Wie gelingt es Kommunen, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen? Dieser Frage widmet sich das Connective Cities Lab „From Challenge to Practice: How Municipalities Turn Local Plans into Public Services“, das gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag organisiert wird.
Kommunen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Umsetzung lokaler Entwicklungspläne. Im Lab teilen internationale Kommunen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Welche Hürden mussten überwunden werden? Welche Lösungsansätze haben sich bewährt? Und was lässt sich auf andere Kontexte übertragen?
Im Anschluss an kurze Praxisinputs diskutieren die Teilnehmenden in einem moderierten Peer-to-Peer-Austausch gemeinsam Lösungsansätze für eine wirksame kommunale Leistungserbringung.
Ziele des Labs
Erfahrungsaustausch zu Herausforderungen der kommunalen Leistungserbringung
Austausch von praxisnahen Lösungsansätzen
Förderung internationaler Vernetzung und Peer-Learning
Wir freuen uns auf den Austausch mit kommunalen Praktiker*innen, Fachleuten und Partnerorganisationen aus aller Welt.
Teilnahme: Das Lab findet ausschließlich in Präsenz im Rahmen des UCLG World Congress 2026 statt. Die Teilnahme ist für alle Interessierten möglich; Voraussetzung ist eine Registrierung über das offizielle Anmeldesystem des Kongresses: https://registration.uclgcongresstangier2026.com/
Extreme Wetterereignisse, insbesondere Starkregen, nehmen zu und stellen unsere Städte vor nie dagewesene Herausforderungen. Starkregenereignisse – extreme Niederschläge innerhalb kürzester Zeit – können überall auftreten, selbst fernab von Gewässern. Sie können lokale Hochwasser oder gar Sturzfluten auslösen. Die Folgen sind gravierend: Gefahren für Menschen, Schäden an Infrastruktur und Vegetation sowie langfristige Belastungen für das städtische Leben.
Dieses Diskussionspapier des Deutschen Städtetages möchte Impulse geben und die Debatte darüber anregen, wie Städte ihre klima- und risikobezogene Resilienz weiter stärken können. Im Fokus steht ein ganzheitliches Starkregenmanagement, das über technische Lösungen und Einzelprojekte hinausgeht. Es verbindet Vorsorge, Schutz, Anpassung und Krisenbewältigung zu einem integrierten Ansatz.
Das Papier formuliert klare Erwartungen der Städte an Bund und Länder, um das Starkregenmanagement als gesamtstaatliche Aufgabe auf eine solide Basis zu stellen. Praxisbeispiele verdeutlichen, was Städte bereits heute leisten und zeigen: Starkregenmanagement ist längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern ein zentraler Baustein klimaresilienter Stadtentwicklung. Mit diesem Diskussionspapier möchte der Deutsche Städtetag den Austausch von Perspektiven und Erfahrungen fördern. Es gilt, gemeinsam Wege zu erkunden, wie urbane Räume sicherer, anpassungsfähiger und lebenswerter gestaltet werden können.
Internationale Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 95, Juni 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
Wasser ist nicht nur eine Quelle von Entwicklung, sondern wird auch zunehmend zur strategischen Ressource. Sinkende Grundwasserspiegel, häufigere und länger anhaltende Hitzeperioden und Dürren sowie Starkregenereignisse stellen Kommunen vor große Herausforderungen. Dabei können vergleichsweise moderate Investitionen in naturbasierte und technologische Lösungen helfen, den lokalen Wasserhaushalt auszugleichen, Menschenleben zu schonen und weit teurere potenzielle Schäden an der urbanen Infrastruktur zu verhindern.
16 Fachleute aus sechs Ländern haben sich daher in unserem zweijährigen Deep Dive zu Wasserresilienz auf den Weg gemacht, lokal angepasste innovative Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen zu entwickeln und umzusetzen. Wir ziehen eine erste Zwischenbilanz nach einem dreitägigen Präsenztreffen in Wuppertal.
Können KI-Visualisierungen helfen, Wohnraumprojekte transparent für alle Beteiligten zu gestalten oder bergen sie eher die Gefahr, komplexe Planungsrealitäten zu stark zu vereinfachen? In diesem Spannungsfeld ergab sich eine aufschlussreiche Diskussion während einer von Connective Cities und dem Deutschen Städtetag organisierten Fachkonferenz während des World Urban Forum 13 in Baku, Aserbaidschan, dokumentiert in unserem Rückblick.
