Unterkünfte für Evakuierte und der Einsatz von Ehrenamtlichen

Wenn deutsche Kommunen bei einem Extremereignis oder Katastrophenfall Teile der Bevölkerung evakuieren müssen, dann verfügen sie hierfür meist über standardisierte Pläne und die betroffenen Menschen können kurzfristig in Notunterkünften untergebracht werden. Was aber, wenn sie über Wochen oder Monate nicht in ihre Wohnungen oder Häuser zurückkehren können? Für solche Situationen fehlen vielerorts Konzepte. Die Stadt Köln fragte sich, wie andere Kommunen weltweit mit diesem Problem umgehen. Connective Cities griff diese Frage auf und organisierte einen einjährigen internationalen Lernprozess zum Katastrophenmanagement, bei dem die Unterbringung von Evakuierten, aber auch die Einbindung von ehrenamtlichen Helfenden im Mittelpunkt des Interesses standen.

Kufranja – „die Stadt des Sauerstoffs“

Im Rahmen der Aktivitäten der Arbeitsgruppe „Organisation des Destinationsmanagements und Produktdesign im Tourismus“ hat die Gemeinde Kufranja in Jordanien einen Workshop über Ökotourismus und die Gestaltung touristischer Pfade veranstaltet. An dem Workshop nahmen wichtige Akteur*innen in diesem Bereich teil, darunter Vertretende des Tourismusministeriums im Gouvernement Ajloun, der Royal Society for Nature Conservation und Bookagri.com, einem Unternehmen für Agrotourismus-Erfahrungen und die Entwicklung von Reisezielen. Die Tourismusexpertin Hanane Haber gab einen Überblick über die Grundsätze der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in der Gemeinde Kufranja, die als „Stadt des Sauerstoffs“ bekannt ist.

Hochwassermanagement für eine risikoinformierte Stadtentwicklung in eThekwini

Vom 7. bis 9. November 2023 fand in eThekwini, Südafrika, die zweite Präsenzveranstaltung des Lernprozesses zum Thema Hochwassermanagement für eine risikobewusste Stadtentwicklung statt. Aufbauend auf den Erkenntnissen der vorangegangenen Sitzung in Windhoek, Namibia, ermöglichte die zweite Folge des einjährigen Lernprozesses eine große Vielfalt an Teilnehmenden, die von Akademikern, technischen Expert*innen bis hin zu regionalen, nationalen und kommunalen Regierungs- und/oder Nichtregierungsvertretern reichten. Die Teilnehmenden kamen erneut zusammen und setzten den kollegialen Austausch und die gemeinsame Nutzung von methodischen Ansätzen fort, um risikobasierte Lösungen in ihren jeweiligen Städten zu finden. Mehr als 40 Teilnehmer aus 14 verschiedenen Städten in 12 Ländern aus Subsahara-Afrika, der SADC-Region und Deutschland nahmen an persönlichen Konsultationen und Intervisionsrunden teil und profitierten von einem breiten Spektrum an Wissen und Erfahrungen. Connective Cities der GIZ richtete die Veranstaltung gemeinsam mit der Globale Initiative Katastrophenrisikomanagement (GIKRM) und der Resilienzinitiative (RIA), um die sektorübergreifende Zusammenarbeit und Koordination zu fördern, um die Kapazitäten regionaler, nationaler und lokaler staatlicher und nichtstaatlicher Akteure zu stärken und um eine risikobasierte Entwicklung im städtischen Katastrophenrisikomanagement umzusetzen.

Der wichtigste Eckpfeiler des Lernprozesses ist der Rahmen der risikoinformierten Stadtentwicklung (RIUD), ein neu gefundener Weg zur städtischen Resilienz, der im kontext der größerer Entwicklungen an Dynamik gewonnen hat. Dr. Mmaphaka Tau (GIZ-RIA) betonte, wie wichtig es ist, dass alle Akteure, die für die Verwaltung von Städten verantwortlich sind, wie Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler, kommunale, provinzielle, nationale und regionale Akteure, lokale Gemeinschaften und technische Experten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Entwicklungspfade kohärent sind, bestehende Risiken reduziert und die Entstehung neuer Risiken verhindert werden. Innerhalb des für den Lernprozess festgelegten RIUD-Rahmens umfassten die thematischen Schwerpunkte die folgenden strukturierenden und/oder leitenden Ansatzpunkte für die Entwicklung von Lösungen für RIUD, einschließlich u.a. DRR- und Klimawandelanpassungsstrategien, bankfähige Konzepte und/oder Projekte:

  1. Verständnis und Management der verschiedenen und miteinander verknüpften Ursachen für Hochwasserrisiken, denen die Städte ausgesetzt sind.
  2. Identifizierung möglicher grüner Infrastrukturen und naturbasierter Ansätze als risikobasierte Lösungen für den Umgang mit Überschwemmungen in Städten.
  3. Verbesserung der Risikokommunikation und der Risikosteuerung

Der Workshop wurde mit Reden des stellvertretenden Bürgermeisters von eThekwini, Zandile Myeni, und des Bürgermeisters von Köln, Andreas Wolter, eröffnet, die beide auf die erhebliche Überschwemmungsgefahr für ihre jeweiligen Gemeinden eingingen. eThekwini und Köln liegen beide an bedeutenden Wasserstraßen, wobei eThekwini den ausgedehnten Küstenlinien des Indischen Ozeans ausgesetzt ist und Köln durch den historischen Fluss Rhein geteilt wird.

eThekwini ist kein Unbekannter, wenn es um Hochwasserschäden geht. Erst im vergangenen Frühjahr wurde die Stadt von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Die Vertreter der Stadt eThekwini haben bewiesen, dass sie aus den Erfahrungen lernen und ihre Stadt risikobewusster und widerstandsfähiger machen wollen. Dies ist vor allem im Entwicklungskontext von Bedeutung, da die Gemeinden ein immer breiteres Spektrum an voneinander abhängigen, jedoch grenzüberschreitenden und dynamischen Risiken berücksichtigen müssen.

Bürgermeister Andreas Wolter, Vorstandsmitglied des Climate Alliance, betonte, dass Resilienzaufbau und Klimagerechtigkeit eine Aufstockung der globalen Fonds und Zuschussmechanismen erfordern, um sicherzustellen, dass lokale und nationale Regierungen ausreichend in RIUD investieren können. Bürgermeister Wolter spielte auf das westeuropäische Hochwasser 2021 an, dass in Nordrhein-Westfalen beispiellose Schäden verursachte. Während die Wiederaufbau- und Wiederherstellungsprogramme noch in der Umsetzung sind, betonte der Kölner Oberbürgermeister, dass Deutschland nicht über die Kapazitäten verfügt, um den Wiederaufbau in dem erforderlichen Umfang durchzuführen, sollte sich dies wiederholen. Unter dem Gesichtspunkt der Klimagerechtigkeit appellierte er an die dringende Notwendigkeit, Klimafonds zu mobilisieren und in Vorsorge- und Präventionsmaßnahmen zu investieren, um die Bevölkerung und die Entwicklungsgewinne zu schützen, insbesondere in Städten und deren Einzugsgebieten.

„Katastrophenmanagement geht uns alle an, und sein Erfolg hängt von gemeinsamen Anstrengungen ab.“ Herr Thabo Khupari, Vertreter des Leiters des National Disaster Management Center of South Africa (Chief Directorate: Disaster Preparedness, Response and Recovery Coordination of the NDCM), wies auf die dringende Notwendigkeit hin, Gelder zu mobilisieren und in eine risikobewusste Stadtentwicklung zu investieren, und sprach über die Bedeutung der Vorsorge. Herr Khupari sprach über die zunehmenden wetter- und klimawandelbedingten Risiken und deren Verbindung zu sozialen und sektoralen Anfälligkeiten sowie über die Urbanisierungstrends in Südafrika. Während diese Urbanisierungstrends auf die gemeinsamen kontinentalen Herausforderungen der „Urbanisierung der Armut“ (Townships, informelle Siedlungen und Innenstädte) hinweisen, betonte Herr Khupari die Bedeutung von RIUD und die Rolle des NDMC. Dabei gab er Einblicke in die rechtlichen Rahmenbedingungen, ihre Architektur (institutionelle Kapazitäten, Risikobewertungen, Risikominderung, Reaktion und Wiederherstellung) und die Voraussetzungen (Information und Kommunikation, Ausbildung, Bildung und Forschung sowie Finanzierung) für RIUD in Südafrika. Eine Auswahl von Maßnahmen, wie z.B. das Verstehen von Überschwemmungslinien, das Entwerfen von Systemen zur Trennung von Regenwasser und Kanalisation, die Durchsetzung von Raumentwicklungspraktiken, Bauvorschriften usw., wurde von den Teilnehmenden ebenfalls sehr geschätzt.

Optionen für erneuerbare Energien auf kommunaler Ebene

Entdecken Sie die Höhepunkte der Dialogveranstaltung Connective Cities, die vom 10. bis 12. Oktober 2023 stattfand und sich mit dem Thema „Optionen für erneuerbare Energien auf kommunaler Ebene“ befasste. Bei diesem aufschlussreichen Treffen in Tiflis, Georgien, trafen sich 35 städtische Praktiker aus 19 Kommunen aus 8 Ländern zum Erfahrungsaustausch. Vertreter aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Deutschland, Moldawien, Montenegro, Serbien und der Ukraine arbeiteten zusammen, tauschten wertvolle Erkenntnisse aus und erarbeiteten gemeinsam innovative Lösungen für nachhaltige Energiepraktiken auf kommunaler Ebene. Tauchen Sie ein in die dynamischen Diskussionen und gemeinsamen Bemühungen, die während dieser Veranstaltung stattfanden und die positive Veränderungen im Bereich der erneuerbaren Energien in verschiedenen städtischen Umgebungen vorantreiben.

Video auf YouTube ansehen:

https://youtu.be/uc1SMXGdHvs

[Videosprache ist Englisch]

Erneuerbare Energien für die lokale Wirtschaftsentwicklung in Afrika

Ziel des Workshops ist die Entwicklung von Projekten für erneuerbare Energien in afrikanischen Städten. Am Workshop nahmen 30 Praktiker*innen aus den Stadtverwaltungen, Verbänden und der Privatwirtschaft teil, die 7 Länder und 20 Städte aus Afrika vertraten.

An dem Workshop nahmen hochrangige Gäste teil, darunter der Landesdirektor der GIZ, das kenianische Energieministerium, die Leiterin der rumänischen Entwicklungsagentur (RoAid), die Stadt Gersthofen aus Deutschland sowie Beamt*innen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB). Vertreter*innen aus verschiedenen Städten in Ghana, Kenia, Malawi, Nigeria, Senegal, Tansania, Tunesien und Senegal trugen mit ihren Präsentationen der Rahmenbedingungen und Projektbeispiele ebenfalls zum Erfolg der Konferenz bei.

Gender Mainstreaming und integrative Politikgestaltung in Kommunen

Die Gleichstellung der Geschlechter hat sich als entscheidende treibende Kraft für den sozialen Fortschritt und eine integrative Politikgestaltung erwiesen, bei der die Kommunen eine entscheidende Rolle bei der Planung und Umsetzung spielen. Um die Rolle der Kommunen beim Gender Mainstreaming und der integrativen Politikgestaltung zu stärken, hat Connective Cities vom 8. bis 10. August 2023 in der jordanischen Haupstadt Amman einen Workshop für kommunale Akteur*innen und Fachleute mitorganisiert, um bewährte Praktiken in diesem Bereich vorzustellen. Die teilnehmenden Kommunen wurden bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Erreichung einer nachhaltigen, integrativen und geschlechtergerechten Entwicklung in ihrem jeweiligen Umfeld unterstützt. Die Zusammenarbeit umfasste weitere Programme: WoMENA, die kommunalen Partnerschaftsprogramme der  Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“ (IKKN) (deutsch-jordanisch-libanesisch) und PAL (deutsch-palästinensisch).

Video auf YouTube ansehen: https://youtu.be/JHvDIx2e40k

Action for Cool Cities: Pathways for carbon reduction in buildings and improvement of outdoor thermal comfort

As the first step of the learning process ‘Action for Cool Cities – Pathways for carbon reduction in buildings and improvement of outdoor thermal comfort’, the virtual kickoff event was held on 30 Nov – 1 Dec 2022. During this event, good practices were showcased on the reduction of carbon emissions in building stock and improving outdoor thermal comfort as well as examples of faltering implementation in these key spheres of action.

As a second module of the learning process, Connective Cities workshop on ideation and prototyping took place in Amman, Jordan on the 7th-9th March 2023. The workshop focused on ideation and prototyping of solutions by the participating municipalities within the following thematic fields:

  1. Designing climate-responsive outdoor public spaces and promoting engagement of citizens
  2. Steering Structure: Interdepartmental Communication framework/platform in municipalities
  3. Optimizing existing building and urban design regulations by introducing key performance indicators and improving in-house capacity to drive change
  4. The role of municipality as a regulator and implementer: budget analysis and strategies for cost recovery of climate action measures

Participation in the second module of the learning process enabled the municipalities to share experiences, develop their capacities, and develop ideas for prototyping in their municipalities. The next stage or third module of the learning process gave a chance to these municipalities to test and optimize the envisioned prototypes in an iterative process that included conducting participatory sessions with stakeholders (including citizens, decision makers, and experts). The process revealed the significance of producing quantitative and qualitative evidence to back up the proposed seven solutions.

Der Lernprozess zum Hochwassermanagement für eine risikoinformierte Stadtentwicklung hat begonnen

Der Lernprozess von Connective Cities zum Thema “Flood Management for Risk-Informed Urban Development” ist mit großem Erfolg angelaufen. Vom 18. bis 20. April 2023 kamen kommunale Fachleute aus 16 Städten und Gemeinden in Windhoek, Namibia, zu einer Auftaktveranstaltung zusammen, um ihr Verständnis von Hochwassermanagement zu verbessern und eine widerstandsfähige Stadtentwicklung zu fördern.

Die gemeinsam von Connective Cities, der Global Initiative for Disaster Risk Management (GIDRM), dem Deutschen Städtetag und Engagement Global organisierte Veranstaltung bildete den Auftakt zu einem intensiven Fachaustausch. Lassen Sie uns die Höhepunkte dieser Veranstaltung näher beleuchten.

Förderung einer resilienten Stadtentwicklung

Die Eröffnungsrede hielt Frau Judith Middleton vom GIZ-Projekt „Inclusive and Sustainable Urban Development“ in Vertretung des GIZ-Landesdirektors Herrn Dr. Thomas Kirsch. Die gastgebende Stadt Windhoek, vertreten durch die stellvertretende Bürgermeisterin, Frau Magdalena Lombard, wies darauf hin, dass Mainstreaming von Katastrophenrisikomanagement bedeutet, Katastrophenrisiken zu verstehen und als Teil von Entscheidungsprozessen in allen Sektoren zu berücksichtigen, um Entwicklungsfortschritte zu schützen, Verluste zu reduzieren und Wachstum zu fördern. Frau Hellen Likando von der Direktion für Katastrophenrisikomanagement im Büro des Premierministers betonte, dass sich die namibische Regierung im Einklang mit dem globalen Sendai-Rahmenwerk für die Verringerung des Katastrophenrisikos (2015-2030) auf die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen  fokussiert. Sie ermutigte die Teilnehmenden, die Veranstaltung zu nutzen, um zu lernen, bewährte Praktiken zu nutzen und innovative Ideen zu entwickeln, die langfristige Lösungen für das Hochwasserrisikomanagement in ihren jeweiligen Gemeinden für risikobasierte Stadtentwicklungsinitiativen bieten können.

Stärkung der Widerstandsfähigkeit und des Wiederaufbaus von Städten und kommunaler kritischer Infrastruktur in Kriegszeiten

Am 31. Januar 2023 fand die digitale Auftaktveranstaltung der Arbeitsgruppe „Resilienz in Kriegszeiten“ statt. Unter dem Thema „Stärkung der Widerstandsfähigkeit und des Wiederaufbaus von Städten und kommunaler kritischer Infrastruktur in Kriegszeiten“ ermöglichte die Veranstaltung einen Austausch zwischen insgesamt 62 kommunalen Vertreter*innen aus der Ukraine und Deutschland über gute Praktiken, gemeinsame Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze.

Mit thematischem Bezug zu kommunaler Zusammenarbeit im Bereich Energieeffizienz und Wohnraum gab Herr Günter Burger, persönliches Referat des Oberbürgermeisters der Stadt Freiburg im Breisgau, einen fachlichen Input. Gemeinsam mit ihrer Partnerstadt Lwiw plant die Stadt Freiburg ein Modellbauten zur Unterbringung von Binnengeflüchteten und Menschen, die ihren Wohnraum in der Stadt verloren haben. Nach einer ersten Testphase in Lwiw sollen die Wohneinheiten auch modular in anderen Städten genutzt werden können. Perspektivisch sollen die Materialien, vorwiegend Holz, in der Ukraine hergestellt werden, um nicht nur Wohnraum, sondern auch Arbeitsplätze zu schaffen. Der Baubeginn der bis zu dreigeschossigen Holzbauten ist für März dieses Jahres geplant – mit einer darauffolgenden Prüfung der Umsetzung in anderen Gebieten. Für die Stromversorgung könnten dabei sogenannte Powerblocks dienen, die bereits in den vergangenen Monaten von Freiburg an Lwiw geliefert wurden, um die Energiesicherheit allgemein zu verbessern.