Planung nachhaltiger urbaner Mobilität

Am 14. April trafen sich Vertreter und Vertreterinnen der Stadt Kutaisi in Georgien und der Experte Dr. Haris Piplas virtuell, um das Projekt der nachhaltigen urbanen Mobilität für die Stadt Kutaisi zu diskutieren.

Die Sitzung konzentrierte sich auf mehrere wichtige Aspekte im Prozess der Entwicklung und Durchführung eines nachhaltigen urbanen Mobilitätsplanes (SUMP) für Kutaisi, diese sind:

  • Die Vorbereitungsphase, in der die Vision und der Plan ins Auge gefasst, die endgültige Arbeitsgruppe bestimmt und die Schlüsselbotschaften für die Bürgerbeteiligung entworfen werden sollten;
  • Eine Analyse der aktuellen Mobilitäts- und Stadtentwicklungssituation in der Stadt;
  • Indentifizierung verschiedener Szenarien der SUMP-Implementierung.

Zusätzlich betonte Dr. Haris Piplas die Wichtigkeit der Mobilisierung von Fachwissen, da die Stadt eine Menge vorläufiger Dokumente sammeln und leider aufgrund fehlender Daten entwickeln muss, bevor sie in die Implementierungsphase einsteigen kann.

E-Mobility Hubs als nachhaltige und innovative Lösungen

Am 14. Mai 2021 trafen sich Vertreter der Stadt Lviv in der Ukraine und der Experte Dr. Haris Piplas virtuell, um das Pilotprojekt einer E-Mobility Hub zu besprechen, das vom City Institute und der Stadtverwaltung von Lviv, Ukraine, entwickelt wird.  Das geplante E-Mobilitätszentrum an der Kreuzung der Bandery- und Chuprynky-Straße soll ein öffentlicher Raum werden, der den wirtschaftlichen und sozialen Wandel im Alltag der Bürger und Bürgerinnen fördert. Der geplante Hub fasst wichtige Aspekte zusammen, die für die Verhaltensänderung notwendig sind. Die Vertreter der Stadt haben bei der Entwicklung des Projekts die Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit, Beleuchtung sowie visuelle und digitale Perspektiven berücksichtigt. Das Ziel ist es, ein großes öffentliches Engagement zu erreichen und später eine Replizierbarkeit der Hubs auf das gesamte Stadtgebiet.

 Da es sich um ein Pilotprojekt mit hohem Einsatz handelt, wurden die Vertreter und Vertreterinnen der Stadt vom Experten ermahnt, alle notwendigen Gründe für die Kontextualisierung der Hubs in die Stadtarchitektur zu berücksichtigen, indem sie an die bestehende Infrastruktur angepasst werden. Eine enge Einbindung in die Stadtplanung sowie die Berücksichtigung der Agenda für Straßenrekonstruktionen in Lviv könnten zur Identifizierung möglicher Standorte für Mobilitäts-Hubs führen.  Die Verknüpfung aller oben genannten Vorarbeiten wird die Reproduzierbarkeit des Projekts vereinfachen.

Die institutionelle Vision wurde als ein weiteres Diskussionsthema während des Treffens identifiziert. Projekte wie diese benötigen die Integration von Entwicklungsbanken sowie die Einbindung einer Vielzahl von Partnern, um erfolgreich zu sein und das Projekt in Zukunft zu skalieren. Dr. Haris Piplas riet dem Projektteam, zunächst das gesellschaftliche Bewusstsein für das Projekt zu schärfen, da die Bürger dabei helfen werden, sich für das Projekt einzusetzen, wenn es bei lokalen oder internationalen Finanzierungsinstitutionen vorgestellt wird.  Der Erfolg dieses Pilotprojekts wird als Sprungbrett für die Entwicklung anderer Hubs dienen.

Präsentationen:

Bandery – Chuprynky Hub Sketch project. Ms. Olena Kuzhym, Investment Unit, City Institute, Lviv, Ukraine

Mobility Hubs as inclusive urban public spaces and sustainable economic catalysts Dr. Haris Piplas, Co-Director, Integrated Urban Solutions, Drees & Sommer Switzerland

Programm

Die virtuelle Veranstaltung wurde von Dr. Irakli Samkharadze, Regionalkoordinator, Connective Cities, GIZ, moderiert, der die Teilnehmenden des Treffens vorstellte und Frau Olena Kuzhym, Vertreterin der Stadt Lviv, das Wort erteilte, um ihre Projektskizze vorzustellen und die laufenden Arbeiten näher zu erläutern. Im Rahmen des virtuellen Treffens gaben zwei Vertreter des ukrainischen GIZ-Büros ihre Vorschläge und Empfehlungen ab.

Ergebnisse

Zum Abschluss des Expertengesprächs hob Herr Maksym Terletsky, stellvertretender Direktor des Stadtinstituts von Lviv, Ukraine, einige der wichtigsten Erkenntnisse hervor, die sie in ihr Projekt weiter integrieren werden. Gleichzeitig betonte er, dass ein Treffen dieser Art sowie eine enge Zusammenarbeit unumgänglich sein werden. Frau Marta Pastukh, Projektleiterin des ukrainisch-deutschen Kooperationsprojektes „Stadtentwicklung und Sanierung der Altstadt von Lviv“ und Herr Terletsky waren sich einig, dass ihre Zusammenarbeit vor Ort auch weiterhin das Projekt unterstützen wird. Einen Unterstützungsvorschlag machte auch Herr Armin Wagner, Leiter des Sektorprojekts „Nachhaltige Mobilität“ bei der GIZ.

Virtueller Fachaustausch zur nachhaltigen urbanen Mobilität

Das Motto der Gemeinde Bijeljina, einer Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern im Nordosten von Bosnien und Herzegowina, ist „die Stadt der Zukunft“. Mit diesem Ansatz konzentriert sich die Stadt seit 2017 auf die Förderung der lokalen Nachhaltigkeit durch bewusstseinsbildende Aktivitäten zur Agenda 2030 und zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung. Dieses lokale Engagement wurde darüber hinaus mit internationalem Engagement gepaart. So pflegt die Gemeinde zum Beispiel seit 2017 eine kommunale Partnerschaft für Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt Inklusion mit der deutschen Partnergemeinde Langenhagen.

Virtueller Fachaustausch zur Revitalisierung des Flusses Diohtianets

Die ukrainische Stadt Vinnytsia entwickelte die Projektidee „Revitalisierung und Umgang mit kleineren Flüssen in Vinnytsia“ im Rahmen der Connective Cities Dialogveranstaltung „Klimawandelangepasste Stadtentwicklung“, die im September 2019 in Dortmund stattfand. Darüber hinaus nahm die Stadt im Rahmen des Lernprozesses zur Klimaresilienz für die Region Südosteuropa und Kaukasus an zwei Connective Cities Veranstaltungen teil (virtuelle Dialogveranstaltung im Juni 2020 und Projektplanungsworkshop im Oktober 2020), wo sie sich mit regionalen Experten über die Projektidee austauschen konnte.

Virtueller Fachaustausch zur Zusammenarbeit mit dem informellen Abfallsektor

Da durch die Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 keine Expertenentsendung vor Ort stattfinden konnte, nutzte Mitrovica die Gelegenheit, online mit Fachleuten aus Deutschland, Belo Horizonte in Brasilien und Quito in Ecuador in die Diskussion zu kommen. Thema war die Etablierung einer Organisation für informelle Abfallsammlerinnen und -sammler in der Stadt. Diese Projektidee hatte Mitrovica bei einer Connective Cities Dialogveranstaltung zum Thema Plastikabfälle formuliert, die im Dezember 2019 in Hamburg stattfand.

Digitalisierung der Verwaltung von Nablus

In Anknüpfung an die in Nürnberg 2018 durchgeführte Connective Cities Dialogveranstaltung „Strategies for a Digital City“ entstand ein reger Austausch zwischen den Städten Nürnberg und Nablus. Zur Vertiefung der Kooperation reisten nun zwei deutsche kommunale Experten in die Palästinensischen Gebiete, um die lokalen Akteure in Fragen der kommunalen Digitalisierung zu beraten.

Digitalisierung und neue Technologien bieten vielfältige Möglichkeiten zur Verbesserung der von den Kommunen angebotenen öffentlichen Dienstleistungen. Sie können dazu beitragen, eine direkte Interaktion zwischen der Kommune und den Bewohnerinnen und Bewohnern zu schaffen und somit ihre Dienstleistungen für die Bürger besser zugänglich zu machen. Dies zeigten vielfältige gute Praktiken beispielsweise aus der Ukraine oder Ruanda auf der Connective Cities Dialogveranstaltung in Nürnberg im Oktober 2018.

Vernetzungstreffen für kommunale Fachleute

Am 7. und 8. Oktober 2019 veranstaltete die internationale Städteplattform Connective Cities ein Vernetzungstreffen für kommunale Fachleute ihres Expertenpools in der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Städtetages in Berlin. Ziel der Veranstaltung war es, mit den kommunalen Akteuren auf die vergangenen Aktivitäten der Städteplattform zurückzublicken und gerade neuen Expertinnen und Experten die Connective Cities-Methoden vorzustellen sowie ein Vernetzungsforum mit Akteuren zu bieten, die bereits Erfahrungen mit den Aktivitäten des Projekts gemacht haben.

Reduzierung der Luftverschmutzung

In Anknüpfung an den Regionalen Dialog und Praktiker-Workshop zu „Nachhaltige urbane Mobilität und Klimawandel“, der vom 20. – 22. Februar 2018 in Tbilisi, Georgien, durchgeführt wurde, reisten vom 11. – 13. März 2019 zwei deutsche kommunale Experten aus den Städten Hagen und Heidelberg nach Serbien, um lokale Akteure in der Stadt Kragujevac bei der Ausarbeitung eines Konzepts zur Planung einer umweltfreundlichen Mobilitätsstrategie und Einrichtung einer Luftreinhaltezone zu beraten.

CO2-arme Mobilität in Chiang Mai

In Anküpfung an den lokalen Projektworkshop "Low Carbon Mobility Planning" im Juli 2017, reisten vom 9. bis 11. Januar 2019 zwei deutsche kommunale Experten aus Bremen und Mannheim in die zweitgrößte Stadt Thailands, um im Rahmen eines Workshops lokale Praktikerinnen und Praktiker und örtliche Interessensgruppen bei der Entwicklung und Formulierung konkreter Aktionsprogramme zu unterstützen.
Im Mittelpunkt der Mission stand die Idee, das historische Zentrum von Chiang Mai durch die Reduzierung des Autoverkehrs in ein verkehrsberuhigtes Stadtquartier zu verwandeln und damit die Attraktivität für Besucherinnen und Besucher zu erhöhen. Hierzu setzen die Planerinnen und Planer auf eine Vielzahl praktischer Ansätze wie Zugangsbeschränkungsprogramme, strategische Radwegentwicklung und die Förderung der Elektromobilität.