Die kenianische Stadt Kisumu zeigt konkret, wie sich öffentlicher Raum lebenswerter gestalten lässt: fußgängerfreundlich, natur-basiert und durch die Förderung von E-Mobilität auch klimaschützend – ein inspirierendes Praxisbeispiel, dass auch in Kisumu als Pilotprojekt für weitere Stadtraumverbesserung gilt.
Und natürlich möchten wir sie auch zu unseren kommenden Veranstaltungen einladen: Auf dem UCLG World Congress 2026 am 25. Juni in Tanger, Marokko, diskutieren wir anhand konkreter Beispiele, wie es Kommunen gelingt, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen.
Nachhaltigkeitsstrategien stehen auch im Fokus unserer nächsten Dialogveranstaltung vom 20. bis 22. Oktober 2026 in Berlin – hier im Kontext der Umsetzung von Sportgroßveranstaltungen. Herzlich eingeladen sind kommunale Fachleute, insbesondere aus den Bereichen Veranstaltungsmanagement, Sport und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).
Wir wünschen inspirierende Lektüre und freuen uns auf Ihre Teilnahme! Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
Connective Cities beim World Urban Forum 13 in Baku
KI-gestützte Visualisierung für bezahlbaren Wohnraum und informelle Siedlungsentwicklung
Auf dem 13. World Urban Forum (WUF) in Baku veranstaltete der Deutsche Städtetag gemeinsam mit Connective Cities eine interaktive Akademie-Session zu der Frage, wie KI-gestützte Visualisierungstool Stadtplanner*innen helfen können, Herausforderungen im Wohnungswesen, die Aufwertung informeller Siedlungen und die Quartiersentwicklung konkreter und zugänglicher zu diskutieren. Die KI-Visualisierungen erwiesen sich zum einen als sehr nützlich, um unter anderem im Dialog mit der Bevölkerung Entscheidungsfindungen transparent zu gestalten. Sie bergen aber auch zugleich die Gefahr, komplexe Planungsrealitäten zu vereinfachen oder Lösungen zu suggerieren, bevor zentrale Fragen geklärt sind. In diesem Spannungsfeld ergab sich eine aufschlussreiche Diskussion, die auch über die WUF13 hinaus weiter fortgeführt werden könnte.
Die fußgängerfreundliche Umgestaltung eines Geschäftsviertels
Kisumu lebenswerter gestalten: Im Stadtzentrum bilden die drei Hauptstraßen – Oginga Odinga, Ang’awa Avenue und Jomo Kenyatta Avenue – ein Dreieck um einen Sport- und Parkbereich. Diese Straßen werden täglich von über 2.200 Fußgängern genutzt. Die Neugestaltung des sogenannten „Walkable Triangle“ zu einem fußgängerfreundlicheren Raum hat ihn sicherer, angenehmer und zugänglicher gemacht, während der bestehende Baumbestand erhalten und integriert wurde. Darüber hinaus fördert die Stadt die E-Mobilität im öffentlichen Nahverkehr durch die Einführung eines Batteriewechselsystems für Motorradtaxis, sogenannte „Boda-Bodas“, und dreirädrige Taxis, sogenannte „Tuk-Tuks“.
Wasserresilienz – Kommunen wappnen sich gegen Trockenheit und Starkregen
Einblicke und Zwischenfazit der Connective Cities Deep Dive Veranstaltung
Die eigenen Herausforderungen zur Wasserresilienz hinterfragen, von den Erfahrungen auf anderen Kontinenten lernen und Mut zur Umsetzung innovativer Ideen entwickeln – all das waren die Zutaten des ersten persönlichen Treffens im Rahmen des Deep Dive von Connective Cities, vom 5. bis 7. Mai 2026 in Wuppertal. Insgesamt 16 Fachleute aus den deutschen Kommunen Dresden, Wunstorf und Wuppertal sowie aus Akkaraipattu (Sri Lanka), Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Natitingou (Benin) und Niš (Serbien) arbeiten seit Anfang 2026 über etwa zwei Jahre gemeinsam daran, innovative Ansätze und deren Umsetzungsmöglichkeiten zu analysieren. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren sie lokal angepasste Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen. Das Treffen in Wuppertal ist ein erster Zwischenschritt.
