliche Handlungsansätze zu konkretisieren. Während die Diskussionen zunächst die unterschiedlichen lokalen Kontexte widerspiegelten, zeichnete sich schnell ein klares Muster gemeinsamer Herausforderungen ab.
In allen Gruppen hoben die Städte wiederholt Probleme im Zusammenhang mit der Verschlechterung der Ökosysteme, der Wasserwirtschaft, den Abfallsystemen und der raschen Urbanisierung hervor. Diese Herausforderungen waren oft eng miteinander verknüpft. So wurde beispielsweise eine unzureichende Abfallwirtschaft als wesentlicher Faktor für Überschwemmungen identifiziert, da verstopfte Entwässerungssysteme die Wasseransammlung bei starken Regenfällen verschlimmern. Ebenso wurde festgestellt, dass eine ungeplante Stadterweiterung in Feuchtgebiete und Flussufer die Gefährdung durch Klimarisiken erhöht. Dies bestärkte die Erkenntnis, dass städtische Herausforderungen nicht isoliert, sondern systemischer Natur sind und integrierte Antworten erfordern, die ökologische, institutionelle und soziale Dimensionen gleichzeitig berücksichtigen.
Von Herausforderungen zu Maßnahmen: Empfehlungen und Fachaustausch
Über den strukturierten Austausch in den Kleingruppen arbeiteten die Teilnehmenden daran, potenzielle Lösungen zu verfeinern und zu priorisieren. Anstatt gänzlich neue Ideen einzubringen, half dieser Prozess den Städten, ihre Überlegungen zu klären und weit gefasste Konzepte in konkretere Richtungen zu leiten.
Zu den wichtigsten Empfehlungen, die sich aus den Diskussionen ergaben, gehörte die Notwendigkeit, die Faktengrundlage für die Planung durch Basisstudien, Risikobewertungen und Machbarkeitsanalysen zu stärken. Die Städte wurden zudem dazu ermutigt, naturbasierte Lösungen (NbS) in die Stadtplanungs- und Verwaltungsrahmen zu integrieren, um sicherzustellen, dass Maßnahmen in langfristige Strategien eingebettet sind und nicht als isolierte Projekte umgesetzt werden.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Bedeutung der Einbindung der Bevölkerung und die Veränderung individueller und kollektiver Verhaltensweisen, insbesondere in den Bereichen Abfallwirtschaft und Umweltschutz. Viele Städte erkannten, dass technische Lösungen allein ohne lokale Eigenverantwortung und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung nicht ausreichen würden.
Schließlich wurde deutlich, dass ein Übergang zu einer strukturierten Projektentwicklung erforderlich ist, einschließlich Kosten-Nutzen-Analysen, einer klareren Projektdefinition und der Vorbereitung der Finanzierung.
Von der Idee zur Umsetzung: Wie geht es weiter?
Während sich die ersten Phasen des Workshops auf das Verständnis der Herausforderungen und die Identifizierung potenzieller Lösungen konzentrierten, wurde auch Zeit darauf verwendet, in Voraussicht des einjährigen Lernprozesses einen Blick in die Zukunft zu werfen. Der Schwerpunkt lag dabei darauf, wie Ideen zu umsetzbaren und finanzierbaren Maßnahmen weiterentwickelt werden können.
Dafür wurden Beiträge vom City Climate Finance Gap Fund und dem Covenant of Mayors in Subsahara-Afrika (CoM SSA) in den Workshop integriert. Beide Initiativen stellten ihre Ansätze zur Unterstützung von Städten bei der Entwicklung von Klimaprojekten vor, einschließlich ihrer Auswahlkriterien, Unterstützungsmechanismen und Antragsverfahren. Der Schwerpunkt lag auf der Bedeutung einer soliden technischen Vorbereitung, eines klaren Projektumfangs und der Ausrichtung auf Klima- und Entwicklungsprioritäten.
Diese Beiträge gingen direkt auf die von den Städten geäußerten Bedürfnisse ein, insbesondere im Hinblick darauf, über Ideen im Frühstadium hinauszukommen und Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten. Darauf aufbauend endete der Workshop mit einer zukunftsorientierten Übung, in der die Städte erste Konzepte für Reformmaßnahmen vorstellten und begannen, konkretere Projektideen und mögliche Wege zur Umsetzung zu formulieren.
Der Workshop hat gezeigt, dass es den Kommunen nicht an Lösungen mangelt. Über verschiedene Kontexte hinweg gibt es bereits eine solide Grundlage aus Ideen, Erfahrungen und sich entwickelnden Praktiken. Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese Ideen zu strukturieren, das förderliche Umfeld zu stärken und sie in Richtung Umsetzung voranzubringen.
Der Lernprozess von „Connective Cities“ bietet eine Plattform, um genau das zu tun –den Austausch in Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.
Der Regionale Workshop zu Erneuerbaren Energien in Städten fand vom 23. bis 25. Oktober 2024 in Tunis, Tunesien, statt und wurde von Connective Cities, RoAid, dem Global Covenant of Mayors (GCoM) und dem City Climate Finance Gap Fund (Gap Fund) organisiert. Die Veranstaltung war Teil des Projekts Renforcement de la Gouvernance Locale et Modernisation des Services Locaux (REMO) der GIZ Tunesien, das eng mit tunesischen Kommunen und dem Innenministerium zusammenarbeitet.
Die regionale Konferenz zielte darauf ab, Initiativen für erneuerbare Energien in städtischen Gebieten zu stärken, technisches Fachwissen bereitzustellen und den Austausch zwischen Städten in Nord- und Westafrika zu fördern.
Tunesische Städte, die am Workshop teilnahmen, zeigen großes Engagement für die Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürger*innen, die Erhöhung der Sicherheit und die Senkung der Energiekosten durch Investitionen in grüne Energielösungen. Prioritäten sind dabei die öffentliche Beleuchtung mit Photovoltaik sowie nachhaltige Energieversorgung öffentlicher Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen und Freizeiteinrichtungen.
Unabhängig von Größe oder Charakter verfolgen die Städte das Ziel, nachhaltige Entwicklung zu fördern und sich als attraktiver Lebensraum für Einwohnende, Investoren und Touristen zu positionieren.
Tunesische Städte stehen beim Übergang zu grünen Energiesystemen vor mehreren Hindernissen:
Eingeschränkter Zugang zu nicht rückzahlbaren Fördermitteln.
Mangel an technischer und finanzieller Vorbereitung.
Politisch-administrative Hürden.
Fehlende technische Expertise im Umweltbereich.
Trotz dieser Herausforderungen bieten Initiativen wie der Gap Fund Unterstützung, beispielsweise durch Machbarkeitsstudien, Kosten-Nutzen-Analysen und die Sicherung internationaler Finanzierungen. Entwicklungsbanken legen dabei besonderen Wert auf Projekte, die Umweltgesundheit, das Wohlbefinden der Gemeinschaft und grüne Technologien fördern, was den lokalen Gemeinschaften erheblichen Nutzen bringt.
Mit einem enormen Potenzial für Solarenergie und einem günstigen Modernisierungskontext sollten tunesische Städte auf Zusammenarbeit mit anderen Kommunen oder Regionen setzen, um größere Fördermittel zu sichern. Die Expertise von Institutionen wie der GIZ, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und anderen Entwicklungsbanken ist dabei von zentraler Bedeutung.
Der Fokus auf bewährte, kosteneffiziente Lösungen aus erfolgreichen globalen Projekten kann helfen, Maßnahmen an die spezifischen Bedürfnisse anzupassen. Durch die Ausrichtung ihrer Initiativen an internationalen Standards können tunesische Städte ihren Übergang zu nachhaltigen grünen Energiesystemen beschleunigen und ein gesünderes sowie attraktiveres Umfeld für Bürger, Investoren und Touristen schaffen.
Tag 1: Fokus auf Projektvorbereitung, Finanzierung und Expertenvorträge
Der Workshop begann mit einer Begrüßungsrede von Frau Samira Abidi, Präsidentin der Instance Générale de Prospective et d’Appui à la Décentralisation, Innenministerium, Tunesien. Sie betonte, wie wichtig es sei, die Städte bei ihren Bemühungen, um erneuerbare Energien zu unterstützen, und wies darauf hin, dass das Ministerium über Mittel zur Förderung von Projekten verfüge. Madame Abidi betonte die Notwendigkeit kombinierter Finanzierungsmöglichkeiten, um die Wirkung zu maximieren, und begrüßte alle Teilnehmenden, gemeinsam an nachhaltigen Lösungen zu arbeiten.
Fachwissen und bewährte Praktiken rumänischer Städte
Die Fachvorträge begannen mit einer Präsentation von RoAid, die sich auf die Erfahrungen der rumänischen Städte konzentrierte und darauf, wie sie ähnliche Herausforderungen wie die Städte in Tunesien und anderen afrikanischen Ländern gemeistert haben. Die rumänischen Expert*innen erörterten konkrete Beispiele für die Integration von Solarenergie, intelligente Netztechnologien und energieeffiziente Infrastruktur. Diese Erkenntnisse waren besonders relevant, da die städtischen Energieprojekte Rumäniens eng mit denen der teilnehmenden Städte übereinstimmen. Die rumänischen Städte zeigten innovative städtische Lösungen für solare Straßenbeleuchtung, kommunale Energiemodelle und energieeffiziente öffentliche Infrastrukturen.
Connective Cities war Mitveranstalter des Urban Thinkers Campus (UTC), der zum ersten Mal in Amman/Jordanien stattfand. Ziel war es, Einblicke und Diskussionen zu ermöglichen, die in die Stadtpolitik und -strategien einfließen, um eine nachhaltige und integrative Stadtentwicklung zu fördern. Im Mittelpunkt standen Themen wie erschwinglicher/angemessener Wohnraum, grüne Infrastruktur und nachhaltige Mobilität. Mit Vertreter*innen jordanischer und deutscher Kommunen, des Verkehrsministeriums, von Nichtregierungsorganisationen und aus dem akademischen Bereich diente das UTC als integratives Forum für einen sinnvollen Dialog zwischen Stadtforschern, Praktikern und politischen Entscheidungsträgern mit dem Ziel, einen konstruktiven städtischen Wandel zu fördern.
Die Einführung innovativer Tourismusstrategien kann Gemeinden helfen, ihre Wirtschaft anzukurbeln und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Diese Strategien konzentrieren sich häufig auf die Nutzung der lokalen Kultur, Geschichte, natürlichen Ressourcen und neuen Technologien. Gemeinden in der MENA-Region nutzen ihre einzigartigen kulturellen, historischen und natürlichen Vorzüge und integrieren gleichzeitig moderne Technologien und Nachhaltigkeitspraktiken, um ein breites Spektrum von Tourist*innen anzuziehen. Während einer Informationsveranstaltung am 9. September 2024 haben Vertreter*innen von Gemeinden aus Jordanien, Palästina, Tunesien und dem Libanon effektive Strategien zur Tourismusförderung kennengelernt und diskutiert. Die Sitzung konzentrierte sich auf zwei Schlüsselbereiche, nämlich innovative Strategien zur Tourismusförderung, die Verbesserung bestehender Tourismusaktivitäten und nachhaltige Tourismuspraktiken, um den Niedergang von Urlaubszielen zu verhindern. Die Teilnehmer*innen lernten digitale Marketingtechniken, Methoden zur Identifizierung und Präsentation von Alleinstellungsmerkmalen und Strategien zur Schaffung überzeugender touristischer Erzählungen, die bei potenziellen Besuchern Anklang finden. Die Sitzung befasste sich mit Strategien zur effektiven Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und Reiseveranstaltern, um ein kohärentes touristisches Ökosystem zu schaffen.
Ein Beispiel für bewährte Verfahren wurde vom Generalsekretär der Gemeinde Sidi Jedidi in Tunesien vorgestellt, der Einblicke in die lokalen touristischen Attraktionen und die Werbestrategien gab, die sie unter Einbeziehung der Bevölkerung umgesetzt haben. Vertreter*innen der Stadtverwaltung von Nablus entführten die Teilnehmenden durch das Erzählen von Geschichten in einen fesselnden virtuellen Besuch ihrer Stadt in Palästina. Diese Präsentationen lösten eine lebhafte Diskussion zwischen den Teilnehmenden aus, die mehrere Elemente des Peer-Learnings beinhaltete, insbesondere zu den Lösungen, die im Rahmen der Arbeitsgruppe entwickelt wurden, darunter:
Lokale Politik zum Schutz und zur Förderung des Handwerks – Gemeinde Al Aizariya, Palästina
Gestaltung von Touristenpfaden und Planung eines ökotouristischen Dorfes – Gemeinde Kufranja, Jordanien
Unterstützung und Anleitung der Gemeinde Kfarmatta (Libanon) bei der Festlegung der Verfahrensregeln für die Zone Al Hima und der Einrichtung eines Büros für lokale Entwicklung.
Strategie zur Förderung des Tourismus in der Gemeinde Nablus, Palästina.
Die Fortsetzung des Lernprozesses zum Thema „Erneuerbare Energieoptionen auf kommunaler Ebene“ brachte Teilnehmende aus sechs verschiedenen Ländern in Sarajevo in Bosnien und Herzegowina zusammen. Kommunale Fachleute arbeiteten in verschiedenen Lerneinheiten an Projektideen und konnten durch die kollegiale Beratung ihre Fähigkeiten erweitern und die Planung von Projekten für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu verbessern.
Die folgenden Projektideen wurden von den Gemeindevertretern vorgestellt und im Laufe des Workshops weiterentwickelt:
Mostar und Sokolac: Entwicklung von nachhaltigen Finanzierungskonzepten für den Aufbau und Betrieb von Energiegemeinschaftsprojekten
Ceadir Lunga: Verbesserung der Energieeffizienz von öffentlichen Gebäuden
Senaki: Implementierung von energieeffizienten Technologien in kommunalen Gebäuden
Priboj: Entwicklung der Nutzung von Solarenergie in öffentlichen Gebäuden
Die Dokumentation fast die wesentlichen Ergebnisse zusammen.
Die Arbeitsgruppe für nachhaltigen und erschwinglichen Wohnraum in Subsahara-Afrika veranstaltete vom 4. bis 6. Juni einen erfolgreichen Auftaktworkshop in Windhoek, Namibia. Diese wegweisende Veranstaltung brachte wichtige Akteur*innen aus der gesamten Region zusammen, um drängende Herausforderungen im Bereich nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraums anzugehen.
Der Workshop, der von Namibias Minister für Stadt- und Landentwicklung, Hon. Erastus Uutoni, und anderen bemerkenswerten Teilnehmenden eröffnet wurde, ermöglichte dynamische Peer-Learning-Sitzungen unter den teilnehmenden Städten aus Namibia, Kenia, Sambia, Südafrika, Ruanda und Tansania. Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Aufwertung von Slums, Finanzierungsmöglichkeiten und nachhaltige Bautechnologien, wobei die Teilnehmenden innovative Lösungen und bewährte Verfahren austauschten.
Ein zentraler thematischer Fokus des Workshops wurde auf die Bedeutung von integrierter Planung und nachhaltiger Entwicklung, die Notwendigkeit verbesserter Finanzierungsmodelle, die Forschung zu erschwinglichen Baumaterialien und die Ausweitung sozialer Wohnungsbauinitiativen gelegt. Die Zusammenarbeit zwischen Städten, internationalen Organisationen und lokalen Institutionen war ein Grundpfeiler der Veranstaltung und gewährleistete einen ganzheitlichen Ansatz zur Bewältigung der Wohnraumkrise.
Der Workshop ist Teil einer Arbeitsgruppe für die Anwendung Erneuerbarer Energien in Städten, welche von Connective Cities in Zusammenarbeit mit der rumänischen Entwicklungsagentur RoAid ins Leben gerufen wurde.
Neben den städtischen Experten und dem Team von Connective Cities wurde die Konferenz durch die Anwesenheit von Daniella Dobre (RoAid), Massimiliano Pedretti (Delegation der Europäischen Union in Tansania) und Dr. Tobias Godau (GIZ ProWaS – Wassersicherheit und Klimaresilienz für städtische Gebiete in Tansania) bereichert.
Die Konferenz war eine Folgeveranstaltung des Auftaktworkshops in Nairobi 2023, und legte den Fokus auf die Themen Straßenbeleuchtung und E-Mobilität im städtischen Kontext.
Teilnehmende
Die teilnehmenden Expert*innen vertraten die Städte Nairobi, Kisumu und den Landkreis Baringo (Kenia), die Stadt Kasungu (Malawi), die Stadt Gulu (Uganda), die Stadt Dar es Salaam, die Stadt Mwanza und die Stadt Tanga (Tansania). Die Arbeitsgruppe wird von internationalen Vertretern aus den Städten Gersthofen (Deutschland), Slatina und Alba Iulia (beide Rumänien) begleitet.
Teilnehmende Institutionen waren:
Malawi Local Government Association (MALGA)
Regional Administration and Local Government Tanzania (PO-RALG)
Der City Climate Gap Fund (durch das Projektunterstützungsbüro des Globalen Bündnisses der Bürgermeister)
Die Afrikanische Entwicklungsbank (durch die Abteilung für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz)
Projektideen
Alle zehn Städte stellten ihre Projekte vor und erhielten Ratschläge. Alle zehn Städte sind mit den Voraussetzungen für die Finanzierung vertraut und haben 70% dieser Anforderungen erfüllt.
Kisumu, Kenia:
Verbesserung der elektrischen Mobilität und Straßenbeleuchtung in der Stadt Kisumu. Pilotierung eines PPP-Modells für den Einsatz von Ladeinfrastruktur für 2- und 3-Rad-Motorräder.
Baringo, Kenia:
Solarisierung einer Wasserpumpe, die Wasser aus dem Baringosee zu einer Aufbereitungsanlage in der Stadt Kabernet pumpt.
Gulu, Uganda:
Solarisierung der Hauptstraße der Stadt Gulu.
Mwanza, Tansania:
Solarprojekt auf der Insel Ijinga, das durch Solarmodule betrieben wird, um Wasserpumpen zu betreiben, die Wasser in einen Behandlungstank pumpen. Fundraising-Phase, Machbarkeitsanalyse bereits abgeschlossen.
Nairobi:
Energieeffizienz und Solarisierung von Märkten. Zielpilotprojekte: Stadtmarkt, Stadtparkmarkt, Kangundo-Straßenmarkt und Gikomba-Markt. Energieaudits für diese Standorte wurden durchgeführt.
Dar es Salaam:
Solarbetriebene Straßenbeleuchtung entlang der Marktstraße mit integriertem Solarradio für den Markt und Ladestationen für Dreiräder.
Tanga:
Die Stadt steht vor einer ständig wachsenden Mülldeponie. Die Stadt beabsichtigt, ein Abfall-zu-Energie-Projekt durchzuführen. Zunächst soll daher eine Analyse der Abfallwertschöpfungskette durchgeführt werden, um die Abfalleigenschaften und die damit verbundenen Heizwerte zu ermitteln.
Kasungu:
Die Stadt Kasungu präsentierte eine doppelte Herausforderung der Abholzung aufgrund der intensiven Nutzung von Biokraftstoffen (Feuerholz und Holzkohle) und der hohen Stromkosten für die Straßenbeleuchtung, die durch das Fehlen solcher Straßenlaternen in vielen Bereichen noch verschärft werden. Die Stadt priorisiert daher das Projekt zur Vorbereitung einer Lösung für solarbetriebene Straßenbeleuchtung, die weiterhin in das Hauptnetz integriert ist, um eine Backup-Versorgung zu gewährleisten.
Malawi Local Government Association (MALGA):
Das vorgeschlagene Projekt konzentriert sich auf die Installation solarbetriebener Straßenlaternen zur Verbesserung der Beleuchtung in ausgewählten Gemeinden und Städten in Malawi. Diese Initiative zielt darauf ab, das lokale Geschäftsumfeld zu verbessern, die Sicherheit zu erhöhen und zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen.
Zielstädte: Zomba City, eine weitere Stadt wird noch bestimmt.
Nächste Schritte der Arbeitsgruppe
Auf dem Weg, die Städte bei der Entwicklung von Lösungen für ihre Herausforderungen zu unterstützen, planen Connective Cities und RoAid ihre Unterstützung fortzusetzen durch:
Einsichtssitzungen und Webinare: Vorstellung aufkommenden Wissens in kurzen Lerneinheiten.
Best Practices: Veröffentlichung innovativer Lösungen der kooperierenden Städte.
Konferenzen / Workshops: Zusammenbringen der Stadtexperten zur Skalierung von Peer-to-Peer- und assoziiertem Lernen.
Expertenmissionen: Werden den Stadtexperten mit klaren Fällen und Inputs für erfahrungsbasiertes Lernen und Austausch zur Verfügung gestellt. Dies wird auch virtuelle Formate umfassen, bei denen Städte je nach Relevanz ihrer Bedürfnisse miteinander verbunden werden.
SADC Peer-to-Peer-Lernplattform zur Integration von Katastrophenrisikomanagement in die Stadtplanung und -entwicklungg
Der Wettlauf gegen die Zeit, um resilienzorientierte Lösungen für die hochkomplexen und existenziellen Herausforderungen des städtischen Katastrophenrisikos zu finden, wird in Afrika immer dringlicher. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2050 90 Prozent der weltweiten Urbanisierung in Afrika und Asien stattfinden wird. Trotz des geringen Beitrags Afrikas zu den Treibhausgasemissionen ist der Kontinent nach wie vor am stärksten durch die Risiken des Klimawandels und der Klimaschwankungen gefährdet. Afrikas Städte sind mit exponentiellem Wachstum, ungeplanten Urbanisierungstendenzen und zunehmenden Anfälligkeiten konfrontiert, die die Errungenschaften der Stadtentwicklung zunichte zu machen drohen. Bis zum Jahr 2050 werden die meisten Länder der Region den Übergang zur Stadt vollzogen haben, d.h. mehr als 50 Prozent der Bevölkerung wird in städtischen Gebieten leben, die wiederum die Eckpfeiler der sozioökonomischen Entwicklung Afrikas sind (IFRI 2022). Als Knotenpunkte für Infrastruktur, Dienstleistungen, Handel und Menschen sind die Städte mit einer der größten städtischen Bedrohungen in Subsahara-Afrika (SSA) konfrontiert, nämlich Überschwemmungen, die die sozioökonomischen Entwicklungsziele des Kontinents in Frage stellen. Die Verstädterung ist wohl ein unvermeidlicher, unaufhaltsamer und dennoch positiver Trend, der jedoch das Potenzial hat, die Risiken erheblich zu erhöhen.
Um ein integriertes Katastrophenrisikomanagement (DRM) und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in multilaterale und bilaterale Programme der Entwicklungszusammenarbeit – innerhalb und über alle Sektoren hinweg – einzubinden, haben Connective Cities und die Resilience Initiative Africa (RIA) die gemeinsame Initiative zur risikoinformierten Stadtentwicklung (RIUD) ins Leben gerufen, um durch einen hybriden modularen Lernprozess einen gegenseitigen Austausch zu ermöglichen. Der Lernprozess konzentriert sich auf die Stärkung der risikoinformierten Stadtentwicklung durch die Entwicklung innovativer Lösungen für das Hochwasserrisikomanagement in städtischen Systemen in Subsahara-Afrika mit Schwerpunkt in der Region der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC).
Der Lernprozess ermöglicht den Einsatz einer agilen, barrierefreien Lern- und Austauschplattform für RIUD, die von regionalen, nationalen und lokalen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren genutzt wird. Der modulare und systemische Ansatz des Lernprozesses für RIUD umfasst Bereiche im Zusammenhang mit „nachhaltiger Stadtentwicklung“ und „guter Regierungsführung“, die die Bildung neuer Partnerschaften über vertikale und horizontale Skalen hinweg für die städtische/regionale Resilienz erleichtern. Durch die differenzierten, aber komplementären Partner Connective Cities und RIA ist die GIZ in der Lage, die Skalierbarkeit und den weitreichenden Transfer und die Kommunikation der Ergebnisse zu gewährleisten (z.B. RIUD SADC Publikation).
Um die Resilienz in den Städten des südlichen Afrikas zu verbessern, haben Connective Cities und RIA eine Reihe hybrider, modularer Lernprozesse (Live-Events und virtuelle Insight Sessions) entwickelt, die sich auf den kollegialen Austausch über integriertes Hochwasserrisikomanagement in der SADC als Teil von Sub-Sahara-Afrika konzentrieren.
Die Auftaktveranstaltung in Windhoek, Namibia, fand im April 2023 statt und markierte die erste Runde des Lernprozesses, indem sie Feedbackschleifen zur Entwicklung kontextspezifischer, geschlechtergerechter und klimawandelsensibler Lösungsoptionen für die Bewältigung städtischer Hochwasserrisiken in struktureller und nicht-struktureller Hinsicht schuf. Während der Auftaktveranstaltung wurde der kollegiale Austausch von ersten Themenbereichen geleitet: 1) Verständnis und Management von Hochwasserrisikotreibern, 2) Grüne Infrastruktur und naturbasierte Ansätze für risikoinformierte Lösungen und 3) Risikokommunikationsströme und Good Governance.
Im Zuge der weltweiten Umstellung auf eine nachhaltigere Zukunft suchen Kommunen in Südosteuropa und im Kaukasus aktiv nach innovativen Lösungen, um ihren Energiebedarf zu decken. In diesem Zusammenhang hat Connective Cities zwei Peer-to-Peer-Austauschaktivitäten im Rahmen eines regionalen Lernprozesses zu erneuerbaren Energieoptionen auf kommunaler Ebene organisiert. Diese Austausche förderten nicht nur die Zusammenarbeit, sondern lieferten auch wertvolle Einblicke und Inspiration für zukünftige Projekte. Lassen Sie uns diese transformativen Erfahrungen genauer betrachten: