Forum für lokale Wirtschaftsentwicklung in Tiflis

Tiflis, 7. Juni – Im Zuge des Local Economic Development Forums (LED) in Tiflis hat Connective Cities ein Side Event zum Thema “Kommunale Initiative der Erneuerbaren Energien“ organisiert. Dieser Dialog bot eine Plattform für verschiedene Bürgermeister*innen aus den georgischen Städten Senaki, Eredvi und Khoni. Diese tauschten sich über Einblicke, Herausforderungen, sowie innovative Herangehensweisen zur Förderung von Initiativen im Bereich der Erneuerbaren Energien innerhalb ihrer Kommunen aus. Dr. Irakli Samkharadze, Energieberater der Stadt Omnia, gab Einblick in den European Green Deal und dessen Implikationen für Kommunen. Der Input half dabei, die Diskussion um die übergeordnete Perspektive der nachhaltigen Energiewende zu ergänzen.

Der Bürgermeister von Senaki teilte nennenswerte Fortschritte in seiner Kommune, unter anderem die Integration von erneuerbaren Energiequellen in kommunale Gebäude sowie die Installation von Solar Panels an verschiedenen Standorten. Diese Maßnahmen stärken das kommunale Bewusstsein für nachhaltige Energie sowie unterstützen Aktionspläne im Einklang mit dem Konvent der Bürgermeister.

Vorstellung des Amman Urban Observatory

Die Insight Session zur „Vorstellung des Amman Urban Observatory“ fand am 24. April 2024 statt und wurde von Herrn Akram Khreisat von der Stadtverwaltung der Stadt Amman durchgeführt. Die Sitzung wurde von Connective Cities organisiert und der globalen Gemeinschaft von Stadtpraktiker*innen im Rahmen des Connective Cities Netzwerks präsentiert. Zu den Teilnehmenden gehörten Stadtpraktiker*innen, Akteur*innen aus lokalen und nationalen Regierungen, akademische Forscher*innen, Nichtregierungsorganisationen und Mitglieder*innen der lokalen Gemeinschaft.

Herr Akram Khreisat, Direktor des Amman Urban Observatory, führte die Teilnehmenden in die Arbeitsmechanismen und die Aktionsfelder des Amman Urban Observatory ein und erläuterte seine Rolle bei der Bewältigung von Planungsherausforderungen in der jordanischen Hauptstadt.

Das Amman Urban Observatory generiert „Stadtindikatoren“, um verschiedene Aspekte der Stadt zu überwachen, die für die Stadtentwicklung wichtig sind. Durch die Echtzeitüberwachung dieser Stadtindikatoren werden Planungsprozesse in der Stadtentwicklung verbessert, da Planer*innen und Entwickler*innen in die Lage versetzt werden, fundierte Entscheidungen zu treffen. Dabei arbeitet das Observatorium mit Ministerien, Regierungsabteilungen, nationalen Organisationen, NGOs und Unternehmen aus dem privaten Sektor zusammen. Das Observatorium kooperiert mit über 40 Partner*innen und Interessengruppen.

Die Stadtindikatoren umfassen wesentliche Merkmale zur Messung einer nachhaltigen Stadtentwicklung, wie die Arbeitslosenquote, die Bodenbedeckung oder den Prozentsatz der Menschen, die in Armut leben. Das Amman Urban Observatory hat sich als effektives Instrument für strategische und städtische Planung erwiesen. Herr Akram Khreisat beschrieb das Observatorium nicht als Werkzeug, sondern als „Prozess zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung“. Im Fall des Amman Urban Observatory liegt der Schwerpunkt der geschaffenen Indikatoren in den thematischen Bereichen der folgenden SDGs: Gesundheit und Wohlergehen (3); Bezahlbare und saubere Energie (7); Industrie, Innovation und Infrastruktur (9); Nachhaltige Städte und Gemeinden (11); Maßnahmen zum Klimaschutz (13) und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (17).

Nach der Präsentation von Dr. Akram Khreisat stellten die Teilnehmenden Fragen zum Amman Urban Observatory. Auf die Frage nach den Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen das Observatorium gegenübersteht, erläuterte er den großen Zustrom von Geflüchteten, den Amman erhält, und die damit verbundenen Herausforderungen für die Messung von Stadtindikatoren. Da die Stadt kürzlich viele Geflüchtete aufgenommen hat, müssen die Indikatoren eine gewisse Flexibilität aufweisen, um die unbeständige Veränderung der Einwohnerzahl zu berücksichtigen. Außerdem wurde Herr Khreisat gefragt, ob das Observatorium die gesammelten Daten für räumliche Analysen oder 3D-Katasterzwecke nutzt. In seiner Antwort erläuterte er, dass sie mit der GIS-Abteilung der Stadt zusammenarbeiten, um Szenarienpläne für das räumliche Wachstum zu erstellen.

Das Connective Cities Netzwerk beabsichtigt, eine Arbeitsgruppe zu schaffen, um verschiedene Best Practices für die Beobachtung städtischer Parameter zu identifizieren. Darüber hinaus sollen interessierte Städte durch die Entwicklung von Vorlagen unterstützt werden, die in einem ähnlichen Prozess wie in Amman implementiert werden können. Stadtvertreter, die an der Arbeitsgruppe teilnehmen möchten, sind herzlich eingeladen, Dr. Muna Shalan (muna.shalan@giz.de) und Herrn Jimmy Yoedsel (jimmy.yoedsel@giz.de) für weitere Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme zu kontaktieren.

Connective Cities dankt Dr. Akram Khreisat und allen Teilnehmern für die Präsentation des Amman Urban Observatory, den fruchtbaren Austausch und die thematische Diskussion.

Dar es Salaam Metropolitan Development Project (DMDP) – Phase 1

Das Dar es Salaam Metropolitan Development Project (DMDP) zielt darauf ab, die Anbindungen und die Mobilität innerhalb der Stadt zu verbessern und gleichzeitig Überschwemmungen durch strukturelle und nicht-strukturelle Maßnahmen zu reduzieren. Im Rahmen des Projekts wurden 67 km Regenwasserkanäle gebau. Der Schwerpunkt lag auf der Weiterbildung lokaler Regierungsexpert*innen, der Bewirtschaftung fester Abfälle und Initiativen zur Stadtbegrünung.

Das DMDP wurde jedoch auch auf verschiedene Probleme und Herausforderungen aufmerksam, mit denen die Stadt beim Entwässerungsmanagement konfrontiert ist. Dazu gehören die Auswirkungen des Klimawandels, wie Überschwemmungen, Stürme, Hitze, Dürre und der Anstieg des Meeresspiegels, sowie ein unzureichendes Regenwasserabflusssystem, da es an geeigneten Korridoren und Platz für Rückhaltebecken fehlt. Ein ungehinderter Zugang zu Regenwasserkanälen führte zu einer missbräuchlichen Nutzung für die Abwasser- und Müllentsorgung.

Auch die Auswirkungen der schnellen Verstädterung musste berücksichtigt werden: Etwa 70 Prozent der Bevölkerung von Dar es Salaam lebt in ungeplanten Siedlungen, meist in sehr exponierten Lagen. Die Einbeziehung der Gemeinschaft ist hier von entscheidender Bedeutung: Sie kann dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen, Nachhaltigkeit zu gewährleisten und die Eigenverantwortung für Hochwasserschutzprojekte zu fördern. Die Zusammenarbeit und Koordination zwischen verschiedenen Interessengruppen, darunter Behörden, Gemeinden und andere am Projekt beteiligte Organisationen sowie eine effektive Kommunikation und Koordination sind unerlässlich.

Sechs Kommunen wappnen sich gemeinsam gegen zunehmende Hitze in Städten

Vom 3. bis 6. Juni 2024 kam die Gruppe in Heidelberg im Rahmen ihres „Connective Cities Deep Dive“ zusammen, um ihre Pilotprojekte zu konkretisieren und von den Erfahrungen anderer Städte zu lernen.

So unterschiedlich sich die sechs Städte auf zunehmende Hitze einstellen müssen, verbinden sie zwei Grundsätze, wie sich während ihres Austauschs in Heidelberg immer wieder zeigte: Wer strategisch und langfristig etwas gegen Hitze in Städten tun will, der braucht einen Plan. Das gilt für das ägyptische Assuan, wo im Sommer Temperaturen von bis zu 50 Grad herrschen, genauso wie für Lüdenscheid, das im kühleren, waldreichen Sauerland liegt. Zudem sind sie von dem Ansatz überzeugt, innovative Hitze-Lösungen zunächst in kleinen Pilotprojekten zu testen, bevor sie danach in einem größeren Rahmen implementiert werden.

Für Städte gibt es viele Wege, die negativen Effekte von Hitze für die Bevölkerung zu reduzieren: mehr Grünflächen schaffen, Schatten spendende Bäume pflanzen, Hausfassaden begrünen, Kühlungskorridore etwa durch Wasserläufe anlegen, die Bevölkerung sensibilisieren und vieles mehr. Dafür ist es zunächst wichtig zu wissen, wo sich in einer Stadt die Hitze besonders staut.

Auftakt der Arbeitsgruppe: Frauen in Führungspositionen in Kommunen

Mit dieser Aussage haben die Teilnehmerinnen der Arbeitsgruppe „Frauen in Führungspositionen in Kommunen“ ihre Aktivitäten begonnen. Der virtuelle Auftakt fand am 16. Mai 2024 statt und beinhaltete einen Beitrag der ehemaligen stellvertretenden Bürgermeisterin von Bonn, Frau Melanie Grabowy, und die Vorstellung des GIZ-Handbuchs „Duos for Empowerment“ über ein Mentoring-Programm für Frauen im Nahen Osten und Nordafrika mit Schwerpunkt auf praktischen Erfahrungen aus Palästina, Jordanien und dem Libanon (vorgestellt von Hiba Tijani, WOMENA-GIZ).

Die Teilnehmenden, die 14 Kommunen und die Zivilgesellschaft aus Jordanien, Palästina, Libanon, Tunesien, Marokko und Deutschland repräsentieren, zeigten viel Enthusiasmus und ihren Teamgeist, um sich mit Gleichgesinnten zu diesem Thema zu engagieren und Erfahrungen auszutauschen und um lokal angepasste Lösungen zu entwickeln.

Verwandte Publikation:

Municipal Observatory for Gender Mainstreaming
A guide for municipalities in the MENA region

Strategische Planung in Kommunen – Hindernisse, Rahmenbedingungen und Nutzen

Die effiziente Verwaltung der Gemeinden und die Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung für die Bürger*innen sind Prioritäten für die lokalen Verwaltungen. Als Bindeglied zwischen der Zentralbehörde und der lokalen Bevölkerung müssen die Kommunen mittel- und langfristige Strategien entwickeln, um ihre Rolle bei der Erbringung grundlegender Dienstleistungen, der Verwaltung von Ressourcen, der Entwicklung der Infrastruktur sowie der Erzielung von Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit zu erfüllen. Strategische Planung ist der Schlüssel zur Gestaltung einer lebendigen Gemeinschaft und eines wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Umfelds. Sie konzentriert sich eher auf die Nutzung von Vorteilen und Stärken als auf die Bewältigung von Herausforderungen und zeichnet sich durch einen scharfen Fokus auf den Wettbewerbsvorsprung, wichtige Chancencluster, Charakteristika der Erwerbstätigen, Lebensqualitätsstandards und andere wirtschaftliche und demografische Unterscheidungsmerkmale aus.

Eine langfristige strategische Planung ist jedoch in den meisten Kommunen der MENA-Region nur schwach oder gar nicht vorhanden. Während einige Kommunen bei der Einführung strategischer Planung erhebliche Fortschritte gemacht haben, stehen viele vor größeren Herausforderungen im Zusammenhang mit Urbanisierung, Dienstleistungserbringung, wirtschaftlicher Entwicklung, natürlichen Ressourcen, Umweltfragen, sozialen Ungleichheiten, demografischem Wandel und der Reaktion auf Krisen. Um diese Herausforderungen wirksam bewältigen zu können, müssen die Kommunen über aktuelle lokale Strategien verfügen, die ihnen bei der Erstellung von Entwicklungsszenarien und Setzen von Prioritäten sowie beim Treffen fundierter Entscheidungen helfen, um den vielfältigen Bedürfnissen und Herausforderungen der lokalen Bevölkerung gerecht zu werden. Lokale Entwicklungsstrategien sind im Wesentlichen das Fundament, auf dem eine erfolgreiche lokale Verwaltung aufbaut.

Förderung nachhaltiger Bergbauindustrien

Die Online-Veranstaltung fand am 23. April statt und erforschte die Herausforderungen und Chancen bei der Förderung nachhaltiger Bergbauindustrien und die entscheidende Rolle von Städten bei der Förderung positiver Veränderungen in diesem Sektor. Zu den wichtigsten Diskussionspunkten gehörten:

  • Die Rolle von Städten bei der Förderung nachhaltiger Bergbauindustrien: Wie können Städte aktiv zur Förderung nachhaltiger Bergbaupraktiken beitragen und dabei Umwelt- und soziale Auswirkungen berücksichtigen?
  • Maximierung der Vorteile für lokale Gemeinschaften: Welche Strategien gibt es, damit Bergbauaktivitäten den lokalen Gemeinschaften sowohl wirtschaftlich als auch sozial bestmöglich zugutekommen?
  • Umnutzung geschlossener Bergbaustandorte: Welche innovativen Ansätze gibt es, um sie in neue Vermögenswerte für Gemeinschaften zu verwandeln und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern?

Die Veranstaltung umfasste fundierte Beiträge aus verschiedenen Quellen:

Eine Strategie für klimasensitive Stadtentwicklung in Garowe, Somalia

Connective Cities hat die Entwicklung einer Bottom-up-Strategie für eine klimagerechte Stadtentwicklung (Climate-Sensitive City Development Strategy, CSCD) unterstützt. Dies umfasste eine partizipative Methodik zur Identifizierung und Analyse der wichtigsten Ansatzpunkte für kommunale Maßnahmen. Garowe war das erste Pilotprojekt, in dem diese Methodik und der Entwurf der CSCD-Strategie erprobt wurden. Wir freuen uns, Ihnen diese Strategie hier vorstellen zu können.

Connective Cities wurde durch das GIZ-Projekt „Promotion of social and economic inclusion of extreme poor IDPs and residents of host communities in Puntland, Somalia“ (SEIPP) beauftragt, die Entwicklung eines integrierten Klimaschutzkonzepts (Anpassung und teilweise Minderung) für die Stadt Garowe, Puntland, Somalia, zu unterstützen. SEIPP engagiert sich für die Förderung der sozioökonomischen Integration extrem armer Binnenvertriebener und Bewohner*innen der Gastgemeinden in Puntland, Somalia.

Sollten Sie Fragen zu der Methodik haben oder Interesse an einem Austausch hierzu, wenden Sie sich bitte an: Paulina Koschmieder paulina.koschmieder@giz.de

Aufruf zum Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ 2024

Seit 2014 wird der Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt. Es sollen Kommunen ausgezeichnet werden, die sich vorbildlich und breit aufgestellt in der kommunalen Entwicklungspolitik engagieren und dabei Wege gehen, die Wirkung zeigen und andere inspirieren.

Bis zum 31. Mai 2024 können sich alle Städte, Gemeinden und Landkreise in Deutschland mit ihrem entwicklungspolitischen Profil online über die Bewerbungsplattform bewerben. Die Teilnahme ist sowohl für kleine als auch große Kommunen gleichermaßen lohnenswert, da die Auszeichnungen (zwischen 10.000 und 30.000 Euro je Kommune) in verschiedenen Größenkategorien, sowie Sonderpreise, vergeben werden.

Die Gewinnerkommunen werden bei der 16. Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik vom 8. bis 10. Oktober 2024 in Ingelheim am Rhein bekanntgegeben. Während dieser Veranstaltung werden die Preise im feierlichen Rahmen übergeben.

Alle wichtigen Informationen – auch zum Bewerbungsprozess in der Online-Bewerbungsplattform – finden Sie auf der Webseite der SKEW. Die Servicestelle freut sich über Ihre Bewerbung bis zum 31. Mai 2024!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Der Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ zeichnet 2024 Kommunen aus, die sich vorbildlich in der kommunalen Entwicklungspolitik engagieren.

  • Bewerbungsstart: 1. April 2024
  • Bewerbungsschluss: 31. Mai 2024
  • Preisverleihung: Oktober 2024

Kontakt

Maren Renner
Telefon: +49 228 20717-2421
maren.renner@engagement-global.de

Johannes Schott
Telefon: +49 228 20717-2692
johannes.schott@engagement-global.de

Bei Fragen zum Wettbewerb senden Sie diese bitte auch per E-Mail an:
kbw.skew@engagement-global.de

Förderung erneuerbarer Energien

Im Zuge der weltweiten Umstellung auf eine nachhaltigere Zukunft suchen Kommunen in Südosteuropa und im Kaukasus aktiv nach innovativen Lösungen, um ihren Energiebedarf zu decken. In diesem Zusammenhang hat Connective Cities zwei Peer-to-Peer-Austauschaktivitäten im Rahmen eines regionalen Lernprozesses zu erneuerbaren Energieoptionen auf kommunaler Ebene organisiert. Diese Austausche förderten nicht nur die Zusammenarbeit, sondern lieferten auch wertvolle Einblicke und Inspiration für zukünftige Projekte. Lassen Sie uns diese transformativen Erfahrungen genauer betrachten: