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In Zeiten multipler Krisen müssen Städte zunehmend widerstandsfähiger werden. Dies gilt aktuell insbesondere für ukrainische Kommunen: Sie müssen sich gegen Stressoren wie Kriegshandlungen, die Auswirkungen des Klimawandels und wirtschaftliche Entwicklungen wappnen und auf diese reagieren. Mit dem Fachforum „Resiliente Städte in Zeiten multipler Krisen – Strategien für widerstandsfähige Kommunen“ war Connective Cities auf der siebten deutsch-ukrainische Partnerschaftskonferenz in Münster (16. – 18.06.2025) zu Gast. Die Kooperationspartner GIZ und Engagement Global mit ihrer SKEW begrüßten ein Panel besetzt mit zahlreichen guten Praktiken aus ukrainischen und deutschen Kommunen, von denen einige bereits in Projektaktivitäten von Connective Cities zur städtischen Resilienz involviert sind.
Eine resiliente Stadt ist eine Stadt, die mit Risiken umgeht und Vorkehrungen trifft, aber auch eine Stadt, die in der Lage ist zu lernen und sich anzupassen. Resilienz ist heute ein viel genutzter Begriff- Christian Rauch, Leiter der Abteilung „Digitale Stadt, Risikoprävention und Verkehr“ am Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) definierte daher das Konzept der Resilienz in einer Stadt in seiner einführenden Keynote. Eine resiliente Stadt ist robust, aber auch anpassungsfähig. Sie ist in der Lage auf eine Vielzahl von Stressoren, wie z.B. gesellschaftliche Polarisierung, thermische Belastungen, demographischen Entwicklungen oder Energiekrisen zu reagieren. Zu den Handlungsfeldern für mehr städtische Resilienz zählen die integrierte und vorausschauende Stadtentwicklung, die Stärkung und Anpassung kritischer Infrastruktur, Risiko- und Krisenmanagement, Klimaresilienz und nachhaltige Lösungen, gemeinschaftliche Beteiligung und Governance, Monitoring, Überprüfung und Lernprozesse, sowie die Nutzung digitaler Instrumente. Christian Rauch verweis auch auf internationale Strategiedokumente mit Leitlinien zur Stärkung urbaner Resilienz: „The New Leipzig Charter“ und „Sendai Framework for Disaster Risk Reduction 2015-2030“.
Anschaulich wurden individuelle Anstrengungen für mehr urbane Resilienz durch die Beispiele der 7 Panelist*innen, die ihre Strategien einführend mit Bildmaterial zu ihren Projekten darstellten:
Das Publikum konnte aus dem Fachforum zum einen die Grundlagen urbaner Resilienz und die Erkenntnis mitnehmen, dass vielfältige und meist innovative Ansätze und Projekte die Resilienz ihrer Städte stärken können. Die Beispiele der ukrainischen Panelist*innen betreffend den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs zeigten den Zuhörenden eindrücklich, was es für die Bevölkerung einer Stadt bedeutet, sich gegen akute Krisen zu stellen und wie wichtig der Wille der Bürger*innen und Unternehmer*innen dazu ist. Ganz klar zeigte sich an den Beispielen und Wortbeiträgen auch, dass die lebendige Kooperation verschiedenster Akteure, national wie international, für resiliente Städte unerlässlich ist. Unter Umständen ist das gestiegen Investitionsinteresse für ukrainische Kommunen auch eine Möglichkeit, den Wiederaufbau aktiv – und dem Leitbild der resilienten Stadt entsprechend – zu gestalten.