Von der Herausforderung zur Praxis – Wie Kommunen lokale Pläne in öffentliche Dienstleistungen umsetzen
Local4Action Track – Lab im Rahmen des UCLG World Congress 2026 in Tanger, Marokko,am 25. Juni 2026 von 12:00 bis 13:30 Uhr Ortszeit (UTC+1)
Wie gelingt es Kommunen, Strategien und Entwicklungspläne in konkrete öffentliche Dienstleistungen zu übersetzen? Dieser Frage widmet sich das Connective Cities Lab im Rahmen des UCLG World Congress 2026, das gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag organisiert wird. Kommunen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Umsetzung lokaler Entwicklungspläne. Im Lab teilen internationale Kommunen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Welche Hürden mussten überwunden werden? Welche Lösungsansätze haben sich bewährt? Und was lässt sich auf andere Kontexte übertragen?
Teilnahmeaufruf – Global Green Sports: Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien für Sportgroßveranstaltungen
Einladung für kommunale Fachleute zur Dialogveranstaltung vom 20. bis 22. Oktober 2026 in Berlin
Wie lassen sich Nachhaltigkeitsstrategien für große Sportveranstaltungen politisch verankern? Wie werden diese Strategien in Stadtverwaltungen und im Veranstaltungsmanagement umgesetzt? Wie kann die Öffentlichkeit eingebunden und über nachhaltige Entwicklung während großer Sportveranstaltungen infomiert werden? Die von Connective Cities gemeinsam mit der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Senatsverwaltung für Inneres und Sport (SIUS) Berlin organisierte Veranstaltung lädt Städte aus aller Welt ein, Erfahrungen auszutauschen, gute Praktiken vorzustellen und gemeinsam innovative Lösungen für nachhaltige Sportveranstaltungen zu entwickeln.
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Beim 13. World Urban Forum in Baku veranstalteten der Deutsche Städtetag und Connective Cities eine interaktive Academy Session zum Thema „AI-supported Visualisation for Affordable Housing and Informal Settlement Upgrading“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI-gestützte Visualisierungen Kommunen dabei unterstützen können, Herausforderungen im Bereich bezahlbarer Wohnraum, Quartiersentwicklung und informelle Siedlungsentwicklung konkreter und anschaulicher zu diskutieren.
Die Session knüpfte an die Arbeit der Connective Cities Working Group on Sustainable and Affordable Housing an. Sie war bewusst nicht als reine Technologiedemonstration angelegt, sondern als praxisorientiertes Lernformat mit kommunalen Fallbeispielen. Ziel war es, gemeinsam zu erproben, wie Visualisierungen komplexe Planungsfragen verständlicher machen und neue Gesprächsräume zwischen Kommunen, Fachabteilungen, Entscheidungsträgern und lokalen Akteuren eröffnen können.
Ausgangspunkt waren reale Bilder aus kommunalen Kontexten. Mit Unterstützung von CoPlan AI wurden daraus mögliche Entwicklungsszenarien visualisiert. Die KI-generierten Bilder waren ausdrücklich keine finalen Planungen, sondern dienten als Diskussionsgrundlage. Die Teilnehmenden konnten dadurch sehr konkret über Wohnqualität, Dichte, öffentlichen Raum, Begrünung, Klimaanpassung, Mobilität, soziale Infrastruktur und mögliche Umsetzungsschritte sprechen.
Ein zentraler Mehrwert des Formats lag in der gemeinsamen Arbeit an den Bildern. Die Visualisierungen machten abstrakte Planungsfragen sichtbar und ermöglichten eine kreative, aber zugleich kritische Diskussion: Welche Zukunftsbilder entstehen? Welche Annahmen stehen dahinter? Welche Chancen und Risiken werden sichtbar? Welche sozialen, räumlichen, ökologischen, institutionellen und finanziellen Voraussetzungen müssten geprüft werden, damit aus einem Bild ein realistischer Planungsschritt werden kann?
Die Session wurde von Prof. Hilmar von Lojewski, Deutscher Städtetag, moderiert. Jelena Karamatijevic, Connective Cities / GIZ, führte in den fachlichen Rahmen ein und stellte den Bezug zur kommunalen Praxis sowie zum Peer-Learning-Ansatz von Connective Cities her. CoPlan AI, vertreten durch Damiano Cerrone und Sampo Ruoppila, begleitete den partizipativen KI-basierten Visualisierungsprozess.
Kommunale Fallbeiträge und Reflexionen kamen unter anderem aus Nairobi, Huye, Mariental, Hebron, Berlin sowie vom Urban Development Fund in Ägypten. Beteiligt waren Godfrey Ngugi, Richard Ndicunguye, Sunday Haimbodi, Husam Shweiki, Lars Loebner und Dr. Marwa Ahmed. Sie brachten ihre jeweiligen lokalen Perspektiven ein und diskutierten, welche planerischen, sozialen, institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen hinter den Visualisierungen geprüft werden müssten.
Aus Berlin brachte Lars Loebner von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen eine wichtige Perspektive ein: Bilder können öffentliche Debatten über Wohnungsbau und Quartiersentwicklung stark prägen. Verantwortungsvolle Visualisierung kann daher helfen, nicht nur abstrakte Pläne zu vermitteln, sondern positive und realistische Zukunftsbilder für lebendige, sozial gemischte und grüne Quartiere sichtbar zu machen.
Ein methodischer Impuls kam zudem von Ruvi Y. Suárez Subirana, GIZ / ProUrbano, Santa Cruz, Bolivien. Unter dem Titel „From AI Visualisation to Scenario Assessment“ zeigte sie, wie KI-gestützte Visualisierung mit Szenariodenken und Wirkungsreflexion verbunden werden kann. Ihre Botschaft ergänzte die Diskussion: KI-Bilder sind keine Pläne. Ihr Wert entsteht vor allem dann, wenn sie genutzt werden, um Auswirkungen, Zielkonflikte und mögliche Umsetzungspfade gemeinsam zu reflektieren.
Die Diskussion zeigte, dass KI-gestützte Visualisierung ein hilfreiches Instrument sein kann, um Planungsoptionen anschaulicher darzustellen und gemeinsames Lernen zu unterstützen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass solche Bilder verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen. Sie können Erwartungen wecken und dürfen daher Planung, Beteiligung, Machbarkeitsprüfungen, Kostenabschätzungen und politische Entscheidungen nicht ersetzen.
Aus Sicht von Connective Cities bietet die Academy Session einen wichtigen Ausgangspunkt für eine vertiefte Beschäftigung mit bezahlbarem Wohnen, informeller Siedlungsentwicklung und umsetzungsorientierten kommunalen Projektansätzen. Der Mehrwert liegt nicht in der Technologie selbst, sondern darin, kommunale Lernprozesse zu stärken und den Schritt von Visualisierung und Kartierung hin zu realistischen, inklusiven und finanzierbaren Umsetzungspfaden vorzubereiten.
Bilddokumentation: Ist-Zustand / nach der KI-gestützten Visualisierung
Die folgenden Visualisierungen wurden im Rahmen der WUF13 Academy Session als Diskussionsgrundlage entwickelt. Ausgangspunkt waren reale kommunale Bilder; die KI-generierten Szenarien dienten dazu, Fragen zu bezahlbarem Wohnen, informellem Siedlungs-Upgrading, öffentlichem Raum, Klimaresilienz und Umsetzungsschritten besser diskutierbar zu machen. Die Bilder sind keine finalen Planungen. Quelle: Connective Cities, generiert mit CoPlan AI.
Ruanda, Huye — suburbanes Gebiet für bezahlbaren Wohnraum
Vom erschlossenen Grundstück zu einem lebenswerten Quartier für bezahlbaren Wohnraum mit öffentlichem Raum, Schatten und gemeinschaftlichen Einrichtungen.
Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)
Kenia, Nairobi County — Mji wa Huruma
Von einer informellen Siedlung zu einem sichereren öffentlichen Raum und klimasensible Wohnentwicklung
Ausgangsszenario (links) und KI-generiertes Diskussionsszenario (rechts)
Wasser wird für immer mehr Kommunen weltweit zu einer zentralen Herausforderung. Einerseits sind sie verstärkt Hitzewellen und Trockenheit ausgesetzt, andererseits führen Starkregen und Hochwasser häufiger zu Überschwemmungen. All dies gefährdet weltweit die Gesundheit der Bevölkerung und zerstört oder beschädigt nicht nur privates Eigentum, sondern auch kommunale Infrastrukturen. Der globale Wasserbedarf könnte bis 2030 die verfügbaren Mengen deutlich übersteigen. Wasser wird somit zu einer strategischen Ressource. Es ist also dringend Zeit, dass Kommunen ihre Wasserresilienz stärken.
Die eigenen Herausforderungen zur Wasserresilienz hinterfragen, von den Erfahrungen auf anderen Kontinenten lernen und Mut zur Umsetzung innovativer Ideen entwickeln – all das waren die Zutaten des ersten persönlichen Treffens im Rahmen des Deep Dive von Connective Cities, vom 5. bis 7. Mai 2026 in Wuppertal. Bereits im März 2026 hatte sich die Gruppe zu einem virtuellen Auftakt getroffen. Insgesamt 16 Fachleute aus den deutschen Kommunen Dresden, Wunstorf und Wuppertal sowie aus Akkaraipattu (Sri Lanka), Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Natitingou (Benin) und Niš (Serbien) arbeiten seit Anfang 2026 über etwa zwei Jahre gemeinsam daran, innovative Ansätze wie Schwammstadtkonzepte, blaue Korridore und integrierte blau-grün-rote Infrastrukturen und deren Umsetzungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu analysieren. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren sie lokal angepasste Lösungen für ihre jeweiligen Herausforderungen.
Die Dokumentation beschreibt Praxisbeispiele aus Wuppertal und Leipzig, skizziert die anvisierten Pilotprojekte der sechs Kommunen und resümiert die zentralen „Key Take-aways“ des bisherigen Prozesses.
Wie können digitale und KI-basierte Anwendungen Kommunen dabei unterstützen, resilienter zu werden und sich besser auf zukünftige Risiken vorzubereiten?
Angesichts zunehmender klima- und infrastrukturbezogener Herausforderungen benötigen Kommunen digitale Werkzeuge, die sowohl schnelle Reaktionen in Krisensituationen als auch langfristige, risikoinformierte Planung und resiliente Governance ermöglichen. In dieser Insight Session wird das Konzept der „Digitalen Zwillinge für risikoinformierte Stadtentwicklung“ anhand praktischer Anwendungen und internationaler Good Practices vorgestellt.
Urban Digital Twinning (UDT) bezeichnet digitale Abbildungen urbaner Systeme, die mit Echtzeitdaten und prädiktiven Modellen verknüpft sind. Diese Anwendungen werden zunehmend in Bereichen wie Mobilitätsmanagement, Energiemonitoring, Katastrophenvorsorge, Infrastrukturplanung und Bürgerbeteiligung eingesetzt. Erfolgreiche Beispiele finden sich bereits u. a. in Japan, Singapur, den Niederlanden, der Türkei und Deutschland.
Als Praxisbeispiel wird die Arbeit der IT-Abteilung der Gemeinde Bağcılar (Türkei) vorgestellt, die derzeit eine KI-gestützte Plattform für einen digitalen urbanen Zwilling entwickelt. Der Fokus liegt auf Katastrophenresilienz und datenbasierter Entscheidungsfindung auf kommunaler Ebene. Das Projekt integriert u. a. LiDAR-basierte 3D-Stadtmodelle, IoT-Sensorik, GIS-/MIS-Systeme, panoramische Stadtaufnahmen sowie KI-gestützte Analysen in ein integriertes kommunales Datensystem.
Im Anschluss an die Präsentationen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich dazu auszutauschen, wie digitale Zwillinge in kommunale Planungsprozesse integriert und KI-Anwendungen für eine nachhaltige und risikoinformierte Entwicklung weiter genutzt werden können.
Kisumu, eine Hafenstadt am Ufer des Viktoriasees und eine der größten Städte Kenias, gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Waren- und Handelsverkehr zwischen Kenia und seinen Nachbarländern Tansania und Uganda. Mit einem jährlichen Bevölkerungswachstum von knapp 4 Prozent hat sich die Einwohner*innenzahl von etwa 205.000 in 2001 auf mindestens 422.000 in 2025 in 15 Jahren mehr als verdoppelt. Dies führte zu einer Reihe großer Infrastrukturprojekte, die allerdings primär auf den motorisierten Verkehr fokussiert waren, obwohl 53 Prozent der täglichen Wege der Einwohner*innen zu Fuß zurückgelegt werden.
Ein Projekt im Rahmen des „Kisumu Sustainable Mobility Plan“ ist das „Walkable Triangle“: die fußgängerfreundliche Umgestaltung der drei Hauptstraßen Oginga Odinga, Ang’awa Ave und Jomo Kenyatta Ave. in einem Geschäftsviertel im Zentrum der Stadt. Diese umschließen in Form eines Dreiecks eine Sport- und Parkanlage und werden täglich von über 2.200 Fußgänger*innen genutzt. Ziel ist es, den nicht-motorisierten Transport auf den insgesamt 1,5 Kilometern zu fördern, sicherer, angenehmer und barrierefrei zu gestalten sowie den bereits bestehenden Baumbestand zu erhalten und zu integrieren.
Zudem fördert die Stadt E-Mobilität beim öffentlichen Transport durch ein Batterietauschsystem für Motorradtaxis, sogenannten „Boda-Bodas“, und Dreiradtaxis, sogenannten „Tuk-Tuks“.
Die Dokumentation beschreibt die Herangehensweise wie auch die erzielten Wirkungen dieser Guten Praktik.
Internationale Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 94, Mai 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
„Resilienz“ steht im Zentrum unserer aktuellen Lernprozesse und Austauschformate. In der Materialkunde bezeichnet der Begriff Stoffe, die auch nach extremer Spannung wieder in ihren Ursprungszustand zurückkehren. So wie sich Bäume geschmeidig im Wind biegen und nach dem Sturm wieder wie unberührt ihre natürliche Gestalt zeigen.
Was bedeutet der Aufbau einer klimaresilienten Infrastruktur für Kommunen? Diese Frage diskutierten wir zusammen mit Fachleuten, Finanzinstitutionen und lokalen Verwaltungen auf dem Africa Urban Forum und sie ergab interessante Einsichten über abgestimmte Vorgehensweisen in technischer, finanzieller und partizipativer Hinsicht.
Naturbasierte Lösungen – als eine mögliche Antwort – stehen im Zentrum unseres neuen Lernprozesses in Subsahara Afrika, der im April mit 20 Kommunen gestartet ist.
Welche Rolle kann KI in diesem Kontext spielen? Auf dem World Urban Forum am 21. Mai 2026 in Baku werden KI-basierte Visualisierungen die Grundlage für kritische Diskussionen für bezahlbaren wie klimaresilienten Wohnraum bilden.
Und während einer virtuellen Insight Session am 9. Juni werden wir ausloten, wie digitale Zwillinge als Werkzeug sowohl für schnelle Reaktionen in Krisensituationen als auch für langfristige, risikoinformierte Planung und resiliente Governance genutzt werden können.
Die Widerstandsfähigkeit von Kommunen gegen Extremwetterereignisse,
Urbanisierungsdruck sowie technologische und hybride Bedrohungen zu stärken, ist auch zentrales Thema unseres neuen Lernprozesses in Südosteuropa. Dieser startet Mitte Juni mit einer Vielfalt von Kommunen aus zehn Ländern.
Zudem möchten wir Sie einladen, sich für den Goerdeler-Preis 2027 zu bewerben. Auch hier werden herausragende Beispiele für Resilienz im Kontext grenzüberschreitender kommunaler Kooperationen prämiert.
Wir wünschen inspirierende Lektüre und freuen uns auf Ihre Teilnahme! Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
Technische Unterstützung für klimaresiliente Infrastruktur
Connective Cities beim GIZ Side-Event im Rahmen des Africa Urban Forum
Die bebaute Umwelt klimaresilient machen: Was ist dafür erforderlich? Auf dem African Urban Forum (AUF) veranstaltete Connective Cities gemeinsam mit den GIZ-Partnerprojekten „Covenant of Mayors Sub-Sahara Africa“ (CoMSSA) und „Resilience Initiative Africa“ (RIA) eine Side-Event. Die Veranstaltung brachte Fachleute, Finanzinstitutionen und lokale Verwaltungen zusammen und beleuchtete praktische Erfahrungen aus Embu (Kenia) und eThekwini (Südafrika). Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Frage, wie kooperative Regierungsführung, technisches Fachwissen und innovative Finanzierungsmodelle zusammenwirken können, um klimaresiliente Infrastruktur zu fördern.
Von der Problembeschreibung zur konkreten Umsetzung: Naturbasierte Lösungen in kommunalen Kontexten
Rückblick auf den Auftaktworkshop des Connective Cities Lernprozesses in Naivasha, Kenia
Der Lernprozess zum Thema „Natur im Zentrum urbaner Resilienz“ wurde mit einem dreitägigen Auftaktworkshop vom 21. bis 23. April 2026 in Naivasha, Kenia, offiziell eingeleitet. An dem Workshop nahmen 20 Kommunen und Städte aus ganz Subsahara-Afrika und Deutschland mit über 40 Stadtplaner*innen, Fachleuten und institutionellen Partnern teil. Der Workshop markierte den Startpunkt eines längerfristigen Engagements, das darauf abzielt, Kommunalverwaltungen durch strukturierten Austausch und technische Hilfe dabei zu unterstützen, naturbasierte Lösungen zu ihren kommunalen Herausforderungen zu entwickeln.
KI-basierte Visualisierung für bezahlbaren Wohnraum und die Aufwertung informeller Siedlungen
World Urban Forum 13 | Connective Cities Academy Event am 21. Mai 2026 von 09:30 bis 11:30 Uhr Baku-Zeit (UTC+4)
Beim World Urban Forum 13 (WUF13) in Baku beteiligt sich Connective Cities am offiziellen WUF Academy-Programm mit dem interaktiven Event „AI-based Visualisation for Affordable Housing and Informal Settlement Upgrading“. Organisiert wird die Veranstaltung vom Deutschen Städtetag in Kooperation mit Connective Cities und den beteiligten Städten. Aufbauend auf dem jüngsten Austausch der Connective Cities Arbeitsgruppe zu bezahlbarem Wohnraum werden reale Beispiele aus Nairobi, Huye, Mariental, Kairo, Hebron und Berlin präsentiert. KI-generierte visuelle Szenarien dienen dabei als Ausgangspunkt für einen Erfahrungsaustausch und eine kritische Diskussion über bezahlbaren Wohnraum, die Aufwertung informeller Siedlungen, Flächennutzung, Dichte, öffentlichen Raum, Infrastruktur, Klimaresilienz, soziale Inklusion, Finanzierung und Umsetzungsverantwortung. Diskutieren Sie mit -auch online!
Insight Session – Digitale Zwillinge für risikoinformierte kommunale Entwicklung
Einladung zum Online-Austausch zu KI-gestützter urbaner Innovation am 9. Juni 2026 von 14:00 bis 15:00 Uhr (CEST, tbc)
Wie können digitale und KI-basierte Anwendungen Kommunen dabei unterstützen, resilienter zu werden und sich besser auf zukünftige Risiken vorzubereiten?
Angesichts zunehmender klima- und infrastrukturbezogener Herausforderungen benötigen Kommunen digitale Werkzeuge, die sowohl schnelle Reaktionen in Krisensituationen als auch langfristige, risikoinformierte Planung und resiliente Governance ermöglichen. In dieser Insight Session wird das Konzept der „Digitalen Zwillinge für risikoinformierte Stadtentwicklung“ anhand praktischer Anwendungen und internationaler guter Praktiken, beispielsweise der türkischen Gemeinde Bağcılar, vorgestellt.
Auftakt in Tirana: Kommunale Resilienz gemeinsam stärken
Dialogveranstaltung zum Start des regionalen Lernprozesses in Südosteuropa/ Südkaukasus vom 16. bis 18. Juni 2026
In der Dialogveranstaltung sind Kommunen unterschiedlicher Größe und Struktur sowie verschiedene Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge vertreten. Dazu zählen Kommunen aus Albanien, Armenien, Georgien, dem Kosovo, Montenegro, Serbien, der Türkei und der Ukraine sowie aus Deutschland. Diese Vielfalt ermöglicht einen praxisnahen Austausch über unterschiedliche Rahmenbedingungen, institutionelle Strukturen und Herausforderungen der Kommunalentwicklung angesichts wachsender Risiken durch Extremwetterereignisse, Urbanisierungsdruck sowie technologische und hybride Bedrohungen. Die Auftaktveranstaltung bildet den Einstieg in den mehrstufigen Lernprozess, legt die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit und dient der Festlegung prioritärer Handlungsfelder sowie erster konkreter Schritte.
Resiliente Kommunen: Kommunale Partnerschaften für Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Krisenvorsorge
Connective Cities unterstützt erneut die Ausschreibung des Kommunalpolitischen Preises 2027 des Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftungsfonds (CAG), der nach dem Übergang in die Leipzigstiftung unter diesem Namen firmiert. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen der kommunalen Verwaltung und Politik ausgezeichnet. Gesucht werden innovative und übertragbare Gute Praktiken zum Therma „Resiliente Kommunen“, die im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit – insbesondere auch international – entwickelt wurden. Die Ausschreibung richtet sich daher an grenzüberschreitende kommunale Kooperationen. Voraussetzung ist die Beteiligung einer deutschen Kommune oder einer kommunalen Allianz. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und umfasst eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung. Bewerbungsfrist ist der 31. August 2026.
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Das zweite Africa Urban Forum (AUF), organisiert von der Afrikanischen Union mit der Unterstützung von UN-Habitat und UNECA, fand vom 8. bis zum 10. April 2026 im Kenyatta International Conference Centre in Nairobi, Kenia, statt. Das AUF brachte politische Entscheidungsträger*innen, den Privatsektor, Zivilgesellschaft und Entwicklungspartner aus ganz Afrika zusammen, um über das Thema „Angemessener Wohnraum für alle: Förderung des sozioökonomischen und ökologischen Wandels zur Umsetzung der Agenda 2063“ zu diskutieren.
Im Rahmen der Konferenz organisierte Connective Cities gemeinsam mit den GIZ-Partnerprojekten Covenant of Mayors Sub Sahara Africa (CoMSSA) und Resilience Initiatve Africa (RIA) am 9. April ein Side-Event, welches internationale Experten, Finanzierungsinstitutionen und Planungsdepartments zusammenbrachte. Die Teilnehmenden gewannen Einblicke aus den Diskussionen mit Vertreter*innen der lokalen Behörden aus Embu (Kenia) und eThekwini (Südafrika) darüber, wie kooperative Regierungsführung mit technischem Fachwissen für eine klimaresiliente Infrastruktur verbunden werden kann. In diesem Zusammenhang verdeutlichte die Vorstellung der technischen Pre-Feasibility Studie von Embu zur Infrastruktur für die Abfallwirtschaft die Notwendigkeit einer umfassenden Datenerhebung vor der Projektumsetzung.
Neben den Fallstudien diskutierten die Fachleute auf dem Podium institutionelle Regelungen und politische Ansätze im Zusammenhang mit der Finanzierung nachhaltiger städtischer Infrastruktur. So betonte etwa ein Vertreter der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, dass Städte die Digitalisierung der Einnahmenerhebung nutzen müssen, um den stetig steigenden finanziellen Anforderungen gerecht zu werden und potenziellen Geldgebern zu zeigen, dass sie über die notwendigen Kapazitäten verfügen, um finanzielle Mittel effektiv einzusetzen.
Darüber hinaus betonte eine Vertreterin der Europäischen Investitionsbank, dass für eine effiziente Umsetzung von Entwicklungsprojekten die nationale und subnationale Regierungsebene kooperative Governance-Modelle eingehen müssen, bei denen diese sich gegenseitig bei der Beschaffung von Mitteln von potenziellen Geldgebern unterstützen. Die Programmmanagerin sprach sich so gegen institutionell-fragmentierte Ansätze bei der Infrastrukturentwicklung aus, um Verschwendung sowie Doppelarbeit und Ressourcenverschwendung vorzubeugen.
Im Ergebnis lieferte die von der GIZ organisierte AUF-Nebenveranstaltung durch die Zusammenführung von Finanzinstituten und Führungskräften lokaler Verwaltungen wertvolle Einblicke in die Frage, wie nachhaltige Stadtentwicklung ganzheitlich als Grundlage für den erfolgreichen Aufbau klimaresilienter Infrastruktur in afrikanischen Städten und darüber hinaus gedacht werden kann.
Migrationspolitik mag eine nationale Angelegenheit sein – ob jedoch gerade die wirtschaftliche Teilhabe gelingt, entscheidet sich maßgeblich auf der lokalen Ebene. Aus dieser Überzeugung heraus trafen sich circa 50 kommunale Expertinnen und Experten zu einer virtuellen Insight Session von Connective Cities. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle Kommunen bei der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und der Unterstützung migrantischen Unternehmertums einnehmen können.
Neben einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über Rückkehr- und Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten in Deutschland bildeten Praxisbeispiele aus dem Kreis Pinneberg, Mersin (Türkei) und Oberhausen, München und Gharb Irbid (Jordanien) die Grundlage für eine tiefergehende Diskussion in Arbeitsgruppen. Dadurch zeigte sich eindrucksvoll, dass Kommunen eine entscheidende Rolle einnehmen können, damit sich das wirtschaftliche Potenzial von Migration auf lokaler Ebene entfalten kann.